Ausgabe 
1.3.1926
 
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Nr. 50 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen)

Montag, 1. März 1926

Turnen, Sport und Spiel.

Leibesübungen für Schulentlassene.

Zu Ostern kommen wieder Hunderttausende von Knaben und Mädchen zur Schulentlassung, von denen die allermeisten einen Beruf ergreifen und zu körperlich und geistig tüchtigen, leistungs­fähigen Mitgliedern der Volksgemeinschaft er­zogen werden sollen. Da ist em M a h n r u f, gleicherweise an die Eltern wie an die Leh r- herren am Platz. Gerade in den Jahren, in denen die förderliche Entwicklung des Menschen besonder- wechselvoll ist, und in denen auch das Innenleben durch äußere Einflüsse besonder- stark berührt wird, ist es für die Jugend un­bedingt notwendig, daß sie über den Rahmen de- Berufs und der Schule hinaus körperlich und seelisch gesund erhalten und In gutem Sinn beeinflußt wird. Die berufliche Tätigkeit etwa im Handwerk oder der Landwirtschaft genügt nicht für die Durcharbeitung des Körpers. Jede berufliche Betätigung ist mehr oder weniger ein­seitig und beansprucht nur gewisse Körperteile und gewisse Muskelgruppen. Ss müssen also Ergänzungsübungen betrieben werden, wenn eine einseitige Ausbildung des Körpers verhindert werden soll. Gleichzeitig gilt eS, ein Gegen­gewicht zu schaffen geen die Schädigungen des 'Berufslebens, die sich gerade in den Lieber­gangsjahren vom Mädchen zur Frau, vom Kna­ben zum Mann geltend machen. Kein Beruf ist so gesund, daß es nicht nötig wäre, auf die Gefahren zu achten, die seine Ausübung im Ge­folge hat. Die Arbeit in schlechter Fabrikluft, das Sitzen auf dem Kontorschemel, jo auch die steifmachende Arbeit der ländlichen Bevölkerung find mit Schädigungen verbunden, denen durch einsichtige Eltern und Lehrherren rechtzeitig ent­gegengewirkt werden muß. Da sind Leibes­übungen das gegebene Mittel. Sie sind aber nur dann geeignet, die beabsichtigte Wirkung zu erzielen, wenn nicht einseitig irgendeine Sportart betrieben wird, sondern nur, wenn das Betätigungsgebiet vielseitig ist. Darum soll nicht nur an Geräten geturnt, nicht nur ge­schwommen, nicht nur Fußball gespielt, nicht nur gewandert werden, sondern vieles soll unsere Jugend treiben, und zwar aus reiner Freude an Betätigung, nicht etwa im Streben nach hoher Leistung. 3m Kreise Gleichgesinnter, die man im Verein findet, wird neben dem Leib außer­dem noch Geist und Gemüt gebildet, werden frische Jungen und Mädchen, tüchtige Menschen erzogen.

Turnen.

Turnausschutz des Gaues Hessen <D. T).

-f- Wie nicht ander« zu erwarten, eröffnete Gau- oberturnwan W. Will (Sieben) die Tagung deS Turnausschusses mit einem Gedenken an unsere gefallenen Tumbrüder

Die gestrige Zusammenkunft bestand aus zwei Teilen, einem praktischen und einem theoretischen. Gegenstand der Verhandlungen waren zunächst die Festlegung' der Pflichtgeräteübungen für das Gauturnfest in Ridda und das Gaufrauenwett­turnen. das wahrscheinlich in Grünberg statt­findet. Für das Wetturnen der Turner hatte der Gauwart für das Männerturnen Martin Te? - tot (Marburg), für das Wetturnen der Tur­nerinnen der Gauwart für das Frauenturnen Rudolf Paul (Gießen) die erforderlichen Vor­arbeiten geleistet: nach kurzen Abänderungen wurden die vorgeschlagenen Hebungen als ver­bindlich erklärt: sie werden demnächst gedruckt dem Vereinen übermittelt.

