Preuß.-Südd. Klassen-Lotterie!
Ziehung 1. Klasse 21. u. 22. Oktober ■ Lose bei den Staat!» Lotterieeinnehmern
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2er VcreiiMn!» am 1.10. Maur. Nälb'ier Vereine« abend am 7.10. in der Stabt Liöi.
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Nr. 250 Sroeites Statt
zrettag, 50. September 1932
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für ©bertfefien)
Aus Der Provmzialhaupiüaöt.
(Sieben, den 30. September 1932.
Gommers Abschied im September.
Das Leben im Land« ist still geworden, die Luft herber, sie trägt den Duft frifchen Obstes. Auf den Obstbäumen wartet noch manche Frucht der letzten Reife, wartet noch der Septemberfonne, denn gerade fie bringt das Aroma und die Sähe. Auch die Weinreben müssen noch tüchtig Sonne haben, mit den Sonnenstrahlen allein ist's nicht getan, die schaffen es nicht, wenn nicht noch der September nachhilft.
Wie herrlich kann doch die Septemberfonne scheinen — nicht mehr fo brennend wie im Hochsommer, sondern mit der gemächlichen steten Wärme, die Behaglichkeit auslöst. Darum liebt auch das Alter die Spätsommertage so sehr, und frisch wie im Frühling wird noch eine Wanderung ins nahe Dorf odet in mäßige Berge gewagt.
Wenn der Morgen kühl und hell einfetzt, der Weg uns hinausführt vor di« Stadt, wo die ©arten noch in reichem Blumenschmuck stehen, wenn am Zaun noch di« bunte Winde nickt und die letzten Rosen träumerisch über die Sternen- köps« der Geranien, Astern und Chrysanthemen schauen, dann jubelt die Ratur in den feurigen Farbentönen so lebensbejahend, daß wir wohl den Gesang aus Dogelkehlen im Augenblick nicht vermissen.
Hinter der Wiese beginnt die Dorhut deS Waldes. An den Zweigen der Bäume hängen feine weiße Gespinste, die verraten, dah nächtlicherweile zierlicher Besuch hier war: Elfen- schleier wehen im Morgenwind und hängen sich lose an Kleider und Hüte der Wanderer. Unö nun ist der Wald erreicht, die Sonne läßt di« Stelle rot aufleuchten — oder sollte noch der Rachtspuk sich verborgen halten, ist es das Haar der entflohenen Elfen, necken sie hinter den Bäumen? Ein leichtes Knacken, wie wenn ein Fuß auf einen dürren Ast tritt, und nun huscht es um einen Stamm. RoteS Haar! Auf den Baum hat sich ein Kobold geschwungen: da fitzt er und schaut mit seinen roten Aeuglein recht schadenfroh über den Schreck, den er verursachte, herunter: ein Eichhörnchen, das einmal ncch- gesehen, wie es dies Jahr um die Rust- und Ducheckernernt« steht.
Feine weiste Gespinste fliegen durch die Luft: „der Altweibersommer!" Unö das ist er, mild und lind wie alte, zärtliche, mütterliche Frauenbünde streicht sein Odem über die Erde, wie ab- ^schtednehmend und doch noch einmal alle Lieb« geb«nd. Rimm, o Mensch, so lange es dir noch vergönnt ist, aus dieser gütigen Hand: es ist ruhebringend für alle Herzen.
OerEisenbahnverkehramGrenadiertag
Anlästlich des 1. Hessischen Grenadiertags in Diesten am Samstag, dem L, und Sonntag, dem 2. Oktober verkehren die Personenzüge Rr. 474 Diesten — Limburg, Diesten ab 22.18 Uhr und Rr. 1649 Diesten — Dillenburg, Diesten ab 23.00 llfjr, an beiden Tagen 30 Minuten später, mithin Pz. Rr. 474 Diesten ab 22.48 älhr und Pz. Rr. 1649 Diesten ab 23.30 Uhr
Sonderpersonenzug 3756 Dietzen- Friedberg, Diesten ab 23.30 Uhr, verkehrt nicht nur am 2. Oktober, sondern auch am 1 011 d b e r 1932.
