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erfuhren.

Dörsenwrle.

rückELngen. Die Ausgaben für bte Ernährung haben sich trotz weiteren Anziehen- der Preise für einzelne Nahrungsmittel infolge des starten Rückganges der Kartoffel- und Gemüsepreisc ver- mini^rt. Die Bekleidungsausgaben haben gleich­falls nachgegeben. Die Heizungskosten hingegen sind durch den teilweisen Niedergang zu den Winterpreisen für Hausbrandkohle leicht gestie­gen. Die Wohnungsausgaben smd unverändert Mblrebe^ _ * a m t (t c Großhandels­indexziffer. Die auf den Stichtag des 09 September berechnete Grohhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamts ist gegenüber dem 22. September mit 126.7 unverändert geblieoen. Bon den Hauptgruppen haben die Industrie- stosse geringfügig lauf 124.1) nachgegeben wah­rend die Agrarerzeugnisse keine Veränderung

17

160

v och murr »daß

95,4 1

156.0'

156.2'

172

143.5

144.25

120,25 ;

125

45,75

157,75

186.5

165

163

W

123,5

158,12

155,25

294

124

17.2

47.25

219.75

139.75

230,25

158,5

138'

201,5

91.9

86

162.5

158.5

>54'

97,9

201,5

91,25

86

89

105,5

131 I 94,62

287.75 |

120 i

125.5

164,75

153,7* 97

288.12 , 120

50

121.5

165,5

120.2' 163'

156,5'

232'

140.5'

235'

161* 141 138 8.3

137.25

8.5

16.9

46,5 ,

136.25

198.75

91.75

84.9

158,25

95,5

86

153.5

171

168.75

135.5

143,75

56

72.5

116.62

159

155

162 1

159:

68,

131,25

130 I

171'

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146,75

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72,5 120'

163 | 157,5

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56,25

3

181,5

835

105

199 | 91 I 85

27.5

43,25 ' I 17 1

38.3

154,5

95.5

57 | 3.1'

180.5 85

102.5

1661 161

163,51158.75 1

154,5' , 170.25 I 168.25 | 135,5

144

57 25

70.5 117

158.75

156

68,75

4»/e Zolltürken

8*/o Koldmenkaorr .

Berliner Handelsgesellschaft. Commerz, and Privat-Bank Darmst. und Nalioualbank . Deutsche Bank.........

Deutsche BeremLbank . . .

DiLconto Louunandit . . . Metollbank...........

Mitteldeutsche Lreditbcmk . . Oefterretchische LreditanstaU.

DttNsch-Luxembnrg Telsennrchener Bergwerke. . Harvener Bergbau Äaltoerfe Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln .... Lmrahütte.......

Oberbedarf Phönir Bergbau . Kbeiostahl...........

Riebeck Montau...... Lellos Bergbau......

vereinigte Stahlwerke A.-G- Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd . ... Theramischc Werke ÄlbtU . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzuiann ...... Anglo-Lont.-Guano.....

Chemische Mayer Alapin . . ä. ®. Farbenindustric, A.-G. Goldschmidt..........

Holzverkohlung........

RütgerSwcrke........

Scherdcanstalt.........

Sllg ElekrrtzitätS-Gesellschaft Bergmann . . Mamkraftwerke ....... Schurken Siemens k HalSke .....

Sdlerwerke Klcyer ..... Daimler Motoren. ...... Heyligenüaedt uRtfi tritt.......... .

Motorenwerke Mannbeim frankfurter Armaturen Konservenfabrik Braun . . . Metallgcselllchast Frankfurt. Pet. Union Ä--G. . . . . .

Schlldiabrik Herz . . .

Sei..............

stoss Waldhof...... crsabrik Frankeuthttl .. ersabrik Waabäutrl . *

159.25 I 162,75

157.5 1 -

107.75

137 138.75

219.2' | 230,75

139.5 140,5-

232 | 135,2*

169 | 171,7*

97.5 ,

160.1'2 161,9

143.25 144

137 ' -

8,75 -

131.5

132.5

Frankfurt a-M-

Berlin

Schlutz-I Nur» 1

t-Uhr- Rur»

schlug!«nsaug

Kur»

Ruro

Datum:

30. 9. ]

1.10.

