Einzelbild herunterladen

Das lachende Haus.

Roman von Sophie Kloerß.

7. Fortsetzung. Nachdruck verbalen.

Es schien Kultur im Hause. Auch die Diele mit den dunklen Schränken und den farbiaen Wand­behängen zwischen ihnen war ohne Kitsch, ohne aufdringliche Farben und Formen.

Sie wollten sicher den Ihrigen nachgehen. Fräulein Bunsen."

Ich habe nicht wett. Durch den Garten und die Wiesen."

So gestatten Sie. daß ich Sie bi» zur Elbe begleite."

Man konnte in guten fünf Minuten den Weg zurücklcgen. die beiden brauchten fast eine halbe Stunde dazu. Aribert von Brockdorf hatte so mancherlei Fragen über die Rosensorten, Jlles Pfleglinge, über die wundervoll gefüllten Tulpen, die er auf Gottesgabe nicht gefunden, geschweige auf den eigenen Gütern. ,Lch sehe, daß mein Gartner ein Idiot ist." Er gab sich so liebenswürdig bei aller Reserve, daß Rose eitel Bewunderung war.

Man spürt doch gleich den Aristokraten, dachte sie. Diese Sicherheit, bidc vorbildliche Höflichkeit, dieser Blick für jede allerfeinste Schönheit.

Orchideen haben Sie nicht, Fräulein Lunsen?" Dazu mühten wir Gewächshäuser haben. Es ist der Wunsch meiner Schwester, eine anzulegen. Bis­her hat sie nur zwei kleine Treibhäuser, ober--

und dann hat Ille auch gar kein« Liebe für Orchi­deen. Sie mag aller Fremdländische nicht/'

Streng national, wie?" Sie wurde unsicher unter seinem kleinen Lächeln. Schien ee nicht iro­nisch?Man sollte doch die kostbarste aller Himmolsgaben, die Schönheit, nicht an die Grenzen eines Landes binden. Jede Gegend hat ihre charak- terlltische Schönheit, in ihren Formen und Farben, in Pslanzen und" ein leicht streifender Blick über ihre Fuge,In Menschen. Ganz so findet man das Eigentliche eines Landes in seiner Vollendung an anderem Ort nie wieder. Aber es darum nicht be- wundern, wenn es uns entgegentritt? Ich bin ein Fanatiker der Schönheit. Sie scheint mir der Inbegriff alles höchsten Lebens schlechthin, ich wünsche, Sie könnten einmal sehen, was ich mir an Schönheit zusammengetragen. Fräulein Bunsen.

Ich glaube," her Blick war lebhafter geworden wir würden uns gut verstehen. O," er tat, als spüre er ihre Befangenheit nichtdiese Ueberfülle von Blüten. Apfelbäume?"

3a, aber wilde."

Wilde? Wunderlich! Immer wieder schafft die Natur au» der ungebundenen Urkraft heraus ihre schönsten Kinder. Wie man auch sagt, dah die Kinder der Liebe, die weder Namen noch Stand haben, die schönsten und begabtesten seien."

Sie standen vor den Bäumen. Rose wußte keine Antwort. Es war so alles gegen ihre Gewohnheit.

Wer diese Herrlichkeit mit sich nehmen könnte'" O, nehmen Sie doch so viele von den Zweigen, wie Sie mögen. Hebers Jahr ist alle» doppelt nach­gewachsen."

Wenn Sie sie mir brechen wollen."

Ros« griff unsicher hinein in die Blüten. Diese grauen Augen, ein wenig verschleiert und müde, die nicht von ihr wichen, lähmten sie. Drei Zweige brach sie ab und gab sie ihm.

Tausend Dank, gnädiges Fräulein." Er führte ihre Hand an die Lippen. Mein Gott, ihr hatte noch niemand die Hand geküßt.

Und nun gestatten Sie, daß ich mich empfehle. Sicher werden Sie von den Ihrigen längst erwartet. Nein, bitte bemühen Sie sich nicht, den Rück­weg durch das Haus finde ich schon. Auf Wieder­sehen." Und leiser: ,Lch hoffe, auf recht baldiges Wiedersehen."

Mit schnellen Schritten ging er zurück, und wie er in den Flur kam, wo vergessen der große Dlüten- busch auf dem Tisch lag, legte er die drei Zweige mit einem Lächeln dazu. Richt um die Welt wäre er mit ihnen über die Landstraße gegangen. Die hatten ihren Dienst getan, als sie sich von einem errötenden Mädchen pflücken ließen. Immerhin, wenn er auch den Besuch nicht wiederholen würde das $aus im Auge zu behalten, mochte sich lohnen.