Als volkstümliche Hebungen wurden fest­gesetzt Gaufest, und zwar für alle Stufen: Kugel­stoßen (71/* Kilo), 100-Meter-Lauf und Frei- wetthvch mit Brett. 3n ben Bezirken kommt als vierte Hebung Weitsprung hinzu: ebenso für die Gauturnfahrt, die, wenn sie stattfinden sollte, nur im Rahmen eines ausgesprochenen Bergfestes die Zustimmung des Turnausschusses erhalten kapn. Für das Wetturnen der Tur­nerinnen tourbcn, ebenfalls für alle Stufen, 75- Meter-Lauf, Hochsprung und Ballwersen vor­geschrieben. Als wünschenswert wurde die Durch­führung eines volkstümlichen Wettkampfes für Turnerinnen bei Gaufrauenwettturnen erachtet. Bezüglich des Turnens der Altersturner wurde bestimmt, bah die Turner von 35 bis 45 Jahren die Hebungen der Mittelstufe, die Turner von 45 Jahren und darüber die der Hnterstufe zu turnen haben: hinzukommen für jede Alters­klasse Kugelstoßen und 75-Meter-Lauf. Als Reu- erung ist die Einstellung eines, reinen Geräte- zehntempfes für Turner der Oberstufe zu be­trachten. Es ist für die Zukunft keinem Turner gestattet, an zwei Wettkampfarten (I2-Kampf oder I0-Kampf) teilzunehmen.

Wenn der Gauturntag seine Genehmigung erteilt, fall das Gauwettschwiminen am 27. Juni in Mar­burg, das Gauwetturnen der Turner am 11. Juli in Nidda, das Gauwetturnen der Turnerinnen am 29. August in Grünberg stattfinden.

Bei der Besprechung wurden einige Punkte, die für die Allgemeinheit ohne Interesse sein dürften, erledigt. Zur Aussprache standen noch: Meister­schaftsturnen, Musterriegenturnen, Zeit der Aus­tragung des Altersturnens, Landesausfchuß für Leibesübungen in Hessen usw., worüber jedoch keine Beschlüsse gefaßt wurden. Dagegen sollen in den Bezirken die Wintergerätewettumen bestehen blei­ben, da sie für die turnerische Entwicklung als för­dernd anerkannt wurden. Auf zwei turnerische Der« anstaltungen, die in nächster Zeit im Gau stattfin­den, wurde hingewiesen. Den Städtewettkampf GriesheimFechenheimMarburg und die Werbe­veranstaltung Wetzlar.

Zum Schlüsse wurden die Ehrenurkunden des Hermannslaufes, jenes größten und gewaltigsten Staffellaufes, den die Welt bisher gesehen hat, aus- gegeben. Der Gau Cteffen steht an der Spitze aller Gaue was Beteiligung und Leistung anbetrifft; haben doch am Hermannslauf aus 108 Vereinen des Gaues 2564 Läufer die eine Wegstrecke von 332 Kilometer zurückgelegt haben, teilgenommen.

e Die Tagung, obgleich reichlich lang, war getragen von echt turnerischem Geiste und hat sicher dazu beigetragen, die D. T. im Gau Hessen um ein Stück turnerischen Aufbaus weiterzubringen.

Fuhball-Meisterschaften.

Um die

Main - Bezirksmeisterschaft.

F. Sp. Frankfurt siegt 2:1.

Auf dem V. s. R.-Play in Mannheim sand gestern vor etwa 6000 Zuschauern das Spiel um die Dezirksmeisterschaft im Main­bezirk zwischen Sportverein Frankfurt rmd Erstem Fußballklub Hanau 93 statt. Das erste Tor schoß Hanau. 3n der zweiten Halbzeit verschoß jede Partei einen Elfmeter. Sehr dramatisch war der Schluß des Spieles, in dem Hanau nach kolossalem Drängen drei Minuten vor Schluß ein Elfmeter zugeschoben wurde, der aber von Karl daneben geschossen wurde, so daß jede Aussicht auf einen Ausgleich oder eine eventuelle Spclverlängc runa gnommen war. Roch in der ersten Halbzeit schoß Frankfurt zwei Tore. Der Spielverlauf wurde durch Rund­funk übertragen.