30. 0. j

1. 10.

5»/o Deutsche ReichSanleibe 4»/n Deutsche RcichSao leihe .

6.5075

0.5025

0.5075

0.495

".5125 0,4975

8l/i°/n Deutsche ReichSan leihe y/0 Deutsche Rcichsan leide . Deutsche Svarprämtenanleihe

0,495 0.68

0,292

0.495

I 1 1

0.49

0.645 0.3

0.4925 0,65

4«/g Prcuhische KonsolS . .

0,49

0,495

4% Hellen...........

_

_

DeuriÄ'e Wertb. Dollar-Aul.

98

-

99,9

-

bto. Doll.-S»av-Awretlug.>

Berliner Börse.

Berlin, 1. Oft. Die Aktivität der deutschen Chemie- und Eisen-Indu­strie, die in der neueren -Zeit mit immer groß­

zügigeren Projekten hervorgetreten sind, die als letzte Tat den Abschluß der internationalen Aoh- stahl-Gemeinschaft ergeben hat, löste heute nach Lleberwindung des Ultimos an der Börse eine Hausse aus. Don dem Auftrieb wurden habet nicht nur Chemie- und Montan aktien ergriffen, sondern auch Elektrowerte, Schiffahrtsaktien, heimische Renten und eine Anzahl Spezialpapiere und Beben- werte. Kursgewinne von 4 Prozent und dar­über gehörten zu den durchschnittlichen Besesti- gungen. In wilden Sprüngen gingen Bank­aktien in die Höhe, und zwar in erster Linie die Provinzwerte, dann erst die Aktien der Ber­liner Großbanken, die bekanntlich schon eine er­hebliche Kurssteigerung hinter sich haben, aber trotzdem heute neue Rekordturse verzeichneten. Bayerische Hypotheken-Aktien-Bank Plus 12 Pro­zent, Bayerische Dereinsbank plus 9 Prozent, Berliner Handel plus 12 Prozent. Darmstädter Bank zogen auf 235 Prozent an, um damit an der Spitze sämtlicher deutschen Bankaktien zu bleiben. Die Hausse wurde auch dadurch nicht beeinträchtigt, daß am Ge ldma rkte die Nach­frage nach Tagesgeld noch recht stark iit und mit 6,5 Prozent und höher gehandelt wurde. Selbst die Nachricht, daß in Hamburg ein wilder Hafenarbeiter st reif ausgebro­chen ist, trat hinter den Hoffnungen der Börse auf den Gebieten der Schwerindustrie, der Kohlen-, Chemie- und der Farben-Industrie zu­rück. Im Devisenverkchr waren nennens­werte Veränderungen nicht zu verzeichnen.

Devisenmarkt BerlinFrankfurt a. M.

Telegraphische Auszahlung.

30 Scptbr.

1. Oktbr.

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Geld

Briet

(Selb

Brief

Amst.-Rou.

167,98

168,40

167,92

168,34

Buen-AireS

1.714

1,718

1,716

1,720

Brll-Autw.

11,44

11,48

11,38

11,42

Chrisiiania.

91,82

92,04

91,85

92,07

Kopenhagen

111,38

111,66

111,35

111,63

Stockholm - HMngforS

112,10

112,38

112.09

112,39

10,548

10,588

10,548

10,588

Italien. . .

15,78

15,82

15,75

15,79

London. .

20,348

20,398

20,345

20,395

Neopork . .

4,1935

4,2035

4,193

4.203

Parts. . .

11,91

11,95

11,80

11,81

Schweiz . .

61,08

81,28

81,04

81,22

Spanten.

63,70

63,86

73,62

73,78

yapan . . .

