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zu vermeiden, zumal der Barmer-Dank-Verein ein erhebliches Geschäft mitbringt und die Zahl der mit zu übernehmenden Angestellten nur etwa 1000 beträgt. Wenn schon ein Abbau notwendig wird, so möge man ältere Angestellte angemessen pensionieren, wodurch ohne weiteres der etwa erforderliche Ausgleich geschaffen wird.

CBci der Fusion der Danatbank mit der Dresd­ner Dank kommen zwei größere Beamtenkörper zusammen, die insgesamt rund 13 000 Köpfe zäh­len. Es ist sicherlich nicht uninteressant, darauf zu verweisen, daß Ende 1923 die beiden nunmehr zusammengelegten Institute 52 ZOO Angestellte zählten, also einen vierfach größeren Personal­bestand zu verzeichnen hatten. Ein erfreuliches Moment ist es, daß der Reichsfinanzminister, der vor den Fusions-Beschlüssen mehrmals mit dem Deutschen Dankbeamten-Derein über die damit zusammenhängenden Angestelltenfragen verhan­delte, sich bereit erklärt hat, durch das Reich der Dresdner Dank 20 Millionen Reichsmark in bar zur Verfügung zu stellen, damit durch diesen »Härte-Fonds" in all den Fällen eingegrifsen wird, in denen Angestellte durch diese Fusion ihre Existenz einbühen. Auch bei dem Zusammen­schluß der Dresdner DankDanatbank muß mit größter Eindringlichkeit die Forderung erhoben werden, bah ein Abbau von Angestellten möglichst vermieden wird, zumal es sich auch hier durchweg um qualifizierte Angestellte handelt, die ihre ganze Arbeitskraft ihren Instituten und damit der Gesamtwirtschaft gewidmet haben und nun­mehr einem völlig ungewissen und trostlosen Schicksal überliefert würden. Aeltere Angestellte mit längerer Dienstzeit sollte man zu ausreichen­den Sätzen pensionieren. Sollten Angestellte zur Entlassung kommen müssen, so mühte deren Exi- | stenz für längere Zeit sichergestellt und ihnen >

die Zusicherung gegeben werden, daß bei Wieder­bedarf an Arbeitskräften auf die abgebauten Angestellten in erster Linie zurückgegriffen wird. Wir sind überzeugt, daß sich bei vernunftmähiger und sozialer Behandlung dieser sicherlich schwie­rigen Fragen ein Weg finden läßt, die berech­tigten Wünsche der Angestellten zu erfüllen, zumal dann, wenn in Berücksichtigung gezogen wird, daß in einem solchen Großbetrieb der natur­gemäße laufende Abgang an Personal mit der Zeit ohne weiteres zu einer Verringerung der Angestelltenziffer führt. Richt unbillig kann das Verlangen angesehen werden, daß der 20-Mil- lionen-Härtefonds des Reiches nicht dazu benutzt wird, um etwa Riesenabfindungen für abzu­bauende Direktoren und Aufsichtsräte zu ge­währen. Dieser Fonds muß zur Milderung der Retlage derjenigen Angestellten dienen, welche bei dieser Bankenfusion die Leidtragenden sind.

Angesichts der trostlosen Lage des Arbeits- morktes für Angestellte hat auch die Oeffentlich- keit ein starkes Interesse daran, daß die neuer­lichen Dankenfusionen nicht dazu führen, weitere Tausende von Bankangestellten in Rot und Elend geraten zu lassen. Im Interesse der Betroffenen muß vielmehr in ernster und gewissenhafter Weise eine sozial befriedigende Lösung gefunden wer­den. Es dürfen im Bankgewerbe, als dem Dreh­punkt der deutschen Volkswirtschaft, nicht neue Spannungen entstehen, die auch nach anderer Richtung hin sich verhängnisvoll auswirken wür­den. Der harte Schlag für die Bankangestellten kann abgewendet oder mindestens gemildert wer­den, wenn dem dringenden Appell der Bank­angestellten und ihrer Berufsorganisation, dem Deutschen Dankbeamten-Derein, Rechnung ge­tragen wird.

polens Angst vor der eigenen Krise.

Don unserem ^-Berichterstatter.

Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!

Warschau, März 1932.

