Einzelbild herunterladen

0

B

-' »k

I

in?:

Lied sang(Siner ist an dem wir bangen. Damit war die erste öffentliche Versammlung beendet.

Kreisamtes erschienen sei. Hoch auf das deutsche die Versammlung das

Ministeriums und des Er schloß mit einem Vaterland, woraus Deutschlandlied sang.

des Veichnecoens vev -oauuie. ue£ De,pritzens gegen Schädlinge und das Pflücken der Früchte durch eigene Organe ab. Der Redner betonte zum Schluß, daß wir die amerikanischen Methoden nicht alsRezept auffassen können, da dort die Verhältnisse anders liegen. Wir könnten aber ungeheuer viel aus der Arbeit der Ameri­kaner lernen, wenn wir ohne Vorurteil an die Prüfung ihrer Methoden gehen, insbesondere was die Hebung der Qualität der Erzeugnisse und den Verkauf nach kontrollierten Warenmarken betrifft usw.

Dem Vortrage folgte lebhafter Veifall, worauf die Vorsitzende die Verhandlungen schloß.

Beigeordneter Delp, Darmstadt, über­mittelte die Grüße der Stadt Darmstadt. Die Verhandlungen möchten zur Erstarkung des Wirtschaftslebens beitragen, das nur durch den Gedanken der Einigkeit wieder aufblühen könne.

Direktor Schüttler von der Handwerks­kammer wies in seiner Ansprache darauf hin, daß die Handwerkskammer immer die Bäcker- innungen unterstützt habe. Die Handwerker könn­ten nur etwas erreichen, wenn sie geschlossene Organisationen hinter sich haben, wie sie das Väckergewerbe bereits besitze.

Es folgten dann noch Begrüßungsansprachen von Vertretern des Polize'arntes Darmstadt, des Zentralverbandes in Berlin und einer Reihe von Rachbarverbänden.

Syndikus Dr. Maurer erstattete den Jahresbericht. Der Zweigverband Hessen umfaßt hiernach 33 Innungen. Das Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sei ein gutes, so daß in den meisten Orten Tarif­verträge nicht mehr notwendig wären. Zur Frage der ^Arbeitszeit machte der Redner darauf auf­merksam, daß erreicht wurde, in den Sommer­monaten um 5 ilfjr mit der Arbeit zu be­ginnen. Die Bemühungen wegen längeren Offenhaltens der Laden hätten beim Ministerium keinen Erfolg gehabt. Weiter brachte der Redner Mängel bei der Brotrevision zur Sprache; eine Revision der Bestimmungen sei unbedingt not- wendtg. Jetzt werde ein Bäckermeister bestraft, wenn ihn auch kein Verschulden treffe. Es sei Aufgabe der Handwerkskammer und der Par­teien, dafür einzutreten, daß rein formelle Be­strafungen auf diesem Gebiete aufhören.

Den Kassenbericht erstattete Bäcker­meister Finger. Darmstadt. Die Rechnung wurde, nachdem die Reunerkommission die Ent­lastung des Rechners beantragt hatte, von der Versammlung genehmigt, auch dem Vorstand wurde einstimmig Entlastung erteilt. Der von Bäckermeister Finger der Versammlung unter­breitete Voranschlag fand ebenfalls Zustimmung.

Die Versammlung beschloß hierauf, den nächsten VerbandStag in Erbach i. O. abzu­halten.

Es folgten Reuwahlen der ausscheiden­den Vorstandsmitglieder. Die Ausscheidenden: Finger-Darmstadt, Deibel-Gießen, Lan- desvatter- Offenbach und P. I o st - Bens­heim wurden wiedergewählt.

Landtagsabgeordneter H a u r y - Dannstadl übermittelte Grüße der Deutschen Volkspartei und sprach sich unter dem lebhaften Beifall der Anwesenden für Einigkeit im gesamten Hand­werk aus. Ferner ergriff Landtagsabgeordneter Kindt das Wort zu einer Begrüßungsansprache im Ramen der deutschnationalen Landtags- Fraktion.

Herr Köhler von der Handwerkskammer hielt hierauf einen Vortrag über das Lehr­lingswesen und die Prüfung im Hand­werk, worin er lehrreiche Erläuterungen zu den wichtigsten gesetzlichen Bestimmungen über diese

Das glaub' ich auch! Wissen's, i hält' net schlecht Lust, Sie zum Rapport z'schicken. Mir is nur die Schererei z'viel, aber Sie könnten an einen kommen, der net so gutmütig is, wie ich."