2,038

2,042

3,039

3,049

Rio de Jan-

0,624

9,626

0.624

0.626

Wien in D-- Ceti, abgeft.

59,20

59,34

59,215

59,355

Ä»::

12,416

12,456

12,417

12,45?

7.417

7,4: 7

7,417

7,437

Budapest. - Bulgarien

5,87

-.035

5,89

3,045

5,867

3,025

5,887

3,035

Lillaoon

21,425

21,475

21,475

31,525

Danzig. - - Konstantin.

81,42

81,62

81,40

81,60

2,145

2,155

. 3,15

3,16

Athen. .

4,94

4,96

4,94

4.96

(Sanaba. . .

4,195

4,208

4.195

4,205

Urngnan . .

4.215

4,225

4.21

4.22

Banknoten.

Berlin, 30- Septbr.

(Selb

Brief

Amerikanische lltote» ..... Belgische Noten ........ ®äntfäc Noten ....... Englische Noten........

Französische Noten ...... holländische Noten...... Italienische Note»......

NorweMche Noten...... Deutsch-Oellerr-, ä 100 Kronen Rumänische Noten......

Schwedische Noten ......

Schweizer Noten ...... Spanische Noten.......

Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten.......

4,174

11,41

111,12

20,305

12,02 167,61

15,86

91,60

69.05

2,12 111,79

80,85

63.49

12.382

5,84

4,194 11,4?

111,68 20,405

12,08 168,45

15,94 92,06 59.35

2.16 112,35

81,25 63,81

12,447

5,88

frankfurter Börse.

Frankfurt a.M., l.Okt. Tendenz: Sehr fest und lebhaft. Die Börse stand heute völlig unter dem günstigen Einfluß des nunmehr be­kanntgewordenen Abschlusses des internatio­nalen Eisenkartells. Die vertrauensvolle Stimmung erfuhr dadurch eine wesentliche Ver­stärkung, so daß der Verkehr in sehr fester Haltung bei Kursgewinnen von durchschnitt­lich 4 Prozent eröffnete. Da man infolge der

Perfektion diekeS bedeutenden Abkommens auch für die deutschen Wirtschaftsverhält­nisse eine raschere Besserung glaubt er- Warten zu dürsen, so war die Kauflust auf allen Gebieten sehr rege, zumal auch von außen Kaufaufträge in größerem Umfange vorlagen. Nicht nur das Ausland, sondern auch die Provinz, besonders das Nheinland, war mit Kaufaufträgen am Markte. Bevorzugt waren M 0 n t a n a k t i e n, die den Hauptnutzen zo­gen. Bochumer plus 1 Prozent, Buderus plus 1,5 Prozent, Deutsch-Luxemburg plus 1,7 Prozent. Harpener plus 3,8 Prozent, Mannesmann plus 1,25 Prozent, Nheinstahl plus 1,25 Prozent, Phönix plus 2.25 Prozent. Niebeck-Montan. die exklusive 6 Prozent Dividende gehandelt wurden, notierten 156,5 Prozent (gestern 157). Scharf gefragt waren I. G. F a r b e n, die um weitere 3 Prozent nach oben gingen. Goldschmidt plus 1,5 Prozent, aber Scheideanstalt minus 1,75 Pro­zent. Elektroaktien gingen 2 bis 3 Prozent höher. Am Bantenmarkt zogen Darmstädter 0,75 Prozent an. Für Berliner Handel trat er­neut starke Nachfrage hervor, womit eine Kurs­steigerung von etwa 10 Prozent verbunden war. Der Kurs dieser Aktien, die auf 230,75 anzogen, nähert sich damit dem Kurs für Darmstädter

