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30.9.1932 Erstes Blatt
 
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m tinml*? £? H S-ne kurze Spann« Seit", stimmte Andresen der. d >ilnö doch können Tag«, Wochen, ,a Stun-

1 w uns AU Ewigkeiten werden, wenn toir ae- 1 Urn sind an Körper und Geist. Oder wenn bi« ' im | nb, di« wir lieben."

'! Hefcn", antwortet« Klaus versonnen,ich lege (frei Wert darauf, denn ich würde kein« beisere M finden. Gin« ruhigere vielleicht, aber das ure auch alles. Renat« ist doch tot. Und Sie Wrn doch, waS der Dbruva von den tausend Mren sagt. Warum sollte ich mich also scheiden

'« ist aut. dost Sie mich erinnern, warum i» xi mir sind, lieber D kd-r." Der Seemann M« den Brief au« seiner Brieftasche und reichte 'M dem neugewonnenen Freund.Ich könnt« Men diesen Brief nicht zu lesen geben, wenn M nicht Die wären, Renate verwandt und lieb. Str Sie, ich werde so lang« schweigen. Aber Nii will ich ihn gleich wieder haben und Ihnen Uv,, wie ich mir da« Weitere denk«. Ich be- Mi?e tief, dah ich Ihnen den Glauben an Ihren frltr nehmen muh.

,®6 wäre weit trauriger für mich, wenn mir M Möglichkeit nicht gegeben würde, des braven Machen« Ehre und Gesundheit zu retten", er- » ite Heinrich Andresen.Denn damit sühne ich M «inen Teil von meines Bruders Schuld. M'S er Ihnen getan, läht sich leider nicht mehr Mnrachen. Ich wünsch« von ganzem Herzen, ich irrte es."

' 5mn war es still im Zimmer, man hörte Ar da« Feuer knistern und eine grohe Uhr au« Kn Rebenzimmer schlug laut und klangvoll Wt i unt« Stunde.

Ml LU« sah den Rauchfäden nach, die aus seiner F-aire kräuselten, und dachte an Renate und M ti sonnig«, hoffnungsvoll« Seit, ehe der kam. Damal« halt« er auch von dem le- M.digen Feuer gesprochen, das er so liebte. Und Hi: die sein« Wünsche hatte di«se feine Seele Miillung. Wie hatten sie doch einander Freude 6L -t Mn gesucht, zu jeder Stunde."

danke Ihnen." Der Doktor reichte chm

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Senates BermOMis

Vornan von Hertha Artcke

L <berrechtsschutz: Verlag OSkor Meister. Werdau

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128. Sept. Lehrer her. wurde oom 1. Oktober er evangelisch«, Solle, ntirdjen, ernannt. Die te Lehrechelle an der huiamtsbewerber Ihes tchen, Stei» Wetzlar, ertragen.

den Brief zurück. KlauS DehrenS legte ihn in lein« Brieftasche und steckte sie in feine Brust.

Uns ist alle« sonnenklar. Doktor! Fräulein von Diemen hat in der Rächt, da Renate ge­storben war, meine Silbertruhe an sich genom­men. um sie mir zu bringen, und die'e schleichende Heuchlerin, von der Sie mir erzählten, hat sie dabei gesehen und sich daS Riederträchtigste zu­sammengereimt. toa« ihrer Seele möglich war. .Dann hat sie dieses Ergebnis angezeigt und da« junge Mädchen hat geschwiegen, statt sich zu recht­fertigen. weil sie es der Derstorbenen verspro­chen hatte. Unglücklicherweise findet di« Polizei bei ihr den Ring, den Renate chr zum Andenken bestimmt hat, ohne dah sie es nachweisen konnte, und den Rest des Reisegeldes, der sich in einem Kuvert befunden hatte, da« Renate« Anschrift trug. Den erdrückenden Beweisen gegenüber hat das arme Mädchen wohl den Mut verloren, sich zu rehabilitieren. Aus diesem Brief geht Nipp und klar hervor, dah sie zu ihrer Handlung be­rechtigt war, aber auch, dah ein Versprechen sie zu schweigen verpflichtet hatte. Ich bin aber nicht au schweigen verpflichtet, sondern zu reden. Und Darum werde ich morgen au meinem alten Iustizrat gehen, und ein« Erklärung schriftlich niederlegen, bestätigen lassen und mich zum Eid bereit erklären. Dieses geht nach Berlin. Damit ist Fräulein von Diemens Unschuld aufgeklärt und erwiesen. Ich lieh Sie diesen Brief i m Herr Doktor, Sie waren auch mit auf der Bre­mer Bank und haben sich durch eigene Anschau­ung überzeugt, dah ich den Silberkasten dem Tresor entnommen habe. Das können Sie gleich­falls beeiden ünd als Zeuge dienen. Soll ich nach Berlin kommen, um mündliche Aussagen zu machen, so bitte ich, dieS innerhalb sechs Wochen zu veranlassen, weil ich dann wieder Anker auf geh«. Ich bin der Meinung da« die« genügen wird. Wenn Sie anderer Ansicht sind, bitte ich um Ihre Vorschläge."

Ich weih nicht« Besseres und freue mich über Ihre Umsicht und Klarheit. Herr Behren«. Ich habe darauf nicht« andere« zu sagen, al« dah ich Ihnen von ganzem Herzen danke.' Dr. Andresen drückt« ihm dl« Hand.

Kein« Ursache. Doktor. Ds ist mein« mensch­liche und ritterliche Pflicht. Und Si« haben ja gelesen, bah Renate gewünscht hat, leb soll« Fräu­lein von Diemens Freund sein. Ich darf wohl darum bitten, bald di« persönliche Bekanntschaft der Dame machen zu dürfen."

