Ausgabe 
30.11.1932 Frühausgabe
 
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icitsbeschaffungsmaßnahmen FUckwerk und Q3olfd» äuschung. Rur auf der Grundlage einer blühen- )en Landwirtschaft kann der deutsche Arbeits- narlt gesunden. Der Reichslandbund wird seine Haltung zu jeder Reichsregierung von der Durch­führung dieser großen national-wirtschaftlichen Ausgaben abhängig machen."

Die Entwicklung

der öffentlichen Finanzen.

lusfichrungen Graf Schwerins von Krosigk Berlin, 29. Nov. In der Hochschule für Politik prach Reichsfinanzminister Graf Sch w e r i n i. Krosigk über die Entwicklung der öffentlichen Finanzen. Der Minister betonte, daß seit dem Jahre 929 das gesamte Steueraufkommen (ein- chließlich Zolle) in Reich, Ländern und Gemeinden on 13,5 aus 10 Milliarden Mk, die voraussichtlich in Jahre 1932 aufkommen werden, zurückge- an gen sei, obwohl in dieser Zeit Steuer- rho Hungen und neue Steuern im Aus­naße von rund 2,5 Milliarden Mk. jährlich ein- leführt worden sind. Jil Wirklichkeit sei also seit .929 ein Steucrausfall von 6 Milliar- icn M k. eingetreten An einzelnen Steuern wies icr Minister die Stufenfolge der Konjunkturemp- indlichkeit der Steuerarten nach. Die sonstigen Ein­nahmen seien um 2,2 Milliarden Mk. gesunken.

Demgegenüber seien die Ausgaben für die

gesamte Arbeitslosenfürsorge um X'A Milliarden Mark gestiegen und würden sich um weitere 1 bis l>/2 Milliarden erhöht haben, wenn nicht Kurzun­gen der Unterstützungssätze und andere «parmatz- nahmen seit dem Jahre 1930 durchgesuhrt worden wären

Infolge des Fehlens einer Haushalts- kon unklurpolitik in den Jahren feit 4926 sind Reich. Länder und Gemeinden ohne Reser- ven in die Krise hineingegangen. Daraus ergab sich der Zwang, immer wieder die yaushaltsfehl- beträqc durch die bekannten drakonifchen Maßnah­men aus der Einnahme- und Ausgabeseite zu decken. Diese Maßnahmen trugen nun infolge ihrer drosselnden Wirkung in immer stär­kerem Maße ihrerseits wieder zur Verschärfung der Krise bei. Es war infogedessen notwendig, sobald Anzeichen da- für sprachen, daß die Krise ihren tiefsten Punkt erreich, hätte, durch eine Entlastung der Wirtschaft die Grundlage für eine endgültige Etatssanierung zu legen Da eine sofortige Steuer­senkung aus Kassengründen nicht möglich war, er­gab sich als natürliche Folge der Weg der S t e ver­güt s ch e i n e. Abgesehen von der d»<rch die Aus- gäbe von Steuergutscheinen ermöglichten Arbeitsbe­schaffung beläuft sich das bisherige Arbeitsbeschaf- sungsprogramm der Reichsregierung einschl. der neuen Aufträge der Reichsbahn und Reichspost aus rund % Milliarden Mark.

Die Drahtseil-Katastrophe veiFrelburg i.V.

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die beiden Passagiere des Fahrzeugs so schwer verletzt, daß sie starben - Unser Bild zeigt die U stelle mit dem abgestürzten Waggon der Drahtseil-Schwebebahn auf den Schauinsland.

bisher ungeklärter Ursache hatten sich an einer Kabine der D r a h ts eil b a h n a u f de n Schau. land bei Freiburg i. D die Seile gelöst, so daß das Fahrzeua aus einer mm zwölf Meter tnhon rtürit» >inh nm JVn&e eines Maites lieaenblieb. Durch den Absturz wurden der Schaffner und

