Ausgabe 
2.8.1926
 
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f ährten weih man an amtlichen Stellen etwas überzeugenderes zu sagen als die (Sinfenöcr. Zu der im Schluhabsah der Zuschrift aufgeworfenen Frage möchten wir bemerkens Die gedeihliche Fortentwicklung des Gemeinwesens kann bet aller gebotenen Rücksichtnahme auf den einzelnen Bür­ger in gewissen Fällen nicht gehemmt werden, nur weil das an und für sich berechtigte Inter­esse des einzelnen in Gegensatz zu den Erforder­nissen der Stadt gerät. In solchen Fällen muh der eürzelne sich auf die neue Lage umstellen. Derartige Dorgänge hat man doch schon oft

erlebt: auch in Giehen sind Beispiele dafür vor­handen. Wir sind auch durch diese Zuschrift nicht davon überzeugt worden, dah der jetzige Zustand im Viehmarktverkehr bestehen bleiben könne und ein Diehhof überflüssig wäre. Im wohlverstan­denen Interesse unserer Stadt halten wir es viel­mehr nach wie vor für gut, durch zeitgemähe Ein­richtungen in Giehen den berechtigten Wünschen des Diehhandels Rechnung zu tragen. Hebet: diese Rotwendigkeit wird ein Fachmann in einer un­serer nächsten Rummern noch Räheres zu sagen haben.

Turnen, Sport und Spiel.

Fußball.

Fürth süddeutscher Futzball-PoKalmeister:

Im Frankfurter Stadion fand am Sonntag zwischen Spielvereinigung Fürth und D. f. B. S t u t t g a r 1 das Endspiel um den süddeutschen Fuhballpokal statt, das Fürth mit 3:2 als Sieger sah.

Dem Spiel voraus ging ein Treffen zwischen der Sonderelf der Eintracht und dem F u h - ballklub 1919, das die Eintracht mit 3:1 gewann.

D. f. B.

(-) Die Ligareservemannschaft, die sich in der zurückliegenden Derbandsserie die Meisterschaft der Gruppe Gießen-Butzbach holte, trat gestern auf neutralem Platz in Dillenburg gegen den Gruppenmeister von Wehlar- Dillkreis, F. E. Frohnhausen, zum Ent­scheidungsspiel um die Gaumeisterschaft der A- Klasse an. D. f. D. ging auf Grund seiner starken Aufstellung mit den besten Hoffnungen nach Dil­lenburg, kehrte aber sehr enttäuscht zurück. Die gänzliche Unzulänglichkeit des Schiedsrichters hat die weitaus bessere Mannschaft um den wohl­verdienten Sieg und damit um die Meisterschaft gebracht. Richt das hiermit die eigene Rieder­lage beschönigt und der Sieg des Gegners ge­schmälert werden soll: tatsächliche, gröbste Fehl­entscheidungen des Unparteiischen verhalfen Frohnhausen zum billigen Erfolg. Der Spiel­verlauf selbst ist geradezu dramatisch zu nennen. Bis Halbzeit konnte der Gegner durch äußerste Kraftentfaltung trotz technischer Heberlegenheit der D. f. D. - E l f das Spiel meist offen gestal­ten, es gelang ihm sogar unter Airsnutzung eines Mißverständnisses der Berteidigung das Füh-- rungs- und damit Siegestor zu erzielen. Wäh­rend Frohnhausen durch allzugrohen Kampfes- und Siegeseifer seine Kraft und Energie ver­braucht hatte, hatte D. f. D. in taktisch kluger Weise bis dahin fast verhalten gespielt, um nun in der zweiten Halbzeit, dank seiner ökonomischen Kräfteverwaltung und reiferen Technik den ausgepumpten Gegner in seiner Hälfte einzuschnüren. Trotz zahlreicher Berteidigung Frohnhausens gelang es denn auch zweimal, den Ball zwischen all den vielen Beinen hindurch ins Reh zu schieben, jedoch mit dem Erfolg, daß der Schiedsrichter die beiden Tore in ganz unverständlicher Weise als solche nicht anerkannte, ohne sogleich einen Grund dafür angeben zu können. Seiner späteren Behauptung, dah^esAbseits" gewesen sei, widerspricht allein die Tatsache, daß sich fast die gesamte Mannschaft des Gegners vor dem eigenen Tor befand. So blieb es bis zum Abpfiff beim 1:0 für Frohn­hausen, das als glücklicher Sieger und Gau- meister demnächst gegen den Gaumeister von Marburg um die Lahnkreismeisterschaft der A-Klasie anzutreten hat, Sofern D. f. B. sich nicht durch energischen Protest dagegen verwahrt, daß selbst eingestandene Hnsähigkeit eines Einzelnen übe/ anerkanntes Können einer ganzen Mann­schaft siegt.