aber auch im Lieferung-Handel für laufe. Monat noch ziemlich umfangreiche Andienun herauskamen. Immerhin konnte sich die gefk stark gedrückte Preislage um etwa 1,50 Ma erholen. Für die anderen Monate war das Ge schäft sehr klein, die Preise wenig unter gestern. Auch Roggen wurde bei vermehrten Offerten aus dem Inlands schwächer. Schon der sehr schwere Mehlabsatz, der trotz entgegenkommenden Forderungen seitens der Verkäufer nicht in Fluß kommen will, ist der Grund der all^u kleinen älnternehmungslust. Für Gerste hat sich die Lage wenig verändert. Hafer bleibt in geringen Sorten angeboten, aber nur in besten Sorten ge­fragt. Es wurden notiert per 1000 Kilo: Weizen märt, 258 bis 261; 'Roggen, märt, 210 bis 215; Sommergerste 205 bis 248; Wintergerste 170 bis 175; Hafer, märt., 170 bis 183; Mais (lolo Berlin) 184 bis 186. per 100 Kilo: Weizen­mehl 35,50 bis 38; Roggenmehl 29.75 bis 32; Weizenkleie 10. Roggenkleie 10,70 bis 10,80; Viktoriaerbsen 43 bis 50; kleine Speiseerbsen 32 bis 36; Futtererbsen 21 bis 27; Ackerbohnen 20 bis 22; Rapskuchen 14.40 bis 14,60; Lein­kuchen 18,90 bis 19,10; Trockenschnitzel 8,80 bis 9; Soyaschrot 19,20 bis 19,60; Kartoffelflocken 19,75 bis 20 Mark.

Kaufi in Giessen

Dank, der zur Zeit den Höchststand der Banken­kurse erreicht hat. Dresdner Bank plus 3,25 Prozent. Metallbant plus 1 Prozent, Deutsche plus 1,75 Prozent Schisfahrtsaktien waren um etwa 2 Proz. befestigt. Auch die zu EinHeitskursen gehandelten Industrie- Papiere traten heute etwas stärker hervor. Zellstoff- und Ba u st 0 f f a k t ien zogen weiter an, ebenso Zucker aktien. Der deutsche Rentenmarkt lag sehr still bei kaum veränderten Kursen. Das Geschäft in aus­ländischen Renten war anfangs lebhaft, wurde aber später infolge der Abwanderung der Käufer an die Aktienmärkte ruhig bei nach­gebender Tendenz. Die Rückgänge betrugen aber nur Bruchteile eines Prozentes. Im <5rci- verkehr hörte man: Growag 60 Proz., Franko furter Handelsbank 85 Proz., Rastatter Waggons 15 Proz. Im weiteren Verlaufe wurde die Stimmung durch Die Nachricht von Dem Ausbruch des wilden Hasenarbeiterstreikes in Hamburg, Die anfangs unbeachtet blieb, etwas gedrückt. Die Verstimmung brachte Kursrückgänge von 1 bis 2 Proz. Verknappung am Geldmarkt. Tages- gelD fest, 6 Proz. Monatsgeld 53 'j bis 71/2 Prozent. Privatdistonten 5Va, Industrie-Akzepte 5% Proz. Im Dev isenperkehr war das Geschäft sehr ruhig. Paris stellte sich gegen Lon­don fast unverändert auf 171,50, Brüssel auf 178,25. Mailand eher abgeschwächt mit 129,25 gegen das englische Pfund. Die Reichsmark hat sich wieder leicht befestigt auf 4,19825 gegen Kabel. Das englische Pfund notierte unver­ändert 4,8525 gegen London.

Frankfurter JetrerdSbörfc.

Frankfurt a. M., l.Okt. Es wurden no­tiert: Weizen, Wetterauer, 28,75 bis 28,85 Mark; Roggen, inländischer, 23 bis 23,25; Sommergerste für Brauzwecke 23 bis 26; Hafer, inländischer, 17,75 bis 18,50; Mais (gelb) 18,50 bis 18,75; Weizen­mehl, inländisches (spezial 0), 41,50 bis 42; Rog- aenmehl 33,50 bis 34; Weizenkleie 9,25 bis 9,50; Roggenkleie 10,25 Mark. Tendenz: fest.

Berliner Produktenbörse.