Um die westdeutsche Meisterschaft.

Im Spiele um die westdeutsche Meisterschaft er­litt geftern in Oberhausen der westfälische Meister Arminia Bielefeld gegen den Vertreter des Niedcr- rheingaues, Duisburger Spielverein, mit 6:0 (2:0) eine sehr empfindliche Niederlage.

Im Ausscheidungsspiel um die westdeutsche Mei- sterschast in Essen siegte der Ballspielverein Alten­essen mit 9:0 über den Kasseler S. C.

Barmen: Turn Düsseldorf Sportfreunde Siegen 1:0 (abgebrochen).

Die Runde der Zweite«.

1 ^Köln: Fortuna Düsseldorf Kurhessen Kassel Unna: D. f. B. Osnabrück Hagen 1911 4:3. Bezirks-Meisterschaftsspiele.

Ruhrbezirk. Preußen EssenEssener Sport-Verein 99 2:1. B. V. Buer 07-Turnen und Sport Bochum 3:1.

Bergisch-märkischer Bezirk: B. C. 05 DüsseldorfS. C. Kronenburg für Düsseldorf kampflos gewonnen, da Kronenburg nicht antrat.

Dez ir k Hessen-Hannover. Spielver­ein KasselKassel 1903 3: 0.

Po kalspiele: Jugend DürenKölner Sportklub 99 5:5. Rheydter SportvereinOden­kirchen 07 9:1.

Weitere Ergebnisse aus Süddeutschland.

Die Spielvereinigung Fürth spielte in Fürth um die süddeutsche Meisterschaft gegen Bayern München unentschieden 3: 3 (0:1).

Die erste Mannschaft des Allgemeinen Sport­verein- Nürnberg gewann gestern in Hlm gegen Schwaben Hlm 4:1 (2:1).

Sn München kam ein Pokalspiel zum Aus­trag, das .,1860 gegenWacker München" mit 3:1 (1:0) gewann.

Sn Mainz spielte gestern der l.F.E.R. gegen Mainz 05 mit dem Ergebnis 1:0.

Am Samstag spielte der l.F.E.R. gegen Wormatia Worms 1:1.

Norddeutschland.

Arminia-Hannover Bremen 5:3.

Altona 93 Rasensport-Harburg 4:3.

Holstein-Kiel Phönix 4:1.

Ostdeutschland'.

Kampf um die Südostdeutsche Meisterschaft: Verein für Ballspiel Gleiwih gegen Sportver­einigung Hirschberg 3:1 (3:0).

Ein neuer Protest.

Frankfurt a. M., 28. Febr. Während Frankfurt zum zweiten Male die Meisterschaft auf dem Spielfeld errang, wurde Hanau vom Spielausschuß bestimmt, die weiteren Spiele um die süddeutsche Meisterschaft auSzutragen. Gegen diesen, die größte Bestürzung bervorrufenden Be­schluß wurde sofort vom Fußballsportverein Be­rufung beim Derbandsgericht einge­legt. Diesem Protest werden sich eine Reihe der ersten Ligavereine Süddeutschlands anschliehen.

Kunstturnen in Braunschweig.

Die Berliner Turngemeinde (Tib), die Ham­burg« Turnerschaft von 1816 und der Braun­schweiger Männerturnverein vereinigten sich gestern in Braunschweig zu einem Städtewett­kampf im Kunstturnen. Es erhielten: Hamburg 540 Punkte, Braunschweig 479 Punkte, Berlin 404 Punkte.

Aus dem Arbeiter- Turn- und Sportbund.

Das Kinberturnen im 3. Bezirk.

