Einzelbild herunterladen

Wenn der Reichskanzler die Absicht gehabt habe, seine Erklärungen in der ursprünglich für den heutigen Freitag vorgesehenen Zusammenkunft der fünf Minister näher zu entwickeln, so brauche man nicht zu bedauern, daß diese Zusam­menkunft nicht st a t t f i u d e. Wenn Dr. Brü­ning sich als ein entschlossener Anhän- gcr der Aufrüstung auf der Grundlage der Gleichheit des Rechtes bekenne, so bedeute dies die Zurückweisung der Militärklau- scln des Versailler Vertrages. Die Enttäuschungen seien bisher stets auf Seiten der Gläubiger Deutschlands und der

Opfer des Krieges gewesen.IournaldeS Debats" schreibt, man wolle Brüning nicht etwa beschuldigen, daß er den Krieg wolle. Er wolle aber wie seine Vorgänger zu Zeiten Wilhelms II., daß Deutschland stark genug sei. um auf friedlichem Wege feinen Wil­len durchzusetzen. Da aber dieser Wille Forderungen umfasse, die mit dem Recht der anderen Rationen unvereinbar seien, würde sein System, das die Rationalsozia­listen noch brutaler anwenden würden, zum Kriege führen.

Wie der amerikanische Abrüstungs­vorschlag aussehen soll.

Das deutsche Heer als Aorm für die Herabsetzung der Heeresbestände.

Eine französische Darstellung.

Paris, 30. April. (IBIB. Funspruch.)Echo de Paris" will den amerikanischen Abrüstungsvorschlag resümieren können. Rach dieser Darstellung wünsche Staatssekretär Stimson nicht, dah die Konferenz sich verewige. Er sei und Macdonald scheine diese Ansicht zu teilen der Meinung, daß die Ab­rüstungskonferenz auseinandergehen könnte, nach­dem folgende drei Punkte erörtert wor­den feien, und die Form eines Vertrages angenommen hätten:

1. Beitritt Frankreichs und Italiens zum Londoner F l o l k e n a b k o m m e n vom April 1930;

2. verbo-t gewisser O f f e n s i v w a f f e n;

3. Herabsetzung der heeresbestände, wobei aus gerechte Grundlage das deutsche Heer als Rorm genommen werde, dos die unerläßliche Zahl zur Sicherung der inneren Ordnung und der Grenzpolizei eines Landes von 65 Millionen Einwohnern darstelle.

Das Blatt teilt weiter mit, datz der amerikanische Delegierte gewissen Delegationen eine Tabelle übergeben habe, in der für jedes Land die auf Grund obenerwähnter Berech­nung in Frage kommenden Ziffern an­gegeben feien. Danach besäßen das englifche und das amerikanische Heer weit weniger Truppen- bcstände, als ihnen zukommen würden, während Frankreichs Truppenbestände um mehrere 1 00 000 Mann herabgesetzt werden mützten.

Oie Notlage von Hessens Landwirtschast und Weinbau.

^eichsemährungsminister Gchiele kündigt für Juni seinen Besuch an.

Darmstadt, 29.April. (WSR.) Am Freitag voriger Woche stattete Finanzminister K i r n b e r - g e r, dem seit Auslösung des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft auch die Abteilung für Land­wirtschaft unterstellt ist, dem Reichsernährungs- minister Schiele in Berlin einen Besuch ab. Bei dieser Gelegenheit wurde von dem hessischen Finanz­minister dieRotlage. indersichdiegesamke hessische Landwirtschaft zur Zeit befindet, dem Reichsernährungsminister eingehend geschildert. Finanzminister Kirnberger wies weiter auf die ungünstigen Verhältnisse im hessi- s chc n w e i n b a u hin und ganz besonders auf die Rotlage in den Gemeinden, in denen O u a l i - tätsweinbau betrieben wird. In diesen Orten, wie Oppenheim, Rierstein, Badenheim, Rackenheim, Dienheim, Bingen-Büdesheim sei infolge des über­aus geringen Absatzes der weine bei sehr niedrigen Preisen, denen auf der anderen Seite sehr hohe Bebauungskosten und größere Kapitalaufwendungen bei niedrigeren Er­trägen entgegenstehen, eine derartige Bet- schüldung eingetreten, dah manche Güter kaum in der Lage sind, im Frühjahr zu düngen und die Beslellarbeiten sowie die Schädlingsbekämpfung durchzuführen, weiter wurde auf die ungünstige Lage, in der sich in Hessen der sehr ausgedehnte Gemüse- und Ob st bau befindet, aufmerksam gemacht. Die Preise, die in den letzten Iahren

