in Steinheim, Jungviehweibe Warihof bei Grün- berg und Röthges. — Unterstützung der Krüppel- fürsorge. - Gefunden, verloren. — Dienstnachrichten.
Oberhessen.
Landkreis Gießen.
i Klein-Linden, 30. Noo. Ein noch verhältnismäßig gut abgelaufener Motorrad-Unfall ereignete sich am Samstagnachmittag im hiesigen Orte. An einem auf der Fahrt nach Gießen befindlichen MotorradmitBeiwagen hatten sich an der Vorderradfederung die Schrauben muttern gelöst, so daß die Maschine jegliche Führung orlor und über die Straßenrinne gegen eine Gartenmauer zu fahren drohte. Nur durch schärfstes Bremsen des Fahrers wurde dos Fahrzeug auf kurze Entfernung vor der Mauer zum Stehen gebracht. Während Fahrer und Beifahrer mit dem Schrecken daoonkamen, erlitt das Motorrad an der Vordcrradgabel wesentliche B e - schädigunaen. Nach Behebung derselben durch einen von Gießen herbeigeholten Autoschlosser konnte das Fahrzeug gegen Abend seine Fahrt wieder fortsetzen.
n. Großen-Linden. 30. Rod. Die hiesige Bürgermeisterei, sowie einige Kaufleute sind an bas Ferns prechnetz Gießen ange- schlossen. Diese Anschlüsse sind nunmehr seitens des Postamts Gießen aus Verkehrs- und betriebstechnischen Gründen zum 1. Januar 1927 gekündigt worden mit dem Anheim- geben, sich an das Sprechnetz Grohen-Lin- den anschlieheu zu lassen. Die Dürgermeistevei bedauert diese Kündigung, denn sie hat mit Gießener Teilnehmern und namentlich mit den in Gießen befindlichen Behörden viel öfter zu sprechen als mit den an das hiesige Sprechnetz An- geschlossenen. Tas Drei-Minutengespräch kostete seither nach Gießen 15 Pf., künftighin 30 Pf. Das hiesige S^echnetz, zu dem außer Groß.-Linder, noch die Orte Allendvrf (Lahn), Lützel linden. Hochelheim, Hörnsheim, Lang-Göns, Leihgestern undDahen- born-Steinberg gehören, wurde zu einem automatischen Selbstanschlußamt umgebout.Die Zahl der Anschlüsse betrug 1915 nur 11 und heute 114.
X A l le n d o rf (L a h n), 30. Nov. Obwohl die Kreis st raße Wetzlar — Gießen in unserer Gemarkung vor kurzem erst unter großen Kosten vollständig neu eingedeckt wurde, werden ' jetzt in der Aähe deS Allendorfer Wäldchens wiederum Ausbesserungsarbeiten ausgeführt, da die schweren Lastautos ihr Zerstö- rungswerk an der Straße ununterbrochen so<tsetzen. — Der für den erheblichen Auto- und Fuhrwerisverkehr viel zu schmale Mühlweg (Verbindung Wetzlarer Straße—Allendvrs—Gr.<« Linden) wird jetzt erheblich verbreitert, so daß eine Kreuzung größerer Fahrzeuge künftig möglich sein wird.
' Lollar, 30. Aov. Wie verlautet, beabsichtigt die hiesige Sangervereinigung im Laufe dieses Winters nochmals ein Konzert zu veranstalten. Der Derein, der unter der küystlerischen Leitung des Herrn Rhode- Marburg steht, verfügt über ausgezeichnetes Stimm-Material, mit dessen Hilfe er bisher weitbeachtete künstlerische Leistungen hergus-- brachte. Man darf dem neuen Konzert mit Jn°> UJ Lollar, 30. Nov. Am Sonntag hielt der hiesige Hausbesitzer verein eine gut besuchte Mitgliederversammlung im „Schwanen" ab. Die Herren Launspach und Kurz vom Gießener Hausbesitzer ver- e i n referierten über bedeutsame Fragen des HausbesiheS, wie Wohnun^szwangscoirischaft, Abtragung der Hypotheken, Zinsendienst, Bodenreform usw. An die Borträge schloß sich eine lebhafte Aussprache an. Der BeveinSvorstand wurde beauftragt, beim FinanzamtGiehen wegen beschleunigter Erledigung der für Lollar immer noch rückständigen Rachlässe auf die Sonder steuer gemäß § 28 des Gesetzes über die Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz vorstellig zu werden, ferner aus eine geeignete Bekanntgabe der Höhe und Berechnungsgrundsätze der Schomsteinfegergebühren hinzuwirken.
