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Der Sport an den Feiertagen.

Das Training -es Ru-erers.

Durch systematische Vorbereitung und Leistungs­steigerung für den Moment des Wettkampfes fertig, machen, das ist Training. Dies Fertigmachen ist in zweifacher Beziehung zu verstehen: einmal in der fortschreitenden Stärkung von Herz, Lunge und ge­samter Muskulatur, um die höchste Anstrengung ohne Schaden für den Gesamtorganismus überstehen zu können, andererseits in der ständigen Verbesse­rung der Rudertechnik, um dadurch die größte Nutz. Wirkung für den Fortgang des Bootes zu erzielen. Beides zusammen stellt außerordentliche Anforderun­gen an die Neroenkraft, und um diese restlos und ohne Schädigung für den Körper erfüllen zu können, ist eine besondere Lebensweise in der Vorbereitungs­zeit, dem Training, unerläßlich.

Der Ruderer, der sich durch ehrenwörtliche Ver­pflichtung seinem Verein für das Training zur Ver­fügung stellt, muß sich darüber klar sein, daß das e>O Abschiednehmen von vielen liebgewordenen Lebens- gewohnheiten auf Monate hinaus bedeutet. Eine ge­regelte Lebensweise, also regelmäßige, kräftige Er­nährung, reichlicher Schlaf, Enthaltung von dem Genuß aller Nervenreizmittel, besonders Nikotin und Alkohol, und vor allen Dingen unbedingte Enthalt­samkeit in sexueller Beziehung sind unerläßlich für Trainings. Dazu kommt die bedingungslose Unter­ordnung unter den Willen und die Anweisungen der Trainers, dem die Mannschaft zur Ausbildung anoertraut ist. Das Aufgeben und Aufgehen des Einzelwillens in dem Gesamtwillen ist die wichtigste, Vorbedingung zur Bildung derMannschastsseelc", und diese wieder bietet die beste Gewähr für den Erfolg. Gerade die Mannschaftskämpfe mit ihrer vorbildlichen Disziplin sind das, was der Rudersport vor den meisten anderen Sparten voraus hat. Sie find ein Ernehungsfaktor für die Heranwachsende Jugend, ein Eharatter-Bildungsmittel für den wer­denden Menschen. W. K.

Turnen.

Kunstturnen.

r Dor überfülltem Hause fand im Kristallpalast zu Leipzig der 11. Städtekampf im Kunstturnen BerlinLeipzigHamburg statt. Nach hartem Kampfe, der bis zum Schluß spannend blieb, siegte die Hamburger Mannschaft, deren sicheres und exak­tes Turnen besonders hervorzuheben ist, mit 2442 Punkten, während es die Leipziger Mannschaft auf 2433 Punkte und die Berliner Mannschaft auf 2292 Punkte brachten.

Handball.

Der deutsche Handballmeister in Aachen.

Der deutsche Handballmeister, Polizeisport- verein Berlin, siegte am Karsamstag über Spiel­vereinigung 07 Köln mit 8:6.

Handball der Turner der D. T. Lvrngesellschast Sachsenhausen 1873Männer­turnverein Gießen (3:0) 7:3.

-j- Mit der Verpflichtung der Turngesellschaft Sachsenhausen 1873 stellte sich die erste Mann- schafr der Männerturner eine schwierige Auf­gabe, zumal der Gegner im Gaue Turnerschaft Frankfurt <l W. hinter dem Altmeister der D.T. und diesjährigem Kreismeister Frankfurt- Seckbach an sicherer zweiter Stelle steht. Diese Epielstärke, gepaart mit großer Spielerfahrung, muhten auch die MTBer erfahren, wenngleich die Gießener in der ersten Spielhälfte sehr zag­haft und lastend spielten, hergeleitet von einer begreiflichen Ansicherheit des Kleinen vor dem Großen.