Barbarossa erwiderte nichts mehr, aber er wütete innerlich. Sein nackter Fuß stieß zu­fällig an den Putzpfrvpfen des Bootes, und sofort war sein Racheplan entworfen. Mit seinen affen­artigen Greifzehen packte er den Spund, lockerte ihn und ließ langsam Seewasser ins Boot drin­gen. Rach einer Weile sagte der Leutnant:

Sie! Mir scheint, das is Wasser da im Doot!"

Aqua? Si, signore!"

.Ist denn das Doot leck?"

Non capisco, signore."

.Ob ein Leck im Doot is?"

Leck? Non capisco, signore.

Ob das Schinakel a Loch hat, Herrgott- nochamal!"

Una busca? Si signore. Eh, signore!"

.Ja, was machen wir denn da?"

No so, Signore, Andaremo a fondo, mi dico. llnd er wies mit dem Haupte seitlich hinab nach dem kühlen Grunde des Meeres. Wohl wußte er, daß fein Boot auch in gänzlich vollgelaufenem Zustande vermöge der Luft­behälter nicht sinken könne. Dies Wissen aber behielt er für sich und begnügte sich damit, daß der andere es nicht wußte.

Sie! Können's net a bitzl schneller rudern?!" Vogo, eh, vogo, signore. Vcdete ehe vogo!" und er legte sich mächtig in die Riemen, nicht ohne den Spund neuerlich zu lockern. Das Wasser stieg an den champagnerfarbenen Sommerhosen des Offiziers empor. Der erinnerte sich aus der Robinsonlektüre feiner Jugend, daß man in solchen Fällen alle Mann an die Pumpen stellen müsse, und begann, mit seiner hohen Schirm­

von South-Carolina und Georgia gcueigi die Meerinsel-Daumwolle, mit gelben Blüten, und die weißrötlich blühende Strauch-Baumwolle oder Üpland Cotton, die gangbare Ware, in mittlerem Stapel. 3m Rovember-Dezember ist die Ernte, im Januar-Februar der Anbau. Die Baumwolle wird in ungeheure Ballen gepreßt, durch eiserne Reifen zusammengehalten. Ein Bal­len enthält fünfhundert englische Pfund. Heute steht die Baumwollenverarbeitung als Web- industriefaktor noch hinter Großbritannien zurück, das den Platz durch seine Dominions behauptet. Aus den durch Maschinen geschälten Samen wird übrigens das Baumwollöl gewonnen, das einen wichtigen Bestandteil bei der Fabrikation von Margarine und Speiseöl bildet. Die rest­lichen Rückstände geben in der Verarbeitung ein in Europa sehr geschätztes Vichkraftfutter.

Hier in den Südstaaten ist noch ungeheurer ungehobener Reichtum, Reichtum auch an schwar­zen Kräften, deren Zuwachs sich von Jahr zu Jahr vergrößert; hier ist das größte Terri­torium der schwarzen Rasse in einem weißen Kontinent, deren Mischlinge vor allen Dingen eine rassenpolitische Gefahr bedeuten. In Frank­reich lehrte man sie säen, hier werden diese Früchte unheilvoller Saat einst geerntet werden. Denn hier gibt es Counties, in denen auf zwei bis sieben Reger erst ein Weiher kommt. Zwei unddreißig Prozent der gesamten Devöllerung sind Schwarze.

Der

£ firimin

4 1

Vechmdstag der hessischen Väckerinnimgen.

* Darmstadt, 30. Mai.

Heute vormittag wurde im großen Saale der Vereinigten Gesellschaft der 7. Verbands- t a g des Zweigverbandes Hessen des Zentralverbandes Deutscher Bäcker­in n u n g e nGermania" abgehalten.

Die starkbesuchte Versammlung wurde um 8.30 älhr durch Ehrenobermeister Weber, Darmstadt, eröffnet. Der Chor der Darmstädter Bäckermeister leitete die Tagung mit dem Vor­trag des ChoralsGott grüße dich" unter Lei­tung von Chormeister 2 n d o r f ein. Ehren­obermeister Weber begrüßte in seiner Er­öffnungsrede die Vertreter der Behörden, der Handwerkskammer, der benachbarten Verbände usw. Den Beratungen wohnten die Landtags­abgeordneten Haurh, Kindt und Felder bei. Der Redner bedauerte, daß kein Vertreter des

Verbandstag der hessischen iand- nrirtschaftüchen Genossenschaften

Am Samstag hielten die hessischen land­wirtschaftlichen Genossenschaften in Darmstadt bei außerordentlich starker Beteili­gung ihren 62. V e r b a n d s t a g ab. Zahl­reiche Vertreter der Regierung und von Be­hörden waren anwesend. Die Verhandlungen leitete Verbandspräsident Bill, Ostheim.

