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prompt uni) Wirkjam unter dem Beifall btt großen Mehrheit des Hauses zurückweist.

Stadtv. Fischer (Dem.) bemängelt die Auf­stellung von Wohnwagen jenseits der Lahn au- sanitären Gründen. Die Verwaltung ist um Ab­hilfe bemüht.

Schluß der öffentlichen Sitzung.

Lungenseuche in Lich. Anbauflächenerhebung. Straßensperre in Gießen. Beitreibung der G?meindegefälle für das RechnungHcrhr 1925. Dienstnachrichten.

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/$/ eine Seifenlauge erforderlich, die frei von allen schädlichen ßes/and/ei/en ist und durch ihren großen Fettgehalt den Schmutz fast ohne Jhr Zutun entfernt.

Verwenden Sie da her hierfür nur

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Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinden

Sonntag, den 2. Mai. Eantate.

Gießen. Stadtkirche. 8: Pfr. Becker.

Thrisienlehre für die Reukonsirmicrten Markusgemeinde. 9'/,: Pfr. Mahr. 11:

5.-.holische Gemeinden.

Gießen. Samstag, 1. Mai. 4'/, und 7 Deichte Sonntag. 2. Mai, 4. Sonntag nach Ostern, 67, Beichte, 7 Messe, Kom d. Männer. 3Kom., 9 Hochamt mit Predigt, 11 Meße, mit Predigt 2 Christenlehre und Andacht. Dienstag und Freitags abends 8: Maiandacht. Donnerstag nachmittags 4' Beichte, Freitag 67, Segensamt. Grün berg. 97, Messe mit Predigt. Hungen. 6 Andacht. - Laubach. 10 Messe mit Predigt. Lich. 77, Meße mit Predigt.

Rundfunk-Programm.

Sonnlag, 2. 2Hai.

8 bis 9 Ähr: Morgenfeier, veranstaltet vom Wartburgverein Frankfurt a. M. 10,30 bis 11.30 Ähr: Vortragsstunde Albert Steinrück. 11,30 bis 12,30 Ähr: Äebertragung aus de.r Hessenkampf­bahn Kassel: Festakt zur Einweihung der Hessen­kampfbahn. 2 bis 3 Ähr: Die Stunde der Jugend: Aus dem deutschen LMrchenborn (für Kinder vom 4. Jahre ab). 3 bis 4 Ähr: Konzert des Haus­orchesters: Anton Dvorak. 4,45 bis 6 Ähr: Äebev- tragung vom Sportplatz Hannover. Rugby- Meisterschaftsspiel zwischen Sportllub 1880 Frank­furt a. M. und FußballklubSchwalbe" Han­nover. 6 bis 7 Ähr: Stunde des Rhein-Maini­schen Verbandes für Volksbildung:Wilhelm Raabe". Vortraq und Vorlesung aus seinen Wer­ken von Rektor Bartscher. 7 bis 7,30 Ähr: Grohs Erzieher: Aus denAphorismen zur Lebens­weisheit" von Schopenhauer. 8,30 bis 10,30 Ähr: Vortragsabend Robert Koppel-Berlin. An­schließend bis 12 Ähr: Äebertragung aus Berlin: Tanzmusik der Berliner Funkkapelle.

Montag, 3. Mai.

4,30 bis 5,45 Ähr: Konzert des Haus­orchesters: Die Oper der Woche. 5,45 bis 6,05 Ähr. Die Lesestunde (Die Rovelle):Der Schuh von der Kanzel" von Konrad Ferdinand Meyer. 6,15 bis 6.45 Ähr:Der Honig, seine Erzeu­gung und Verwertung", Vortrag von Studienrat Prof. Dr. Gerlach vom Verband Mitteldeutscher Bienenzüchter. 6,45 bis 7,15 Ähr:Mainzer Originale", Vortrag von Ludwig Fischer-Mainz. 7.15 bis 7,45 Ähr: Funkhochschule Frankfurt: Reue Wege der gegenwärtigen Philosophie, VI. Der Pluralismus (Erfassung der Verschiedenheit des Seienden)-, Vortrag von Privatdozent Dr. Heinemann. 7,45 bis 8,15 Ähr: Englischer Sprach­unterricht. 8,15 bis 10,15 Ähr: Zwei Dramen von Hugo von Hofmannsthal. 1. Der Tor und der Tod. 2. Der Tod des Tizian (Bruchstück). 10,15 bis 11 Ähr: Reue Schallplatten.

