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29.12.1932 Frühausgabe
 
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Aus aller Welt

tionalsozialisten st-nd bekanntlich auch grundsätz. lich gegen die Olusübung von Doppelmandaten.

t h s, in Oberschlesien «indrangen. wählten die deutschen Selbstschuhformationen Generalleutnant Hoefer zu ihrem Führer. Don seinem Haupt­quartier in Oberglogau leitete er die deutschen Freiwilligenscharen gegen die zahlenmäßig immer stärker werdenden Eindringlinge. Am 21. Mai gelang es ihm, den Annaberg zu stürmen. Da zwang eine Forderung der Interalliierten Kon­trollkommission Generalleutnant Hoefer, seinen siegreich vorwärts stürmenden Freischaren Halt zu gebieten. Die Franzosen in seinem Rücken und weiter anmarschierende polnische Divi­sionen brachten ihn zu dem Entschluß, nutzlose Opfer zu vermeiden. Er wollte unter den ge­gebenen Verhältnissen nichts mehr, als möglichst bald seine Heimat und ihre Bewohner von den Insurgenten befreit zu wissen. Am 10. Iahres- tog der Zerreißung Oberschlesiens gedachte die Heimat seiner in besonderer Dankbarkeit.

General Lihmann legt sein Reichstagsmandai nieder.

Berlin, 28. Dez. (WTB.) An Stelle des Reichstagsabgeordneten der RSDAP. General der Infanterie a. D. Karl L i h m a n n . der sein Mandatniedergelegt hat, tritt der Ober­leutnant a.D. Friedrich Wilhelm Krüger, Berlin (RSDAP.), in den Reichstag ein.

Zu der Mandatsniederlegung hört das Rach- richtenbureau des VDZ., daß die Rational­sozialisten ihn für die Reichstagswahl offenbar nur deshalb aufgestellt hatten, um eine neue Alterspräfidentschaft der kommunistischen Ab­geordneten Frau Zetkin zu verhindern. Die Ra-

zumal viele Kindes unter starkem Brechreiz litten. Die sofort herbe.gerufenen Aerzte stellten eins Kohlenoxydgas-Vergiftung fest. 40 Kinder mußten in ärztliche Behandlung genom­men werden und konnten erst nach längeren er­folgreichen Bemühungen in die elterlichen Woh­nungen gebracht werden. Die Ursache des Un­glücks soll nach Sachverständigen-Aussagen eine unsachgemäße Behandlung der Heizung gewesen sein.

Rebel an der Elbmündung.

Die Elbmündung und die Deutsche Bucht lie­gen seit drei Tagen in dichtem Rebel. Der große Schiffsverkehr, der stets zu Weihnachten herrscht, da die Reedereien die Fahrzeuge nicht über die Feiertage in den Häfen liegen lassen, erlitt eine katastrophale Unterbrechung. 150 Schrffe mußten vor Anker gehen und liegen zum Teil noch still. Von den Feuerschiffen wurde anhaltender Rebel gemeldet. In Hamburg er­lebte man an den Feiertagen das seltene Schau­spiel, daß Taufende von Wildenten gemein­sam mit den heimischen Möwen auf der Alster eingenebelt auf Wetteränderung warteten.

Dr. Enoch aus der hast entlassen.

Der Hamburger Arzt Dr. Hans Enoch, der im Zusammenhang mit den gegen ihn als Leiter eines -serum-Jnftituts erhobenen schweren Vorwürfen einen Selb st mord versuch begangen hatte, ist, wie seine Anwä.te Mitteilen, a u s d e r H a f t e n t.- lassen worden. Bedingung war, daß er sich wäh­rend des gegen ihn eingeleiteten Verfahrens nicht m seinem Laboratorium betätigt.

7Nlt dem Krankenwagen verunglückt. Lin Toter, zwei Schwerverletzte.

Zwischen Sondershausen und Bebra fuhr der Krankenwagen der Rordhausener Sanitäts­kolonne in einen Graben und überschlug sich. Der Kraftwagenführer wurde so schwer verletzt daß er auf dem Wege zum Krankenhaus starb. Zwei mitfahrende Sanitäter trugen schwere Kopfverletzungen davon.

Frecher Straßenraub. 6000 Mark Lohngelder geraubt.

