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Millionen (L V. 4,1 Mill.) RM. im Etat eingestellt ist. Das Defizit entsteht hauptsächlich durch die außerordentlich gestiegenen Aufwendungen für die Wohlfahrtsfürsorge, die allein fünf Millionen (i. D. 4,7 Mill.) RM. erforderte.

Oie Bad-Nauheimer Wirtschaft an den Reichsfinanzminister.

WSR. Dad-Rauheim, 30. Mai. 3n her letzten Gefamtausschuhsitzung des hiesigen V e r ° kehrsvereins, dem sämtliche Wirtschafts­organisationen des Bades angehören, wurde eine Eingabe an den Reichsfinan^mini- st e r genehmigt. Die Eingabe behandelt die wirt­schaftlichen Verhältnisse in Dad-Rauheim, stützt sich auf entsprechendes Zahlenmaterial und legt anhand der in den Jahren 1930 1932 entstandenen Lage im Hotelgewerbe. Einzelhandel, Handwerk und der im Gesundheitswesen beschäftigten Berufe die Notwendigkeit der Kredithilse für einen Weltkurort Dem Bange unse­rer Dadestadt dar. Der Beichsfinanzminister hat sich bereit erklärt, nach Prüfung der Eingabe mündliche Erläuterungen dazu entgegenzunehmen, und man hofft, daß sich auch die Reichsregierung der Sachlage nicht verschließen und der Schluß­folgerung zustimmen wird, einen nach seiner Struktur und wirtschaftlichen Rolle so bedeu­tungsvollen Weltkurort zu schützen und in seiner Steuerfähigkeit zu erhalten.

21,7 Mill. RM. Mindereinnahmen bei den Krankenkaffen.

WSR. Frankfurt a. M 30. Mai. 3n einex Mitgliederversammlung des Landesverban­des Hessen und Hessen-Rassau des Hauptverbandes DeutscherKranken- k assen erstattete der Geschäftsführer Stock über die finanzielle Situation der ongeschlossenen Kassen und die notwendigen Sanierungsmaßnah­men Bericht. Von den dem Verbände angeschlosse­nen 90 Kassen haben im Geschäftsjahr 1931 75 Kassen ihren Vermögensstand verschlechtert. Ein­zelne Kassen haben Verluste, die ihr Vermögen übersteigen. Die Mitgliederzahl der angeschlosse­nen Kassen ist um 72 000 Mitglieder zurückge­gangen. Die Einnahmen sind um 2 1,7 M i l l. Markzurückgegangen, die Ausgaben aber nur um 5,12 Mill. Mk., so daß also ein Minus von 1 6,5 Mill. Mk. im Berichtsjahr entstan­den ist. Der Referent betonte, daß eine Verbesse­rung der finanziellen Situation erstrebt werden müsse ohne Erhöhung der Beiträge. Seine Vor­schläge gehen vor ollem auf Reduzierung der Ausgaben für Krankenhaus-, Arzt- und Apo- thekerkosten.

Furchtbare Familientragödie.

Lin Rüsselsheimer Händler erschießt seine Frau, seine drei Kinder und sich selbst.

WSN. Rüsselsheim, 30. Mai. heute gegen 16 Uhr wurde an der Grenze zwischen Bischofsheim und Rüsselsheim der in Rüsselsheim ansässige Händler Ludwig Schmidt zusammen mit seiner Frau und seinen drei Kindern im Alter von acht, fünf und drei Jahren erschossen aufgc- funden. Die Mordkommission eilte sofort an die Fundstelle und nahm hier den Tatbestand auf. Nach den bisherigen Feststellungen ist bestimmt damit zu rechnen, daß Schmidt im Einverständnis mit seiner Frau die furchtbare Tat begangen hat. In einem hinterlassenen Brief steht u. a. der Satz:Die Muti­gen werden nicht alt." Die Leichen der fünf Personen wurden nach dem Leichenhaus in Bischofsheim ge­bracht. Schmidt betrieb in Rüsselsheim ein kleines Zigarren- und Zeitschriftengeschäft.

Schweres Explosionsunglück bei der ZG.-Farbenindustrie.