Berlin, 30. Sept. Im Gegensatz zum in­offiziellen Frühverkehr eröffnete die Mittags­börse für Weizen uneinheitlich, für Roggen leicht abgeschwächt. Die Auslanddepeschen übten keinen Einfluß mehr aus, da das inländische Weizen­angebot in geringen Sorten recht groß bleibt, ohne aber Interessenten zu finden, andererseits

Wettervoraussage.

Anfangs nordwestliche, später südwestliche Winde, Rachlassen der Niederschläge bei schwacher Bewölkung, im ganzen kühl.

Rundfunk-Programm

des frankfurter Senders.

(Aus der »Radio-Umschau".)

Samstag, 2. Oktober.

3.30 bis 4: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45: Konzert des Hausorchesters: Tanzmusik. 5.45 bis 6.05: Die Lesestunde. 6.45 bis 7.15: Stenographischer Fortbildungslursus für An­fänger und Fortgeschrittene (Diktat von 80 Silben aufwärts! 7.45 bis 8.15 ..Spiel und Sport, ihre Bedeutung für die Erziehung", Vortrag von Direktor Dr. Majer-Leonhard. 8.15 bis 10.15: ..Grausen und Groteske". Anschließend bis 12.30: Uebertragung von Berlin: Tanzmusik.

Letzte Nachrichten.

Pilsudski mit der Kabinetts, bildung beauftragt.

Warschau. l.Oh. (TU- Vrahkbericht.) Mar­schall Pilsudski erhielt heute vormittag 11 Uhr vom Staatspräsidenten den Auftrag, die Regie­rungsbildung zu übernehmen. Pilsudski hat den Auftrag angenommen.

Vorstotz Tjchcmgsolins gegen Die Mongolei.

Moskau. 30. Sept. (TTl.s In einem Tagesbefehl an die Armee erklärt Tschcmg- solin, daß der Moment zur Wiederherstel­lung der chin esi scheu Souveränität 1 n Der Mongolei gekommen sei. Die chine­sische Kavallerie sei bereits auf dem Marsche nach älrga. Die chinesischen Truppen sollen gut mit Munition und Verpflegung versorgt sein und unter Der Führung ausländischer Of­fiziere stehen. Die chinesische Zentralregierung hat alle Maßnahmen des Marschalls gegen die Mongolei gutgehei ßen.

Sturm in Schmalebeck

Roman 6on Sophie Kloerss. Copyright 1926 by Aug. Scherl G. m.b.H., Berlin. 36. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

So red' man, so red' du man! Das ist mein Dank." Dann, als sie sah, wie seine Schultern zuck­ten, wie der ganze arme Kerl gerütmt und ge­schüttelt wurde von seiner Not, fing sie auch an zu weinen.

Nu sei man nicht so, mein Fiete. Wird ja all wieder besser. Ist man ja halb so stimm. Sie beruhi- gen sich woll wieder. Du kannst da ja nichts für. Lass' sie man auf mir rumhacken, ich bin zäh. ich hab' all so viel ausqehalten, ich werd' da woll mit fertig. O lieber Gott, nee. mein Fiete, wein' doch bloß nicht so!"

*

In den Herzogtümern strömten die Freiwilligen zusammen. Pferde und Korn schickten die Landleute, die Kaufleute gaben Geld, die Aerzte stellten sich bereit für Wunden und Tod Gerüchte liefen um, die Preußen und Hannoveraner seien im Anmarsch, bei Flensburg bildete sich ein Freikorps, dem vor allem die Kieler Studenten angehörten alte DffU ziere exerzierten Die junge Mannschaft ein.

Wer ein Jagdgewehr hatte, holte es hervor, wer einen Hirschfänger besaß, gab ihn her. Kantor Mampcrt wurde jünger mit jedem Tag, wenn er der alte Offizierssohn mit seinen jungen Leuten Die deutschen Lieder der Napoleonszeit fang:Der Gott. Der Eisen wachsen ließ"

lind:Baler, ich rufe dich." Sein Glockenspiel hatte alle zarten Melodien vergessen und strömte über von Begeisterung.