Polizei Inspektor Schaub nach Darmstadt versetzt.
Dom Polizeiamt Diesten wird uns mitgeteilt: Dolizeiinspektor Schaub ist zufolge Dersügung des Herrn Ministers des Innern mit Wirkung vom 1. Oktober zum Polizeiamt Darmstadt versetzt worden. Der allseits beliebte Beamte kam cm 1. Dezember 1922 von Darmstadt zum Polizeiamt Diesten. In den Jahren 1922 bis 1930 toar er Leiter des aus organisatorischen Gründen aufgehobenen 3. Polizei-Bezirks in der Kirch- siraste. Alsdann wurde er mit Dienstverrichtung zum Polizeiamt kommandiert.
Polizeiinspektor Schaub, ein sehr gewissenhafter, tüchtiger und überaus diensteifriger Beamter, war seinen Untergebenen stets ein verständnisvoller, mit ihren Röten vertrauter Beamter, der auch bei dem Publikum, mit dem er vielfach in dienstliche Berührung kam, hohe Wertschätzung genoß. Auch bei seinen Vorgesetzten war Inspektor Schaub wegen seiner in jeder Weise vorzüglichen Eigenschaften in gutem Ansehen.
DaS Polizeiamt sieht den geschätzten Beamten nur ungern scheiden und wünscht ihm an seinem neeuen, jedoch schon bekannten Dienstort, das Allerbeste.
Große Zleischdiebstähle im Schlachthaus aufgeklärt.
Der heuttge Polizeibericht teilt mit: Seit etwa einem halben Jahre wurden im hiesigen Schlacht, staus in kleineren Zeitabständen _ größere Fleifchmengen, w i e halbe Schweine, Äinderbug stücke usw. gestohlen. Trotz ge- nauer Kontrolle durch die Schlachthausverwaltung wurden am 28. September wieder ein Rinds- und «in Kalbsbug entwendet. Gestern gelang es nun endlich der Kriminalpolizei im Verein mit der Hchlachthausoerwaltung, den Täter zu fasten, der Tod) einen Teil des am Tage vorher entwendeten Fleisches in seinem Betrieb hatte. Es handelt sich im den 21jährigen Metzger W. P. aus Großen- Linden.
Vornotizcn.
— Tageskalender für Freitag. Ober* Hessischer Kunstoerein: 15 bis 17 Uhr, Turmhaus am Vrandplatz, Ausstellung: Lebendiges Foto. — DHC.: Monatsversammlung bei Hopfeld. — Bildungsver- tanb der Deutschen Buchdrucker, Ortsgruppe Gießen: 20 Uhr, Krausmüllersaal des Ortsgewerbevereins,
das Thema „Was lehrt uns die Entwicklung im Buchgewerbe?- — Saal der Christlichen Der- jammlung: 20.15 Uhr, Eoangelisationsoersammlung, Thema: Die Stillen im Lande oder die Treuen der letzten Zeit. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Gitta entdeckt ihr Herz"
" Kirchliche Fürbitte am Geburtstag desReichspräsidenten. Das hessische evangelische Landeskirchenomt weist in einem An- schreiben an die evangelischen Pfarrämter und Dekanate auf den 85. Geburtstag des Herrn Reichspräsidenten v. Hindenburg am kommenden Sonntag, 2. Oktober, hin. Es entspricht dem Wunsche des Herrn Reichspräsidenten, daß von allen amtlichen Feiern abgesehen wird. Dagegen hat die Reichsregierung vorgeschlagen und die hessische Staatsregierung diese Anregung befürwortet, dah in allen Kirchen am 2. Oktober des Geburtstages im Gebet fürbittend gedacht wird. Das Landeskirchenamt ordnet in der Uebergeu- gung, dah der Herr Reichspräsident dieser Anregung seiner inneren christlichen Einstellung nach zugestimmt hat, an, dah der Anregung am kommenden Sonntag im evangelischen Gottesdienst entsprochen wird.