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Aus dem -lmtSverkündignugsblatt.

e Da- Amtsverkündigungsblatt Olr. 35 von; 30. April errthält: SchahanweisungS- anleihe des Vvlksstaates Hessen. Kanalisation in Rödgen. Straßensperre in Langsdorf. Veranstaltungen der Haah-Derkow-Spiele.

Briefkasten der Redaktion.

G. £. Trotz mehrfacher Erkundigungen ist es uns nicht gelungen, Ihre Fragen zur Beantwortung zu bringen, da hierbei vielerlei Voraussetzungen in Betracht kommen. Wir empfehlen Ihnen, Jhr An­liegen beim städtischen Wohlfahrtsamt vorzubrin­gen, wo Ihnen jedenfalls in mündlicher Beratung Aufschluß gegeben werden kann.

Stammtisch. S. M. S. LinienschiffThüringen", 1909 erbaut, 22 800 Tonnen, Maschinen 35 500 P. S Schnelligkeit 20,8 bis 21,3 Seemeilen. Hapag- dampfer (nicht NND.)Deutschland" 21 000 Dr.-To.

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Für die Beschaffung von Elektrizikätszählern wird ein Kredit von 20 000 Mk. um 31 000 Mk. auf 51 000 Mk. erhöht.

Schantkonzefsionsgesuche.

Befürwortet werden die Gesuche von Karl T e x t o r, Liebigshohe; Heinrich König, Kapla- neigafse 2; Ludwig Rühl, Marktplatz 13; Gustav Stephan, Steinstraße 76, und Fritz Keßler. Reuenweg 33.

Entschädigung bei Viehseuchen.

Dem Viehhändlervecein für Gießen und Um- gegend wird für die Abdeckung der durch die Seuchenbeseitigung entstandenen Schäden ein Zu­schuß von 400 Mk.. außerdem ein Vorschuß von 600 Mk. bewilligt.

Üinder-Lrholungsfürsorge. Heuberg.

Die Stadt Gießen erwirbt die Mitgliedschaft bei der Kinder-Erholungssürsorge HSuberg e. V. und zahlt jährlich 50 Mk. MUgliedsbcitrag. Dafür genießt die Stadt Vergünstigungen bei der Unterbringung erholungsbedürftiger Kinder auf dem Heuberg, der größten Kindererholungsstätte Deutschlands.

Line Messeordnung.

Ein vom Polizeiamt Gießen vorgelegter, mit Abänderungen der Stadtverwaltung versehener Entwurf einer Pvliz ei Verordnung Über die Ab­haltung des Frühjahrs- und Herbstmarktes in Gießen (Mesfcordnung) wird nach längerer Aussprache an den Marktausschuß zurückverwie­sen. Durch diesen Entwurf will sich die Stadt­verwaltung bestimmenden Einfluß auf die Aus­dehnung der Verkaufszeiten der Messestände sichern, da die bisherige Praxis, mangels ge­nügenden Einflusses und ausreichender Handhaben der Stadtverwaltung, zu Schädigungen der orts­ansässigen Geschäftswelt geführt und deren Pro­teste hervorgerusen hat. In der Beratung ver­urteilen die Beigeordneten Dr. Rosenberg uni> Dr. Frey, sowie der Stadtv. Fischer lDem.) die jetzigen Auswüchse des Messetreibens, durch die das Geld von leichtfertigen Menschen verschleudert wird, gerade als ob wir keine Rot aufzuweisen hätten. Stadtv. Horn (D. Dpt.) bringt die Klagen der G^chästswelt über die unzulässige Konkurrenz durch die Mesfeverkauss- stände infolge deren übermäßig langer Verkaufs­zeit nachdiÄcklich zur Geltung. Stadtv. Dr. Krausmüller (D. Dpt.) unterstreicht die Be- rechtimrng dieser Klagen. Stadtv. Schmidt (S.) will die Konkurrenz-Beschwerden der Geschäfts­leute nicht als berechtigt gelten lassen, und 'er­klärt, in den Messebuden erhielten die Käufer die gleichen Waren wie in den Gießener Ge- . schäften zu billigeren Preisen. Dieser Behauptung treten die Stadtv. Horn D. Dpt.) und Leopold Mayer (Dem.) energisch entgegen: Stadtv. Horn spricht dem Stadtv. Schmidt die Sach­kenntnis in diesen Dingen ab und bietet sach­kundige Kalkulationen der in Betracht kommenden Kaufleute an. Äm die Schutzbestimmungen zu Gun­sten der Geschäftswelt in der geplanten Derord- nung recht wirksam zu gestalten, geht die Dor­lage, toi* oben erwähnt, schließlich nochmals an den Ausschuß zurück.