Verbandsdirektor Berg erstattete den Jahresbericht für 1925. Er sprach u. a. von der gegenwärtigen Rot der Landwirtschaft und be­merkte dazu: Es ist ein Glück für die Landwirt­schaft, daß ihre unmittelbaren Gläubiger in der Hauptsache ihre eigenen Genossenschaften sind. Diese unschätzbar wertvolle Selbsthilfeeinrichtung zu stärken muß die Aufgabe jedes Freundes eines selbständigen Mittelstandes sein. Im Jahre 1925 ist die Zahl der dem Verband ange­schlossenen Genossenschaften wiederum gewachsen. Es sind 48 Genossenschaften beigetreten und 39 ausgeschieden, so daß ein Zuwachs von 9 Ge­nossenschaften zu verzeichnen ist. Der Bestand an Mitgliedsgenossenschaften betrug zusammen 1002. Richt die Zahl der angeschlossenen Genossen­schaften zeigt die Stärke der Organisation, son­dern die Leistungsfähigkeit der einzelnen Selbst­hilfeeinrichtungen ist ausschlaggebend für die Be­urteilung. Uns kommt es darauf an. wirklich leistungsfähige Gebilde zu schaffen. Die Geld- zentrale hatte einen Gesamtumsatz von rund 702 Millionen Reichsmark und hat damit den älmsatz des vorhergehenden Jahres um 144 Millionen Reichsmark überschritten. Der Reingewinn be­trägt 310 484 Reichsmark. Bei der Warenzentrale bezifferte sich der Warenauszug auf 2 618 029 Zentner im Werte von 15 224 538 Reichsmark. Die Zahl der dem Verband angeschlossenen Spar- und Darlehnskassen ist gegenüber dem Vor­jahre um sechs gestiegen. Weiter behandelte der Berichterstatter die Bezugs- und Absah- genofsenschaften. die Molkerei-, Winzer- und son­stigen Genossenschaften.

Der Bericht fand die lebhafte Zustimmung der Versammlung. Regierungsrat G e n n e s übermittelte sodann Grüße des Anwalts des Reichsverbandes und führte in seiner Rede u. a. aus: Auf die Dauer sei das jetzige Geld- und Kreditsystem nicht erträglich. Mit Krediten allein komme man aus der Misere nicht heraus. Was not tue. fei die Abbürdung des Personalkredits, namentlich des Wechselverkehrs. Es gelte heute alle Kräfte zusammenzufassen. Im Absatz der Zentralgenossenschaft sei in Hessen Mustergültiges erreicht worden.

Hierauf erfolgte die Vorlage der Rech­nung und Bilanz. Die Vermögensbilanz weist in Aktiven und Passiven 186 813 Mk. auf. Dem Verbandsdirektor und dem engeren Aus­schuß wurde bezüglich der Geschäftsführung und Iahresrechnung Entlastung erteilt.

Prof. Dr. Brinkman nkDonn) hielt hier­auf einen Vortrag über das Thema:

Was können wir vom amerikanischen Ge­nossenschaftswesen lernen?"

