Ausgabe 
2.9.1926
 
Einzelbild herunterladen

füfrrung von Veranstaltungen bei Beachtung der Mitteilungen des 2Inrte6 nichts im Wege steht.

" Dte staatliche Preisprüfungs­stelle für Oberhessen aufgehoben. Das hessische Ministerium des Innern gibt be­kannt: Rachdem durch Reichsgesetz vom 19. Iuli 1926 die Verordnung über die Preisprüfungs­stellen mit sofortiger Wirkung aufgehoben wor­den ist, wird hiermit auch die staatliche Preis- Prüfungsstelle für die oberhessischen Kreise in Gießen aufgehoben.

** Anlagenkvnzert findet morgen. Frei­tag, nachmittags 5 Llhr in der Süd-Anlage statt. Die Musikfolge ist: 1. Armeemarsch II, Ar.207, Vombardvnmarsch aus der Oper: .Das goldene Kreuz", I. Brüll. 2. Ouvertüre zur Oper: Orpheus in der Unterwelt", I. Offenbach. 3. ^omm Zinganv", Lied aus der Operette:Gräfin Mariza", E. Kalman. 4. Fantasie aus der Operette:Der fidele Dauer", L. Fall. 5. Armee­marsch II. Ar. 212, König Karl-Marsch, L. Anrath.

Strahensperre. Zur Vornahme von Walzarbeiten ist die obere Kaiserallee zwischen Alter Rödger Weg und der Verbin- dungsstrahe zum Sportplatz der Spielvereinigung 1900 seit gestern bis auf weiteres für jeglichen Fährverkehr gesperrt.

" Städtische Frühbirnen-Ver- steigcrung. Gestern fand die Versteigerung der Frühbirnenecnte auf den städtischen Bäumen statt. Die Ernte ist im allgemeinen mittelmäßig, nur stellenweise gut ausgefallen. Der Kreis der Bieler war sehr gering, infolgedessen blieben auch die Gebote niedrig. Im Durchschnitt kam der Zentner auf etwa 3 Mark. Da dieses Ge­bot der Taxe entspricht, wurde der Zuschlag erteilt.

O Dors icht beim Aeberqueren der Fahrdämme! Gestern vormittag wollte eine Daine in der Aeuen Baue den Fahrdamm über­schreiten. Anscheinend hatte sie den dort herrschen­den Verkehr nicht genügend beachtet, denn sie kam einem Radfahrer so in den Weg, daft der Zusammenprall nicht mehr zu vermeiden war. Beide kamen zu Fall, glücklicherweise ohne Scha­den zu nehmen. Aach Berichten von Augen­zeugen soll den Radler keine Schuld treffen. Fuft- gänger und Fahrende mögen in den belebten Straften der Innenstadt vorsichtig sein und aufeinander die gebotene Rücksicht nehmen, dann werden Anglücksfälle wohl zu den Selten­heiten gehören.

** Gemeine Patrone. Gestern nachmittag gegen 4j Uhr wurde eine Dame, die sich auf dem Wege nach Annerod befand, im Walde in der Nähe der siebenten Schneise von einem Menschen in schamloser Weise belästigt. Die Frau ergriff die Flucht nach Annerod zu und entkam dem Wüstling glücklich. Erst kürzlich wurde in der Stadt ein an­derer, gleich übler Geselle festgenommen, der sich gemeine Handlungen gegenüber Kindern hatte zu schulden kommen lassen. Gegen diesen Menschen ist ein Strafverfahren anhäirgig. Man muß immer wieder betonen, daß das Publikum sich vor solchen üblen Zeitgenossen am besten dadurch schützen kann, daß es alle Möglichkeiten zur sofortigen Dingfest- machung ausnutzt. Handfeste Männer mögen in solchem Falle nur beherzt zugreifen.

'* Eine Polizeistreife wurde gcftern früh gegen 5 Ahr in den Strohschobern in der Aähe der Stadt vorgenommen. Hierbei wurden verschiedene Obdachlose aufgegriffen, die sich schon seit einiger Zeit hier Herumtreiben. Ver- bxiftungen wurden nicht vorgenommen.

"* Personalien. In den Ruhestand versetzt wurden: der Lehrer Peter Henrich in Borsdorf (Kreis Büdingen), mit Wirkung oom 1. Oktober ab, sowie die Lehrer im einstweiligen Ruhestand Karl L c n z zu Langenbergheim (Kreis Büdingen) und Karl Rahn zu Kirch-Göns (Kreis Friedberg).

