Ausgabe 
30.11.1932 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

euten> cued&c -wettet

Für trennscharfen und klangreinen Europa- Empfang bleiben nach planmäßiger Prüfung

2 Apparate zur Wahl:

DerTelefunken 343 und derTelefunken 231.

Wirtschaft

ben. Don fremden

ten lagen Eisenbahn-Bos>

an*

Der Telefunken 231 nimmt es bei richtiger Bedienung mit dem größten auf. Einschi. Röhren RM189.(..ei Gleichstrom RM199,)

Haus. Professor Walter wurde mit anhaltendem Beifall belohnt.

Spenden für di^GießenerWiniernothilfe

Von der Geschäftsstelle der Gießener Winternot* Hilfe wird uns mitgeteilt:

Von der Firma Robert Haas Nachfolger, In­haber Georg F a l k e n st e i n , Seltersweg, wurden 17 Strumpfgamaschen, 10 Paar Kinderstrümpfe, drei weiße Sweater mit Mütze und Schal, sowie vier Herren-Unterhosen für die Winternothilfe gestiftet.

Weitere Spenden werden jederzeit mit Dank genommen.

Oer Obstbaumbestand in der Gemarkung Gießen.

Die Fünfziger 1883/1933 laden im heutigen Anzeigenteil zu ihrer ersten Hauptversamm­lung, die am Samstag, 3. Dezember, bei Gastwirt Lamm (Wcstanlage) stattfindet, ein. Auf die An­zeige sei hingewiesen.

Allgemeiner Deutscher Frau en­de r e i n. Man schreibt uns: Die Aodembersihung des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins (Deut­scher Staatsbürgerinnenverband) wurde im Hör­saal des Landwirtschaftlichen Instituts abgehal­ten und brachte einen Dortrag von Herrn Pro­fessor Sessous. Das Thema lautete:Die Be­deutung der Landwirtschaft für unsere gesamte Volkswirtschaft". Wie der Vortragende einlei­tend bemerkte, könnte man ebensvgut sagenDie Rot der Landwirtschaft eine Schicksalsfrage des deutschen Volkes". Die trostlose Lage unseres Bauernstandes findet leider nicht genügend Der- ständnis bei der städtischen Bevölkerung. Wäh­rend des Krieges hatte man einsehen gelernt, wie notwendig die Produkte des eigenen Bodens sind: nach Kriegsende war diese Erkenntnis bald vergessen und gerne kaufte man all die Waren und Leckereien, mit denen das Ausland unseren Markt überschwemmte. Der deutsche Landwirt sah sich nach dem Kriege vor überaus schwere Aufgaben gestellt. Dicht nur, daß durch den Dersailler Dertraz ein großer Teil besten Bodens abgetrennt worden war, es galt auch, die Be­triebe ganz umzustellen, um mit der ausländischen Konkurrenz wetteifern zu können. Es ist in dieser Hinsicht Außerordentliches geleistet worden, so­wohl quantitativ wie qualitativ. Trotzdem ist heute die Lage unserer Landwirte durch den Preissturz der landwirtschaftlichen Produkte, die hohen Steuern und sozialen Lasten geradezu katastrophal. Hier liegt eine schwere Schuld beim deutschen Dolke. Dieles könnte durch die Haus­frau wieder ausgeglichen werden. Durch ihre

und nur noch ganz vereinzelt auf 4,90 o. H. an. Das Angebot in Privatdiskonten hat nachgelassen, Reichs* wechsel per 25. Februar und Reichsschatzanwcisungen per 18. April blieben umsatzlos.

Frankfurt befestigt.