Frankfurt a. M., 30. Mai. (WSN.) In einem Laboratorium der Essigsäurefabrik des Werkes höchst der IG. - Farbenindu- st r i e AG. ereignete sich heute gegen Mittag eine Explosion, die ein Menschenleben for­derte. Zwei in dem Laboratorium beschäftigte Personen, ein Chemiker und ein Laborant, erlitten schwere Brandwunden im Gesicht und am Körper. Die Verletzungen des Laboranten waren so schwerer Natur, daß er bald nach seiner Ein­lieferung in das Krankenhaus verschied. Für den Chemiker besteht keine Lebensgefahr. Der ver­ursachte Sachschaden ist unerheblich.

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

CO Klein-Linden, 30. Mai. Eine Orts­sammlung zum Besten des Vereins für das Deutschtum im Auslande, von Kindern der hiesigen Volksschule vorgenommen, ergab den Betrag von 21,50 Mark. Außerdem wurde noch ein namhafter Betrag durch die hiesigen Schüler, die die

höheren Schulen in Gießen besuchen, den Sammel­stellen in Gießen zugeführt.

7 Treis an der Lumda, 30. Mai. Unser evangelischer Frauenverein hielt gestern nachmittag in Mills Saal seine Winterschlußfeier ab, zu der auch der Verkehrsoerein imd der Frauen- verein der Lukasgemeinde Gießen zahlreich erschienen waren. Bei Kaffee und Kuchen, mehreren Anspra­chen, gemeinsam gesungenen Liedern und Vorträ­gen unseres Pospunenchores verliefen die Stunden sehr rasch. Ein Gang durch das Dorf und die Be­sichtigung unserer altehrwürdigen Kirche beschloß die anregend verlaufene Feier.

Kreis Büdingen.

r Ranstadt, 30. Mai. Die schön verlaufene Baumblüte, die reichen Obstsegen versprach, ist n i ch t gut ausgefallen. Aepfel gibt es nur wenig, auch das andere Obst zeigt keinen be­friedigenden Behang. Es wird leider noch zu we­nig für die Bäume getan; der Bürgermeister hat in lobenswerter Weife jetzt das Spritzen für die Gemeindebäume eingeführt, damit die Monilia wieder zurückgedämmt wird. Auch für die Düngung der Bäume wird noch zu wenig getan.

? Unter-Schmitten, 30. Mai. Der hiesige Turnverein, dem seit einiger Zeit eineDamen- riege angegliedert ist, hielt gestern Mittag im Saale desChausseehauses" ein erfolgreiches Schau­turnen ab. Turner, Turnerinnen und Schüler zeigten in allen Abteilungen gutes turnerisches Können. Neben exakt ausgeführten Frei- und Stab­übungen wurden prächtige Leistungen am Bakren, Pferd und Reck gezeigt, die den Turnern verdien­ten Beifall eintrugen. Der als Gast erschienene Turnverein von Ra in rod bot gleichfalls schöne Einzel- und Gesamtleistungen. Den Ausklang der gutbesuchten Versammlung bildete ein 100- Meter-Lauf auf der angrenzenden Landstraße.

Kreis Schotten.

Schotten, 30. Mai. Durch die Buchwaldsche OperetteMünchhausen im Vogelsberg", die von Dr. Karl Niger nach einer gleichnamigen Er­zählung von O. Müller geschrieben wurde, ist die Person des ehemaligen Schottener Oberförsters L a e t u s (Georg Wilhelm Frölich) der Ver­senkung entrissen worden. Er war am 14. 3. 1776 geboren und starb am 13. Oktober 1847. AlsLügen- gcneral" und genialer Aufschneider bis zu den höch­sten hessischen Regierungsstellen bekannt, bereitete er seiner Familie wegen dieses Umstandes manchen schweren Kummer. In der älteren Generation weiß man noch von manchem Streich zu berichten, den der trinkfeste Spötter sich geleistet. Ein Nachkomme des Oberförsters, der Berliner Schriftsteller Walter Schneider, hat es nun übernommen, eine Le­bensgeschichte seines Ahnen herauszugeben, die für die Bewohner unserer Stadt, wie des ganzen Vo­gelsbergs von großem Interesse sein dürfte.

Eich^lsdorf, 30. Mai. In der zweiten Maihälfte tritt die Grippe hier ziemlich heftig auf. Kinder im schulpflichtigen Alter, sowie kleinere, find insbesondere von ihr heimgesucht. Ein 15- lähriger Realschüler starb nach kurzem Kranksein. Man geht wohl nicht fehl, das ständige wechselnde Wetter des Mai mit dem verspäteten Auftreten der Grippe in Verbindung zu bringen.

