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Hs
Große Kieler
es in Roten
Rerchsbonkpräsident Dr. Schacht ist von seiner Londoner Reise wieder nach Berlin zurück- gekehrt.
Die türkische Kammer in Angora nahm das Gesetz über die Einführung einer einheitlichen VcrwoltungindergesamtenTürkei an. Außerdem wurde dem Gesetz über die Einführung eine--' Zioilgsfetzes und eines Handelsgesetzes in der Türkei zugestimmt.
Wettervoraussage.
Wolkig mit Aufheiterung, tagsüber wärmer, sonst kühl, vereinzelt Regenschauer.
Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 20,7 Grad Celsius. Minimum: 10,7 Grad Celsius. Riederschläge 1,8 Millimeter. Heutige Morgen- temperatur: 13 Grad Celsius.
Der Geschäftsordnungsausschuß des Preußischen Landtages stimmte dem Antrag auf Aufhebung der Immunität des Abg. Wulle (Völk.) gegen die Stimmen der Kommunisten zu.
Aus der Prsvinzialhauytstadt.
Gießen, den 1. Juni 1926.
SLeuerfälligkeiten im Juni.
3m Monat 3 uni 1926 werden folgende Steuern fällig:
5. 3uni: Steuerabzug vom Arbeitslohn (Lohnsteuer) für die Zeit vom 21. bis 31. Mai einschließlich, der für die Zeit vom 1. bis 10. Mai bzw. 11. bis 20. Mai einbehaltenen, noch nicht abgeführten Beträge ohne Rücksicht auf deren Höhe:
10. 3uni: llmsatzsteuervorauszahlung 8/4 Prozent der Dlmsätze im Monat Mai 1926;
15. 3uni: «Äeuerabzug vom Arbeitslohn (Lohnsteuer) für die Zeit vom 1. bis 10. 3uni, sofern der Gesamtbetrag mehr als 100 Rm. beträgt;
25. 3uni: Landes steuern 2. Ziel für Rj. 1926 auf Grund der im vorigen Monat Angestellten Steuerbescheide; Steuerabzug vom Arbeitslohn (Lohnsteuer) für die Zeit vom 11. bis 20. 3uni, sofern der Gesamtbetrag für genannte Zeit oder mit den für die Zeit vom 1. bis 10. 3uni einbehaltenen und noch nicht abgeführten Beträgen zusammen mehr als 100 Rm. beträgt.
Mit Ausnahme des Steuerabzuges vom Arbeitslohn (Lohnsteuer) können die angeführten Abgaben noch innerhalb der siebentägigen Schonfrist ohne Zuschläge,-zur Zeit 8/< Prozent, entrichtet werden.
Die Jagd im Juni.
Der Juni ist noch größtenteils Hegemond, in dem der waidgerechte Jäger nur die Schutzpolizei im Revier ausüben soll, denn Wald und Feld sind jetzt die Kinderstube des Hoch- und Niederwildes, und deshalb ist jede Unruhe fernzuhalten.
Das Edel- und Damwild steckt nach dem Verfärben gern im Getreide. Grasreiche, geschlossene Laubhölzer und höher gelegene Rohrhorste sucht das Wild gern auf, weil es dort von den lästigen Bremsen nicht so gequält wird. Starke Hirsche rubeln sich in schattenreichen Vorhölzern zusammen und unternehmen nachts oft weite Wanderungen durch Wald und Getreide, indem sie nach Ge- schmack und Ruhe bald hier, bald dort stecken bleiben. Bei anhaltendem Regenwetter zieht das Wild zu Holze in raume Stangenorte. Suhlen und sauber gehaltene Salzlecken werden gern angenommen. Die Hirsche beginnen zu fegen. Man achte auf die Fegestellen, an denen man ja sehen kann, ob es sich um einen jagdbaren Hirsch oder guten Schaufler handelt. Während des Geschäfts des Fegens vernehmen sie schlecht und es glückt leicht, sich sehr nahe heranzupürschen und sicher anzusprechen.
