gehören.
KrciS Schotten.
fähig.
Kreis Büdingen.
Auf
Rest
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Nachdruck verboten.
26. Fortsetzung.
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Oberheffen.
Landkreis Gietzen.
dem Dogel das Brutgeschäft fast unmög(id) gemacht. Wenn die Bestimmungen zum Schutze dieser Bogel- art nicht besser befolgt werden, dann wird der Kiebitz auch hier bald zu den großen Seltenheiten
der famr lagen und i jähr Mm Mssei die ®' und < sollen, gering smml ken si der ® und d luiig
Der dritte Schuh
Kriminalroman von Ole S t e f a n i.
„3a."
„Sie haben mir absichtlich vor zwei Stunden das Bein gestellt?"
„3a."
„Sie haben sich mir nur zur Verfügung gestellt, um meine Untersuchung zu stören?"
„3a."
„Sie haben in Essers Wohnung, als ich mich zur Tür wandte, die Kugel an sich genommen, die Brentheim getötet hatte?"
„3a."
„Wo haben Me sie?"
Lippen bebten.
„3a."
„Sie erkannten ihn an jenem Nachmittag der Landstraße vor dem Garten?"
„3a."
„Sie haben ihn auch in meiner Maske aus Landungssteg am Rhein erkannt, als Sie mit Gendarmeriekutter kamen?"
Kreises Lauterbach.
Starkenburg.
WSR. Reu - Is enburg, 30. 3uni.
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„Er war es, den Sie in anderer Gestalt der 3nsel rudern sahen, ehe Sie uns befreiten?"
Stadt Neu-Isenburg hat mitten Walde eine neue Schwimmbadeanstalt
gcndherbergwerk unter besonderer Berück- sichligung der Verhältnisse in unserer Stadt veranstaltet. Der Besuch war besonders von den Vertretern der Jugendgruppen und Wanderver- eine ein recht guter. Als erster Redner sprach Medizinalrat Dr. Balser über Zwecke und Ziele des Jugcndherbergwesens im allgemeinen. Der Redner betonte den gesundheitlichen und bildenden Wert des Wanderns, das nicht darin bestehen soll, möglichst viele Kilometer zurückzulegen, solidem Freude an der Ratur und Kenntnis von Land und Leuten zu erwerben. Die erste Jugendherberge wurde in Altena errichtet, jetzt verbreitet sich schon über ganz Deutschland ein Retz von 2500 Jugendherbergen, die Zahl der Liebernachtungen betrug schon vor einigen Jahren über eine Million. Die Jugendherbergen stehen allen Waiidervereinen ohne Ansehen der politischen oder religiösen Stellung -ur Verfügung, jedoch nur zum Zwecke des Lleber- nachtens, nicht zu längerem Aufenthalte. Als zweiter Redner sprach Lehrer Stumpf über die Verhältnisse in Friedberg, die noch sehr viel zu wünschen übrig lassen. Rach langem Kampfe ist es gelungen, in der alten Schloßwache in der Burg eine Herberge zu errichten, die jetzt über 16 Betten verfügt. Doch läßt die gairze Ausstattung noch viel zu wünschen übrig, besonders fehlt es an Kochgelegenheit; ein gestifteter Gasherd genügt keinesfalls den gewünschten Anforderungen. Es soll deshalb im Laufe des Jahres vielleicht in Verbindung mit dem hier statt - findeiiden Bundestage der ..Adler und Falken', eine Jugendherbergswerbung stattfinden, von der man sich viel verspricht. Ramens der Stadä Friedberg sprach Stadtverordneter Rektor Koch und gab die Versicherung, daß die Stadt den Bestrebungen durchaus entgegenkommend gegenüberstehe. Die Versammlung wurde durch den Gesang von Jugendliedern der Gruppen eröffnet und geschlossen.