Aus aller Welt

Em toter Tiger ist ein guter Freund

Magdeburg, 29. Rov. ($U.) Auf der Herbsttagung des Wirtschaftsverbandes für den Kegierungsbezirl Magdeburg sprach der P r ä s i° »ent des Statistischen Reichsamtes md Dircltor des Instituts für Konjunkturfor- chung, Prof. Dr. W a g e m a n n. überDie Kon» unktur und ihre Aussichten". Der Tiefpunkt 'er seit 1929 andauernden Abwärtsbewegung mrste erreicht sein. Die Weltproduk- ion sei von 65 im Juli auf 51 im September 1928 gleich 100) gediegen und dürfte letzt chon wieder etwas höher liegen. Rückschläge eien natimij) nicht ausgeschlossen. Die Stau- lng der Rohstoffvorräte beginne sich angsam zu vermindern Die Fertig - oarenvorräte in der Weltwirtschaft seien vgar schon recht beträchtlich zurückge- langen. Daraus könne man schließen, daß we- entliche Produttio scückgänge in der Weltwirt- chaft nicht zu erwarten seien. Die Dauer der Depression sei abhängig von der Vorratsge- taltung und dem Stand des Geld- und Kapital- narlte». <5 ine Verflüssigung der G e ld- narrte habe sich schon im Frühjahr dieses Zahrcs durch g . setzt. Auch der K a p i t a l m a r k t icflinnc sich in letzter Zeit mit Mitteln zu füllen. Sic chleberwindung der eigentlichen Kredit- r i f e äußere sich darin, daß die Roten- )vrte lausend abnehmen. Die Banken brauchten nicht mehr, wie bisher, Kredite abzu- icru en, nachdem Warenpre'se. Gf'e.ten.urse und Umsätze eine gewisse Stabi.i ät angenommen hüt­en. Da die Kreditoren insgesamt . u noch wenig inten, brauchten auch die Debitoren nicht mehr n dem Umlang gesenkt zu werden wie vorher.

Als Voraussetzung sür eine Gesundung der Pri- aatwirtschaft bezeichnete der Vortragende die Kreditausweitun g. Dabei müßten, um die Währung nicht zu gesährden, Sicherungen einge- -ührt werden Dazu rechne eine grundlegende Reorganisation d e r G r o ß b a n k e n. Die Vankenresorm sei notwendig, weil der Privat- wirtschast aus dem Gebiete des Geldwesens ein stärkeres Fundament geschaffen werden müsse. Die Jiroguthaben seien mit denselben Siche­rungen zu umgeben, wie die Rote. Darüber hinaus ergebe sich die Rotwendigkciteiner öffentlichen Kontrolle namentlich auch der Geldschöpfung, soweit sie über Girokonto er­folge. Für die Großbanken hätte dies zur Folge, daß über kurz oder lang eine Trennung zu ziehen

Amtskollegen Dr. Siehr und Dr. ß i p p m a n n , die in Königsberg, bezw. Stettin Anwälte geworden sind.

Blutige Wahlschlacht in Rumänien.

Fn der Gemeinde Cracianea in Alt-Rumänien hat sich eine blutigeWahlschlacht abgespielt. Vor den Gemeindewahlen hatten die Rationale Bauernpartei und die Liberale Partei erbittert agitiert. Drei Brüder, die Mitglieder der Rat.o- nalen Bauernpartei sind, kehrten gerade von einer Agitationsreise zurück, als sie mit einer liberalen Gruppe zusammenstießen Es kam zu einem Wort- wechsel und zu einem Handgemenge Schließlich zog der Führer der Liberalen, Z a n s i r e s c u, einen Revolver und gab mehrere Schüsse ab Johann Ranata , einer der Brüder, wurde auf der Stelle getötet, die beiden anderen lebensgefährlich ver» letzt. Alle drei waren in den Rücken getroffen. Der Mörder wurde in Haft genommen.

Awei Todesopfer eines Grubenunglücks.

Im Flöz 10 der ZecheFürst Leopold" in Hervest- Dorsten (Westfalen) sind zwei Hauer, Fichte! und Schällig, durch einbrechende Kohlen- und Steinmassen getötet worden. Der Gebirgsschlag war so heftig, daß er auch über Tage zu spüren war.