Frankfurt a. M., 30. Rov. (WTB. Draht­meldung.) Infolge der noch undurchsichtigen in­nerpolitischen Lage eröffnete die Börse zunächst in sehr st iller Haltung, doch war ein freund­licher linierten nicht zu verkennen zumal aus der deutschen Industrie, insbesondere der westdeutschen und Siegerländer Eisenindustrie, w.eder recht opti­mistische Berichte Vorlagen. Gleich nach Fest­setzung der ersten Dotierungen setzte sich ganz plötzlich eine starke Befestigung durch, wo­bei die Berliner Arbitrage in größerem Ausmaß als Käufer in Erscheinung trat. Die Börse fol­gerte daraus, ohne daß bisher eine amtliche Be­stätigung dafür vorlag. daß anscheinend die Der- handlungen zur Behebung der Regierungskrise einen günstigen Derlauf nehmen. Auf Deckungen der Kulisse und auch der Spekulation traten zum Teil recht erhebliche Besserungen ein. Die ersten Kurse wiesen meist Erhöhungen von 0,50 bis 1 Prozent auf. Don vornherein fest la­gen Montanwerte, Klöcknerwerke standen mit 1,75 Prozent im Vordergrund, während die übrigen Werte des Montanmarktes bis zu 0,75 Prozent onzogen. Mansfelder Bergbau verzeichneten einen Gewinn von 1,89 Prozent, wobei anschei­nend auch erfolgversprechende Bemühungen, eine Stillegung zu vermeiden, anrcgten. Kursbesse­rungen bis zu 1 Prozent hatten ferner Scheide­anstalt, Schuckert, Aku, Zement Heidelberg und Schiffahrtsaktien. Rcichsbanlanteile gewannen 1,50 Prozent. Niedriger eröffneten dagegen Zell­stoff Waldhof mit minus 0,75 Prozent, und I.-G. mit minus 0,50 Prozent. Letztere waren jedoch später um fast 2 auf 96,50 Prozent forciert.

Am Rentenmarkt war das Geschäft im Ge­gensatz zum Aktienmarkt sehr fttIL Altbesitz konnten sich 0,75 Prozent erhöhen, während Reu- besitz und die Schutzgebietsanleihe behauptet blie-

nhen beträgt im Winter- m Wintersemester 1931J2 ir Studierenden 2117, in )8.

kÄfcrtwWfe.

i des Partme^eschosscs Werkstatt für die rothilje untergebrachl, ! an der Versorgung der i mit MeidungsMen ein Bild von dieser Tätige waren gestern nachmittag njau5[djul(e5 unb einige ö Sominelausjdfujlts der fidftigung in Öen WA chst wurde das

:x tarnte man Mellen, Mtz, bie kürzlich in allen wurde, wertvolles r Art zusammengetragen dungsstiicke werden, noch- ektionsraum paM falls in der Ahstube re- i Kleiderlager nach arten > von ehrenamtlich tätigen

nier auf dem stark erhöhten Abendbörsenniveau gehalten. Zolltürken zogen leicht an, wogegen 4prozentige Einheitsrumänen etwas abbröckelten. Am Pfandbriefmarkt war die Kursbildung bei kleinen Dlmsätzen uneinheitlich. Die Deränderun- gen hielten sich jedoch in engen Grenzen. Wäh­rend die Werte der süddeutschen Pfandbriefban­ken etwas höher lagen, gingen die der Frankfur­ter Institute leicht zurück.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 30. Roo. (WTB. Drahtmel­dung.) Die Frankfurter Getreidebörse verkehrte heute in schwächerer Haltung. Die Ungewißheit über die Regierungsbildung hemmte jede Unterneh­mungslust. so daß das herauskommende Material am Brotgetreidemarkt sowie für Hafer kaum Auf­nahme fand. Hinzu kam noch das nach wie vor sehr schleppende Mehlgeschäft. Der Futtermittelmarkt lag sehr still, doch blieben die Preise im ganzen ziemlich behauptet.

Es wurden notiert: Weizen 205 bis 206,50 Mark, Roggen 162,50, Sommergerste für Brauzwecke 180 bis 187,50, Hafer (inländischer) 135 bis 138, Weizen* mehl (süddeutsches, Spezial 0) 29 bis 29,75, Weizen­mehl (niederrheinisches) 29 bis 29,50, Roggenmehl 23,25 bis 24,50, Weizenkleie 8 bis 8,10, Roggenkleie 8,50 Mark. Tendenz: schwach.

