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100 Mark Geldstrafe belegt. Auch der Einzel- richter gelangte auf den Einspruch des Angeklagten zu dessenDerurteilung unter Ermäßigung der Strafe auf 60 Mark. Gegen dieses Urteil legte der Ange- rlagte Berufung em, jedoch ohne Erfolg, denn das Gericht gelangte auf Grund des Indizienbeweises zu der Ueber^ugung, daß nur der Angeklagte als

. l.n Frage komme, und daß für solche Roheits- e XeinerIci Milde am Platze sei. Das Urteil lautete

auf Verwerfung der Berufung.

Wirtschaft.

gwei Jahre Reichsmark.

Es sind jetzt zwei Jahre seit Schaffung der >ie,chsmark verflossen. Ein Rückblick auf die Entwicklung unserer Währung seit den schlimmen Jnslationsjahren dürfte daher besonders inter­essant sein.

Das neue Bankgesetz schreibt vor, daß die um­laufenden, auf Reichsmark lautenden Roten zu 40 Proz. in Gold und Devisen gedeckt sein und daß drei Viertel dieser Deckung "(30 Proz.) aus effektivem Gold bestehen müssen. Der nicht durch Gold und Devisen gedeckte Teil des Notenum­laufs ist durch Wechsel sicherzustellen.

Die Pflicht zur Einlösung der Roten in Gold ist nach § 52 des Bankgesetzes bis auf weiteres luspendiert. Die Gerüchte, daß die Reichsbank beabsichtige, in den deutschen Zahlungsverkehr Gold­münzen einzuleiten, entsprechen nicht den Tatsachen. Das Reichsbankdirektorium steht vielmehr auf dem Standpunkt anderer großer Länder, welche die Sät­tigung des Verkehrs mit Goldmünzen nicht für die zweckmäßigste Form der Goldwährung halten. Rach seiner Ansicht genügt es vielmehr, wenn der ent- iprechende Goldbetraa in den Gewölben der Noten­bank thesauriert bleiot (Goldkernwährung).

Eine Gegenüberstellung der Gold- und Devisen­bestände mit dem Notenumlauf gibt das Deckungs­verhältnis an:

Dalum

Bestand an:

Umlausende

Deckung durch

Bold

Devisen

Reichrbanknolen

Bold und Devisen in %

15.10.24

613

204

1396

58,6

31.12. 24

759

253

1941

52,2

30 6.25

1061

353

2474

57,2

31.12.25

1208

402

2960

54,4

30. 6.26

1492

324

2971

61,2

30. 9.26

1598

521

3251

65,2

Der Bestand in Gold, sowie auch der Bestand in Devisen sind demnach in den letzten zwei Jahren auf das Zweieinhalbfache gestiegen. Andererseits hat sich auch der Umlauf in Reichsbanknoten mehr als verdoppelt. Das Deckungsvcrhältnis ist aber heute nicht unwesentlich günstiger als vor zwei Jah­ren. Schon Mitte Oktober 1924 konnte die Neichs- bank die Entwertungsklausel im Diskontverkehr, die zum Schutz gegen die Valutaentwertung eingeführt war, aufgeben.

Der Reichsbankdiskont ist allmählich von 10 auf ß Proz. (seit 6. Juli 1926) gesenkt worden. Wenn man bedenkt, daß der Durchschnitt des Reichsbank­diskonts im Jahre 1914 4,89, in 1913 5,88. im Jahre 1907 sogar 6,03 Proz. betrug, so darf mit Ge­nugtuung festgestellt werden, daß wir uns auf dem be ten Wege zu einer Annäherung an die früheren ge estigten Verhältnisse befinden. Auf jeden Fall be teht nicht der geringste Anlaß, in die Festigkeit der Währung Zweifel zu setzen, wie dies Ausstreu­ungen von unverantwortlicher Seite aus selbstsüch­tigen Motiven hin und wieder glauben machen wol­len. Das Ausland sieht die deutsche Reichsmarknote schon seit langem als ebenso vollwertig wie die amerikanische Dollarnote an.

Don den SchlachlviehmärKten.

