Sparkassen- und Giroverband am 2. Juli eine Sammelablösungsanleihe beschlossen, deren Durchführung sich so gestalten wird, daß jede an der Sammelablösungsanleihe sich beteiligende Gemeinde einen Darlehnsvertrag mit der Zentralstelle schließt. Das Darlehn wird in Stücken der Einheitsanleihe (zwecks Weitergabe an den Gläubiger) hingegeben: die Tilgung findet durch Barzahlung in Höhe der fälligen Jahresraten statt. Einer besonderen Genehmigung durch die zuständige Beschlußbehörde der Schuldnergemeinde werden diese Darlehnsverträge nicht bedürfen, da es sich bei der Sammelablösung nicht um eine Vermehrung des Schuldenbestandes der Einzelgemeinde handelt. Damit, daß die Einzel- gemeinde gegenüber der Zentralstelle verpflichtet wird, tritt gleichzeitig eine Entlastung von der aus dem Ablösungsgeseh sich ergebenden Verpflichtung gegenüber den eigenen Gläubigern in vollem Ilmfang ein. Die Verhandlungen über den Vertragsabschluß werden im Einzelfalle durch Vermittlung derjenigen zuständigen örtlichen Girozentralen geführt werden, durch bereit Bücher auch die jährlich fälligen Zahlungen laufen. Die Girozentralen und Landesbanken werden für die sich hieraus ergebende Arbeit aus den an die Zentralstelle abzuführenden laufenden Verwal- tungskostenbeiträgen entschädigt werden. Die Höhe der Verwaltungskostenbeiträge wird auf ein Minimum bemessen werden: vorläufig ist der Sah von 0.2 Proz. des Nennwertes der Ablösungsschuld in Aussicht genommen, dadurch sollen sämtliche laufende Unkosten wie Verlosung. Bekanntmachung der verlosten Stücke. Einlösungsprovision der Banken usw. abgegolten sein. Es ist nicht zweifelhaft, daß die Kosten der Gemeinden bei selbständiger Durchführung der Ablösung wesentlich höher sein würden.
* Der Großhandels-Index i n der abgelaufenen Woche. Der Großhandels- Inder der I. und H. erfuhr in der Woche vom 24. bis 30. Juli eine Steigerung von 130,13 auf 131,64, also um 1.2 Proz. Sämtliche Gruppen weisen nicht unbeträchtliche Steigerungen auf. Am meisten stieg die Gruppenziffer für Fleisch-Fisch, und zwar um 4.1 Proz.. die übrigen Gruppenziffern stiegen wie folgt: Kohle-Eisen um 0.5. Textilien um 0,5, Häute, Felle um 0,9, Getreide- Mehl um 0,6 Proz.
- Die Reichsindexziffer für die Lebe n shalt ungsko st en im Juli 1 9 2 6. Die Äeichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung. Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und „Sonstiger Bedarf") beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichs- amts für den Durchschnitt des Monats Juli auf 142,4 gegen 140,5 im Vormonat. Sie hat sich sonach um 1,4 v. H. erhöht. Gestiegen sind vor allem die Ausgaben für die Ernährung und für die Wohnung. Innerhalb der Ernährungsausgaben haben die Gemüsepreise erheblich nachgegeben. die Kartoffelpreise hingegen stark angezogen. auch die Preise für Brot und Mehl, sowie für Milch und Milcherzeugnisse sind gestiegen.
* Japanische Stahlkäufe in Deut > ch- l o n d. Aus Tokio wird gemeldet, daß das japanische Ministerium für Industrie den japanischen großen Industrie-Gesellschaften erlaubt hat, in Deutschland Stahl für japanische Stahl-Produkte anzukaufen. Nach einer Meldung des japanischen Blattes „Hozi" werden diese Käufe sich auf. über 5 Mill. Yen belaufen. Das Auftreten des deutschen Stahls auf dem Markte des fernen Ostens wird die Nachfrage nach amerikanischem Stahl stark vermindern, der bis jetzt für viele Millionen Yen in Amerika gekauft wurde.