-m '.öremciwt o i Vertrauen der W« as ist für einen W Kredite werden wir hi« dickes Mtenbündel hin.

alles durchprüsen

h etwaS

°^^r mW von totocen

ftK^Ääflen, den« S'HS'S julantmen .r nicht

Ix®*1**

Uff «5* dftauletn y II Ä B «* S»'l & W ff* V& i«?^Arw^Äischel Ä schwerer Ächten

hei reich" *

* , W» !

sKS M * *

Urtz UtT1 Kratt-im 6t §rau j)oi|e 1 ^Qten jür jtet

ba5 jL6rbe sichren 'm g eines neUpn b m,al,?« köstlichem 1

mit Ä^en,! 'luten, fieSnQd)15f'it

S-tit!

UlieÄ®1'1 ft J J ble Weih. ' menn der (Belbbeutel [QUm einer richtig bin V»- Sie S m nach Öen alten, b(.

?ü>t Korn au jeher f'!in Monat der äA prophetische !"r lommendeir XWfiius*, ist bedeu. 'M mit Nus der 38 *" Und

Wetter Barbara, «t blt Endlich:banal Weih, 'n. kann man Ostern Pa|. if einenrichtiggehenben' Wen" und einen klaren, r in ein besserer fjahr

3». (Br.

Lan-eöunivelW.

!r Sanbesuniaerfitat wird

WanSfeld AG. Der von der Mansfeld AG. für Bergbau und Hüttenbetrieb, Eisleben, beim zuständigen Regierungspräsidenten gestellt« Stillegungsantrag für die Mansfelder Kupser- betriebe per 31. Dezember stellt, wie WTD.- Handelsdrenst erfährt, eine vorsorgliche Maß­nahme dar im Hirckilick auf di« formelle Been­digung der Reichs- und Staatsverträge mit der Mansfeld AG. zu Ende dieses Iahres. Wie man weiter hört, laufen schon seit geraumer Zeit neue Verhandlungen der Mansfeld-Verwaltung mit den zuständigen Reichs- und Staatsbehörden, um die im sozialen und wirtschaftlichen Interesse gelegene Weiter ührung der Kupferbetriebe über den 1. Ianuar hinaus zu ermöglichen. Dem Ver­nehmen nach sind diese Verhandlungen, die auch eine Verselbständigung aller Mansfelder Kupfer­betriebe in Aussicht nehmen, soweit fortgeschrit­ten, daß mit einer Vermeidung der Stillegung gerechnet werden kann.

Berlin fester.

Berlin, 30. Nov. (WTB. Funspruch.) In der Burgstraße herrschte heute eine etwas überraschende Festigkeit. Noch im Vormittagsoerkebr war eine gewisse Unsicherheit zu beobachten, doch schon die Eröffnungskurse hatten überwiegend kleine Besse­rungen aufzuweisen. Lebhafter gefragt waren wieder Montane, von denen Hoesch und Mansfelder bis zu 1,65 v. H. gewannen. Aber auch Bankaktien, Schu­bert & Salzer und Schuckert befestigten sich bis zu 2,5 d. H. Demgegenüber waren nur verhältnis­mäßig selten Rückgänge bis zu 0,75 o. H. zu ver­zeichnen. Rheag und Westeregeln waren bei Mindest- Umsätzen bis zu 1,5 o. H. gedrückt. Aus der Wirt* schäft lagen weiter günstige Nachrichten vor. Die Pfunderholung wirkte sicy etwas aus, und vor allem hofft man, daß heute nachmittag eine endgültige Klärung in der Frage der Regierungsbildung er­folgen wird. An verschiedenen Märkten tarnen wohl wieder Stillhaltegelder zur Anlage. Die Ankündi­gung Dr. G e r e t e s in Halle, daß sein Arbeits­beschaffungsplan ein wesentlicher Bestandteil des Wirtschaftsprogramms der kommenden Regierung fein werde, wurde mit großem Interesse zur Kennt- nis genommen. Im Verlaufe wurde es vorüber­gehend sehr ruhig, dann setzte jedoch eine neue Kaufwelle ein, so daß sich das Niveau ganz allgemein bis zu etwa 1 o. H., bei führenden Werten bis zu 1,75 v. H. über den Anfang hob.

