(HHOMPSON'5
Rasenbleiche unmöglich!
Vollwertiger
Ersatz:
Seif ix
Cs bleicht die Wäsche durch ein viertelrtun - diges Kochen schneeweiß und । ist vollkomnien unschädlich
telter unter Wasser steht. Außer den Entwässerungsröhren werden Regenabfallrohre und Rinn- teine an das Kanalnetz anaeschlossen.
I Ober-Lais, 1. 3uni. Der Jagd-Auf- eher Rack von hier, der am Samstagabend einen Dock im hiesigen Gemeindewalde bestätigen wollte, wurde von einem bewaffneten Wilderer gestellt und zur Hergabe seines Jagdgewehres gezwungen. Eine Streife, an der die Gendarmerie beteiligt war, blieb erfolglos. Man fand nur ein frisch geschossenes Reh.
Kreis Alsfeld.
WSR. Alsfeld, 1. Juni. Am Samstag nachmittag fand ein hiesiger Steuersekretär beim Angeln in der Schwalm im Wasser eine Leiche, die schon bis zur Unkenntlichkeit verwest 'war. Aach den polizeilichen Ermittelungen handelt es sich um die Leiche eines Gelegenheitsarbeiters aus S ch w a b e n r od. Die Leiche hat bereits etwa 2 bis 3 Monate im Wasser gelegen.
WSA. Aieder-Ohmen, 1. Juni. Ein chwerer Unfall mit tödlichem Ausgang hat sich hier am Freitagnachmittag zugetragen. Von einem von Dernsfeld kommenden, mit Holz beladenen Wagen löste sich an einer abschüssigen Stelle ein Bremsllotz los, wodurch das Fuhrwerk in rasender Fahrt abwärts sauste. Dabei geriet der Besitzer des Wagens, der Landwirt Hach, zu Fall und wurde überfahren und so schwer verletzt, daß er kurz darauf, anscheinend an innerer Verblutung, starb.
Kreis Lauterbach.
hml. Lauterbach, 1. Juni. Die Feier des 50jährigen Bestehens der Heilanstalt für Kranke war für den vergan- geneii Sonntag vorgesehen. 3m Vormittagsgottesdienst, in dem neben dem Kirchengesangverein auch der hiesige Musikverein in dankenswerter Weise mitwirkte, hielt der Geistliche des Mutterhauses Elifabethenftift, Pfarrer Hickel aus Darmstadt, die Festpredigt. Aach dem Gottesdienste schmückten die Damen des Frauenvereins die Graber der Gründerin des Hauses, der Frau Oberst A. Riedesel zu Cisenbach, und ihrer Tochter, der Oberschwester Anna Dorsch sowie der verstorbenen Damen des Frauenvereins mit Kränzen und Blumen. Am Aachmittag fand im Garten des Krankenhauses eine wettere Feier statt. Aach Musikvortrag des Musikvereins und Gesang des Kirchenchores sprach Dekan S ch l ö s - s e r über die Geschichte des Lauterbacher Krankenhauses in den vergangenen 50 Jahren. Vorträge des Kirchengesangvereins und des Musikvereins wechselten miteinander ab. Pfarrer Hickel sprach in längerer Ausführung über den Diakonissenspruch. Die weiteren Redner, Pfarrer Weller-Worms, Kreisdirettor Dr. Michel und Bürgermeister Walz, sprachen dem Krankenhause ihre Glückwünsche sowie die dankbare Anerkennung für die Liebesarbeit während eines halben Jahrhunderts aus. Die Teilnehmer an der Feier wurden von den Schwestern mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Mit dem Liede „Aun danket alle Gott" wurde die schöne Feier geschlossen.
Starkenburg.
' WSA. Darmstadt, 1. Juni. Der General der 3nfantme a. D. Freiherr v. Gall ist im Alter von 78 3ahren gestorben. Er war früher Kommandeur der 25. (hessischen) Division. Auch während des Weltkrieges ist er hervorgetreten.
WSA. Offenbach a. M., 1. 3uni. Ein schwerer Anglücksfalll ereignete sich gestern abend in der Hauptverkehrsstraße Offenbachs. Prof. Etzel von der Technischen Lehranstalt wurde beim Ueberschreiten der Straße von einem Motorradfahrer angefahren, zu Boden geschleudert und st a r b bald darauf an den Folgen des Sturzes. — Gestern vormittag ist hier die 38 3ahre alte Arbeiterin A u g u st e SchühIer in ihrer Wohnung t o t aufgefunden worden. Die Untersuchung ergab, dah die Verunglückte durch Gasvergiftung gestorben sei. Cs handelt sich um einen Unglücksfall.
