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onwefende Vertreter der Feldbereinigungsbehörden überzeugten! der Platz soll daher in den nächsten Jahren eine bedeutende Erweiterung erfahren. Den­selben Mangel zeigte der Schaubudenmarkt, der ebenfalls ausgezeichnet beschickt war. Bude reihte sich hier an Bude, jedem Geschmack war Rechnung «tragen, ein Riesenehepaar, Frauen mit zwei Köpfen oder gar keinem Kopf, ein SOOjähriges Kro­kodil mit seinen Jungen, und vieles andere mehr er­regten die Aufmerksamkeit; großen Zuspruch halte wegen seiner besonderen Leistungen der Zirkus Serrani. der erstklassige zirzensische Kunst bot. Dazu kamen die vielen Buden mit Süßigkeiten aller Art, die große Anziehungskraft ausübten. Die Anmel­dungen zu dem morgen unb übermorgen ftattfin» denden Krammarkt sind zahlreicher denn je. Auch in der Stadt entwickelte sich in den Geschäften und Gast­häusern ein reges Leben. Der Markt wird am Donnerstag mit einer Verlosung beschlossen, zu der heute die besten Fohlen als erste Preise angekauft wurden. Der Schalterverkehr am h > e » sigen Postamt wurde verlängert, er fin­det jetzt vormittags von 8 bis 12 und nachmittags von 2.30 bis 6 Uhr statt. Die Maßnahme wird von allen Geschäftsleuten und auswärtigen Kunden sehr freudig begrüßt.

Slreie Schotten.

Schotten. 1. Rov. 3n dec jüngsten Kreisausschuhsihung kam die beabsich­tigte Anschaffung von Motorfeuer­spritzen zur Sprache. ES wurde bev Beschluß gefaßt, zunächst durch die Firma Magirus eine Probevorführung einer Liliput-Motorsprihe vor- nehmen zu lassen. Die Frage, ob für die vier Bezirke deS KreifeS (Schotten, Laubach. Ulrich­stein und Gedern) je eine Spritze angeschafft werden soll, rief eine lebhafte Debatte hervor Die entstehenden hohen Kosten lassen es noch fraglich erscheinen, ob die Anschaffung von vier Motorspritzen auf einmal erfolgen kann.

)( Ruppertsburg, 1. Rov. Die hie­sige ^Ortsgruppe deS O b ft' und ® art en« bauvereins, zur Zeit 44 Mitglieder zählend, hielt dieser Tage ihre erste Winterversammlung ab die sehr gut besucht war. Der Obmann sprach zunächst über daS Thema: .Wie ernährt ftch der QMnm?" Daran anschließend wurde in der Aus­sprache noch auf verschiedene Mängel beim Kratzen und Kallen der Bäume, sowie bei der Anlegung von Znsektenfanggürteln aufmerksam gemacht. Zum Schlüße kamen 22 Obstbäumchen, die der Kreis-Obst- und Gartenbauverem Schot­ten unserem Vereine kostenlos überwiesen hatte, zur Verlosung. Die Däumchen, durchweg sehr schön, stammten aus der zwischen Laubach und Gonterskirchen gelegenen, 2> > Morgen großen Baumschule des Kreises Schotten.

Kreis Alsfeld.

teet Alsfeld, 1. Ron. Ein Ereignis bedeutete für Alsfeld die gestern nachmittag im großen Saale desDeutschen Dauses" abgehaltene Mobesckau, die von hiesigen Bekleidungs- und Putzgeschaften veranstaltet wurde. Es wurden in abwechslungs­reicher Folge sowohl in Damen- wie auch in Kinder­konfektion sehr schöne Modeschöpfunaen gezeigt, die teilweise sogar besonders für die Modeschau ange« fertigt worden waren. Die Träger waren eine An­zahl anmutiger junger Damen von hier, die es ver­standen, durch graziöse Bewegungen auf der Buhne und bei ihren Besuchen im Saale die Mobesckon- heiten zur wirkungsvollen Geltung zu bringen. Um­rahmt wurde die Deranstaltung durch ein gut zu­sammengestelltes Konzertprogramm, zu dem die sehr zahlreich erschienenen Besucher der Saal war vollständig besetzt ihren Nachmittagskaffee etn- nahmen.

