Ausgabe 
31.12.1932 Frühausgabe
 
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Sie französische AinanKiise für Oesterreich

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Die Ide« stammt aus dem gleichnamigen Roman oon Kurt Siodmak, einem Schriftsteller, der mit techn schein Instinkt und erzählerischer Span- nung aufregend« Zukuiistsphantasien zu entwickeln und auszumalen liebt. Uebrigens erinnertF. P. 1" 'in der ganzen Anlage wie IN Cinzelmotiven an die unvergeßlicheFrau im Mond" non Friß Lang.

Was h'er gezeigt wird, ist, kurz gesagt, die Der- wirtlichung einer Ide«, di« Lösung eines Problems,

Vorzüglich gelangen ferner die an eine Kriminal­handlung erinnernde Vorgeschichte und der ungemein dramatisch geschilderte Kampf in der Kommando- zentrale vonF. P. 1", den man teils unmittelbar, teils indirekt (durch die Funkübertragung) miterlebt.

Daß die regiemäßigen und technischen Qualitäten des Films durch eine ausgesuchte Besetzung unter­stützt werden würden, war zu erwarten. In den männlichen Hauptrollen stehen sich Paul Hart­mann und Hans Albers als ausgesprochene Kontrastfiguren gegenüber. Albers (Ozeanflieger Missen) unbekümmert, draufgängerisch, burschilos, mit derbem Humor begabt, mar darstellerisch selten so beherrscht und gelockert wie hier. Hartmann (Ka­pitänleutnant a. D. Droste, der geistige Urheber des Projektes) viel stiller und verhaltener, dabei ener­gisch und männlich. Von unmittelbarer Wirkung seine kurze Szene am Mikrophon: da mußte man, so merkwürdig es klingt, daran denken, daß Hart­mann jahrelang der bestePrinz von Homburg" war (und vielleicht heute noch ist), den wir in Deutschland hatten.

Zwischen beiden: Sybille Schmitz, ein neuer Rame im Film: vor ein paar Jahren stand diese junge Schauspielerin noch in Darmstadt auf der Bühne. (Eine sehr gute Erscheinung: rin rassiies Gesicht: eine Darstellung, die Intelligenz und Gefühl sympathisch verbindet. Vom übrigen Ensemble sind Speelmans und Peter Sorte mit scharf pro­filierten Gestalten hervorzuheben. Vorn großen Regiestab darf diesmal der bewährte Ufa-Architekt Erich K e 11 e l h u t nicht ungenannt bleiben.

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Der FilmF. P. 1 antwortet nicht" ist eine der interessantesten und stärksten Leistungen in der Pro­duktion dieses Jahres; man muß ihn sich ansehen.

Regierung von Paven die kapitalistische Wirtschaft befestigen. Qtb.r können w i r in dieser (Situation d i e Aufforderung der Regierung ablehnen, an der Durchführung der Arbeit sbeschaf- fung m.tzuwirken? Wenn wir als die berufene Vertretung der Arbeiterschaft zu dieser Mit- arbeit bei der Durchführung der Arbeitsbeschaf­fung bereit sind, so geben wir von unseren letzten großen Zielen kein Iota auf. Die Verant­wortung für die Arbeiterschaft, die auf uns lastet, ist aber zu groß, als daß wir es ab­lehnen können, mit diesem oder jenem zu ver­handeln, der uns auf Grund seiner Vergangen­heit ^nicht angenehm ist. Ich weiß, daß die Funk- 'tionäre der Gewerkschaften diese Haltung ver­stehen. Um so mehr erwarte ich, daß sie der Maste der Mitglieder und den Mos en der Un- organ'sierien gegenüber mit aller Ent­schiedenheit diese Halt.ung vertei­digen, daß sie sich durch alles Geschrei von Verrat nicht erschüttern lassen.

Sochschulnackrichten.

Die Professur für Zoologie und vergleichende Anatomie an der Universität Erlangen ist dem ordentlichen Professor Dr. Jakob Seiler m München angeboten worden.

