Wirtschaft.
• Deutsche Vereins bank, Frankfurt a. M. Die außerordentliche Hauptversammlung genehmigte die vorgeschlagene Aktien- kapitalerhöhing um 2,9 Mill. RM. auf 8,9 Mill. Reichsmark und anschließend den Fusionsvertrag mit der Frankfurter Dereinsbank Kornm.-Ges. auf Aktien. 3n der außerordentlichen Hauptversammlung der Frankfurter Dereinsbank Komm- Gesellschaft auf Aktien wurde die Fusion ebenfalls genehmigt, desgleichen die Lilebernahme des Bankhauses L. u. E. Wertheirnber. Die neue Gesellschaft, deren Kapital 9 Mill. RM. betrogen wird, wird in Zukunft Deutsche Dereinsbank, Komm.-Ges. auf Aktien firmieren.
* Zur Verteilung der Golddiskontbank-Anleihe. Die Deutsche Renten- banl-Kredi:anslalt «Landwirtschaftliche Zentral- baut) hat den landwirtschaftlichen Realkreditinstituten, welche die Weiterleitung der Gelder der GolddiSkontbank-Anleihe vermitteln, mitgeteilt, daß Anträge auf diese Kredite bis spätestens 30. Rovembec d. 3. eingereicht sein müssen. Landwirte und Genossenschaften, welch; für sich bzw. für ihre Einzelmitglieder aus jetzt bei einer Reihe von Realkreditinstituten nvcy zur Verfügung stehenden Mitteln der Golddiskontbank einen hypothekarischen Zwischenlredit zu erhalten wünschen, rönnen daher auf Berücksichtigung ihrer Gesuche jedenfalls nur dann rechnen, wenn die Anträge bei den zuständigen Stellen (Hypothekenbanken, öffentlich rechtlichen Kreditanstalten und öffentlichen Sparkassen) spätestens Ende des Monats eingegangen sind.
' Kapitalerhöhung beim Norddeutschen Lloyd. Eine am 1. November abgehaltcne Aussichtsratssitzung des Norddeutschen Lloyd beschloß, einer auf den 2. Dezember einzuberufenden Hauptversammlung die Erhöhung des Grundkapitals um 50 Mill. Mk. Stammaktien und 1 563 000 Mk. Vorzugsaktien auf 125 Mill. Mk. Stammaktien und 3 906 200 Mk. Vorzugsaktien und die Ermächtigung des Vorstandes und des Aufsichtsrat^ zur Durchführung der Kapitalserhöhung vorzuschlagcn. Mit dieser Kapitalserhöhung würde der Norddeutsche Lloyd das Stammkapital drs 3crhr^ 1914 wieder erreichen. Die herernkommenden Mittel sollen die für den weiteren Ausbau des älnternehmens bereit- stehenden Mittel nach Maßgabe des Bedürfnisses ersehen.
* Ermäßigung der Superphosphatpreise. Mit Wirkung ab 1. November 1926 sind die Superphosphatpreise erneut ermäßigt worden. Gegenüber dem letzten Preis beträgt die Herabsetzung 6 Pfennig für das Kiloprozent wasserlösliche Phosphorsäure. Die Zcihlungs- und Lieferungsbedingungen haben keine Aenderungen erfahren.
rankfurter Börse.
Frankfurt a. M., 2. Nov. Tendenz: Lebhaft und fest. — Hauptsächlich unter dem Eindruck der am lokalen Geldmarkt eingetretenen Erleichterung und im Hinblick auf die sich mehrenden günstigen Nachrichten wirtschaftlicher Natur eröffnete die Börse in sehr fester und lebhafter Stimmung, die für einzelne Werte einen hausseartigen Charakter trug. Die Amsatztätigkeit erreichte einen bedeutenden Umfang und umfaßte nahezu alle Marktgebiete. Mit besonderer Intensität war die Spekulation auf einige Motorenwerke, Elektro- aktien, 3.-G.-Farben und Bankaktien eingestellt, die scharf gesucht blieben und eine neue Aufwärtsbewegung zu verzeichnen hatten. Sv erreichten Ll. -G. -Farben auf verschärfte
Nachfrage einen Retordkurs von 349 Prozent, also gegenüber der gestrigen Abendnotiz einen Gewinn von über 10 Prozent. Scheideanstalt plus 2 Prozent, Goldschmidt plus 3 Prozent. Elektroaktien waren ebenfalls zum Teil wieder in den Vordergrund gerückt und erzielten Steigerung von 3 bis 4 Prozent. AEG. und Schuckert je plus 2,5, Bergmann plus 4,5, dagegen gingen Siemens 0,75 Proz. Am Montanmarkt war die Umsahtätigleit ebenfalls lebhaft. Bochumer und Klöckner je plus 1, Phönix plus 1,75, Rheinische Braunkohlen plus 3,25, Rieb eck plus 4 Proz. Deutsch-Lux waren kaum verändert. Für einige Werte dieser Gruppe, u. a. für Stahlverein, stellten sich leichte Rückgänge em. Am Bankenmarkt konnte die Mehrzahl der Werte ihre Steigerungen fort ehen. Commerz plus 2. Darnat plus 3,25, Dresdner plus 1 Proz. Motorenwerte verkehrten sehr ang regt. Kleyer plus 2, Daimler plus 3, NSU. plus 2, Hansa-Lloyd plus 1 Proz. Zellstoffaktien hatten neue Gewinne zu verzeichnen. Waldhof plus 2,5 Proz., Aschaffenburger plus 1 Proz. Scharf gesucht waren B a u a k t i e n, für die große Industrie- und Staatsaufträge stimulierten. Holzmann plus 2,5 Prozent, Wayß & Frehtag plus 1,75 Prozent, Zement Heidelberg plus 0,25 Prozent, Dyckerhoff plus 2,75 Prozent. Zuckeraktien anziehend. Badischer plus 1,5 Prozent, Heilbronn plus 3 Prozent. Schifffahrtsaktien wurden weniger beachtet und eher schwächer. Fest lagen T e x t i l w e r t e. Hammersen plus 5 Prozent. Deuts che Anleihen ruhig und wenig verändert. Ausländische Renten befestigt. 3m weiteren Verlause blieb das Geschäft lebhaft, doch begannen die Kurse, besonders bei den stark gesteigerten Werten, leicht abzubröckeln. Der Geldmarkt ist wieder leichter geworden. Tagesgelb 5,5 bis 6 Prozent, Monatsgeld 5,87 bis 7,5 Prozent, Privatdiskonten 4,62 bis 4.87 Prozent, 3ndustrieakzepte 5,25 Prozent. 3m Devisenverkehr war das Geschäft ruhig. Paris kaum verändert bei 152 gegen London, Mailand 112, Belga-Drüssel 34,80 gegen das Pfund. London-Kabel 4,8465 etwas schwächer. Die Reichsmark war gut befestigt auf 4,2040 gegen Kabel.