Bon herrlichstem Frühjahrswetter begün­stigt, ging dieses Treffen am Ostermontag auf dem Walbsportplatz des Vereins für Bewe­gungsspiele vonstatten. Eine für Gießener Ver­hältnisse recht zahlreiche Zuschauermenge war Zeuge eines schön durchgeführten Spieles, das die Gäste infolge ihres technischen und spiele­rischen Könnens überlegen für sich entscheiden konnten. Sie führten ein vorzügliches Stel- lungs- und Kombinationsspiel vor und leisteten auch hinsichtlich der Ballbehandlung Hervor- vorrogendes. Es war ein Genuß, zu sehen, wie das Leder gewandt und sicher von Mann zu Mann wanderte und in systemvollen und schnellen Angriffen immer wieder vor das geg­nerische Tor getragen wurde. Die Elf der Männerturner, die auf einige ihrer besten Spie­ler verzichten muhten, strengten sich trotz allem redlich an und führten zeitweise ein recht an­sprechendes Spiel vor. Das Ergebnis hätte für sie günstiger lauten können, wenn seitens einiger Stürmer der Ball uneigennütziger ab- bzw. zu­gespielt worden wäre. Der rechte Flügel wurde oft, auch in sehr günstiger Stellung überhaupt nicht, die linke Seite dagegen, wenn auch ge­deckt, fast dauernd mit Bällen versorgt.

Wenn auch das Spiel mit diesem Resultat verloren ging, so kann die MTD.-Mannschaft hieraus mancherlei Lehren ziehen und diese für vorkommende, ähnliche Fälle nutzbringend ver­wenden. Es ist nicht ratsam, vor einem stär­keren Gegner einfach die Segel zu streichen: bei etwas größerem Siegeswillen werden auch spiel- erfahrene Gegner in der 1. Elf der MTVer eine harte Mannschaft finden, die zeigt, daß im Gau Hessen das Handballspiel immer an Reife und Vervollkommnung gewinnt.

Gauspielwart Seibert (Wetzlar) leitete das Spiel, zwar peinlich genau, jedoch vollauf gerecht und zur allseitigen Zufriedenheit.

Aus dem Arbeiter-Turn- und Sportbund.

Gießen Niederrad 0:10 (0:5).

£ Dieses Resultat vom ersten Feiertag lagt eigentlich alles. Die Riederrader Handballer waren mehr als eine Klasse den Gießenern gegen* über voraus, sie verfügen über eine ausgezeichnete Fangtechnik, boten ein vorzügliches Kombi- nations- und Stellungsspiel und bedachten das Gießener Tor mit außerordentlich kräftigen Wür­fen. Die Torzahl hätte noch beliebig erhöht werden können, ein Amstand, der für die Folge vermieden werden kann, wenn Gießen einen Wechsel des «Tormanns vornimmt. Vollkommen wurde der Sieg Riederrads durch ihren aus­gezeichnet arbeitenden Torhüter, der mit schein­bar leichter Selbstverständlichkeit alle Torwürfe der Gießener in seinen Armen landen ließ. Tron

der starrken Aeberlegenheit ihres Gegners be­mühten sich die Gießener mit Erfolg, ein an­sprechendes Spiel zu bieten, was unter der sehn korrekten Spielleitung des Schiedsrichters auch vollkommen gelang.

5p. D. Darmstadt süddeutscher Handballmeister.

D a r m st a d t, 5. April. (TA.) 3m Endspiel um die süddeutsche Handballmeisterschaft trafen sich in Darmstadt Sportverein Darmstadt und Spielvereinigung Fürth i. B. Rach hartnäckigem Kampfe konnten die Darmstädter ihren Haupt­rivalen, die FürtherKleeblätter" mit 4:1 be­siegen und sicherten sich dadurch auch für 1926 den Titel eines süddeutschen Meisters.

Im Reiche.

Die Meisterschaft der ersten Klasse errangJahn"- Neukölln mit 6:3 (2:2) gegen den M. T. V. Frie­denau.

Der Polizeisportverein Halle siegte in Dresden über den S. C. ^reital 04 mit 7:3.

In Düsseldorf standen sich mit beiden Städte- mannschaften Düsseldorf und Kreseld gegenüber. Das Spiel endete mit einem Unentschieden 6:6 (1:1).

Fußball.

Spielvereimgung 1900 Bietzen.

Spiele am Karfreitag in Wehlar.

ö. Liga F. C. 05 Bezirks-Liga 2:1. II. - F. E. 05 II. 3:2. III. F. C. 05 III. 11:2. II. Ju­gend Heuchelheim I. Jugend 3:0.