m Ruttershausen, 30. Nov. Unsere Ge- dnriiüre hat bis jetzt noch keine Wasscr- 1 ei tung. Bohrungen nach geeigneten Quellen, <>‘ie vor dem Kriege vorgeiwmmen wurden, batten mich! den gewünschten Erfolg. Der Wimsch unserer 'Einwohnerschaft nach einer derartigen Wasserversorgung verstummte jedoch nie. Am vergan
genen Freitag haben nun Beamte des Kultur-- bauamtes Gießen zusammeit mit Bürgermeister Fuchs und den-. Beigeordneten Erdmann in unserer Gemarkung Besichtigungen vor- genommen u.rd dabei im Gebiet des Toten Mann", etwa drei Kilotneter vom Dorfe entfernt, eine Quelle gesunden, von der man hofft, daß sie genügend Wasser zur Versorgung der Gemeinde liefert. Das Kulturbauamt Gießen wird zunächst die erforderlichen Dorarbeiten vornehmen, Kostenvoranschläge auÄar&eiten und diese dem Gemein berat vorlegetr
' Londorf, 30. Rov. Am Samstag bereitete brr Derein für DolkSbildung mit seinem Puppentheater ter Schuljugend der Rabenau eine besondere Freude. 3m Saale der „Stadt Gießen" hatte Reallehrer Müller -Ahlheim von Grünberg mit seinen jungen Helfern, zwei Primanern, eine allerliebste kleine Bühne aufgeschlagen, auf der die allerliebsten Darbietungen (Kasperle usw.) zum großen Ergötzen der neinen Zuschauer vor sich gingen. Diese Art der .Unterhaltung für unsere Kinder ist sehr zu begrüßen.
>> Alten-Buseck. 30. Aov. Die nunmehr soweit ausgebaute Sch anzenstrahe ist kürzlich mit St raßenbeleuchtung versehen worden, womit man einem Bedürfnis der Anwohner Rechnung getragen hat. — 3n dem Ortsnetz der elektrischen Lichtleitung machen sich seit einiger Zeit Störungen bemerkbar, die zur Folge haben, daß mehrere Straßenlampen überhaupt nicht mehr brennen. Vorgenommene Reparattrren haben keinen oder nur vorübergehenden Erfolg gehabt, so daß nach sachverständiger Ansicht eine P r üfung bzw. Instandsetzung des ganzen Ortsnetzes erforderlich sein wird. — Für ben Fortbildungsschulunterricht hat der Gemeindevorstand mangels eines verfügbaren Schulsaales den Saal des Gastwirts O. Rabenau vorübergehend gemietet. Zwecks Teilnahme an dem pflichtmäßigen Kochunterricht begeben sich die in Betracht kommenden etwa 20 Schülerinnen von hier wöchentlich einmal nach Großen- Bnseck.
: Beuern, 30 .2lov. Die Frage der Schaffung einer Autoverbinduna zwischen Beuern und Grohen-Buseck ist jetzt insofern in einen neuen Verhandlungsabschnitt eingetreten, als der Glaser Otto Damm von hier als Llnternehmer mit einem Kraftwagen hervor trat, der leistungsfähiger ist als der von dem anderen Bewerber Karl Volk vorgesehene Lastkraftwagen. Probefahrten, die Damm mit dem Wagen unternahm, sind durchaus zufriedenstellend verlaufen. In der jüngsten Gemeinoeratssitzung zog Doll seinen Antrag auf Zulassung und Förderung seines Autoplanes zurück, jedoch konnte sich der Ge- meinberat noch nicht schlüssig werden über eine Zustimmung zu 6cm Vorhaben des neuen Bewerbers Damm. Die Entscheidung über die für unser Gemeinwesen sehr wichtige Angelegenheit dürfte aber in Kürze zu erwarten fein.