WSA. Babenhausen, 1. 3uni. Auf dem hiesigen Exerzierplatz ist ein Flugzeug- s ch ü l e r mit einem ganz neuen, am Tage vorher gekauften Flugapparat abgestürzt. Der Apparat wurde erheblich beschädigt, während der Flieger unverletzt blieb.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
XX Wetzlar, 1.3unt Der Kreis Wetzlar darf sich rühmen, eine vortreffliche Mrneral- quelle zu besitzen, die innerhalb weniger Jahre einen Weltruf bekommen hat. Es ist dies der „Karlssprudel", etwa 1 Kilometer unterhalb von Diskirchen an der Lahn. Erbvhrt wurde die Quelle im Jahre 1896. Eine Untersuchung des Wassers durch das Hessische Untersuchunx^amt zu Gießen ergab, daß der „Karlssprudel" einen hervorragenden Gehalt an Erdsalzen, an freier und gebundener Kohlensäure, namentlich aber an doppelkohlensaurem Lithion enthält.
Oberhessen.
Landkreis Gietzen.
£ Wieseck, 2. Juni. Im öffentlichen Leben unserer Gemeinde erregt gegenwärtig ein Konflikt, der zwischen dem Bürgermeister S ch o m b e r und dem Gemeinderat ausgebrochen ist, lebhaftes Interesse. Schon seit einigen Jahren verlangt der Gemeinderat, daß ihm gelegentlich der Beratung des -V o r a n s ch l a g s der Gemeinde eine Abschrift desselben vorher zuge- stelll wird, aus der die angeforderten Summen des Borjahres, der tatsächliche Bedarf und die Höhe der Einstellung im neuen Voranschlag zu ersehen ist. Dieses Verlangen scheiterte bisher am Widerstand des Bürgermeisters. Auch für dieses Jahr sollte der Gemeinderat ohne irgendwelche Information vorher an die Verabschiedung des Voranschlags herantreten. Dies lehnte der gesamte Gemeinderat durch einstimmigen Beschluß in der letzten Sitzung ab, indem er beschloß, die Beratung des Voranschlags solange auszusetzen, bis jedem Gemeinderatsmitglied eine Abschrift des Voranschlags zugestellt worden sei. Nach Ablauf von mehr als einer Woche wurde den Gemeinderatsmitgliedern ein Schreiben des Bürgermeisters zugestellt, worin er mitteilte, daß er infolge der vielen Neklama- ttonen zur Sondersteuer, sowie wegen der Aufstellung der Wählerlisten zum Volksentscheid nicht in der Lage sei, eine Ausfertigung des Voranschlags für 1926 jedem Mitglied auszuyändigen. Er stellte den einzelnen Mitgliedern weiter anheim, sich bis 1. Juni durch Einsichtnahme des Voranschlagsentwurfs in der Bürgermeisterei zu informieren. In einem Schreiben teilte hierauf der Gemeinderat dem Bürgermeister mit, daß er die angeführten Gründe zur Nichtausführung eines einstimmig gefaßten Beschlusses nicht anerkennen könne und auf der Durchführung seines Beschlusses bestehen müsse. Auch hier war die" Willenskundgebung des Gemeinderats einmütig. Allem Anschein nach soll nun auch dieses zweite Verlangen des gesamten Gemeinderats seitens des Bürgermeisters in den Wind geschlagen werden, denn, ohne daß in der Zwischenzeit in dieser Angelegenheit etwas weiteres geschah, wurde nunmehr der Gemeinderat zu einer G e - meinderatssitzung für heute abend eingeladen, als deren erster Punkt die Beratung des Voranschlags für 1926 auf der Tagesordnung steht. Auf das nunmehrige Verholten des Gemeinderats und auf die Lösung des Konflikts ist man sehr gespannt.
<5 Lollar, 1. Juni. Am Samstag beging der Werkstattschreiber Ludwig Klinket von hier bei den Duderus'schen Eisenwerken sein 2 5 jäh- riges Dienstjubiläum. Der Jubilar wurde von selten der Firma durch äleberreichung einer goldenen Aadel und eines Geldgeschenkes geehrt, Dem sich seine Mitarbeiter mit einem Andenken anschlossen.
tefl aus, und demzufolge auch daS Verhältnis der Geschlechter und die soziale Frage.