für das heffische Gemüfe und Obst erzielt werden, feien so niedrig, dah von einer Renta­bilität nicht mehr gesprochen werden könne, und dah unbedingt von der Reichsregierung im Interesse dieser Betriebe etwas geschehen müsse, um die Einfuhr ausländischen Gemü­ses und Obstes zu verringern. Gan; be­sonders drückend wirke sich im Rhein-Main-Gebiet der Reexpcditionsverkehr für einge- sührtcs Gemüse und Ob st in Frank­furt aus. Schliehlich wurde noch erwähnt, dah auch die hessische Viehzucht und Vieh­haltung unter den geringen Vieh, und M i l ch p r e i s e n sehr zu leiden habe.

Der Reichsernährungsmini st er sprach die Hoffnung aus, dah demnächst Mittel bereitgestellt werden konnten, um eine Um­schuldung notleidender Weinbau­betriebe in die Wege zu leiten. Eine bessere Rentabilität im Gemüse- und Obstbau würde sich ergeben, wenn demnächst die Kontingentie­rung der Einfuhr dieser beiden Erzeugnis­gruppen, die er für nötig Halle, durchgeführt würde. Im übrigen würde er der Einladung, eine Reise nach Hessen zu machen, im Iuni gerne nach­kommen, um sich an Ort und Stelle über die Ver­hältnisse in der Landwirtschaft sowie im Dein-, Obst-, und Gemüsebau zu unterrichten.

-- ]

Oie Märchen vom deutschen Taschenpanzerschiff".

Eindrucksvolle Erklärungen Rheinbabens im Genfer Marineausschuß.

Genf, 29. April. (LH. Funkspruch.) Im Flot- tenausschuh der Abrüstungskonferenz gab Staats­sekretär z. D. von Rheinbaben eine grund­sätzliche Erklärung über die bisherige Flotten- politik Deutschlands ab, in der er mit großer Ent­schiedenheit den insbesondere auf französischer Seite gegen dasPanzerschiffDeutsch­land" erhobenen Vorwürfen entgegentrat und den reinen Ve r t e i d i g u n g s ch a r a k t e r des Schiffes hervorhob. Er erklärte u. a.: Die deutsche Abordnung sei den Vertretern Frank­reichs ganz besonders dankbar, dah sie auf diese Weise Gelegenheit gäben, vor aller Oeffentlichkeit die Märchen, die um dieses Schiff entstanden seien, zu widerlegen. Rhcinbaben führte als Morinesachverständiger den Rachweis, dah ent­gegen allen Vorwürfen und allen Behauptungen, die in der Oeffentlichkeit, in Parlamenten und sogar auf der Londoner Flottenkonferenz erhoben worden seien, Has neue deutsche Panzerschiff keineswegs einen besonderen An­griffscharakter trage, sondern lediglich ein ausgesprochenesDerteidigungs- mittel des deutschen Volkes sei. Dem deutschen Kreuzer würde besonders seine Geschwindig­keit vorgeworfen, obwohl gerade die Geschwin­digkeit in erster Linie eine Verteidigungs­waffe sei, um sich damit den Angriffen der weit überlegenen Grohschiffe entziehen zu können. Der Vorwurf eines außerordentlich großen Aktionsradius sei ebensowenig stichhaltig. Ein Land wie Deutsch­land, das in der Zahl seiner Kriegsschiffe äußerst beschränkt ist, habe nur Ruhen von einem Schiff, das sich möglich st lange auf See hal- t e n kann. Der größte Vorwurf sei jedoch, dah der Dau des Schiffes außerordentliche Geld- , summen verschlungen habe. Ich möchte hier, |

erklärte der Redner, vor aller Oeffentlichkeit mit Rachdruck feststellen, daß das deutsche Panzer­schiff nur halb so teuer ist als die drei­mal so großen Linienschiffe der an­deren Seemächte. Wenn Sie selbst somit zum Dau solcher Schiffe übergehen, ohne die Zahl Ihrer Linienschiffe zu erhöhen, so werden Sie einen Betrag von Baukosten erspa­ren, über den jeder Steuerzahler die größte Freude empfinden wird.