Aus dem Arbeiter-Turn- und Sportbund.

Jugend Klein-Linden Alten-Duseck 2:2 (0:2).

s. Die beiden Iugendmannschaften maßen in Klein-Linden am gestrigen Sonntag in einem Freundschafts-Rückspiel ihre Kräfte. Die Spiel­technik war bei den Gästen die bessere, wogegen das Eckenverhältnis 4:0 zugunsten Klein-Lindens |

Gefühl kann man auch Wissen sagen, daß die Patentlösung noch nicht gefunden oder noch nicht verwirklicht ist. Wird eine solche Einrich­tung erst eingeführt, so kostet das Millionen über Millionen, und man kann nicht einfach zu einer anderen übergehen, wenn es sich Heraus­stellen sollte, daß das eingeführte Verfahren die Hnglücksfälle nicht vermindert, sondern sie vielleicht sogar vermehrt. Der Einwand freilich, daß solche Vorrichtungen die Aufmerksamkeit der Lokomotwführer untergraben, toeii ja eine Hn- aufmerksamkeit selbsttätig unschädlich gemacht wird oder wenigstens unschädlich gemacht wer­den soll, kann nicht als stichhaltig angesehen werden, denn selbstverständlich müssen alle sol­chen Vorrichtungen mit Registrierapparaten ver­bunden werden, die jede Unterlassungssünde des Führers gewissenhaft aufzeichnen auch wenn sie nicht zu einem Unfall geführt hat und ihm bie Pflicht zur Verantwortung auferlegen. Som» men wird und muh die Zugbeeinflussung in Ab­hängigkeit von den Signalen, aber sie darf erst dann kommen, wenn es eine gibt, die die Auf­gabe vollkommen und nicht nur halb löst, eine, die wirklich das Heberfahren eines aufHolt" stehen­den Hauptsignals und sei es auch nur um 1 Meter mit Sicherheit verhindert und dabei nicht durch unnötiges Intätigteitlreten den Be- trieb verzögert oder verschlechtert und die Fahr­gaste beunruhigt, vor allen Dingen aber eine die öie erörterte Gefahr beseitigt, ohne etwa andere Hnfallquellen an ihre Stelle zu sehen.

Wenn es aber erst eine solche Vorrichtung, gibt, dann wird die Reichsbahn sicher die erste sein, die zugreift: denn wenn eine'solche Vor­richtung auch teuer sein wird, so wird sie immer noch billiger sein als der Ersatz des bei Hn- glücksfällen entstehenden Schadens ganz ab­gesehen von Erwägungen der Menschlichkeit. Das ist eine von irgendwelchenamtlichen" Erwä­gungen ganz unabhängige und unbeeinflußte Heberzeugung: zu einer ähnlichen Auffassung muh wohl jeder kommen, der die Frage unvor­eingenommen und mit der gebotenen Gewissen­haftigkeit durchdenkt. Bedauerlich wäre es jeden­falls, wenn die öffentliche Meinung, dertech­nisches Denken" oft recht fern liegt, einen Ein­fluß auf die lediglich auf dem Gebiet der Technik liegenden Maßnahmen der Reichsbahn gewänne!

aussiel. Etwas mehr Schuhfreudigkeit und Stel­lungsspiel dürfte Klein-Linden zum Siege ver­halfen haben.

Leichtathletik.

Akademische Turnverbinduug Marburg.

Hervorragende sportliche Erfolge hat in die­sem Sommersemester Die Akademische Turnverbin­dung .Marburg. Mitglied des Akademischen Turn- bundes (A. T. B.). zu verzeichnen. Zu Beginn des Semesters wurde sie B ezir ks mei st er der Deutschen Turnerschaft in Faust- und Handball. In der Handball mann schäft der Hniversität Marburg, die die Technische Hochschule Charlottenburg mit dem hohen Ergeb­nis 7:1 überlegen schlug, spielten 9 A.-T.-Ber. Bei den Hniversitätsmeisterschaften gewann die A. T. V. Marburg von 16 Wett- betoerben nicht weniger als 12. An dem Lauf quer d u r-ch Marburg beteiligte sie sich mit drei Mannschaften und belegte den 1., 4. und 6. Platz. Bei den Gau Meisterschaften in Frankfurt wurde die Schweden staffel Gau­meister und bei den Kreismeisterschaften in Koblenz Kreismeister 6er Deutschen Tur­nerschaft.