£ Am gestrigen Sonntag hatten sich die -c"(einften der Turn-Bewegung zur ersten Hebunasstunde in diesem Jahre versammelt. Sin echter, froher Turnergeist scheint bei diesen 3ung- stürmlevn vorhanden zu sein. Von den nahen Ortschaften, sowie aus. den entlegensten Dörfern waren sie zahlreich hierher geeilt, um den Lei­tern zu zeigen, daß auch bei ihnen das Turnen schon in Fleisch und Blut übergegangen ist. Am Vormittag stellten sich die Knaben dem Be- zirksturnwart Am end (Krofdorf), um die neuen Freiübungen entgegenzunehmen. Rachmittags war es die Leiterin der Schülerabteilungen Emma Mandler (Heuchelheim), die die Mädchen mit einer Ansprache begrüßte. Gin prakttsches Durch- turnen der rhythmischen Freiübungen, sowie der Spiele und Volkstänze stillten den Rachmittag auS. Eine weitere Hebungsstunde wird im Früh­jahr stattfinden, um den gezeigten Hebungsstoff auch gemeinsam durchzusühren. Da das dies­jährige Kinderturnen am 8. August in Heuchel­heim stattfindet, ist den Vereinen Gelegenheit gegeben, bis dahin den Lehrstoff gut zu ver­werten.

Fußball.

Um den Verbleib in der Bezirksliga.

Spielvereinigllng 1900 Gießen unterliegt Sara Kassel 2:4 (Halbzeit 1:3), Ecken-

Verhältnis 7:8.

ö. Endlich ist man auch in Gießen zur Tat geschritten. Die Zersplitterungen im Fuhball-

spvrt hatten auch in Gießen in der

Rachkriegszeit krasse Formen angenommen.

Aus früher drei Vereinen waren fünf

geworden, statt einem Ligaverein hatte man jetzt deren drei. Daß diese Verhältnisse ungesund und auf die Spielstärke der einzelnen Vereine von großem Einfluß waren, konnte der Oesfentlich- keit nicht mehr länger verborgen bleiben. Der Schritt der Männer, die den Zusammenschluß zur Spielvereinigung 1900" zustande brachten, ist daher zu begrüßen. Beide Vereine, Sportklub 1900 und Spielvereinigung 1904, lebten ja schon immer in freundschaftlichem Verhältnis.

Das QualifikationsspielTura" KasselSp. Vgg. 1900 Gießen fand am ge­strigen Sonntag auf neutralem Boden (im Mar­burger Stadion) statt. Die Gießener Mannschaft spielte kombiniert aus den beiden Vereinen. Leider mutzte man für drei der besten Spieler Ersah einstellen, der sich nicht besonders bewährte. Das Spiel begann beiderseits mit einem Riesen­tempo. Es lag jedoch eine solche Nervosität in allen Handlungen, daß vorerst nichts Eriprieß- lichcs geleistet wurde. Plötzlich erhielt ein Kasse­ler Innenstürmer in klarer Abseitsstellung den Ball und konnte ungehindert den ersten Treffer für feinen Verein buchen. Dem sonst guten Schiedsrichter entging dies leider. Im Gegenstoß schaffte jedoch GiehenS Halbrechter durch unhalt­baren flachen Schrägschuh den Ausgleich. Aus und ab wogte nunmehr der Kampf. Dem guten Kasseler Sturm stemmte sich die aufopfernd ar­beitende Gießener Hintermannschaft entgegen.