An den Schlachtviehmärkten der vorigen Woche war die Marktlage bei Rindern und Schweinen gegenüber der Vorwoche wenig ver­ändert. Kälber, die in den letzten Wochen immer relativ gutes Geschäft gehabt, hatten in der Be- richtswoche wesentlich weniger günstige Markte: dagegen hat sich die Marktlage für Schafe etwas gebessert. In den Auftriebsziffern sind für alle Gattungen größere Verschiebungen gegen die Vorwoche nicht eingetreten. Die Preise gestalten sich für Rinder unter Schwankungen an den ein­zelnen Plätzen im Durchschnitt doch ziemlich stetig, und ähnlich war das Bild auch bei Schweinen, wo allerdings die Schwankungen teil­weise größeren Umfang annahmen. Auch bei Schafen war die Preisbildung im Durchschnitt der unten genannten Plätze ziemlich stetig, wäh­rend Kälber im Einklang mit der ungünstigeren Marktlage größtenteils Preisnachlässe verzeich­neten.

Auf den nachstehenden Märkten tour Öen für 1 Pfund Lebendgewicht in Pfennig notiert:

Rinder

Berlin 20-54

Bremen 25 - 53

Breslau 2058

Chemnitz 2459

Dortmund 2557

Dresden 23-60

Düsseldorf 2557

Elberfeld 20-58

Esten 26-58

Frankfurt M. 22-62

Hamburg 15-54

Hannover 20-58

Husum 1554

Karlsruhe 2056

Kassel 25-57

Kiel 16-49

Köln 25-60

Leipzig 26-59

Magdeburg 20-56

Mannheim 12-60

München 22 - 62

Stettin 15-56

Stuttgart 14-59

Zwickau 15-55

Kalber

Schale Schweine

50-96

30-53

68-80

50-95

35-55

60-78

50-78

22-55

70-84

60-88

35-50

70-83

60-100

30-50

60-80

58-87

25-58

65-84

50-88

64-84

55-88

68-80

55-110

30-50

67-82

60-86

25-45

65-83

34-95

25-55

66-80

40-90

30-50

65-80

36-45

7580

77-83

56-77

75-85

29-77

24-50

49-77

50-115

36-46

65-84

45-86

28-56

70-84

40-85

25-46

65-82

58-85

32-44

63-83

60-88

60-84

35-88

15-48

72-82

70-85

58-83

60-85

30-54

74-84

D i e Reichsindexziffer für' die Lebenshaltungskosten im Oktober lErnährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, 'Bekleidung undSonstiger Bedarf") ist nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamtes für den Durchschnitt des Monats Oktober mit 142,2 gegen 142,0 im Vormonat nahezu unverändert ge­blieben. Auch bei den einzelnen Vedarfsgruppen waren Schwankungen von nennenswertem Aus­maß nicht zu verzeichnen. Rur innerhalb der Er- nährungsausgaben stand ein stärkeres Anziehen der Eierpreise einem erheblichen Rückgang der Gemüsepreise gegenüber.

Bamag-Meguin A.-G., Berlin. Die Verwaltung dieser Gesellschaft teilt zu den Vörsengcrüchten über Zusammenschlußverhand­lungen folgendes mit:Irn Zusammenhang mit einer gesteigerten Rachfrage nach Aktien unserer

Gesellschaft sind letzthin verschiedentlich Gerüchte über schwebende Zusarnmenschlußbestrebungen auf­getaucht. Wir bemerken, daß Verhandlungen dieser Art nach keiner Richtung hin geführt werden. Was die allgemeine Geschäftslage an­belangt, so hat sich zwar der Auftragseingang in verschiedenen Abteilungen gehoben, jedoch wird das am 30. Iuni 1926 zu Ende gehende Geschäfts­jahr in Auswirkung der bereits in unserem vorigen Geschäftsbericht erwähnten Umstände einen V e r- l u st aufweisen."