Der Redner führte u. a. aus: Fast das ganze Land ist dort mit einem Reh von Beratungs­stellen zur Aufllärung der Genossenschafter über­zogen. Der Hauptpunkt ist heute in Amerika die Absahfrage. In den letzten 10 Jahren bildeten sich drüben überall Großverkaufsaenossenschaften; einzelne dieser Genossenschaften zählen über 50 000 Mitglieder. Als Ruhanwendung für die deutschen Genossenschaften ergibt sich, daß die genossen­schaftliche Bewegung ein maßgebender Faktor bei der Versorgung des Marktes werden kann. Der Amerikaner verlangt, daß allen Reugründun^en eine gründliche Untersuchung der Absatzmöglich­keiten vorausgeht. Leider kennen wir in Deutsch­land diese Disziplin für Erforschung des landwirtschaftlichen Absatzes an keiner unserer deutschen landwirtschaftlichen Hochschulen.Be­zugs- und Absahgenofsenschaften" in unserem Sinne kennt der Amerikaner nicht, er steht auf der Basis des Einzelerzeugnisses. Zwischen­handelsglieder an sich auszuschließen, ist in Amerika nicht die besondere Aufgabe des Ge­nossenschaftswesens. Der Amerikaner spricht nur vom Ersatz des privaten durch den genossen­schaftlichen Zwischenhandel. Diel wichtiger als die Aneignung des Zwischenhandelsgewinnes ist nach den Beobachtungen der Amerikaner die Ver­ringerung der Zwischenhandelskosten. Das ganze Land ist von einem Reh von Kontrollorganen überzogen, die über Klasse und Qualitätsgrad der Waren eine amtliche Bescheinigung aus­stellen. Die Obstgenossenschaften in Kalifornien schreiben dem Farmer nicht nur die anzubauenden Obstsorten vor, sie nehmen ihm auch die Arbeit

tobt habt getriebenn, da kan ich nicht dar wider, mocht einer die lenge wol einn pferdt hu tobt treiben, so wist ihr euch tzu erynnernn, wie das ihr mihr das gelb versprochen habt zu Michaelis zu gebenn. Ist aber noch nicht geschehen, vnndt wie ihr mihr geschrieben habt, Als wolt ihr mchr nichts gebenn, Run so habe ich hir hu eylenburg bet) dem Rabt gefragt, so bitt ich euch ihr wollet mihr doch das gelt mitt diesem botenn vbersend, wo es Qlber nicht geschehenn toiröt, vnndt mehr bothenlohnn barauff gehen werbe, so will ichs Anders wo suchenn, wo es fug unnbt Recht hatt, bamitt seh Gott bevohlen geben tzu Eylenburg sonnabent vor samt Mertenn Ihm 64 Iar.

E. W. D.

Sander Schonbrott, burger daselbst"

Schabe, daß man nicht mehr ermitteln kann, wie sehr Wohl der Oschatzer Müller Martin Auermann über den ihm just zu seinem Ra- menStage ins Haus geflogenen Mahnbrief ge­flucht. und ob er dieseNachnahme" durch Zahlung erledigt haben mag. Vielleicht ist der tote Esel bis auf den heutigen Tag unbezahlt geblieben! Wer weiß? Der ehrsame und nam- haftige Eilenburger Bürger Sander Schönbrot freilich hat es eigentlich schon deshalb verdient gehabt, daß er zu seinem Gelde kam, weil er so höflich schrieb oder richtiger wohl: schreiben ließ. Heutzutage wenigstens befiehlt kein Gläu­biger mehr den Schuldner Gottes Gnade, auch nennt er ihn schwerlich seinen lieben, guten Freund und sich selberEueren willigen Diener" (E. W. D), geschweige denn, daß er ihn seiner Dienstwilligkeit noch ausdrücklich versichert; die Drohung mit Rechtsanwalt oder Gericht ist ja jedem heute ganz geläufig! In diesem Falle stimmt es mal: Die gute alte Zeit!

W. H. Sch.

Materien gab. Der Redner fand mit seinen Dar­legungen den Beifall der Versammlung. Dem Vortrag folgte eine Aussprache, in der auch der Direktor der Handwerkskammer, S ch ü 11 [ e r, auf verschiedene Anfragen Auskunft gab.

Die Verhandlungen wandten sich nun An­trägen zu, unter denen der Antrag der Bäcker- Innung Gießen über

Die Besteuerung der Konsumvereine und des Handwerks

das besonders lebhafte Interesse der ganzen Versammlung hervorrief.