DoppeMeg Dr. Peltzers in Kopenhagen.

Dr. P e l tz e r siegte bei den internationalen Leichtathletikwetikämpfen in Kopenhagen so­wohl im 400-Meter-Laufen in 49,5 gegen Jen­sen- Kopenhagen 51,8 und Larsen- Kopen­hagen 53,2 als auch über 1500 Meter in 4:1,3 vor Larsen 4:5,3. Boitze- Stettin wurde hier Vierter. Den bereits 1923 in diesem Rennen errungenen Sandeman-Pokal hat Dr. P e l h e r damit zum zweitenmal gewonnen.

Schwimmen.

Die Schwimm-Meisterschaften des MitteSrheinkreises der D.T.

Von der Turngemeinde Oberlahn­stein trefflich vorbereitet, konnte das 7. Kreis- fchwimmfest der mittelrheinischen Turner im Oberlahnsteiner Hafen bei sehr guter Beteiligung einen ausgezeichneten Verlauf nehmen.

Die aufstrebende Bewegung des Turner­schwimmens. worüber wir kürzlich interessante statistische Angaben bringen konnten, hat im Mit­telrheinkreis besonders schöne Fortschritte gemacht. Das zeigte sich auch beim diesjährigen Kreis- schwimmfest, nicht allein in der Tatsache, daß aus 17 von den 27 Gauen des Kreises 38 Vereins Turner und Turnerinnen zu den einzelnen Wett­kämpfen gemeldet hatten, sondern auch in den zum Teil vorzüglichen Leistungen, die sich im allge­meinen ganz wesentlich gebessert haben, wie auS der Oiegcrhfte zu entnehmen ist. Dabei ist zu beachten, daß es sich um ein völlig ström- freies Schwimmen im Hafen handelte.

Der Gau Hessen war durch seinen rühri­gen Gauschwimmwart F. Sauer-Gießen (außer ihm betätigten sich aus dem Gaugebiet noch die bekannten Turnerschwimmer David Otto- Wetzlar und Karl Horeyseck - Gießen als Kampfrichter) und die auf dem Gebiete des Schwimmens führenden Vereine: T v. 13 4 6 Gießen, T v. Wetzlar und T g m. Fried­berg würdig vertreten, der benachbarte Sin« zig - Gau durch den T v. B üd i n g e n , der dem Schwimmsport ebenfalls ganz besondere Auf­merksamkeit widmet. Von den Leistungen der

Assisi.

Von Gustav W. Eber lein (Rom).

Hm Franziskus zu verstehen, muß man in lein Land gehen, wandern durch seine zerklüftete Zeit, sich umschauen in seiner zerrissenen Seele. Die Jäger nennen sich gerne Hubertusjünger und vergessen dabei, daß ihr Schutzpatron gerade deswegen zum Heiligen wurde, weil er kein Tier mehr toten wollte. Hub wie Hubertus, so war auch Franziskus vorher einer der größten Lüst­linge und Wüstlinge seiner Zeit, die seine Ju­gend an Ausschweifungen vergeudete und dieses Leben der Sinnenfreude erst wegwars, als er es fatt hatte bis zum Heberdruß. bis zum Ekel. Ihm leuchtete das Kreuz auf in den Augen eines weiblichen Wildes in dem Augenblick, too andere Entwurzelte zum Strick greifen. Hnd ber begnadete Strahl aus anderen Fernen traf ihn ein zweites Mal, als er strauchelte.