Die Sauen finden jetzt, zu Rotten vereint, in der Forst überall reiche Aesung, aber in der Rächt locken doch die Sommerungsschläge mit unwiderstehlicher Anziehungskraft. Die Zeit des Austritts ist aber noch unbestimmter als in anderen Monaten. Oft erscheinen die Sauen schon nach Sonnenuntergang, um in der nächsten Rächt erst um Mitternacht auszutreten. Auch die Wechsel werden nicht regelmäßig gehalten. Am allerunzuverlässigsten verhalten sich die alten Keiler und gelte Dachen, die am Tage in tiefen Dickungen stecken, des Rachts aber ein ungeregeltes Bagabundenleben führen.
Die Rehe tragen ihr leuchtendes Sommerkleid. Sie stecken je nach Witterung und Ruhe überall umher. Die Ricken mit ihren Kitzen sitzen gern im Getreide und bevorzugen bei Hitze die kühlen Gemengeschläge, oder sie wählen dichte Feld-Laubhölzer, von wo aus sie Klee-, Luzerne- oder Serradelle-Schläge annehmen. Rach dem Fegen ziehen auch die Böcke zusammenhängende Getreideschläae vor, von wo aus sie erst nach langem Sichern naschend Feldraine und Grabenborde entlang schleichen, um Klee- schlüge usw. aufzusuchen. Mit einem guten Glase hat der pürschende 3äger aber gewöhnlich bald den Standort guter Böcke auch in der FluS ausgemacht. Will er dann Huberti Gunst nicht leichtfertig bei ungünstigem Winde erzwingen, so wird cs ihm meistens gelingen, nach einigen Tagen der Mühe seine Kugel anzuocingen. Rach anhaltendem Regen stehen die Rehe gern in Stangenorten, und ist dort die Pürsch besonders lohnend.
Der Dachs bat 3unoe im Mutterbau und treibt sich des Rächte in Wald und Flur umüer, nach Larven, Engerllrmen und nnr' ^ren Schädlingen zu stechen. Läuft ihm dabei einmal der
Frontkämpferbundes und des Reichsbanners und Anhängern des Dismarckbundes zu einer schweren Schlägerei, in deren Verlauf ein Mitglied des Dismarckbundes einen Schuh abgab, ohne jedoch jemand zu treffen. Die alarmierte Schutzpolizei nahm zwölf Personen fest, darunter auch den Schützen.
Luftpost Berlin—Paris.
Die französische Postverwaltung teilt mit, daß von jetzt ab die neugeschaffene Luftverkehrslinie Paris—Berlin auch für die Beförderung von Postsachen nach Deutschland zur Verfügung stehe.
Flugunfall bei Rheinsberg.
Rach einer Dlüttermeldung aus Rheinsberg stürzte dort ein Flugzeug aus etwa 200 Meter Höhe in den Grieberichsee. Während der Pilot und die beiden Fahrgäste nur unbedeutende Verletzungen erlitten, trug ein Angler, der von dem Flugzeug gestreift wurde, eine schwere Kopfverletzung davon.
Schweres Flugzeugunglück bei Köln.
Aus Köln wird gemeldet: Hier stürzte ein Sportflugzeug bei der Ausführung von Kunst- flügen aus geringer Höhe östlich von Longerick ab. Deide3nsassen waren sofort tot.
Born Zuge überfahren.
Vom Zuge überfahren wurde auf der Eisenbahnnebenstrecke Triptis—Marxgrün bei Auma, ein 25jähriger Tischler und ein 19jähriger Kaufmann, als sie auf einem Motorrad den Eisenbahnübergang passierten. Der Kaufmann wurde vom Zuge zermalmt, fein Mitfahrer lebensgefährlich verletzt.
Ein Sanllätsrat als Gatlenmorder verhaftet.