t Grünberg, 30. Aov. Am Sonntag gab das Musikkorps des 1. Batl. 15. Inf.-Regts. aus Gießen unter Leitung von Obermusikmeister Gober hier ein Streichkonzert. Das abwechslungsreich zufammengestellte und mit feinem Verständnis durchgeführte Programm fand den starken Beifall der zahlreich erschienenen Besucher.
t Grünberg, 30. 2lov. Der heutige Schweinemarkt war von Käufern sehr zahlreich besucht. Der Handel ging zunächst langsam, setzte aber später fo stark ein, daß das ganze Material verkauft wurde. ES wurden bezahlt für 6—7 Wochen alte Ferkel pro Stück 25 bis 30 Mark; 7—8 Wochen alte 30 bis 35; 8—10 Wochen alte 35 bis 40; 10—12 Wochen alte 40 bis 60; über 12 Wochen alte 60 bis 65 Mark. — Der Kramermarkt war nicht stark besucht, die Stände hatten nur geringen Zuspruch.
5 Lich, 30. Nov. Um für den turnerischen Gedanken zu werben, veranstaltet unser T u r n o e r - ein am nächsten Samstag einen Werbeabend, für den die besten Turner des Turngaues Hessen als Mitwirkende gewonnen sind. Für die Bestrebungen, die die Förderung des turnerischen Geisteslebens zum Ziele haben, wird der Film vom f)er = m a n n 9 (a n f der Deutschen Turnerschaft werben, der im Verlaufe des Abends zur Vorführung kommt.
0 AOnneNrorh, 30. Aov. Bei vollbe-- setztem Saale tagte am Sonntag hier der S än -
OerFrosch mit derMaske
Roman von Edgar Wallace.
4. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
Elk rauchte gedankenvoll., „Bonnett hat eine Schwester", sagte er plötzlich zu Dicko Erstaunen. „Sie ist sehr hübsch, aber der alte Bennett ist bestimmt irgendeine Art von Gauner. Er leistet keine regelmäßige Arbeit, sondern bleibt manchmal tagelang fort und sieht merkwürdig schlecht aus, wenn er zurückkommt."
„Sie kennen die Familie?"
Elk nickte. „Der alte Bennett interessiert mich. Irgend jemand hat über seinen Wandel schon als verdächtig berichtet. Die Lokalpolizei Hot ja nichts zu tun, als Lämmchen zu hüten und siebt natürlich jeden, der kein Lämmchen ist, als verdächtigen Charakter an. Ich habe den alten Bennett beobachtet, bin aber seinen Handlungen nie auf den Grund gekommen. Er hat eine Menge der sonderbarsten Berufe gehabt. Jetzt hat er sich auf Bildaufnahmen geworfen. Ich würde wirklich etwas dafür geben, um zu wissen, was fein Beruf ist. Regelmäßig einmal im Monat, manchmal zweimal, manchmal noch öfter, verschwindet er und man kann ihn nicht ausfinden. Ich habe jeden Stromer in London nach ihm gefragt, aber sie sind alle genau so ratlos verblüfft darifter wie ich. Lew Brady hat sich auch für ihn interessiert. Er haßt Bennett. Dor Jahren machte er sich an den alten Mann heran und versuchte aus ihm herauszubringen, was für ein Spiel er treibe. Aber Bennett hat es ihm heimgezahlt."
„Der alte Mann?" fragte Dick ungläubig.
„Jawohl! Er ist stark wie ein Stier.Also, ich werde Lola besuchen. Sie ist kein schlechtes Mädel, aber mir persönlich sagen Vamnire nicht zu. Also — Genter ist tot? Halten Sie den Frosch auch dabei für beteiligt?"
„Ohne Zweifel, —* jagte Dick ausstehend. „Und hier, Elk, ist einer der Leute, die ihn umbrachten."
Er ging ans Fenster und beugte sich hinaus. Der Mann, den er durch Minuten beobachtet hatte, war plötzlich verschwunden.
„Wo?" fragte Elk hinter ihm.
„Er ist jetzt eben fort. Ich---** Im gleichen
Moment zerbrach das innere Fenster und die zer
stiebenden Glassplitter verletzten sein Gesicht. In der nächsten Sekunde riß ihn Elk heftig zurück.
