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Der erwachende Frühling

Der erwachende Frühling lockt an schönen, war­men Tagen alt und jung hinaus in Flut und Wald, wo viele fröhliche Menschen sich an den alten und doch immer wieder neuen Netzen des Lenzes ergötzen. Freudig wird jeder sprossende und grü­nende Busch jedes noch so einfache Blümchen be­grüßt, weil sie die ersten Zeichen des wiederer- wachenden Lebens in der Natur sind. Aber auch in her Tierwelt regt sich neues Leben. Die Finken und Amseln lassen wieder ihren schönen Schlag erschallen, und die anderen Sänger kehren nach und nach zurück, beziehen ihr altes S)eim oder bauen ein neues. Heroorgelockt durch die ersten warmen Son­nenstrahlen, schwingt sich ein Schmetterling durch die Luft, im Grase zeigen sich Schnecken, und Käfer machen die ersten schüchternen Versuche, zu laufen ^md zu fliegen. In Gräben und Wasserläufen wird es lebendig: es wimmelt förmlich von jungen Fischen, Fröschen und Larven in allen Stadien und Größen. Da das Gras noch nicht hoch und das S^aub noch nicht dicht ist, so spielt sich dies neue Leben fast ganz offen vor aller Blicken ab. Besonders die Jugend ist es, die ein scharfes Auge für all diese Vorgänge hat. Da gilt es denn, diesen Trieb zu Beobachtung und Verfolgung aller neuen Erschei­nungen in die richtigen Bahnen zu lenken.

Ist ein Junge sich selbst überlassen, so wird er in den allerseltensten Fällen die ihm zu Gesichte kommenden Tiere vorsichtig und mit Teilnahme be­obachten, sondern die Tiere zu fassen oder niederzu­schlagen versuchen, ohne jede Ueberlegung, ohne Sinn und Verstand. Wie viele Roheiten und Quälereien kommen dabei vor! Kein Schmetterling in den Lüften, kein Käfer im Grase, kein Frosch am User, keine Eidechse im Graben, kein Wurm an der Erde, kein Ameisenhaufen ist sicher vor der Derfol- gungs- und Zerstörungssucht der meisten Knaben. Nun würde es in den häufigsten Fällen vollständig verkehrt sein, solche Unarten und Grausamkeiten ohne weiteres zu strafen. Man wird meist finden, daß die Kinder aus Unkenntnis und Gedankenlosig­keit handeln, Moralpredigten würden da auch wenig helfen. Man muß das Interesse der Kinder wecken, indem man sie anleitet, das Leben und Treiben der sog. niederen Tierwelt still zu beobachten, und ihnen die nötigen Erklärungen zu den gemachten Be­obachtungen gibt. Wie spannend ist es z. B., den Bau der Ameisen anzusehen, wie sie sich gegenseitig helfen, wie tapfer und ausdauernd sie einen Feind, ob groß oder klein, ob stark oder schwach, angreifen, wie vorsichtig sie seinen Waffen ausweichen. Schwie­riger und viel größere Geduld und Vorsicht erfor­dernd, ist schon eine genauere Beobachtung der Vogel­welt. Aber auch das wenige, das man bei vorüber­gehender Betrachtung erblickt, wird genügen, die Knaben von dem Zerstören der Nester abzuhalten, wenn mit einigem Geschick ihre Teilnahme bis zum Wohlwollen ausgebildet wird.

Auf einen Punkt soll noch ganz besonders hin­gewiesen werden. Die meisten Verfolgungen Haden die Tiere zu erdulden, die nach der landläufigen Meinung schädlich oder giftig sind, ohne es in Wirk­lichkeit zu sein. Wir haben ja nur ein giftiges Tier, vor dem man sich hüten und das man töten muß: die Kreuzotter. Von den weitaus meisten Menschen wird alles Getier, das auf den Bauche kriecht, für schädlich und giftig gehalten und unbarmherzig ver­folgt und erschlagen Was besonders die Groß- städter, wenn sie hinaus aufs Land kommen, an Un­kenntnis oft in diesen Dingen leisten, ist geradezu haarsträubend : Blindschleichen werden zu Kreuz­ottern gemacht, und die nützliche Kröte oder der schöne harmlose Salamander für giftig und gefährlich erklärt. Der Unterricht in der Schule allein kann hier

nicht zum Ziele, führen, wenn er nicht durch Anlei­tung zur Beobachtung im Freien, ganz gleich ob von Lehrern, oder Eltern oder sonst wem, unter­stützt und fortgesetzt wird.