Hervorragende Männer der Geistes- und Tat­sachenwelt Reupolens haben es wiederholt hervor­gehoben, daß das polnische Volk zwar das Rei­nigungsbad einer 150jährigen Gefangenschaft überlebt habe, seelisch aber in keiner Weise geläutert in den neuen Staat eingegangen sei. Die Seele und der Charakter des Volkes blieben dieselben, die sie vor dem Verlust der staatlichen Selbständigkeit waren und wie sie da­mals entscheidend zum Zerfall des Staates 6ei- getragen haben. Vor allen Dingen sind es jahr­hundertalte Einflüsse einer spezifischen geo- und kulturpolitischen sowie landschaftlichen Lage, die dem Dolkscharakter den Stempel einer schicksal­haften Wesenheit aufdrückten, und die zu ändern nicht einmal solche erschütternde Erlebnisse wie Verlust der Staatlichkeit zu verwischen vermochten. Es wird in Polen viel darüber geschrieben und gesprochen, aber das Fehlen einer Fähig­keit zur tiefgründigen Selbstkritik verhindert es stets, den sich mit logischer Uner- bittlichkeit aufdrängenden Zusammenhang zwischen der Tatsachenwelt und den geistigen und seelischen Werten des Volkes zu erkennen und die prakti­schen Folgerungen daraus zu ziehen.

Es ist vor allen Dingen ein auffallendes Mißverhältnis zwischen Wollen und Können, zwischen dem gesteckten Ziel und den zu seiner Erreichung angewandten Mitteln, zwi­schen Wort und Tat und schließlich zwischen der realen Tatsache und ihrer Beurteilung. Darum fehlt den Polen auch das den innerlich und po­litisch ausgereiften Völkern eigene Maß für die vorhandene Wirklichkeit, das richtige Gefühl für den Abstand zwischen Wirklichkeit und Einbildung, es fehlt vor allem der sichere Blick für historische Zusammenhänge. Dieser Zwiespalt, diese Un­ausgeglichenheit, die oft zur Hemmungslosigkeit ausartet, äußert sich im primitiven Leben, in der Politik und in der Wirtschaft. Und dieses un­vermittelte, unausgeglichene Auf und Ab von zwei entgegengesetzten Raturen ist deutlich be­merkbar sowohl in der Innenpolitik im Zusammen­leben des polnischen Volkes mit den übrigen 40 Prozent nichtpolnischen Rationalitäten innerhalb der Grenzen des polnischen Staates als auch in

Salut für Karl May!

Zu seinem 20. Todestage am 30. März. Don Harry Schreck.

Hallo, old boys, erinnern wir uns noch, nach welchen Grundsätzen ein erfahrener Westmann die Fährten einer Mustangherde von der Spur einer Schar berittener Komanchen unterscheidet? Dach welchen Himmelsrichtungen man, falls man kein Greenhorn sein will, im Kreise befreundeter Apachenkrieger die ersten Rauchschwaden des Ka- lumets atmen muß? Und auf welche Weise der wohlunterrichtete Trapper im Angesicht eines Grisly mit dem Messer verfährt?

Wissen wir des ferneren noch, wie man mit der Bola ein Maultier fängt, mit dem Henrystuhen ein Viertelhundert guter Schüsse durch einen Lanzenschaft jagt, mit einem sogenannten Jagd- Hieb die feindlichen Schläfen betäubt? Wieso man im Grunde nichts von dem Stamm der Kiowas halten kann, die bei Licht besehen fast alle Schurken sind? Und weshalb man im Bezirk der Savanne gut daran tut, kein baumhoch lodern­des Lagerfeuer aus dürrem Holz anzuschüren?

Ja, und sind wir auch noch im Bilde, wozu ein Mokassin bient; was ein Medizinbeutel ist; was man als Leggins bezeichnet? Ahnen wir noch, was ein Scout damit sagt, wenn et dem nachbarlichen Fallensteller die FlücheAll devils undThunderstorm an den Schädel wirft? JInö können wir nebenher auch noch den schlüssigen Beweis führen, warum es eine Schande ist, wenn Bleichgesichter die Heimat ihrer roten Brüder vermessen, um neue Eisenbahnen zu bauen?