Auf dem Rückweg von der Bayerischen Staats­bank wurde in Hof eine ältere Frau, d e für einen 9abnifbetrieb 6000 Mark Lohngelder geholt hatte, von einem etwa 20jährigen Burschen ü b e r fallen. Der Räuber schlug die Frau nieder und flüchtete unter Mitnahme der Aktentasche mit dem Geld. Ein Helfershelfer, der während der Tat Wache gestanden hatte, konnte gleichfalls flüchten. Später wurden zwei Verdächtige f e st g e n o m m e n. Sie leugnen bis jetzt die Tat. Das Geld konnte noch nicht herbovgeschafft werden.

Zwei Todesurteile im Lemberger Ukrainerprozeß vollstreckt.

An den Hauptangrclagken Danylyßhn und Bi las, die im Lemberger Ll krainer- prozeß zum Tode verurteilt wurden, ist das älrteil vollstreckt worden. Sie wurden- beide im Hofe des Gefängnisses gehängt. Der Staatspräsident hat nur bei dem Dritten zum Tode verurteilten Anceklagien Surakowski von seinem Gnadenrecht Gebrauch gemacht und ihm die Todesstrafe in 15 Iahre Gefängnis um­gewandelt.

Kunst und Wissenschaft.

Bayreuther Festspiele 1933.

Die Vorbereitungen für die Bayreuther F e sts pi e l e 1 9 3 3 sind nunmehr soweit gciieyen, daß ein Teil der Hauptm tw.rkenden genannt w. r- fcen kann. U. a. wurden verpachtet: Frida Lei­der alsBrünhilde" undKundry", T.ärii M ü l- I e r alsEva" undSiegende" Sigrid Onegin msFricka" undWaltraude", Max Lorenz als Siegfried" undWalther" Nudolf Böckelmann alsHans Sachs" undWotan". Fritz Wolff als Waltber" undParjival", Heinrich Schlusnus alsAmfortas", Emanuel L i st alsHagen",Hun­ding" undFafner", Iwan Andresen ttsGur- nemanz" undFafolt", Herbert Janssen als Amfortas", Erich Zimmermann alsDavid" undMime", Eugen Fuchs alsBeckmesser".

Horen Sie einmal", knurrte der Herr mit den Karpfenaugen plötzlich,Sie glauben doch selbst nicht, daß das ein Rätsel war ...?"

Warum nicht?" bemerkte Puttjohann wohlwol­lend,man braucht allerdings ein klein wenig Phantasie, um damit fertig zu werden"

Aber ebenso gut hätte ich auf einen Japaner raten können", sagte der Karpfenäugige gereizt, das hätte genau so gut gepaßt"

Das ist gar fein schlechter Gedanke", bestätigte Puttjohann erfreut,mir wäre übrigens auch ein Grönländer recht gewesen...!"

mehre und Karabiner, Modell 98, zahlreiche Pistolen, eine Granate, einen Granatzünder, eine Kugel'lwndgranate, acht geschliffene Seiten­gewehre, sowie Pi st o le n m u n i f i o n ent­hielt. In einem in der Nähe gelegenen Keller wur­den zwei Armeepistolen, Munition, ein Morse­apparat, kommunistische Broschüren sowie zahlreiche Flugblätter gesunden. Die Polizei nahm die vier Männer fest. Sie erklärten, der Kommuni­st i s che n P a r t e i anzugehören bzw. mit ihr zu sympathisieren. Im Laufe der Nacht wurden im Zusammenhang mit diesem Waffenfund mehrere Personen verhaftet.

Nie Gleichberechtigung in der Wehrfrage.

Eine erneute Klarstellung durch den Reichs- autzcnminister.

Berlin, 28. Dez. (WTD.) Reichsaußenmini- ster Freiherr v. R e u r a t h veröffentlicht im Ianu^rh^ft von Delhagen & Klasings Monats­heften einen Aufsatz über Deutschlands Gleichberechtigung in der Wehr­frage. Rach einem eingehenden äleberblick über die bisherigen Bemühungen Deutschlands um die Durchsetzung dieses Anspruchs schließt der Minister seine Ausführungen mit folgenden Worten:

Inzwischen ist verschiedentlich der Versuch ge­macht worden, unsere Absichten in der Welt­öffentlichkeit zu mißdeuten und uns des Willens zur Aufrüstung zu bezichtigen. Diese Be­mühungen sind offenbar von dem Bestreben dik­tiert, die Aufmerksamkeit von dem wahren Sachverhalt abzulenken.

