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Dienstag, 6. Apnl 1926

176. Jahrgang

General-Anzeiger für Oberheffen

ünwfmtMXttacj: »rühllche Uni-erfiiat»»uch- tm6 SieinOntderti B. Lang« in Meten. Sflriftkttimg und S-schSftgM-: SftfflMe l.

Briands Osterei

Jur Reichsgesundheitswoche.

Berlin, 3. April. (TU.) Zu der im Monat April in zahlreichen Orten des Reiches statt- findenden Reichsgesundheitswoche haben verschie­dene Oberpräsidenten der preußischen Provinzen, sowie das anhaitische Staatsministerium gemein­sam mit dem Oberpräsidenten von Sachsen Auf­rufe erlassen, in denen auf die große Bedeutung dieser Veranstaltung hingewiesen wird.

Der Oberpräsident Siehr und der Landes­hauptmann v. B r ü n n e ck von Ostpreußen sagen in ihrem Aufruf:Wenn wir mit Trauer und Sorge im Herzen die Verwüstungen ansehen, die ein mehr als vierjähriger Krieg und ein Friede voll äußerer Bedruckung und innerer Unruhe in Deutschland an­gerichtet haben, daim steht als unsere größte Hoffnung für eine bessere Zukunft die im Kern ungebrochene Kraft des deutschen Volkes vor uns. Diese uns zu erhalten, das ist wahrhaft nationale Arbeit für Deutschlands Erneuerung."

Der Oberpräsident von Pommern, Lipp- mann, sagt:Gerade ein Volk wie das unsere, das sein widriges Geschick politisch und wirt­schaftlich so tief zu Boden geschlagen hat, bedarf für seinen Wiederaufstieg der körperlichen tote geistigen Kraft und Gesundheit in besonders hohem Maße. An einem fehlt es immer noch bei vielen, an der Erkenntnis, daß ein jeder an seinem Teil die Pflicht hat, sich für sich selbst, für seine Familie und nicht zuletzt für sein Volk und Vaterland gesund zu er­halte n."

Der Oberpräsident von Hannover, Roste: Die Zeit verlangt von jedem einzelnen eine erhöhte Gesundheitspflege. Sie ist nicht Sache der Aerzte allein, sondern Sache des einzelnen, seines Willens. Richt erst, wenn wir krank sind, sollen wir damit beginnen, sondern als ein Stück Erziehung soll sie jeden unserer Tage begleiten und uns zur täglichen Pficht wer­den. Das sind wir nicht nur uns selbst schuldig, sondern auch der Vollsgesamtheit und dem kom­menden Geschlecht."

Der Oberpräsident der Rheinprovinz, S u ch s, sagt:Eine wesentliche Vorbedingung für ge­sundheitliche Lebensweise ist zwar der Wohl­stand, den wir verloren haben, und den wir nur in sicher noch manchen harten Jahren der Arbeit und Rot wieder erringen können. Doch auch unter den gegebenen Verhältnissen, die weite Bevölkerungskreise in drückenden Entbehrungen darben lassen, läßt sich schon vieles auf dem Gebiete der Gesundheitspflege durch einfache Belehrung und Gewöhnung bessern. In jedem einzelnen soll das Gefühl der Pflicht wachgerufen werden, mitzuarbei­ten an der Abstellung der groben Gesundheits­not, um so sich selbst und unser ganzes Volk an Leib und Seele stark und rein zu machen.

Demission des Kabinetts Pasitsch

Belgrad, 5. April. ($11.) Eine amtliche Mitteilung gibt nunmehr die Demission des gesamten Kabinettes Pasitsch bekannt. Rach den schweren Konflikten mit der

Französische Geldsorgen.

Das Finanzgesetz vom Senat angenommen

Die Friedensverhandlungen mit Abd el Krim.