verschiedenes.

Stadtv. Fischer (Dem.) hat eine Anfrage an die Verwaltung gerichtet, in der nach dem Raumbedarf der Volks- und Fort­bildungsschulen 1927 bis 1930 und nach einem Schulbauprogramm gefragt wird. Beigeordneter Dr. Seib beantwortet die An­frage cm Hand zahlreicher Ziffern sehr eingehend. Wir werden über diese bedeutsame Angelegenheit noch besonder- berichten, heute sei aber schon be­tont, daß die Dringlichkeit des Schulhaus-Reu- baues von keiner Seite bestritten wird, wobei Frau Stadtv. Kramer (Fr. Dgg.) zugleich auch an die üblen Änterkunftsverhältnisse der Koch­schule erinnert und Abhilfe fordert.

Stadtv. Kurz (Mittelst.-Vg.) wendet sich gegen die Radfahrerplage in den Abendstunden auf dem Seltersweg und fordert, daß zum Schutze der Fuß­gänger ein völliges, oder mindestens ein auf bestimmte Stunden bemessenes Verbot des Rad­fahrens auf dem Seltersweg erlassen wird. Mit dieser Kalamität hat sich das Haus schon- vor etwa Jahresfrist besaßt, es sind auch Schritte seitens der Stadtverwaltung beim Polizeiamt erfolgt, bis heute aber ist noch keine Antwort eingetroffen. Run will man nochmals vorstellig werden. Stadtv. Homberger (Soz.) unter­nimmt bei dieser Gelegenheit eine Attacke gegen den studentischen Bummel auf dem Seltersweg die Stadtv. Pros. Dr. Bor gmann (Fr. Dg.)

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Sitzung der Stadtverordneten.

* Gießen. 30. April 1926.

Rach langer Pause trat das Stadtparlament heute wieder zu einer Sitzung zusammen, auf Ccren Tagesordnung aber nur kleinere Angelegen­heiten standen. Don Bedeutung war darunter die Vorlage betreffend eine neue Messe- ordnung, die unserer einheimischen Geschäfts­welt mehr Schuh als bisher bringen soll. Daß dieses fräftige Eintreten für die Gießener Ge­schäftsleute und Steuerzahler notwendig und begrüßenswert ist. kann nicht bezweifelt werden. Der Stadtv. Schmidt öürfte mit seiner anders­gerichteten, u. E. recht abwegigen Meinung Wohl so ziemlich allein stehen: übrigens hat er seine unten berichtete Behauptung auch gar nicht unter Beweis gestellt. Wir begrüßen das Vorgehen zum Schutze unserer heimischen Geschäftswelt. daS hoffentlich vollen Erfolg zeitigt.

Eine sehr ernste Angelegenheit berührte eine Anfrage oes Stadtv. Fischer: Das Schul- hauSbau-Problem. Rachgerade steht man hier vor einem Problem, obwohl die Sachlage selbst, nämlich der Zwang zum Bau, völlig llar zutage liegt. Hosfentllch kommt in die Behandlung dieser Frage nun ein schnelleres Tempo! Im übrigen wird in anderem Zusammenhang zu diesem Thema noch einiges zu sagen sein.