Ausverkauf der Koksvorräte durch das Kohlen-Shndikat. Auf Grund der in der letzten Zeit getätigten Verträge sind die Koksvorräte des Ruhrreviers durch das Rheinisch-Westfälische Kohlenshndikat ausverkauft worden. Die Vorräte betrugen noch ca. 2 Mil­lionen Tonnen. Der augenblickliche weitere Ab- ah für Koks beträgt ca. 400 bis 500 000 Tonnen. * Vom Sieaerländer Eisenstein- verein. In der Mitgliederversammlung teilte die Verwaltung mit, daß infolge des steigenden Ab- atzes weitere Bergarbeiter neu eingestellt werden konnten. Für den Monat November ist der Ver­kauf zu unveränderten Preisen und Bedingungen reigegeben.

Börsen karle.

189 | 192,5*

167.5

159,5

165

139,75

143

169

166

143

182

167,5

257

182 60*

138

165

182,25

184,9- 198*

160*

172

87

338*

147,6

184

117

135,5 I

159 i

151,75

186 75

176,5

179.25

115

183

116.62

252

180,5

257

189,75

153,5

99

143*

182

168,75

176.75

176

1815

185

200

160

173,75

86

334,75

145,75

50

141

185

169.5

166

107.75

147.75

210.5

159

184.5

179

433.75

145

179,25

168,25

158.5

8,13

180.25 170 157 8.8

177.5

182

196,75

159

172,5

88.5

100

140

178,75

165

102

154

; 165

I 209,4

179,5 I

255.5 I

185.25

177.5 174 100 160

NI,5

339

147

146.5

209

258.5

181

262

191*

186.251 188

176,5 ! 179,75

178.75

181,9

194,9

159

171,75

87.12

99.5

140

178.25

166

Berltittt Handelsgesellschaft. Commerz, and Privat-Bank Darrnft- und Nationatbank . Deutsche Bank.........

Deutsche BerrmSbaok . . . . DiSconto Lovunandit . . . . Metallbank..........

Mitteldeutsche «Kreditbank. . Oeftrrrrichische Lrrditanstalt Weltbank .........

Bochumer ®uh Buderus Caro ..........

Luxemburg......

irchencr Bcrgloerke. .

Slnglo-Cont-Guano

Chemische Mayer Alapiu . . Ff- G. Aarbenindufttte, A.-G. Goldschmidt.....

Holzverkohlung ....... Rutgerswerke . . ..... Schcideanstalt ........

Sag. ElettrizttätS-Gesellschaft Bergmann . . ...... Mamkraitwerke ....... Schuckeri .. Siemens L Halske .....

Harpener Bergbau . . . . Kaliwerke Aschersleben. . Kaliwerk Westeregeln. . . Laurahütte......*

Oberbedarf ........ Phönix Bergbau . .. . . R Heio stahl ....... Nicbcck Montan ..... TelluS Bergbau.....

Bereinigte Stahlwerke A. Hamburg-Aw.enka Paket. Norddeutscher Llovd . .

Lheramische Werke Albin Zementwerk Heidelberg . Philipp Holzmann . . . .

103

179 i

166.75

157.5!

8,12;

8o;

178,25 ;

116,4

Frankfurt a.M.

Berlin

Schlug-

l-Uhr- Äur»

Schluß- fiore

Anfang Hure

Datum:

3J. 10.

LIL

30. 10.

1. 11

57o Deutsche Rcichsanletde . <% Deutsche Rcichsanleche W/f, Deutsche Reichsan leide

0.7525

0.785

0,7407 0.71

0,7875 0.74

0,70

0.71

0.735

3% Deutsch« R-ichsän leihe Deutsche Sparprämtenanlethe

0.86

0.8605

0,90

0,426

0,45 0.715

4®/e Preußische fionloLS .

0,705

-

0.735

0,70

0,685

0,685

-

-

Deutsche Wertd. Dollar-Aul.

95

bfo- Doll-Schov-Alurrtiug.')

e»l. Montflrfrn.........

18,75

44

18,62

18,5

S*/e Solduiertkaner......

Adlerwerke filetier ..... Daimler Motoren. ...... Heyligenstoedk ..... Meguin......... . ,

Motorenwerke Mannheim

Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Brann . . . MetaNgesellSchaft Frankfurt. Pet. Union

Schuhfabrik Herz > .....