Paris, 6. April. (WTB. Funkspruch.) Wie dasJournal" aus Madrid meldet, veröf­fentlicht die Regierung eine offiziöse Auslassung über die Wiederaufnahme der Frie­densverhandlungen mit Abd elKrim. Die Auslassungen verbergen nicht, daß

gewisse Meinungsverschiedenhek- t e n zwischen der französischen und der spanischen Regierung zwar nicht über die Grundsätze des Friedens selbst, wohl aber über de notwendigen Bedingun­gen bestehen. Die spanische Regierung halte den Ze tpunkt für einen Friedensschluß noch nicht für gekommen, da das Prestige und die Macht Abd el Krims noch nicht ge­nügend niedergeworfen sei. Spa­nien wünsche ebenso wie Frankreich rasch Frieden zu schließen, wolle jedoch die Sicherheit haben, daß es nicht gezwun­gen sei, schon bald wieder eine neue militärische Aktion zu unternehmen.

sation durchführe und vor allem, wenn man das Land beruhige statt es zu verhetzen. Er habe Der- trauenfürdieZukunft.

Alsdann trat der Senat in die Einzelberatung der Steuergesehe ein, wobei auf Grund einer Ver­einbarung nur die abgeänderten oder von der Kammer neu eingeführten Artikel erörtert wer­den. 3n der Einzelberatung wurde die Bestim­mung über die eidesstattliche Versicherung bei der Abgabe der Einkommensteuererklärung mit den vorgesehenen Straf- und anderen Bestim­mungen angenommen. Weiter wurde angenom­men die Besteuerung landwirtschaftlicher Ein­nahmen in der vom Finanzausschuß des Senats angenommenen Fassung, sowie die Besteuerung beim Verkauf von Wertpapieren und die Ein­führung des von den Banken für Rechnung jedes Ingbers von Wertpapieren besonders zu führenden Steuerkontrollbuches. Die Weiterberatung wurde darauf vertagt.

Pirets Steuergesctze von Kammer und Senat angenommen.

Paris, 4. April. Kammer und Senat haben heute morgen ihre Beratungen über die S t e u e r g e fe h e n t w ü r fe Perets been­det. Die Kammer hat das Gesetz mit 365 gegen 145, der Senat mit 220 gegen 16 Stimmen ange­nommen.

ImLause der Nachtsitzung haben sich die beiden Parlamente über die Abänderun­gen geeinigt, die der Senat an dem Text ber Kam­mer vorgenommen hatte. Es handelte sich in der Hauptsache darum, ein Kompromiß hinsicht­lich der Monopole für Petroleum und Zucker zu finden. Die Kammer schlug vor, durch ein S o n d e r g e s e tz das Petroleummonopol später zu regeln und das Zuckermonopol ganz fallen zu lassen. Mit dieser Einigungsformel hat sich der Senat zufrieden gegeben, doch mußte die Kammer ihrerseits in bezug auf die Tabakpreise ein Zugeständnis machen. Die Kammer hatte den Tabakpreis auf 2,10 Franks für das Kilo festgesetzt, der Senat hatte den Prei > auf 2,50 Franks heran (gesetzt, woran er fcst- hielt. Alle übrigen geringfügigeren Mei- nungoverschiedenheiten wurden ausge­glichen. Es wurde schließlich beschlossen, daß der Senat die Beratung des Haushaltsplanes für 1926 am 12. April im Plenum beginnen soll. Die Kammer vertagte sich bis zum 2 0. April. Sie soll jedoch früher einberufen werden, falls der Senat vorher seine Budgetberatungen beeenden kann.

Eine Rede Zerriots.

Paris, 5. April. (WTB.) Kammerpräsi­dent H e r r i o t hat heute auf bem Kongreß der französischen Studenten in Poitiers eine An­sprache gehalten, in der er u. a. sagte: Wenn! man sein Land liebt, wenn man nachdenkt undl beobachtet, wie die Zahl der Einwohner ab­nimmt, wenn man sieht, w i e neben Frank­reich zahlreiche Rationen sich immer stärker entwickeln, ist man sehr darum besorgt, ob Frankreich nicht den Massen, die es beherrschen wollen, diese Suprematie entgegen­zusehen hat, die in der Geschichte- seiner be­herrschenden Suprematie diejenige der Intelli­genz und der Qualität gewesen ist. Die Sache der Studenten verteidigen und vertreten heißt nicht ein Privileg verteidigen. An dem Tage, , an dem das Geld, das heute eine sehr große Macht bildet, alles beherrscht, wird Frankreich zugrunde gehen.