L Ober-Ohmen, 1. Aov. 3n unktet Gegend waren vor dem Kriege noch W e b -

stühle in Tätigkeit. Die Mechanisierung der Weberei hat dieser Hausindustrie dann abor den Todesstoß versetzt. 3n der Kriegs- und Rach­kriegszeit wurde jedoch mancher Webstuhl wieder in Betrieb genommen, denn die Stoffe aus den Webereien waren meist unerschwinglich teuer. Die selbstverfertigtcn Stoffe, besonders daS Haus­macherlernen. das sowohl zu Leibwäsche, alS auch für Bett- und Tischtücher verwandt wurde, und der Schäftig, der zu Männer- und Frauenklei­dung Verwendung fanb, zeichneten sich durch ihre Haltbarkeit aus. 3n manchen Haushaltungen frndet man diese Stoffe heute noch in größeren Mengen vor. Run ruhen die Webstühle in unserem Dorfe, nur e l n Einwohner hat seinen We b - stuhlwiederinDang gebracht. D.eser Mann hat bereits das siebzigste Lebensjahr hinter sich. Er hatte früher die Weberei und den Tuchyand^ in großem Maßstäbe betrieben und sich burty seinen Fleiß unb seine gute Ware ein ansehn­liches Vermögen erworben, so baß er mit Ruhe dem Alter entgegensehen könnt. Di? 3nf.atwn nahm ihm alles. Unb so webt nun dec alte Mann heute wieder für eint* Tuchhandlung und verdient sich dadurch etwas Geid ftir seine .ganz alten Tage." Mrt dem Rückgang der Haus'neberer nahm auch der Flachsanbon hier immer mehr ab. Heute sieht man nur selten in unserer Gegend noch ein Flachsfeld. Dagegen sind tn unserer Rachbargemeinde Groß-Eichen, wo früher die Hausweberei in großer Blüte stand, heute noch einige Webstühle im Gang e. Wie lange witd's aber dauern, bis auch diese durch den Siegeslauf bet Maschine üerbrängt sinb.

V Grebenau, 1. Rov. Unsere Landschaft ist ältester Kulturboden, der schon in vorchristlicher Zeit besiedelt wat. Die Zeugen jener Zeit liegen zahlreich auf den Abhängen unserer Berge, u. a. am Schlitzet Pfad bis hinab in den Heistergrund, an der altenFrankfurter Straße" (d. i. jener alte Höhenweg über den Windhain) zwischen Udenhausen und Schwarz, vom Talgrund der Knechtbach aufwärts bis in den ..Tannen­wald" hart links an der Straße Eulersdorf E i f aQI lSfeld und rechterhand dieser Straße nach L i n g e l b a ch zu. Es find jene flach runden, niedrigen Hügel, die nur Erdhaufen zu fein scheinen und als Hünengräber bekannt find. Wenn auch nicht gerade ein sagenhaftes Oe- schlecht von Hünen hier seine riesigen Toten be­stattete, so bergen diese Grabstätten doch mensch­liche Üeberreste aus früher, vorchrist­licher Zeit. Diese Stellen sind Friedhöfe aus heidnischer Vorzeit. Einige der Gräber sind schon früher geöffnet worden, um aus ihrem Inhalt Kunde zu schöpfen über Volkstum, Kulturstufe und Zeitalter jener Menschen. Was sie bargen, ist in den Museen zu Alsfeld und Gießen zu sehen. 3m vergangenen Sommer wurden diese Rachforschungen unter Leitung von Professor Helmke auS Gießen fortgesetzt. Wenn auch die Ausbeute an Gebrauchsgegenständen gering war, so dürften doch aus der Art der Anlagen wichtige Schlüsse gezogen werden können. So wurde in einem ausgedehnten Grabhügc oberhalb Eulers­dorfs zunächst eine beträchtliche Menge Holz­asche (wohl die Lieberreste deL Toten- oder Opfer­feuers), dann eine Füllschicht von Feldsteinen (Sandsteinbrocken) und als einziger Lieberrest der Totenbestattung eine Dronzenadel (Gewandnadel) gefunden. Letztere wurde unseres Wissens inS Alsfelder Museum gebracht. Die Leiche selbst war vollständig vermodert, denn es wurde auch nicht die geringste Spur von Knochenresten angetroffen. Es verlautet nunmehr, daß die Ausgrabun­gen rm kommenden Sommer fortgesetzt wer­den sollen. Vielleicht sind dann ausgiebigere Funde zu erwarten, die im Verein mit früher gemachten vollständige Kunde geben vom Leben

unb Sterben der nachweißlich ersten Bewohner unseres Tales.