Berliner Börse.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 2. Nov. Der feste Verlauf des gestrigen Frankfurter Abendoerkehrs und des inoffiziellen Vormittagsgeschäftes, ferner die günstig abgestimmten Monatsberichte der Großbanken und zahlreiche anregende Einzelmeldungen privat- und volkswirtschaftlicher Art hielten das Kaufinteresse für Aktien werte wach. Die höchsten Vorbörsenkurse wurden später teilweise bedeutend überschritten. Kursbefestigungen von 3 bis 7 Prozent waren auf den im Mittelpunkt stehenden Marktgebieten keine Seltenheit. J.-G.-F neben, die einige Tage vernachlässigt blieben, zogen sprunghaft an und erreichten den Rekordkurs von 350 Prozent. Daneben wurden von der Haussebewegung Bankaktien, einige Maschinen- und Metallwerte, Bau- st o f f a k t i e n , verschiedene Spezialpapiere und auch M o n t a n o k t i e n erfaßt. Am Montan- markt stellten sich Oberbedarf, für die gestern keine Notiz zustandekam, 11 Prozent gegenüber dem letzten Kurs höher. In Schiffahrtsaktien fanden dagegen Realisationen statt, so daß Deutsch-Australier 4,5, Kosmos 5 und Hapag 2,5 Prozent verloren. Norddeutscher Lloyd waren infolge der Kapitalerhöhung mäßig höher. Am Geldmarkt stellte sich Tagesgeld auf 6 bis 7 Prozent. Monatsgeld wurde kaum umgesetzt. Im Devisenverkehr gab Mailand gegen London auf 114 nach. Paris un-
verändert. Madrid gegen London befestigt auf 32,85. Das englische Pfund stellte sich auf 4,8462 gegen Kabel; die Reichsmark auf 4,2035 erholt.
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Frankfurt a. M., 2. Nov. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 29,75 Mk.; Roggen, inländischer, 24,25 bis 24,50; Sommergerste für Brauzwecke 24,50 bis 25,50; Hafer, inländischer, 20 bis 20,75; Mais (gelb) 20 bis 20,25; Weizenmehl, inländisches (Spezial 0), 42,25 bis 43; Roggenmehl 35,25 bis 36; Weizenkleie 11 bis 11,25; Roggsnkleie 11 bis 11,25 Mk. Tendenz fest.
Frartcr Pferdemarit.
Frankfurt am Main, 1. November. Der Frankfurter Pferdemarkt, der zeitlich mit etwa vier bis fünf Märkten in der Provinz und Nachbar
städten zusammenfiel, wies mit einem Auftrieb oon 360 <5tücf nur etwa die Hälfte der üblichen Zufuhr auf. Infolge des anhaltenden Regenwetters war auch der Besuch mäßig, und der Handel entwickelte sich in den Vormittagsstunden nur langsam. Trotzdem dürfte ungefähr die Hälfte des Auftriebs den Besitzer gewechselt haben. Preise wurden diesmal nicht notiert, da der Umsatz in den einzelnen Pferdekategorien zu gering war.
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt tu M. Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.)
B a n ! n o t e n. (Ohne Gewahr.)
1. Novbr-
2 Novbr-
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Vermischtes.
25 Jahre alt — und 29 Jahre Zuchthaus.
3n Dessau hatte sich der trotz seiner 3ugend von 25 Jahren bereits mit sieben 3ähren Zuchthaus vorbestrafte Klempner Willy Panske aus Burg bei Magdeburg wegen zahlreicher Diebstähle zu verantworten, die er in den 3ahren 1925 und 1926 in Zerbst und Dessau verübt hatte. Das Gericht überführte den Täter und verurteilte ihn unter Anrechnung einer Anzahl Dorstrasen zu sechs 3ahren Zuchthaus und zehn 3ahren Ehrverlust. 3nsg«samt sind bisher gegen den 25jährigen 29 3ahre Zuchthaus verhängt worden.
Sprechstunden der Redaktion.
12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschloffen
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