•* Militärische Platzmusik. Anläßlich de» Geburtstages des Reichspräsidenten von S) i n«
toapparal und auf dem Diehmarkt ein braunes Kalb. Sachdienliche Angaben erbittet die Kriminalpolizei, Zimmer 24.
G.A.sSport.
Aus dem Mittelrheinkreis der OT.
Lin bekannter lurnersührer gestorben.
In Frankfurt a. M.-Rödelheim ist einer der bekanntesten und verdientesten Lurnerführer des Mittelrheinkreises nach kurzem, schwerem Leiden im Alter von 64 Jahren gestorben: Kaufmann Philipp 2t ö big. Am 1. Oktober findet die Beisetzung unter turnerischen Ehren in Frankfurt a. M. statt, an demselben Tage, an dem ihm aus Anlatz seines 50jährigen Turnerjubiläums besondere Ehrungen zugedacht waren. Der Entschlafene belleidete vis zu seinem Tode in führender Stellung nebeneinander eine ganze Reihe von Ehrenämtern. Seit 1895 ist er Vorsitzender der Tgm. Rödelheim, seit 1910 erster Dau- oertretet des Main-Taunusgaues, seit 1917 KrciL- kassenwart des Mittelrheinkreises der DT Seiner flugcn Finanzpolitik und vorbildlichen Sparsamkeit verdankt es der zweitgrötzte Kreis der D.T., dah er sich in diesen schweren Zeiten wohlgeord-
Vom 1. Oktober an erscheint
ein neuer Roman
im Gießener Anzeiger
Das Glück fand den Weg
von Gert Rothberg
Die Geschichte zweier Einsamer — die Geschichte zweier K&mpfer, die das Schiksal für einander bestimmt — ein Liebea- und Lebensroman von zwingender Folgerichtigkeit
Man bestellt den Gießener Anzeiger nebst seinen wertvollen Beilagen bei den Inhabern der 230 örtlichen Vertriebsstellen, bei den Trägerinnen oder in der Geschäftsstelle, Schulstr.7-9
Kostenlose Oktobergabe an alle Bezieher: Das Wlnterfahrplanheft
denb urg wird das Musikkorps unseres Bataillons unter der Leitung von Obermusikmeister firaufee am Sonntagmittag von etwa 12 bis 13 Uhr in der Südanlage beim Gymnasium Platzmusik veranstalten. Das Programm enthält einen Choral, bann Armeemärsche und das Deutschland-Lied.
•• Der katholische Gottesdienst am Grenadiertag. Anläßlich des 1. Hessischen Grenadiertages wird den katholischen Festteilnehmern am Sonntag, 2. Oktober, um 8 Uhr Gelegenheit zum Besuch der hl. Messe in der Pfarrkirche geboten. Die Predigt wird während des um 10 Uhr beginnenden Feldgottesdicnstes auf dem Trieb gehalten. Es wird ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß dort keine hl. Messe ist.
** Die Leuchtfontäne auf dem Trieb vor der Volkshalle wird anläßlich des Grenadier- tages am Samstag und Sonntag jeweils von 20 bis 22 Uhr in Betrieb gefetzt werden. Die Bevölkerung fei besonders darauf aufmerksam gemacht.
** Zur Reitjagd beim Grenadiertag am. morgigen Samstagnachmittag gibt die Leitung des Gießener Flughafens im heutigen Anzeigenteil bekannt, daß das reitsportliche Ereignis von der Terrasse des Flughafengebäudes aus besonders gut zu sehen sein wird. Interessenten seien auf die An- zeige hingewiesen.
*• Ein Fünfundf iebzigjähriger. Schlossermcister Louis Köhlinger, Wetzstein- stratze 4, vollendet am 1. Oktober bei voller De- snndheit sein 75. Lebensjahr.
•• Geschäftsjubiläum. Der Friseur- meister Erich S t u h e n st e i n, Reustadt 6, kann am morgigen Samstag auf seine 25jährige Tätigkeit als Geschäftsinhaber zurückblicken. Er hat vor 25 Jahren das Friseurgeschäft von dem da« maligen Inhaber S ch n e ck o übernommen und es seitdem mit großer Gewissenhaftigkeit fortgeführt. Der Jubilar erfreut sich in den Kreisen seiner Kunden allgemeiner Deliebtheit.