Erst gegen Schluß der ersten Hälfte ließ die Gießener Läuferreihe merklich nach und Kassel konnte sein 2. und 3. Tor buchen, wovon da- Letztere ein Eigentor war. Ein Gießen« Ver­teidiger lentte den Ball an dem sich zur Auf­

nahme werfenden Torwächter vorbei in die eige­nen Maschen. Mit 3:1 für Kassel wurden die Seiten gewechselt, Eckenverhältnis 3:3. Wer nun glaubte, Gießen würde eine chohe Riederlage erleiden, wurde nach der angenehmen Seite ent­täuscht. Gießen hatte umgestellt. Es bewährte sich. Kassel kam nur noch zu einem Tor. einem Schuh aus 20 bis 30 Meter Entfernung, den der sonst vorzügliche Torhüter bei erhähter Aufmerk­samkeit hätte verhindern müssen. Zehn Minuten nach der Pause unterbrach der Schiedsrichter das Spiel auf drei Minuten zum Gedächtnis der Toten. Gegen Schluß des Spieles kam Gießen mächtig auf. Kassels Hintermannschaft wurde reichlich unsicher und nur durch glänzende Pa­raden konnte Kassels Hüter Erfolge verhindern. Aber einmal hatte er doch das Nachsehen. Eine famose Flanke des Rechtsaußen köpfte der Links­außen kurz entschlossen ein. Bei heftigem Srän- gen Gießens beendete der Schiedsrichter den span­nenden Kampf. Das EckenverhältniS lautete am Schluß 8:7 für Kassel. Endresultat: 4:2.

War dem ersten Start der neuen Bereini­gung auch noch Fein spielerischer Erfolg beschie- den, soviel steht jedoch fest, daß bei Komplettie­rung und einigen Hmstellungen die Mannschaft einen beachtenswerten Gegner abgeben wird. Das Verständnis der Spieler untereinander wird sich von Spiel zu Spiel schon von selber heben. Der Besuch des Spieles war sehr schlecht. Es regnete von Anfang bis zum Ende. Die Bodenverhältnisse waren annehmbar.

B. f. B.

() Die Liga kom von 'Fulda mit einer unverdienten 2:3-Riederlage zurück. Das Resultat ist in Anbetracht der Spielstärke FuldaS nicht schlecht zu nennen, zumal die Borussen den Vor­teil des eigenen Platzes hatten, hätte aber trotz­dem noch dem Spielverlauf nach zugunsten Gie­ßens lauten müssen, wenn kein Pech dabei ge­wesen wäre. Vielleicht lag der Grund zur Rieder­lage in der reichlich massiven Spielweise der Einheimischen, die einerseits oft allzu energisch die vielen Erfolgsmöglichkeiten der Gäste zerstörten andererseits sich mit nicht immer einwandfreien Mitteln durchzusehen wußten. Die V. f. B.-Mann- schäft zeigte sich, wie einige Borussen selbst be­stätigten, dem Gegner technisch überlegen, ebenso war sie schneller am Ball als diese. Die Gesamt­leistung der Mannschaft ist als recht gut anzu­sprechen. Hervorzuheben ist die Ruhe und Fair­neß, mit der die Hiesigen kämpften. Hoffentlich bleibt das so. Der Spielverlauf war folgender: Der Anstoß Gießens wurde von dem Platzverein abgefangen, dieser drängte seinen Gegner, der sich anfänglich noch nicht zurechtsand, für zehn Minuten in seine Hälfte zurück Es sah während dieser Zeit für D. f. B. bedenllich aus. Allmäh­lich aber löste sich der Bann und Gießen zeigte ein durchweg überlegenes Spiel, in dessen Ver­lauf Mandler in der 29. Minute den ersten Trester erzielte. Wenige Minuten später stellte Köhler das Resultat auf 2:0 zugunsten Gie­ßens. Die Heberlegenheit der Gäste dauerte noch an, während es trotzdem den Einheimischen ge­lang, einen Durchbruch erfolgreich abzuschließen. Bei diesem Stand ging es in die Pause. Rach dieser war das Spiel verteilt, dabei aber sehr spannend und wechselvoll. Borussia erzielte dann den Ausgleich durch seinen Mittelstürmer, dem es auf bte eingangs erwähnte Weise gelang, Döckler mit dem Ball über die Torlinie zu drücken. Rach einigem Hin und Her fiel, diesmal auf desto einwandfreiere Weise, durch rasanten Schuh des Halbrechtem für Böckler unhaltbar, das Siegestor für Fulda Die letzten 10 Minuten gehörten wieder ganz den Giehnern, die sich jetzt mächtig ins Zeug legten, um wenigstens den Ausgleich zu erzielen: jedoch vergeblich. Der Schlußpfiff sah den Gastgeber als glücklichen Sieger.