Kreis Wetzlar.

00 Hörnsheim, 30. Mai. Der Gemeinde- r a t verhandelte dieser Tage über den Antrag der Iagdpächter auf Pachter mäßigung,. Nach eingehender Aussprache wurde der Pachtpreis auf 750 Mark herabgesetzt. Die Verfügung des.Re­gierungspräsidenten, einen Beschluß herbeizuführen, nach dem die D i e n st a u f w a n d s e n t s chä d i- g u n g des Gemeindevorstehers um 33 Prozent ge­senkt werden soll, wurde einstimmig abgelehnt. Der bisherige Satz soll beibehalten werden.

Wirtschaft.

* Philipp Holzmann 21®., Frankfurt a. M. Der in der AR.-Sitzung der Philipp Holz­mann AG. vorgelegte Abschluß für das Geschäfts­jahr 1931 weist nach 994 612 RM. Abschreibungen auf Baugeräte und Anlagen (i. 23. 1 390 832) einen Reingewinn von 433 553 (1909 225) RM. aus, der nach Verteilung von 6 v. H. Dividende auf die V.-Aktien auf neue Rechnung vorgetragen werden soll (i. 23. 8 v.,H. Stamm- und 6 v. H. V.-Aktien- dividende). Angesichts des verschärften wirtschaft­lichen Niederganges im In- und Auslande glauben Vorstand und AR. dem Interesse der Gesellschaft am besten zu dienen, wenn sie die Liquidität der Firma und ihre inneren Reserven zur Deckung der möglichen Risiken erhalten. Der auf den 24. Juni einberufenen GD. wird vorgeschlagen werden, das bisherige AK. der Gesellschaft von 20,09 Mill. RM. durch Einziehung von 1,1 Mill. RM. eigenen im Besitze der Gesellschaft befindlichen Aktien auf 18,99 Mill. RM. herabzusetzen.

* Großkraftwerk Franken AG., Nürn­berg. In der GV. des Großkraftwerks Franken AG., Nürnberg, wurden die Regularien erledigt. Es kommt eine Dividende von 5 Prozent auf Vorzugs­aktien und von 6 Prozent auf Stammaktien zur Ausschüttung. 34 370 Mark werden Dorgetragen.

* Büssing N A G Vereinigte Nutz­kraftwagen AG., Brauvschweig. Die Ende 1930 von der Automobilwerke H. Büssing AG., Braunschweig, und der Nationale Automodilgesell- schäft AG., Perlin-Oberschöneweide, gegründete Büs­sing NAG. Vereinigte Nutzkraftwagen AG., Braun­schweig, legt den Abschluß für 1931 vor. Der Erlös aus 'Warenvertrieb stellt sich auf 7,27 Mill.^RM., dem an Unkosten 6,72, an Beiträgen zu Sozial­versicherungen 0,26, an Rückstellungen für Delkre­dererisiken 0,20 und an Abschreibungen 0,076 Mill. RM. gegenüberstehen, so daß ein kleiner lieber- schuß von 7065 RM. verbleibt, der It. GV.-Beschluß auf, neue Rechnung vorgetragen wird.

* Schütte-Lanz, Ak t i e ng e s e I l s ch a f t, Mannheim-Rheinau. Der Bruttogewinn per 31. Dezember 1931 beträgt 298175 Mark, gegen­über 286 834 Mark im Vorjahre. Nach Berücksich­tigung der Geschäftsunkosten mit 115 453 (165 478) Mark und 160 564 (100 765) Mark Abschreibungen verbleibt ein Gewinnüberschuß von 36 331 (32 248) Mark, woraus wiederum 5 Prozent Dividende zur Ausschüttung gelangen.

Angebot am pfandbnefmarkt. Aktien gebessert.