Berliner Börse.
Berlin, 2. Aug. In der neuen Woche fand die Börse günstige Voraussetzungen für eine feste Tendenzgestaltung vor. Die Dis- konterhöhung der Dank von Frankreich und die '^Annahme der Finanzproielte durch die fran- ^-zösische Kammer führte zu einer Besserung des französischen Frankens um 10 Punkte. Außerdem lagen vom deutschen Eisen- und Kohlen markt sowie aus der Maschine nindu st rie günstige Berichte vor, deren Wirrung auf die Tendenz noch durch die Auslassungen in den Monatsberichten der Großbanken verstärkt wurde. In diesen stellen die Banken eine allgemeine Besserung der deutschen Wirtschaftslage fest, die eine Bestätigung in dem weiteren Rückgang der Konkurs- und Arbeilslosenziffern findet. An den Terminmärkten fanden nach der
glatten Abwickelung des Ultimos bedeutende Engagements der Spekulation statt. Montan«, Elektro- und Schiffahrtsaktien hatten Kurssteigerungen von 3 bis 5 Prozent aufzuweisen. Auch Bankaktien fanden unter dem günstigen Eindruck der Zweimonatsbilanzen gute Beachtung. Im Devisenverkehr besserte sich Paris gegen London auf 190. Die Umsätze waren allerdings gering, da heute in London Feiertag ist. Am Geldmarkt sind kurzfristige Mittel noch etwas angespannt. Tagesgeld stellte sich auf 5,5 bis 6,5 Prozent. Monatsgeld war zu gleichen Sähen zu hören.
Börsenkurse.
Frankfurt a.M.
Berlin
Schlug-
1-Uhr-
Schluß.
Anfang
flurs
Kur»
Kur»
aurs
Darum:
30.7. |
2. 8.
30. 7.
2. 8.
5% Deutsche Rcichsanlethe
0.4975
0.500
0.50
0,4925
4% Deutsche Rcichsanleihe •
—
—
0,4575
0,4775
37,% Deutsche Reichsauleihe
0.475
—
0.46
0,4625
3% Deutsche AeichSanlclhe .
0.52
—
0.52
0.54
Deutsche Svarprämicnanleihe 4% Preußische Kontols • . •
0.27
—-
0,2725
—
0.47
—
0.4625
0,46
4% Hessen..... •
0,45
—
—
——
3%% Hessen.........
3% Hessen...........
Deutsche Werrb. Dollar-Anl.
0,43
_
0,445 0.44
—
96
—
98
—
dto- Doll-Schau-Anweilug.*!
—
—
—
—
4% Zolltürlen.........
13.5
13,5
13,5
—
5% Goldmerikaner ... ■
44,5
—
43,5
—
Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- and Prival-Bank
186
—
>85'
187’
V>V
139*
137.5*
138'
Tarmst. und Naiionalbank -
187-
187*
187’
187,5'
Deutsche Baut........
170.9'
—
170*
172.5*
Deutsche Bereinsbank • • . •
90.5
—
—
—
Disconto Commandir . .
156.5’
160.5’
156,5'
160,5*
Metallbanl.........
125
—
—
—
Mitteldeutsche Kreditbank . .
127
—
127’
—
Ocsterreickische Creditanstalt.
Weltbank ........
< -
—
7.4
7.5
—
—
—
—
Bochumer Guß - .......
144'
145,9*
144.6’
146.7’
Buderuö • ........
93,4
95
94.75
95,75*
Caro .......... .
78,5
—
79,75*
83
Deutsch-Luxemburg......
Gelsenkirchener Bergwerke. .
148,5* 169'
150'
172’
141.1*
169,7*
152' 172’
Harpener Bergbau......