Pshawl Natürlich erinnern wir uns noch!

'Senn schließlich sind wir alle einmal elf oder dreizehn Jahre alt gewesen; und alle haben wir damals in dem wilden, abenteuerlichen Glück des Herzens vor den zerlesenen, abgegriffenen Seiten eines jener dicken, halb verbotenen Bücher ge­hockt, die uns die Welt der Rechenaufgaben, in denen sich immer zwei Radfahrer begegnen muß­ten, und der Schulaufsähe, in welchen stets ir­gendein schiefes Sprichwort zu erklären war, so zauberhaft verwandelte ... so zauberhaft, daß jene Welt der doppelläufigen Silberbüchsen und Lassos, der Skalps und Wigwams viel wirklicher wurde als dih m der wir angeblich nie M di«

der Außenpolitik, in den Beziehungen zu den Völkern und Staaten außerhalb der Grenzen Polens.

Schon der geniale Menschenkenner Bismarck erfaßte diesen Wesenszug des polnischen Volkes. Er sagte:DiePolen sindPoeteninder Politik und Politiker in der Poe- s i e. Die letzten Jahre in der Politik Reupolens haben eine unendliche Kette von Tatsachen ge­schaffen, die diesen Ausspruch zur Genüge be­legen. Das beste Beispiel für das Mißverhältnis zwischen dem politischen und staatlichen Können und dem beinahe krankhaft übertriebenen Wollen, ist die Größe und der Umfang des neuen polnischen Staates. Wie soll man Herr sein über die vielen andersdenkenden, an- dersfühlenden und vor allen Dingen anderswol- lenden Dolksteile, um die herum im Rausche einer staatlichen Wiedergeburt die Grenzen des jungen Staates mit Gewalt und Tücke gezogen wurden? Wie soll man der glimmenden und immer wieder aufflackernden anarchischen Instinkte des eigenen Volkes Herr werden? Dazu braucht man Ge­walt mehr als man vertragen kann. Und darin liegt nicht zuletzt auch eine gewisse Tra­gödie des Volkes.

Die Größe des Staates bedingt den Umfang, vielmehr die Länge seiner Grenzen. Hinzu kommt, daß eine besondere geographische Lage es be­wirkt hat, daß die Grenzen dieses aufgeblähten Staatengebildes landschaftlich unge­schützt zu den umliegenden Staaten offenstehen. Die Gesamtlänge der polnischen Staatsgrenze be­trägt 5397 Kilometer einschließlich der 101 Kilo­meter langen Seeküste. Mit Deutschland be­trägt die Grenze 1912 Kilometer, wovon allein auf Ostpreußen 607 Kilometer entfallen. An R u hland grenzt Polen in einer Länge von 1407 Kilometer, wovon allein auf die Grenze gegen die Ukrainer über 608 Kilometer entfallen. Mit Litauen beträgt die Grenze 405, mit der Freien Stadt Danzig 150, mit Lettland 109, mit Rumänien 336 und schließlich mit der Tsche­choslowakei 917 Kilometer. Demnach grenzt Polen mit sechs souveränen Staaten, von denen drei »Revisionsansprüche hinsichtlich der polni­schen Grenze im Schilde führen". Mit Ausnahme der Tschechoslowakei, deren Grenze längs des

Schule, sondern für das Leben lernten so zau­berhaft, daß der nüchterne Stadtpark zum Ur* Wald wurde, in dem sich der schmale Knall der Zündblättchen-Pistole wie der dröhnende Donner eines Därentötergewehrs, der Schrei unserer knabenhaften Kehle wie der Kriegsruf der Rot­häute anhörte.

Oder schritten wir etwa nicht ehrbar und recht­schaffen durch die Settlements der Goldgräber* stadt, wie sie Old Firehand rechtschaffen ehrbar durchschritt? Zwinkerten wir nicht schlau und Ustlg tote Sam Hawkens? Waren wir nicht gleich Old Shatterhand gerecht und beispiellos überle- gen? Und gingen wir nicht schlank, schweigsam, heroisch an unseren Mitbürgern vorüber, wie es Wmnetou tat, dessen bronzefarbenes Antlitz uns Vorbild und Gleichnis war?

By Jove, ihr alten Pfadfinder, es war so!