Berlin, 31. Mai. (WTB. Funkspruch.) Noch hat die innerpolitische Situation durch die Besprechungen beim Reichspräsidenten keine Klärung erfahren. Des­halb übte die Spekulation auch vorbörslich noch stärkere Zurückhaltung und taxierte die Tendenz zu

gestern abend unverändert. Zu Beginn des offi. zielten Verkehrs stellte sich aber heraus, daß bas Publikum für fast alle Marktgebiete weiter Kaufneigung bekundete. Der Wunsch nach Sachwerten hatte wohl auch die Tauschopera­tionen von Renten gegen Aktien ausgelöst, die man schon gestern beobachten wollte. Je mehr die Möglich- feit besteht, daß ein Rechtskabinett zustande kommt, um so größer fajeinen die an und für sich unbegründeten Befürchtungen für eine Markentwer- tung zu werden. Im Zusammenhang mit der Regie­rungsumbildung spricht man ja bekanntlich auch von bevorstehenden Veränderungen im Reichs- bankdirektorium. Während also am Pfand- briefmarft durchweg Angebot bestand, das sich besonders in Goldpfandbriefen, Stadtanleihen und Kommunalobligationen im Verlaufe noch ver­stärkte, waren Aktien fast einheitlich 1 bis 1,5 v. H. gebessert. Kaliwerte konnten bis zu 3 v. H. anziehen, Farben gewannen 3,13 v. H., Conti, gummi 4 v. H. und AEG. fast 10 v. H. ihres Wertes. Bemerkenswert schwächer lagen eigentlich nur Lino­leum-Aktien. Sonst fielen noch Industrieobligationen durch schwache Haltung auf, ebenso Reichsbahnvor­zugsaktien, die 1 v. H. einbüßten. Altbesitzanleihe ging um 0,75 m H. zurück und Reichsschuldbuchforde­rungen verloren etwa 1 o. H. Don Ausländem neig­ten 14er Ungarn zur Schwäche, während Anatolier 0,5 o. H. gewinnen konnten.

Auch im Verlaufe fetzte sich die Aufwärts- bewegung an den Akttenmärkten fort. Es wurden erneut Gewinne bis zu 1 v. H. erzielt, doch wurde das Geschäft später wieder ruhiger. Gegen 12.45 Uhr erfuhr die Ilmsatztätigkeit wieder eine Belebung, die führenden Aktienwerte erreichten neue Höchstkurse, die bis zu 2 v. H. über Anfang lagen.

Der Geldmarkt hat sich zuiü Ultimo weiter versteift, Tagesgeld stellte sich auf 6 bis 8 v. H. und war nur noch vereinzelt mit 5,90 v. H. erhältlich. Monatsgeld blieb mit 6 bis 8 v. H. nominell. Die Nachfrage nach Privatdiskonten hält weiter an, der Satz dürfte aber unverändert bleiben.

Feste Tendenz in Frankfurt.

Frankfurt a. M., 31. Mai. (WTB. Draht- melhung.) Oluf Hoffnungen, daß die bestehende Regierungskrise in allernächster Zeit durch eine Rechtsregierung abgelöst werde, eröffnete die heutige Börse in f e st e r T e n d e n z. Eine ge­wisse Tlnsicherheit war jedoch unverkennbar, weil die ganze Situation noch sehr unübersichtlich er­scheint. Es lagen aber Dom Publikum durchweg Kauforders oor, denen sich die Spekulation mit Deckungen und Meinungskäufen anschlotz. Dor allem soll die Schwerindustrie m i t g r o ß e n K a u f o r de r s andenMarkt gekommen sein, da sie Dort einer Rechtsregierung

besonders steuerliche Erleichterungen erwartet. Da auch die Reichsmark im Auslände eine schwächere Veranlagung zeigte, motiDierte man die Käufe mit einer gewissen Znflationsangst. Bei zeitweise recht lebhafter Ilmsatztätigkeit er­gaben sich gegen die Abendbörse Befestigun- g e n Don durchschnittlich 1 bis 2 Prozent. Im Vordergrund des Interesses staüden oor allem Spezialwerte wie IG.-Farben, Reichsbank, Sie­mens, Schuckert, REG. und vereinzelte Papiere des Montanmarktes, die Erhöhungen bis zu zwei Prozent aufwiesen. Sehr fest tendierten erneut Scheideanstalt mit plus 5,5 Proz. Ruch die Re­benwerte Derzeichneten meist Kurssteigerungen bis zu 1 Prozent. Schwächer lagen nur Holzmann mit minus 0,5 Proz. in Rachwirkung des Dividenden- ausfalls.

Ruch im Verlaufe blieb die Tendenz fest, und auf der ganzen Linie waren neue Rvancen fest­zustellen. Beoorzugt blieben weiterhin Spezial- werte, von denen 3®. weitere 2,5 Proz. ge­wannen. Siemens zogen 3 Proz. und Reichsbank 2,5 Prozent an.