154,7*
158.5'
154.9’
157.9*
Kaliwerke Aschersleben....
137*
138'
137'
139,5'
Kaliwerk Westeregeln. . . « <
148
148.1*
147,75
149-
Laurahütke......«...
59,25
59.75
58,9
60
Oberbedars...........
69
76*
69,75
71.75'
Pbönir Bergbau .......
>19-
—
118,9’
120*
Ryeinitahl...........
Nicbcck Montan - .......
140.5
145'
140,9'
144,9*
147
149
116.7-
147.75
Tellus Bergbau. ......
71
—
—
Hamburg-Amerika Paket. . .
Norddeutscher Llovo • ...
152
148*
157'
151*
151,7* 148'
156,5*
151,7’
Cheramische Werke Albin . .
50
—
—
—
Zementwerk Heidelberg . .
110
101.5
—
—
Philipp Holzmann......
85
86,25
85,4
—-
Anglo-Cont.-Guano.....
—
—
82
—
Chemische Mayer Alapin . .
—
—
—
I. G. Farbenindustrie, A.-G. Goldschmidt.........
253.5'
.-59,5*
255.7'
259,9'
93
—
94.9
97
Holzverkohlung........
48
47,5
—
-
Rütgerswerkc........
109
—
109,9
Scheideanstalt ........
140
144.75
—
—
Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft
142.2-
146*
141,7*
145,2'
Bergmann .........
133*
134*
132’
137'
Mainkraftwerkc........
3 98
—
—
—
Schlickert...........
125,2
—
125.9*
128,9*
Siemens 4 HalSkr ......
169.5-
171'
169'
175,5*
Adlcrivcrke Klcyer......
79.5
81
79
79,75
Daimler Motoren. ......
86.75
88
87.5
89
öevligenstaedi - • ......
Meguiu............
24
—
—
—
43,75
—
43,5
—
Motorenwerke Mannheim
—
—
34,5
—
Frankfurter Annaluren . . .
15
—
—
—
Konservenfabrik Braun . .
37,25
—
—
—
Metallgescttlchaft Frankfurt.
Pct. Union A.-G......
135.5
83,75
139
85
—
«Schuhfabrik Herz......
38
—
—
—
Sichel..............
3,15
—
3,5
—
^ellstmi Waldhoi......
158
156,5
157.75
159
Zuckerfabrik Frankenthal . .
Zuckerfabrik Waghäusel . . .
68,5
—-
67,75
—-
81
85,25
80,75
—
frankfurter Börse.
Frankfurt a. M., 2. August. Tendenz: fest. Die Börse eröffnete die erste Augustwoche infolge der glatten Tleberwindung des Ultimo in vertrauensvoller (Stimmung, nachdem vorbörslich eine gewisse Unsicherheit wegen der im Ruhrgebiet erhobenen neuen Lohnforderungen der Bergarbeiter bestand. Die Unternehmungslust hat gegen die Vorwoche etwas zugenommen. Aus allen Aktienmärkten war eine f e st e Haltung zu beobachten. Bevorzugt waren wieder Spezialwerte des Montan-, Elektro-, Farben- und O e l m a r k t e s. Die Kurssteigerungen betrugen im allgemeinen 2 bis 5 Prozent. Ein Teil dieser Erhöhungen wurde allerdings bereits am Samstag im Verkehr von Bureau zu Bureau erreicht. Von M o n- t anwert en waren besonders stark gesteigert: Mannesmann plus 4,5 Proz., Oberbrdarf plus 4,5 Proz. I. G. Farbenaktien zogen bei lebhafter Nachfrage um 2 Proz. an. Scheideanstalt plus 0,75 Proz. Holzverkohlung erlitten dagegen als ein