1. Oflerjeiertag.

Liga !. F. E. 04 Oberursel (Rordmain- kreisliga) in Oberursel 2:2. II. Gladenbach I. in Gladenbach 2:4. II. Jugend Germania Marburg II. Jugend 5:0.

2. Oftcrf eiet tag.

I. Jugend Alsfeld 1. Jugend. Alsfeld nicht angetreten.

Mit großem Anhang traten die drei Mann­schaften am Karfreitag die Reise zum F. C. 05 nach Wetzlar an. Daß der Ausgang ein so erfolg­reicher sein würde, hätte niemand gedacht. Wetzlar konnte nicht die genügende Anzahl Spieler auf­bringen, so daß mehrere zwei Spiele mitbestreiten mußten, was auf den Ausgang der Spiele nicht ohne Einfluß gewesen sein wird. Doch auch Gießen hatte für Verhinderte, Kranke und Verletzte reich­lichen Ersah einstellen müssen, so daß die Schwä­chung beiderseits wohl die gleiche gewesen sein mag.

Den Reigen eröffneten die 3. Mannschaften. Die technisch und taktisch weit bessere Mannschaft der Sp. Dgg. 1900 errang einen eindrucksvollen 11.2°Sieg (Halbzeit 5:1), hätte jedoch den ge­botenen Chancen nach in Seelenruhe 2030 Tore erzielen können. Anschließend spielten die 2.Mann­schaften. 19006 durchweg aus jungen Leuten zusammengestellte Reserve siegte nach schwerem Kampf 3:2 (Halbzeit 1:2) gegen die älteren und wettspielerfahrenen Wetzlarer, bei denen auch der Wetzlarer Paulus mitwirkte, der jedoch gut abgedeckt niemals richtig zur Geltung kam. Das Spiel der nunmehr zur Kreisliga abgestie­genen Vereinigten gegen die Wetzlarer Dezirks- ligisten war zunächst spannend und schön. Gießen stellte jedoch die eifrigere und schnellere Mann­schaft, die für Wetzlar keinen Erfolg zuließ. Gießen erzielte in der ersten Hälfte zwei schöne Tore, denen der F. C. nichts entgegensetzen konnte. Rach der Pause zunächst dasselbe Bild. Von der 60. Minute ab wurde Wetzlar lebhafter. Cs drückte auf das Tempo und konnte das Spiel zeitweise in Gießens Hälfte verlegen. 1900 ließ an Sturm und der Läuferreihe merklich nach, so daß Verteidigung und Torwart eine Heidenarbeit zu leisten hatten. Einen vom Schiedsrichter in ungerechter Weise verhängten Elfmeterball wehrte der Hüter glänzend, erst durch ein Mißverständnis kam Wetzlar zum Ehrentreffer. Der Ball rollte langsam über die Linie. Sp. Dgg. stellte um und kam in den letzten 10 Minuten wieder in gefährliche Toresnähe Wetzlars. Um ein Haar hätte Gießen ein 3. Tor erzielt. Den vom Hüter bereits verfehlten Ball rettete der linke Läufer auf der Torlinie mit Bravour. Mit 2:1 (Halb­zeit 2:0) blieb Gießen verdienter Sieger. Die II. Jugend kehrte mit einem 3:0-Sieg über die durch Aktive verstärkte I. Jugend Heuchelheims zurück.

Zur Reise nach Oberursel mußte die gesamte Läuferreihe ersetzt werden. Der technisch bessere Gegner besaß eine schwache Hintermannschaft: bei Ausnutzung der gebotenen Torgelegenheiten hätte leicht ein Sieg der Gießener herauskommen können. Das Spiel war zu jeder Zeit äußerst fair und sah Oberursel durch einen unverhofften, viel­leicht haltbaren, Schuh in Führung. Gießen er­zielte jedoch noch vor der Pause den Ausgleich und ebnen weiteren Treffer, während ungezählte Sachen versiebt wurden. Rach der Pause zunächst dasselbe Bild, dann baute bei Gießen vorne alles mächtig ab, eine Folge des schweren Karfreitag- spieles. Oberursel zeigte ein wunderbares Kombi­nationsstürmerspiel und erzielte kurz vor Schluß durch Schuh aus der Mitte den Ausgleich. Dem Gießener Hüter war hierbei die Aussicht gesperrt, sonst hätte er den Ball bestimmt gehalten. Der Schiedsrichter war nicht auf der Höhe und er­wirkte oft den llnmillen beider Parteien. Die Reserve kehrte von Gladenbach mit einer 4:2- Ricderlage zurück. Robustes, körperliches Spiel des Gastgebers siegte über die technische Heber- legenfjeit der Gießener, dazu ein nicht einwand­freier Schiedsrichter vom eigenen Gladenbacher Verein, das sagt genug. Die 2. Jugend siegte im Rückspiel gegen die gleiche von Germania Mar­burg 5:0. Alsfeld trat gegen die 1. Jugend der Vgg. nicht an, so daß diese Mannschaft die Feier­tage ohne Spiel war, da auch Butzbach vorher abgesagt hatte.