Bei Grän fang der Männerchor Euterpe mit viel Begeisterung und Stimmenaufwand:Das Wan­dern ist des Müllers Lust, das Wandern--" Der

Dirigent stand auf einem Faß, um feine Leute über- sehen zu können, und sooft er beim Taktieren eine kühne Schwenkung machte, griff Ille nach dem Arm der Mutter:Paß auf, gleich fällt er." Daß sie dabei zweimal einen verkehrten Arm faßte, merkte sie in ihrem Vergnügen nicht, und Iven

Lornfen sah keine Veranlassung, sie darauf auf­merksam zu machen.O Wandern, Wandern, meine Lust, o Wandern" da verlor der Dirigent tat­sächlich das Gleichgewicht und schoß wie eine Ka- nonenkugel er hatte es dazu in den Garten- sand.

Der Chor mochte an solch Vorkommnis gewöhnt (ein, er setzte nicht eine Sekunde aus

.Herr Meisterin und Frau Meisterin, laßt mich in Frieden weilcrziehn und wandern"

Sein gewaltiger Stimmenaufwand übertönte sieghaft das schallende Gelächter des Publikums.

Das Schaukelpferd bekam einen Stickanfall, und als es sich endlich besonnen, begann Ille von neuem und riß es wieder mit Der Gesang war verstummt, das Lachen ebbte noch immer ob und stieg wieder an. Man lachte aus reiner Freude am Lachen und am Leben, und nur Frau Kallies, die ihrem Manne zuliebe mitgegangen war, hatte wieder nicht mehr als ein kleines Lächeln um den Mund.

Dunsens hatten sich einen Tisch in einer Ecke an der Gartenmauer genommen, mit dem Blick über die Elbe, und dann kamen die alten Kallies und fragten, ob sie sich wohl ein bißchen dazusetzen dürsten, und Doktor Schröders kamen, und sogar Pastors, die Verwandtenlesuch hatten und ihm zeigen wollten, wie es auch hier, fern der Groß­stadt. an einem Sonntagnachmittag vergnügt zu- gehen könnte.

Ein Tisch wurde an den andern gereiht, aber Heider Stessen verstand es, immer wieder neben Thora zu gelangen, obgleich sie ihn gar nicht son­derlich gut behandelte, ihm dringend von Grog ab­riet und Selterswasser empfahl.

Da kriegt man Flöh' von im Magen", rief das Schaukelpferd dazwischen.

Willst du dich nicht noch etwas deutlicher aus- drücken?'' fragte Ille.Wenn wir dich mitnehmen, benimm dich."

Mitnehmen? Wieso mitnehmen? Ich schaukel' mich auch allein hierher." Er kannte feinen Spitz­namen.

Ja, leider viel zu oft. Grön steckt die halben Einnahmen deines Vaters in die Tasche."

Mitten in all das Lachen und Schwatzen hinein kam Rose, hatte warme Farben und versonnene Augen und sah so lieblich und mädchenhaft aus, daß alle chr mit Wohlgefallen entgegenblickten.

Run? Wollt tßr hier den ganz«, RnchmMng versitzen? Ist der Gesang so schön?"

Christian hat sich zu einem Solo gemeldet, er will uns vorsinacn: .Weißt du, wieoiä 6temt«tn stehen an dein blauen Himmelszelt?'"

Ille, laß das Tarren! Oder ich sing' wirkvch."

Abcr sie neckten ihn weiter, und er lachte gut­mütig, denn er war viel zu dick und bequem, um sich aufzuregen.

Frau Tierarzt Dualmann steuert« auf den Tisch los.Nein, wie haben Sie das hier gemütlich! Ach, Herr Pastor, was haben Sie heute aber einmal schön gepredigt. Ich sagte gleich xu Emil Emll, wo bist du? natürlich drüben bei Frau Rendant Pogge; ja, ja, alte Liebe rostet nicht und da nee, wie sehen Ihre Töchter wieder reizend au», Frau Bunsen! Und" ihre '2lugen blieben an Lornfen hangen ein neues Gesicht! Gewiß roieber einer, den diese Bimjenmädchen eingefangen hatten ihr Blick befahl förmlich die Vorstellung. Aber Ille, die sie ansah, tat, als verstände sie absolut nicht, und Frau Tlargrit mußte eingreifen:Herr Lornfen, Frau Kallies' Neffe"

Ach so, der war also mit Kallies' gekommen na, einerlei, die Ille würde ihn schon rieinfricgen, die hatte solche merkwürdig aufreizende Art die jungen Leute zu behandeln.Ich würd' mich so gern mit hierhersetzen, aber wir haben drüben Be­kannte aus Hamburg. Nur einen Augenblick" sie schob sich einen Stuhl neben Frau Margrit. Gott, wie Sie sroh sein können über Ihre Töchter! Zu was Reizendes. Ich sage immer zu meinem Mann, daß die noch nicht weageholt sind" Kichernaber sie sind zu wählerisch", und mit einem Lachen zu Thora hinüber:Ja, ich sprech' von Ihnen."