Der gegen Deutschland erhobene Dorwurf ist e i n typisches Beispiel für d i e Fabel vom Wolf und vom Lamm. Trotz der vielen Arbeit, trotz der hohen Kosten, die dieses Schiss uns Deut­schen verursacht hat, und trotzdem ich nicht leugnen kann, daß jedem flottenbewußten Deutschen ein ge­wisser Stollz erfüllt, daß es ihm gelungen ist, trotz der schweren Beschränkungen, die auf Deutschland lasten, ein brauchbares Derlei- digungsinstrument geschaffen zu haben, will ich doch auch bei dieser Gelegenheit in Erin­nerung zurückrufen, daß der deutsche Delegierte be­reits in der allgemeinen Aussprache der Konferenz die Erklärung abgegeben hat, daß Deutschland be­reit sei, auch dieses Schiff auf dem Altar der Abrüstung zu opfern, falls die anderen Mächte sich bereit finden wür­den, dasselbe mit ihrxn Linienschiffen zu tun. Deutschland sei bereit, sogar unter die für Deutschland im Versailler Vertrag festgesetzte Grenze zu gehen, wenn sämtliche übrigen Mächte sich den gleichen Bedingungen unterwürfen.

Die Ausführungen Rheinbabens fanden in den Kreisen des Ausschusses größte Aufmerksamkeit und besonders in angelsächsischen Kreisen eine weit­gehende Anerkennung.

Theaterdebaite im Finanzausschuß des Hessischen Landtags.

WHP. D a r m st a d t, 29. April. Der Finanzaus­schuß beschäftigte sich mit einem Antrag aus A b ° nnderuna der Stiftungsurkunde des Kerckhoff.Institutes in Bad-Nauheim. Unter erneuter Anerkennung der edlen Absicht des hochherzigen Stifters gab der Antrag Anlaß zu folgender Entschließung:Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags ist einstimmig der Auffassung, daß die Regierung auf keinen Fall irgendein fest­gelegtes Recht in Der Frage des Kerckhoff-Jnstituts preisgeben Darf."

Der Ausschuß setzte dann die Etatsberatung fort bei

Kapitel 72 Landestheater, das eine Ausgabe von 431 080 Mark (minus 109 000 Warf) vorsieht. Staatspräsident Adelung betonte die Notwendigkeit der Aufrechterhaltung dieses Kul­turinstituts als Landeseinrichtung. Die möglichen Ersparnisse sollen von Regierung und Theaterverwaltung ausgeschöpft werden. Bei einer Schließung des Landestheaters feien für Den Staat Z w a n g s l e i st u n g e n für persönliche Kosten, Pensionen, Bauunterhaltung usw. in Höhe von 580 000 Mark fällig, während man mit einem Staats­zuschuß von 431 000 Mark auskomme. Dr. Adelung erkannte die Leiftunaen der Stadtthea- *C.F.n Aainz und Gießen an und betonte, daß die Regierung auch diese Bühnen durch die schwere Zeit hindurchhalten werde.

Der Ausschuß lehnte Dann bei Stimmenthaltung Des Zentrums gegen Die Kommunisten Den LcmD- volkantrag ab, das LanDestheater als Staatsein­richtung aufzuheben und Den Staatszuschuß für Das Theater zu streichen.

Annahme fand ein sozialdemokratischer Kn- trag, einen Staatszuschuh zu geben in der Höhe, wie er entsteht, wenn das Thea­ter geschloffen würde. Außerdem fall Die Regierung keine weiteren Verträge abfchließen oder erneuern und erwägen, dem Landestheater Die Form einer Körperschaft oDer Gesellschaft mit S taatsbeteiligung zu geben. Bei der Ab- stimmung enthielten sich die Ratfonal- sozialisten und Zentrum Der Stimme.