Freilich, das Leben hat späterhin nicht gewollt, daß wir Tomahawks in der Faust hielten oder Kugeln in unsere Vorderlader stießen. Es hat nicht gewollt, daß wirHowgh oder wenigstens Zounds" zu unseren Freunden sagen; und es hat uns auch leider die Goldbeutel mit Ruggets vorenthalten. Wie es uns dann den Federschmuck den Marterpfahl und die Mustangs nahm, um uns dafür die Schreibmaschinen, Geschäftsbücher und Schalterfenster aufzuhängen.

Und wenn wir es recht bedenken, sind wir auch nie so kühn, so entschlossen und gutherzig so edel und tüchtig geworden, wie es Manitou dem Großen Geiste gefallen hätte, der seinen Geschöpfen empfahl, gegeneinander brüderlich zu sein und die Wahrheit zu lieben. Wie wir des­gleichen es öfters versäumt haben, so zuverlässig zu sein wie ein Trapper, so geschmeidig wie ein Vaquero und so weise wie Intschutschuna, der über die Apachenstämme herrschte ...

Denn die Verhältnisse haben es eben anders gewünscht als Karl Mays herrliche Bücher, die das Leben bunt und weit und geheimnisvoll machten und die Welt mit den wilden Span­nungen einer feurigen Betriebsamkeit versahen Unb die Verhältnisse sind es bann wohl auch gewesen, welche ben meisten von uns mit ben Sauren bie großen Profile Old Shatterhands und Winnetous im Halbnebel der Erinnerung an unt) Schulaufsatz zerrinnen ließen.

Ach ... wenn die Verhältnisse nicht wären!

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Karpathenkammes läuft, sind sämtliche Grenzen offen und un ge schützt. Kein Wunder, wenn in Anbetracht dieser erdrückenden Tatsachen dem polnischen Patrioten sowohl die Stärke der polnischen Friedensarmee als auch die Höhe des Heeresetats unzureichend und gering Vorkommen. Schon der verstorbene Außenminister, Graf Sir- zynski, prägte den Sah, daß 75 Prozent der Gren­zen Polens bedroht, 20 Prozent unsicher und nur fünf Prozent nicht gefährdet seien. Mit diesem lapidaren Sah soll das Bedürfnis nach Sicherheit der Grenzen seine Rechtferti­gung finden. Auf die sich gerade in diesem Zu- sammenhang aufdrängende Frage, wer eigentlich an diesen wahnsinnigen Grenzen Schuld trägt, ist bie Antwort bereits oben erfolgt.

Wie steht es mit bem polnischen Sicherheitspro- blem ? Vier Rachbarstaaten scheiben aus nahe­liegenden und allenthalben bekannten Gründen von vornherein aus. Das ist zunächst Lettland und Litauen, die zu klein undzu schw ach find, um in irgendeiner ernstlichen Weise für Po­len eine Gefahr zu bilden. Im Gegenteil, die Versailler Kellergewächse dürften bei jedem stär­keren Ostwind auf eine Anlehnung an bie Mi­litärmacht Polen angewiesen sein. Mit Rumä­nien verbinden Polen verschiedene Verträge, vor allen Dingen ein enges Kriegsbündnis. Mit der Tschechoslowakei bestehen keine solche Ge­gensätze, bie eine Austragung mit Waffen je ver­suchen dürften. Ueberdies verbindet diese beiden Staaten das starke Vasallenband mit dem gemein­samen Protektor Frankreich. Es bliebe danach Sowjetrußland und Deutschland. Wenn auch bie russische Sphinx zweifellos große Ge­fahren in sich birgt, so steht fest, daß gerade bie gegenwärtige Lage in und um Sowjetrußland her­um derart kritisch unb kompliziert ist, daß eine ernstliche Aktivität Sowjetrußlands im Westen sogar für bie fernere Zukunft nicht angenommen werden kann. Als doppelte Sicherung käme schließ­lich noch der zwischen Polen unb Sowjetrußland verhandelte Richtangriffsvertrag in Betracht.