Der Rentenmarkt lag-dagegen ausgesprochen schwach, da Befürchtungen wegen einer neuen Zinskonversion verstimmten imb Angebot auslösten. Die Rückgänge betrugen auf faft allen Marktgebieten etwa 1 v. H., nur LiquidaHonspfand- briefe lagen wenig schwächer. Auslandrenten lagen nur unwesentlich verändert.

Am Geldmarkt bestand starke Nachfrage, so daß Tagesgeld erneut um 0,75 o. H. auf 5,5 o. H. erhöht wurde.

Amtsgericht Gießen.

Familienangehörige, ein Vater, Mitinhaber eines Zimmergeschäftes in einem Rachbarort, und dessen Sohn hatten -sich wegen gemcinschaft- lichen Betrugs zum Rachteil der Reichs­anstalt für Arbeitslosenversicherung zu verant­worten. Der Vater hatte irt einer Bescheinigung. au deren Ausstellung er gesetzlich verpflichtet war, falsche Angaben gemacht, um dem Sohne, der sie dem Rrbeitsamt vorlegte, Krisenunterstützung zu verschaffen. Beide wurden aber freigespro­chen. Da nicht nachzuweisen war, daß sie von vornherein die Rbsicht hatten, sich einen rechts­widrigen Vermögensvorteil anzueignen. Doch er­hielt der Vater auf Grund des Gesetzes über die Rrbeitsvermittelung undRrbeitslosenDersicherung, dasün den Jahren 1929 unö-1930 in verschiedenen Fassungen erschienen ist, eine Geldstrafe von 2 0 Mark, da das Arbeitsamt aus einem ihm zu Gesicht gekommenen einschlägigen Lieferbuch Feststellungen gemacht hatte, die keinen Zweifel an der Anvollständigkeit und Unrichtigkeit der Bescheinigung zuliehen. Die Ausstellung einer derartigen Bescheinigung ist allein schon strafbar.. Es wurde aber nur Fahrlässigkeit angenommen.

3n einer weiteren Strafsache bildete den Anlaß zu einer Anklageerhebung wegen Beamten- beleidigung ebenfalls die Erwerbslosen- unterstühung, bzw. deren Auszahlung. Bei der Auszahlung war der Angeklagte schon vor der festgesetzten, für ihn geltenden Zeit erschienen und begehrte Zahlung, die ihm aber von dem aus- Aahlenden Beamten des Sandesarbeitsamtes. Der noch einige hundert im Zahlungsraum befind­liche Erwerbslose abzufertigen hatte und aus begreiflichen Gründen niemanden bevorzugen wollte, mit dem Hinweis darauf, daß er später, wenn die Reihe an ihn tarne, wiederkommen möge, verweigert wurde. Doch gelang es dann dem Angeklagten, sich aus der Reihe vorzu­drängen. Die Auszahlung wurde ihm zunächst wiederum verweigert, die Unterstützung aber später verabfolgt, nachdem er den Beamten mit den Worten, ob er denn verrückt sei, angefahren hatte. Später stellte er letzteren zu Rede und gab ihm eine Ohrfeige, die dem Angeklagten, ebenso, wie die vorausgegangene Beleidigung, eine er­hebliche Gefängnisstrafe eintrug. Eine Geldstrafe war bei dem Verhalten, wie es der Angeklagte in Gegenwart einer großen Menge von Arbeitslosen zur Schau trug, nicht am Platze. Die Auszahlungsstelle, deren Beamte ohnedies, wie dies naheliegt, mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, darf unter keinen Umftänhen der Schauplatz derartiger unqualifizierbarer Vorgänge werden.

Ein hiesiger Arbeiter beleidigte einen Feld­schutzmeister auf offener Straße in der frivolsten Weise. Er warf ihm ohne jede Veranlassung gänz­lich unwahre Dinge vor, die für ihn in dienstlicher und moralischer Hinsicht eine schwere Ehren- kränku ng bedeuteten. Auch hier war eine Ge­fängnisstrafe geboten. Er erhielt eine solche von zehn Tagen. Auch wurde dem Beleidigten, bzw. seiner vorgesetzten Behörde die Befugnis zugesprochen, das Urteil durch Anschlag an der Bürgermeisterei zu veröffentlichen.

Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 5 v. H, Lombardzinsfuß 6 v. H.