•• Geschäftsjubiläum. Der Ofensehermeister Philipp Hof, Großer Steinweg 14. kann am morgigen Samstag auf ein 30jähriges Bestehen seines Geschäfts zurückblicken. Der Jubilar erfreut sich allgemeiner Wertschätzung und des Vertrauens seiner Kundschaft.
•• Reichspost übernimmt Rund- funkstörungsdienst. Am 1. Oktober geht die Wahrnehmung des Rundfunkstörungsdienstes von den Funkhilfen der Funkstunde ‘Berlin, der Rorddeutschen. Ostdeutschen, Westdeutschen. Süd- westdeutschen, Süddeutschen und Mitteldeutschen Rundfunkgesellschaft sowie der Schlesischen Funk- stnnde auf die Deutsche Rerchspost über. Don die- fern Tage ab werden Meldungen über Rundfunk» störungen von, den Postämtern, Telegraphenämtern und Fernsprechämtern auch durch Fernsprecher entgegen genommen.
*• Gestohlen wurden aus einem Garten auf ber Insel eine fünf Meter lange Leiter: aus einem finte rmei Zabrradsättel. ein Boschdynamo, ein Pho-
ne ter Dermögensverhältnisse erfreuen kann. Besonders volkstümlich ist PH. Röbig aber als „Da- ter“ des Feldbergfestes geworden. Seit 1903 war er Vorsitzender des Feldbergfest-Ausschusses. Ihm in erster Linie verdanken die Feldbergseste die Wahrung ihres volkstümlichen Charakters. 23cim 78. Feldbergfest 1931 wurde PH. Röbig mit der Ehrenurkunde der D.T., der höchsten turnerischen Auszeichnung, geehrt.
Sportabteilung des Turnvereins Wieseck.
wieseck I — VfB. III 5:5 (2:1).
Am Sonntag wellte die 3. Mannschaft des DfB. Gießen zum fälligen Derbandsspiel in Wieseck. Wie erwartet, lieferten sich beide Mannschaften einen schnellen und hartnäckigen Kamps. In der 18. Minute konnte DfB. die Führung übernehmen. Der Gastgeber schaffte schnell den Ausgleich und konnte kurz vor Halbzeit das zweite Tor schießen. Rach Halbzeit erhöhte der Gastgeber auf 3:1 Toren. Aber die Gäste stellten durch zwei weitere Treffer ihrerseits den Ausgleich wieder her. Run ging der Kampf von neuem los. Wiesecks Stürmer schossen kurz hinter- einander weitere zwei Tore. Es waren noch fünf Minuten zu spielen. Die Wiesecker glaubten schon das Spiel gewonnen zu haben, als die Gäste durch Fehler der Hintermannschaft auf 5:5 aufholten. Wehrspottlamps im Zungdeutschen Orden.
Anläßlich der Heimweihe für die jungdeutsche Ordensjugend Gießen, fand am 25. September im Bergwerksgelände ein Wehrsportkampf für die jungdeutschen Bruderschaften Gießens und Umgebung statt. Die Kämpfe wurden bei ausgezeichneten Leistungen von dem einheitlichen Wehrwillen aller getragen. Von den 120 Wettkämpfern geben wir folgende kurze Siegerliste (G = Gießen, W = Wetzlar):
Jahrgänge 18 unö älter:
200 Meter Hindernislauf: 1. Dreuth (W): 2. K. H. Krausch (G) und Schäfer (Leihgestern): 3. Merzhäuser (W); 4. Schneider (G): Merzhäuser und Schröder (W) und Fuchs (Mainzlar): 5. Kern (Mainzlar): 6. Becker (G) und Schröder (W). Steinst oß en: 1. Schüler (G), 2. Benzler (Mainzlar): 3. Dreuch (W): 4. Körner (G): 5. Kern (Mainzlar): 6. Krausch (G). Keulenweitwurf: 1. Schüler (G), 57 Meter; 2. Schäfer (Leihgestern), 53 Meter: 3. Benzler (Mainzlar): 4. Dreuth und Schröder (W): 5. Weiß (G). Dreikampf: 1. Dreuth (W): 2 Schäfer (Leihgestern): 3. Benzler (Mainzlar): 4. Krausch (G): 5. Schröder (W): 6. Schneider (G). Mannschaftskampf: 1. Gießen, 17 Punkte; 2. Wetzlar, 22 Punkte.