ft. A u . dem S e e n t a 1, 1. Nov. Der Seen- dach in der Flen junger Gemarkung wurde reguliert. Hierdurch wurde einem schweren Uebelstandabgeholsen.da in feuchten Iah. ren die Wiesen zwischen Stockhausen und Flen­sungen einen großen See bildeten, der den Boden vollständig ruinierte, so daß auf diesen sonst so guten Wiesen das schlechteste Heu geerntet wurde. Außerdem wurde durch die Regulierung viel Land gewonnen, da sämtliche Krümmungen des Baches in der Gemarkung Flensungen nun ver­schwunden sind. Der Wiesengrund bietet jetzt einen ganz anderen Anblick wie in früheren Jahren. Da der Lauf des Backes oberhalb Seenbrücke nach Freienseen zu schon vor einigen Jahren regu­liert wurde, fehlt jetzt nur noch das Zwischen- stück, das den Gemarkungen Lardenbach, Stockdaufen und Stockhäuser Hof gehört. Hier wäre Die Regulierung am nötigsten, da die Versumpfung der angrenzenden Wiesen schon recht weit fortgeschritten ist.

L Aus bem Vogelsberg, 1. Rov. Ein bebauerliches Zeichen bet Zeit ist der an« öauernbcRückgang bet Schafzucht, bet sich in unserem Gebirge in hohem Maße be­merkbar macht. 3n dielen Orten, in denen in der Kriegs- und Rachkriegszeit noch ansehnliche Schas- herden gehalten wurden, find diese fetzt abge­schafft; in anderen trägt man sich mit bem Ge­danken. die Schafzucht letzt aufzugeben. Früher hatte man allgemein die Gemeinbeschäsereien, b. h. der Schäfer war Angestellter der Gemeinde und die Schafe we'deten auf Gemeindeland unb nach der Ernte auf dem Privatland. Heute wandelt man häufig die Gema: ndefchäfereien in Gesell­schaftsschäfereien um. Die Folge davon sind Strei­tigkeiten unb Scherereien, bi ble Landwirte, die keine Schafe besitzen, bas Beweiben ihrer ®rtmb- ftüdc verbieten. Der Schluß ist bann meistens die Auflösung der Schäfere':. Sehr oft fehlt es aber I auch an tüchtigen Schäfern. Dieses QTbfterben der | Schafzucht ist besonders bedauerlich für unser Gebirge, wo es gewiß nicht art Weideflächen fehlt.

Kreis Lauterbach.

d Lauterbach, 1. Rov. Die Ortsgruppe Lauterbach der Deutschen Bolkspartei hielt in dem Lokale des Gastwirts Keuher eine Versammlung ab, in welcher der Geschäftsführer Weißer (Gießen) über die politische Lage in He'sen referierte unb einen Bericht über ben Reichsparteitag der Deutschen Vollspartei am 2 und 3. Oktober in Köln erstattete. Der Vor­tragende besprach die burd) die Annahme des Qlntrags auf Volksentscheid für den Dolksstaat Hessen geschaffenen Verhältnifse und wieS auf den Steuerdruck hin, der auf allen Berufs­ständen lastet. Die Deutsche Bollspartei fordere Abbau der höheren Deamtenstellen. Der Redner ermahnte die Mitglieder, am 5. Dezember für die Auflösung des Landtags zu stimmen. Lieber den Parteitag in Köln sprach der Redner in längeren Ausführungen. Die Veranstaltung in Köln sei eine mächtige Kundgebung für bas Deutschtum gewesen unb habe bei den Teilnehmern einen tiefen Eindruck hinterlassen. Der Vortrag Wurde mit großem Beifall ausgenommen. Eine Aus­sprache fand nicht statt.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

kz. Wetzlar, 1. Rov. Der als Auto- und Llmgehungsstrahe ausgebaute P h i l o - fophenweg hat nicht nur große Verkeh rs- erleichterung geschaffen, sondern auch ein

neue- Baugelände erschlossen. An I':r großen, auf die Höhe führenden Kurve des Weges ist bereits ein stattlicher Reubau bn Eatsteycn. dem noch weitere folgen werben. Degen seiner geschützten Lage ist dieses Gelände für Wohnzwecke sehr gesucht.