Tun Sie sich keinen Zwang an", war die kühle Antwort. Frau Dualmann nahm sie nicht übel. Sie tuschelte weiter, laut genug für alle Umsitzenden Passen Sie mal auf, liebe Frau Bunsen, eh' da» Jahr um ist, finden wir uns alle bei Ihnen zu einem großen Fest ein. Ich hab' solche Ahnung."

Da ahnst du sehr vorbei , murmelte Ille.Dich laden wir gewiß nicht ein."

Iven Lornsen hatte scharfe Ohren, er verstand das Gemurmel.Sie mögen die Dame nicht? eie macht einen sehr netten Eindruck."

(Fortsetzung folgt.)

ÜBERALL

FÜP PARKETT U UNOlLUM

YBoden- Wachs

fu Schuhe u üdfp

LttBWmMllaiioMbtiltn

Die Installation der wasierzu-und Ent- roäNerungslclhingen an der Bezirks- schule. Westanlage, soll nochmals öffent­lich vergeben werden. Die Unterlagen lie­gen bei uns offen und sind Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, bis zum E röf f nungstermine am Donnerstag. 6. Mai d. vormittags 10 Uhr.

an uns einzureichen. Zuschlaasfrist drei Wochen. 3939B

Gießen, 30. April 1926. Stadtbauamt Gießen.

Braubach.

lrüMzversteigerung

6

32 119 202

48

triften lebten irijten

tamrn 2. Kl., 0,92 fm lamm 3. ÄL, 0,98 fm

tämme 4. Kl., 29,48 Im tämme 5a-ÄL, 68,51 fm tämme 5b=ÄL, 63,40 fm

Fichtenderbstangen 1. Kl., 4,25 fm

Fichtennutzscheiter 144 rm Fichtennutzknüppel 114 rm.

irijten tämme 3. Kl., 8,06 fm

Dienstag, 4. Mai 1926, nachmittags 1 Uhr, wird im Großen-Lindener Ge- meindewald nachstehendes Nutzholz ver­steigert: 3931D

1 Kiefern

1 Kiefern

Bekanntmachung.

Die Lieferung von Linfasiungssockeln für Einfafsungsgräber auf dem Neuen Friedhof soll vergeben werden. Angebote sind spätestens bis 10. Mai 1926, vor­mittags 10 Uhr, an dos Stadtbauamt ab- jugeben. Daselbst sind Angebotsvordrucke erbältlitb. 39388

Zuschlagsfrist drei Wochen.

Gießen, 30. April 1926.

Stadtbauamt Gießen. Braubach.

Zusammenkunft im Distrikt 6ee, Kreuz­punkt Tal- und Hangschneise. Das Holz ist entrindet und lagert in der Nähe der Kreisstraße GießenLeihgestern.

Großen-Linden. 30. April 1926.

Hessische Bürgermeisterei.

Lang.

Nutzholzversteigenmg

Donnerstag. 6. Mal L 3 von vor­mittags 9 Uhr ab, werden hn Markwald der Gemeinde Lützellinden aus den Di­strikten Schanze, Sandhügel und Schmal- Heck versteigert: 3937V

Stämme: Fichte: 3. Kl. 7 Stück, 8,85 fm, 4. Kl. 46 Stück, 40,78 fm, 5a-Kl. 227 Stück, 130,45 fm, 5b-ftl. 198 Stück, 71,31 fm; ferner: Nohscheiter: Fichte: 101,8 rm (3 m lang); Nuhknüppel: 19,5 rm (3 m lang).

Sämtliches Holz lagert an guten Ab- fuhrwegen in der Nähe der Kreisstraße Großen-LindenGießen.

Dorgezeigt wird nur das Holz im Di­strikt Schanze.

Lützellinden, 29. April 1926.

Gemeindevorsteher.

Arbeitsvergebung.

Die Herstellung von etwa 2250 Meter Kabelgraben soll vergeben werde«. An­gebote sind bis zum 12. Mai dieses Jahres, vormittags 10 Uhr, bei der rirettion des Städtischen Elektrizitätswerks einzureichen, woselbst auch die Vordrucke auf Zimmer Ur. 3 erhältlich sind. Freie Auswahl des Unternehmers bleibt Vorbehalten.