Erfreulich war. daß der Stadtv. Kurz die unhaltbaren Verkehrsverhältnisse in den Spätnachmittag- und frühen Abendstunden auf dem Selterswe g wieder anschnitt. Schon n g ft hatte hier Abhilfe durch ein Rad- fahr-. Motorrad- uird Autoderbot in den Haupt­verkehrsstunden geschaffen werden müssen! ®ie S tadiverwaltung hat sich wiederholt darum be­müht. aber das P olizeiamt hat bis jetzt versagt. Soll die Abhilfe etwa erst kommen, wenn allerlei Änglück geschehen ist. vielleicht so­gar Menschenleben dabei verloren gehen? Hoffent­lich wird diese sehr dringliche Angelegenheit nun von dem toten Gleis auf dem Polizeiamt hervvrgckholt und so erledigt, wie es den Er­fordernissen zum Schutze der Fußgänger im Sel- tersweg entspricht!

Sitzungsbericht.

Anwesend: Oberbürgermeister Keller, die Beigeordneten Dr. Seib, Dr. Frey, Dr. Hamm, Kommerzienrat K l i n g s p o r, Justiz- rat Dr. Rosenberg und 38 Stadtverordnete.

Das Haus erledigt zunächst

Baugefudje.

Genehmigt werden die Gesuche von Heinr. Pfeil. Grünberger Str.; Georg L i ch. Jhering-- straße: Rühl u. Hof, Wilsonstraße: Stein - b a ch Gartenstratze: Friedr. Möller, Licher Straße: M Abermann, Gnauthstraße: L. W e h r u m, Friedrichstraße: 2R>. Göbel. Auf der Weißerde.

Zurückderwiesen an den Bau-Aus­schuß werden die Gesuche von K. Guter. Ost- anlage: H Rühl. Licher Straße.

Sine neue Ortspolizeiverordnung über die Ausführung von Holzeinfriedi­gungen (Aenderung der Ortspvluewervrdnung vom 26. Februar 1897) wird genehmigt.

Lin 6rbbauoertrag zwischen der ötabt Gießen und der Bau­genossenschaft 1 894, in dem eS sich um die von der Genossenschaft auf städtischem Ge­lände am Kugelberg errichteten Wohnhausbauten handelt, findet di« Zustimmung des Hauses. Der Baugenossenschaft 1894 wird darin das Erbbau­recht auf 70 Jahve zugesprochen.

Zur Änterstützvng des Baues eines reichs­eigenen

ZwölfsamMenhaufes am Kugelberg werden der Straßenkostenbeitrag und die Kosten üt die Heranführung der Gas-. Wasser- und elek­trischen Leitungen auf die Stadtkasse übernommen.

Obdachlose Familien.

Zur Unterbringung obdachloser Familien aus zu räumenden bausälllgen Häusern wird em Be­trag von 10 000 Mk. zur Verfügung gestellt. Die Familien sollen fetzt in Gasthäusern untergebracht werden.

Die neue Anlage

vor dem Hotel Kuhn« in der Bahnhofstraße wird nach den Vorschlägen der Verwaltung genehmigt. Der Kredit von 7000 Mk. ist berertgesteNt.

Bezirksschule in der Mestanlage.

Der Ausbau der Abortanlage in dem Anbau an die Dezirksschule in der Westanlage wird der Firma H Schasfstaedt in Gießen zum Angebots­preise von 5294 Mk. übertragen.

Freiwillige Feuerwehr.

Dieser wird ein Zuschuß von 300 Mark als Beihilfe zur Beschaffung von Arbeitsblusen ge­währt.

Lieferungs-Vergebungen.

Zur Deschasfung von znei seuecsicheren Plan- chränken für das Stadtbauamt werden 3250 Mk. bewilligt. Lieferant: Friedrich Krogmann, Gießen.

1500 Meter gußeiserne Muffenröhren sollen ür 12 000 Mk. von dem Deutschen Gußrohr- verband für daS GaS- und Wasserwerk be­zogen werden.

Die Lieferung von etwa 300 Holzmasten für das Elektrizitätswerk wird der Firma Katz & Klumpp in Gernsbach (Baden) übertragen. Kostenpunkt rund 10 000 Mk.

Die Reparatur von vier Straßenbahn-Mo- tvrankern wird den SiemenS-Schuckert-Werken übertragen. Kosten 2000 bis 2400 Mk.