. „Vom Dache der Onslow Gärten", sagte Dick ruhig. „Der Schütze hat ein halbes Dutzend Wege, um zu entwischen, die Feuerleiter nicht ausgenommen. Es geschieht zum zweiten Male, daß sie heute bei hellem Tageslicht hinter mir her sind. Als ick nach Hause zurückkehrte, geschah es das erstemal. Ein geradezu genialer Versuch, mich mit einem leichten Auto zu Überfahren. Das verdammte Ding erkletterte sogar das Trottoir."
„Haben Sie sich die 'Hummer gemerkt?"
„10 L. 19 741. — Es gibt keine solche Nummer im Register und der Führer war fort, bevor ich irgend etwas unternehmen konnte, um ihn aufzuhalten."
Elk kratzte sich am Kinn und belrachtete den jugendlichen Staatsanwalt mit zweifelndem Blick. „Das klingt ja fehr interessant. Ich habe bisher viel zu wenig auf die Frösche geachtet. Heutzutage sind geheime Gesellschaften so gewöhnlich, daß jedesmal, wenn mir ein Herr die Hand schüttelt, er mich enttäuscht ansieht, wenn ich nicht mein Ohr zupfe ober mit dem Fuße ausstampfe. Eine Räuberbande von großem Format habe ich immer als etwas angesehen, wovon man nur In aufregenden Romanen lieft. Ich kann nicht daran glauben."
(Elf nahm Abschied und ging auf dem größtmöglichen Umweg nach Scotland '.Hard zurück, anscheinend ein arbeitsloser kleiner Angestellter mit un- «erolltem Regenschirm und verbogenen Stahlbrillen. :r schlenderte nach Trafalgar Square, stand gedankenvoll still und kehrte wieder um. Dem Bureau des Staatsanwaltes gegenüber hatte ein langer Straßenoerkäufer, mit einem kleinen Tragbrett voller Zündhölzchen, Schlüsselringen, Bleistiften und den tausenderlei Kleinigkeiten, die solche Leute verkaufen, Posten gefaßt. Seine Waren waren irn Augenblick mit einem regenglänzenden Wachstuch bedeckt.
Elk hatte ihn früher nie bemerkt und wunderte sich, warum der Mann einen so ungünstigen Standpunkt gewählt hatte, denn das Ende der Onslow Gärten — der windigste Punkt in Whitehall — tft auch an schönen lagen nicht der Ort, an dem der eilige Fußgänger sich verweilen würde, um einen Gegenstand zu erstehen. Der Händler trug
gering c e Volts sängerbun des „Ehattra". Mit dem Ehvr ^Schwinge dich auf, mein Lied" begann die Tagung. Herr Rinker eröffnete diese und gab dann i>eni 1. Bundes Vorsitzenden Herrn Opper in Ettingshausen das Wort. Nachdem dieser die Erschienene-,i begrüßt, begann die Ausarbeitung der Tagesordnung. Der Jahresbericht sowie der Kassenbericht wurden verlesen, danach konnte dem gesamten Dorstand Entlastung erteilt werden. Bri den Wahlen wurde,: mit dem verdienstvollen Bunbesvorsiyen- den Opper die übrigen Dorstandsnntglieder wiedergewählt, nur das Schriftführer amt ging an Herrn Wagner über. Anläßlich seines 50jäh- rigen Bestehens wurde dem Gesangverein „2 i e b e r E r a n 3“ A 0nnenrvt h da« Fest für 1927 mit Wertung zugedacht. Umrahmt wurde die Sitzung durch gut eingeübte Chöre des Gesangvereins „ßieberirana"0 Aonnenroth. HerrOpper ermahnte zum Schluß nochmals zur Treue zum Bunde, und unter dem Liede „Brüder reicht die Hand 5um Bunde" schloß die Tagung.
Kreis Friedberg.
; Bad-Aauheim, 30. Aov. 3n geheimer Sitzung haben die Stadtverordneten geficm abend das Pensionierungsgesuch Des Bürgermeisters Dr. K a h s e r genehmigt. Die Amtszeit Dr. Kaysers läuft am 3. 3uni 1927 ab. an welchem Tage er dann auf eine 24jährige segensreiche Tätigkeit im Dienst unserer Stadt xurüdbtidcn kann. Wie man hört, soll die Wahl des Rachfolgers bis zu diesem Zeitpunkt vollzogen sein. — Die hiesige Ortsgruppe des Tierschutzvereins für Hessen hielt eine gut besuchte Mitgliederversammlung ab, in der im Anschluß an einen Dortrag über die Frankfurter Tierheime beschlossen wurde, auch hier ein Tierasyl in einfachen Ausmaßen zu schaffen. An Stadt- und Kurverwaltung soll zwecks Förderung deS Gedankens herangetreten werden. — Die Besuchszifser der Winterkur zeigt eine recht erfreuliche Höhe. Linker den Erhvlungs- suchenden, die zur Zeit hier weilen, sind in größerer Zahl airch Ausländer, denen die größere Ruhe der Wintermonate willkommen ist.