Der ordentliche Professor Dr. Fritz R ö r i g in Kiel hat den an ihn ergangenen Ruf auf de^ Lehrstuhl für mittlere und neuere Geschichte an der Universität Tübingen als Rachsolger von Johannes Haller abgelehnt.

Einkreisungspolitik gegen Deutsch­land war, in deren Verlauf man Oesterreich je nach Bedarf stets so lange würgte, bis es sich zum mindesten neutral erklärte. Die nationalsozialistischeDeutsch- österreichi- scheTageszeitung" schreibt, aus den Reden in der französischen Kammer geht hervor, daß der Anleihevertrag von Lausanne die Vernich­tung des letzten Restes österreichi­scher S elbständigkeit bedeutet und verhin­dert werden soll, daß dereinst die Grenzpfähle mit Deutschland niedergerissen werden sollen. Die .,A r b e i t e r z e i t u nn g" (soz./ erklärt: Man wird bald erfahre.!, daß der Lausanner Vertrag Oesterreich zwar abermals unter auslän­dische Kontrolle stellt und unsere politische Bewegungsfreiheit wieder einschränkt, aber un­serer Wirtschaft so viel wie gar nichts helfen wird. DieReue Freie Presse" (liberal) schreibt, es werde nun darauf ankommen, weit über den Rahmen der Anleihe hinaus, ja über den Rahmen von Oesterreich hinaus, diesem Mitteleuropa neue Energien einzuflößen, und es auf eigene Füße zu stellen. Die wahre Un­terstützung müsse darin liegen, daß die Han­delsbeschränkungen beseitigt werden.

Heraus aus der Isolierung.

Herriot über die Ziele seiner Außenpolitik.

Paris, 30. Dez. (WTB.) Die radikale Vereini­gung des Seine-Departements veranstaltete zu Ehren von Herriot eine Sympathiekundgebung, die mit der Annahme einer Vertrauenstagesordnung für den früheren Ministerpräsidenten endete. Her­riot betonte, daß sein außenpolitisches Bestreben gewesen sei, Frankreich aus ber Isolierung, in der er es vorgefunden habe, herauszuführen. Deshalb sein Bemühen, vor allem mit England gemeinsam vorzugehen, deshalb sein lei­der nicht gehörter Appell an Italien, des­halb seine Reise nach Spanien, die sicher ihre Früchte tragen werde, deshalb auch der Ab- schluh des Nichtangriffspaktes mit Sowjetrußland. Man werde immer zwischen zwei Arten von Politik wählen müssen, nämlich der Politik, die Frankreich die, Freundschaften einge­tragen habe, die es ermöglichten, den Krieg zu Überstehen, und der Politik ber Isolierung. Er für seinen Teil ziehe bie Politik von 1914 ber von 1870 vor.

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veränderte Haltung der argentinischen Regierung im Zusammenhang mit den bekannten Bestrebun­gen Argentiniens, mit gewissen anderen Ländern in ein allgemeines Zoll­st r ä f e r e n z v erhältnis zu kommen. Das wurde für Deutschland natürlich bedeuten, daß Deutschland mit seinen Ausfuhrerzeugnissen in Argentinien unter schlechteren Zollbe - dingungen konkurrieren müßte als gewisse andere Länder. Es ist klar, daß Deutschland s i ch darauf nicht einlassen kann. Deutschland hat dazu um so weniger einen Anlaß, als es zu den größten Abnehmern argentinischer Er­zeugnisse gehört.

Da alle deutschen Vorstellungen bei der argen« ttn schcn Regierung seit dem 15. Rovember ohne Ergebnis geblieben sind und die deutschen Waren seit diesem Tage tatsächlich bereits differenziert behandelt werden, hat die deutsche Regierung sich gezwungen gesehen, Ar­gentinien von der deutschen Meist- begünstigungsliste zu st reichen und den deutschen O b e r t a r i f auf einzelne argen­tinische Erzeugnisse, wie Talg, Premiere just, Mais u. a. in., anzuwenden. Diese Bestimmung sollte ursprünglich schon am 1. Januar 1933 in Kraft treten, auf argentinischen Wunsch ist der Te/g des Inkrafttretens dann aber auf den 10. Januar hinausg:schoben worden, um nochmals einen Zeitraum für Verhandlungen über die Bei­legung dieser Meinungsverschiedenheit zu lassen.