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Dr. Friedr. Will;. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr. H.THyriol; für den übrigen Teil Emst Blumfchein; für den An­zeigenteil 5ans Iüstel, sämtlich in Gießen.

Franzöfisch-engUsche Meinungs­verschiedenheiten in der syrischen

Frage.

London, 3. April. (TTl.) Wie der diplo­matische Korrespondent desDaily Telegraph" berichtet, bestehen zwischen der französischen und und englischen Regierung Meinungsverschieden­heiten in der syrischen Frage. 3n London ist man der Ansicht, daß Frankreich als Mandats­macht nicht berechtigt ist, ohne Zustimmung des Völkerbundes den neuen französisch - türkischen Vertrag über die syrische Grenze zu ratifizieren. Der Völkerbund, dem das syrische Gebiet eigent­lich unterstehe und in dem Frankreich nur als Beauftragter des Völkerbundes die Verwaltung führe, müsse, so verlangt man in amtlichen eng­lischen Kreisen, den Vertrag einer eingehenden Prüfung unterziehen. 3n London erklärt man, daß der Vertrag gewisse territoriale Aenderunge vorsehe, was gegen den Grundsatz verstoße, da eine Mandatsmacht keinerlei Mandatsgebiet oder Teile tiefer ohne Genehmigung des Dökkerbundes abtreten könnte. Der Vertreter Frankreichs im Völkerbund, Paul Boncourt, steht jedoch auf dem Standpunkt, daß die Grenzberichtigungen durch die Klauseln des Angora-Abkommens von 1920 gestattet seien. Auch der Lausanner Vertrag sehe derartige Aenderungen der Grenzlinie vor.

Schwere Kämpfe um Mossul.

Bagdad. 3. Äpril. (Täl.) Britische Tanks traten gestern vormittag an der Grenze zwischen- Shrien und dem Irakgebiet in Aktion, als große Teile syrische arabischer Stämme einen Stamm des Irakgebietcs angriffen, dem die Verteidigung eines Grenzpostens oblag. Der Feind überschritt mit 20C0 Mann die Grenze des I'rakgebietes. Die britischen Tanks fügten den ein dring enden Stäm­men schwere Verluste zu. Als Flugzeuge erschie­nen, floh der Feind unter Zurücklassung von

Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags.

Beilagen:

Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle.

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verzeichnen wäre. Das Finanzproblem sei also nicht unlösbar: vor allen Din­gen müsse man aber die Währungskrise beseitigen. Es sei bedauerlich, daß die Ar­beiten so langsam vorwärts gingen. Den Se­nat treffe aber dafür keine Schuld. Er empfahl darauf die Annahme des Gesetzentwurfs.

Im Laufe der allgemeinen Aussprache, an der sich nur wenige Senatoren beteiligten, ergriff auch M i- n ift er P 6 ret das Wort. Er wies darauf hin, daß die Verzögerung der Verabschiedung des Bud­gets dem Schatzamt einen monatlichen Schci - den von 875 Millionen Franks zugefügt habe. Nach dem Budgetausgleich müßten vor allen Dingen die interalliierten Schulden geregelt werden, was jeder Währungsstabilisie- rung vorangehen müsse. Der Verständigung hierüber dürfte man jedoch nicht die berechtigten

45 Toten. Die Verluste des Feindes an Verwun­deten sind nicht bekannt. Vor dem Eingrmfen der britischen Kräfte hatten die britischen Offiziere Anweisung erhalten, den Irakstmnrn des Scheichs Habil von der Eröffnung von Feindseligkeiten und der Verfolgung des Feindes über die Grenze des Irakgebietes hinaus zurückzuhalten.