Ist Der Tiefpunkt erreicht?

profe or Wagemann über Vie Aussichten der Wirtschafts-Konjunktur.

Der lebende Tiger ist in Indien und denMalaien- Staaten sehr gefürchtet. Welche Gefahr diese Bestien darstellen, zeigt der kürzlich veröffentlichte Bericht, nach dem im Jahre 1931 nur in Johore 85 Men.ch'N von Tigern getötet wurden. Das malaiische Sprich­wortDer tote Tiger ist ein guter Freund" erklärt sich aber nicht nur durch diese Furcht vor dem le­benden, sondern auch durch den beträchtlichen Nutzen, den eine solche Beute gewährt^ Der Ein­geborene, dem es gelingt, mit feinem Speer ober seinem billigen Hinterlader den König des Dschun­gels zu erlegen anstatt von ihm aufgefressen zu werden, wird bafnit unter den herrschenden be­scheidenen Verhältnissen zum reichen Manne Zu­nächst einmal erhält der glückliche Sieger die Be­lohnung, die die Regierung ausgesetzt hat und die zwischen 200 und 500 Mark beträgt. Die Chinesen kaufen ihm das Fleisch ab und zahlen dafür recht gut, denn Tigerfleisch gilt bei den Söhnen des Him­mels für einen Leckerbissen ersten Ranges Das Fett wird ihm von den Indern hoch bezahlt, denn es soll ein vorzügliches Mittel gegen Rheumatismus Jem. Die Klauen und Tatzen werfen ebenfalls em hüb­sches Sümmchen ab, denn sie werden zu Schmuck suchen verarbeitet. Die Leber wird von Kriegern mit Gold ausgewogen, denn der Genuß der Tiger­leber soll den Mut und die Wildheit des Tieres auf den übertragen, der sie sich cinnerleibt Schließlich 'er Mann, dem der tote Tiger ein

brett zu großer Karriere, sondern als seine Lebens­aufgabe angesehen hat Ihm war wenig am Her- oortreten seiner Person gelegen, aber alles an der Verfolgung seines künstlerischen Zieles, das kein geringeres war, als dem Gießener Publikum ein Kleinod zu schaffen, das ihm der Quell geistiger Schätze zu innerer Bereicherung und Erholung werden sollte

Der Leiter eines Theaters muß aber nicht nur Künstler, sondern auch Geschäftsmann sein Stein- goetter wurde auch diesen Anforderungen vollauf gerecht. In seinem langjährigen Umgang mit Kunst und Menschen hat er reiche Erfahrungen gesammelt und viel Wissensstoff in sich aufgenommen und ver­arbeitet, nicht nur auf dem Gebiet seines Berufs, sondern auch auf vielen anderen Gebieten Als Schwabe mit der Eigenart des unablässigen Grü­belns und Sinnierens trug er einen Gedanken wohl lange mit sich herum, kam er aber zum Aus- druck, bann war er zur Reife gediehen Wie sehr ihn als cippfinbenbcn und denkenden Menschen das Vordringen zum Letzten erfüllte, zeigt eine Auf­zeichnung

Ins Tiefste |d)auen, ins Tiefste bringen Scheint mir bas Ding von allen Dingen, Das mich allein noch wunschwert dünkt "

MemValerHetmannSieiNgoetter

13on fteröinanD Stengoetter

Die folgenden Erinnerungen an den 1928 verstorbenen Intendanten Hosrat Stein- g o e t t e r , die aus der Feder seines Sohnes stammen, dürften im Jubiläumsjahr viele Gießener Theaterfreunde interessieren

Diese Zeilen sollen in der Zeit des Gießener Theaterjubilaums bei denen, die Werden, Freud und Leid dieses Kunstinstituts verfolgt haben, das Bild seines ersten langjährigen Leiters ins Gedächt­nis zurückrufeii, die übrigen an einen Menschen er­innern, der sein Leben der Muse in dieser Stadt geweiht und seine ganze Kraft freudig in den Dienst der Allgemeinheit gestellt hat.