Sichel. . . . * Zellstoff Daldhof ..... Zuckerfabrik FrankenIhlU . . Zuckerfabrik Waghäusel . . .

105.5

97

29 ;

67.25

17

52

176.5

116

68.9

2.5

200,25 91

HO

100

105,75

98

107,25 101.75

67.25

41

Ä

175,5

117

>

68

6.5

204,5

201.9

205,5

94

115,5

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M.

Telegraphilche Auszahlung.

Ban knoten.

30 Oktbr.

1. Novbr.

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Geld

Arier

Geld

Bries

Limite Noti

167,94

168,36

167,94

168,36

Buen--Aires

1,708

58,44

1,712

1,708

1.712

Brss.-Antw

58,57

58,41

58,58

Lhristiania.

104,67

104.88

104.67

104,93

Kopenhagen

111,64

111,92

111.64

111,92

Stockholm

112,16

112.44

113.16

112,44

HttssngforS

10,558

10,595

10,558

10,598

Italien. .

17,98

18.02

18,10

18,74

London. .

-0.358

20.408

20,36

20,405

Neuyork . .

4.19'J5

4,2095

13,29

4,199

4,209

Paris. . .

13,25

13,375

13,451

Schweiz . .

t0,97

bl.17

80,96

61,16

Spanten. .

63,62

63,68

63.72

63,88

Japan . . .

2,058

2,062 0.577

2,056

2,060

Wo de Jan

0.575

0.574

0,576

Wien tn D.- Cefl. abgest

59,29

59,34

69,31

59,55

Prag ....

12,432

12.472

12,412

12,472

Äelgrad . .

7.41

7.43

7,41

7,43

Budapest. .

5,875

5,895

5.87

6,895

Bulgarien

-,023

3,035

3,032

3,042

Lissabon

21,475

21,525

41.475

-1,525

Danüg. . .

81.45

81,65

81,42

81,62

fionstmtin.

2.135

2.145

2,135

2,145

Athen

6,14

6,16

5,19

5,21

Canada. . .

4,201

4,211

4.201

4.211

Uruguay .

4.177

4,187

4,177

4,18

Berlin, 30 Oktbr

Geld

Brief

Amerikanische Note, .....

Belgische Noten .......

Dänische Roten ..... .

4.183 58,32

111,34

20,33 13,32

167.58

18.04 104,36

59.08

2,34 111.92

80,75

63,81 12,40

5.84

4,203 68,62

111,90

20,43

13,31

168,42 18,14

104,88

69.38

2.38 112,48

81,15

63,63 12,46

5.88

Englische Noten........ Franjösssche Noten ...... Holländische Noten ...... Italienische Noten ...... Norwegische Noten......

Deutsch-Ocsterr., 5100 Kronen

Rumänisch« Noten......

Schwedische Noten.....

Schweizer Noten ......

Spanische Noten..... ,

Tschechoslowakische Roten . . Ungartsche Noten . . .

rankfurter Börse.

(Eigener Drahtberichl des ..Gießener Anzeigers'^

F r a n k f u r t a. M., 1. Roo. Tendenz: fest, Elek­troaktien haussierend. Die erste Börse im neuen Monat eröffnete In zuversichtlicher und fcfter Haltung. Die Spekulation, die am Ende der Woche den Markt durch ihre Verkaufsneigung unsicher gestaltet hatte, war heute sehr untemeh- mungslustig und betätigte sich in starken Rück­käufen. Dos Geschäft wickelte sich recht lebhaft ab wozu auch die erneut eingelaufenen Publikumskauf­auftrage beitrugen. Das Interesse wandte sich Haupt- lachlich Spezialwerten zu. Namentlich Elektro­aktien begegneten einer starken Nachfrage infolge der günstigen Konjunktur dieser Unternehmungen. AEG. plus 8, Bergmann plus 8, Felten plus 7,5,