D. f. B.

(-) Herrliches Fuhballwelter, eine ansehn­liche Zuschauermenge und der in bester Ver­fassung befindliche Waldsportplatz gaben dem Spiel des ersten Feiertags,Sportfreunde" Frankfurt D. f.B., den denkbar besten Rahmen. Das Spiel enttäuschte etwas, da es technisch aus keiner allzu hohen Stufe stand. Während V. s.D bei weitem nicht an seine früheren Leistungen herankam und im Gegensatz zu sonst eine recht mäßige Partie lieferte, über» | raschten die Gäste wenigstens durch eine außer­

gewöhnliche Schnelligkeit und Energie. Ver­söhnend wirkte die Ruhe und Fairneß, mit der das Treffen von beiden Seiten ausgetragen wurde. Die Platzmannschaft trat mit Döckler, Muchtar, Bingel, Hausrath, Kreh I., Post, ®cm- mer, Köhler, Pitsch, Mandler und Kleinke an. Die Sportfreunde-Elf setzte sich durchweg aus Spielern zusammen, deren Durchschnittsalter mit 20 Jahren richtig angegeben sein dürste. Von Beginn an fehlte bei V. f. B. das Verständnis zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen und damit jegliche Aufbaumöglichkeit einer geschlosse­nen Aktion. Frankfurt fand sich nach etwa einer Viertelstunde, und war bis zur Halbzeit dreimal erfolgreich, wobei jedoch V. f. B. das Spiel völ­lig offen hielt und durch Köhler das Halbzeit­resultat auf 3:1 stellte. Rach der Pause klappte es etwas besser beim Gastgeber, zumal der Gegner sich anscheinend in der ersten Sviel- hälfte etwas zu viel zugemutet hatte und seine Schnelligkeit vermissen lieh. Das Tempo flaute ab, es schien auf beiden Seiten zu keinem Erfolg mehr zu reichen, bis V. f. B. durch einen Hand­elfmeter Gelegenheit bekam, das Resultat durch Muchtar auf 3:2 zu verbessern. Die Gäste drück­ten nun noch mal tüchtig aufs Tempo, um den Sieg zu halten, dem die Plahelf ihrerseits er­höhten Widerstand entgegensetzte und den Aus­gleich zu erzielen versuchte. Es blieb jedoch beim angegebenen Resultat. Eine Cinzelkritik über die Spieler abzugeben erübrigt sich durch das Dor­ausgesagte. Lediglich die Derleidigung war als gut, vielleicht sogar als sehr gut zu bezeichnen. Die Leistungen der übrigen waren, als Einzel- leistungen gewertet, nicht gerade schlecht, aber ohne die ersolgbringende Einheitlichkeit.