Frau Studienrätin A i tz s ch e, wissenschast- illche Leiterin der sozialen Frauenschule der Inneren Mission in Derlin, führte mit großer Klarhett und wissenschastlichem Ernst in die Tiefe des Problems: Von welchen tragbaren Grundlagen aus soll evangelisches Frauentum Einfluß auf die Gesetzgebung erstreben? Die Gesetzgebung hat zur Voraussetzung das Recht. DoÄ Recht ist „geprägte Form, dre lebendig sich entwickelt". Aus zwei Wurzeln empfängt das Recht seine Rah- rung: Aus der Idee der Stttlichkeit, aufs engste mit der Gottesidee verbunden, und aus dem Gemeinwlllen des Volksgeistes. Auch die christliche Sittlichkeit der Dergpredigt ist nicht einfach in Gesetzcsparagraphen umzuformen, worin der Fehler Tolstois lag. Die Sittlichkeit ist — Voraussetzung des Rechts, als ideelle Aorm. Richt das ist Recht, was allen einzelnen „recht" ist. sondern die Ordnung eines lebendigen Organismus. Interessengemeinschaft ist kein Organismus, schafft höchstens Organisation. Das Christentum bildet Organismus in konzentrischen Kreisen, Familie, Gemeinde. Volk. — Die zweite Wurzel des Rechtes ist der gemeinsame Wille des Organismus selbst, Unter Dolksgeist ist starr geworden, er schafft keinen Gemeinwillen, sondern hat sich aufgelöst in einzelne Jndividualwillen. Auch einen neuen gemeinsamen Willen christlicher Sittlichkeit gilt es zu schaffen. Ansere Gesetzgebung ist von beiden Wurzeln losgelöst: Sie fügt sich nicht ein in die Gottesordnung, sie ist nicht mehr Ausdruck des Gesamtwttlens des Organismus. Hier seht die Aufgabe der deuffchen evangelischen Frau ein. „Heute smd die Frauen die entscheidenden Juristen", in dem Sinn, daß sie Voraussetzung schaffen müssen, damit wieder Recht toer= den kann. Die Frau hat in ihrer Aatur reiche Möglichkeiten, die Atmosphäre zu bilden, in der ein Organismus leben lärm. Mütterliche Liebe ist die stärkste formende Kraft, die es gibt, mütterliche Liebe (im tiefsten Sinn) heißt: einen Menschen zu seinem Ziel, zu Gott hin bilden. „Liebt, ihr Frauen, unser deutsches Volk hinein, hinauf zum Bilde Gottes!"
Als zweite Rednerin sprach Reichstagsabgeordnete Müller-Otfried zu demselben Thema und zog aus den Grundlagen die prak- ttschen Forderungen zur Gesetzgebung. Sie wurden folgendermaßen formuliert: Geltendmachung des Willens zu religiöser und ethischer Erziehung. Einfluß der Evangelischen Elternbünde auf die Schulerziehung, auch im Gedanken der Volksgemeinschaft. Aach Möglichkeit getrennte Erziehung von Knaben und Mädchen. Weibliche Leitung der Mädchenschulen. Gesetzliche Anerkennung der privaten Liebestätigkeit. Förderung der sozialen Gesetzgebung für alle Stände. Zulassung der Frauen zu Berufen, die ihrem Wesen enffprechen. Schuh der Familie; Kampf gegen Alloholismus und Wohnungsnot als die Zerstörer der Volkssittlichkeit und Arsache der Prostitution. Schutz des unehelichen Kindes. Finanzielle Unabhängigkeit der Kirche. Schuh des Sonntags.
Zur Verwirllichung dieser Forderungen ist es notwendig, bewußt evangelischen Einfluß auf die Oeffentlichkeit, auch auf die Parlamente zu gewinnen, wofür die Verbände verantwortlich sind. Die Erfolge solcher zielbewußten Arbeit sind schon deutlich.
Die Aussprache über die drei Haupt- oorträge bewies, dah die evangelischen Frauen nicht nur gewillt und imstande sind, gute Vorträge anzuhören, sondern auch über das Gehörte nachzudenken, es zu vertiefen und zu wirllich praktischer Arbeit sich auswirken zu lassen. Mit , erneutem starken Appell an das Verantwor- wortungsgefühl und dem Gelöbnis der Treue zur Sache schloß die Vorsitzende die ergebnisreiche Aussprache.