Kreis Alsfeld.
-er. Ho m v e r g a. b. Ohm, 30. Aov. Auf der Bahnstrecke Burg —Aieder-Gemünden—Kirchhain werden zur Zeit durch eine Rotte von Streckenarbeitern an der bei dem Brandauschen Anwesen die Ohm überquerenden großen Eifenbahnbrücke größere Ausbesserungen, wie Sinziehcn von Schwellen und Schienen, vorgenommen. Damit der Verkehr leine größeren Störungen erleide, und da man nicht in Aachtschichten arbeiten kann, wurden die Arbeiten so^ar am Sonntag nicht abgebrochen. Um die Brücke in gutem Zustande zu erhalten, wird deren eiserner Teil jedes Jahr mit einem neuen Anstrich versehen, einer Arbeit, die sehr gefährlich und schwer ausführbar ist. — Die diesjährigen Holzhauerarbeiten sollen sowohl in den fiskalischen Waldungen als auch im städtischen Gemeindewald am nächsten Montag beginnen. Unser Forstamt wurde nach der Pensionierung des Obersorstmeisters Bär noch nicht endgültig besetzt. Die Geschäfte werden vertretungsweise durch den Oberförster Rausch aus Romrod geführt. Oberförster Burk, der die hiesige Stelle gelegentlich einsah, hat sich zur Dienstleistung im ÄuSlande auf ein Jahr beurlauben lassen.
Kreis Lauterbach.
$ Fraur 0 mbach, 30. Aov. Gerneinde- rechner Gifert feierte dieser Tage fein 3 0- jähriges Dienstjubiläum Der Gesangverein brachte dem Jubilar ein Ständchen unb Bürgermeister Hohmeier überreichte ihm mit dem Glückwunsch der Gemeinde einen Ruhesessel. RechnungSrak Bechtold, der den Rechner vor 30 Jahren in das Amt eingeführt hatte, übergab dem Jubilar ein Schreiben des Kreisamts, in dem die Glückwünsche dieser Behörde ausgesprochen war. Der Beamte fügte seine persönlichen Glückwünsche bei, dabei erwähnend, daß er den Rechner Eifert während seiner Dienstzeit als gewissenhaften Beamten unb biederen, treuen Menschen kennengelernt habe. Die Rechner des Schlitzerlandes gratulierten jhvern Kollegen persönlich. Der Jubilar dankte bewegt für die zahlreichen Ehrungen.
§ Crainfeld, 30. Aov. Die Eheleute Jakob Wacker feierten dieser Sage bei guter
einen schäbigen Regenmantel, der bis zu den Stiefelabsätzen reichte. Ein weicher Filzhut war über seine Äugen gezogen, aber Elk sah das Gesicht, stehen.
bas an einen Raubvogel gemahnte und blieb
„Guter Verdienst?"
„Ne—in."
Elk war sofort gefesselt. Dieser Mann war Amerikaner und wollte seine Aussprache verstellen, um als Eockney zu gelten. Die unmöglichste Aufgabe, die je ein Amerikaner unternommen hat, denn bas Weinerliche und die Betonung des echten Lvn- doners find unnachahmlich.
„Sie sind Amerikaner, — aus welchem Staat?"
„Georgia", war die Antwort und diesmal machte der Hausierer keinen Versuch mehr, feine Sprache zu verstellen. „Ich bin auf einem Diehdampfer während des Krieges herübergekommen."
Elk streckte die Hand aus. „Laß mich mal deine Lizenz fehen, Bruder", sagte er.
Ohne Zögern wies der Mann den geschriebenen Vsiizeierlaubnisschein vor, der ibn zum Straßcnver- kauf ermächtigte. Er lautete auf den Namen „Joshua Brvad" und war in Ordnung.