Jahrgänge 15 bis 18:
100-Meter-Lauf: 1. Weiß (G): 2. Greilich (W); 3. Giggenbach (W): 4. Krausch (®); 5. Hennig (G). Stein ft ofeen: 1. Weiß (G); 2. Greilig
(W); 3. Krausch (G), 4. Giggenbach (W): 5. Habicht (G). Keulenweitwurf: 1. Greilig (W): 2. Weiß (G): 3. Krausch (G): 4. Heß (W); 5. Txt& (G). Dreikampf: 1. Weiß (G): 2. Greilig ('18); 3. Krausch (G): 4. Giggenbach (W); 5. Heß (W). Den Mannschastskampf gewinnt Gießen vor Wetzlar.
Jahrgänge 12 bis 15:
100-Meter-Lauk: 1. Nowotka (W): 2. Zi- dorn (W): 3. Kluge, 4. Dreuth (W): 5. Schäfer (G). S t e i n st o ß e n: 1. Nowotka ('18); 2. Schäfer (G); 3. Dreuth (W). 4. Rein, 5 Kluge. Keu 1 enweit - n>u r f: 1. Dreuth (W): 2. Schäfer (G). 3. No- motla ('18); 4. Kluge (W); 5. Schult (G). Drei« karnpf: 1. Nowotka (W); 2. Dreuth ('18.); 3. Schäfer (G); 4. Kluge (W); 5. Zidorn (W). Den Mannschaftskampf gewann Wetzlar überlegen vor Gießen und Butzbach.
Wirtschaft.
Berlin abgeschwächt.
Berlin, 30. Sept. (WTB. Funkspruch.) Nachdem es bereits gestern gegen Ende des Verkehrs zu teilweise recht empfindlichen Rückgängen gekommen war, hatte sich abends in Frankfurt eine Beruhigung durchgefetzt, die sich auch heute vormittag erhielt Der matte Schluß Neuyorks und di« Preisrückgänge an den Warenmärkten, insbesondere Kaffee war in Amerika stark oerflaut, wirkten sich zu Beginn der Börse kaum aus, da die optimistischen Ausführungen Thyssens auf der gestrigen Phönix-Generalversammlung die Stimmung in günstigem Sinne beeinflußten. Vereinzelt lagen für Spezialpapiere kleine Kauforders vor. Besonders in Montanen herrschte einige Nachfrage, wobei Stahlverein, bei denen Thyssen eine Sanierung nicht für unbedingt notwendig erklärt hatte, die Führung innehatten. Für Bekula bestand ebenfalls etwas Interesse Außerdem setzten Lahmeyer und Schultheiß mit Besserungen bis ju 1% Prozent ein. Anderseits waren Chadeaktien 4 Mark, Schlesisch« Bergbau 2, Bremer Wolle 1K, Mansfelder 1%. Schlesische Gas 2%. Aschaffenburger Zellstoff' 1 >4 und Schubert & Salzer 3 Prozent gedrückt. Auch Siemens fielen fchon anfangs durch schwache Haltung auf.
Im Verlaufe wurde es nach einigen Schwankungen — vorübergehend konnten sich sogar Besse- rungen bis zu 1 Prozent durchsetzen — allgemein schwächer. Einerseits verstimmte die unsichere Tendenz der Kunstseideaktien, anderseits kam in Siemens stärker Ware heraus, über deren Ursprung man sich nicht ganz im klaren war. Es hatte den Anschein, als ob eine größere Position aufgelöst würde. Der Kurs ging zeitweilig um TY» Prozent unter die gestrige Schlußnotiz zurück. Deutsche Anleihen lagen nur knapp behauptet, Altbesitz bröckelten im Verlaufe stärker ab. Schutzgebietsanleihe waren mit 5% Prozent recht fest. Ausländer tagen geschäftslos und wenig verändert, Bosnier tendierten fester. Reichsschuldbuchforderun- gen hatten kaum Veränderungen aufzuweisen. Ren« tenwerte lagen im allgemeinen ziemlich freundlich. Auch landwirtschaftliche Pfandbriefe konnten sich etwas erholen, da die Solidarbürgschaft entgegen den Befürchtungen der Börse nicht aufgehoben worden ist. Kommunalobligationen notierten bis zu 1 Prozent höher, auch 3nbuftrieoMigationen waren stärker gebessert.