Lahmeyer plus 6,5, Schuckert plus 2,25, Siemens plus 9 Prozent. Auch Montanwerte erfreuten sich einer lebhaften Nachfrage aus den schon oft er­örterten Gründen. Die Kursgewinne waren aber bescheidener. Buderus plus 1,2, Deutsch-Lux plus 4, Gelsenkirchen plus 3, Harpener plus 3,3, Älotfner ölus 3,8, Mannesmann plus 0,75, Mansfelder- plus 3 6 Phönix plus 3,3, Riebeck plus 2,5, Stahlverem plus 4,5 Prozent. Dagegen gaben Laurahutte um 2,5 Prozent nach. Kaliaktien leicht erhöht. Don Chemiewerten waren J.-G.-^arden wieder stark begehrt und eröffneten mit einem Kursgewinn pon 3 Prozent. Die übrigen Werte waren nur ge­ring verändert. Bankaktien befestigten sich um 1 bis 2 Prozent. Bayerische Hypotheken plus Commerz plus 2,1, Darmstadter plus 4, Deutsche plus 3,5 Prozent. S ch i f f ah r t s a ktlen tendier­ten 2 bis 3 Prozent fester. Von M o n t a na k tie n büßten Sieger 4 Prozent ein, dagegen befestigten sich Daimler um 3 Prozent, auf 100 Prozent. Hanfa- Lwnd plus 1,3, NSU. plus 2,2d Prozent 3ell = ft o H a f t i e n weiter anziehend. Waldho) plus 2 Prozent. Von B a u a f t i e n konnten Holzmann einen neuen Gewinn von 6 Prozent erzielen, Wayß & Freytag plus 7, Dyckerhoff plus 7 und Zement Heidelberg plus 2,5 Prozent. M a f ch i n e n a k t i e n lagen fester. Zuckeraktien tendierten ziemlich fest. Heilbronn plus 1,75 Prozent. Auch am deut, fchen Rentenmarkt war das Geschäft belebt. Kriegsanleihe und Schutzgebiet zogen an. (Schutz­gebiet 17,60). Ausländische Renten ruhig, aber fest. Der Freiverkehr zeigte leicht an­ziehende Kurse. Growag 64, Brown Boven 155, Benz 97, Entreprise 10, Frankfurter Handelsbank 85, Ufa 38 Prozent. Der weitere Verlauf hatte trotz verminderter Gefchäftstätigkeit feste Tendenz. Am Geldmarkt stellte sich Tagesgeld auf 6 bis 6,5 Prozent, Monatsgeld 5,90 bis 7,50 Prozent. Im Devif enverkehr traten keine nennenswerten Veränderungen ein. Paris gegen London 153.

Berliner Börse.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".) Berlin, 1. November. Die Börse trat zu Be­ginn der neuen Woche in eine e r n eu t e Hausse- ft i m m u n g ein, die lebhafte Kurssteigerungen her­beiführte. Es war dabei bemerkenswert, daß nicht nur eine große Zahl bisher im Hintergrund geblie­bener Werte stark befestigt waren, sondern auch die bisher favorisierten Aktien weiter in ansehnlichen Beträgen aus dem Markt genommen wurden. J.-G.- Farben zogen auf ziemlich 340 Proz. an, Darm­städter Bank auf über 262 Prozent. Die heutige Börse hatte somit einen Tag der Rekord- k ä u f e. Das Ausbleiben zahlreicher Provinzkauf­aufträge infolge des katholischen Feiertags (im Rheinlande sind die Banken heute zum größten Teil geschlossen) machte sich kaum bemerkbar. Neue An­regungen, die auf die Tendenz von Einfluß fein konnten, lagen dabei nicht vor. Die lebhaften Umsätze dürsten vielmehr darauf zurückzuführen fein, daß beim Publikum die Meinung verbreitet ist, daß trotz des erhöhten Gesamtkursniveaus immer noch Ge­winnaussichten vorhanden sein, zumal man neue An­regungen aus den noch im Gange befindlichen Transaktionen in wichtigen Indu­striezweigen erwartet. Einige Terminpapiere, wie Hapag und Hansa, bröckelten zwar leicht ab, je­doch nur aus dem Umstande, daß die Erneuerung der Limite, die mit dem Monatsschluß am Samstag erfolgte, noch nicht allgemein in der ersten Stunde durchgeführt war. Im Vordergründe standen heute Elektroaktien, die scharfe Steigerungen auf­wiesen. Von Monanaktien konnten Oberbedarf infolge des großen Mißverhältnisses zwischen Nach­frage und Angebot nicht notiert werden. Lebhaftes Jntereffe bestand ferner für Bankaktien, CHe­rn i e w e r t e, Maschinenaktien und verschie­dene Spezialpapiere. Am Geldmarkt stellte sich der Satz für Tagesgeld zwar noch auf 6 bis 7 Proz., doch war zu diesem Satz reichliches Angebot vor­handen. Monatsgeld wurde nur in kleinen Beträgen gehandelt und stellte sich ebenfalls auf 6 bis 7 Proz. Befürchtungen über eine baldige Verknappung am Geldmarkt scheinen bei der Börse nicht zu bestehen. Im Devisenverkehr wurden die Valuten etwa auf der Basis der Samstagsbörfe gehandelt.