Man wird zum Dichter geboren, nicht zum Heiligen. Der Heilige läßt sich erziehen. Hnd bte Kirche schätzt die Bußfertigen noch mEhr als die Gerechten. Denn aus den größten Buhlerin­nen werden die größten Beterinnen und die büßende Magdalena, die schöne Sünderin, er­scheint uns zumindest interessanter als das von Haus an sittsame Gretchen. Den immer gottes- sürchtig gewesenen Luther können wir uns nur schwer als Heiligen vorstellen, obwohl er, be­trachtet man seine geistige Tätigkeit, ungemein wel Ähnlichkeit hat mit dem Reformator des christlichen Lebens, dem gewaltigen Prediger und Gelehrten Franziskus. Luther ist förmlich bas protestantische, beutsche Gegenstück zu dem Or- bensstifter von Assisi. Er ist mit Dürer Der- toanbt wie Franziskus mit Raffael. Den Hinter­grund aber bildet immer, gleichviel, ob es sich um einen herben Holzschnitt ober ein weiches Oelgemalbe hanbelt, bie ideale Landschaft wie sie alle mittelalterlichen Künstler liebten, wie man sie noch heute in Umbrien findet.

Wer mit verbundenen Augen auf die welt­berühmte Terrasse der Präsektur von Perugia gebracht würde, der müßte nach dem Fallen der Binde ausrufen:Wo bist du, Franziskus? Hier ist deine Heimat!" So sicher lebt in uns, die wir, wer weiß wann und wo, einmal alte Le-

heimischen Vereine verdient besondere Erwäh­nung die 4x50-Meter-Staffel der Gießener Turnerinnen (Hannile Weeg, Lina Hau­bach. Gretel Hammel, Ida Hauck vom Tv. 1846). Wenn die siegreiche Turnerinnen­mannschaft auch nicht den ersten Platz belegen konnte, so hat sie mit 3 Min. 22,2 Sek. ihre bei früheren Veranstaltungen erreichten Zeiten aber ganz wesentlich verbessert, und gezeigt, daß sie zu den besten deutschen Staffeln zählt.

Die Wettkämpfe selbst fanden in Ober- und Mittelstufe statt: für Turner, Altersturner und Turnerinnen. Die meisten Meldungen, 30 an der Zahl, gab es beim Brustschwimmen der Turner in der Mittelstufe, ebenso waren die Wettkämpfe im Springen, in welcher Kunst die Turner- schäft von jeher Hervorragendes geleistet hat, gut besetzt. Zum erstenmal gab es bei einem Kreisschwimmfest auch ein T u r m s p r i n- g e n. Die äußerst spannenden Wettkämpfe gaben gleichzeitig eine Hebersicht über die Meldungen für bas 5. Schwimmfest der D. T., das am 14. und 15. August im Rheinstabion zu Düssel - Dorf veranstaltet wirb. Ein einzig schönes Bild boten die allgemeinen Freiübungen, unter Leitung des Kreisschwimmwarts Bitsch (Frankfurt a. M.) auf der Landzunge zwischen Hasen und Rhein von etwa 250 Turnern und Turnerinnen wirkungsvoll ausgeführt.

Hm ein Bild von Den Leistungen der mittel- rheinischen Turnerschwimmer zu geben, veröffent­lichen wir im Auszug von den wichtigsten der insgesamt 31 Einzelwettkämpfe, von den 4 Mehrkämpfen und 13 Staffeln die ersten Sieger, außerdem noch die Erfolge der obenge­nannten heimischen Vereine.

Turner-Oberstufe.

H a u p t s p r i n g e n: 1. 21. Jüngling, Tgm. Darmstadt. 661 t Punkte: 4. Willi Schäfer, Tv. Wetzlar, 57*/2 P.

200-Meter-Lagenschwimmen: 1. H. Fuchs. Tv. Offenbach a. 211., 3 Min. 17 Sek.

100-Meter-B rüst schwimmen. 1. W. Späth, Tgm. Darmstadt, 1 Min. 27 Sek.

1 0 0 - M e t e r - S e i t e n s ch w i m m e n: 1. L. Rausch. Tv. Offenbach, 1 Min. 21,5 Sek.

Turmspringen: 1. H. Listmann, T. u. F. Kl. Frankfurt a.M.. 59'/. P.

Strecken tauchen:!. Friedrich Kratz, Tv. Büdingen, SO1/. Meter in 58-', - Sek.

4 0 0 Meter, beliebig: 1. F. Kamstein, Tv. Frankfurt a. M., 7 Min. 17,2 Sek. Die Lei­stung wurde in der Mittelstufe von F. Weiß. Tgm. Darmstadt, mit 6 Min. 23,3 Sek. wesentlich überboten. t

Mehrkampf: 1. A. Jüngling, Tgm. Darm­stadt, lö0s/i P.: 3. Hans Geismar, Tv. 1846 Gießen, 80 '' i P.