Am Geldmarkt war am heutigen Quartalsultimo natürlich Tagesgeld sehr steif und mit 5 bis 7 Prozent (Monatsgeld ebenfalls 5 bis 7 Prozent) gesucht. Der Ultimo dürste aber, obwohl er Quartals- ultimo ist, doch keine größeren Schwierigkeiten bereiten und glatt überwunden werden. Privatdis. kanten waren weiter angeboten. Nach dem Ultimo glaubt man mit einer weiteren schnellen Geldver- flüffigung rechnen zu dürfen und infolgedessen natürlich mit gesteigerter Nachfrage nach erstklassigen Anlagen.
Frankfurt still und schwächer.
Frankfurt, 30. Sept. (WTB. Drahtmeldung.) Die Geschäftsstille zu Beginn der Börse war heute etwas stärker ausgeprägt, nachdem sowohl die Banken, als auch die Spekulation zum Ultimo glatt- gestellt haben und infolge Fehlens anregender Momente keine Neigung zu Neuengagements hatten. Die Tendenz neigte unter dem Einfluß der gestrigen matten Neuyorker Börse und dem teilweisen Rückgang der Warenmärkte zur Schwäche. Gegen die leicht erholte Vorwoche ergaben sich Abschwächungen von etwa 0,25 bis 0,75 v. H. mit Ausnahme des Montanmarktes, an dem die Kurse meist behauptet blieben. Die Ausführungen auf der geftri- gen Phönix-GD. wirkten nach, und die Auffassung, daß eine Sanierung des Stahlvereins nicht unbedingt notwendig sei, führte für die Werte der Stahlvereinsgruppe sogar Besserungen von 0,50 bis 1 v. H. herbei. Mannesmann lagen jedoch 1 v. H. schwächer. Durch stärkere Kursverluste fielen Zellstoff und Kunstseidenwerte auf, die von 1,50 bis 2 d. H. nachgaben. Am Elektromarkt eröffneten AEG. und Lahmeyer leicht gebelfert, Bekula und Licht und Kraft lagen etwas niedriger. Siemens litten erneut unter Angebot und verloren 3 o. H. I.G. blieben mit 99 o. H. nur knapp behauptet. Niedriger setzten noch Deutsche Linoleum und Contilinoleum mit je minus 1 v. H., sowie Norddeutscher Lloyd und Holzmann mit je minus 1,50 v. H. ein. Reichsbank eröffneten um 0,75 o. H. freundlicher. 1 v. H. Goldpfandbriefe waren weiter gesucht und 0,5 bis 1 v. H. fester. Dagegen lagen Liquidationspfandbriefe etwas ruhiger. Kommunalobligationen zogen ebenfalls 0,5 bis 1 v. H. an. Deutsche Anleihen bröckelten später weiter ab, ebenso verloren Schutzgebietsanleihen bis zu 0,25 v. H. Reichsschuldbuchforderungen blieben in späten Fälligkeiten mit 64,25 d. H. gut behauptet.
Infolge der anhaltenden Gefchäftsstille bröckelten die Kurse im Verlaufe erneut urn 0,5 bis 1 v. H. ab. Siemens waren weiter angeboten unö gaben erneut um etwa 4 v. H. nach, wobei man Tauschoperationen Segen Bekulaaktien, die etwa 1 v. H. höher lagen, eobadjtete. Tagesgeld war zum Ultimo stark gesucht und erfuhr eine Erhöhung um 1 auf 4,5 v. H.