Ruhe in Kalkutta.

London, 6. April. (Sil) 3n Kalkutta ist die Ordnung wie d e rher geste l lt. Bei den ilnruhen wurden 45Personengetote, 500 schwer verletzt und 300 verhaftet. Die am Montag in einigen Blättern verbreitete , Rachricht, daß über Kalkutta der Belage­rungszustand verhängt worden'sei, ist un­richtig. Rach einem Reuter-Telegramm aus Kalkutta erwartet man die Wiederaufnahme des normalen Lebens mit Beendigung der Feiertage.

gu Hindenburgs Militär­jubiläum.

Berlin, 3. April. (Wolff.) Anläßlich des 60jährigen Militärjubiläums, das der Reichspräsident am 7. April begehen kann, sind folgende militärische Veranstaltungen vor- gesehen: 9,30 Dorrn, bringt die Kapelle des 9. Inf.-Regts. dem Reichspräsidenten im Garten seines Hauses Morgenmusik dar. Um 11,45 norm, werden durch die Fahnenkompagnie des Wachttegiments Berlin mit Musik die Fahnen -der Regimenter des Generalfeld- mar sch als. nämlich das 3. Garde-Regt. zu Fuß, des Oldenburgischen Inf.»Regts. Rr. 91 und des Inf.-Regts. Generalfeldmarschall von Hindenburg 2. Masurisches) Rr. 147 durch die Wilhelmstraße nach dem Hause des Reichspräsi­denten gebracht. Alm 12 älhr findet tm großen Saal des Präsidentenhauses eine militarische Feier statt, an welcher Abordnungen von Offi­zieren, .UnterOffizieren und Mannschaften der Traditionsttuppenteile borgenannter Regimenter, die Chefs des Heeres- unb der Marineleitung. Vertreter der Reichswehr und der Reichsmarine und der Reichswehrminister teilnehmen werden. Auch der Reichskanzler wird dieser Feier bei­wohnen, der Reichswehrminister wird hierbei die Glückwünsche der Wehrmacht darbrinaen. Rach dieser Feier werden die Fahnen rm Arbeitszim­mer des Reichspräsidenten ausgestellt, von wo sie am nächsten Tage, am 8. April, mittags 12 Uhr. von der Fahnenkompagnie zur Kaserne des Wachttegiments gebracht werden.

DiS in den frühen Morgen des Ostersonn­tags hinein hat Herr Briand Kammer und Senat durcheinander wttbeln müssen, bevor er sie soweit mürbe hatte, daß sie schließlich über Paris. 3. April. (WB.) Der Senat hat die Finanzvorlagen einen Kompromiß fanden, heute vormittag die Beratung über das Steuer- der eigentlich mehr schlecht als recht ist. Gewiß, gesetz, das von der Kammer verabschiedet wor- rechnerisch ist für den Augenblick das Gleichge- ist, begonnen. Ministerpräsident Briand

gewicht zwischen Einnahmen und Ausgaben her- Finanzminister P 6 ret wohnten der öttiung

gestellt, aber was heute noch stimmt, wird in ßci Der Berichterstatter des Finanzausschusses einem Lande der Inflation morgen schon Senats Senator Cheron ergriff das Wort nicht mehr richttg sein. Die Preis steige- I unt> ^gte auseinander, daß der Ausgleich des rung hat im inneren Verkehr vor der Hand Budgets 1926 auf folgenden Grundlagen mog- nicht das Tempo angenommen, daß sie mit dem UH sei: Der Finanzausschuß des Senats habe Sinken des Franken gleichen Schritt hält, &a8 -Ausgabebudget auf 36124 Millionen Mir wissen ja aus eigener Erfahrung, daß es Franks festgesetzt, das sich durch die Aufnahme ziemlich lange dauert, bis Valuta und Preisbil- I gewisser weiterer Beträge auf 37 237 Millionen düng automattsch in Verbindung miteinander Franks erhöhen toü*. An Einnahmen stan- treten Aber die Rachwirkungen müssen kommen: dUr Verfügung: Erstens die von der Kammer