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Bleigießen.

Von Richard Euringer GOS.

Ob Aberglaube, ob Silvesterulk: er hat doch gleichnisreichen Sinn, der alte Reujahrsbrauch, Zukunft zu gießen aus flüssigem Blei, das zischend erstarrt in fliehendem Wasser. Dann neigt sich die Reugier, ein wenig skeptisch, ein, wenig bang, über das mihgeformte Klümpchen, das abgeschreckt ausheiß" inkalt" sich geformt hat in zitterndem Fall, und jeder erblickt, was ihm am liebsten wäre, und was fein Herz sich so recht ersehnt.

Deutlich erkennt das Mädchen den Freier, das mütterliche Weib ein langversagtes Kind. Der arme Teufel sieht den Geldsack, der Wohnungs­lose eine Villa. Alle heißen Wünsche nehmen Gestalt an, wo der Spielverderber nichts besseres entdeckt als groteske kleine Scheusale alraunischer Mißgeburt.

Geschieht ihm recht I

Wer im Zerrbild nichts sähe als Verzerrung, Geronnenes nur als zerronnen, wie will der Zu­kunft gießen aus Vergangenheit! Der taugt nicht, Wesen wahrzusagen, wenn beim zwölften Stun- denfchlag der glühende Tropfen Zeit im Strom der Ewigkeit erstarrt, und wir das Jahr als Guß­stück aus den Fluten heben, zu sehen, was gewor­den ist und was nun daraus werden mag!

Q Jahr! O Tag! Wir bannen unsere Irrtümer und Aergernisse in kleine Fetische der Zeit, be- ftürjen sie mit unserer Kümmernis, zeichnen sie ^'berwärtigkeit, gießen unsere Unzulänglich- kcit ln Brort und Formel, und werfen sie hinter uns. Dann sind sie häßlich, weil wir haßten; zwergisch, weil wir Zwerge waren; traumhaft, weil wir einmal träumten. Alle Schwere nehmen sie uns ab und machen uns leicht. Alle Bosheit nehmen sie auf sich und machen uns gütig. Allen Äummer laden sie sich auf und machen uns gc-

, fällt ein glühender Trop-

in Ernüchterung uSt> erstarrt zu Unvollkommenheit. Wie dürften wir wagen zuruckzuschauen, ohne selbst zur Säule xu erstarren batten wir nicht guten Mut, mensch- «VT- Iklnen Götzen, die wir von uns stoßen! Und Ware da nicht die Liebe des Blicks, die das Vollbrachte erst vollendet'

Ewig bliebe Geformtes formlos, Erstarrtes starr, schmölze nicht Liebe noch einmal es um.

dcssen Bedeutung im Zeitalter der Ozeanüborque- rui.g und der Nonstop-Flüge kaum zu unterschätzen, ist. Um die Annäherung der Kontinente aneinander emen entscheidenden Schritt oorzu treib en, müßte man versuchen, die immer noch riesigen Entfernun­gen zu verkürzen. Das würde erreicht, wenn es ge- lärge, mitten im Ozcan, an einem zentral gelegenen Schnittpunkt der kürzesten DerbinLungelinien eine jcyw.mmende Insel zu errichten als Zwischcnlande- £ °n '^r träneatlant.schen Flugzeugverkehr.

F. P. 1: die eiste, im Weltmeer verankerte Flugplatt- form. Die Errichtung, die drohende Vernichtung und glückliche Rettung dieses abenteuerlichen Wer­kes schildert der Film.

F.P.l antwortet nicht."

Lichtspielhaus.