Frankfiirr.'r . ^c:Scbvr-r.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".) Frankfurt <l M.. 1. Rov. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 29,75 bis 30; Rog­gen, inländischer, 24,25 bis 24,50; Sommergerste für Brauzwecke 24,50 bis 27,507 Hafer, inländ., 20 bis 20,75; Mais (gelb) 20 bis 20,25; Weizen­mehl, inländ., Spezial 0 42,25 bis 43,25; Roggen­mehl 35,25 bis 36; Weizen- und Roggenkleie 11 bis 11L5; Erbsen 45 bis 70; Linsen 50 bis 80; Heu, süddeutsches, gut, trocken 7,50 bis 9; Weizen- und Roggenstroh 4,25 bis 5, gebündelt 3,50 bis 4; Treber, getrocknet, 17 Mark. Tendenz: Leichter, in Futtermitteln fester.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 1. Nov. Auftrieb: Rinder 1752 Stück, darunter Ochsen 494, Bullen 72, Kühe 716, Färsen 471, Kälber 382, Schafe 351, Schweine 3802. Rinder: Ochsen, vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts: jüngere 56 bis 60, ältere 53 bis 57, sonstige vollfleischige: jüngere 47 bis 52, ältere 42 bis 46; Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 48 bis 52, sonstige vollst, oder ausgemästete 43 bis 47; fleischige 39 bis 42; Kühe: jüngere, vollst., höchsten Schlachtwerts 47 bis 52, sonstige vollst, oder ausgemästete 40 bis 46, fleischige 30 bis 39, gering genährte 20 bis 28; Färsen (Kalbinnen, Jungrinder): oollfl., augem., höchsten Schlachtwerts 55 bis 59, vollst. 48 bis 54, fleischige 38 bis 47. Kälber: beste Mast- und Saugkälber 75 bis 81, mittlere Mast- und Saug­kälber 68 bis 74, geringe Kälber 56 bis 67. Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthammel (Weidemaft) 40 bis 45, mittlere Mastlämmer, ältere Masthammel und gut genährte Schafe 34 bis 39, fleischiges Schafvieh 28 bis 33. Schweine: Fetffchweine über 300 Pfund Lebendgewicht 77 bis 79, oollfl. Schweine von ca. 240 bis 300 Kfd. Lebendgewicht 77 bis 79, von ca. 200 bis 240 Pfd. Lebendgewicht 75 bis 79, von ca. 160 bis 200 Pfd. Lebendgewicht 75 bis 79, fleischige Schweine von ca. 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 72 bis 77, Sauen 60 bis 70 Mark. Marktoerlauf: Geschäft in Rindern langsam und etwas Ueberftanb, in Schweinen schleppend und großer Ueberftanb. Kälber bei schleppendem und Schafe bei regem Handel ausverkauft.

berliner PrsvuLtenbÄrsc.