Sobald ihr Zustand sich so weit gebessert j hat. dah sie es verträgt und sobald sie wieder

«inigermahen das liebe, prächfige Mädel ist, wie einst, lade ich Sie ein. Herr Behrens, denn Sie sollen einen guten Eindruck von chr haben."

Den hab« ich jetzt schon", erwiderte Klaus. Und sie soll mir viel von meiner Renat« er zählen. Ich hoffe, Sie werden mir nicht neidisch Doktor."

Dewih nicht", versicherte dieser treuherzig.

Ich weih, dah es nicht gut ist. wenn zwei auseinanderkommen, die füreinander bestimmt sind", sagte Klaus Behren« mit trübem Lächeln. Es macht niemand glücklich. Sie wissen, dah es Ihrem Bruder auch nichts Gutes gebracht hat. Man soll es nicht tun, denn der Dhruva straft es, der da weih, dah di« wirkliche Liebe ewig ist, wie er.

Die Uhr mit dem schönen Gongschlag kündete Mitternacht, als die beiden Männer auseinander­gingen. Zwei Freunde waren es, 6ie nichts auf Erden trennen konnte, beim sie waren zusammen gut gewesen.

Frau Ilse war noch nicht daheim, und Klaus wuhte, dah es Morgen werden würde, eh« si« kam.

Ich werde gut schlafen", scherzte er.Denn es wird mir so einsam sein wie in meiner Kam­mer an Bord. ®« schneit auch nicht mehr, und ich kann sogar den Polarstern sehen. Reisen Sie glücklich und grühen Sie Eva-Marie von Die­men."

26.

Dr. Andresen fuhr heim. Er wuhte alle« in guten Händen. Klaus Behrens' Iustizrat sollt« die Abschrift von Eva-Maries Brief an Klaus Behrens selbst an die richtige Stelle nach Berlin senden. Er selbst, Dr. Andresen, schickte einen lan­gen Bericht an Exzellenz von Diemen nach Groh-Kubitz. Di« Veränderung, das Licht, das in die Angelegenheit gekommen war, und das di« furchtbar« Anklage gegen Eva-Mari« nichtig macht«, war eine grohe Genugtuung für Frau von Diemen. Aber der Gesundheitszustand des armen Mädchen- war noch immer beklagenswert. Roch lag «S wie ein Schleier über ihrem De- wuhtsein, noch war eS unmöglich, mit ihr zu sprechen, die drückende Last von ihrer jungen Seele zu nehmen, die sich immer wieder in, bet Klage kundgab, dah sie etwas nicht sagen dürfe, dah Renate es nicht wolle.

ES sind doch di« Treuen, die Wertvollen", sagte in tiefem Bedauern Professor Martinik,die das Leben am schwersten tragen. Di« Leichtsinni­gen verlieren nicht die Besinnung darüber. Die

trauern nicht so tief, weder um Ehre noch um Schuld."

Eine kleine Hoftnung hatte Dr. Andresen. Sva- Marie ah seit jener H)pnose, hatte ein ftänblac« Verlangen nach frischer Milch, unb ihr Gewicht nahm infolgebeHen zu. Da« war alles.

Wenn hoch ihr gefangener Geist an Klarheit zunehrnen wollte. Aber das blieb, wie es war. Rur stiller war sie geworden, nicht mehr so ruhe­los. War da« nun ein gute« Zeichen ober ein schreckliches?

Oft stand Dr. Andresen mit fragender Ditte vor dem älteren Freund.Was bedeutet da« wohl? WaS gebt in ihr vor?"

Lieber Herr Kollege", sagte freundlich der Professor.Ich weih es auch nicht. Wir können niemanden in den Kopf sehen, «he es zu spät für ihn ist. Wir müssen Geduld haben und da« Beste hoffen."

Das Beste hoffen? Können wir da«? Dürfen wir das?", dachte Heinrich Andresen, unb bann fiel ihm ein, dah einmal di« Schwester Margot, bic längst gemerkt hatte, dah Eva-Marie ihm mehr war als irgendein anderer Patient, ihn hatte trösten wollen. Das war an einem der Tag« gewesen, als Eva-Marie nicht effen wollte und immer matter wurde. Da hatte diese gute Schwester Margot, die ein hähliche« Gesicht unb eine schöne Seele hatte, schüchtern seine Hand genommen unb gesagt:Ach, Herr Doktor! Lieber den ewigen Schlaf, al« die ewige Rächt."

Run muht« er an die Worte Klau« Behrens denken:Tausend Jahre find eine kurze Spanne 3«tt.

Er lief hinaus in die kahle Alle«. Weihnachten war vorüber, auch der Januar neigte sich feinem End« zu.Rein, nein, ich kann mit Dem Trost des kleinen Götzen nicht« anfangen, ich bni zu sehr im Schaffen und im Leben."

Er dachte an die Sonntage von SanSsouci, an seines Lebens schönsten Frühlingstag, an den kiefernumstandenen ve« im kleinen Doot mit Eva- Marie. An di« Wanderungen durch IaSmunds Buchenwälder an der silberAänzenden Ostsee ent­lang. An seine sicher« Freude an ihrer sühen Liebe. Ls kann nicht sein, rief sein Herz, nein, eS kann nicht sein.

Sollte er versuchen, Eva-Marie an damalS zu erinnern?

Der Schn«« fiel in dicken Klumpen von den Dächern und von den Bäumen. Die Raben ver­liehen schreiend den Park.

(Fortsetzung folgt.)

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