Preisabbau bei her preußischen Polizei. Da häufig für geringfügige lieber- tretungen, z. P. das Briahren des Bürgersteigs mit Handwagen usw., verhältnismäftig hohe Stra­fen, wie 20 bis 30 Mark und höher festgesetzt werden, hat der prcuftische Minister des Innern, wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, unter Hinweis darauf, daß früher für derartige Aebertretungen Strafen bis 5 Mark die Regel bildeten und auch jetzt in Anbetracht der ver­schlechterten Einkommensverhältnisse im allge­meinen noch als ausreichend gelten können, in einem Runderlaft die preußischen Ortspolizei­behörden ersucht, sich bei der Festsetzung der Strafen in angemessenen Grenzen zu halten, so­fern nicht von der Strafverfolgung überhaupt abzusehen sein wird.

" Die Umlage der Landwirt­schaftskammer ist für bas Iahr 1926 in Höhe von 4,7 Pfennig auf je 100 Mk. des der Umlage unterliegenden Vermögens festgesetzt worden. Der Höchstwert eines Grundstückes, der für die Erhebung der Umlage in Frage kommen soll, darf 1 Mk. für den Quadratmeter Grund­besitz nicht übersteigen.

Aot Helfer-Ausweise hüten. Man teilt uns mit: Es ist in letzter Zeit wiederholt vorgekominen, dah unberechtigte Personen Aothelser-Ausweise cingezogen haben. Da eine allgemeine Einziehung der Aothelfer- ausweise gegenwärtig überhaupt nicht vorgenom­men wird, lann es sich nur um Schwindler handeln, die es auf die Schädigung der be­treffenden Aothelfer ober der Technischen Aot- hilfe abgesehen haben. Die Aothelferschast wird daher gewarnt.

Amtsgericht Gießen.

* Rieften, 30. Aug. Ein Bildhauer K. aus der Nähe von Gießen erstattete im Aovember 1924 bei der Pcklizri Anzeige, ein Maurer St. habe ihm auf einer Baustelle Werkzeuge ge­stohlen. Die angestellte Antersuchung ergab, öaft St. zu Anrecht verdächtigt worden war, alle vernommenen Zeugen erklärten, St. habe mit der ganzen Sache überhaupt nichts zu tun. Das Ver­fahren wurde daraufhin eingestellt und dies dem K. auch mitgeteilt. Trotzdem erzählte er im März auf einer Baustelle in Wölfersheim, ihm sei ein­mal eine Werkzeugkiste aufgebrochen und Eisen herausgeholt worden. Das habe kein anderer ge­tan als der St., und der habe auch noch Bürger­meister werden wollen. St. hat deswegen gegen K. die Beleidigungsklage erhoben. K. gibt zu, diese Oleufterung getan zu haben, und will die früheren Zeugen, die in der Strafsache gegen St. schon einmal vernommen worden sind, noch­mals vernommen haben. Das Gericht lehnt dies jedoch ab, weil alle Zeugen schon früher zu­gunsten von St. ausgesagt haben, und verurteilt den K. zu einer Geldstrafe von 30 Mark. Außerdem wird dem St. die Publikationsbefug­nis bzgl. des Arieils auf Kosten des K. zu- gesprochen.

* Gießen, 31. August. Zwei Nachbarn B. und St. in Heuchelheim leben miteinander in Unfrieden. B., der mit Lumpen und Altsachen handelt, behauptet nun, Frau St. habe ihn vor einiger Zeit einenschlechten Lumpensammler" ge­nannt und ihm zugerufen, seitdem er das Geschäft betreibe, sei nichts als Schweinerei da. Frau St. bestreitet dies und gibt an, sie habe ihrem Hund, der damals auf dem Hofe an ihr vorbei auf die Straße gelaufen sei, zugerufen:Du schlechter Lumpenhund" und ihren Nachbar B. überhaupt aar nicht gesehen. Ein Zeuge, der damals zufällig oei B. gewesen ist, kann auch keine genauen An­gaben machen. Es sei schon dunkel gewesen, und er habe plötzlich eine Person, die er an der Stimme

als die Frau St. erkannt habe, iraend etwas murmeln hören, das wie .Lumpenhund" oder Lumpensammler" geklungen habe. Bestimm­teres tonne er nicht sagen. Ob ein Hund auf die Straße gelaufen sei, wisse er auch nicht. Da vorher zwischen B. und Frau St. in seiner Gegen­wart nichts vorgefallen sei, habe er die Aeußerung der Frau St. nicht auf den 'S. bezogen. Das Gericht hielt es an sich bei der zwischen den Parteien bc stehenden Feindschaft nicht für ausgeschlossen, daß der AusdruckLumpenhund" oderLumpensamm­ler" dem B. gegolten hat, zumal dieser mit Lumpen handelt, allein es wäre immerhin möglich, daß die St. damit ihren Hund gemeint haben könnte. Es mußte daher im Zweifel zu ihren Gunsten entschie- den und sie mangels ausreichenden Be­weises freigesprochen werden.