Das ist der teuerste Film, den die Ufa seit langem gedreht hat. Wir haben vor einiger Zeit eine Repor­ts von den Außenaufnahmen auf demfilmischen Eiland" veröffentlicht: daraus war zu ersehen, was für ein Aufwand in technischer und fiiianzieller Hin­sicht für die Herstellung erforderlich war. Auch an­dere C9tobfilme der Ufa haben enoime Summen verschlungen; hier hat es sich wirklich gelohnt: dies ist ein Film, der Niveau hat, der abenteuerKd) und spannend ist, der das Publikum interessiert das Lichtspielhaus war gestern so gut besucht wie seit langem nicht und der eine Fabel verarbeitet, die, so utopisch sie klingt, zum m.ndesten in der tech- Nischen Idee für unsere Gegenwart oder eine nahe Zukunst aktuell werden kann. Darauf beuten Zei­tung smeldung en hin, die in letzter Zeit wiederholt von ähnlichen Projekten berichteten. (Daß auch das Schicksal der verunglückten deutschen Australien­flieger in der Handlung motivisch anklingt, sei hier, wo von der Aktualität dieses Films im weitesten Sinne bie Rede ist, nur nebenbei erwähnt.)

3n einer Denkschrift an die Reichsregierung schreibt der fralhvttl.ch--nationale Gewerischastsmng zur Einkornmencgcftaltung u. a.:Jedes Arbeits- beschaffungsprograinm muß scheitern, solange nicht eine Abkehr von der bisherigen Defla- tionspolitif auf -der ganzen Linie erfolgt ist. Ocsfenttiche M 11ei für Arbollsbeschosfung werden nur dann wirksam sein, wenn die gesamte Wirt­schaftspolitik darauf eingestellt wird, den als Defla- tton bezeichneten Prozeß der Abwertung aller Werte, der die privaten und die staat-

ihr Beispiel weitesten Volkskreisen in seinem ganzen Segen sichtbar ge­macht. So ungewiß das neue Jahr vor uns liegt, so gewiß bleibt unsere Ausgabe unter dem Ze.chen des Roten Kreuzes in unserer nächsten Pflicht, zusammenzustehen und so aus unserer Gemeinschaft des Helfens die große Volks­gemeinschaft des Helfens erwachsen zu lassen.Die Rot muß alles Trennende über­winden." Dieses Wort Hindenburgs zur Winter­hilfe in diesem Jahre drückt Sinn und Ziel der Roten-Kreuz-Arbeit aus und soll unsere Reihen stärken für die Erfüllung unserer einigenden Mistton du.ch Opfer und Liebe. Ein jeder von uns wird dann sein Teil daran helfen, den Weg unseres Volles zu leiblicher, geistiger und seelischer Gesundung zu bereiten.

Oie Gewerkschaften und das Kabinett Schleicher.

Mitarbeit an der Arbeitsbeschaffung.

Berlin, 3D. Dez. (TLl.) DerVorwärts" veröffentlicht einen Reujahrsgruß des Vorsitzen­den des ADDD., Leip art, an die Funk­tionäre und Mitglieder der Gewerkschaften, in dem es u. a. heißt: Unsere Ideen haben sich in der Oeffenilichkeit mehr und mehr durchgcsetzt. Heute versucht die Regierung von SchleichereinenTeilunserer Forde­rungen zuerfüllen. Den Sozialismus wird diese Regierung nicht verwirklichen, das wissen wir wohl. Sie will im Gegenteil ebenso wie die

Gemeinschaft des Helfens.

Cinc Neujahrs! mdgcbung des Prä identen des Deutschen Noten Kreuzes.

Berlin, 33. Dez. (211.) Der Präsident des Dänischen Roten Kreuzes, Landeshauptmann von Winterfeld-Menkin, hat an die Mi'.gliedsvereine und Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes die folgende Reujahrslundgebung gerichtet:

In dieser harten Rotzeit fühle ich mich an der Schwelle des neuen Jahres allen Mitglie­dern und Mitarbeitern des Roten Kreuzes, Män­nern und Frauen, Alien und Jungen und in wel­cher Tätigkeit sie sich befinden mögen, aufs engste verbunden. Ich weih, daß fast alle unter eigenen Sorgen die Sorgen anderer mittragen und lindern geholfen haben. Sie haben damit dem Gedanken des Roten Kreuzes auf das Vortrefflichste gedient und ihm durch

aus eisiger Spröde in heißes Bemühen. Zwischen unfaßlicher Zukunft und verkrampfter Vergangen­heit bliebe keine Gegenwart.