<> Wetzlar, 1. Juni. Die Jnnungs- Versammlung der Zwangsinnung für das Schuhmacherhandwerk für die Stadt und den Kreis Wetzlar, mit dem Sitze in Wetzlar, hat die Auflösung der Innung beschlossen. In Verfolg dieses Beschlußes hat der Regierungspräsident in Koblenz die von ihm erlassene Anordnung über die Errichtung der Innung zurückgenommen. Die Auflösung der Innung tritt mit dem 1. Juli 1926 in Kraft.
XX Launsbach, 1. Juni. In dem bisherigen freudigen Wachstum unsers Dorfes ist leider wieder Sttllstand eingetreten. Wie überall in den umliegenden Ortschaften ist von der Entstehung neuer Wohnungen heute nichts zu merken. Cs gilt vorerst die im Vorjahr glücklich unter Dach gebrachten Einfamilienhäuschen, deren allein am Weg nach Krofdorf fünf aufgeführt wurden, zu vollenden. Die Geldknappheit zwingt meist zu einer zweijährigen Bauzeit.
kz. Münchholzhausen, 1. Juni. Zum 25jährigen Jubelfeste des Gesangvereins „Concordia" hatten sich viele Gesangvereine aus der näheren und weiteren Umgebung eingefunden. Morgens versammelter, sich die Mitglieder des festgebenden Vereins an dem Kriegerdenkmal auf dem Friedhöfe zu einer Gedächtnisfeier. Aach dem Gesänge des Liedes „Ich hatt' einen Kameraden" und der^Gedächtnis- rede des Herrn Hauptlehrer K u 11 wurde ein Kranz am Denkmal niedergelegt. Aach einem imposanten Festzuge durch die festlich geschmückten Straßen fand eine Feier auf dem mit Fahnen geschmückten Festplahe statt. Der Gesangverein „Concordia" begrüßte die Festteilnehmer mit einem schönen Liede. Herr Hauptlehrer Kutt hieß alle Festgäste herzlich willkommen. Er gab in kurzen Zügen einen Ueberblick über das Werden des Vereins, der im Jahre 1901 von einer kleinen Sängerschar gegründet worden sei. Von den Jungfrauen des Ortes wurde dem Jubelverein eine kunstvoll gestickte Fahnenschleife zum Ehrentage überreicht, wofür ihnen herzlicher Dank zuteil wurde. Einen Kunstgenuß boten Z)ie_ von sämtlichen Gastvereinen vorgetragenen Gesänge, die alle mit Beifall ausgenommen wurden.
<> Ehringshausen, 1. Juni. K a - tasterdirektor Tillmann von hier ist vom heutigen Tage ab in gleicher Diensteigenschaft an das Katasteramt in Simmern versetzt. Mit der Verwaltung des hiesigen Katasteramtes ist Katasterlandmesser Böhm in Stade unter gleichzeitiger Ernennung zum Katasterdirektor beauftragt
□ Aus dem Kreise Wetzlar, 1. Juni. Von der Handwerkskammer zu Koblenz sind folgenden Personen des Kreises Ehrenurkunden für eine mehr als 50jährige Tätigkeit im Handwert verliehen worden: Peter Rehorn, Schmiedemeister, Kl.-Rechtenbach, Georg Weber, Schmiedemeister, Groß-Rechtenbach, Heinrich Pohl I.. Schmiedemeister, Werdorf, Louis Rühl, Schmiedemeister, Griedelbach, Hermann E i s e n h u t, Fri seurmeister, Ehringshausen, und Ehr. Befort Schmiedeehrenobermeister, Wetzlar.
Oberlahnkreis.
• Weilmünster, 2. Juni. Am 14. 3u.; findet hier eine Tierschau des Simmentalci Züchtervereins „Oberlahn" statt. Den Züchtern dürfte hier gute Gelegenheit geboten sein, sich gutes Zuchtmaterial zu beschaffen.
Q Gräveneck, 1. Juni. Heute vormittag gegen 10 Ahr kam ein mit Sand vollbeladenes Fuhrwerk, das vom Bahnhof zu unserem Dorfe herauffuhr, beim Ausruhen der einge- spannten Kühe an einer kurzen Kurve bei steilen Straße nach rückwärts ins Rollen. Der Magen stülpte dabei die steile Böschung hinab und riß die Tiere mit sich. Der Anfall ging aber noch gut ab, denn die Kühe blleben anscheinend unverletzt, während der Wagen teilweise zerbrach.
Kreis Biedenkopf.