Von nationalsozialistischer Seite war Die Schaf- fung einer Neuorganisation für Das Theater geforDert worDkn. Es sollte ein Theateraus- schuß gebildet werDen, in Dem Der seitherige Ver- roaltungsrat, Der seitherige Theaterausschuß Des LanDtags und die Stadt Darmstadt vereinigt seien. Die Regierung lehnte Den Antrag ab und betonte Die Neuorganisierung sei z u k o m p l i - ziert, Die jetzige Organisation sei viel einfacher. AußerDern trage nach Der jetzigen Organisation die Verantwortung allein Die Regierung unD Der Ge- neralintcnDant, während in Dem von Der NSDAP, angeregten Großen Ausschuß Die Verantwortung hin- unD hergleite unD Durch wechselnDe Mehrheiten größte Verlegenheiten unD unhaltbare Zustände ein­treten könnten. Der nationalsozialistische Antrag wurde mit fünf Stimmen Der Antrag­steller gegen fünf Stimmen Der Sozialdemokraten unD Kommunisten bei Stimmenthaltung des Zen­trums angenommen.

Der nationalsozialistische Antrag, aus Ittif fein des Landestheaters den Stadtthea- fern Mainz und Gießen Zuschüsse zu gewähren, wurde bei Stimmenthaltung des Zentrums für erledigt erklärt, nachdem die Re­gierung betont hatte, daß durch die inzwischen er­folgten Vereinbarungen mit den beiden städtischen Bühnen über die Bespielung von Vad- Rauheim und Darmstadt die Existenz der städtischen Bühnen gesichert sei.

Das Theaterkapitel wurde schließlich mitz3 sozial- demokratischen Stimmen gegen die beiden Kommu­nisten bei Stimmenthaltung von Nationalsozialisten und Zentrum genehmigt.

Tumult im irischen Parlament.

Die Abschaffung des Treueids in zweiter Lesung beschlossen.

D u b l i n, 29. April. (TU.) Irn Irischen Landtag kam es bei der Aussprache über Die Gesetzesvorlage 3ur Abschaffung Des TreueiDes zu äußerst erregten Szenen. Der Eosgrave-Abg. O ' C o n n o r

behauptete, Daß MitglieDer der irischen Parlarnenta- rischen Partei 1916 im englischen Parlament Die Nachricht von Der Hinrichtung von Drei irischen Re­volutionsführern mit Beifall begrüßt hät­ten. Der Abg. Dillon, Der Sohn Des Führers Der Damaligen Parlamentarischen Partei, fprang auf unD rief:Das ist eine oerDammte ßüge!'' Der Un­abhängige Abg. C o r b o n eilte auf O'Connor zu, ergriff ihn an Den Rockaufschlagen und schrie:Wenn Sie jünger wären, Dann würDe ich Sie auf Der Stelle töten!" Es gab einen großen Tu­mult, Der sich erst legte, als Die beiDen AbgeorD- neten ihre Aeußerungen wieDer Zurücknah­me n. Der führende republikanische Abg. Dan B r e e n machte Die auffefjenerregenDe Erklärung, daß er währenD Der irischen Unruhen vor Abschluß Des englisch-irischen Vertrages beabsichtigt habe. Den Damaligen englischen Gouverneur LorD F r e n ch zu ermorDen, um Die Beziehungen zu EnglanD zum Abbruch zu bringen. Wenn sich Die Gelegenheit jetzt wieDer ergeben würDe, so würDe er dasselbe noch einmal tun. Das Parlament nahm bann spät abends den Gesetzentwurf zur Ab­schaffung Des irischen TreueiDes mit 77 gegen 71 Stimmen in zweiter Lesung an.

Das Attentat von Schanghai.

Das erste Todesopfer.Furchtbare Verletzungen der anderen Japaner.