Seit die Finanzvorlage eingebracht wurde, ist der bereits für das Budget eingestellten 32 840 Mil- Frank um mehr als ein Viertel seines Wertes n^en Franks, zweitens neue Einnahmequellen gefallen, die Beamten und die Rentner werden ^er die sich Kammer und Senat bereits ver­dös merken, vor allen Dingen die Beamten ftänbigt hätten im Betrage von 1437 Millionen verlangen mehr Geld, und dann ist das Loch Franks, drittens die von der Kammer bereits im (3tat, das heute schon unsichtbar vorhanden angenommene und heute dem Senat vvrliegen- ist nicht mehr zu verstecken. Zumal da ja der ^^n Zusahsteuern in Höhe von 2354V- Millionen französische Imperialismus ohne Rücksicht auf die Franks und 5. die vom Senat Wer bereits Gewkalamität im eignen Lande seinen Weg toei- angenommenen, von der Kammer aber durud- tergeht. gestellten und jetzt vom Finanzausschuß des Se-

Der Krieg in Syrien kostet ein un- natg heute wieder aufgenommene Preiserhöhung heimliches Geld, das Marvkkoabenteuer für Tabak und Steuererhöhungen für Kaffee, verschlingt ungezählte Millionen, und es war Salz und pharmazeutische Spezialitäten im Ge- wohl nur eine Deruhigungspille für die erregten samtbettage von 358V« Millionen Franks, ins- Gemüter der Parlamentarier, wenn gerade in gesamt also Einnahmen in Höhe von 37 535 /« diesem Augenblick die Rachricht lanciert wurde, Millionen Franks, so daß also ein Einnahme- döß Abd el Krim neue Friedensfühler ausgestreckt I Überschuß von rund 296 Millionen Franks zu habe. Er denkt natürlich nicht daran, im Gegen- | verzeichnen wäre. Das T teil, Frankreich wird alle Hände voll zu tun haben, der gefährlichen Bewegung im Rif Herr zu sein, und wenn auch die Karnmer das letzte Mal eine Million von den Krediten für Marokko gestrichen hat, General P 6 t a t n wird sich bar» um nicht kümmern, er wird weiter» Opfer an Geld und Menschen verlangen. Der Finanz­weiß nicht woher. Herr Pöret hat am Samstag Minister aber soll die Mittel beschaffen und schon die ersten Aiideutungen gemacht, daß der nächste Etat ein Defizit von 2,5 Milliar­den Francs bringen werde. Das ist sehr be­scheiden gerechnet; vor allem ist aber übersehen, daß die 40 Milliarden kurzfristiger Anleihen -wie ein Felsblock auf dem Etat lasten und zu einer tötlichen Lawine werden können, in dem Augenblick, wo mit dem wetteren Absacken des _|1V ______ ... .... ,

Franken auch das Verttauen in die eigene Wäh- I Interessen Frankreichs opfern. Auch dürfe man nicht rung endgültig verloren geht, das heute, wenn vergessen, daß Frankreichs Zahlungsfähigkeit von nicht in Paris, so doch in der Provinz noch den durch Deutschland zu lei st enden Zah-

vorhanden ist. Herr Briand hat also eine Schlacht sungenbeeinflußt sein werde. Das letzte Pro- gewonnen, vom endgültigen Sieg aber ist er (,[em |e| das der Amortisation. Die Lage sei soweit entfernt wie je, uird seine Stellung ist nicht verzweifelt. Wenn die Bilanz der doppelt gefährdet, da er durch den Mißerfolg Bank von Frankreich bisweilen Beunruhi- von Genf viel von seinem Presttge verloren hat. gung Hervorrufe, so sei das vollkommen ungerecht- Die Osterruhe in Frankreich wird deshalb nur fertigt. Die Vorschüsse der Bank von Frankreich an kurze Zeit anhalten, dann geht der Ansturm auf den Staat in Höhe von 11 Milliarden Franks be- das Kabinett von neuem los. wegten sich in der gleichen Höhe wie im Vormonat,