Richt um deutsche Aufrüstung handelt es sich, sondern um die Abrüstung der heute noch hoch­gerüsteten Staaten. Diese haben es vollständig in der Hand, ob und inwieweit Deutschland seinen Rüstungsstand modifizieren muß. 3e weiter sie abrüsten, und je mehr sie sich dabei nach dem Muster der Versailler Lntwasfnungr- besiimmungen richten, um so weniger wird Deutschland an seiner gegenwärtigen Rüstung ändern müssen.

Wir haben es in Genf immer wieder $um Aus­druck gebracht, daß uns jede auch die weitest­gehende Abrüstungsmaßnahme recht ist, wenn sie nur ingleicherWeisesüralle gilt. Der Dorwurf, wir wollten ein neues Wettrüsten ent­fesselt ist völlig unbegründet und ungerecht.

Die Verantwortung dafür, ob sich die vertragliche Festlegung der Rüstungen als reali­sierbar erweist, ruht allein auf den hochgerüsteten Staaten, vor allem auf Frankreich. Das deutsche Volk hat diesem Gedanken bereits un­geheuere materielle und moralische Opfer ge­bracht. Wenn wir eine baldige Entschei­dung verlangen, so sind wir dazu nicht nur durch die Verträge berechtigt, sondern auch durch Rücksicht auf die Sicherheit von Land und Volk verpflichtet."

Der Retter Oberschlefiens 70 Jahre alt.

Dreslau, 28. Dez. (TU.) Der Retter Oberschlesiens gegen den Einfall polni­scher 3nfurgenten, Generalleutnant a. D. Karl Hoefer, begeht am 29. Dezember seinen 7 0. Ge­burt s t a g.

Hoefer, ein geborener Oberschlesier, wurde im Iahre 1885 Offizier im 10. Grenadierregiment in Breslau. Im Oktober 1912 kam er als Oberst­leutnant zum Inf.-Regt. 129 nach Graudenz. Im Kriege führte er zumeist ein Reserveregiment und schließlich die 117. Infanteriebrigade. Obwohl er inzwischen einen Arm verloren hatte, blieb er bis Kriegsende an der Front. Er ist dereinarmige General", von dem der englische Heeresbericht mehrfach erwähnte, daß er seine Truppen selbst zum Sturm führte.

Als im Mai 1921 polnische Streitkräfte, unter­stützt durch die Geheimorganisationen K o r f a n -

Von der Kunst desSterbenden Schwans^.

Der Mann, der wie kein anderer Gelegenheit gehabt hat, die unvergeßliche Tänzerin Anna Pawlowa, in dem Ringen um ihre Kunst, aber auch in den kleinen und so überaus bezeichnenden Zügen ihres persönlichen Lebens zu beobachten, ihr Gatte, D. Dandre, hat in seinem BucheAnna Pawlowa in Kunst und Leben" ihr ein von war­mer Liebe und Bewunderung erfülltes Denkmal errichtet. Als geschäftlicher Berater stand er ihr während der ganzen Zeit ihres künstlerischen Wir­kens zur Seite, und so vermochta er mit manchem Irrtum, der über die Kunst der Pawlowa ver­breitet ist, aufzuräumen. Er wendet sich gegen die Meinung, sie habe ihre Tänze vor dem Spiegel ge­schaffen.Ich habe niemals', erzält er,diePaw­lowa vor einem Spiegel üben sehen. Der Tanz formte sich in ihrer Seele, wenn man so sagen darf: wenn sie, nachdem sie sich die Melodie mehr­mals hatte Vorspielen lassen, fühlte, daß er Ge­stalt und Formen in ihrem Geiste gewann, dann bemühte sie sich, den Ausdruck dafür zu finden: das geschah zunächst durch Bewegungen ihrer so beredten Arme und dann erst übersetzte sie, wie hinablauschend zu den Tönen in ihrer Seele, die Bewegungen im Tanz." Sehr scharf wendet sich Dandre gegen die Kritik, die nach seiner Mei­nung der Künstlerin oft verständnislos gegenüber* stand: «Ich habe niemals einsehen können, wie je­mand den Tänzen der Pawlowa zuschauen und sie beurteilen konnte, ohne zu fühlen, daß er hier einem Einmaligen und Einzigen, über aller Ana­lyse und Kritik Stehenden sich gegenüber fand." Besonders hebt Dadre hervor, daß die Pawlowa alles, was sie geleistet, den Siegeszug der Tanz­kunst durch die ganze Welt, aus eigenen Mitle.n und auf eigene Gefahr bestritten, daß sie von niemandem finanzielle Tlnterstühung empfangen hat. Diel Allerpersönlichstes, das das Buch ent­hüllt, z. B. die Mitteilungen über ihre Ernäh­rungsweise, ihre kosmetischen Mittel, ihre Klei­dung wird die Neugierigen ebenso befriedigen, wie die wahren Freunde ihrer Kunst hier über die Ziele, die sie sich gesetzt, Aufschluß erhalten. Durch 44 Länder ging der Triumphzug dieser Künstlerin. Aber da ihr die Muse eine strenge Herrin war, finden sich wenig lustige Züge auf diesen Fahrten verzeichnet. Rur einmal ereignete es sich, daß bei der Darstellung des Don Ouijote-Balletts in einer englischen Stadt die Dippen des mittoir* kenden Esels so realistisch aufgemalt waren, daß ein Mitglied deS Tierschuhvereins, von Mitleid mit dem armen verhungerten Tier ergriffen, auf der Bühne erschien und Protest einlegen wollte.