Ist in den Kindern die Neigung zur Tierwelt ge­weckt, dann liegt eine andere Gefahr nahe: sie wollen sammeln, lebendig für ein Aquarium oder Terra­rium, tot für Schmetterlings- und Käfersammlungen. Das darf unter keinen Umständen geduldet werden: es müßte denn unter sachkundiger Aufsicht ge­schehen, so daß Grausamkeiten ausaeschlossen sind. Das unbeaufsichtigte Sammeln ist der Jugend unbe­dingt zu verbieten. Man sehe nur, wie die Jungen gedankenlos und grausam Käser, Raupen, Salaman­der u. a. m. in Flaschen, Dosen und Büchsen ein­sperren, diese fest schließen, so daß die Tiere selten lebend nach Hause gebracht werden. Und kommen sie wirklich lebend an, so fehlt oft jede Einrichtung für eine passende Unterkunft: das Interesfe nimmt auch bald ab, und die Tierchen kommen langsam um. Die Entschuldigung, die Tiere könnten im Hause besser beobachtet werden, ist nicht stichhaltig, da ein Tier in der Gefangenschaft, wo ihm die wichtigsten Lebensbedingungen fehlen, sich nicht in feinem na­türlichen Wesen zeigen kann.

Schule, Familie und Tierschutzvereine müssen Zusammenwirken, um den Kindern begreiflich zu machen,, wie unrecht es ist, Tiere zu peinigen, oder ihnen die'Freiheit und das Leben zu nehmen. Daß durch eine rücksichtsvollere Betrachtung der Natur und menschlichere Behandlung der Tiere der Ver­rohung der Jugend wirksam entgegengearbeitet wer­den kann, beweist die Tatsache, daß in England, wo der Tierschutz viel verbreiteter ist, seit Jahren die Zahl der jugendlichen Verbrecher stetig abnimmt. Zur Erreichung dieses Zieles auch bei uns sollte jedermann freudig mithelfen. Denn das Kinderherz ist weich und empfänglich. Drum, ihr Eltern und Er­zieher, weckt in den euch anvertrauten Kinder- Herzen Liebe zur Natur, sowohl zur Pflanzen-, als auch zur Tierwelt! Und gerade die jetzt beginnende herrliche Frühlingszeit mit alle ihrer Pracht und Herrlichkeit ist mehr denn jede andere Zeit des Jah­res geeignet, Liebe zur neuerwachenden Natur zu wecken. Man achte streng darauf, daß die Kinder nicht Blumen abpflücken, um sie dann, ihrer müde, wieder wegzuwerfen. Blumen sind da, um gepflückt zu werden, doch nicht dazu, um gepflückt und gleich wieder weggeworfen zu werden. Also, ihr Kinder, nur soviel pflücken, als ihr mit nach Hause nehmen wollt! Alle andern aber laßt an ihrem Platze stehen: beim nach euch kommt vielleicht ein müder Wan­derer, trüben und ernsten Sinns, der freut sich wie­der, wenn er auch ein Blümlein findet. Und dann, ihr Eltern, weckt in den Kindern Liebe zu den Tieren, zu allen Tieren! Denn noch nie ist aus einem Kinde, welches Tiere liebt und gern hat, spä­ter ein böser Mensch geworden. Aber das Gegenteil hat sich schon oft bewahrheitet, nämlich: Wer in der Jugend Tiere quälte und mißhandelte, ist oft in späteren Jahren roh und grausam gegen seine Mit­menschen gewesen.