Run aber heißt sie Gießerglück: hellsichtige Reue, lächelnde Einkehr, atemlose Selbstbegeg­nung.

Denn w t r wollen gegossen sein, umgegossen von Form zu Form. Roch find wir Metall. Roch ist alles im Fluß.

Zittern wollen wir und fallen getrost wenn unsere Stunde schlägt, zittern und fallen und nicht fürchten das Gelächter des großen Vernei­ners, der nur das kleine Scheusal sieht, die gro­teske Mißgeburt; über uns wissen wir ein Auge, das köstlich findet und erfüllt, was wir gewor­den find im Zittern und Zufall.

Die Kommunisten bereiten in Spanien einen putsch vor.

Paris, 30. Dez. (TU.) Im Anschluß an eine Bambenexplosion, die sich am Donnerstag­nachmittag in einem Wohnhaus in Barcelona ereignete, nahm die Polizei eine Haussuchung vor und entdeckte, in Kisten versteckt, über 1000 Bomben. Man sand außerdem größere Men­gen Pulver, Waffen und Munition. Wenige Stunden später wurde auf der Landstraße nach Valencia ein Kraftwagen angehalten, in dem vier Personen saßen. Den Insassen gelang es je­doch unter Zurücklassung des Wagens, die Flucht zu ergreifen. In dem Wagen fand man zahl­reiche Waffen und Munition. Es handelt sich um ein Bombenlager der Syndika-- listen, das neben über 1000 schweren Bomben auch 2000 Zünder, 50 Kilo Dynamit, zahlreiche Pistolen und Gewehre enthielt. Aus Schriftstücken geht hervor, daß diese Waffen für ein groß- angelegtes revolutionäres Unter­nehmen bestimmt waren, das gleichzeitig mit dem geplanten Eisenbahner streik losgehen sollte. Der Umsturzversuch sollte zusammen m i t den Offizieren und Soldaten verschie­dener Garnisonen in den nächsten Tagen vor sich gehen. Pläne von Kasernen, sowie Aufstel­lungen über die Wohnungen von Truppenkomman- deuren und Polizeioffizieren, die von den Syndi­kalisten verhaftet bzw. getötet werden sollten, wur­den ebenfalls von der Polizei ans Tageslicht be­fördert. Die in letzter Zeit sich in Barcelona immer wiederholenden Bombenanschläge werden mit dem revolutionären Versuch als Vorbereitungsarbeit in Zusammenhang gebracht.

lichen Einnahmen zum Schrumpfen bringt, rabt« kalabzu stoppen. Diese klare Erkenntnis zw-ingt die Regiierung im Zusammenhang mit der be-ad- sichtigten Verstärkung der Arbeitsbeschasfungsmaß- nahmen, alles aufzubieten, unn einen weiteren Druck auf d-ie Gehalts- und Lohnein­kommen der Arbeitnehmer zu verhin­dern, die als Kernstück des Volkseinkommens d a « Rückgrat der inneren Kaufkraft dar­stellen. Die Tendenz weiterer Ein ko mmen s Verschlech­terung bei den Arbeitnehmern muß alle Bestrebun­gen der Reichsregr.erung, die Wirtschasts- und Ar- beismarktkrise abzumildern, wegen der Kaufkraft- zusammenhänge unwirksam machen. Es ist Pflicht der Regierung, durch eine zweckdienliche Beeinflussung der staatlichen Schlichtungsinstanzen weiterer Kaufkraftzerrüttung einen Riegel vorzu­schieben."

Kunst und Wiffenschaft.

Großer Staafspreis für Architekten.