Der für die Herstellung von Kabelgräben zur Verstärkung deS Stromversorgungsnetzes zur Verfügung gestellte Kredit wird um 1500 Mk. auf 10150 Mk. erhöht.

kirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer Mahr. JohanneSkirche. 8; Pfarrer Ausfeld. Zugleich Christenlehre für die Reu konfirmierten auS der Johannesgemeinde. 9V,: Pfr. Bechtolsheimer. 11: Kinderkirche für die Lukasgem. Pfr. Bechtolsheimer. 8: Bibelbefprechung im Jobannessaal. Pfr. Becker. Kirchberg. 10.11. heiliges Abendmahl f. die Jugend von Mainzlar, nachmittags 17,: Staufenberg (heil. Abendmahl) 17,: Mainzlar. Watzenborn-Stein» berg. 1: (Kirchenchor) 8' .: Frauenabend. Garben- teich. 9: Beichte anfchl. Gottesdienst und heiliges Abendmahl der Jugend. Wieseck. 9: Beichte 97,: Missionar Schlaudraff-Gießen, im Anschluß Feier des HeiligenAbendm. Opfer für die Heiden- mrfsion.

Der Gießener Voran­schlag 1926/27.

I.

Bai der Herausgabe des städtischen Vor. a n s ch l a g s hat die Stadtverwaltung betont, dieser Haushaltsplan fei nach dem Grundsatz unerbittlicher Sparsamkeit aufgestellt, umeine im Hinblick auf die herrschende Wirtschaftskrise nicht zu verantwor­tende Erhöhung der Steuern zu uermciben. Wer den neuen Voranschlag mit dem vorjährigen ver- gleicht, wird seftftellen können, daß die Stadtverwal­tung auch ohne Sparaurschuß und Spardiktator, wie diese anderswo gebräuchlichen modernen Hinter- litzchen genannt werden, die Ausgaben so gewaltig gedrosselt hat, daß einem unheimlich zumute wird, wenn man bei dieser Betrachtung an die drängen­den Gegenwart- und die wichtigen Zukunftsauf­gaben unseres Gemeinwesens denkt. Trotz starker Lerminderung der Steuereinnahmen (Verlust gegen­über dem Vorjahre 325 000 Mark) und einer neuen drückenden Belastung für die Polizei (Mehrausgabe 105 600 Mark) hat die Verwaltung es fertiggebracht, die Endsumme des Voranschlags von 6 238 436 Mk. auf 5 208 322 Mk. für das Jahr 1926/27 herabzu- brüden. Weiter kann man die Sparsamkeit nicht auf treiben. Betrachtet man diese Entwicklung ledig­lich vom Standpunkt de» Steuerzahlers aus, so kann man zufrieden sein mit diesem Vorgehen der Stadt­verwaltung. Sieht man den neuen Voranschlag aber unter dem Gesichtswinkel einer stetig vorwärts- und aufwärtsstrebenden Kommunalpolitik an, so hat man an ihm sehr viel auszusetzen, denn er schafft auch nicht im entferntesten eine Lage, die man etwa als bescheidenen Anfang von Ellenbogenfreiheit an« sehen konnte. Diese starke,unerbittliche Sparsam­keit' ist von der Stadtverwaltung natürlich nicht als Dauerzustand gedacht, denn sie sagt ganz offen, daß sienur im Hinblick auf die herrschende Wirtschafts- frlfe' so gehandelt habe, womit offensichtlich ange- fünbigt werden soll, die Umkehr von dem jetzigen Wege werde beim Wiederanstieg der Wirtschaft ohne 'Zaudern angetreten. Man ist sich im Stadthaus also darüber klar, daß allzu weitgehendes Sparen und übertriebenes TUeorigalten der Steuersätze um jeden Preis nicht die weiseste Kommunalpolitik, sondern das gerade Gegenteil ist, weil hierdurch der gesunde Fortschritt gehemmt, ja vielleicht sogar getötet wird. Den Schaden davon hat dann letzten Endes jeder Einwohner zu verspüren.