Unter dem dringenden Verdacht, am 22. September 1916 seine dritte Ehefrau vorsätzlich erschossen zu haben, wurde laut „B. Z. am Mittag" der in Groß-Röhrsdorf bei Wesenstein wohnhafte Sanitätsrat Dr. Böhme festgenommen und der Staatsanwaltschaft Dresden zugeführt.
Eine Jabrif niedergebrannt.
In der Siebfabrik Gebr. Menzel in S a a l f e l d entstand ein Brand, der in ganz kurzer Zeit das Fabrikgebäude, ein daran anschließendes Wohnhaus und einen Schuppen einer angrenzenden Wasch- Maschinenfabrik in Asche legte.
Beim IHaifäferfang tödlich verunglückt.
Ein in Kohlgrund (Waldeck) zu Besuch weilender Knabe ans Remscheid erkletterte beim Maikäferfang einen hohen Baum bis zur Spitze. Plötzlich brach der Ast, an dem der Junge hing, und dieser stürzte aus etwa 50 Meter Höhe in die Tiefe, wo er mit inneren Verletzungen und mehreren Armbrüchen liegen blieb. Trotz sofortiger Ueberführung in ein Krankenhaus erlag das Kind noch in der folgenden Nacht feinen Verletzungen.
Großseuer.
Aus Schönau wird gemeldet: 3m Stadtteil Rcustadt entstand in einem alten Bauernhaus ein Feuer, das mit großer Geschwindigkeit um fi:-} griff und innerhalb kurzer Zeit 20 Wohngebäude erfaßte. Bis 7 Uhr abends sind 22 Wohnhäuser nieder gebrannt.
Kieme poMsche Nachrichten.
In Luxemburg haben in der vergangenen Woche Besprechungen deutscher und französischer Persönlichkeiten stattgefunden, die zur Einsetzung eines ständigen deutsch-französischen Wirtschaftsausschusses geführt haben.
Das gebrochene Elefautenherz.
Ein gebrochenes Herz wurde von dem Tierarzt des Zoologischen Gartens in Bristol als Ursache für den Tod des Elefanten Rajäh angegeben. der plötzlich verschied, als er aus seiner bisherigen Behausung fortgebracht werden sollte. Der Elefant, der lange Zeit der Liebling aller Kinder Bristols war, ist nur 29 3ahre alt geworden. Er trug auf seinem breiten Rücken die Kleinen gern und freundlich spazieren und zeigte überhaupt ein sehr liebenswürdiges Wesen, bis eines Tages der Wärter, an dem er sehr hing, ihn verlassen muhte. Don diesem Moment an war er wie umgewandelt, trug ein scheues und trübsinniges Wesen zur Schau und wollte keine Reiter mehr auf sich dulden. Die Verwaltung des Zoo beschloß daher, ihn zu verkaufen, da er sich seinen Lebensunterhalt nicht mehr selbst verdiente. Er wurde in einen großen Käfig gebracht, den man auf einen Lastwagen lud. Als das Gefährt aber durch die Tore des Zoologischen Gartens fuhr, da gab Rajah einen tiefen Seufzer von sich und starb. Der Kummer über den Verlust des Wärters und die Ausquartierung aus dem alten Heim hatten ihn getötet.
Aus aller Welt.
Skagerrak-jeiern in Berlin und Riel.
Die dem Bunde Deutscher Marineoereine angeschlossenen Marine-Vereine Berlins und Umgebung begingen die zehnjährige Wiederkehr der Seeschlacht am Skagerrak durch eine vaterländische Gedenkfeier. Der Vorsitzende dankte in seiner Begrüßungsansprache allen Kameraden, die an dem Werke mitgeholfen hatten und mit Leib und Seele für ihr Vaterland emgetreten waren und gedachte der gefallenen Kameraden. Nach einem Vor- spruch des Kapitänleutnants a. D. Dames hielt Vizeadmiral a. D. H 0 pmann die Festrede, die nut einem dreifachen Hurra auf das deutsche Vaterland ausklang. Darauf wurde das Flaggenlied an» gestimmt. Musikalische Vorträge und der Zapfenstreich beendeten die Feier. — In der Aula der Kieler Universnät fand eine Skagerrak-Gedenkfeier statt, zu der die Einladungen von dem Stationskomniando ausgegangen waren. Der Sta- tionschef mit feinem Stabe, Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen, die Offiziere der Marine und Küstenwehr, Abordnungen der Truppenteile sowie
Abd ei Keims Schicksal.