ziges Papier eine Einbuße von 1,2 Proz. Don Elektrowerten waren AEG. um 2,5 Prozent und Siemens & Halske um 3 Prozent stärker gesteigert. Bankaktien lagen weiter fest, mit Ausnahme von Darnatbank, die 0,5 Prozent nachgaben. Deutsche Bank plus 3 Prozent. Schifsahrtsaktien hatten bei stärkerem Interesse gute Kursavancen aufzuweisen. Hapag plus 3,5 Prozent, Nordlloyd plus 2 Prozent. Motorenaktien waren wenig verändert. Für Zuckeraktien bestand rege Nachfrage bei lebhaften Steigerungen. Badischer plus 4 Prozent, Offstein plus 3 Prozent, Heilbronn plus 2,5 Prozent, Frankenthal plus 1,13 Prozent. Metallgesellschaft konnten um weitere 3,5 Prozent anziehen. Von Bauaktien gingen Zement Heidelberg 5Prozent höher. Auch Zellst o f f a k t i e n lagen überaus fest. Deutsche Anleihen recht still. Die Kurse waren kaum verändert. Für ausländische Renten war das Interesse ebenfalls nur gering. Der Freiverkehr war ruhig. Benz 85, Brown Doveri 115, Growag 60, Frankfurter Handelsbank 85. Ufa 43, Ufra 90 Proz. Der weitere Verkehr wies Schwankungen auf. Bei fester Grundstimmung schwächten sich einige stark gesteigerte Werte mäßig ab. Der Geldmarkt zeigt immer noch eine gewisse Anspannung. Lagesgeld dürfte sich auf 6 Proz. stellen. Monatsgeld 5l/4 bis 6x/2 Proz. je Adresse. Privatdiskonten 4 bis 41,2 Proz. Industrieakzepte 51/, Proz. Irn Devisen verkehr konnte Paris infolge der Diskonterhöhung der Dank von Frankreich und der Annahme der Finanzprojette durch die Kammer sich gegen London stark erholen und notierte 190, Brüssel stellte sich auf 192 gegen das Pfund. Mailand gegen London 151,50.
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
Telegraphische Auszahlung.
30 Juli.
2. August.
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
Geld
Brier
Geld
Briet
Amst.«r)ioil
168,57
168.99
168,56
168,99
Buen.-Aires
1.698
1,702
1,698
1,702
Brss.°Antw
10.57
10,61
11,06
11,10
Christiania.
91,88
92,12
91,88
92,12
Kopenhagen
111,26
111,54
111,33
111,61
Stockholm .
112,26
112,5!
112,26
112,64
Helssngfors
10,55
10,59
10,55
10,59
Italien. . .
13.50
13,54
13,70
13,74
London.
20,39!
20,446
20,392
20,444
Neuyork . .
4,195
4,205
4,195
4,205
Paris. . .
10,085
10,125
10,78
10,82
Schwei; . .
81,13
81.33
81,17
81,37
Spanien . .
64,52
64.68
64.27
64,43
Japan . . .
1,977
1,981
1,989
1,993
!liio de Jan.
0.643
0.645
0,643
0,645
Wien in D--
Oest. abgest
59,35
59,49
59,35
59,49
Prag ....
12,418
12,453
12,422
12,462
Belgrad . .
7.39
7.41
7,40
7,42
Budapest. -
5,872
5,892
5,862
5,882
Bulgarien
J.03
3,04
3,035
3,045
Lissabon
21,455
21,505
21,425
21,475
Danzig. .
81,60
81,80
81,61
81,81
Konstantin.
2,35
2,36
2,38
2,39
Athen.
1,79
4,81
4,69
1,71
Canada. .
4,198
4,208
4,198
4,208
Uruguav
4.155
4.165
4.155
4.165
a r l L -.. c»e r G e t r e i d etr ö r s e.