Der Wettbewerb um den Großen Staats- Preis der Preußischen Akademie der Künste für Architekten ist entschieden worden. Der Große Staatspreis kam nicht zur Verleihung. Es wurden dafür drei gleicy hohe Prämien den Architekten Ser­gius R u e g e n b e r g , Johannes Brandt und Willi Pieper, sämtlich in Berlin, zugesprochen, laoer lerofals Lchlierseer Bauerntheater bedroht.

Wie dieMünchener Telegramm,zeitung" berichtet, ift im Notariat Miesbach in Bayern eine Bekannt­machung angeschlagen, nach der am 27. Januar 1933 bas Anwesen der Schauspieler-Eheleute .Taner unb Anna Terosal in Schliersee samt dem Thoatergebäuide zur Zwangsversteigerung stehl. laoer Terosal ist bekanntlich der Begründer des Schlierseer Bauerntheaters. Die Gastspielreisen haben lerofals Vermögen verschlungen. Es waren nicht nur Erfolge, es waren auch Mißerfolge dar­unter. Die Schlierseer fanden in Norddeutsch'and nicht den erwarteten Boden für ihre Kunst. Dor allem die letzten Gastspiele in Berlin seien sch'imme Versager gewesen. Augenblicklich befindet sich die Truppe in Stuttgart, das offenbar ein günstigerer Boden für die Schlierseer ist; denn ber Vertrag ist fetzt zum dritten Mal verlängert worden.

Aus aller Wett

llederraschende Aufklärung eines Mordes.

Bei einer Einbrecherjagb am Lu'.senufer in Berlin hat sich einer der Verfolgten, der 3l)jähr'.ge Arbeiter Eugen Pieper, auf der Flucht erschossen, als er sah, daß er nicht mehr entrinnen konnte. Unter dem Verdacht der Mittäterschaft wurde seine Begleiterin, die 20- jähr.ge Erna Trachmann, feftqencmmen unb bem Polizeipräsidium zugeführt. Bei der Durch­suchung der Wohnung des Pieper, der im Hause Alle Jokobstraße 29 mit dem Mädchen unan­gemeldet wohnte, sand man neben Aufzeichnuld- gen feiner, Straftaten auch in einem Bries die sensationelle Selbstbezichtigung, daß Pie­per in der Rächt zum 9. Oktober d. I. bei Grün­berg in Schlesien den Chauffeur Paul S a r - nowsski erschossen habe und die Trach­mann, bie aus Schartendorf bei Grün berg stammt, 3cugin der Tat gewesen sei. Das Mädchen hat bereits ein umfassendes Geständnis abgelegt.

Frau unb Scfjroiegermuffer mit dem Hammer niedergeschlagen.

Dei der Weimarer Kriminalpolizei erschien der 27 Jahre alte arbeitslose Stellmacher Artur Hein icke und beschuldigte sich selbst der Tö­tung seiner 23 Jahre alten Eh-frau unb seiner 56jährigen Schwiegermutter. Er gab an, die bei- Ben Frauen mit einem schweren Hanbhammer in ihrer Wohnung niedergeschlagen zu haben. In der Wohnung wurden die beiden Frauen blutüberströmt mit schweren Schäbelver- letzungen, aber lebend, angeiroffen. Man. brachte sie in bas Krankenhaus. Lebensgefahr be­steht gegenwärtig nicht. Der Täter, der erst seit vier Monaten verheiratet ist, lebte mit seiner <5rau unb seiner Schwiegermutter in Unfrieden. @r hatte bie Absicht, sich von seiner Frau, mit her er noch keinen gemeinsamen Haushalt führte, scheiden zu lassen. Wegen versuchten Dop- Pelmorbes wurde Heinicke dem Amtsgericht zugeführt.

Es handelt sich also zunächst und im Grunde um eine re.n technische Angelegenheit; aber abgesehen Davon, daß auch rein technische Dinge, sofern sie qe- sch.ckt und interessant darg:stellt werden, heute eines allgemeinen Interesses sicher fein könnenber techn.sche Vorgang ist in eine außerordentl ch span- nente, zur lcbend.gcn Anteilnahme zwingende Spiel- handtung eing,'baut. Deren dramatische Elemente er­geben sich aus der gegen das Fluginsel-Projekt mit machttgen und raffinierten Mitteln arbeitenden W:tksp:onage- und Sabotage-Aktion einer feind­lichen Interessengruppe: und aus einer (sehr dezent gegebenen) Liebesgeschichte mit dem alten, immer mieber w.rtsamen Motiv der Frau zwischen zwei Mannern.