Gießen, den 29. April 1926.

Städtisches Elektrizitätswerk.

Stolte. 3009c

18 Küchen eigener Anfertigung sehr preiswert Möbelfabrik Karl Hahn

Löberstraße 17

3927a

Georg Appel

Mieian sts

von. u/is QÄrxßn

Gießen *»t>

Schlaf Ut das beste Heilmittel W U II I a I Jietallbetten für groß and klein, Stahlmatratzen, auch mit Zu­behör. frachtfrei an Private. Ueberall eingeführt seit 1911. Bequeme Be­dingungen. Katalog 729 frei.

Eisenmöbelfabrik Suhl (Thir.)

Betten

Matratzen Federbetten Steppdecken Bettwäsche

C.Röhr&Co.

3911a

Auch sie

ringe, Eiernudeln.

Suppen in Wurstform

Jch bekam Zuwachs!

Zu meinen Brüdern Erbs, Blumenkohl, Spargel. Grünkern. Tomaten, Filz, Krebs. Ochsenschwanz haben sich vier neue gesellt: Eiersternchen, Eierriebele. Eier­

geben. nur in Wasser 20 Minuten gekocht eine über alles Erwarten gute Suppe.

Gras-Yersteigemny.

Am Freitag, dem 7. Mai lfd. IS.» nachmittags l1/» Ahr, wird in der Gast» wittschastZum Treppchen" bei Ferd. Kreiling in Heuchelheim die Grasnutzung der Wiesen an der Lahn aus den Ge­markungen Dießen und Heuchelheim für das laufende Jahr öffentlich loSweile versteigert. 3918V

Mainz, den 21. April 1926.

Hessisches Wasserbauamt Mainz.

Die

Köln-Düsseldorfer Rheindampfschiffahrt wird im diesem Jahre unter ähnlichen Bedingungen wie im Vorjahre den Salondampfer UNDINE

Länge 67 m, Breite 7,15 m, Per­sonenzahl 1325 zur Vermietung an Vereine, Reisegesellschaften und Schulen in Mainz bereit­halten. Anfragen und Bestellungen sind zu richten an die AgenturMainz Q. L Kayser, Telefon Nr. 59. ***0

y Sperrholz

Na *

22 in Gaboon, Erleu. Kieker, 3-D mm

Breiter und Dielen aller Ciärken, L schweb, und bayrische Hobelbretter, Svallerlaitcn, Eichen- und Buchen- flo schntilwaren liefern in all. Stärken s=s (EugenDflrr&do.,(BleSen 5|__Telephon 149. 3016D

rffffrTL Pallabor. a-Puder

"= reinigt u. eatfettet das Haar

' auf trnkeaee Wege, macht

» schöne Frisur. Riihiknnf

? ?bes.eeeignet f. DUUlKüpi.

g jVJ Bei Tanz und Sport unent- = y bebrlIch. Zu haben in Dos

5 v Mr. 1 an in Frlseurgesch.,

£ »»ge Part, Drog. und Apotheken.

rhein. Schwemmsteine

bester Qualität zu billigem Preis

E.RübsamenMetzen

Fernsprecher 1659.

Renforcä, Kretonne Makotuciie und Stickerei Oute Qualitäten und mäßige Preise.

L.Teitler, Dammstrasse 25 p.

Kein Laden! 03015

bringt ihre bekannt guten Fabrikate in empfehlende (Erinnerung.

Neuanfertigung in kürzester Zeit ________in allen Holzarten. 0302-

Der richtige Artikel konkurrenzlos, billig, außergewöhnlich in Qualität und Wirrung, in jedem Haus­halt gesucht, dielet hoben Gewinn. Be­sonderes Berkaussfystem dir. v. Aabrifox- ten. Ankragen unter J. L. 1311 an 11 e- dolf Monnc, Berlin - Frledenan, Hh»ln«trafie I». ______3928s»

Große Sendung

MMIMr

eingctroffe«. 3930V

Euler, Treis a. d. Lda.

tplhhrnnhffpinp|weoityitiWtoi'ii|

<JvlUvlllllV|ll'lllv1 Metzger 6 Schlecht, MSnzenberg

das Haus ITraUKel der Moden

Seltersweg 52

Das moderne Kleid asmoderneComplet enmodemenlllantel

bietet Ihnen das 8070a

Spezialhaus für Damen-Bekleidung

Anfertigung nach Maß nach neuesten Modellen zu mäßigen Preisen

Beachten Sie meine Auslage