Schanghai, 30. 2lpril. (Reuter. Funkspruch.) Der Vorsitzende der japanischen Ko­lonie, der bei dem Dombenattentat schwer verwundet worden war, ist heute früh gestor­ben. Der japanische Gesandte verbrachte eine verhältnismäßig gute Rocht. Dem General ilt) b a wurden d ie Zehen des rechten Fußes amputiert. Der Reuter-Vertreter in Schanghai, der sich im Augenblick des Bombenattentats a u f der Tribüne befand und wie durch ein Wun- der'u nversehrt blieb, berichtet, daß der Ge­sandte Schigemitsu wie von einem plötzlichen Wirbelwind hochgehoben wurde und dann blut­überströmt zu Boden stürzte. Das Gesicht des japanischen Generalkonsuls glich einer offenen Wunde. Der Gesandte entrann dadurch dem Tode, dah japanische Krankenpflegerinnen sofort die Tlniform des Verletzten zerrissen, um die Wunden zu entdecken, kknd durch Anwendung von gedreh­ten Stricken an den Oberschenkeln Schigemitsu vor Verblutung retteten. Die Aerzte fürchten, dah ihm ein Dein amputiert werden muh. Admiral Romura hat ein Auge verloren. Eine andere japanische Persönlichkeit schwebt noch in Lebensgefahr.

Ganz Japan ist in Heller Empörung über den Schanghaier Anschlag. Wie verlautet, wird die Unterzeichnung des Waffen- stillstandsabkommens, die man für mor­gen erwartete, verschoben werden. Der 11 r * Heber des Attentates ist Mitglied der Koreanischen Unabhängigkeitspartei. Er führte noch eine weitere Bombe mit sich. Eine Anzahl von anderen Koreanern, die der Mit­täterschaft verdächtig sind, wurde in der fran­zösischen Konzessionszone verhaftet. Der An­stifter des Attentats soll ein Mitglied der pro­visorischen koreanischen Regierung sein und in der französischen Konzessionszone wohnen.

Aus aller Welt.

Volksdeutsche Kundgebung beim Deutschen Sängersest in Frankfurt.

Die Absicht, im Goethejahr einen Tag des deutschen Volkstums zu veranstalten, bei dem Kundgebungen der Deutschen in allen euro­päischen und außereuropäischen Ländern zu glei­cher Stunde stattfinden sollten, konnte infolge der schlechten Wirtschaftslage nicht durchgeführt werden. Der Deutsche Sängerbund hat dankens­werterweise sich bereit erklärt, seinem Sängerfest in Frankfurt bewußt ein volksdeutsches Gepräge zu geben. Reben einer großen Kundgebung im Palmengarten, die durch Radio nach Amerika übertragen werden wird, wird am 22. Juli in der Festhalle eine Volksdeutsche Weihe st unde stattfinden, bei der führende Vertreter des Deutschtums aller Länder und Erd­teile die gemeinsamen Bande betonen werden, die alle Deutschen miteinander verknüpfen. Durch den Vortrag der Kantate »Don deutscher Rot" von Georg Rellius, die vom Reichsinnenministerium und dem preußischen Kultusministerium durch einen Preis ausgezeichnet worden ist. werden diese Gedanken eine musikalische Ausdeutung er­fahren. In dem F e st z u g des Sängerbundsfestes werden die Ausländsdeutschen eingegliedert, um damit auch sinnfällig die Verbundenheit aller Deutschen zu zeigen.

Furtwängler in Paris.

Die Berliner Philharmoniker haben sich mit einem zweiten Konzert, Das wiederum Die Große Oper bis auf Den letzten Platz füllte, vom Pariser Pu­blikum oerabschieDet. Das Kernstück Des Programms bilDeten Brahms IV. Sinfonie und Das Vorspiel zu Wagners Tristan und Isolde. Die Ber­liner Künstler haben stärksten Beifall geerntet. Schließlich mußte Dr. Furtwängler Das Vorspiel zu den Meistersingern zugeben. Freitag abend kon­zertierte das Orchester in Straßburg. Furt­wängler wird im Juni wieder nach Paris kommen und in Der Großen Oper zwei Aufführungen von Tristan und IsolDe Dirigeren. Als Solisten für diese Vorstellung in Deutscher Sprache sind u. a. gewon­nen Lauritz Melchior, FrieDa LeiDer, Alexander Kipnis.

Betrügereien beim Wohlfahrtsamt Berlin-Mitte.