Renten lagen gleichfalls f r e u n d,l i ch. Deut­sche Anleihen hatten lebhafteres Geschäft, doch gab Altbesitz im Verlaufe leicht nach, während Neubesitz weiter etwas anzog. Reichsschuldbuchforderungen und Reichsbahnvorzugsaktien lagen unverändert, nachdem erstere vorbörslich noch schwächer taxiert worden waren. Variable Industrieobligationen waren uneinheitlich, Krupp 0,75 o. H. schwächer, Vereinigte Stahl 0,90 v. H. höher. Pfandbriefe usw. lagen überwiegend etwas freundlicher. Don Aus­ländern waren Bosnier heute wieder bis zu 0,75 o.H. gesteigert, auch sonst waren meist geringfügige Besse­rungen festzustellen. Oesterreichische Staatsrente von 1913 ging um 0,5 v. H. zurück, und auch Mazedonier gaben 0,25 v. H. nach.

Am Geldmarkt war die Situation am heuti­gen Ultimo natürlich sehr steif. Dieser Ultimo hat etwas größere Ansprüche als der Septemberultimo an den Geldmarkt gestellt, da jetzt schon die Vor­bereitungen für den Iahresultimo beginnen. Der Tagesgeldsatz zog an der unteren Grenze auf 5 v H.

verwaltet und ausgegeben. Nebenan beherbergt ein aroßes Zimmer die N ä h st u b e des Allgemeinen deutschen Frauenvereins, in der unter der Leitung von Frau Gräf etwa 20 junge Mädchen im frei­willigen Arbeitsdienst bei der Ausbesserung und der Neuanfertigung von Kinder- und Frauenkleidern und Wäsche tätig sind. Hier wird in eifrigster Weise und mit viel Geschick geschafft, und aus mancherlei Altmaterial werden in erstaunlich gewandter Weise brauchbare Stücke, z. B. Kinderkleidchen, hergestellt. Es ist ein außerordentlich dankenswertes Stück Ar­beit, das hier von den jungen Mädchen und ihrer Leiterin zum Besten der Hilfsbedürftigen voll­bracht wird. Der folgende Raum enthält die Schuhmacherei, in der an vier Tagen jeder Woche einige Schuhmacher als Pflichtarbeiter des Wohlfahrtsamtes tätig sind. Dem Schuhmacher­handwerk wird und soll hier keine Konkurrenz ge­macht werden, sondern es handelt sich nur darum, die alten Schuhe, die bei der Kleidersammlung mit­gebracht wurden und die sonst in keine Schuh- macherwerkstatt mehr gegeben worden wären, zum Gebrauch wieder herzurichten. Alles in allem ist zu

Bei der Obstbaumzählung in der Gemar- tung Gießen mit Schiffenberg wurde folgender Baumbestand festgestcllt: Insgesamt betrug die Zahl der tragfähigen Bäume 22 582, die der nicht trag­fähigen 2058. An einzelnen Sorten wurden gezählt (die Zahl der nichttragfähigen Bäume ist jeweils in Klammern beigefügt): Tafeläpfel: hochstämmig 3113 (843), niederstämmig 3290 (177); Wirtschaftöäpsel 3948 (134); Tafelbirnen: hochstämmig 1388 (97), niederstämmig 1296 (58); Wirtschaftsbirnen 974 (30); Süßkirschen 357 (126); Sauerkirschen 310 (22); Hauszwetschen: spätreifend 5853 (417); Frühzwet- schon 957 (27). Mirabellen 476 (48); Reineclauden und sonstige Edelpflaumen 196 (25); Aprikosen 16 (9); Pfirsiche: frühe 270 (19), späte 32 (3); Walnüsse 76 (23).