Und nun: Hinaus in Gottes herrliche Natur! Er­freut euch, alt und jung, an dem nun erwachen­den Frühling mit seiner Zauberpracht! A. B.

3ur Stundung und (Ermäßigung von Steuern.

Die wirtschaftlichen Verhältnisse haben zu einer Vermehrung der Anträge auf Steuererleichterungen geführt, die vielfach auch dann an die Hessische Re­gierung gerichtet werden, wenn deren Zuständigkeit nicht gegeben ist.

Einkommensteuer, Körperschaftssteuer, Vermögens­steuer, Umsatzsteuer sind Reichssteuern, auf deren

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Sie zweite Mannschaft unternimmt eine Reise in den Dogeisberg, und trägt am ersten Feiertag ein Freundschaftsspiel gegen Sportverein 1 920 Schotten aus. Ob es ihrem Sturm gelingen wird, den früheren D. f. B -Liga-Tormann Grimm zu schlagen, ist eine offene Frage. Am zweiten Feiertag ist sie beim Oberschmi t tenev-D. f.B. zu Gast.

Sie dritte Mannschaft führt am ersten Feiertag nach Frankfurt, um sich der gleichen des D. f. R. O l y m p i a zu stellen. Eine Dieder- läge wird trotz bewährtem Korpsgeist unvermeid­lich sein.

Auch die erste Jugendmannschaft! fährt am zweiten Feiertag nach auswärts und wird sich mit der ersten Jugend des Sportvereins D i l l m a r bei Qhmfel messen.

Sie zweite Jugendmanns chaft tritt ebenfalls am 2. Feiertag auf hiesigem Platz der Jugend des Sportvereins Lvllär ge­genüber

Quer durch Ohm- und Lahntal.

Auch der diesjährigen Veranstaltung des Landes­verbandes Hessen, dem Straßenrennen Quer durch O h in - u n b Lahntal" am 1. Dfterfeicrtag, 210 Kilometer mit Start und Ziel in Kirchhain, ist der Erfolg treu geblieben. Wie­derum ließen sich mehr als 200 Rennfahrer in die Liste eintragen Unter diesen befinden sich der deutsche Meister Hans Hund er tmarck - Frank­furt, der deutsche Bergmeister Damm-Köln, der Dresdner Erich Rühl von der Deutschen Meister­mannschaft des Wanderfalke-Dresden, der yii-rb- deutsche Meister Glaesmann-Hannover, Emil Müller- Pforzheim, der Meisterfahrer von Süd- deutschland, Peter Rosen- Köln, der zweimalige Sieger von ZürichBerlin, die gesamte Rennmann- schast des Meisterschaftsvereins 1889 Schweinfurt, so­wie die Elite der Deutschen Straßenfahrer, unter ihnen Gugast.Keßmeier, Witzack, Dumm, Straffer, W. Hundertmarck und Quant- Leipzig, De ibelGießen,Setzepfand -Son­dershausen, die Münchner B rändel, Kemme- t e r und Jakob usw. Der Start erfrlgt am 1. Öfter« feiertag in mehreren Gruppen, und zwar wird Punkt 8 Uhr die Altersfahrer-Rennklasse abgehen, der in weiteren Abständen die einzelnen Gruppen folgen. Die ersten Fahrer werden gegen 3 Uhr in Kirchhain zurückerwartet.

Die ersten Fahrer werden gegen 1.30 Uhr von Wetzlar her kommend durch die S t e i n st r a ß e und Marburger Straße Gießen passieren. Un­ter den Teilnehmern befindet sich unser Gießener Meisterfahrer August Deibel.

Turnen, Sport und Spiel.

V. f. B.

(-) Am 1. Feiertag hat die Ligamann- schäft den bekannten Frankfurter Fußball­vereinSportfreunde 04 zum Gegner. Sen Gästen geht in jeder Beziehung ein sehr- guter Auf voraus, so daß ein spannendes und saires Spiel zu erwarten ist. Für die Spielstarke der Mannschaft sprechen ihre Resultate gegen namhafte Gegner: u. a. schlug sie vor 14 ^agen die FrankfurterGermania" mit 32 und verlor gegen den ungeschlagenen Meister D. f. D. 01 mit nur 2:1 durch Elfmeter. Wie die D. s-D.-Mann- schast diese Aufgabe lösen wird, kann nicht vor­ausgesagt werden.