Bei der Zahlstelle des Wohlfahrtsamtes Ber- lin-Mitte sind umfangreiche Betrügereien aus- gedeckt worden. Bei einer Kontrolle hat sich herausgestellt, daß seit etwa einem halben Jahre eine große Anzahl Personen gefälschte Pa­piere vorlegte und daraufhin erhebliche Unter ft Übungen bezogen hat. Die Kri­minalpolizei nahm fünf junge Männer fest. Diese haben monatlich je 88 Mark bezogen. Es ist möglich, daß die einzelnen falschen Mrscheinigun- gen aus einem Diebstahl stammen, der vor einiger Zeit von einem Expedienten eines Wohlfahrtsamtes begangen worden ist. Der Scha­den dürfte recht beträchtlich sein. Der Vorsteher der Zahlstelle wird beschuldigt, bei der Prüfung der einzelnen Unterlagen fahrlässig vorgegangen zu sein. Er wurde von seinem Dienste suspendiert.

Der Schwedenzug überfährt ein Landfuhrwerk.

Auf Der Strecke AngermünDe Pasewalk wurDe bei Wilmersdorf in. Der Uckermark ein ßanD- fuhrwerk Der Arnimschen Gutsverwaltung Luckow oomSchweDenzug überfahren. Der Kut­scher war sofort tot. Ein schwerverletztes Pferd mußte getötet werDen. Der D-Zug erlitt 65 Mi­nuten Verspätung. Das Unglück ist Darauf zurückzu­führen, daß Die Schranke nicht geschlossen war.

Schweres Schiffsunglück in Iapan.

Zwei japanische Dampfer find auf Der Höhe von Hiroschima zusammengestoßen. Der eine Dampfer, auf Dem sich gegen 100 Passagiere befan­den, sank innerhalb weniger Minuten. 37 Personen werden vermißt. Bisher sind 13 Leichen geborgen.

Eine neue deutsche himalaja-Expeditton.

Dpn München aus wurden in aller Stille die Vorbereitungen zu einer großzügigen deutschen Himalaja-Expedition getroffen. Leiter der Ex­pedition ist der Münchener Ingenieur Willy M e r k l, einer der befähigsten jungen deutschen Bergsteiger. An der Expedition werden weiter teilnehmen: Diplomingenieur Fritz Bechtold, Trostberg (Bayern), der Münchener cand. ing. Herbert Kunigk, Fritz W i e ß n e r, Dresden, Felix Simon, Leipzig, Peter Aschenbren­ner, Kufstein, und der Wilhelmshavener Ma­rinearzt Dr. F. Fetzer. Die Mittel zu dieser Unternehmung verdankt Merkl in der Hauptsache einer Spende aus Amerika, das auch durch zwei Teilnehmer vertreten sein wird. Am 26. April wird die Expedition von Genua aus nach Indien abreisen. Das Ziel der Un­ternehmung ist, den ersten 8000er zu erobern. Von den 13 SOOOern, die sämtlich im Himalaja und Karakorum liegen, ist bis jetzt noch keiner erstiegen.

Erdrutsch in Westvirginien.

In M a r m e t (Westvirginia) kam es infolge eines Dammbruches zu einem Erdrutsch, durch den sünfPersonen erdrückt, drei von großen Erdmassen verschüttet und sieben verletzt wurden.

Wettervoraussage.

Von der westlichen Störung greift ein Aus­läufer vor, welcher sich über unseren Bezirk er­streckt und durch den stärkere Bewölkung und auch vereinzelt etwas Riederschlag eintreten. Eine wesentlich weitere Beeinflussung ist nicht zu er­warten, vielmehr dürfte die Trübung zurückgehen und zeitweise aufheiterndes Wetter cintreten.

AussichtenfürSonntag: Reblig-wolkig mit Aufheiterung, meist trocken, Temperaturen nur wenig verändert.

Aussichten für Montag: Im allge­meinen wenig Aenderung der Wetterlage.

Lufttemperaturen am 29. April: mittags 21,7 Grad Celsius, abends 14,3 Grad; am 30. Avril: morgens 11,7 Grad. Maximum 22,1 Grad, Minimum 10,1 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. April: abends 17,1 Grad: am 30. April: morgens 12,6 Grad Celsius. Niederschläge 0,4 mm. Son- nenscheindauer 9^ Stunden.