Betrachten wir uns zunächst die wichtiasten Einnahmeposten. Die Sleuersenkungsaktion der Neichsregierung hat für unsere Stadt die natür­lich nicht unerwartete bittere Folge des Ausfalls von 225 000 Mark Anteil an der Reichseinkommen- unb Körperschaftssteuer gezeitigt. Reichsumsatzsteuer, Vergnügungssteuer und Grundsteuer sind nicht wesentlich verändert. Der Kamps gegen die Ge­tränkesteuer hat dazu geführt, daß die Stadt hier auf bie gute Einnahme von 100 000 Mark ver­zichten muß. Diesen Zustand können wir wirklich nicht als gerecht ansehen. Besteht keine Möglich- Mt hierin eine Aenderung eintreten zu lasten? Wenn diese Frage zu verneinen ist, bann sollte die Geirtzyebung eingreifen und den Gemeinden diese finanziell beachtenswerte und steuerlich gerechte Ab- gäbe In unanfechtbarer Form wieder zuweisen. Die städtischen Betriebe tragen zu den Kosten der Stadt­verwaltung wiederum, wie rm Vorjahre, 325 000 Mark bei, und zwar das Gaswerk 150 000 Mark, da» Elektrizitätswerk 125 000 Mark, das Wasserwerk 50 000 Mark. Dic Waldungen sollen 72 475 Mark, die Gebäude 57 707 Mark Ueberschuß erbringen. Ob au» den Waldungen eine größere Einnahme, als vorgesehen, au erzielen jein wird, natürlich nicht etwa auf Kotten der Waldsubstanz, darüber mögen sich Sachverständige äußern. Nach welchen Mietpro­zentsätzen die Einnahmen au» den Gebäuden be­regnet sind, ist aus dem Voranschlag nicht ersichtlich. Vielleicht könnte hier auf Grund Der seit Anfang dieses Jahres mehrfach gesteigerten Prozentsätze noch mancherlei erzielt werden, falls die Verwaltung . bei der Aufstellung der Doranschlagsberechnung nicht schon höhere Sätze zugrunde gelegt hat. Mit diesen 7 Positionen ist die Einnahmeseite des Voranschlags im wesentlichen erschöpft.

Auf der Ausgabenseite erscheint die Wohl- fahrtspsiege mit 944 136 Mk. als größter Zuschuß- »osten des Etats. Es ist bedauersich, daß auch bei diesem Kapitel der Zwang zur Sparsamkeit Herr- schend geworden ist. Erhöhten Aufwendungen für Derwclltungskosten. Jugendfürsorge und Kriegs­folgenhilfe stehen beträchtliche Abstriche in der offe­nen und geschlossenen Armenpflege und in der Kin­derspeisung gegenüber. Ob es im Hinblick auf die Zukunft z. B. richtig ist, die Aufwendungen für die Kinderspeifung von 28 000 Mk. im Vorjahre um 8000 Mk. auf 20 000 Mk. im neuen Jahre herabzu- setzen, erscheint uns zweifelhaft. Gerade die Reichs- gesundheitswoche hat gezeigt, welch' hohen Schatz wir an den Kindern zu betreuen haben, welche Auf­gaben hier noch zu lösen sind einige haben wir in unserem aeftrigen ArtikelNutzanwendung der Reichegesundbeitswoche" aufgezeigt, um dermal­einst einer starken Generation die Geschicke der Bolksfamilie in die Hand legen zu können: und da ollten wir an dieser dringendsten Aufgabe sparen? Ins dünkt, daß im (Etat des Wohlfahrtsamtes bie- er und auch noch verschiedene andere Titel einer korrektur nach oben unter,jogen werden müssen. Bei diesem Teil des städtischen Gesamtetats darf es kein Haschen nach Popularität durch finanzielle Abstriche . geben, sondern hier ist die Erfüllung der sachlichen Notwendigkeiten unbedingt erforderlich. Wer möchte da behaupten, daß die Lebensverhältnisse der breiten Volksschichten im Jahre 1926 soviel besser geworden seien als 1925? Wir empfehlen dem Finanz­schuß, den Haushalt des Wohlfahrtsamtes trotz aller Sparpflicht noch einmal im Sinne unserer Empfeh­lungen unter die Lupe zu nehmen.

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