Frankfurt o. M., 2. Aug. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer. 32 Mk.; Roggen, inländischer. 22—22.25; Hafer, ausländischer. 21,25—23; Mais. gelb. 18,2".—18,50; Weizenmehl, inländisches. Spezial 0, 43,25—43.75; Roggenmehl 31,50—32; Weizenkleie 9; Roggenkleie 11; Erbsen 32—48; Linsen 45- 75; Heu. 'üddeutsches. gut. trocken, altes. 10; do. neues 8; Weizen- und Roggenstroh, altes, 5,50—6; do. neues 4; Treber, getrocknet 15,50. Tendenz: stetig.
Frankfurter Schlachtvichmartr.
Frankfurt a. M., 2. Aug. Auftrieb: Rinder 1632 Stück; darunter Ochsen 425, Bullen 61, Färsen und Kühe 1146, Kälber 589; Schafe 90, Schweine 3590. Rinder: Ochsen, oollfleischige ausgewachsen.- höchsten Schlachtwertes 58 dis 62, junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 50 bis 57, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 43 bis 49. Bullen: Bollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 50 bis 54, vollfleischige jüngere 42 bis 49. Färsen und Kühe: Bollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 58 bis 62, vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 50 bis 55, wenig gut entwickelte Färsen 46 bis 57, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 40 bis 49, mäßig genährte Kühe und Färsen 30 bis 40, gering genährte Kühe und Färsen 16 bis 18. Kälber: feinste Maftkälber 68 bis 74, mittlere Mast- und beste Saugkälber 60 bis 67, geringere Mast- und
gute Saugkälber 42 bis 59, geringe Saugkälber 40 bis 51. Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 45 bis 50, geringere Masthämmel und Schafe 35 bis 44. Schweine: Bollfl. von 80 bis 100 Kg. 79 bis 82, unter 80 Kg. 72 bis 78, von 100 bis 120 Kg. 78 bis 81, von 120 bis 150 Kg. 78 bis 81, Fettschweine über 150 Kg. 76 bis 80. Marktverlauf: In Rindern verbleibt bei langsamem Handel geringer Ueberstand. Kleinvieh wird bei mäßig regem Handel geräumt. Schweine bei mäßig regem Geschäft nahezu ausverkauft.
Berliner ProDuLicnbörse.
Berlin, 31. Juli. Die Tendenz int Berliner Produktengeschäst war heute ziemlich stetig, die Umsahtätigkeit weiter ruhig. In Weizen ist seit gestern ziemlich viel Material gehandelt worden, das noch dem Zoll unterliegt. Die heutigen Andienungen, meist Manatoba-We^en, gleichen Juli-Verbindlichkeiten ziemlich aus, so daß noch weitere Deckungen möglich waren. Der Julikurs zog um 3 Mark an, während Herbstmonate bis 1 Mark niedriger wurden.- Von Roggen waren die Andienungen nicht durchweg kontraktlich, so daß auch hier in meisten Quanten zu 6 Mark höhere Preise zu decken waren. Herbstlieferung konnte sich ähnlich tote Weizen nicht voll behaupten. In Wintergerste belebt sich das Geschäft, sonst ruhig. Auch Hafer füll bei mäßigem Angebot. Mehl in Ware
meist fest, für späte Lieferungen fehlen Käufer. Cs wurden notiert für 1000 Kilo: Roggen, märt., 190 bis 195; Sommergerste 190 bis 205; Wintergerste (neue) 162 bis 170; Hafer, märt, 197 bis 207; Mais (loko Berlin) 175 bis 177; Raps 355 bis 360; für 100 Kilo: Weizenmehl 38,50 bis 40,50; Roggenmehl 27,25 bis 28,75; Weizenkleie 10,25- bis 10,50; Roggenkleie 11,25 bis 11,50,
Rundfunk-Programm
des Frankfurter Senders.
(Aus der „Radio-Umschau".)
Dienstag. 3. August.