An einem der letzten Märztage, als Doktor Rottmann von der Praxis kam, sah er an Der Eich­taler LanDstraße einen jungen Menschen, Der an- fcheinend auf ihn wartete. Beim Näherkommen er­kannte er Fiete Eggers. Ja so, an Den hatte er gar nicht mehr geDacht, seit seine alle verDrehte Mutter diesen Narrenstreich gemacht haste. Drei Tage hatten sich die Schmalebecker Fransen an Die Zungen gereDet, dann waren Die großen Zeitereig­nisse Herr geworDen über Den Sturm im Wasser- glase.

Fiete kam an Den Wagen, Rottmann hielt seinen braven Schimmel an.

Na, Fiete, was hast Du Denn auf dem Herzen?

Ich möchte Sie gern allein sprechen, Herr

Doktor."

Steig' auf."

Herr Doktor", sagte Der lange Mensch, und er sah mit einemmal viel erwachsener aus,Darf ich etwas fragen?"

Fragen steht jeDem frei."

Es wirD in Der Stadt erzählt, Sie hätten ver­sprochen, wenn einer einer, Der hinaus wollte, und hätte Die Ausrüstung nicht--" Ein

Stocken. , ... .

Ja, stimmt, Dem wollte ich sie geben. Weißt Du jemand, Der hinaus möchte?"

Ich selber."

So Du."

Ich verDien' es nicht, Herr Doktor, das weiß ich ja. Es ist aber Doch auch nicht für mich, hab' ich geDacht, sonDern für unser LanD."

Da hast du sehr recht gedacht. Uebrigens kannst Du ja auch nichts für Den Unfug, Den Deine Mutter angegeben hat."

Eine Pause.Also du willst hinaus? Wohin? Nach Rendsburg? Da bilden sie ein Jäaerregiment." Ich möchte zum Freikorps nach Flensburg. Die kommen am ersten an Den Feind, sagen sie."

Der Junge flößte ihm Achtung ein. Zum ersten- mal hatte Rottmann etwas für ihn Übrig.

Was sagt Deine Mutter dazu?"

Gar nichts. Ich will erst mit ihr reDen, wenn ich weiß, daß ich fortkann. Sie kann mich nicht halten. Die andern gehen auch. Und der Kantor geht mit uns."

Der Kantor? Der will euch hinbringen?"

Er sagt, er kann auch noch seine Flinte ab- feuern. Er wär' noch lange nicht Der Schwächste. Und das hält' er sich immer gewünscht, noch mal jung zu werden."

Wenn der Kantor noch hinaus will, mein Sohn, bann sollst du ganz gewiß mit. Für deine Ausrüstung sorge ich. Kannst gleich mit herem- kommen, so viel werd' ich wohl im Hause haben, daß es langt."

Das will ich nie vergessen, Herr Doktor! Und wenn ich mal so weit bin, ich zahl' es gewiß zurück."

Zahl' Deinem LanDe, dann hast du mir ge­zahlt."

Eine Niertelstunde später sagte Aenne zu Gitia, mit der sie sich, wie so oft, vor Der Post herumtrieb:Guck mal Fiete an! Wie Der Da ran- tommt! Wie Der geht! Ganz stramm und gar nicht so verDreht auf Den Fußspitzen!"

Sie rannten auf ihn zu.Fiete, Du gehst ja gar nicht mehr auf Eiern! Wie kommt Das?"

Euer Baler hat mich fest auf Die Füße gestellt."

Verdutzt sahen sie ihm nach.

Die jungen Leute waren gar nicht zu regieren. Kaum war der Kantor mit feiner Schar am letzten März nach Flensburg abgerückt, wo Die Sache schon sehr dunkel aussah, da erklärte Georg Grützmann, Der doch ein junger Mann mit Berus und Braut war, er wolle auch mit.