Für 2. Feiertag ist die Ligamannschaft des Fußballvereins Sprendlingen hter- her verpflichtet. Seit fünf Jahren unterhalt D. f. B. freundschaftliche Beziehungen zu Sprend­lingen, und hat manchen harten, aber immer fairen Kampf mit ihm ausgetragen. Der letzte endete mit 2:1 zu Gunsten Sprendlingens. Daß die Gästeelf etwas kann, beweist ihr Sieg im

Einziehung dem Hessischen Finanzminister eine Ein- I Wirkung nicht zusteht: entsprechendes gilt für die Rentenbankzinsen. Auf diese Abgaben bezügliche 1 Anträge sind an die Finanzämter, gegebenenfalls an den Herrn Präsidenten des Landesfinanzamts Darmstadt zu richten. Hierbei darf ein vielfach noch bestehendes Mißverständnis aufgeklärt werden: Das Landesfinanzamt ist keine Abteilung des Hessischen Finanzministeriums unter anderem Namen, es ist überhaupt keine Landes-, sondern eine Reichs­behörde. Auch auf die Einziehung der Gemeinde-, Kreis- und Prooinzialsteuern (Grundsteuer, Ge­werbesteuer, Sondergebäudesteuer) hat der Hessische Finanzminister keinen Einfluß: Anträge auf Erlässe aus Billiqkeitsgründen, auf Stundung oder Einstel­lung der Beitreibung find an die Gemeindebehörden zu richten. Auf die Kirchensteuer bezügliche Anträge sind bei dem zuständigen Pfarrer vorzubringen. Auch die land- und forstwirtschaftliche Berufs- genosfenfchaft ist keine hessische Staatseinrichtung: ihre Umlage fließt nicht in die hessische Staatskasse, so wenig wie der Brandversicherungsbeitrag, im VolksmundBrandsteuer" genannt. DieBrand­steuer" ist überhaupt keine Steuer, sondern eine Feuerversicherungsprämie zugunsten der Gebäude- Brandversicherungsanstall.

In allen vorstehend genannten Fällen handelt es sich nicht um Einnahmen des Hessischen Staates, und der Hessische Finanzminister ist deshalb auch nicht berechtigt, diese Abgaben niederzuschlagen, zu ermäßigen, zu stunden oder sonstwie in das Ver­fahren ihrer Einziehung einzugreifen. Diese Befug­nis hat er nur bezüglich der hessischen Staatsfteuern, insbesondere der staatlichen Grundsteuer, der staat­lichen Gewerbesteuer und der staatlichen Sonder- gebäubefteuer. Da die Verwaltung dieser Staats­steuern Reichsbehörden übertragen ist (die Finanz­ämter und das Landesfinanzamt sind Reichsbehör­den), so ist es naheliegend, daß die allgemeinen, vom Reichsfinanzministerium erlassenen Vorschrif­ten über Stundung, Zwangsbeitreibung, Erhebung von Verzugszuschlägen auch auf die hessischen Staatssteuern anwendbar erklärt sind.

Neuerdings sind die Finanzämter wiederum an­gewiesen worden, die Prüfung von Stundungs­anträgen in wohlwollender Weife und mit wirtschaftlichem Verständnis vorzunehmen: sie sind sind erneut darauf hingewiesen, daß Stundung auf kürzere Zeit zinslos bewilligt werden darf, und daß in anderen Fällen ein Zinssatz von nur 5 Pro­zent jährlich gerechtfertigt sein kann.

f Pokalspiel über die Aschaffenburger .Diktvria".

Auch hier wird die D. f. D.-Elf alle« daransehen | müssen, um ehrenvoll zu bestehen. Dor diesem

Spiel findet ein interessantes Handballlreffen zwischen Turngefellschaft Sachsenhausen und Män­nerturnverein Gießen statt.

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