Sagen Sie einmal", sprach der Herr mit den Karpfenaugen wie von ungefähr, indem er Putt­johann, der grade aufstand und seinen Koffer aus dem Gepäcknetz fischte, unverwandt anftarrte,pfle­gen Sie ... eigentlich immer solche Rätsel, die gar keine sind, zu erzählen .. .?"

Nicht immer", sagte Puttjohann friedfertig,nur manchmal."

Dann nehmen Sie sich gefälligst in acht!" brüllte der Karpfenäugige drohend, ohne die Tat­sache zu gewahren, daß der Zug bereits langsam in den Bahnhof ein fuhr,dann nehmen Sie sich das nächltemal besser in acht, Herr, bevor Sie mich zu so etwas aussuchen

Aber ja", sagte Puttjohann beistimmend, ,chas wird gemacht."

Und warum erzählen Sie gerade mir so et­was?!", donnerte der andere mit letzter An­strengung.

Das wäre ein neues Rätsel", bemerkte Putt- johann freundlich, indem er unversehens ausstieg, aber wenn Sie sich selbst ansähen, könnten Sie I die Lösung schon finden...1" 1

Französisch?" erwidert sein Gegenüber be- bedrückt,ach so"

Ich sehe schon, daß Sie nie darauf kommen", fuhr Puttjohann bedauernd fort,aber Sie wären auch der Erste, der es auf den ersten Anhieb her- ausbefäme. Nun passen Sie auf: es ist ein Chinese!"

Was?", forschte der Karpfenäugige bestürzt,ein Chinese?"

Zweifellos gibt es Chinesen, die französisch spre­chen", erklärte Puttjohann freundlich,und sicher ist es denkbar, daß so ein Chinese gelegentlich auf einen Kirchturm klettert und sich dort nach dem Winde dreht. Dagegen ist doch wohl nichts einzu­wenden ... he?"

Chinesen", sagte der andere scharf,sind nicht vergoldet."

Nein, eigentlich sind sie das kaum", gab Putt­johann nachdenklich zu,aber ein Wetterhahn spricht erst recht nicht französisch. Wohingegen es sich allenfalls denken ließe, daß man einen Chinesen unter ganz bestimmten Umständen mit goldener Farbe anstriche..."

Nebenbei erwähnt, schätzen Sie Dersrätsel?" forschte Puttjohann nach einer Weile versonnenen Schweigens,ich habe da nämlich neulich eines gehört, das mir ganz ausgezeichnet gefallen hat. Hätten Sie Lust, es auch zu hören? Vielleicht macht es Ihnen Spaß..."

Na", brummte der andere mißtrauisch,das käme darauf an."

..Nun", sagte Puttjohann bedeutsam,das Rätsel lautet: Nimm flink den Kopf vom Oderbruch und binde dran ein junges Rind bedeck es flugs mit einem Tuch, das man aus Nesselstoff gewinnt. Ge­schüttelt findest du gar bald: ein Wort, das schön und trefflich schallt!'?

Vielleicht", bat der Karpfenäugige, »wiederholen Sie das?"