„Sie sind nicht aus Georaia, —" sagte Elt, „aber das macht nichts. Sie sind aus Hampshire oder Massachusetts."
„Connecticut, um ganz genau zu sein", sagte der andere kühl. „Aber ich habe in Georgia gewohnt. Brauchen Sie keinen Schlüsselring? In seinen Augen zeigte sich ein belustigtes Zwinkern.
„Nein, — ich habe nie einen Schlüssel besessen, habe nie etwas des Elnfchließens Wertes gehabt", sagte Elk und befingerte die Sachen auf dem Brett. „Das ist aber kein guter Platz hier."
„Nein —", sagte der Hausierer, „zu nahe von Scotland Uard. Herr Elk."
Elk warf einen raschen Blick auf den Mann.
„Woher kennen Sie mich?"
„Das tun doch die meisten? Richt?" fragte der Mann unschuldig.
Elk musterte den Hausierer von den Sohlen ieb' ncr starken Schuhe bis zu dem durchweichten Hut und ging mit einem Nicken weiter. Der Händler sah dem Detektiv nach, bis dieser außer Sicht war. bann
Gesundheit ihre goldene Hochzeit. Kreis- direktor Dr. Michel von Lauterbach überreichte dem Jubelpaare ein Glückwunfckschreibcn der StaatSregierung, nebst einem Geldgeschenk.
Starkenburg.
Darmstadt, 3V. Nov. In Rüsselshei m wurden bei Erdarbeiten eine Urne aus der Hallstadtzeit, ein römischer Henkelkrug und ein größeres Gesäß aus der Zeit um 1700 aufgefunden. In Raun ° heim sand man auf einem Acker Urnen aus der Bronzezeit. Alle Funde wurden dem Heimatmuseum in Rüsselsheim überwiesen.
Rheinhessen.
WSA. Main z, 30. Aov. Ten «Srmittehm- gen der hiesigen Kriminalpolizei ist es gelungen, eine im besetzten Gebiet spielende Landes- derratsaffäre aufzudecken, in die der ehemalige Separalistenführer Erbes- Rieder-- Jngelheün verwickelt ist. Erbes ist deswegen verhaftet worden. Da zur Voruntersuchung und Aburteilung in erster Instanz das Ober- landesgericht Darmstadt zustäirdig ist. wurde Erbes dorthin überführt. Der dem Verhafteten Atir Last gelegte Landesverrat hängt mit der Separatistenbewegung im Jahre 1923 nicht zusammen, ist vielmehr neueren Datums.
WSM Bechthei m, 30. Aov. <2 estein nachmittag stürzte aus bisher unbefannter Llrsachc der. Schuhmachermeister Reil so unglücklich in seineuKeller, daß er an den erlittenen Verletzungen nach wenigen Stunden verstarb. Mn«= tersuchung ist eingeleitet — „
Preußen.
Kreis Mevenkopf.
XX Aus dem Biebertal, 30. Noo. Meister Lampe scheint bei den diesjährigen Treibjagden fast überall ein seltener Gast au sein. Während am Freitag auf dem Treiben in der Rodheimer Feld» mark 15 Hasen geschossen wurden, tarn bei dem Treiben in der benachbarten Königsberger @emar- kung nur ein einziger Hase zu Gesicht. Das feucht- kalte Frühjahr, dazu das viele Raubzeug in den Wäldern haben vielfach die Jungtiere nicht aufkommen lassen.
Jftrciä Wetzlar.
<> Hochelheim, 30. Nov. Am Freitag- und Sonntagabend gelangte im Saale der Gastwirt- schasl Phil. Jung —selbst durch den hiesigen Kriege r oerein der Film „Fridericus R e x" zur Ausführung. Nicht nur zahlreiche hiesige Einwohner hatten sich zu der Veranstaltung eingc- funben, auch Mitglieder der Kriegervereine Der umliegenden Gemeinden (Hörnsheim, Grohen-Linden, Lang-Göns usw.) nahmen an ihr teil. Die Vorführung, die mit entsprechender Musik begleitet war, mürbe von den Gästen mit Beifall ausgenommen.