Schauspieler und Regisseur sein, heißt schöpfen sches Vermögen haben, heißt Arbeit um ihrer selbst willen tun, heißt Künstler sein. Mein Vater war es. Als ein Mensch mit vielseitigen und reichen An­lagen in glücklicher Bereinigung kam er, aus regem literarischen Verkehr mit Gleichgesinnten heraus, vom Gymnasium in Mannheim auf die Universi tät Heidelberg und später nach Leipzig und Berlin zum Studium der Rechtswissenschaft, gab eine sichere, aber unbefriedigende Laufbahn auf, ver­traute sich einem unsicheren, aber ersehnten Berus an und mürbe Schauspieler. Ein Engagement bei den Meiningern, einem in ber Theatergeschichte epochemachenbem Ensemble, bot ihm künstlerische Vervollkommnung und brachte ihn auf Gastspiel­reisen nach Rußland, Schweden und Dänemark. Rach zweijähriger Tätigkeit bei den Meiningern fand er in kürzeren und längeren Engagements befriedigende und fördernde Stellung in tfrantfurt, Hanau, Würzburg, Guben, Dortmund, Zwickau, Erfurt als Bonvivant, später als Dramaturg, Re- gifleur, Oberregisseur und stellvertretender Direktor. Von Ersiirt wurde er 1903 zum Direktor der bei­den Stadttheater in Gießen und Marburg und des Kurtheaters Bad-Nauheim berufen und gestaltete die künstlerischen Verhältnisse so günstig, daß cs sich lohnte, schon 1907 der Muse einen würdigen Tem pel zu errichten, der ihm bis zu seinem Weggang, Anfang 1928, anuertraut war Unter feiner 25jäh rigen Leitung wurde bas Stadttheater zu einem Kiilturmittelpunkt nicht nur für Gießen, sondern auch für die umliegenden Städte, ja für das ganze Land, und cs wußte sich noch über seinen Wir tungstreis hinaus einen guten Namen zu machen. Immer wieder hat es Hermann Steingoetter ausgesprochen und durch die Tat bewiesen, baß er hu Tätinteit am Guiunor Theater nie als SvlUNll-

Kunst und Wissenschaft

Professor Dr. Hans Rluch f.

Prof. Dr. Hans M u ch, Exc bekannte Leiter des Hamburger Tuberkulose-Forschungs nstitutes, ist im 53. Lebensjahr plötzlich am Herzschlag ge­worben. Professor Much war ein Mediziner von hervorragendem internationalen Rus. Er hat zahlreiche Vück>er medizinischen und auch religiös- ph.losophischen Jnha.ts sowie Gedichte. Erzählun­gen und kunstgeschichtliche Abhandlungen geschrie­ben. Der plötzliche Tod Hans Muchs hat übrigens die Version aufkommen lassen, daß der Forscher ein Opfer der Wissenschaft geworden sei. Cs scheint nicht ausgeschlossen, daß Experimental­versuche bei seinen letzten Untersuchungen über die Pflanzentuberkulose die tödliche Erkrankung verursacht haben könnten. Don Muchs Schrif­ten feien hier genannt:Die Jmmunitätswissen- schaft",Pathologische Biologie",Hippokrates der Große",Die Welt Buddhas":Meister Gckehart";Norddeutsche Backsteingotik":Denken und Schauen". _______

Was für den Künstler und Denker die unocr- ficglidje Quelle seines Schassens ist, die Allnatur, war auch für ihn der Inhalt des Denkens und Fühlens. Ihm war so zu Mute, wenn er sich in die Natur vertiefte, sei es in Gartenbau ober Astro- nomie, sei cs daß er Vögel beobachtete ober Pflan­zen unb Pilze suchte, daß er die Eifel oder den Schwarzwald, die Buchenwälder der Ostsee ober die Neckarlandschaft auf sich wirken ließ Mit 15 Jahren fuhr er auf einem englischen Rad mit eifer­nen Reifen und Holzfelgen los, meisterte auf langen Fahrten das Hochrad und machte spater Touren wie ElbingMannheim (1122 Kilometer), die für ihn nichts Ungewöhnliches waren. Von 1903 stammt ein erster Führerschein für Motorräder, fast ganz Deutschland hat er auf diese Weise rennengelernt.