§§ Friedberg. 30. Juni. Gestern nachmittag versammelten sich in der Turnhalle des hiesigen Gymnasiums Vertreter der Volks- und Höheren Schulen aus dem Kreise Friedberg, um zu der vom Landesamt für das Bildungswesen gegebenen Anregung, in jedem Kreise heimatkundliche Arbeitsgemeinschaften zu gründen, Stellung zu nehmen. Zweck dieser Arbeitsgemeinschaften ist die Erforschung der engeren Heimat in geschichtlicher, geologisch-naturwissenschaftlicher und volkskundlicher Hinsicht. Auf Vorschlag des Schulrats Feuerbach wurde Oberstudiendirektor Dr. Faber zum Vorsitzenden. Lehrer Braun- Friedberg zum Schriftführer gewählt. Eine lebhafte Aussprache zeitigte die Frage der Arbeitsmethode. Man einigte sich schließlich in der Weise, daß zwei Arbeitsgruppen gebildet wurden, eine volkskundlich-geschichtliche mit Prof. D l e ch e r- Friedberg als Vorsitzenden und eine geogr'phisch- naturwissenschaftliche unter dem Vorsitz des Studienrats K ni e r i m-Bad-Rauh im. In Erwägung wurde noch gezogen eine örtliche Abgrenzung innerhalb der Fachgruppen nach entsprechenden Einheiten.
WSR. Dad-Rauheim, 30. Juni. Ecke Haupt- und Schulstrahe ereignete sich hier gestern nachmittag ein heftiger Zusammen- ft o h zwischen einem Personenkraftwagen und einem R a d f a h r e r, der in schnellem Tempo um die Ecke herumgefahren war. Der Radfahrer, ein 15jähriger Klempnerlehrling aus Friedberg, mußte mit einer schweren Schä- delverlehung nach dem Krankenhaus gebracht werden. Er ist noch nicht vemehmungs-
Bg. G r o ß e n - D u s e cf. 30. Juni.
Sonntag und Montag feierte der ® e f „ verein „Sängerkranz" sein 2 5 j ä h - riges Jubelfest. Rachdem am Samstagabend nach einem Fackelzug der hiesigen Vereine em Kommers mit Begrüßung, musikalischen und gesanglichen Darbietungen der vier Gesangvereine unserer Gemeinde stattgefunden hatte, erfolgte in den Mittagsstunden des Somttags der Empfang der auswärttgen Vereine. _ Ein stattlicher Festzug durch die reich geschmückten Straßen des Dorfes führte die auswärtigen Gäste und den größten Teil der Bürger auf den hübsch gelegenen Festplah. Hier begrüßte der Vorsitzende des festgebenden Vereins, Karl Größer, die Erschienenen nach einem mit Musikbegleitung vorgetragenen Begrüßungschor. Frl. Pfeiffer überreichte eine von den Frauen und Jungfrauen der Gemeinde gestiftete Fahnenschleife. Es folgten Gesangsvorträge der Gastvereine, darunter ein besonders beifällig aufgenommener Masfen- chor mit etwa 400 Sängern, ausgeführt von sämtlichen unter Leitung des Festdirigenten Konr. Ricolai stehenden Vereinen. Abends stellte der Turnverein „Gut Heil" zwei prächtig wirkende Pyramiden. Der Montag gestaltete sich — da das Kinderjugendfest mit der weiteren Feier verbunden wurde — zu einem wahren Volksfeste. Der Gesangverein „Sängerkranz" darf mit dem Verlauf des Festes in jeder Hürsicht zufrieden fein.
jp Aus dem mittleren Lumdatal, 30. Juni. Heuer reichen dem Landmann die langen Sommertage noch nicht einmal aus, um alle Arbeit zu bewältigen, die seiner wartet. Die Heuernte ist in vollstem Gange, und es liegt dem Bauersmann sehr viel daran, bei diesem herrlichen Som- inerwetter das Heu, das mit den wichtigsten Be-
hiesige Lokale eine Weinreise gemacht hatts und in später Rachtstunde in der Rheinpromenade auf einer Bank einschlief, entdeckte bei Tagesanbruch, daß ihm ein Leichenfledderer seine Brieftasche mit Inhalt gestohlen hatte. — Gelegentlich eines Sängersestes im Vorort Marienborn tarnen beim Döller-
chießen zwei LInglücksfälle vor. Ein vorzeitig losgegangener Schuß riß einem Feld- chützen einen Teil der linken Hand ab und ügte ihm auch Verletzungen im Gesicht zu. Jnr zweiten Falle wurde ein zehnjähriges Mädchen durch eine Böllerladung getroffen. Beide Verletzte kamen ins Krankenhaus nach Mainz.