00 Reiskirchen, 30. Nov. Bei einer dieser Taae hier abgehaltenen W a l d t r e i b s a g d aui Hasen und Füchse wurden von Treiben: verschiedene Pakete mit Kleidungsstücken im Walde versteckt aufgefunden, die aus dem Einbruchdiebstahl in der Jagdhütte Vollnkirchen herrühren. Die sofort benachrichtigten Iagdpächter von Vollnkirchen erkannten die Kleidungsstücke als die ihrigen wieder. Von den Tätern fehlt bis jetzt noch jede Spur.
* Hohensolms, 30. Nov. Die hiesige H e i in> Volkshochschule, die in unserem alten Schloß unteraebracht ist, bat am 1. November einen Volks Hochschulkurs begonnen, der von einer großen Anzahl junger Leute besucht wird. In beut Lehrgang, der auf ein Vierteljahr vorgesehen ist, wird als besonders aktuelles Thema Geschichte, Wirtschaft und Kultur des 19. Jahrhunderts behandelt. Da ein großer Teil von Arbeitsämtern diese Kurse in den Dien st der Erwerbslosen für- sorge gestellt hat, um jugendlichen Erwerbslosen die Möglichkeit zu neben, ihre Bildung zu erweitern und zu vertiefen, so mußte neben der eigentlichen Volkshochschule ein weiterer Rurs für (i r. werbslose eingerichtet werden; darin ioUen neben den vrakttjchen Fragen der Wirtschaft und Berufskunde besonders solche des persön. lichen Lebens behandelt werden. Aus diese Art wird den JugenSlichen den Blick für das ö f f e n t liche Leben geöffnet, und sie selbst in der Gestaltung ihres persönlichen Lebens hoffentlich in der besten Weise beeinflußt. Der neue Erwerbslosen- kursus geht wegen Weihnachten vom 1. bis 23. De-
befestigte er das Wachstuch wieder über seinem Tragbrett, schnallte es fest zu und ging in der Richtung, die Elk genommen hatte, weiter.
Als Ray Bennett aus Maitlands Haus trat, um zum Mittagessen zu gehen, sah er einen schäbigen und schwermütig ausseyenden Mann an der Ecke des Gehsteiges stehen, der ihm aber nur «'men flüchtig schweifenden Blick schenkte. Er kannte Elk nicht, und ihm entging auch die Tatsache, daß er von jenem In das kleine Wirtshaus verfolgt ivurde, wo Philo Johnson und er ihr bescheidenes Essen einzu- nehmen pflegten. Der Beobachter würde Ray sicher^ lich unter keinen Umständen entganaen sein, aber In seiner heutigen Gemütsverfassung hatte er feinen andern Gedanken als den an sich selbst und un dar beleidigende Gehaben des alten, rübezahlbärtigen Maitland.
„Der alte Teufel", sagte er, als er neben Johnson einherging. „Einen lOprozentigen Gehaltsabzug zu machen und damit gerade bei mir anzufangen! Und die Morgenzeitungen schreiben heute, daß er für das „Nord-Spital" fünftausend Pfund gefpenbtt hat."
„Er ist ein wohltätiger Bursche, aber was den Abzug betrifft, so wollte er Sie einfach los we.d:n", sagte Johnson fröhlich. „Was nützt das Schelten? Der Handel liegt darnieder und die Börse fft toter als Ptolemäus. Der Alte wollte Sie abpauen, er meinte, Sie wären irgendwie überflüssig. Aber wenn Sie doch darüber die idealere Seite des Lebens nicht vergesien wollten, Nay?"
„Idealere Seite!" schnaubte der junge Mann und sein Gesicht wurde rot wie Mohn. „Ich habe dar Gehalt eines kleinen Jungen, unb ich brauche ent« setzltch viel Geld. Philo."
Philo seufzte, und diesmal bewölkte sich fein gub mittiges Gesicht.
„Wenn ich so denken würde wie Sie, so müßte ich verrückt werden oder zumindest ein großer Per. brecher. Ich verdiene kaum 50 Prozent mehr als Sie, und doch vertraut mir der alte Herr Hunderttaufende an. Die Kunst, glücklich zu sein," tagte er, indem er seinen Teller fortschob und eine Zigarette an zündete, „besteht darin, keine Bedürfnisse zu haben. Dann erhält man immer mehr als man nötig hat. Die geht es Ihrer Schwester?"
(Fortsetzung folgt.)