*4Aor notigen

Tageskalender für Mi11w och: Stadt- theater, 20 bis 22.15 Uhr,Weh' dem, der lügt". Oberhess. Kunstoerein, Turmhaus am Brandplatz, 15 bis 17 Uhr, Ausstellung. Deutsche Frauen- kultur, Ortsgruppe Gießen, Billardsaal des CafL Amend, 10 bis 20 Uhr, Weihnachts-Messe. Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Friederike".

agen, daß der Werkstattbetrieb der Winternothilfe ehr gute Arbeit leistet und dem Hilfswerk eine tarke Förderung bringt.

Danzig, Manenburg und die deutsche Ostfrage.

Im Rahmen einer Dortragsveranstaltung des Goethe-Bundes in der Zusammenarbeit mit dem Kaufmännischen Verein und dem Ortsgewerbeverein sprach Prosessor W a l.t e r aus Lund (Schweden) am Montagabend in der Neuen Aula der Universität vor vielen Zuhörern über das ThemaDanzig, Marienburg und die deutsche Ost- frage". Der Vortragende konnte es unternehmen, von der Eiszeit her über das Land um Danzig zu sprechen, denn er führte leine Zuhörer in großer Linie, in einer Fülle der in wenigen Worten §um Ausdruck gebrachten Gedanken über die Anfänge der Besiedelung, über die Kämpfe um Besitz und Macht im Lande über die Anfänge des Christen­tums, über den Mönch und den Bauern, den Deutsch- Herrenritter hinweg, um zu beweisen, daß Danzig deutsches Land mit deutscher Bevölkerung ist und deutsch fein und bleiben will.Danzig ist", so lautete der einleitende Satzein völkisches Unglück, ein Problem des Kampfes um die Existenz und eine unumstößliche Tatsache! Danzig ist deutsch!" Man hörte von der christlich-deutschen Bevölkerung, die im frühen Mittelalter vom Lande Belitz ergriff, von der kulturellen Entwicklung des Landes unter dem Einfluß der Mönche, von dem einzigartigen Wirken der Deutschherrenritter, die dem Lande in einer Weise dienten, wie sie beispiellos ist, die Mönche und Ritter zugleich waren und eine Kultur schusen, die (man denke nur an die Bauwerke aus dieser Zeit als ihren sichtbarsten Ausdruck) unnachahmlich ist, gleichzeitig aber- auch Organisatoren waren, die ihresgleichen suchten. Inmitten dieses Kreises der Kraft wuchs Danzig herauf, das dann zur Freien Reichsstadt wurde, als die Macht der Deutschherren­ritter aus der inneren Uneinigkeit heraus nieder- brach. Danzig sei in der Folge die Mittlerin ge­worden, die den Produkten des Hinterlandes den Wcg in die weite Welt wies. Danzig habe sich auch behauptet bei den großen Streitigkeiten, die sich aus der Personalunion mit den polnischen Königen ent­wickelten; aber doch sollte jene Zeit, das beginnende 15. Jahrhundert, und das damalige Verhältnis Dan- zins zu Polen lange Schatten werfen über die Ge­schichte der Stadt, Schatten, die in der Gegenwart wie ein Verhängnis alles erfassen, was mit Danzig verbunden ist. Im Vertrag von Versailles liege Danzigs tragisches Geschick begründet.

Der Redner sprach dann von Danzigs Kultur. Die Handelsherren der Stadt Danzig zur Zeit des Mittelalters, von hanseatischem Geist erfüllte Männer, seien keine Künst.er gewesen, aber sie schickten ihre Söhne nach Italien, nach Pavia, um sie dort studieren zu lassen. Und jene Sohne brachten Künstler mit, die Handelsherren wurden Mäzenaten großen Stils, sie beriefen auch Künstler aus den Niederlanden, die dann in Danzig schufen, der Stadt das einzigartige Gepräge und jene Schmheit gaben, die Bewunderung herausfordert. Der Vortragende sprach noch von ben Kämpfen gegen polnische Ein- flüsse, von dem Machtkampf der Stadt und des Hafens gegen den polnischen Hafen Gdingen (dem Danzig schon zum großen Teil erlag und v llig zu erliegen droht), von der völkerrechtlichen Position und den mannigfachen damit verbundenen Pro­blemen, die klar erkennen ließen, daß Danzig ein völkisches Unnlück ist