4.30—5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters:■ „Alla Turca". 5.45—6.05 Uhr: Die Lesestunde. 6.45—7.15 Uhr: Funkhochschule Frankfurt: „Beobachtungen bei den Deutschen Kampfspielen", Vortrag von Dr. Hagen. 7.15—7.45 Ähr: Italienischer Unterricht. 7.45—8.15 Uhr: Schachstunde. 8.15—9.15 Uhr: Uebertragung aus der Lukaskirche: Orgelkonzert. 9.15—10.15 Uhr: Uebertragung aus Kassel, Heiterer Abend.
Letzte Nachrichten.
Asien den Asiaten.
London. 2. Aug. «WTD. Funkspruch.) „Times" berichtet aus Tokio: Gestern wurde in Nagasaki eine transasiatische Konferenz unter Beteiligung von 51 Delegierten Japans, Indiens, der Philippinen und Koreas eröffnet. Wegen ihres Argwohns gegenüber den Koreanern haben die Chinesen die Konferenz boykottiert. Die Konferenz fordert u. a. den Zusammenschluß der asiatischen Völker. den Bau von transasiitischen Bahnen, die Schaffung von Banken zur Erleichterung zwischenasiatischer Kredite, die Schaffung einer Gesellschaft zur Hebung des transasiatischen Handels usw. Es ist der erste Kongreß der Weltgeschichte, in dem die Delegiert : b"; farbigen Rassen Gleichberechtigung 'fordern und die Vorherrschaft der Weißen verurteilen. Verschiedene, namentlich japanische, Delegierte, haben scharfe antienglische Reden gehalten und erklärt, daß England und Australien antijapanisch seien. Die japanischen Redner wiesen ferner vor allem aus i ie japanfeindliche Stimmung Amerikas hin. I Von den japanischen Delegierten sind vier Parla- .aentsmitglieder. Das Programm des Kongresses enthält den Plan der Schaffung einer Entente ? e ;• aI iatischen Rasse. Asien wolle etwas Konkreteres als das. was in den Völkerbunds- latzungen niedergelegt sei.
Sommerkur für 4582ss INervenkpanke u. Nervös-Erschöpfte. Spezialkuranstalt Hof heim i. Taunus bei Frankfurt a M. Prospekte durch Dr. .11. Schulze - Kahleyss, Nervenarzt.
Die Krummhölzer.
Roman aus den bayerischen Bergen.
, Bon Michael Wagner.
20 Fortsetzung. Nachdruck verboten.
„Da — dös sans scho!" rief sie ganz aufgeregt. „Und von die Mannsbilder hat er scheint's a oans dabei, der Bauer!"
„(yreili — d' Hauptfach!" erwiderte der Förster anzüglich. Die Nandl hatte keine Zeit mehr, darauf zu antworten. Sie stemmte die Hände in die Hüften und schmetterte einen Juchzer zum Wald hinunter, daß es nur so hallte von allen Seiten.
„Respekt, Nandl!" bemerkte der Förster anerkennend, i sag halt — bei dir is was dahoam!"
„I hab jetzt nimmer Zeit zum Plauschen, Herr Förster! I muaß noch g'schwind 's Sach Herrichten, bis der Bauer da is!" Die Nandl verschwand in der Hütte, wo man sie gleich darauf sehr vernehmlich herumhantieren hörte.
Der Annodomini steckte sich inzwischen seine Pfeife in Brand, streckte die Beine behaglich von sich und wartete ...
Eine halbe Stunde später saßen die beiden grauhaarigen alten Freunde nebeneinander auf der Bank.
„Endslang is her, daß wir zwoa so nimmer beisammen g’sessen sind!" jagte der Annodomini und machte sich an seiner Pfeife zu schaffen. „Schaut grab aus, als ob uns nur mehr der Zufall zamm- brächt' —"
„Schau, Annodomini," gab Uracher langsam, bedächtig zurück, es gibt sich halt d' Gelegenheit a nimmer so, wie ehemals."
„Hm! —" brummte der andere.
'.Und du läßt dich bei uns am Hof a nimmer sehn!"