Obermeister Loeber-Gießen hielt über dieses Thema ein ausführliches Referat. Schon vielfach sei diese Frage behandelt worden. Alles was man wolle, sei nur das Verlangen nach Recht. Der Redner wies auf bte steuerlichen Be­günstigungen der Konsumvereine hin, wodurch dem Bäckergewerbe der Konkurrenzkampf mit den Kon­sumvereinen ungemein erschwert werde. Die So­zialdemokratie wolle die Vernichtung der kleinen und mittleren Betriebe, die Vernichtung der selbständigen Existenzen des Mittelstandes. Im Jahresberichte des Konsumvereins in Gießen sei zu lesen, daß das Ziel der Kon­sumvereine sei, die Privatwirtschaft zu vernichten. Leider gehörten den Konsumvereinen viele Be­amte, auch höhere Beamte an. ~ Stern Reichs­kanzler Dr. Luther, der die Konsumvereine empfohlen habe, brauche das Handwerk keine Träne nachzuweinen. In den Berichten der Kon­sumvereine werde behauptet, sie hätten bessere soziale Einrichtungen, aber an anderen Stellen machen sie auch geltend, daß sie nicht alle For­derungen der Angestellten mit Rücksicht auf ihre Mitglieder erfüllen könnten. Ist das etwas an­deres als das Verfahren der Bäckermeister, die ihre Preise nach den gegebenen Verhältnissen bestimmen müssen? Der Vortragende zeigte an dem Beispiel des Gießener Konsumvereins, daß die Konsumvereine beträchtliche Steuersummen ersparen. Der Konsumverein Gießen habe 1925 an Einkommensteuern und anderen Steuern für Staat, Provinz und Kreis insgesamt 16 194 Mk. einsparen können. Der Redner stellte dem ge­genüber, wie sehr gerade die kleinen Bäcker­meister durch Steuern belastet sind. Die Land­tagsabgeordneten sollten sich dieser Verhältnisse annehmen und sie im Landtag zur Sprache brin­gen. Der Gießener Konsumverein habe jüngst mit großen Kosten ein Fest gefeiert, aber Geld zum Steuerzahlen habe er nicht. Die Konsum­vereine seien durch die steuerliche Begünstigung in der Lage, große Geldsummen aufzuspeichern, um ihre Betriebe zu vergrößern, was den Ge­werbetreibenden unmöglich sei. Dem Handwerks­meister werde keine Steuerstundung zugebilligt, wohl aber den Konsumvereinen. Es müsse ver­langtwerden, daß der eine so gut feine Steuern, bezahlen müsse wie der andere. Durch den Autv- mobilverkehr der Konsumvereine würden nament­lich die Gewerbetreibenden auf dem Lande ge­schädigt. Die Konsumvereine wollten jetzt sogar von der älmsahsteuer befreit sein. Der Redner schloß seine Ansprache mit einem Hinweis auf das Eintreten der Reichstagsabgeordneten Dr. Becker und Dr. Werner für die Gewerbe­treibenden gegen die Konsumvereine. Die parla­mentarischen Vertreter des Zentrums und der Demokratie möchten in derselben Weise zugunsten des Handwerks eintreten. Unbebingt sei glei­ches Recht für alle zu fordern. (Lebhafter Beifall.)

Landtagsabgeordneter Kindt (Dtn. Dp.) erHärte, die sozialistische Weltanschauung wolle den Konkurrenzkampf ausschalten. Die Deutsch- nationale Vollspartei kämpfe dagegen und suche die selbständigen Existenzen zu erhalten und zu fördern.

Landtagsabgeordneter H a u r y (D. Vp.) führte aus, daß man dem Handwerk den gol­denen Boden genommen habe. Man müsse ver­langen, daß die Konkurrenz der Konsumvereine in der gleich eit Weise besteuert wird, wie das Ge­werbe. Es könne nachgewiesen werden, daß trotz der steuerlichen Vorteile die Konsumvereine teu­rer verkauften, als die Gewerbetreibenden.

Im weiteren Verlaufe der Verhandlungen wurde von einem Redner an die Versammlung die Aufforderung gerichtet, ihren Wünschen und Forderungen durch älnterschrift für das Volks­begehren in Hessen und durch Abstimmung an der Wahlurne Rachdrucr zu verleihen Der Red­ner fand damit lebhafte Zustimmung.

Die der Versammlung unterbreiteten An­träge wurden einstimmig angenommen.

Es folgte noch eine eingehende Besprechung über die Mängel bei der Brotrevision. Durch eine Kommission soll geprüft werden, welche Schritte in dieser Angelegenheit getan werden sollen.

Rach weiteren Beratungen wurde um die Mittagszeit die Versammlung mit einem Schluß­wort des Vorsitzenden geschlossen.