XX H e r m a n n st e i n, 1. Juni. Das alte Spritzenhaus hat durch einen Aeubau^ als solches seine Bedeutung verloren. Gegenwärtig war man damit beschäftigt, es dermaßen umzugestalten, dah darin Räume für durchziehende Obdachlose geschaffen werden, an welchen es bis jetzt hier mangelte.
Maingau.
WSA. Frankfurt a. M., 1. Juni. Geistlicher Rat Pfarrer Krohmann in Rödelheim, der vor einigen Monaten fein 50j ähriges Priesterjubiläum feiern konnte, kann noch in diesem Monat auf den Tag seines 4 0 jähri - gen Jubi läums als Seelsorger der Pfarr- gemeinde Rödelheim zurückblicken. Trotz seines schon vorgerückten Alters verwaltet er sein Amt auch heute noch in völliger geistiger und körperlicher Frische.
WSA. Bad Homburg v. d. H., 1. Juni. Der König von Siam Prajadhipvk hat durch Vermtttelung der siamesischen Gesandtschaft in Berlin zum Zwecke der Erhaltung eines im Jahre 1907 auf Veranlassung des damals in Homburg zur Kur weilenden verstorbenen Königs Chulalongkorn erbauten siamesischen T e m - pels, der während der Kriegs- und Jnflations- jahre ziemlich baufällig geworden war, die Summe von 5 0 0 0 Mark überweisen lassen.
k Grvheu-Linben, L Juni. Eine eigenartige Feier fand hier am letzten Sonntag statt. Die vor 20 Jahren Hierselbst Konfirmierten hielten an diesem Tage eine Zusammenkunft, zu der der erste Ortspfarver eingeladen hatte. Auch die früheren Lehrer der Konftrmierten, Rektor Dach von hier und Lehrer Hoch aus Egelsbach, waren zur Freude der Anwesenden da. Am Morgen war gemeinsamer Kirchgang. Aach dem Gottesdienst ging es auf öen Friedhof, wo nach der Dellamatton eines Gedichtes Lehrer Dern aus Gießen zum Gedächtnis der gefallenen und gestorbenen Kameraden herzliche Worte treuen Gedenkens sprach. Dann wurden an den einzelnen Gräbern der hier Gestorbenen durch je eine frühere Schulkameradin Blumenspenden niedergelegt. 44 waren in 1906 konfirmiert worden. Aur 31 waren noch am Geben. Richt weniger als 10 waren Opfer des Krieges. Am Rachmittage fanden sich die einstigen Konfirmanden zu Kaffee und Kuchen wieder zusammen. Gemeinsam gesungene Lieder, Reden und Vorträge verschönten die Feier, die erst spät ihren Abschluß fand.
Hb. Leihgestern, 1. Juni. Freund Adebar hat uns verlassen! — lieber ein Jahrzehnt bezog ein Storchenpaar in jedem Frühjahr sein unmittelbar hinter der Hofreite des Wilh. Langsdorf auf einer Knorreiche erbautes Rest und verrichtete dort sein Drutgeschäft. — Einem alten Brauch folgend, Pflanzte in der Pfingst- nacht die Burschenschaft vor dem in der Rähe stehenden Wirtshaus eine Maie auf. Als die aufgesteckte Fahne im Winde flatterte, verlieh das Paar sein Rest und kehrte erst am nächsten Tag, das Rest mehrmals im Fluge umkreisend, zurück, um endlich auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden. Wgemein, besonders aber von den Anwohnern, wird der Wegzug dieses immer seltener werdenden Vogels bedauert.
I Grünberg, 1. Juni. Die Maul- und Klauenseuche wurde hier amtlich festgestellt und die Gehöftsperre für Klauenvieh angeordnet. Ebenso dürfen Hunde nur an der Leine geführt werden.
• L ich, 2. Juni. Am 13. Juni findet hier im Saalbau Stein am Bahnhof eine Handwerker-Versammlung statt. Man beachte die heutige Anzeige.