Berichtssaal.

Die Todesfahrt des Reklamechefs der Firma Opel.

WSN. Darmstadt, 1. Sept. Am 8. April dieses Jahres befand sich der Reklamechef der Firma Opel, August Müller, mit dem Motorrad auf der Heimfahrt von Frankfurt nach Rüsselsheim. Zwei Apfelsinenhändler, Dusch und Heuser aus Schwanheim, begegneten ihm auf der Landstraße mit ihrem Fuhrwerk. Da der Wagen nur eine ver­rußte Laterne anhängen hatte bemerkte Müller, der in ziemlich raschem Tempo fuhr, das Fuhrwerk nicht und fuhr in dieses hinein. Die Deichsel drang tief in den Körper des Unglücklichen am Schlüssel­bein hinein, durchbohrte die Lunge und zertrüm­merte den Brustkorb. Man bettete den Verunglückten nahe des Banketts und fuhr ihn bann, der am Verbluten war, mit dem Auto nach Hause. In An­betracht dessen, daß die beiden Händler nur eine verrußte Laterne am Wagen hatten, die Müller nicht bemerken konnte, verurteilte das Gericht die Angeklagten 511 4 Monaten Gefängnis. Der Umstand, daß Müller zu schnell gefahren war, wurde im Strafmaß berücksichtigt. Der Staats­anwalt hatte ein Jahr beantragt.

Gefängnis für eine fahrlässige Autofahrerin.

WER. Frankfurt a. M., 1. Sept. Im Iuli 1925 wurde ein junges Mädchen von einem Auto angefahren, dessen Lenkerin eine Frau Hella R a p 0 11 aus Wiesbaden war Das Mädchen wurde von dem im rasenden Tempo die Eschenheimer Landstrafte herunterkommenden Auto erscrftt, als es aus der Miquelallee her­ausfahren wollte. Bald darauf starb das Mäd­chen. Die Obduktion ergab, daft der Tod auf Tuberkulose zurückzuführen war, daft aber die Verletzungen Schuld an dem Tode hatten. Der Einzelrichter verurteilte die Angeklagte zu einem Mona t Gefängnis wegen grober Fahrlässigkeit: betont wurde aber, daft der Tod der Verletzten nicht allein auf die Folgen des Zusammenstoftes zurückzuführen gewesen sei.

Hypotheken ?ür den Klein­wohnungsbau.

Frankfurt a. M., l.Sept. (WER.) Die in der Gemeinschaftsgruppe Deutscher Hypotheken­banken vereinigten Banken, darunter auch die Frankfurter Pfandbriefbank, haben sich, um den

1 nJDD6nung£bau durch Hingabe mög- lichst billiger langfristiger Hypo- t per engelder zu fördern, entschlossen, zu­nächst 10 Millionen Mark zur Verfügung zu stellen unter der Bedingung, daß die 10 Mill. -^arf ausschließlich zur Beleihung geeigneter Kleinwohnungsbauten unter Bürgschaft öer Kommunen, denen diese Bauten zugute kommen, verwendet werden. Ferner sind die Hypotheken mit 8 Prozent jährlich zu verzinsen und seitens der Darlehnsnehmer fünf Iahre un- rundbar. Die Tilgung beträgt 1 Prozent jähr­

lich und muß spätestens nach fünf Iabren ein­setzen. Die Au-zahlung der Darlehen erfolgt zum RettokurS von 96 Prozent. Einige Kommunen, darunter Frankfurt, haben bereits von diesem Angebot Gebrauch gemacht.

Hessen in Berlin.