Berlin. 30. Oft. Vorn Ausland lag heute wenig Anregung vor. Der Ansangsturs für Wei­zen wurde etwa 50 Pfennig niedriger. 3n Roggen zeigt sich wenig Angebot, während andererseits auch das Kaufinteresse der Vortage etwas nach­gelassen hat. Der 1 Zeitmarkt hatte ähnliche Ab­schwächungen wie der Weizen. Gerste ist

mittleren Qualitäten etwas mehr angebvten, aber nur beste Sorten gesucht. Hafer fast behauptet, die Forderungen lauten zu hoch, als hier durch­zusehen ist. Futterartikel gut behauptet und rege umgesetzt. Es notierten: (1000 Kilogramm): Wei­zen, märkischer, 273276 Mark; Roggen, mär­kischer, 221226; Sommergerste 220266; Win­tergerste 192205; Hafer, märkischer, 180196; Mais, loco Berlin, 201206; (100 Kilogramm): Weizenmehl 36,5039,75; Roggenmehl 32 bis 33,75; Weizeirkleie 12; Roggenkleie 11,75; Vik­tor! aerbsen 5868; kleine Speiseerbsen 4042; Futtererbsen 2226; Peluschken 2122; Acker- bohnen 2123; Wicken 2526; Lupinen, blau, 1314; Lupinen, gelb, 1415; Rapskuchen 15,80 bis 16; Leinkuchen 20,80 bis 21; Trockenschnihel 9,8010,20; Sohaschrot 19,9020,10; Kartoffel- flocken 24,10-24,50 Mark

Büchertisch.

Die großen Abenteurcrnaturen, wie sie das Zeitalter der Entdeckungen in reicher Zahl . hervorbrachte, wie sie in den Tagen der See­räuber die Meere unsicher machten, und wie sie in der Phantasie wenigstens noch bis in die Zndianergeschichten unserer Jugendzeit hinein- ragen, diese handfesten wilden Gestalten, die in allen Sätteln gewandt sind und allen Aufgaben, die man an Mannesmut und Ausdauer stellen kann, gerecht werden, scheinen heute ausgestorben. Seit Dampfschiff, Eisenbahn, Auto und Flug­zeug die Welt eroberten, ist für die Romantik des einzelnen scheinbar kein Raum mehr. Lind doch nur scheinbar; wenn man ein Buch wie das neue DrockhauswerkDer wilde Landor. Das Maler- und Forscherleben A H. Savage Landors, von ihm selbst erzählt'^' o«r Hand nimmt, dann scheint all das, was wir von romantischen Lebensgeschichten kennen, wieder da . zu sein. Maler Weltenbummler in Tibet gefoltert in Brasiliens Älrtoälbem verschollen mit Strohhut und Spazierstöckchen durch Asrika Feind der Zivilisation Gast der Könige und Feldherren Spion- und Krregs- berichterstatter Erfinder von Tanks und Flug­zeugen. Freilich bedarf es auch eines außer­ordentlichen Menschen, eines freundlichen Ge­schicks und einer an Ereignissen so reichen Zeit, wie sie die Jahre von 1870 bis 1923 darstellen, um eine solche Fülle des Erlebens in ein kurzes Men­schendasein zu bannen. Auf der Höhe seines reichen Lebens wurde Landor durch einen plötz­lichen Tod hinweggerissen. So ist dies Werk durch des Schicksals Fügung sein letztes geworden. Aber eben darum ist diese Lebensbeichte kein behagliches, beschauliches Rückblicken auf Ver­gangenes, keinErinnerungsbuch", sondern ein Kaleidoskop unseres Zeitalters, eine Jagd nach dem Abenteuer, ein bunter Wechsel von Reichtum und Entbehrung, glänzendem Luxus und äußerster Dürftigkeit. Man liest das Ganze, in Atem gehal­ten. in einem Aufsitzen von Anfang bis zu Ende. P<W