Auch am 2. Feiertag waren die Doraus- schungen für ein großes Spiel gegeben. Fuß­balls Portverein Sprendlingen war der Gegner, gegen den die D. f. B.-Mannschaft in der Aufstellung Döckler, Muchtar, Dingel, Bick- Hardt, Kreß, Köhler, Kleinke, Mandler, Pitsch, Steger und Balser antrat. Mit dem Anstoß schon merkte man, daß in der Mannschaft ein ganz anderer Zug steckte als am Dortage. 3hr Spiel zeigte System und gegenseitiges Derständ- nis. Die einzelnen Aktionen waren gut durchdacht und wurden mit Schneid ßurch geführt. Rach un­gefähr zwanzig Minuten leichter Aeberlegenheit der Platz-Elf kam diese zum ersten Erfolg. Sprend­lingen wehrte sich so güt es ging, wurde offensiv und nötigte Derteidigung und Tormann Gießens durch wuchtig vorgetragene Angriffe zur Her­gabe ihres ganzen Könnens, wobei es Letzterem gelang, sein Heiligtum rein zu halten. Rach dieser kurzen Drangperiode des Gegners kam D. f. B. wieder zu Wort: seine Läuferreihe unterstützte in mustergültiger Weise den Sturm, der in glän­zender Kombination immer wieder nach vorne zog. Cs war eine Freude, die Zusammenarbeit der fünf (Stürmer zu sehen. So war es nicht zu ver­wundern, daß das Halbzeitresultat 3:0 für D. f. B lautete. Rach der Pause hielt die Aeberlegen- heit Gießens dank seines flachen Pahspiels an, Sprendlingen ließ sich aber nicht entmutigen und konnte das Spiel fast immer offen halten. Dis zum Schluß erzielte Gießen noch zwei weitere Tore, denen Sprendlingen nur das verdiente Ehrentor entgegensetzen konnte. Auch dieses Spiel wurde beiderseits in ruhiger Weise durchgeführt. Von den Toren entfallen auf Pitsch und <51 e « ger je zwei und Mandler eins. Die Mann­schaft verdient ein Gesamtlob. Die Hintermann­schaft war sehr gut, ebenso die Läuferreihe, in die sich Köhler besser einfindet wir im Sturm. 3n diesem gefiel Steger besonders, der heute spielte wieeinst im Mai", obgleich er kaum von einer Krankheit genesen.

Aus dem Arbeiter-Turn- und Sportbund.

Wieseck und Heuchelheim lieferten sich in den Derbandsspielen ein Anentschieden!

£ And erwecke Veranstaltungen inHeuchel- h e i in am vorgesehenen Termin machten eine Verlegung dieses Spiels auf den Karfreitag notwendig. Mit Spannung sah man dem Aus­gang entgegen, stand doch Heuchelheim mit unter den Meisterschaftsanwärtern. 3n ihren Erwar­tungen wurden die vielen Zuschauer nicht ge­täuscht, denn was beide Mannschaften zeigten, stand auf anerkennenswerter Höhe. Die erste Halbzeit sah Heuchelheim unstreitig im Vorteil, sie erzielten zwar eine Reihe Ecken, aber keine Tore, teils wurden die Angriffe von der Ver­teidigung, teils vom Torhüter Wiesecks gemeistert. Heuchelheim wußte, daß viel auf dem Spiele stand und machte demzufolge alle Anstrengungen, um Sieger zu werden. 3n der zwecken Halbzeit kam Wieseck mehr auf, das Spiel wurde offener, brachte aber vorläufig keiner Partei einen Erfolg. Erst in der 25. Minute riß Wieseck die Führung an sich und stellte das Ergebnis eine Viertel­stunde später auf 2:0. Roch 5 Minuten Spiel­zeit! Fast schien der Sieg Wiesecks sicherzu­stehen, aber das Anglaubliche geschah: Heuchel­heim gelang es, in den letzten Minuten eben­falls zwei Tore zu erzielen und konnte so dank seiner starken Energie wenigstens noch einen Punkt retten.

Wieseck Jugend Heuchelheim Jugend. 2:0.

3n den Spielen um die Meisterschaft der Jugendklasse hat die Wiesecker Jugend einen von den ernsthafteren Gegnern mehr abgefertigt. Auch in diesem Spiel, das vor dem der ersten Mannschaften stattfand, sollte es torlos in die Pause gehen. Rach dem Wiederanstoß konnten sich die Wiesecker mit ihrer besseren Technik immer mehr durchsetzen und erzielten innerhalb der ersten 10 Minuten zwei Tore. Die Mann­schaft hat ihren Sieg verdient gewonnen und steht mit Gießen und Wetzlar nunmehr an der Spitze.

Gießen I Jrantfud'Jlieberrab I 3:3 (2:0).