Paris, 31. Mai. (TU.) Abd et Krim, der gestern in Taza eingetroffen ist hat dem Vertreter des ,3 o u r n a I“ erklärt, das Schicksal der Waffen, das ihm zuerst günstig gewesen sei. habe sich dann später gegen ihn gewendet. Es habe nicht anders sein können, und er mache sich volllommen klar, daß er unrecht gehabt habe ~ zu glauben, er könne einem großen Lande wie , Frankreich die Stirn bieten. Wenn er sich in ' äldjda nicht unterworfen habe, so des- halb, weil er den Spaniern gegenüber nicht hätte nachgeben wollen. Heute zwinge ihn die Lage dazu, alle Bedingungen anzunehmen. Er verlange jetzt nur, daß man ihn nicht den Spaniern ausliefere und daß man nicht die Mitglieder feiner Familie und die Personen seiner Umgebung für Din^e verantwortlich mache, die sich im Rifgebiet ereignet hätten. Während General Simon an Ort und Stelle die Bedingungen für die weitere Durchführung der Aktion im Rif festlegt, wird der spanische Ober- kommisfor General 3ordana nach Paris reifen. Man nimmt an, daß vor allem die Frage der Behandlung Abd et Krims zur Sprache kommen wird. Auch die Abgrenzung der beiden Zonen und die Frage der Kriegsgefangenen würden bei dieser (Gelegenheit besprochen werden, weil von 25 spanischen Offizieren und 350 Soldaten, die gefangen genommen worden waren, bisher nur 152 (Gefangene, darunter kein einziger Offizier ausgeliefert worden seien.
Der Sonderberichterstatter des „Matin" in Fez berichtet, Abd ei Krim wird in Taza streng bewacht. Riemand wird zu ihm gelassen. 3n spanischen Kreisen ist von einer französisch-spanischen Konferenz die Rede, in der über das Schicksal Abd ei Krims entschieden werden soll. Die Spanier begründen ihr Ver- langen nach Aus lief e rung Abd el Krims mit dem Fehlen der gefangenen spanischen Offiziere und mit der Tatsache, daß Abd el Krim Spanien bekämpft habe, bevor er gegen Frankreich Krieg geführt habe. Die spanischen Gefangenen klagen über ihre Behandlung durch die Rifleute. Sie behaupten, daß die Franzosen besser behandelt worden seien.
Neuer Wider^and der NMaDylen.
Paris, 31. Mai. (TU.) Die Blätter melden aus Fez, daß die Spanier auf einer 15 Kilometer langen Front an der Bergspitze Bou Jkaur, die bis Targuist verläuft, die Offensive ergriffen haben. Nach den letzten Meldungen leisten die Rif- truppen heftigen Widerstand, und die Spanier bringen nur mühsam kämpfend vor. Die Rifsoldaten werden, wie weiter gemeldet wird, von dem Bruder Abd el Krims befehligt.
Nach einem offiziellen EommuniquS aus Rabat haben die französischen Truppen am Frontabschnitt Fez gestern die letzten der noch nicht unterworfenen Stämme der Beni Serval vollständig eingeschlossen. Die umzingelten Stämme hätten Delegierte entsandt. Die Beni Uriagel in Werga hätten sich unterworfen. Nach einer weiteren Meldung aus Fez teilt der spanische Nachrichtendienst mit, daß die spanischen Truppen den Stamm der Bokkoja in Richtung Aid Samara angegriffen hätten. Der Gegner leiste an verschiedenen Stellen hartnäckigen Widerstand.
Italienische Ansprüche.