Zrankturi a. ML

25erlin

Schluß­kur«

l«llhr« flurd

Schluß« i kur« |

Ansong« Rur«

Datum

30.5.

31.5.

30.5.

31.5.

6% Seutidie iHetdiionieihe v. 192".

51.5

52

7% Deutsche Reichsanleihe v.1929 b'/i^Poung-Anleihe von 1830 . Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mil

60.25

59.5

55,75

56

Auälvs.-Rechten.......

38.13

37,4

38.13

37.4

Detgl. ohne Autlos.-Rechte . . .

8% Hess. Bolkestaat von 1929 sruckzahlb. io >%)......

Oberhel,-n Provinz-Anleihe mit

2.8

2,8

2,8

2,75

43.5

44

Aurlos.-Rechten......

Deutsche Komm. Sammelabl.

Anleihe Kerle 1.......

81W$ronlf- HhV -Bank Goldpse ß unkündbar bii 1935 ....

7% Franks. Hyp.-Bank Koldpse

35,5

71

unkündbar bi» 1936 Serie 16 .

<Yi% stronks. Lyp.-Bank ßiqu..

70

'

Psandbriese.........

412 % Rheinische Hyp.-Bank-Ligu.

Goldpse...........

8% Pr. Landespsandbriesanslalt,

77,25

75,9

Psandbriese R. 19......

7% 93t. LandcSpsandbriesanstalt, Pfandbriese fR. 10 .... .

71,5

71,5

-

-

-

4% Ocslerrclchlsche Goldrente . .

7

-

6.9

4,20% Oeslcrreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente . . . .

0,85

_

4.4

4.4

4% Ungarische Staatrrente v. 1910

4.5

4.75

4*4% deSgl. von 1913.....

4,5

5% obgest. Goldmcxikaner von 99

5

_

4% Türkische Zollanleihe von 1911

4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe

2,05

2

1,9

Serie I..........

-

4% dedgl, Serie II......

-

»% Rumän. vereint,. Rente #.1902

4,15

_

4.3

_

434%Rumän.verclnh.Rentev.l913

7.5

_

4% Rumänische verellih. Rente

3.7

3.75

3,7

I. Anatolier ......

14,25

-

14,5

15

Aranksurt a. M.

Berlin

Schluß-1

furd 1

1-Uhr- Kur«

Schluß-, furd !

Umfang« Stur«

Datum

30.5.

31.5

30.5.

31.5.

Hamvurg-Amerila 'Batet . .

t

11.5

11.5

11,5

11,13

Hamburg-Südam. Tampsschiss

. 0

Hansa Dompsschiss ....

Norddeutscher Lloyd ....

. 0 . 6

12,5

13,25

19

12,5

12.4

A.G. für Verkehrswesen Akt.

25,5

26,75

Berliner Handeidgesellschasl .

8

85

85.5

Commerz- und Privat-Bank .

7

16,25

Darmstädter und Nationalbank 8

__

19

Deutsche Bank und

Didconto-Gesellschast. . .

6

33,75

33,75

Dresdner Bank......

6

19

Reichtbank........

12

116,5

118,25

116,5

117

21.C.®...........

7

19,5

22,25

19,65

21

Bergmann........

. 9

17.5

Elektr. Lieserungtgesellschalt.

1<>

58

57

Licht und Strait......

10

61.5

63

60.75

33,5

62

nehen & Guilleoukye....

6'-

34,5

Gesellschast für Elektrische

Unternehmungen ....

*4

49,75

48.25

50

Rheinisch? Elektrizität . . .

. 9

63

Schuckert L Eo. ..... .

11

57

55

56,25

Siemenk & Haltke.....

14

114

115,75

114

114

Lahvkeyer & (So.......

12

75,75

74.5

77

Buderus.........

. 4

23,5

23.25

23.5

Deutsche Erdöl......

. 5

57,5

56,25

56,75

Gelsenkirchener......

. 8

39,75

40,75

39.13

40

Haryener.........

. 0

37

37

37,5

Harsch Eisen........

. 6

24.25

24,25

Ulfe Bergbau.......

Klöcknerwerke.......

10

122,5

124

. 6

22,25

22,25

Köln-Neuessen.......

ey,

Mannedmann-Röhren . . .

. 6

37

35.4

36,25

MonSselder Bergbau ....

. C

13

13

Oberschlel. Kokiwerle . . .