Kreis Wetzlar.
' Wetzlar, 30. Juni. Die Stelle des S t a d t b a u r a t s bei der hiesigen Stadtverwaltung wurde jetzt dem Regierungsbaurat Golder bei der Reichsbahndirektton in Stuttgart übertragen.
XX Krofdorf, 30. Juni. Der Saaten- ft a n b in unserer Gemarkung ist nach den reichen Niederschlägen der letzten Wochen und dem warmen Wetter der jüngsten Tage r e ch t g u t. Dagegen gibt die Obsternte Anlaß zu Klagen. Aepfel versprechen eine geringe Ernte, Birnen trifft man wenig an. Ausfallend ist das massenhafte Mster- ben der Zwetschenbäume; diese haben untrer vorletzten strengen Winterkalte von allen Obstarten am meisten gelitten.
—tz— Lützellinden, 30. Juni. Am lammenden Sonntag wird hier das Jahresfest der christlichen Gemeinschaft gefeiert. Im Festgottesdienst wird Pfarrer K ö d b i n g aus Eberstadt bei Lich predigen, ebenso wird er am Rachmittag Die Festansprache halten. Der hiesige Posaunenchor, wie auch der Gemischte Chor werden bei dem Feste mittoirlen.
Kreis Biedenkopf.
s. R o d h e i m a. b. B., 30. Juni. Eine einzigartige, sehr bemerkenswerte Ausstellung veranstaltete der hiesige Hauptlehrer Hellwig. Mit großer Liebe und viel Sachkenntnis sammelte er die Vertreter unserer heimischen Pflanzenwelt und stellte sie in Gattungen und Lebensgemeinschaften zusammen. Am Sonntag wurde die Ausstellung im Saale der Wirtschaft! Bender eröffnet, und sie lockte viele Besucher herbei. Am Montag besuchten sie die Mitglieder des geographischen Seminars in Gießen. Herr Hellwig verfolgt mit seiner Ausstellung einen doppelten Zweck: er will 1. die Mittel für Öen Ankauf eines Ediaskops zusammenbringen, und 2. die Liebe zur Ratur wecken und pflegen. Bei seinen Führungen durch die Ausstellung betont er immer wieder, daß der Raturfreund sich an den wachsenden Blumen erfreuen und das sinnlose Abreitzen und Wegwerfen unterlassen soll. Im Sevtember soll eine Ausstellung der Herbstblüher stattfinden. Schon jetzt sei auf diese Gelegenheit, Die heimische Pflanzenwelt kennen zu lernen, empfehlend hingewiesen.
Kreis Marburg.
-- Marburg, 30. Juni. Wie kürzlich bei den Srdarbeiten an der alten Bibliothek. Dem einstmaligen Barfüßerkloster, so stieß man jetzt auch bei den Arbeiten in der reformierten Kirche an der Außenwand, dem sog. Kornmarkt, auf große Mengen menschlicher Gebeine. Dort befand sich früher das im Jahre 1527 aufgehobene Dominikanerkloster. Der sog. Kornmarkt war bis zum Jahre 1536 ein Friedhof.
Dillkreis.
bl. Dillenburg, 30. 3uni. Für den Dill- kreis hat sich eine Gruppe des Ostbundes gebildet, die dem Hessen-Nassauischen Landesverein angeschlassen wurde.
bl. Dillenburg, 30. Juni. Rach dem Stande vom 26. Juni beträgt die Gesamtzahl der Vollerwerbslosen des Kreises 1646 Personen. An Zuschlagsempfängern waren am genannten Tage 2736 Personen vorhanden. Bei Rotstandsarbeiten werden z. Zt. 530 Mann beschäftigt. Die Ziffern haben sich durch Entlassungen bei der Reuhossnungshütte in Sinn, die vorübergehend eine Anzahl Arbeiter eingestellt hatte, wieder erhöht.