3. Evangelischer Frauentag Deutschlands.

1 Darmstadt, 30. Mai.

Rachdern am Samstag ein Begrüßungs­abend und heute vormittag in den evangelischen Kirchen Darmstadts Festgottesdienste ab­gehalten waren, tagte heute namittag in der Turnhalle am Wo^>gsvlah eine große offen!- licheVersammlung, die von Vertreterinnen der evangelischen Frauenvereine aus allen Teilen Deutschlands außerordentlich stark besucht war. Auch aus den abgetretenen Gebieten und anderen Ländern deutscher Sprache waren Vertreterinnen hierher gekommen. Die cffizielen kirchlichen Kreise Hessens, die Kirchenregierung uni) der Landes- kirchentag waren vertreten, ebenso weltliche Be­hörden und die evangelischen Frauenvereine Hessens. Die Tagung steht unter dem Vorsitz von Frau Oberin von Tiling, die die Ver­sammlung eröffnete, Es hielten Begrüßungsan­sprachen Fürstin Elisabeth von Erba ch ° Schönberg, Prälat D. Dr. Diehl, Mini­sterialrat Weber (für das Ministerium des Innern), Oberbürgermeister Dc. G l ä f f i n g - Darmstadt und Direktor Beutel» Berlin (für den Zentralausschuh für Innere Mission).

Im Mittelpunkt der Tagung stand ein Vortrag der Frau Oberin von Liling über

Evangelium und Frauentum.

Die Rot unserer Zeit besteht darin, daß die Menschen sich auf allen Lebensgebieten völlig von Gott dem Schöpfer losgelöst haben. So hat auch der Materialismus und Rattonalismus das Problem des Frauentums zu verstehen gesucht ohne Gott. Aber alle Versuche, die Frage nach dem Wesen des Frauentums zu lösen, müssen notwendigerweise scheitern, so lange wir nicht als Geschöpfe Gottes zum Gehorsam gegen den Schöpfer zurückgekehrt sind. Vom Schöpfer her das Frauentum erfaffen, heißt sehen, wie Gott das Frauentum und das Verhältnis der Ge­schlechter zueinander gemeint hat.Unter Sollen wollen wir wieder finden!" Beide Geschlechter sind aufeinander hin geschaffen, aber durch die Sünde wird ihr gegenseitiges Verhältnis zur Karikatur. Die innere Unsicherheit der Frau führt zu einem Sichwegwerfen an den Mann, die innere Haltlosigkeit des Mannes aber zur Herr­schaft über die Frau. Aus dieser Rot will Christus beide Geschlechter erlösen, indem er sie das Sollen erkennen lehrt, Der Frau gibt er eine Werthaltigkeit in sich, so daß sie nun in der Hingabe an das andere Geschlecht doch selbst Persönlichkeit bleiben kann und Wert behält. Beide Geschlechter haben ihr eigenes Sollen vor Gott, im religiösen Erleben werden sie zur Einheit. Gott will, daß die Frau wirkt durch ihr ©ein." Mütterlichkeit ist das Sein der Frau und muß darum ihr ganzes Wesen durchdringen, in der Familie sowohl wie auch sonst überall, wo der Frau das lebendige Geschöpf anvertraut ist in seiner Gesundheit und Krankheit, in seiner Rot und Freude. Die Kulturaufgabe der Frau ist eine selbständige. Auf allen Kulturgebieten schafft der Mann nur die eine Hälfte, die Frau muß sie durch ihre Mitwirkung zur lebendigen Wirklich- feit machen.

Die Rednerin fand mit ihren tiefdurchdachten Ausführungen lebhaften Beifall bei der Ver­sammlung. die im Anschluß hieran gemeinsam das

Das war xropa bildete .Ur widme erfofd A dar Dueu AM Abfchli

H* « llnl» lMhweise bürstet.

Elchen F«m takelt in j Der Ruf ber Miet, ist ' J'Ä °" di! ®er W hu Mein

-s-

d-1 im ,'-öei einen ?nt®Qn3i< "lwsr Apport 7°>?ter

Sir »°,?8«

mütze man trug damals gerade solche von mindestens drei Liter Hohlmaß das Wasser aus dem Boote zu schöpfen. Barbarossa betrach­tete, immerfort rudernd, seine Anstrengungen mit innigem Vergnügen und ließ, den Spund fest zwischen den Zehen, für je zehn ausgeschöpfte Liter Wasser fünfzehn neue ins Doot.

Sie tarnen an einer Ankerboje vorbei, einem jener riesigen, aus Stahlblech genieteten schwim­menden Zylinder, die eine kreisförmige Platt­form von etwa drei Meter Durchmesser haben und in der Mitte einen mächtigen geschmiedeten Eisen ring tragen. Barbarossa lenkte knapp an die Boje. Als sie die Bootswand streifte, zog er den Puhpfropsen völlig heraus. Dec Leut­nant fühlte das Wasser plötzlich bis an feine Kniescheiben ft eigen. Im Selbsterhaltungstrieb sprang er aus dem Kahn auf die Boje, wo er fick) am Ring festklammerte und mit hinauf» gezogenen Deinen sitzen blieb.