Heber den Stand ber Rabioentwicklung in ber Neuen Welt unterrichtet ein mit anschaulichen Bil- bern ausgestatteter Artikel von G. Doberzinsky in ber Nummer 4259 berIllustrierten Zei­tung" (Verlag I. I. Weber, Leipzig). Im wei­teren Inhalt wirb u. o. ber Bühnenbau an ber Steil­küste Samlanbs dehanbelt, ferner bas 100jährige Bestehen ber Münchener Universität geroürbigt. Die Meisterbirigenten ber Gegenwart finben in einem mit vorzüglichen Zeichnungen unb Nabierun- gen gezierten Aufsatz gebührenbe Berücksichtigung. Der Qartenfreunb wirb besonbers bie Abbilbungen plastischen Gartenschmuckes begrüßen. Die Wunber- weit ber Monbalpen erschließt eine burch einen trefflichen Artikel erläuterte Zeichnung. Eine statt­liche Anzahl aktueller Bilber sowie Beiträge über die Mobe bes Tages helfen ben reichen Inhalt ver- vollstänbigen.

Thea de Haas: äLrwaldhaus und Steppenzelt. Ostafrikanische Erlebnisse. Mit farbigen und schwarzen Bildern. 346 Seiten 8°. Philipp Reclam Verlag, Leipzig. Eine mutige Frau unternimmt an der Seite ihres Gatten weite Reisen in der früheren deutschen Kolonie und sieht mit den Augen der Malerin Land­schaft, Tiere und Menschen; überall weih sie Eigenarten zu entdecken, die weniger geschärften Blicken entgehen würden. Höhepunkt der Schil­derung: Wie auf einer Kafferplantage im Ror- den die Rachricht vom Kriegsausbruch eintrifft; was Deutsche barm in Ostafrika erleben muhten, ist zum dauernden Gedächtnis festgehalten. 577

Das heilige Leben. Roman von Ger­trud Sievert-Drausewetter. 207 Seiten 8°. Ge­brüder Paetel, Berlin und Leipzig 1926. ilnb wenn das Herz hundert Tore hätte wie Theben, so lasse die Freude herein zu allen hundert Toren . . .! 3n leuchtenden Lettern steht dieses Wort über dem Portal der Kuranstalt, wo eine schöne Frau vergessen und gesunden soll. Hier soll sie, umgeben von harmlosen und lachen­den Menschen, wieder lernen, das Leben zu achten und zu lieben. Aber allen Genesungsversuchen setzt das Schicksal ein unerbittliches Rein entgegen. Der Sinn dieses Buches: Wer sich am Leben vergreift, vergreift sich am Glück. Wer keine Ehrfurcht vor dem Gnadengeschenk des Himmels hat, leben, lieben und sein zu dürfen, bleibt immer ein Fremdling unter den Menschen. 527

Spielplan Ser Frankfurter Theater.

Opernhaus. Dienstag, 2. Rovember: Fidelio. 7 bis 10 Llhr. Mittwoch, 3.: Die ver­kaufte Braut. 7Vs bis lO1,^. Donnerstag/ 4.: Salome. 8 bis 9Vg- Freitag, 5.: Manorn 7 bis 10. Samstag, 6.: Don Juan. 7 bis 10. Sonntag, 7.: Der Rosenkavalier. 6V2 bis IO'/a. Schau­spielhaus. Dienstag, 2. Rov.: Alles ums Geld. 7Vr bis 93/t. Mittwoch, 3.: Rathan der Weise. V/2 bis 10. Donnerstag, 4.: Ribelungen 1. Teil. 7 bis 10l/<. Freitag, 5.: Der Revisor. 8 bis 10. Samstag, 6.: Kilian oder die gelbe Rose. 7V2 bis 10. Sonntag, 7.: Prinz Friedrich von Homburg. 71/- bis 10.

Rundfunk-Programm

des Frankfurter Senders.

(Aus derRadio-Amschau".)

Dienstag, 2. November:

3.30 bis 4 Uhr: Die Stunbe ber Jugend 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert bes Hausorchesters: Felix Men- belssohn. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lesestunbe. 6.15 bis 6.45 Uhr: Vortrag von Direktor Herberg über: Rationelle Geflügelfütterung". 6.45 bis 7 Uhr: Beethovens einzige Oper", Vortrag von Willy Werner (Sättig. 7 Uhr: Uebertragung aus bem Frankfurter Opernhaus:Fibelio", Oper in zwei Aufzügen von L. van Beethoven.