Die öffentliche Meinung Polens über diese Frage wird im wesentlichen durch nachstehende Erklä­rung gekennzeichnet:Der polnisch-sowjetrussische Richtangriffspakt ist das Ergebnis der realen und gemeinsamen Interessen dieser beiden Staaten. Die polnisch-sowjetrussische Grenze ist im Hinblick auf die allgemeine Situation beider Staaten eine Friedensunion. Die Tatsache, daß im gegenwär­tigen Zeitpunkt die ganze Aufmerksamkeit Ruß­lands dem Osten zugewandt ist, und die Aufmerk­samkeit Polens nach dem Westen ist nicht bie Folge irgendeiner vorübergehenden Konjunktur, sondern der Ausfluß einer historischen Ordnung der Ver­hältnisse. In diesem Sinne ist der polnisch-sowjet- russische Richtangriffsvertrag kein künstliches Pro­dukt. Er ist die Folge organischer Rotwendigkeiten und Interessen beider Seiten. Und darauf beruht die Garantie seiner Dauerhaftigkeit und seiner Be­deutung." Diese historischen Rotwendigkeiten unb die politische Bedeutung des Vertrages hat der frühere langjährige Handelsminister Pilsudfkis, Eugen Kwiatkowski, in einem soeben erschie­nenen Werk über Polen u. a. in sehr aufschluß­reicher Weise begründet. Rach Meinung Kwiat­kowskis fei es eine Erbsünde Polens gewesen, bah esfeinen Blick vom Westen und von der Ostsee­küste abgewandt, den Weg des großen Widerstan­des, aber auch großer Vorteile verlassen unb sich von ber Quelle seiner Macht im Westen zur Quelle seiner Schwäche im Osten getoanbt hat." Darum fei. wie Kwiatkowski kategorisch folgert, das höchste Gebot ber polnischen Außen­politik ber Westen und die Ostsee. Ueber bas Verhältnis zu Deutschland, welches sich durch eine derartige Betrachtungsweise logisch aufbrängt, sagt Kwiatkowski folgendes:Der ge­genwärtige Angriff ber preußischen Politik ist nicht wie früher bie Folge von Groberungsplänen der Dynastie unb der Regierung, sondern sie wurzelt bereits in den untersten Schichten des deutschen Volkes". In Frankreich sieht Kwiatkowski den einzigen, den besten und den sichersten Bundesgenossen:Seine (Frankreichs) Macht unb seine Erfolge sinb unsere Macht und unsere Erfolge, sind bie Garantie des Friedens für Polen. Sein Mißerfolg wird automatisch zu unserer Riederlage. Dieses Bündnis ist darum eine natürliche, biologische Rotwendigkeit, ist bie unveränderliche unb dauerhafte Grundlage unse­rer Außenpolitik."

Dieses Zeugnis eines der einflußreichsten und

Gleichwohl: vergessen haben wir den Kameraden unserer elften und dreizehnten Daseinsjahre nie. Denn er war unser Dichter. Der Erzähler unserer jungenhaft herben Sehnsüchte. Der Dichter, ber uns tapferer, besser und heldenhafter werden hieß, weil er von der Enge seines Umkreises, von der Gehässigkeit seiner Mitmenschen verfolgt und von ber Tucke des Schicksals geängstigt sich selbst die heldisch harte Maske eines Old Shatterhand schuf.

Rein, vergessen haben wir ihn nie. Weil wir uns selbst nie vergessen können uns, die wir einst elf unb dreizehn Jahre waren und unsere Phantasien in bie Weite der großen Prärie und der unendlichen Savannen sturmen ließen, die Horizonte erreichten und Erdteile durchschweiften, über welchen bie Sterne schimmernder glühten! Weil sie nicht von der unzuverlässigen Ratur, sondern von dem Wunschtraum eines Mannes namens Karl May geformt waren!

Heben wir also heute unsere Därentöter- unb Silberbüchsen auf!

Laben wir sie mit bem Schießpulver unserer Erinnerungen:

Zum Salut für Karl May!

Moderne Amazonen.