Dreimal - 100 - Meter - Freistil- staffei: 1. Tv. Offenbach, 5 Min. 7,7 Sek.

Viermal - 100 - Meter - Brust- ftaffel: 1. Tgs. Darmstadt, 6 Min. 13.8 Sek.

100-Meter-Rückenschwimrnen:l.I. Lohrer, Tgs. Darmstadt, 1 Min. 25,2 Sek.

100 Meter beliebig: 1. H. Fuchs, Tv. Offenbach, 1 Min. 11,5 Sek.

Viermal - 100 - Meter - Lagen- ftaffel: 1. Tv. Offenbach, 5 Min. 47 Sek.

R h e i n st a s f e l: 1. Tgs. Darmstadt. 2 Min. 41,2 Sek.: 2. Tv. Wetzlar, 3 Min. 5 Sek.

Iitrner-lftiHelffitfc.

100 Meter Brust: j. H. Habich. Tgm. Darmstadt, 1 Min. 32 Sek.: 4. Fr. Fölch, Tv. Wetzlar, 1. Min. 35,8 Sek.: 5. F. Becker, Tv. Wetzlar. 1 Min. 36 Sek.: 7. K. Sehmig, Tv Wetzlar, 1 Min. 37.3 Sek.

Viermal - 100 - Meter - Brust- staffel: 1. Tv. Wetzlar, 6 Min. 22,4 Sek.

100 - Meter- Rückenschwimmen: 1. W. Schäfer, Tgm. Friedberg. 1 Min. 34 Sek.: 2. K. Sehmig. Tv. Wetzlar. 1 Min. 36 Sek.: 3. E. Link, Tv. Büdingen. 1 Min. 40,4 Sek.

10 0 - Meter - Seitenschwimmen: 1. W. Angermüller, Tv. Mainz, 1 Min. 213 ;> Sek.: 4. Hans Geismar, Tv. 1846 Gießen, 1 Min. 28- , Sek.

Viermal- 100 - Meter - Lagen­staffel: 1. Tv. W e tz l a r 6 Min. 16,2 Sek.

Turnermnen-Obersiufe.

10 0 - Meter -Seitenschwimmen: 1. Mina Henkel. Tv. Offenbach, 2 Min. 6,4 Sek.

R h ein st af f e l: 1. Tv. Offenbach, 3 Min. 32,5 Sek.

S t r e cke n t a u ch e n: 1. G. Reuland, Tv. Saarbrücken, 44 Meter in 58 Sek.

gendenbücher durchblätterten. Kupferstiche in Mu­seen überflogen, Heiligenbilder in uns aufnahmen mitten in einer luftigen Serienreife, ohne zu ahnen, daß sich ein feiner, aber bestimmter Rieberschl^g im Hnterbewußtsein bilden würbe, der Eindruck der Lanbschaft, bie inan nicht hü­gelig nennen kann, ohne zu blaß, nicht gebirgisch bezeichnen Darf, ohne zu laut zu werben. Ein ins Lila spielender tiefblauer Rebel schwebt über den Tälern, ernst ist bas Grün, von verhaltener Heiterkeit nur bie Ruhe. Eingebettet alle Städte unb Dörfer, fliegt man brüber hin, aber ginnen» haft auf Dergscheitel gebaut, steht man in der Tiefe. Man ahnt, wie schwer, wie lange um dieses Paradies gerungen werben mußte, man möchte einfallen wie ein Vogel und schreckt doch vor irgendeiner Gefahr zurück.

Auf alten Bildern sieht Bologna wie eine von zahllose^ Fabrikschloten durchsetzte Arbeiter- stabt aus. Diese vermeintlichen Schlote, von denen nur noch ein paar stellen, unb bie krumm,» waren Wohn- unb Festungstürme bet Familien, die sich bie Herrschaft streitig machten. (Warum hauen wir unsere Fabrikessen nicht zu schön wir- lenben Türmen ober wenigstens Minaretten aus?) Hnb Streit unb Krieg waren auch in Hmbrien bas tägliche Brot, als Franziskus lebte. Roch um feinen fterbenben Leib starrten bie Hellenbarben, noch um bie Leiche rauften sich die Städte. Perugia tag mit Assisi in grim­miger Fehde unb alles wütete gegen Rom, gegen die Päpste. Cs war bie Zeit des Hasses. Hnb da stand Franziskus auf unb lehrte bie Liebe. Wie bas Christentum in der Zeit der Gewalt lehrte bas wehrlose Dulden. Das war bie große Tat des Heiligen.