Der Förster zuckte die Achseln.
„Zum Zeno komm i oft in d' Werkstatt!" wich er aus. , . , ,
Aber der Uracher liefe nicht loder.
Zum Zeno! — Aber am Hof sieht man dich gar 'nimmer! Woafe Gott, wie lang schon nimmer!" „Werd mir schon was net passen!" „Und dös war?"
„Willst es wirklich wissen?"
„Sag's nur — werd wohl zum Anhören sein!"
„Also nack)her, wennst grab moanst: Seit der G'schicht mit dem Beri gist's mich —" begann der Förster mit einer Miene, als wäre er im Begriffe, dem Freunde mit aller Unnachsichtigkeit seine Sündenregister vorzuhalten. Der Uradjer aber machte eine müde Handbewegung, als wolle er den andern abwehren.
Laß die Unglücksg'schicht!"
„Eben net!" begehrte der Annodomini auf. „Jetzt muafet's schon anhören! I will dich weiter gar net plagen, Quirin — über wennst net ganz mit Brettern vernagelt bist, nachher mufet doch zugeben, daß der Zeno net umsonst allweil in euch 'neinpenzt hat, wegen dem Beri! Und recht hat er g'habt, der Zeno! Ueberhaupts is mir der Zeno seit der Zeit a lieber Freund worden." Nun schaute er dein Uracher gradaus ins Gesicht.
„Hast's noch nie eing'sehn, daß der Zeno recht g'habt hat — Han?" Wie eine Gewisfensforschung hörte sich dies an.
Urachers Gesicht aber blieb unbeweglich. Steinern hart. Ein unbeugsamer Trotz widerspiegelte sich darauf. Zwischen den graubuschigen Augenbrauen zog sich eine senkrechte tiefe Falte in die Stirne hinauf. Da stieg dem Annodomini wahrhaftig die Zornesröte ins Gesicht. Die Nase, sein Gefühlsbarometer, färbte sich ganz dunkel und zitterte vor Erregung.
„Wie a Stock sitzt da!" grollte er.
Uracher nahm die Brauen hoch, nahm die Pfeife aus dem Munde und sagte so ruhig und fest, wie man es von ihm nur gewohnt sein konnte:
„Was haft denn bloß allweil mit'm Zeno? — Der Zeno is mir heut und morgen genau so lieb und wert wie gestern und allweil! Da gibt’s für mich nix zum Reden! Und über die Sach mit’m Beri mag i nimmer reden — kurz g’fagt!"
„So/ machte der Förster. „So? — No ja, is mir a recht!" Es Hang aber gar nicht danach, als ob er den alten Freund schon in Ruhe lassen wollte. Und wirklich hob er nach einer kurzen Pause von neuem an:
„Wie steht's denn nachher eigentlich zwischen dem Toni und dem Zeno?"
Uracher zuckte die Achseln.
„Dafe die Buam net zammharmonieren, paßt mir selber a net — tät's lieber anders sehn! Zwie
tracht und Unfried hab i noch niemals um mich leiden können!"
Der Förster schwieg und nickte nur bestätigend zu Urachers Aeußerimg. Der setzte seine Betrachtung fort:
„Warum hat aber der Zeno damals allweil so drum rumg'redt, als ob so quasi der Hof auf Gant käm, wenn i dem .Toni übergib? Dös war net recht vom Zeno!"
„No — unrecht war's aber a net!"
„Möcht wissen warum! Der Zeno hat sein 6ad), wie er's sich besser net hat wünschen können — oder net? Was will er denn nachher vom Toni? — Der kümmert sich doch um den Zeno a net! Und machen kann der Toni, was er will! Und i sag dir, daß er's net schlecht macht!"
Der Förster klopfte mit Bedacht feine ausgebrannte Pfeife aus.
„So?" machte er dabei so nebenhin mit leichter Ironie. „No ja, aber rooafet wenigstens, Quirin, warum daß i nimmer auf ’n Hof komm!"