Bei den letzten heftigen Kämpfen der Chinesen gegen die Japaner haben sich, wie aus Schang­hai berichtet wurde, Frauen besonders ausgezeich­net. Etwa 12 Kilometer von Schanghai entfernt, fanden englische Beobachter einen geschickt ver­deckten Schützengraben quer über der Straße, ber mit einem Dutzend Chinesinnen in selbst hergestell­ten Uniformen aus blauem Kuli-Tuch besetzt war. Die Frauen erklärten, daß sie die Straße gegen ein weiteres Vordringen ber Japaner verteidigten. Eine Woche später drang auf diesem Wege ein japanisches Bataillon vor und wurde mit einem Kugelregen begrüßt. Immer wieder stürmten die tapferen Soldaten gegen bie verschanzte Stellung an, aber ihre Leichen häuften sich und bildeten schließlich eine Deckung für die Verteidigerinnen. Der japanische Befehlshaber muhte den Befehl zum Rückzug geben und erfuhr erst später, daß ihm bie furchtbaren Verluste von Amazonen beige­bracht worden waren. Es ist auch schon früher in China vorgekommen, daß sich die Weiblichkeit Ätt» WaUevHanÄvsÄ widmete. Während bes Re-

bedeutendsten Mitarbeiter Marschall Pilsudfkis ist für die Beurteilung der gegenwärtigen polnischen Außenpolitik und der grundsätzlichen außenpoliti­schen Haltung der gesamten polnischen Ration von ganz eminenter Bedeutung. Es ist ein Beweis, daß die östliche Konzeption Marschall Pilsudskis. für die es über alle Zweifel erhabene Beweise gibt, eine Konzeption gewesen ist, die erstens sich auf ihn selber und vielleicht noch auf einen kleinen Kreis von vertrauten Männern beschränkte, und daß sie zweitens ber grunbsählichen Einstellung des Großteils der polnischen Ration diametral entgegengesetzt war. Darum drängt sich die lo­gische Schlußfolgerung auf, daß die durch einen notorischen Haß gegen Deutschland diktierte Ein­stellung des Großteils des polnischen Volkes über die außenpolitische Konzeption seines gegenwärtig erfolgreichsten Führers einen endgültigen Sieg da­vongetragen zu haben scheint.

Aus dieser Sachlage heraus, glauben die jewei­ligen und verantwortlichen Führer und Staats­männer des Volkes entsprechende Pflichten und Rechte ableiten zu müssen: Darum hat Kwiat­kowski das Recht, zu erklären, daß ein enges Bündnis mit Frankreich und in logischer Folge natürlich eine deutschfeindliche Poli­tik für Polen ein Dogma der Außenpolitik sein unb bleiben müsse. Darum hat Zaleski-die Pflicht, sich in Genf in vasallenhafter Pflichterfüllung rück­haltlos für die französische Abrüstungssabotage zu entscheiden und bie Rotwendigkeit einer großen polnischen Armee zu begründen. Darum werden zur Verdunkelung der klaren aus dem Versailler Vertrag hervorgehenden Abrüstungspflichten my­stische Anträge auf »moralische" Abrüstung ein­gebracht. Darum ist es Pflicht der Regierung, eine große Armee in Kampfbereitschaft zu halten, bie zum Erstaunen ber Welt mehr als ein Drittel des gesamten Haus- Halles verschlingt. Darum glaubt das Volk, diese ungeheure Last mit patriotischer Aufopfe­rung und stumpfer Ergebenheit tragen zu müssen! auch wenn der Staat daran zugrunde geht... Unb damit beginnt ein neuer Akt der pol­nischen Tragödie.

Aus ber Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 30. März 1932.

Jahreshauptversammlung deSOberhessischenBienenzüchtervereinS

Der Oberhessische-Bienenzüchter- Verein hielt gestern imHindenburg" zu Gie­ßen seine Jahreshauptversammlung ab.