In Berlin bat sich eine Hess en-Ver- einigung gebildet, die die zahlreichen in Ber­lin und Amgegcnd ansässigen Hessen in zwang­losen und regelmäßigen Zusammenkünften ein­ander näherbringen und die Liebe zur Heimat pflegen will. In der am 10. August stattgehabten, von Ministerialrat Prof. Maurer geleircten Gründungsversammlung überbrachte Schauspieler Göbel vom Hessischen Landestheater u. a. Grüfte von Biench-n-Bimmbernell uird trug deren neuestes GedichtKinstliche 5tinner vor. Es gab viel Wiederiehensfreude zwischen Landsleuten, die sich zum Teil seit Iahren nicht gesehen hatten, obgleich sie in der Riesenstadt dicht bei­einander wohnten, ohne davon zu wissen. Man kann es nur begrüßen, daft endlich ein verbin­dendes Glied geschaffen ist, welches die vom Schicksal nach der Reichshauptstadt geführten Hessen zusammenhalten und dafür sorgen will, daft sie ihrer schönen Heimat und hessischer Art nicht allzu rasch entfr eintet werden

Die Hessen-Vereinigung ist bestrebt, alle hessischen Landeskinder in Berlin ohne Anter- schicd au umfassen, und bittet deshalb die­jenigen unserer Leser, welche Bekannte oder An­gehörige in Berlin haben, diese von der Grün­dung der Vereinigung zu benachrichtigen und sie zu veranlassen, ihre Adresse an Ministerialamt- mann Kriegbaum- Derlin-Halensee, Iohann- Georgstrafte 12, mitzuteilen. Sie werden dann regelmäßig Einladungen zu den Hessen-Abenden erhalten

Aus dcv! Amtsverkündigunflsblatt.

** Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 70 vom 31. August enthält: Maul- u. Klauen­seuche in Gießen. Hauptkörung 1926. Feld­bereinigung Rieder-Befsingen. Verlorener Po­lizeiausweis.

Sprechstunden der Redaktion.

12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschloßen.

Für unverlangt elngefandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen.

Anzeigenausträge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten.

iiwn 1 iim 111 iim 11 mui iikiiii mi 11111mwiwf1

macht das Wasser des täglichen Bades, der Waschungen und Abreibungen zum natürlichen Hell- und Schönheitsmittel. Durch den Zusatz von Kaiscr-Borax wird das Wasser weich, relnl« gungskräftig und antiseptisch und gewinnt wun­dervoll belebende Wirkung auf die Hauttätig­keit Verstärkte Hautatmung und raschere Blut­zirkulation heben Wohlbefinden und Leistungs­fähigkeit und so ist die Körperpflege mit Kaiser- Borax der natlMlichsie Weg zu Gesundheit und Schönheit.

Kaiser-Borax wird niemals lose, sondern nur in der bekannten roten Original-Packung geliefert, welche für die Reinheit der Ware garantiert. Ausführliche Gebrauchsanweisung liegt jedem Karton bei.

Heinrich Mack Nachf., Ulm a. D.

Seifenflocken

SEI FEN FLOCKEN

f Verkäufe |

Ein Wurf schöne

Ferkel (9 Wochen altv zu verkaufen. °*°19

Annerod, Ttefenweg 8.

Neue Mine

mit Zubehör billig abzugeben. Zu er- fragen L d. Geschäfts- stelle d. G. Anz. 06016

Kontrolltajfe (Schreibkasse, noch neu», btO.au nett 06033 LöberS Hof 7 IL

Sritileüe Ä verkaufen. 06028

Wolfstraße 4 p. [ Kaufgesuche Gebrauchtes, gut er- batteneß, schweres

Motorrad

Viertakt, geg. Kasse zu kaufen gesucht. Schr. Ang. u. 7079D an den Gieß. Anz.

aiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiD ÄlbjMftt sucht Landanweien, 5 bl- li Zimmer, eicht. Licht. Wasserltg., mit direkt am Haufe lieg. 6 12 Morgen Land. Schr. Ang. tu F. T. 8956 (7082Ai an den Gtek Anzeiger. wiimiiiniiiflnHiiiiiiiiiiiiD

Altes Blei ßleiribren usw. kauft Brühl'sche Druckerei Schoutratte 7- 9 >

WWlk

Barnen- find Herren- irisiersalon

Ondulieren Maniküren Bubikopf­schneiden

Aufmerksame und gute Bedienung!

6918V

Hans Götz

Asterweg 1

£ebensversidf-Lerung Q~S'.

«u-

J. Vogt, Bezirksleiter, Gießen Riegelpfad 26 226D

Umtausch alter

Reiwtileo* (Di* auf Weitere*)

Sigen die wunderbaren neuen lutarte - Diamon - Klingen end Kwe-tie- Nähere« d. WJLCUTO- WERK, SOLINGEN. Die grille Spezialfabrik der Welt für hohl- geeohilflMicRMierwpparati

Torfstreu Torfmull

ab Lager und waggonweise liefern [5099D

Gebr. Kahl. Tel. 87.