Das herrlichste Osterwetter begünstigte den Verlauf der für die Feiertage vorgesehenen Spiele, und eine außerordentlich zahlreiche Sportgemeinde pilgerte nach den Sportplätzen. Für den ersten Feiertag war der Trieb das Ziel vieler, die sich das Treffen der obigen Mannschaften ansehen wollten, zumal beiden ein sehr guter Ruf voraus- geht. Vom Anstoß weg war klar, daß Frankfurt dieses Spiel als Propagandaspiel auffahte und demzufolge auch verhältnismäßig weich spielte. Dieses Rachgeben nutzten die Gießener in der ersten Halbzeit sehr zu ihrem Vorteil aus. Das erste Tor erzielte der Halbrechte in Auswertung einer Wecken Vorlage. Der Erfolg kam reichlich unverhofft und hätte leicht verhindert werden

können. Das zweite Tor schob der Halblinke. Fast während der ganzen ersten Halbzeit hatte Gießen etwas mehr vom Spiel, was aber vor allem daher kam, daß Gießen dem Spiel mehr den Charakter eines Punkffpieles gab. Offenbar war hier der Wille vorherrschend, die im Vorjahre durch die gleiche Mannschaft erlittene Riederlage sich zum mindesten nicht wiederholen zu lassen. Die zweite Halbzeit zeigte ein gänzlich verändertes Dild. Man hatte den Eindruck, daß nun auch Frankfurt mit mehr Energie spielte, denn bereits in den ersten acht Minuten war der Ausgleich herge- stellt. Rach prachtvollem Kombinationsspiel er­zielte der Halbrechte Riederrads das erste Tor, das für den Gießener Tormann unhaltbar war. Kurz darauf spielte sich die linke Seite frei, der Linksaußen gab in uneigennützigster Weise den Dall an den freistehenden Halblinken, und der folgende Torschuß war für den Tormann eben­falls unerreichbar. Im weiteren Verlaus des Spiels war eine leichte Aeberlegenheit der Gäste erkennbar, wenn auch Gießen die größten An­strengungen machte, die Führung wieder an sich zu bringen. In Verfolg dessen wurde das Spiel etwas härter und aufgeregter, der Kainpffpiel- charakter des Fußballs kam mehr zur Detonung. In der letzten Viertelstunde konnte Riederrad sein drittes Tor aus einem zuaebilligten Strafstoß heraus erzielen, und unmittelbar vor Schluß war e8 Gießen vergönnt, aufzuholen und so das End­resultat auf unentschieden zu stellen. In der ersten und in der zwecken Halbzeit verschenkte Riederrad in echt sportlicher Weise je einen Elf­meter.

Gießen II Aranksurl-Riederrad II 3:1 (2:0).

Eigentlich ganz programmwidrig sicherten sich hier die Gießener einen einwandfreien Erfolg. Damit soll nicht gesagt werden, daß der Sieg unverdient war, oder daß die Frankfurter such von einer weniger vorteilhaften Seite zeigten. Die Gießener Zweite bot eben ein selten schönes Spiel und bewies damit ihre aufsteigende Form. An dem Sieg ist die ganze Mannschaft gleich­mäßig beteiligt, jeder war auf seinem Platz und tat fein Möglichstes, den Erfolg zu einem voll­kommenen zu machen. Die Frankfurter wehrten sich zwar tapfer,, versuchten für sich herauszu­holen, was nur irgend möglich war, konnten aber einesteils die Hintermannschaft der Gießener nicht überwinden, während sie andererseits dem ausgezeichneten Kombinationsspiel des Gießener Sturmes die daraus resultierenden Auswirkungen zugestehen mußten. Dei den gegenwärtigen Der­bandsspielen dürste die Gießener Mannschaft, nach diesem Spiel zu urteilen, für die Gegner ihrer Klasse ein schwer zu überwindendes Hin­dernis abgeben.

Gießen Jugend Franksurl-Riederrad Jugend 1:3.

Eine Riederlage, und zwar eine äußerst ehrenvolle, mußte die Jugendmannschaft Gießens hinnehmen. Die Gießener Jugend zählt zu den besten Mannschaften des hiesigen Dezirks und fertigte ihre Gegner seither mühelos ab, am Sonntag traf sie aber auf einen Gegner, der nicht nur körperlich der Stärkere war, sondern auch spielerisch wahre Glanzleistungen bot. DaS Spiel der Jugendmannschast Riederrads war von einer Vollkommenheit, die man nur selten zu sehen bekommt. Daß gegen einen derartigen Gegner die sonst vorzügliche Jugend Gießens nicht aufkommen konnte, stand zu erwarten, daß sie aber trotzdem das Spiel offen hielt, in ihrem Angriffsgeist nicht müde wurde und schließlich die Riedrrlage nicht HHHer w«.den ließ, gereicht ihr zur besonderen Ehre.