Der erste Vorsitzende, Lehrer Runk, Ridda, erstattete .lach ben Begrüßungsworten den Jahresbericht. Er gebuchte zunächst der ver­storbenen Mitglieder, insbesondere des Alt­meisters der Bienenzucht unb langjährigen Schriftleiters betBiene", Bürgermeister und Lehrer Hensel, Hirzenhain. Die Mitglieder* zahl des Vereins betrug Anfang Januar v. I. 1453, im Laufe des Jahres traten 90 Mitglieder aus, demgegenüber meldeten sich 94 neu an, so daß bet jetzige Mitglieberstand 1457 beträgt. In seinen weiteren Ausführungen berichtete bet Vor­sitzende über die Versammlungstätigkeit der Be­zirksvereine. Durchschnittlich fanden pro Verein etwa vier Versammlungen statt, im ganzen wur­den etwa 100 Versammlungen gehalten. In der Imkerschulung sei durch bie vom Altmeister Hensel eingerichteten Lehrkurse viel Wissen vermittelt worden, heute fei diese Form der Aus* bildungsarbeit allerdings an bie Zoologischen Institute ber Hochschulen übergegangen. Vortreff­liche Lehrkräfte stehen zur Verfügung. Der Vor* sihenbe berichtete bann über bie Seuchenhilfskasse unb über die Vorarbeit, bie in dieser Hinsicht bereits geleistet wurde. Er wies insbesondere auf die Bemühungen beim Ministerium des In­nern in Darmstadt hin, die darauf hinzielten, ein Seuchenschuhgeseh zu schaffen, das diewilden" Imker ebenfalls erfasse unb sie zur sorgfältigen Pflege ihrer Völker im Interesse der gesamten Imkerei anhalte; eine Denkschrift sei ausgear­beitet und weitergeleitet worben. Rachbem ber Redner noch ben Honigpreis unb bas Verhältnis von Angebot unb Rachfrage erläutert hatte, sprach er über die segensreichen Auswirkungen des Honigzolls, ber bie Einfuhr ausländischen Honigs um etwa 100 000 Zentner auf nunmehr etwa insgesamt 50 000 Zentner verringert und

volution vor 10 Jahren, die zur Errichtung der Republik führte, erregte das größte Aufsehen ein Mädchen in Khakikleibung mit Reithosen und Pa- itrbnengürteL Es war Fu Fu Wong, die den Beinamendie chinesische Jungfrau von Orleans" erhielt. Sie befehligte ein Frauenregiment von 700Mann", das sich bei den Kämpfen außer­ordentlich auszeichnete. Im Reich ber Mitte sind bie Frauen auch als Räuberinnen aufgetreten. Die berühmteste unter ihnen ist dieWitwe Chang", von deren Taten oft berichtet worden ist- Sie verlor 1924 ihren Gatten, einen ange­sehenen Kaufmann in Honan, durch den Ueberfatl einer Räuberbande, die ihr Haus zerstörte und ihren Mann tötete. Um sich zu rächen, wurde sie selbst Räuberin und versammelte eine Bande um fich. die für sie durch dick und dünn ging. Diese Schar wurde von ihr gut ausgebildet und auf 3000 Mann vermehrt, so daß sie eine Macht dav- stellte- Um sich ihre Streitkräfte zu sichern, gab man ihr den Titel eines Generals, und so trat sie mit ihren Räubern in das chinesische Heer ein. Das Amazonentum der Frauen beschränkt sich ja durchaus nicht auf die sagenhaften Gestalten des Altertums, sondern in Zeiten der Rot haben Frauen oft kriegerischen Geist bewiesen. Man braucht nur an die weiblichen Freiwilligen zu den­ken, die im Freiheitskrieg von 1813 unerkannt in den preußischen Reihen fochten. Die Aufstellung eines größeren Frauenheers ist während der russischen Revolution durchgeführt worden. Da­mals standen Tausende von Frauen im Sowjet- Heer und zeichneten sich im Kampf gegen die Weißgardisten aus. Bei der Verteidigung von Petersburg gegen ein monarchistisches Heer bil­deten bie Arbeiterinnen ein starkes Korps, hoben Schützengräben aus, errichteten in dem kalten Herbstwetter Drahtverhaue und bedienten bie Ma­schinengewehre. Diese russischen Revolutionärin­nen bewährten sich besonders in den sog.Auf* halte-Abteilungen", die Deserteure gefangen neh­men unb zur Front zurückführen muhten. Auch in anberen Revolutionen haben bie Frauen auf den Barrikaden gekämpft und sich mutiger, aber auch wilder und blutdürstiger als bie Männer erwieseiu Besonders gefürchtet war dasUnter* rock-Kommando", bas bei bem Streik ber Berg­arbeiter in Johannesburg vor acht Jahren alle Streikbrecher verfolgte unb verschiedene Millio­näre ermordete, die auf derschwarzen Liste" (tan- öen,