Mailand, 31. Mai. (TU.) Von offi- ziöser italienischer Seite werden die 3nforrna- Honen der englischen Presse über die A s P i r a - tionen 3taliens in Marokko bestätigt. 3talien beanspruche heute das diplomatische Erbe Deutschlands. Es erwarte, daß ihm bei seiner 3ntervention in der Marolkofrage keine Schwierigkeiten bereitet werden. — Zu einer Aeußerung der Agentur Havas, daß die französische Regierung nicht die Absicht habe, irgendeine Aenderung mit internationalem Charakter in der Zone von Tanger eintreten zu lassen erklärt die ..Tribuna", daß, soweit Tanger in Frage komme. 31 a I i e n nicht von der Verwaltung der internationalen Zone ausgeschlossen werden könne.3tatien könne von diesem Teil des Mittelmeeres nicht länger abgeschlossen bleiben.
Die englischen Konservativen und Rutzland.
London, 1. 3uni. (WTB. Funkspruch.) Der jetzt veröffentlichte Bericht von vier konservativen Parlamentsmitgliedern über ihre Studienreise nach Rußland, der mit Rachdruck für eine Reuregelung der diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Sowjet-Rußland eintritt, wird von konservativen Blättern skeptisch ausgenommen. „Daily Telegraph" meint, der übermächtige Wunsch nach Wiederherstellung des russischen Absatzmarktes für England habe vielleicht die kritischen Fähigkeiten der Berichterstatter etwas geschwächt.
Die D. V. P. zu den Haussuchungen im Westen.
Essen, 31. Mai. (TTl.) Auf einer hiesigen Tagung der kommunalpolitifchen Ausschüsse der Deutschen Volkspartei aus Essen Stadt und Land sprach Generalreichskommissar Schmidt-Berlin (M. d. L.) über die politische Lage und gab u. a. über die Haussuchungen im 3ndustriegebiet wesentliche Aufschlüsse. Der Redner schilderte die Empörung, die in weiten Kreisen der Bevölkerung wegen der haltlosen Verdächtigungen 6er 3ndustrieführer des Wesens herrsche. Diese Wirtschaftsführer hätten ihre ganze Sorgfalt auf die Aufrechterhaltung ihrer Betriebe zu konzentrieren und verfügten sicher nicht über das Geschick, etwa parteiagitatorisch zu wirken. Die Haussuchungen im Westen z. B. ständen aber im engen Zusammenhang mit der Taktik, die zum Volksentscheid geführt habe und seien aus parteiagitatorischen Gründen bestimmt, den Weg für den Volksentscheid zu ebnen. Durch die Haussuchungen seien die westdeutschen 3ndustrieführer außerordentlich geschädigt worden, denn es sei noch nicht zu übersehen, inwieweit diese Blamage auf die zur Zeit bestehenden Wirtschaftsverhandlungen mit ausländischen 3nteressenten einwirke. Die Deutsche Dolkspartei werde in der nächsten Landtagssihung eine dringliche Interpellation ein bringen, um den Hergang der skandalösen Haussuchungen mit ihren parteiagitatorischen Zwecken vor aller Welt darzulegen.
viewirtschastshiisederdeutschen Studentenschaft auf der Gesoler.