Luther schenkte uns die deutsche Sprache, Franziskus bie italienische. Es führt ein gerader Weg von ihm zu Iacopone da Todi. zu Pe­trarca unb Dante. Das ist fein literarisches 23er» bienst.

2ch liebe ihn, weil er, bas war fein mensch­licher Ruhm, die Tiere liebte. Als ich aus bem biblisch schönen Choraestühl einer hohen Berg­kirche heraustrat-, da sah ich ben Lerchenschwarm sich nicbcrlaffcn auf feine Laubhütte, um seinen letzten Hauch auf^unebmen unb hinauszujubeln ins göttliche Blau. Wenn ich einen zahmen Wolf sehe, so sehe ich seine streichelnde Hand.

Hauptspringen: 1. A. Kapp, Tv. Hom­burg v. d. H., 53s<i P.

Viermal -50 -Meter -Bruststaffel: 1. Tv. Offenbach, 3 Min. 22 Sek.: 2. Tv. 1846 Gießen, 3 Mm. 22.2 Set.

Mehrkampf: 1. G. Reuland, St. Johann- Saarbrücken, 88- i P.: 3. Sofie Habermann, Tv. Büdingen, 82ßß P.

lurncrinnen-lllitfelffufe.

Hauptspringen: 1. Gretel Scheer. Tv. Wetzlar, 321/» P.: 4. Gretel Sarnes, Tgm. Friedberg, 28*/j P.: 6. Erika Ruth, Tv. Büdingen, 27 P.

Streckentauchen: 1. Erika Ruth, Tv. Büdingen.

Viermal »50 - Mete r - Lagenstaffel: 1. Tgm. Darmstadt, 3 Min. 24 Sek.

1 00 Meter Brust: 1. L. Hermann. Tv. Offenbach. 1 Min. 40,4 Sek.: 2. Gretel Scheer. Tv. Wetzlar. 1 Min. 42,5 Sek.

Mehrkampf: 1. Gretel Scheer, Tv. W etz - lar, 70*/4 P.: 4. E. Ruth, Tv. Büdingen, 62*/4 P.

Die deutschen Schwimm-Meisterschaften.

Die Deutschen Schwimm-M»4st^r- I chaften wurden in der prachtvollen, mit allen Einrichtungen der Reuzeit ausgestatteten 100- Meter-Bahn des Düss eldorf er Stadions am Samstag in ihrem ersten Teil ausgetragen. Die Vorkämpfe brachten im allgemeinen er­wartete Ergebnisse. In den Entscheidungen des ersten Tages wurden folgende Meister er­mittelt: Staffelmeisterschaft für Vereine o. W., 3x100 Meter frei.: Weißenfelser S. V. 3:50.2. Damen-Rückenmeisterschaft, 100 Meter: Döh - r i n g-Stern-Magdeburg 1:31,8. Staffelmeister­schaft, 3X200 Meter bei.' Magdeburg 96 (Hert­mann, Reitzel. Gverges) 7:46,8. Damensprin­gen: Söhnchen-Bremen 86,88. Rücken­meisterschaft, 100 Meter: Frölich-Hellas- Magdeburg 1:16. 400-Meter-Del. -Meistrc- schaft: 1. Berges- Darmstadt 5:27,2; 2. Hein­rich - Leipzig 5:27,3. Staffelmeisters chaft. 3X100 Meter Brust: Hellas-Magdeburg 4:13,8. Seite-Meisterschaft, 100 Meter: R. Dahlem- Ruhrort 1:10,9. Mehrkampf-Meisterschaft: Mund- Halberstadt. Damenstaffel-Meister­schaft, 3X100 Meter Brust: Bille- Hamburg (Simon. Grosche, Düns) 5: 0,1. Staffelmeister­schaft, 3x100 Meter bei.. Magdeburg 96 (Gube­ner, Hettmann, Reitzel) 3:21,2.