Barbarossa ließ sich noch einige Meter Wetter treiben, spundete das Puhloch wieder zu, schöpfte mit einem Handeimer, den er tückischerweise ver­borgen gehalten hatte, sein Doot leer und ruderte gemächlich an Dord zurück.

Doot ahoi!" rief der Dugposten ihn an.

Putzjolle an Dord!" antwortete Barbarossa. Er hängte sein Fahrzeug an die Backspiere, enterte auf Deck und legte sich schlafen.

Der Wachunteroffizier schlug vier Glasen. Der Dugposten rief:Alles wohl!"

Leutnant Willi schaukelte auf der Boje bis sechs älhr morgens. Da nahm ihn eine vorbei- fährende Dampfbarke auf. Da er einen Ver­wandten im Kriegsministerium hatte, wurde er auf feine Ditte zwei Wochen später nach Przemysl versetzt. Dort gab es kein Meer, keine Bojen und keine Puhjollen. Dort kam er auch nicht in Versuchung, einen Matrosen zu schuhriegeln.

La

480 Sflori«! W* 3,i

Teilen lvFgel runff 5%

Unter Ärschen nnv unt) Sonntag sichen Thnr rvda, Lauchw Sonne und - Tag der Dar bürg und dn neNern toetD gäbe des De gestellt, 1500 Aicher ai geliehen. - - Tagen einen mentaler Dajsc das lespdtable erreicht und i den Mack na<

# Dbbot diesen lagen' wandert, Dick' seltener A man nämlich stehende A p s Bäume im $ blühenden man, wenn m diese Bäume Die Apfel! geringen ! Mli-Hen Aps Birnenund Allem Anscheii Zwetschen hannisbeeren Der Saal gezeichnet, ffii guten Stand, | Ernte gerechnet ernte ift hier haltender günsti da- Heumachen de; Grases ist

ri. Sich, reicher *Meili und Kreise fr feierte gesterr band der sein großes Morgenfrühe der Stadt ih vvlkerung zu bereiteten §e meßen sich di tvo nach eine mer gehalten Probe stattsan tvaltige alte meinte von ett dienst. Die Aschen Kirche Deisen der q]

"Barbarossa wurde nicht bestraft. Weder er noch der Leutnant hatten großes Interesse daran, den Vorfall in die Öffentlichkeit gelangen zu lassen. Einst, als wir auf Lisfa vor einer Hafen­kneipe beim Muskateller faßen, erzählte mir Barbarossa den Spaß.

In den häufigen Kunstpausen trank er einen gewaltigen Schluck des goldfarbigen Weines und ergriff mit fettglänzenden Fingern eine in frischem Olivenöl gebratene Sardine am Schwänze, um sie kunstgerecht zwischen seinen roten Bart zu tor­pedieren.

Das Meer vor uns toar* blau wie ein Ma­trosenkragen und stank nach Hafen und faulem Seetang.

Ein Mahnbries

aus hem Jahre 1564.

Ein Zufall spielte dem Schreiber dieser Zeilen jüngst ein aus dem Jahre 1564 stammendes, altes Drieflein in die Hände, das er zur Erhei­terung unglücklicher Gläubiger und bedrängter Schuldner mitteilt.

In einem schweinsledernen Quartanten, den ich vor kurzem bei einem Trödelantiquar für einige Mark erstand, fand ich zwischen zwei in­folge Stocksleckigkeit aneinander hängenden Blät­tern den vermutlich schon vor Jahrhunderten als Lesezeichen eingelegten Brief mit nachstehen­der Aufschrift:

Dem Ersamen vnndt Ramhafftigen Mert- tenn Auermann mutier zu Oschitz meinen guthenn freundt zu handerm 1564."

Das Schreiben selber besagt:Meinen gantz toilUgenn dienst zuuor, lieber guther freundt, ihr wist euch tzu erynnernn, wie ich euch den Esel verkaufft habe, vnndt ist der efel gar gesundt gewesen vnnd ihr habt ihn nicht geschont, vnnd ihn Immer getrieben so lange bis ihr ihn gaar tzu