bl. Herborn, 30. 3uni. In der Frage der Errichtung einer Aufbauschule für unsere Stadt fand hier eine Konferenz statt, an der Vertreter des Staates, des Kreises und der Stadt teil-
Schon vor Brasilien war Italien innerlich von Genf abgetanen, die unhaltbare Situation, wie sie nach seiner Meinung dadurch geschaffen wird, daß Sozialisten aus aller Welt in Genf den Faszismus und seine Götterwelt angreifen können, wird seinen Mißmut rasch steigern. Schon wird im „Popolo b’Ötalia“ und damit in der in deutscher Sprache in Südtirol erscheinenden „Al- penzeitung". für die Verlegung des Völkerbundssitzes nach Wien Stimmung gemacht, wo man „einen der herrlichen, verspinnwebten kaiserlichen Paläste benützen könnte, statt in Genf Millionen für einen Reubau zu verpulvern". Denn Wien steht unter dem Schweigegebot Roms, die dortige Regierung darf im Gegensatz zu der noch freien der Eidgenossenschaft keine Kritik am Liktoren- bündel dulden. Sollte das aber auch dort oder weiter in Genf geschehen, so wird Italien au» Dem Völkerubnd austreten. Für die Schweiz wäre damit ein Problem zwar gemildert, aber nicht gelöst.
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mit etwa 2700 Kubikmeter. Spielwiesen für Die Jugend, einem Licht- und Luftbad und anderen Einrichtungen geschaffen. Die Eröffnung Der Schwimmhalle, die im Volksmund das „kleine Stadion" genannt wird, fand unter starker Beteiligung am Sonntag statt.
WSR. Groß-Gerau, 30. Juni. Wie das „Groß-Gerauer Kreisbl." hört, hat sich die Riedentwässerungstätigkeit bei der gegenwärtigen Lleberschwemmung in den Gemarkungen Erfelden und Korn sand ausgezeichnet bewährt. In Erfelden konnten mit Hilfe mehrerer von Worms heranaeschaffter Pumpen 200 Morgen Land von der Tleberflutung gerettet werden. Zu diesem Zwecke wurden an der Rabenspitze ein Damm durchbrochen, um das Wasser vom Rheingraben in den Kanal einzu- leiten. Jeden Tag wird in dem betroffenen Geriete fünf Stunden lang gepumpt, so daß die Gefahr einer schweren Hochwasserschädigung beseitigt ist. Auch in Der Gemarkung' Kornsand konnten etwa 1000 Morgen Land gerettet werden, obwohl sie außerhalb des Entwässerungsdamms lagen. Die von Hochwasser betroffenen Landwirte sind mit Der Tätigkeit der Riedentwässerungs- pumpen, Die mit einer Geschwindigkeit von 100 bis 120 Sekundenlitern arbeiten, sehr zufrieden.
Rheinhessen.
WSR. Mainz, 30. Juni. Ein junger Mann aus Wiesbaden, der durch verschiedene
siandteil des Winterfutters seines Viehes bilden soll, in bester Qualität heimzubekammen. Fieberhafte Tätigkeit wird allerorts entfaltet, um auch noch andere dringende Arbeiten, wie Kartoffelhäufeln, Dickwurznachsetzen und die A b e r n t u n g des Rapses oder Wintersamens mitzuoerrichten. „3n diesem Jahre rentiert es sich aber wieder einmal, Raps zu ziehen", so konnte man des öfteren Bauersleute hören, die dieser Tage den Wintersamen, der nun eine glänzende Reifezeit hat, geschnitten und in früher Morgenstunde eingefahren haben, nachdem er nur kurze Zeit den heißen Strahlen der Sonne ausgesetzt war. Zum Ausdreschen ist selbstverständlich eben keine Zeit. Der vor Monatsfrist ausgesäte Mais ist vielerorts als Folge des naßkalten Wetters nicht aufgegangen: die Aecker mußten umgepflügt werden. Als Ersatz twurben sie größtenteils mit Erbsen und Wicken
Stockhausen, 30.Juni. Am Sonntag, 11. Juli, und Montag, 12. Juli, feiert der hiesige Kriegerverein sein Fahnenweihfest, zu dem etwa 30 auswärtige Vereine ihr Erscheinen zugesagt haben. Mit dem Jubelfest ist das Bezirks-Kriegerfest des Hassia- bezirks Grünberg verbunden.