Kreis Friedberg.
sf. Friedberg, 1. Juni. Der vor einigen Jahren gegründete hiesige Marineverein trat am 29. Mai jum ersten Male mit der Skagerak- Feier verbunden mit der Fahnenweihe, an die Oeffentlichkeit; die Feier nahm einen schönen und würdigen Verlauf. Am 7 Ahr abends marschierten die militärischen Vereine in geschlossenem Zuge von der Burg nach dem Kriegerdenkmale, hier wurde zu Ehren der in der Seeschlacht Gefallenen ein Kranz niedergelegt. Die Ansprache hielt Herr Professor Keller, dann übergab das Vorstandsmitglied R ö ding das neue Vereinsbanner. Das Riederländische Dankgebet beschloß den Weiheakt. Die eigentliche Feier fand abend im überfüllten Saale des Hotel Trapp statt. Eine große Anzahl Fahnennägel wurde von hiesigen und auswärttgen Vereinen überreicht. Die Aufführung des Marinebildes „Die Musterung auf dem Meeresgründe", lebende Bilder, die Mitwirkung des Doppelguartetts Friedberg- Feuerbach und eines guten Musikkorps bildeten ein sehr abwechslungsreiches Programm, das die Teilnehmer bis zu später Stunde zusammenhielt. — Die sozialhygienische Wanderausstellung „M utter und K i n d", die bis zum 6. Juni hier in der Festhalle der Augustinerschule stattfindet wurde mit einer schlichten Feier eröffnet. Mit der Ausstellung sind eine Reihe von Vorträgen hiesiger und auswärtiger Aerzte verbunden; Medizinalrat Dr. Rebel sprach über „Allgemeine Gesundheitspflege und Hygiene des Sports". Die Ausstellung erfreut sich eines guten Besuches .
Kreis Büdingen.
ld. Au s dem oberen Riddatal, 1. Juni. Die Gänseaufzucht, ein Zweig der landwirtschaftlichen Kleinbetriebe des vorderen Vogelsbergs, erfreut sich in diesem Jahre ganz besonderer Wertschätzung. So konnte auch die zweite Brut, in früheren Jahren kaum verkäuflich, rasch abgeseht werden, und zwar zu weit höheren Preisen als die Gänschen aus dem ersten Gelege. Für das Stück eben ausgeschlüpfter Tierchen wurden bis zu 2 Mark bezahlt.
Kreis Schotten.
ld. Schotten, 1. Juni. Die vielen Nachtfröste, die der Monat Mai brachte, haben das Nichtangehen vieler Veredelungen veranlaßt. Besonders groß sind die Verluste bei Steinobst, da bei diesem die Knospen zur Zeit der Fröste gerade ausgeschlagen waren und die zarten Blättchen dann erfroren sind.
0 Laubach, 31. Mai. Der Milchfuhrmann Karl Krämer aus Höckersdorf, öer, wie wir vorgestern berichteten, durch ein bedauerliches Mißverständnis für einen Einbrecher gehalten, in Bobenha usen angeschossen und in das hiesige Krankenhaus gebracht worden war, ist seiner Verletzung erlegen. Der Blutverlust war verhängnisvoll. Die Familie des Verstorbenen wird allgemein bedauert. Auch dem unglücklichen Schützen wird allgemeine Teilnahme entgegengebracht.
)—( Ruppertsburg, 1. Juni. Die ausgiebigen Regenfälle an den beiden letzten Tagen begünstigen das Wachstum der Gartengewächse, ganz besonders auch des Sommergetreides, das in seiner Entwicklung infolge der anhaltenden Trockenheit und Kälte noch fehr zurück war. Einen schlechten Ertrag bringen in diesem Jahre unsere Waldwiesen, namentlich die, die etwas sumpfig sind. Hier hat die Kälte dem Graswuchs außerordentlich geschadet. Am Samstag waren unsere Landwirte vom ftühesten Morgen bis zum späten Abend mit dem Verpflanzen ihrer Runkel- und Gemüsepflanzen beschäftigt; das gute „Setzwetter", wie man hier sagt, mußte ausgenutzt werden. Größeren Schaden haben die Maifröste an Obstbäumen und Beerensträuchern angerichtet. Die meisten Beeren sind erfroren und abgefallen. Aehnlich ist es bei den Aepf^- bäumen, die ohnedies schlechten Dlütenansah zeigten, so daß wir voraussichtlich eine äußerst geringe Aepfelernte haben werden. Besser bürfte der Ertrag der Dirnen werden, von denen einige Sorten — Spalier- und Hochstamm — einen guten Dehang zeigen. Zwetschen werden, dem augenblicklichen Stande nach, eine geringe Mittel- emte liefern.
-i- Ulfa, 1. Juni. Nach Beendigung der Feld- bereinigungsarbeiten hat letzt die Gemeinde die Kanalisation im Dorfe in Angriff genommen. Notwendig wurde sie besonders dadurch, daß in regenreicher Zeit ein großer Teil der Orts-
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