Berlin, 31. Mai. (TU.) Um weiteste Kreise der Oeffentlichkeit für die studentische Wirt- sckaftsarbeit zu interessieren, hat die Wirtschaftshilfe der deutschen Studentenschaf t sich an der großen Ausstellung für Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen in Düsseldorf mit einer Gesamtausstellung über alle Gebiete der studentischen Wirtschaftsarbeit beteiligt, für die dank dem Entgegenkommen der Ausstellungsleitung ein eigener Pavillon in der Nähe des Haupteinganges errichtet werden konnte. An Hand eines reichen bildlichen und statistischen , Materials wird dort ein Ueberblick über sämtliche studentischen Wirtschaftseinrichtungen örtlicher oder zentraler Art gegeben. Es werden darin die Einrichtungen zur Verbilligung der studentischen Lebenshaltung (die Speisungen, Tagesheime, Wohnheime, Reparaturwerkstätten usw.) in ihrer Entwicklung und in ihrem jetzigen Zustande behandelt. Eine besondere Abteilung ist der Darlehenskasse der Deutschen Studentenschaft gewidmet, die im Verlauf ihrer bisherigen Arbeit 13 800 Darlehen im Gesamtbeträge von 2,75 Millionen Mark an Studierende der höheren Semester ausgegeben hat. Ebenso findet die S t u b i e n ft i f ■ tung bes beutschen Volkes, bie bisher im ersten Jahre ihres Bestehens seit 1925 mehr als 580 menschlich und wissenschaftlich besonders befähigte Abiturienten der höheren Lehranstalten bas Studium ermöglichte, eine eingehende Würdigung, ferner die studentische Krankenfürsorge, aus der besonders die Erholungsaufenthalte für gesundheits- gefährdete Kommilitonen und das von der Wirtschaftshilfe der deutschen Studentenschaft im Herbst 1925 eröffnete Sanatorium für lungen» kranke deutsche Studierende in Arosa in der Schweiz hervorgehoben sind. Reiches Material über Werkstudententum zeugt davon, daß der Gedanke der individuellen Selbsthilfe auch jetzt noch in unserer akademischen Jugend wirksam ist. Eine Reihe von Studentenhaus-Modellen zeigt, wie das Studentenhaus als geselliger und geistiger Mittelpunkt der Studentenschaft einer Hochschule und als Zusammenfassung der örtlichen Studentenwirtschaftseinrichtungen von besonderer Bedeutung ist.
Garnison.
Politischer Zusammenstoß.
3n der Rächt zum Sonntag kam Spandau zwischen Mitgliedern des
Soweit bisher bekannt ist. ist der Verlust von Menschenleben nicht zu beklagen. Der Verlust an Vieh, Futtermitteln usw. läßt sich noch nicht übersehen. Der Stadtteil Reustadt liegt zwischen der Post und dem Gerichtsgebäude östlich der Kirche und umfaßt im allgemeinen bäuerliche Anwesen, die eng aneinander gebaut sind. Eine weitere Ausdehnung des Brandes ist nicht zu befürchten.
zahlreiche inaktive Offiziere und Mannschaften wohnten dem Festakt bei. Fregattenkapitän Scheibe (während der Schlacht auf Panzerkreuzer „Lützow") schilderte den Verlauf der Schlacht. Vizeadmiral R a e d e r brachte in einer kurzen Ansprache ein Hoch auf unser deutsches Vaterland aus._ Im Anschluß an die Feier begann bann ber Zapfenstreich sämtlicher Truppenteile ber
Der heutigen Kammersitzung sieht man mit großer Spannung entgegen. Den Anlaß zu einer Intervention des Ministerpräsidenten wird ein 3nterpellativnsantrag des radikal- sozialistischen und regierungsfreundlichen Abgeordneten 3acquier bieten, der im Einverständnis mit der Regierung seine Absicht mitgeteilt hat, sie über die allgemeinen Richtlinien; ihrer Politik zu befragen. Man schreibt Driand die Absicht zu, es bei einer allgemeinen Erklärung bewenden lassen zu wollen, die in folgenden Hinweisen gipfeln dürfte: 1. Ausgleichung des Budgets , 2. glücklicher Ablauf des Fälligkeitstermins vom 20. Mai, 3. Beendigung des Feldzugs in Marokko. 4. Wiederherstellung der Lage in Syrien, 5. günstiger Verlauf der Franken st ützungs- aktion. Die Regierung ist einer Finanzdebatte nach wie vor abgeneigt. Die Radikalsozialisten, deren Kommunique vom vergangenen Samstag man scharf verurteilt, zeigen keine geschlossene Haltung. Ein Teil von ihnen- wird entweder wie bei der letzten Abstimmung noch für das Kabinett stimmen oder sich der Stimme enthalten. Die Auffassung der parlamentarischen Kreise geht dahin, daß die Regierung Driand auf eine Mehrheit rechnen dürfe. Alles hängt schließlich von der Haltung des Ministerpräsidenten ab, der nicht davor zurückschrecken darf, die ^Unterstützung der Rechtsgruppen anzunehmen.