In den künstlerischen Lichtbildern, die vom Vor­tragenden selbst ausgenommen und hervorragend naturgetreu koloriert waren, sah man die baulichen Schönheiten der Marienburg und dann viele Bilder aus Danzig. In klarer und beneisternder Sprache führte der Vortragende seine Zuhörer an Hand der Aufnahmen in die Straßen mit den schmalen, hohen und doch so repräsentativen Häusern, in Höfe und Gärten, an Brunnen und auf die Beischläge vor den Häusern, die ihnen das eigene Gepräge unb_ber Stadt die Besonderheit geben; er führte in die Stu­ben und auf die Treppen, auf Plätze und an die Kirchen, durch große Torbogen, an die Stätten der Arbeit, an den Hafen mit seinem Krantor und den riesigen Speichern. Plastisch stand das Bild der Stadt vor den Augen der Zuhörer, jener Stadt, die in der Gegenwart so unendliches Leid und so viel Kamvs auf sich nehmen und so viel lauernde Gefahr um sich dulden muß um ihres Deutschtums willen.

Dankbar für die vermittelte Schönheit, ergriffen von der Tragik Danzigs, die der Vortragende leben­dig vor die Seele seiner Zuhörer zu stellen wußte und mit geschärftem Gewissen verließ man bas

^-..ü« lauft alljährlich ein großer Teil dcS Volksvermögens sie sollte sich der Verant­wortung als seiner Verwalterin bewußt lein und keine ausländischen Erzeugnisse kaufen, wenn deutsch« Waren zur Verfügung stehen. Sie sollte schon aus Solidaritätsgefühl mit den Landfrauen so handeln, denn die Landsrau ist vielleicht das geplagteste Menschenkind auf der Welt, und ihre Last kann nur schwer erleichtert werden. Der Vortragende besprach sodann u. a. di« Wichtigkeit einer gründlichen Ausbildung aller Landwirte, auch der Frauen, und erörterte ein­gehend die augenblicklich schwebende Frage der Kontingentierung. Wenn auch eine vollständig« Autarkie für Deutschland nicht möglich ist, denn unserem Land fehlen notwendige Rohstoffe, so sei für die nächsten Iahre die sog. lautlose Kon­tingentierung sehr wichtig, der freiwillig auS- geübte Schuh der eigenen Produkte. Unser Ex­port wird ohnedies durch die Cinfuhrschranken der anderen Länder zunächst sehr gering sein. Desto wichtiger ist es, den inneren Markt zu ftärfen. Hier sind Stadt und Land untrennbar in ihren Interessen verknüpft, denn wenn der Dauer kein Geld einnimmt, kann er auch keine Industrie-Erzeugnisse laufen. Sobald wieder nor­male Verhältnisse auf dem Weltmarkt herrschen, könne die Autarkie in Wegfall kommen. Einst­weilen sei sie erforderlich, um die landwirt­schaftlichen Betriebe wieder rentabel zu machen.

Oberbeffen.

Landkreis Gießen.