Mein Vater besaß einen Optimismus, der nicht unterzukriegen war. Und wie sehr brauchte er ihn bei seinem aufreibenden Beruf, als ein Mensch, der zwar leidlich gute Nerven, aber ein weiches Herz hatte. Er hatte ein Herz, das alles mitleiden mußte und verstehen konnte: glückliche Eigenschaf­ten für einen Schauspieler. Er durste non der Rechtlichkeit seines Handelns überzeugt fein. Denn wie er in unbeirrbarem Gerechtigkeitsgefühl gegen

europäischen Reisenden, der es sich dann als Zeichen feines Jagdglücks zu Hause aufhängt.

Tonfilm:$rie»erifeÄ.

Der Wetterfolg der Operette Lehärs ist im Goethejahr auch auf den Tonfilm ubergegangen, und die kurze, glücklich-unglückliche Liebevgeschichte des jungen Straßburger Studenten, die im Seien» Heimer Liederbuch unsterblich wurde und imEla» vigo" und in späteren Dichtungen noch nachklingt, ersteht hier erst heiter und ganz beschwingt, zu» letzt sehr traurig in einer lockeren Reihe lyrisch» melodramatischer Bilder. (Drehbuch und Regie: Fritz Friedmann-Frederich.) Deren Reiz beruht weniger auf historischer Echtheit und philologischer Treue als auf einer romantischen, ungcfteUicn und wirklich malerischen Landschaftsszenerie, vor allem aber auf der musikalischen Umrahmung Le» h ä r s dessen Partitur in ihren glücklichsten Ein» fällen den großen Erfolg dieses Stückes sehr wohl begreiflich macht. (Jedenfalls hat dasMailied Goethes durch die späte Vertonung der Strophe O Mädchen, Mädchen" eine ungeahnte Popularität erfahren.) In der Rolle .der Friederike: Mady C h r i» st i a n s : obwohl die Pfarrerstochter zu Sefenheim wahrscheinlich anders ausgefehen hat, gibt sie in Erscheinung unb Stimme, in Spiel und Haltung ein so menschlich-liebenswertes Geschöpf non natür­licher Anmut und Heiserkeit, daß man sich kaum eine andere Schauspielerin an ihrer Stelle denken kann. Dagegen singt den Goethe an Taubers Statt Hans-Heinz -Bollmann. und obwohl er jenen an Stimm und Leibesumfang nicht er­reicht, ist man doch für die Umbesetzung dankbar, denn er kommt in Statur und Profil dem großen Urbild wesentlich näher, hat ja auch schließlich einen jungen Dichter und keinen lyrischen Tenor zu spielen. Otto W a 11 b u r g macht den weinseligen, schmer- bäuchigen Studiosus Wagner. Hörbiger und Ida W ü ft als freundlich-biederes Pfarrers-Ehepaar. Elfe Elster, die hier schon früher als eine von Frau Lehmanns Töchtern" erschien, gibt Friede» rikes Schwester Salomea. In kleineren Rollen: Veit Harlan als jugendlicher Herzog Karl August: Winter ft ein als Hauptmann Knebel: Karl Meixner als der unglückliche Dichter Jakob Michael Reinhold Lenz, der in Goethes Leben und in der Literaturgeschichte eine nicht unbedeutende Rolle (piefrt; endlich die unverwüstliche Adele Sand» rock (M.dame Schöll). Der Film, seit gestern im ß i d) 11 p*i e I h a u 5 , dürste, schon um der Lehar» schen MiM willen, seine allenthalben bewiesene An­ziehungskraft auch in Gießen nicht verfehlen, -r-

wäre zwischen dem Depositengeschäft und dem eigentlichen Finanzierungsgefchäst.