. 8

33.5

33.25

Phönix Bergbau.....

Rheinische Braunkohlen . . .

16,25

16.13

16.5

17.65

10

159,5

159,25

160,75

Rheinstohl ........

» 6

*

35

36,13

1

.srantiun a. M.

Derlln

Schluß« I furd |

1-Uhr« flurd

Schluß-j furd 1

Anfang« Kurs

Datum

30.5.

31.5.

30.5.

31,5.

Riebeck Montan......

7,2

Vereinigte Stahlwerke . . .

4

14

14,5

13.9

14,13

9.5

10

Kaliwerke Aschersleben ...

10

81

82

85

Kaliwerke Welteregeln . . .

10

91

-

91

93.25

Kaliwerke Salzdetfurth . . .

15

150

149,5

150

?|. @. garben-Zndustrie . . .

12

83,9

85,75

83,9

87

Verein, chem. Industrie Frank«

_

_

Scheideanstalt.......

10

130.5

13b

Goldschmidt........

. 0

16.5

16

17

Rütgerswerke.......

. 5

25

25

24.5

25

Metallgeselllchalt......

25

26,75

25,13

26

Philipp Holzmann . . . ^ .

. 8

34,5

35

35

Zementwerk Heidelberg. . .

EemerUwerk Karlstadt. . . .

7

40

_

Wagß 8 Ire»tag.....

. 0

-

-

-

Schultheis Patzenhosor . . .

15

53,65

54,5

Aku <Allgemeine Kunstseide)

0

31

-

30,75

30,25

Bemberg.........

0

31,5

30,75

30.25

Zellstoss Waldhos.....

12

-

27.25

27,9

Zellstoss Aschassenburg . . .

6

21,5

Eejsaucr Gas.......

. 9

-

79

81

Daimler Motoren.....

. 0

10.5

11

11,5

Deutsche Linoleum ....

. 5

28,5

28

27,13

Orenstein & Koppel ....

. 0

24,5

25

Leonhard Tietz......

. 8

52,5

Svenska.........

15

9

9

Chade..........

169,5

171,25

frankfurter Maschinen . . .

. 0

-

Grinncr.........

. c

17

17

Mainkrastwerke Höchst a. M..

. 6

50

Süddeutscher Zucker ....

10

-

Devi

enmartt Berlin -

- Frankfurt a.lTL

30.Mai

31 .Mai

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Seid

Dries

Geld

Driei

Lelsingsortz .

7,163

7,177

7,183

7,197

Wien....

51,95

52,05

51,95

52,65

Prag . . .

12,465

12,485

12,465

12,485

Budapest . .

Sofia . . .

3,057

3,063

3,057

3,063

Holland . .

170,78

171,12

170.78

171.12

Oslo. . . .

77,52

77,68

77,52

77.68

Kopenhagen.

84.91

85,09

84,91

85.09

Stockholm .

79 62

79,78

79,77

7),93

London. . .

15,54

15,58

15,54

15.58

Buenos Aires

0,988

0,992

0,988

0.992

Neunork . .

4.209

4,217

4,209

4,217

Brussel. . .

58.97

59,09

58,94

59.06

Italien. . .

21.62

21,66

21,62

21.66

Paris . . .

16,61

16,65

16,61

16,65

Schweiz . .

82.37

82,53

82,32

82,55

Spanien . .

34,67

34,73

34,82

34,88

Danzig'. . .

82.62

82.78

82,62

82.78

Z ap an . . .

1,339

1.341

1.339

1.341

Rio de Jan..

0.322

0.324

0,324

0.326

Jugoslawien.

7.423

7,437

7,423

7.437

Lissabon . .

14,14

14,16

14,17

14,19

Banknoten

Serlin, 30.Mai

Seid

Ärief

Amerikanische Noten . . .

4,20

4,22

Belgische Noten.....

58,81

59,05

Dämsche Noten.....

84,73

85,07

Englische Noten.....

15,50

15,56

französische Noten ....

16,57

16,63

Holländische Noten ....

170,41

171,09

Italienisch« Noten ....

21.56

21 .64

Norwegische Noten....

77,34

77.66

Deutsch«Oesterreich, i 100 Schilling

Rumänische Noten ....

2.495

2,515

Schwedische Noten ....

79,44

79.76

Schweizer Noten. ....

82.19

82,51

Spanische Noten.....

34,53

34.67

Ungarische Noten ....