U Grohen-Linden, 23.Rov. Am wamS- tagabend fand im überfüllten Saale der Gastwirt­schaft Schaum ein Gemeinschafts- und Familienabend der Kolonne des Frei­willigen Arbeitsdienstes vom Iung- deutschen Orden Großen-Linden statt. Außer den im FAD. Beschäftigten waren zahlreiche Freunde und Gönner gekommen, um zusammen mit den von der Rot hart mitgenommenen jungen Menschen einige frohe und gesellige Stunden zu verbringen. Rach einem flotten Eröffnungsmarsch begrüßt« Herr Richard Iung (Großen-Linden) die Erschie­nenen und dankte allen für das entgegengebrachte Interesse. Dann sprachen Vertreter der Kolonne des FAD^ des Iungdeutschen Ordens und deS Arbeitsamtes über den Sinn und den Zweck des FAD., und wiesen auf den seelischen und mate­riellen Erfolg hin, der dadurch bereits 250 000 Arbeitslosen in Deutschland zuteil geworden sei. Sie gaben der Hoffnung Ausdruck, daß die Ge­selligkeit und Kameradschaft dieser vom gleichen Schicksal betroffenen Menschen weiter gepflegt und daß die Idee des FAD. Gemeingut des ganzen deutschen Volkes werde. Rach einigen Musikstücken folgte dann eine Dheatervorführung ,O Heimat­sonne, Heimaterde", ein Singspiel in drei Akten, aufgeführt von Mitgliedern der Kolonne des FAD. Großen-Linden. Humoristische Vorträge, die an die Lachmuskeln der Zuschauer oft große Anforde­rungen stellte, und weitere Musikeinlagen sorg­ten für angenehme ^Unterhaltung. Alle Darbietun­gen fanden reichen Beifall. Die musikalische Lei­tung lag in den Händen des Herrn Lehrer Roth (Klein-Linden).

Kreis Büdingen.

* Bübingen, 29. Nov. In dem Kreisort Dü­delsheim ging am Samstagabend die S ch e u n e des Lehrers Kleynsteuber in Flammen auf. Mit der Scheune verbrannte auch die Frucht­ernte mehrerer Ortseinwohner, die ihr gedrofche- nes und ungebrochenes (Betreibe dort eingelagert hatten. Der Feuerwehr gelang es, bas Wohnhaus und die übrigen Nachbargebäude zu retten. Man glaubt, baß Brand st iftung vorliegt.

Kreis Alsfeld.

* Bernsburg, 29. Nov. In den letzten Tagen wurden hier von der Staatsanwaltschaft erneut Untersuchungen wegen der Schlägerei beim Kirchweihfest, in deren Verlauf der 2lrbcdter Wilhelm Becker von hier durch einen Stich in ben Kopf verletzt würbe und st a r b , oorgenommen. lieber das Ergebnis der Untersuchungen ist bisher noch nichts bekannt. Der seinerzeit unter bem Ver­dacht der Täterschaft verhaftete Schmied Johannes W ü st aus Willingshausen ist mittlerweile aus dem Landgerichtsgefängnis in Gießen, wohin er ver­bracht worden war, wieder entlassen worden. Di« Untersuchung gegen ihn ist jedoch noch im Gange.

Wettervoraussage.

Absinkende Luft des kontinentalen Hochdruckge­bietes führt zum Auflösen der Wolkendecke und über Deutschland vielfach zu leichten Strahlungs­frösten. Mit der Verlagerung des Hochs nach den Balkanländern rücken wir aus seinem Bereich, und Ausläufern der im Norden oorüb erziehenden Stö­rung dürfte es gelingen, wieder maritime Luft nach Deutschland oorzutragen. Somit werden in der kommenden Nacht die Fröste schon mehr lokal und nur in gefährdeten Lagen auftreten, sonst wird sich langsam von Westen her Milderung durchsetzen, der Eintrübung und auch erneute Niederschläge nach- folgen.

Aussichten für Donnerstag: Leichter Nachtfrost, vielfach neblig und dunstig, tagsüber aufkommende Bewölkung, milder und Niederschlags­möglichkeit, südliche bis südwestliche Winde.

(Schluß des redaktionellen Teils.)

Denken Sie praktisch, schenken Sie Stoffe, so heißt der Titel einer Werbeschrift, welche die Fa. £. ver­narb der heutigen Ausgabe des Gießener Anzeigers beifügt. Es wird um Ihre gefällige Beachtung gebeten. 8405A

Der Telefunken 343 bringt alle Sender schon durch die Einstellung automatisch getrennt. Einschließlich Röhren RM 248,-^ (bei Gleichstrom RM 258,)

El E I" II kl 1/ E kl die deutsche

ELErUUlXCIl WELTMARKE