Kreis Friedberg.
sf. F r i e d b e r g, 30. Juni. Im großen Hörsaale des Polytechnikums hatten Die hiesigen Verbä nd-e Der Jugendvereine einen Werbeabend für das deutsche Ju-
fpielen, lege ich hiermit das Bekenntnis meiner Schuld ab, in Der Hoffnung, durch diesen Schritt eine Milderung meiner Strafe zu erwirken.
3d) war mit Fräulein Brentheim, der Pflegetochter des Kommissars, heimlich verlobt, und wir waren fest entschlossen, uns zu heiraten. Unserer Verbindung stand aber Der hartnäckige und durch nichts zu rechtfertigende Widerstand Herrn Brent- heims entgegen. Die Demütigungen, denen er mich aussetzte, und die Leiden, Die er seiner Pflegetochter durch die sich mehrenden Austritte meinetwegen verursachte, wurden so unerträglich, daß ich in meinem vielleicht allzu leicht erregbaren Temperament eines Tages beschloß, der Sache ein Ende zu machen.
3ch war es, der den Kommissar am 14. Juni um 10 Uhr abends im Garten der Villa Grete erschoß.
Der Hergang war folgender: Aufs äußerste gereizt durch Gretes Schilderung einer am 10. Juni erfolgten heftigen Szene zwischen ihr und ihrem Pflegevater, steckte ich einen großen Browning, Den ich vor einem Jahre in Warschau geschenkt bekommen hatte, zu mir unb verließ bei heranbre- chenDer Nacht meine Wohnung.
Ich begab mich zur Villa Grete, wo ich von neun bis zehn Uhr dem Hause gegenüber, unbemerkt hinter einem Baum am Wegrand versteckt, auf Den Augenblick wartete, in Dem sich Der Kommissar von seiner Pflegetochter getrennt haben würbe. Das geschah nach halb zehn Uhr.
Brentheim begab sich auf sein Zimmer. Es gelang mir schließlich, mich ihm bemerkbar zu machen unb in ben Garten hinter Den Flieberbusch zu locken. Als ich ihn gerabe vor mir hatte unb er mir zu- gemannt war, um zu hören, was ich sagte, zog ich meinen Browning aus Der Tasche, richtete ihn blitz- schnell auf seine Brust unb streckte ihn mit bem ersten Schuß nieber.
Darauf verließ ich schleunigst Den Garten, in panischem Schrecken über Das, was ich getan hatte, unb eilte auf bie Lanbstraße, um mich daoonzu- machen. Den Revolver hatte ich gerabe in ein Gebüsch geworfen, als ich unerwarteterweise Herrn Rechtsanwalt Kramer in bie Hände lief. Ich mußte gute Miene zum bösen Spiele machen unb mit ihm zur Villa zurückkehren.
(Fortsetzung folgt)
Schotten, 30. Juni. Im Monat Juni sind im ganzen Bereich Des Vogelsberges die Sominerfrischler, im Volksmund „Luft- schnapper" genannt, so gut wie ausgebliebe n. Rur ganz vereinzelt fanden sich einige ein, Die bei Rebel unD Regen nicht auf ihr Rechnung kamen. Erfreulicherweise sinD aber jetzt für Mitte Juli, Die beginnenDe Ferienzeit, zahlreiche Anmeldungen eingelaufen, so daß zu hoffen ist, daß Der Sommer noch einigermaßen für Den Ausfall im Juni entschädigen wird.
Kreis Alsfeld.
*1* Merlau, 29. Juni. Am Sonntag fanden in Den Kirchen zu Merlau und Flensungen Gottesdienste zum Gedächtnis des 250. Todestages Paul Gerhardts statt. In Flensungen trugen Die Schulkinder vier Lieder Paul Gerhardts vor, die Lehrer Fischer mit ihnen eingeübt hatte. In Merlau, wo der Jugendverein und Die Schüler sangen, wurden die neuen Orgelprospektpfeifen erstmalig in Gebrauch genommen. Die alten waren während des Krieges Der Beschlagnahme verfallen. Durch Tellersammlung war seitdem Der Betrag für neue Orgelpfeifen zusammengekommen, die durch Den Orgelbauer Franz Müller von Lich für 328 Mark geliefert wurden. Die^Merlauer Kirche hat nun ein neues Geläute und einen neuen Orgelprospekt. DaS Fehlen derselben wirkte sowohl für das Auge wie für das Ohr sehr störend. — Heute fand in Gegenwart des Herrn Kreisdirektors Dr. Stammler von Alsfeld und des Dekans Schmidt von Grünberg eine Sitzung des Gerneinderats und des Kirchenvorstandes statt, in welcher Der Gemeinderat Den seinerzeit abgelehnten Beitrag Der Ge - meinDe zur Unterhaltung der Kirche bewilligte.