Auch am zweiten Tag der deutschen Schwimm-Meisterschaften in Düsseldorf herrschte trübes Wetter. Die erzielten -ßeiten waren dem­entsprechend nicht sehr gut unb bleiben weit hinter den Höchstleistungen zurück. Dennoch brachte der zweite Tag am Vormittag einen neuen deut­schen Rekord. Rach Schluß der Wettkämpfe trat Dingeldeh (Jungdeutschland Darmstadt) zu. einem Rekordversuch über 200 Meter Seiten­schwimmen an, wobei er die bestehende Höchst­leistung von 2:42,5 auf 2:41,6 verbesserte. Den ersten Teil der Meisterschaften im Turmspringen konnte L u fr e r - Poseidon-Berlin gegen Land­schläger halten. In der Staffelmeisterschaft für Vereine ohne Winterbad über 4X100 Meter Brust verteidigte der erste Lübecker Schwimm­verein seinen Titel mit Erfolg. Im Vereins» Mehrkampf blieb Poseidon-Berlin mit 4 Punkten Sieger vor Sport-Halberstadt mit 7 und Posei­don-Leipzig mit 8 Punkten. Im ersten Teil der Springmeisterschaft erwies sich Dr. Joseph Leß« n er-Dessau als CBefter.

Ein neuer Weltrekord Arne Borgs.

In Philadelphia siegte Arne Borg im Freistilschwimmen über eine Meile in 21 Min. 46,4 Sek. unb stellte damit einen neuen Welt» re f o r b auf.

Rudern.

Limburger Regatta.

Am Samstag unb Sonntag fand in Limburg die 16. Regatta des Lahn-Regatta- Verbair des statt, bie bei trockenem Wetter einen glänzenden Verlauf nahm und eine An­zahl interessanter unb spannenber Rennen brachte. Gemeldet waren 37 Vereine mit 173 Booten und 903 Ruderern. Gießen konnte an beiden Tagen

. Warum sollen bie Legendenbilder lügen, die ihn von einem andächtigen Kreis gefieberter Zu­hörer umgeben zeigen?

Hnb nun kommen amerikanische Pilger daher- gefahren und erzählen zwischen einer Mitter- nachtsmesse very nice indeed! unb einem gebiegenen Lunch, wie man gerabe vor ihrer Abreise die Wilbpferbe zu Hunderttausenden zu- saminengetrieben unb mit Maschinengewehren zu- sainmengeschlossen hat. Wie sichs gehört, weil sie den Kühen bas Futter wegfressen. Hnb es kommen photographierenbe Cookherben und geist­liche Würdenträger, denen Kloster unb Kirche noch immer nicht prunkvoll genug sinb. Ich höre Franziskus meinen wie bamals, als ihm Rom seine Bescheibenheit nahm, einen Kolossal­bau unb ein Ordensprogramm aufdrängte.

Offiziell nimmt das Franziskusjahr in der ersten Augustnacht seinen Anfang, mit der großen Mitternachtsmesse in S. Rufino unb einer sich anschließenben Fackelprozession nach bem Grabe des Heiligen, über bem sich die Doppelkirche des Franziskanerklosters erhebt. Die Wallfahrts­kirche S. Maria begli Angeli, mit bet Bef­und Sterbezelle des Heiligen, Santa Chiara mit bem Grab ber Heiligen, seiner großen Schülerin, alle Sehenswürbigkeiten werben ihre festlichen Tage haben unb vielleicht wird auch ein Besucher in jenem kleinen Gärtchen mit der Laubhütte, bem Bethlehem Assisis, nach jenen Rosenbüschen suchen, die nach einer besonders inbrünstigen Buße desRaturapostels" ihre Dornen abschüt­telten.

Inniger als die Welt, bie nach mehr ober weniger runben Iahresziffern Erinnerungsfeste braucht, lebt bas Volk ber idealen Landschaft mit seinem Franziskus zusammen. Es hat daher auch in ganz unkominentmätziger Form ben 1. August mit seinem internationalen Trubel nicht abgewartet, sondern auf seine Weise das Heilige Jahr schon gestern eröffnet. Es nahm seine schön­sten Sterne und legte sie auf Francescos Grab, seine Oliargaretenfterne, Ranunkeln. Blutnelken und Feldblumen. Der Blütenduft des umbrischen Sommers weht den Weihrauchgeruch aus der Krhpta. Ich trat hinaus in ben lila Qlbenb und wahrhaftig, eine Lerche trillerte steilauf in ben Himmel.