Das Ergebnis feiner Betrachtungen faßte Dr. Wagemann wie folgt zusammen: Die Krise in der Welt, wie in Deutschland, ist überwunden Der äußerste Tiefpunkt ist wahrscheinlich erreicht. Die Aufwärtstendenzen der Wirtschaft haben begonnen, sich zu entwickeln. Noch sind die Kräfte aber schwach, die uns in einem großen Aufschwung emporführen könnten. Daher glaube ich, daß die ftegieruhfl im Recht ist, wenn sie ihnen ft a r t ft e wirtschaftspolitische Unterstützung angedeihen läßt Auf eine aktivistische Wirtschafts­politik kommt es also an. Das bedeutet nicht, daß man die Wirtschaft in bürokratische Fesseln legen soll, im Gegenteil, es gilt, bie Unterneh­mung e n 3 u e n 11 a ft e n Gs gilt, sie durch eine zweckmäßige Steuer- und Kreditpolitik von dem schweren Druck zu befreien, unter dem sie zu er­liegen drohen. Eine Art Deflationssucht hat die Menschheit befallen. Sie äußert sich in den Handelssperren, die die Völker gegeneinan­der verhängen, ebenso wie in frrebitpoHti- scheu Einengungen des Binnen mark- t e s Wie von einem bösen Geist wird die Mensch­heit in der Wüste der Deflation und der Depres­sion herumgeführt An ihr selber wird es liegen, ben Weg in bie Freiheit zu finden

andere gerecht und nachsichtig war, so' war er ae- aber verkauft der Mann, dem der tote Tiger ein uen sich selbst unerbittlich und unnachgiebig. Er 1 so guter Freund geworden ist, dav Fell an einen

Professor Schmitz legt Berufung ein.

Der, wie bereits gemeldet, von der Dienststraf­kammer zur Dienstentlassung verurteilte ehemalige Rektor der Technischen Hochschule in Braunschweig, Professor Dr. Schmitz, hat gegen das Urteil Be­rufung eingelegt

Falschmünzerei im hühnerstall.

3n dem Dorfe Bracht am Riederrhein hob die Kriminalpolizei eine F a l s ch m ü n z e r w e r k- statt aus die in einem Hühnerstall untergebracht war. Die Beamten fanden fertige Fünsmark- stücke, Formen. Tiegel, Metall, überhaupt alles, was zur Falschmünzerei erforderlich ist. Mehrere Verdacht ge wurden fest genommen.

Reichsfinanzminister a. D. Dietrich ak Anwalt in Berlin.

Reichsfinanzminifter a. D. Dietrich ist, wie wir Horen, als Rechtsanwalt bei Öen drei Berliner Landgerichten zugelassen worden. Ebenso hat der frühere Berliner Polizewizeprasident Dr. Weiß [eine Zulassung als Rechtsanwalt in Berlin beantragt. Er folgt damit dem Beispiel anderer höherer Beamten, die aus der preußischen Verwal­tung ausgefchieden sind, wie z. B des früheren Oberpräsidenten Dr Falk, der sich ebenfalls in Berlin niedergelassen hat. und dessen früheren hatte^ sein Gemüt nicht hörten können, aber er konnte einen in strenger Selbstzucht geläuterten Willen dem Ansturm des Lebens entgegcnfteUen. Und doch hätte er manchmal den Glauben an das Gute, das er immer sehen wollte, verloren, wenn ihnsein guter Geist", seine Frau, nicht verkörpert hätte Im Ganzen war er ein Mensch, der mehr gab als er nahm Was er gab, war eine Werte schaffende, von Güte durchdrungene Persönlichkeit; was er brauchte war Liebe und Verständnis. Kurz vor feinem Weggang von Gießen sagte er einmal zu mir:Mein lieber Junge, hab' deinen Vater nur recht lieb, du hast ihn nicht mehr lange" Unb wie so vieles hatte er auch sein Schicksal richtig erkannt. Rach einem Vierteljahr hatte er einen traumlosen Schlaf gefunden. Auf seinem Grabstein wollte er geschrieben wissen:

Einer, der viel erstrebt, manches ausgeführt Und der als (ein Bestes nachgerühmt wünscht. Daß er nie jemand mit Wissen Leid zugefügt."