i-Xfx «_ im übrigen würden in den kommenden Wochen be=

DCl -Dl,lunu. deutende Summen zurückgezahlt werden und Vor-

Paris, 3. April. (TA.) Wie derOKatin schüssenichtmehrin Frage kommen, lieber die mitteilt, hat Briand gestern nachmittag nicht Währung rege man sich sehr auf. Die von Neuyork nur mit dem deutschen Botschafter, sondern auch kommenden Orders lasteten schwer auf'dem Markte, mit dem englischen Botschafter Lord Crewe aber was könne man gegen das Ende des Monats über die Studienkommission des Völkerbundes I und besonders Ende eines Vierteljahrs für den 3m= verhandelt. Das Blatt glaubt zu wissen, daß port notwendig werdende Devisenbedürfnis tun. der deutsche Botschafter erklärt habe, Dr. Die Spekulation spiele nur eine ganz g e - Strefem ann wünsche genaue Angaben über ringe Rolle. Er glaube nicht, daß es nötig (em., die Zusammensetzung der Kommission und über werde, zur Inflation zu schreiten, wenn man die Stellung der deutschen Mitglieder, die an das Budget ausgleiche und eine vernünftige Amorti- den Arbeiten der Kommission teilnehmen werden. ........ ,TOM.

Deutschland wolle ferner wissen, welche Haltung I ----------------------------

Frankreich und England zur Kandidatur Spa- |oIIten bor jeder internationalen Konferenz eine niens und Brasiliens für einen Ratssitz ein- praktische Verständigung über alle Fragen her- nehmen würden, lieber diese Fragen haben stellen. Diese Methode eigne sich jedoch nicht sich, wie das Blatt mitteilt, Briand und Lord Dölkerbundverhandlungen, wo die an»

Crewe eingehend unterhalten. Die zwischen dein geschnittenen Fragen frei und offen ohne Dor- deutschen und englischen Botschafter und Bnand urten debattiert werden sollten.

eröffneten Verhandlungen über diese Fragen wer- ö[m übrigen würde ein französisch - den während der Osterfeiertage unterbrochen, englisches U e b e r e i n f o m m en ein eng- jedoch gleich nach dem Feste wieder auf genommen s i s ch - a m e r i k a n i s ch e s llebereinfom» werden. Imen ausschliehen und gerade in dieser

Französisch-englische Gegensätze S'S

in der Enlwaffnungssrage. ftienben Auffassung eine große Wesensverwandt- Sonbon, S. April. (TL, Wi' beu dipl°. d°s (Seifte« -ls auch der Snteteffen.

matrsche Korrespondent desDaily Tele­graph" berichtet, hatte Briand nach seiner Untcrre&ung mit von Hösch eine weitere Be­sprechung mit dem englischen Bot­schafter. Der Korrespondent sagt, daß diese Unterredung sich weniger mit den vorher zwi­schen Briand und dem deutschen Botschafter be­rührten Fragen beschäfttgt habe als vielmehr mit dem Programm der Cntwasf nungs- k o n f e r e n z, die am 18. Mai zusammentreten soll.

Bisher hätten Lord Cecil und Paul B o n c o u r, die Hauptdelegierien auf der Ab- rüstungskonserenz, keinerlei Aebereinstim- m u n g in den Hauptpunkten des Programms Herstellen können. Es wäre unwahrschein­lich, daß der von Lord C<cil dem englischen Kabinett eingereichte Bericht und der Sach- Verständigenausschuh eine Annäherung des Standpunttcs beider Länder bringen wer. den. In diesem Zusammenhang mußten auch die Vorschläge beachtet werden, die die ameri­kanischen Botschafter Houghton und Gib- s o n wahrscheinlich nach Europa bringen tour* den. Außerdem bestünden noch allgemeine Gegensätze zwischen England und Frankreich. In Paris habe man stets den Gedanken begünstigt, England und Frankreich

Ur. 79 Erster Blatt

Gietzeim Anzeiger