Die Zweite holte in Dillenburg nur ein mageres 2:2 heraus, was wohl in der Haupt­sache auf reichlichen Ersatz zurückzuführen ist. Es ist ja verständlich, mal ein großes Spiel sehen

zu wollen, wie daS gestrige in Mannheim (Futz- ballsportverein Frankfurt a. M H^nau 93).

Gleicherweise war auch die Dritte ge­schwächt und muhte von Heuchelheim eine 4: l- Absuhr einstecken. 2 Selbsttore verhalfen dem Gegner zu diesem Resultat.

Das Spiel der ersten Jugend gegen d.e gleiche vom F. E. 05 Wetzlar sand wegen Richt­antretens der letzteren nicht statt.

Die zweite Jugendmannschaft rettete Die Ehre des Tages durch einen 2: 1-S.eg über Lollar 1. Sgb. Die Mannschaft wird vo i Spiel zu Spiel besser und gibt zu den besten Hoffnungen Anlaß.

Eintracht-Fr cmksurt schlägt Köln-Sülz 3:0.

Frankfurt a. M. 28 Febr. Die Kölner Mannschaft, die bekanntlich in ihrer Heimat als die Beste gilt, enttäuschte in Frankfurt außer­ordentlich. Auch der bekannte internationale Swatosch ließ hier von seinem viel berühm­ten Können nichts merken. Dagegen war Ein­tracht- Frankfurt in außerordentlich guter Form und spielte bis zum Schluß durchweg überlegen, was auch in der Anzahl der erzielten Tore zum Ausdruck kam.

Aus dem Arbeiier-Turn- und Sportbund.

L Auf dem Sportplatz der Freien Sumer- schäft Gießen fanden am gestrigen Sonntag zwei Schiedsrichterspiele statt, die zunächst einmal den Zweck hatten, einer Reihe Schiedsrichteranwär­ter Gelegenheit zur praktischen Betätigung zu geben. Als erste spielten

Freie Turnerschaft Gießen Jugend gegen Freie Turnerschast Lollar Jugend. 6:0.

Daß die erst vor kurzem ins Leben gerufene Lollarer Jugend bas Spiel nicht gewinnen konnte, war von vornherein klar, zumal einem Gegner gegenüber von den spielerischen Qualitäten der Gießener Jugend. Letztere zeigte ein vollkommen ausgeglichenes Spiel und bewies, daß sie in der Behandlung des Balls firm ist. Daß es ihr nicht gelang, den Sieg höher zu gestalten, gereicht den Jungens von jenseits des Lollarer Kopfes zur Ehre. Dieses, ihr erstes Spiel, brachte für sie einen anerkennenswerten Achtungserfolg, der zu den besten Hoffnungen berechtigt. Ware die Gießener Verteidigung iricht so bombenfest sicher gewesen, wäre das Erstlingsspiel der Lollarer bei ihren recht gut eingeleiteten und durchgeführ­ten Angriffen nicht torlos verlaufen.

Freie Turnerschast Lollar I.Freie Turner- schast Heuchelheim I. 0:3.