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Aus diesem flüchtig andeutenden Aufriß des Dreh­buchs und aus den früher geschilderten, silmtech- Nischen und konstruktiven Anforderungen an die Aufnahmeleitung läßt sieb wohl schon übersehen, was die Regie hier zu leisten hatte. Die Regie Karl Hartl leistet Ausgezeichnetes. Das ist auch dann anzuerkennen, wenn man sieht, welche erstaunlichen Mittel ihr zur Verfügung standen, und wenn man weiß, was die literarisch« Vorlage ihr als Rohmaterial geliefert hat.

Die Bedeutung der Inszenierung liegt nicht so sehr darin, daß sie über einen tadellosen Bildschnitt, eine technisch vollkommene und vorzüglich ineinander greifende Photographie verfügt, daß sie mit Massen (räumlich und personell) umzugehen versteht, daß sie interessant und spannend arbeitet< sondern in erster Linie darin, wie sie mit filmischen Mitteln über die Vorlage hinauskommt. Das sieht man vor allem an der meisterhaft gedrehten Filmphotomon- tage, welche die Konstruktton der Fluginsel sinn­fällig an die Phantasie des Beschauers heranbringt.

3m Spiegel der pariser presse.

Heftige Kritik der Rechten.

Paris, 30. Dez. (WTB.) Die Morgenpresse befaßt sich eingehend .mit ber Kammerde­batte über das österreichische Anleiheprojekt. Oeuvre" (Soz.) schreibt, es habe sich bei der Diskussion um das Problem gehandelt, ob man mit der Politik brechen wollte, die es Frankreich erlaubt habe, zwar den Anschluß zu ver- hi n d e r n, aber auch die Aufmerksamkeit auf die Rotwendigkeit zu lenken, Ordnung in Mit­teleuropa zu schaffen, ober aber, ob man sich ganz und gar des Rechtes begeben wollte, in den Donaufragen mitzureden. Die Abstimmung lege der Regierung die Pflicht auf, in Mitteleuropa die Politik des Aufbaues fortzufetzen.

Die Blätter ber Rechten wenden sich überaus heftig gegen Herriot, dessen Intervention in der Kammer von vielen Blättern als aus­schlaggebend für die Annahme des Anleiheprojektes angesehen wird.Echo de Paris" schreibt, Herriot und Paul-Toncour seiennacht­wandelnden Jdiologen" verfallen.Ordre" er­klärt, Frankreich, das sich wieder einmal pazi­fistischen Ideen hingegeben habe, werde seinen Gegnern in die Hand gearbeitet ha­ben. Herriots Eingreifen werde für die fran­zösische Politik immer verhängnisvoller. Die Coty-Presse behauptet, daß Oesterreich ganz gleichgültig, wer dort am Ruder sei eine Poli­tik fortsetze, die mit dem Anschlußgedan- ken Erpressung treibe.

Das Wiener Echo.

Wien, 30. De). (WTB. Funkspruch./ Zur Ra- ttfizierung der österreichischen Anleihe im fran­zösischen Parlament meinenR e ich s p o st" (christl.-sozial) undReues Wiener Jour- n a l", daß die entscheidende politische und wirt­schaftliche Bedeutung Oesterreichs für die Neu­gestaltung Mitteleuropas von Frankreich aner­kannt worden sei. DieWiener Reuesten Rachrichten" (großdeutsch) schreiben: Das Hauptgewicht legten die Pariser Anleihe-Redner immer wieder auf die Tatsache, daß es sich um eine politische Anleihe handele. Für solche Offenheit könne man nur bau [bar sein. Denn jedes Kind weiß, daß die bisherige französische Politik in Mittel- und Cüdosteuropa eine deutliche