Herr Nilius war so erschrocken, daß er zum erstenmal vergaß, morgens ein frisches Chemisett- chen umzubinden. Der Junge wußte wohl nicht, was er sagte. Aber Helene Jessen würde ihn schon bekehren. Riekchen traute er in dem Punkt aller­hand Torheit zu. Er schickte ihn sofort in das Pastorat.

Er hatte richtig geraten. Riekchen sagte:Das hab' ich mir schon immer gedacht, Georg." Jessen gab ihm die Hand und drückte sie schweigend, Frau Helene aber verschwendete Ströme von Beredsam­keit. Umsonst, der dicke Georg blieb fest.

Da betrieb sie wenigstens die Trauung. Denn wenn er erst in Rendsburg ausgebildet wurde, hatte er immer noch Zeit, zur Hochzeit nach Schmalebeck zu fahren. Und Dann war Riekchen doch immer eine junge Frau. Wer konnte wissen, ob er wie- Derfam.

Sie setzten Die Hochzeit auf den vierzehnten April an, und da sie doch die nächsten Freunde und Ber- wandten um sich haben wollten, luben sie auch Herrn Thomas Raben ein.Dann kann ja gleich Deine Verlobung veröffentlicht werben, liebe Ilse", jagte Frau Helene.

Bestürzt berichtete Ilse der Mutter diese Sache.

Er wird absagen, glaubst Du nicht?"

Ich glaube, Das kommt auf Dich an, liebes Kind."

Ich hoffte, Die Schmalebecker hätten Die Sache inzwischen vergessen, und wenn er einmal käme, wären wir roieDer gute Freunde wie damals."

Ich glaube nicht, Daß ihr je roieDer gute Freunde werdet."

Aber .^nfemutter, wir sind es doch jetzt in unferen Briefen."

Es wird ihm wohl nicht ganz leicht sein, Den Ton feftzuhalten."

, Mag er mich Denn gar nicht?" fragte sie bestürzt.

Er mag Dich nur zu gern."

. Meinst Du?" Ihre Augen fragten unD ant­worteten einander.Das hab' ich nicht gewußt."

Aber ich. Lange schon. Darum stand er Damals so selbstverständlich zu Dir."

Er sagte. Hanse weiß es. Ich wollte Dich immer fragen unD scheute mich immer wieder. Lieber Gott, und er sah mich unD Olaf. Wie soll es nun roerDen?"

Wenn Du Die bist, für die ich dich immer ge­halten, dann wird es gut. Oder siehst du nicht, was für einen echten Stein dir das Glück gegeben hat?"

Ich bin ihn nicht wert."

Papperlapapp. Gehörst du auch zu Den Mäd­chen, die fingen mit Ehamiffos Worten: Darfst mich niedre Magd nicht kennen, hoher Stern der Herrlichkeit? Er wird ganz mit dir zufrieden fein, so wie du bist."

Aber ich kann ihm doch nicht schreiben, daß er kommen soll."

Er wird schon selber fragen. Wart' es ab."

Hanse behielt recht. Es kam zwei Tage später ein Brief.Da ich nicht weiß, ob die Hochzeitsein­ladung mit Ihrem Wissen abgegangen ist, liebe Ilse, bitte ich Sie, über mein Kommen oder Fern­bleiben zu entscheiden. Sie würden einen Menschen sehr Dicklich machen, wenn Sie schreiben: Sie sind willkommen."

Ilse faß und zog den Federkiel durch die Lippen, sann und sann, griff kurz entschlossen zum Brief­bogen und schrieb:Sie sind uns allen herzlich willkommen. Ihre Ilse." Dann erschrak sie doch, es war ihr so aus der Feder geglitten: Ihre Ilse. Abermals ein kurzes Besinnen, und eine Nach­schrift:Hanse hat ausgeschwatzt." So, nun mochte er tun, wie er wollte, wenn er wirklich jo töricht war, Die abgesetzte Liebe des Herrn Ba­ron zu begehren.

(Schluß folgt.)

DieEchte:

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