Im Anschluß an das Spiel der Jugend be­traten diese Mannschaften, von lebhaftem Bei­fall begrüßt, das Spielfeld. Beide sind erprobte Kampsmannschaften, und man war allgemein auf den Ausgang dieses Spieles gespannt. In der ersten halben Stunde wollte kein rechtes Leben in das Spiel kommen, waS aber weniger an den Mannschaften, sondern in der Hauptsache an den zuerst tätigen Schiedsrichtern tag, die von ihrem Pfeifrecht einen etwas zu ausgiebigen Gebrauch machten. Dadurch wurde das Spiel in seinen span­nendsten Momenten unterbrochen, und zumeist geschah dies unnötigerweise. Beide Mannschaften gingen fast abwechselnd zu lebhaften Angriffen! über, die von den Hintermannschaften durchweg abgewehrt wurden. DaS Führungstor erziette der Heuchelheimer Mittelstürmer, der einen vom Lollarer Tormann recht gut abgewehrten Straf­stoß mit mächtigem Schuß zwischen die Pfosten jagte. Die weiter folgenden Schiedsrichter ließen daS Spiel mm mehr zur Entfaltung kommen, und dabei kamenNie Zuschauer auch mehr auf ihre Rechnung. Mit Beginn der zweiten Halbzeit lag Lollar mehr in Front als Heuchelheim, das zunächst energisch verteidigen muhte. Erfolge blie- vM jedoch aus. Ein Besuch am gegnerischen Tor brachte den Heuchelheimern zum zweiten Male einen Erfolg, indem ein Lollarer Verteidiger eine allerdings sehr gut vor das Tor gegebene Flanke mit Schwung ins eigene Tor lenkte. Die weiteren Angriffe Lollars, um zum längst ver­dienten Ehrentor zu gelangen, waren fruchtlos, bis es Heuchelheim wieder gelang, sich mehr durch­zusetzen und durch ihren Mittelstürmer das dritte Tor zu erreichen. Auch an diesem Tor ist die Verteidigung LollarS nicht ganz von Schuld frei­zusprechen. Der fast unmerklich leise rieselnde Regen war dem Spiel nicht besonders förderlich.

Turn- und Sportverein Wieseck I gegen Männerturnberein Marburg 1.0:5.

Rach einjährigem Winterschlaf gab am Sonn­tag die Wieftcker Mannschaft ihr Erstlingsspiel. Ob's zum sofortigen Ausstieg in die 1. Klasse bet dem demnächst beginnenden Serienspielen langt, hat die vorgesetzte Sportbehörde noch zu ent­scheiden. Ein Gradmesser hierzu ist das obige Resultat nicht gan^, da die Mannschaft eine Stunde lang mit nur 10 Mann spielen mußte, da der Rechtsaußen dienstlich uerbinbert war. Marburg, eine äußerst sympathische und spie­lerisch hochstehenbe Mannschaft, machte sich das Moment deS Reuen, das bei den Wieseckern zutage trat, sofort energisch zunutze und legte in der ersten Viertelstunde gleich 4 Tore vor. Run waren die Wiesecker wiederint Bilde", ver­standen weitere Erfolge der Marburger zu unter­binden und dies Resultat eine halbe Stunde lang zu halten. 4 Minuten nach Halbzeit erzielte Marburg fein fünftes und letztes Tor. Kurz darauf erschien der fehlende Rechtsaußen der Wiesecker, und das Spiel wurde ein offenes Feld­spiel mit abwechslungsreichen Situationen. Von einer Heberlegenheit der Marburger Männer- turner konnte nicht mehr die Red2 sein, Wiesea, kam immer wieder vor des Gegneris Tor, aber die Angriffe waren im allgemeinen zu weich, um Erfolge zu zeitigen. Allerdings hatten sie in dem Marburger linien Verteidiger ein schwer zu überwindendes Hindernis vor sich. Auch den Marburgern blieben weitere Erfolge versagt. Es wäre ihnen wohl kaum möglich gewesen, zu die­sem Resultat zu kommen, wenn die Wiesecker vom Anfang an mit kompletter Mannschaft auf dem Platz gewesen wären. Eine in Aussicht stehende Verstärkung des Sturmes berechtigt zu der Hoffnung, daß die Mannschaft in Zukunft ein beachtenswerter Gegner wftd. hierfür spricht das erzielte Eckenverhältnis 3:3.