T. u. Spo. Wieseck I Jrantfurt-Bonames I 2:4.

Das Spiel gegen SpielvereinigungVor­wärts"- Frankfurt, das am 1. Feiertag stattfinden » sollte, wurde im letzten Augenblick wegen ander­weitiger Verpflichtung der Frankfurter abgesagt. Dieses Vorkommnis wird wohl die vorgesetzten Stellen noch beschüfttgen. An Stelle dieses Spiel konnte obiger Verein für den zweiten Feiertag gewonnen werden. Das herrliche Frühlingswet- ; ter hatte eine große Zuschauermenge auf den schön gelegenen Wiesecker Sportplatz gelockt, die diesem Spiel mit großem Interesse folgte. Donames ge­wann am 1. Feiertag gegen Marburg 4:1 und am Karfreitag gegen Lollar in Donames 4:0. All­gemein war man bann auch auf den Ausgang in Wieseck gespannt. Gleich vom Anstoß weg lagen die Einheimischen im Angriff und konnten durch den Halblinken in Führung gehen. Fast eine halbe Stunde lang wogte nun der Kampf auf und ab, ohne auf beiden Stecken Erfolge zu zeitigen. Den meist blitzschnellen Angriffen der Wiesecker folgten wuchttge und dann meist gefährliche An­griffe der Gäste. Bei einer solchen Gelegenheit H verschuldete ein Verteidiger Wiesecks ein Pracht- I volles Selbsttor und so für die Gegner einen | leichten Ausgleich schaffend. 10 Minuten später | ging Frankfurt durch ein 2. Tor in Führung, auch hieran hatte die Verteidigung insofern I Schuld, als sie dem Tormann die Sicht ver­sperrte. In der zweiten Halbzeit spielte Wieseck zeitweise überlegener und konnte bald nach Be­ginn den Ausgleich Herstellen. Ein schönes flaches I Kombinationsspiel mit nachfolgendem Torsc^ brachte Frankfurt abermals die Führung und, fast im Abpfiff, den 4. Treffer. Die Mannschaft Wie­secks zeigte fast im ganzen Spiel ein kleines Plus, die Angriffe Frankfurts wurden etwas massig (und im allgemeinen mit sehr viel unnötigen Worten) vorgetragen. Ein Anentschieden hätte dem Spielverlauf besser entsprochen.

T. u. Sp. v. wieseck II.Ftankfurt-Vonames II. 1:0.

Die neu zusammengestellte Zweite Wiesecks absol­vierte ihr erstes Spiel. Die Göstemannschast uer i fügte über keine besondere Spielstarke: der Sieg der I Einheimischen hätte bei etwas besserem Zusamwen- spiel ein weit überlegener sein müssen. Trotzdem die Wiesecker Mannschaft die lleberlegeneren waren, mußten sie sich mit diesem knappen Resultat beschei­den. Auch hier störten die lauten Zurufe der Gaste. T. u. Spo. wieseck JugendBlasbad) Iugend 10:1.

Ein glänzendes Spiel zeigten am 1. Feiertag die Wiesecker Jüngsten im Spiel mit der kräftigen Ju­gend Blasbachs. Man möchte sagen, fast ohne be­sondere Anstrengungen wurde der Gegner abgefer­tigt, der dem prächtigen systemvollen Spier der Wie­secker völlig machtlos gegenüberstand. Diese erzielten in der ersten Halbzeit 3 Tore, durch eine Leicht­sinnigkeit der Hintermannschaft Wiesecks kam Blas­bach ebenfalls zu einem fast unbeabsichtigten Erfolg. Nach dem Seitenwechsel war das Schicksal der Gäste besiegelt. In immer besser werdender F«:m zogen die Wiesecker mit verblüffender Sicherheit vor das Tor der Gegner und konnten ihre Torzahl um sieben

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