<> Münchholzhausen. 1. Nov. In der Nacht vom Sonntag auf Montag kam es zwischen hiesigen Burschen auf der Ortsstraße zu einer Schlägerei, wobei ein Bursche einen R e - ü o l d e r zog und einem anderen einen Schuß in den Unterleib beibrachte. Der Schwer- verletzte mußte noch in der Nacht im Sanität»- auto in die Klinik nach Gießen verbracht werden. Wie verlautet, besteht Lebensgefahr. Ein wei­terer Bursche erhielt einen Schuß in den Arm. Der Täter wurde heute nachmittag durch einen Landjäger v e r h a stet und in das Amtsgerichts- gefängnis nach Wetzlar eingeliefert.

Kreis Westerburg.

* ©öfterbürg, 1. Nov. Regierungsrat Schunk von der Regierung in Koblenz wurde zum k o m miss arischen Landrat des Kreises Westerburg ernannt.

00 Westerburg, 1. Nov Bei den 0c fcllenprütngcn der Schuhmacher- Zwangsinnung des Kreises Westerburg be- standen 4 Lehrlinge, zwei mit der Note . Sehr gut" im Praktischen, zwei mit derNoteGut". End-' voriger Woche fand in einem Teil der ehemals graf- lieben Jagd eine Treibjagd statt. Obwohl sich etliche 20 Jäger, meist aus Solingen, cinfanbcn der jetzige Pächter ist Herr D i e d e r i ch s'So­lingen wurden nur 9 Hasen zur Strecke ge­bracht.

Amtsgericht Gießen.

Gießen, 26. Okt. Im Sommer d. I. waren mehrere Geschäftsleute zusammengekommen, um sich über die Vergebung von Arbeiten bei einem Laden­umbau zu besprechen und sich über die hierfür zu fordernden Preise zu verständigen. Einer von ihnen nahm die Arbeiten für sich in Anspruch und ver­langte von den anderen, daß diese ihre Preise bem» entsvrechenb höher ansetzen sollten. Es konnte keine Einigung unter ihnen erzielt werben, ber eine warf vielmehr einem ber Anwesenbcn vor, er habe sich bei einer früheren Arbeitsvergebung nicht ben Ber abrebungen entsprechen!) benommen, jonbern anbere Preise verlangt, als ursprünglich verabredet worben sei. Schließlich kam es so weit, daß einer den andern Lump",Schuft" unbniederträchtigen und ge­meinen Menschen" nannte. Der Beleidigte erhob hierauf Privatklage, die heute dahin verglichen wurde, daß der Beleidiger seine Aeuherungen mit Bedauern zurücknahm und sich zur Zahlung einer Buße von 25 Mark an das Evangelische Schwesternhaus dahier und zur Tragung der Kosten des Verfahrens verpflichtete.

Rundfunk-Programm

deS frankfurter Senders.

(Aus der .Radio-Umschau".)

Mittwoch, 3. November:

3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters. Ballerinne­rungen (Alte Tänze). 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Bücher­stunde. 6.30 bis 7 Uhr:Altdeutsche Tafelmalerei HI", Vortrag von Dr. Götz, Assistent am Städelschen Kunstinstitut. 7 bis 7.30 Uhr:Frauenschicksal und Verlauf der Menschheitsentwicklung", Vortrag von Dr. Lilli Nölting. 7.30 bis 8 Uhr: Die Schach­stunde. 8.15 bis 9.15 Uhr: Uebertragung von Kassel: Opern- und Arien-Abend. 9.15 Uhr: Dramatischer Abend.

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Harbach, den 1. November 1926.

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