Kreis Lauterbach.
$ (Engetrob, 28. Juni. Unter Beteiligung Der ganzen Gemeinde unD Der Rechner Der benachbarten Orte wurDe heute unser GemeinDe- unD Kirchenrechner Greb zu Grabe getragen. Pfarrer Geling zeichnete das Lebensbild des Verewigten, der als Nachfolger feines Vaters seit 1910 mit großer Gewissenhaftigkeit und Pflichttreue seine Aemter verwaltet habe. Die Achtung und Liebe, die der Verstorbene in Der GemeinDe und bei seinen Berufskollegen genoß, fanD AusDruck bei Der Kranzniederlegung Durch Den Kirchenvorstand, Den OrtsoorftanD, den Kriegeroerein unD Den KreisrechnerverbanD Des
Ridda, 30. Juni. Zur Linderung der Wohnungsnot wird auch in Diesem Jahre von der Stadt ein Doppelwohnhaus erbaut. Baulustigen wird außerdem geeignetes Baugelände zugewiesen. — Der diesjährige Sommermarkt beschränkt sich auf P f e r d e -, Fohlen- unD Krämermarkt. Der Schweinemarkt, gewöhnlich für die Umgebung die letzte Gelegenheit, sich mit Ferkeln einzudecken, muh wegen der im Kreise herrschenden Maul- und Klauenseuche a u s f a l l e n.
00 Aus Dem mittleren 97 i D D a t a I, 30. Juni. Der Kiebitz kommt auch noch in Den sumpfigen Wiesen Des N i D D a t a I e s vor, ist aber in Der Zahl stark zurückgegangen. Im Frühjahr werDen Die Eier, Die auf Dem WiesenboDen sehr schwer zu erkennen sinD, gesucht, unD badusch wirb
„In ben Rhein geworfen."
„Warum?"
Molinski schwieg.
Fragen unb Antworten waren im gleichen, leisen, gepreßten Ton gesprochen. Der graue Sanitäter sah ratlos von einem zum anberen ...
Zischenb rollte ein neuer Zug in bie Halle.
Durch ben Lärm kam Kramers verhaltene Frage:
„Was soll ich mit Ihnen tun?"
„Mich verhaften lassen."
„Ja."
„Weil ich Racoszy zur Flucht oerholfen habe." „Warum?"
„Ich wollte nicht, baß ber Unschulbige gefaßt würbe."
„Der Unschuldige?"
„Ja — wenigstens an Brentheims Tode."
,Mer erschoß ihn?"
Stille. Sann:
„Ich!"
Kramer sprang auf bie Beine. Der Krankenwärter wich zurück.
„Sanitäter!" sagte Der Anwalt. „Holen Sie Die Bahnhofswache!"
Die betben Zurückbleidenben blickten sich nicht an unb sprachen kein Wort. Molinski sah zum Fenster hinaus, Kramer auf seine Fäuste.
Zwei Schutzleute traten ein.
Der Rechtsanwalt sprach straff aufgerichtet mit klarer, ruhiger Stimme: „Mein Name ist Kramer. Ich bin Beamter ber Berliner Kriminalpolizei. Hier meine Legitimation. Bringen Sie Diesen Mann in Das Untersuchungsgefängnis. Ich übernehme Die Verantwortung. Sagen Sie Dem Inspektor: in Der MorDsache Brentheim!"
V.
In Der folgenben Nacht hörte Schulz, wie Der Rechtsanwalt sich ruhelos in seinem Bett wälzte unD (einen Schlaf zu finben schien. Erst als Der Morgen zu Dämmern begann, lag er still.