„Also wegen — dem Toni?"
Der Förster wiegte überlegend deii Kopf hin und her.
„Wegen dem Ton! wär's an und für sich net, verstehst! Wenn er nur a anderer wär! Aber so is er mir z'gschwollen — rund heraus g’fagt! — Quirin — mir zwoa waren dreißig Jahr lang guat Freund und werden's a bleiben, hoff i — trotz alldem! Weilst du allzeit a aufrechter und rechtschaffner Mensch und vor allem — a rechter Bauer warst!"
„Und was hast sonst am Toni ausz'setzen?"
„Abg'sehii von seiner Patzigkeit vor allem — seine Handelschaften! Die g’fallen mir amal net! I sag dir bloß dös oane: Wenn oaner recht hat in der Beziehung, nachher is' der Zeno — glaub inir's! Was will er denn? Daß der Toni euern schönen alten Hof weiterregiert, wie fid)’s g'hört! Statt dessen werkelst du als Austrägler weiter, damit der Herr Toni den g'fchwollnen Gutsbesitzer lind — und Großhändler spielen kann! Daß i net lad)!"
Die letzten Worte sprudelte der Annodomini mit einem Ingrimm hervor, der keinen Zweifel darüber aufkommen liefe, daß ihm nicht zum Lachen zumute war.
„Was schadt' denn dös dem Hof?" hielt ihm nun Uracher dawider. „Der Toni will halt oaner von den Neuen fein. Alles is mir selber a net recht, aber döswegen braucht doch kein Unrecht z'sein?!"
„Woher doch!" höhnte der andere. „Sag' mir bloß, was der Toni — a was, i mag mich gar nimmer ärgern! Was geht's mich schließlich überhaupt an!" brach er plötzlich ärgerlich ab.
„Aergern brauchst dich doch net," meinte Uracher in aller Ruhe, „—mir reden uns halt amol aus, weil sich grab die Gelegenheit so schickt. Hab sonst allweil von dir gern Rät und Meinung g'hört — bösmal aber scheint's, kommen wir net zamm!"
„Mhm!" knurrte der Annodomini.
„Was brummst denn bloß allweil — du alter Brummbär?"
„Wär a Wunder, wenn man da zuaschaun inuafe, wie du so blind und vernagelt bist! Mir scheint, du wirst mid) erst verstehn, wenn amal der Gendarm auf'n Hof kommt oder der — Gerichts- vollzieher!"
Da lachte der Uracher so gerade und frei hellauf, wie wohl schon lange nimmer. Angeregt legte er dem Freunde die Hand auf die Achsel.
„O mei, Annodomini! Da hab i die weniger Angst! — Ja, wie dir nur so was einfallen kann!" Dann wurde er wieder ernst. „Freili — wennst du den Toni a so einschätzt, nachher versteh i alles! Aber da tust ihm unrecht!" So sicher und überzeugt llang’5, daß es schien, als scheue sich der Annodomini, solche iinerschütterliche Zuversicht weiter zu untergraben.
„Wär ja recht, Quirin, wenn s anderst wär! Aber laß dir sagen: So ehrlich wie i moant’s n der Zeno! Der fürcht ja bloß um den Hof, meil’s feine Hoamat is! Vielleicht kenn i den Zeno besser als du!" ।
„Und i sag dir — es gibt mx zum Fürchtest beim Toni, was dem Hof schaden könnt! Wenn er a diamal so Spinnereien hat! Der Zeno sollt' sich doch solche Gedanken aus dem Kopf schlagen — d,e stiften bloß Zwietracht und Verdruß! Und i möcht' an Fried auf meine alten Tag!"
Allzuviel aber wollte der Förster nun doch nicht nachgeben.
„Meinetwegen," warf er ein, schauen wir halt zu, was mehr Verdruß bringt!"
(Fortsetzung folgt.)