Wie „Echo de Paris" erfährt, wirb ber Ministcrrat heute vormittag zusammentreten, um eine Erklärung Brianbs zu beraten, bie dieser in ber heutigen Kammersitzung ffür ben Fall, baß erneut eine Generaldebatte über bie Politik der Regierung verlangt werden sollte. Die Erklärung wird sich über das Parlament hinaus an das ganze Volk wenden.
Eine neue InLerpeNntion über die FrankenftabMsierung.
Paris, 31.Mai. (WB.) Außer dem Abgeordneten H u I i n hat nunmehr auch sein Frak- tionsgeiwsse, der Abgeordnete R v g a r 0 eine 3nterpcllativn über die Währungsstabilisierung eingebracht. Wie in den Wandelgängen der Kammer verlautet, sei Driand geneigt, die 3nterpellation zu be- antworten und gewisse Erklärungen, nicht nur über die Sanierungs-Pläne, sondern auch über die allgemeine Politik abzugeben, wozu er schon im Laufe der Diskussion dadurch gezwungen würde, daß der Abgeordnete Hulin im Verlaufe ausdrücklich die Frage zu stellen beantragt, mit welcher Mehrheit das jetzige Kabinett sein Programm zu verwirllichen gedenke.
Briand geht nach Genf.
Paris. 31. Mai. (WTB.) Wie offiziös bekannt wird, beabsichtigt Ministerpräsident Driand anfangs kommender Woche nach Genf zu reisen, um an den Tagungen in Genf teilzunehmen. Doch wird seine Reise abhängig sein von der politischen Lagein Frankreich und besonders von den Verhandlungen in der Kammer. Sollte Briand verhindert sein, persönlich nach Genf M reisen, dann wird er von dem sozialistischen Abgeordneten Paul Dvir- cout vertreten werden.
Kunst und Wissenschaft.
Ehrung von Dr. v. Drygalskl.
3m Geographischen 3nstitut der Münchener Tlniversität wurde heute Geheimrat Dr. v. Drhgalski vorn amerikanischen Botschafter in Berlin, Schurrnan. die höchste Auszeichnung der America Geographica! Society in Reuhork, die Livingstone-Medaille überreicht. Der Botschafter hob die Verdienste von Dr. v. Drhgalski als Erschließet des Südpols und als Gr0 n- landforscher hervor und drückte den Wunsch aus, daß die freundschaftlichen Beziehungen beider Länder zum Segen der Wissenschaft weiter gedeihen mögen. Geheimrat Dr. v. Drhgalski hielt nach herzlichen Dankcsworten eine Vorlesung über America, der auch u. a. Botschafter Schurrnan beiwohnte.
hochschulnachrichlen.
][ Marburg, 31. Mai. Der Oberstudien- direktor der Oberrealschule u. des Realgymnasiums, Prof. Dr. Ernst Otto, hat einen Ruf als ordentlicher Professor der Pädagogik an der deutschen Universität in Prag angenommen. Bei seinem Scheiden fand eine Feiet in der Aula der Anstalt statt, bei der Oberstudienrat Dr. Brand, Oberbürgermeister Dr. Voigt und Prof. Dr. Ed. Müller Ansprachen hielten.
Internationaler Ornithologen-siongreh in Kopenhagen.
3n Kürze findet der 3nternationale Ornitho- logen°Kongreß statt, zu dem an bekannten Persönlichkeiten u. a. erscheinen werden: Professor H a r t e r t, der Leiter des Königlichen Zoologischen Museums in London, Graf von Moranh (der ehemalige Zar Ferdinand von Bulgarien), Lord Rothschild, Professor Percy Lowe und Dr. Erwin Stresemann.
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