UnD als Schulz aufstanD, hörte er an Den tiefen Atemzügen Des anDeren, Daß er fest unD ruhig schlief. Schulz hütete sich, ihn zu wecken.
Er ging jiad) Dem Frühstück sinnenD Durch Das oeröDete Haus unD um Den stillen Garten herum, vergeblich bemüht, Die gestern nachmittaa von Kramer erfahrenen Tatsachen miteinanDer in Zu
sammenhang zu bringen. Noch erschien ihm alles nebelhast unD unwahrscheinlich.
Um zehn Uhr kam ein raDelnDer Bote vom Untersuchungsgefängnis unD überbrachte ein Schreiben für Den Rechtsanwalt.
Auf Zehenspitzen ging Schulz Die Treppe hinauf.
Als ör Die Tür öffnete, sah er Kramer aufrecht in Den Kissen lehnen, mit wachen, überlegenDen Augen. .
„Guten Morgen, Herr Rechtsanwalt. Ein Brief vom Untersuchungsrichter!"
SchweigenD öffnete Kramer Den Umschlag. Er enthielt zwei Schreiben.
Das eine war vom Untersuchungsrichter an ihn gerichtet. Es hieß Darin:
„. . . Molinski setzte feiner Ueberführung keinen WiDerstanD entgegen. Er benahm sich ruhig unb teil- nahmlos bis äu bem Moment, wo man feine Klei- bung Durchsuchte unD ihm unter anderem bie Gelbtasche abnahm. Da geberbete er sich plötzlich wie ein Wilber, hielt bas Portemonnaie fest und schlug, um sich. Aber die Beamten wurden seiner trotzdem Herr. Darauf nahm er wieder fein früheres abgespanntes unb in sich versunkenes Verhalten an. Um acht Uhr abends bat er plötzlich um Tinte und Papier und brachte sein Geständnis zur Niederschrift, dessen Kopie ich Ihnen beiliegend übersende.
In der Brieftasche fanden mir einen Paß, zwei in überaus herzlichem Tone gehaltene Briese von Fräulein Grete Brentheim und ein Schreiben von seiner Mutter aus Warschau.
3m Portemonnaie (um bas er so gekämpft hatte) waren Gelbscheine im Gesamtbeträge yon zmeihun- bert Mark, eine Wochenkarte ber Bonn—Mehlemer Kleinbahn, unb im inneren Fach eine beformierte Geschoßkugel.
3d) mürbe mich freuen, über die Funde und das Geständnis, das uns nun endlich die Aufklärung über die Mordtat an unserem teuren Kommissar Brentheim in Die Hand gibt, noch heute mit 3hnen Rücksprache nehmen zu können . . . usm."
Schulz las gespannt Roman Molinskis Geständnis, das ihm ber Rechtsanwalt wortlos herübergereicht hatte. Kramer rauchte, im Bett liegend, eine Zigarette unb sah gebankenvoll zur Stubenbecke.
Das Schriftstück lautete:
„Nackbem meine Kräfte nicht mehr ausreichen, die Rolle, bie ich übernommen habe, zu Enbe zu
„Wissen Sie denn, was Sie Damit angestellt haben? Molinski — Sie können es in seinem vollen Umfang nicht ahnen. Der gefährlichste Mensch ist nun roieber in Freiheit. Um ein Haar hätte ich ihn eingefangen! — Unb Brentheim bleibt ungeracht."
Kramer sah ben Polen an. Der saß unbeweglich, mit einem schweren, schmerzlichen Lächeln in eine Ecke ftarrenb. r ,,
Unb beim Anblick Dieses Lächelns fühlte Der Anwalt, wie Die Erregung, Die noch in ihm schlief, sich roanDte unD in eine neue Dimension wuchs. Er richtete sich vollenDs auf. Fern unD unbestimmbar noch glimmte etwas in ihm, zerteilte Schatten unD Nebel unb leuchtete plötzlich auf — unerträglich in feiner Grellheit.
„Molinski!" sagte er mit heiserer Stimme, scharf akzentuiert. „Der Mann, ben Sie nachts auf Ihrer Treppe trafen, war boch Sanbberg!"
Der Jüngling brehte sich jäh nach ihm um. Seine
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