Gerne", entgegnete Puttjohann verbindlich, in- öem er den in Frage stehenden Spruch geduldig noch einmal aufsagte,aber so ganz ohne Kniff ist

Auto vom Zug zertrümmert. Zwei Tote.

Bei dem Schrankenwärterposten 173 auf der Straße Ettlingen^Bruchhausen (Baden) wurde durch den Personen,zug 928 etin Auto mit Anhänger ersaßt. Nach den bisherigen Feststellungen war die Schranke nicht geschlossen. Durch den Zusam­menstoß wurden der Besitzer des Kraftwagens namens Gustav Müller aus Grötzingen und fein Sahn Josef, der den Wagen steuerte, getötet. Die mitfa-hrende Ehefrau Julie Müller wurde schwer verletzt ins Karlsruher Krankenhaus ge­bracht. Durch den Unfall erlitten einige Züge er­hebliche Verspätungen, da beide Gleise längere Zeit gesperrt waren. Die Fernzüge wurden über Durmersheim umgeleitet.

Schweres Eisenbahnunglück in Spanien. Fünf Tote, sechs verletzte.

Rachdem in den letzten Tagen der Schnellzug MadridBarcelona zweimal ohne schwerere Fol­gen entgleist und bei San Sebastian eine Lokomotive infolge falscher WeichensteUung aus den Schienen gesprungen war, ereignete sich ein neues und folgenschweres Eisenbahn­unglück bei Cordoba. In einem Tunnel ent­gleisten 32 Wagen eines Güterzuges. Aus dem ries.gen Trümmerhaufen wurden 5 Tote und 6 Verletzte geborgen.

Flugzeugunglück in Spanien.

Nach einer Reutermeldung aus Madrid stürzte das Flugzeug Barcelonaxoulufe in oer Provinz ßcrita brennend ab. An Bord befanden sich der Pilot und zwei Hochzeitsreisende. Der Pilot und die junge Frau ve r b r a n n te n, der Ehemann wurde schwer verletzt.

Scsselexplosion in einer Spritbrennerei.

2luf dem Aaumannschen Gutshof inMahlwinkel (Kreis Wolmirstedt), auf dem eine Sprittbrenne- rei betrieben wird, ereignete sich eine Explo­sion. Der große Kessel, der zum Dämpfen der Kartoffeln dient, platzte plötzlich auseinander. Tie Explosion war so heftig, daß die Wände des Brennereigrbäudes eingedrückt wurden und das ganze Haus z u s a m m e n st ü r z t e. DerDrenn- meister Führer wurde unter den Trümmern be-

Englischer Oiplomaienschub?

London, 28. Dez. (CNB.) Der diplomatische Korrejvondent desDaily Telegraph" glaubt zu wissen, daß im kommenden Jahr« mit wich­tigen Veränderungen ii m britischen diplomatischen Dien st zu rechnen sei. Der Botschafter in Berlin, Sir Horaoe Rum b old, werde wahrscheinlich bald Mrücktre-ten und durch den jetzigen Botschafter in Konstantinopel, Sir Ge­orge Clark ersetzt werden. Voraussichtlich werde auch der Botschafter in Brüssel, Lord Granville, aus Gesundheitsrücksichten demnächst seinen Absch-ed nehmen. Sein Nachfolger würde der Gesandte in Wien, Sir Eric Phipps, werden. Ferner sei eine Neubesetzung der britischen diplomatischen Posten in Rom und Madrid nicht ausgefchlossen Da­gegen werde Lord Tyrrell, dessen Rücktritt zum Frühjahr 1933 erwartet worden feiL wahrscheinlich noch ein Jahr lang Botschafter in Paris bleiben. Als fein Nachfolger dürfte dann der ständige Un­terstaatssekretär im Foreign Office, Sir Robert Van fit kart, in Betracht kommen.

Amerikanischer Abbau in Nicaragua.

London. 28.Dez. (WTD.) .Times" erfährt aus Reuyork, daß die amerikanische Re­gierung. die, wie erinnerlich, zum Jahresende alle Seesoldaten ausRicaragua zurückzu­ziehen beabsichtigt, 22 Offiziere und 39 Mann angewiesen hat. mit ihren 22 Marineflugzeugen am 1. und 2. Ianuar Ricaragua zu verlassen.

puttjohann gibt Rätsel auf.

Von Harry Schreck.

Auch das Rätselraten hat seine Schattenseiten", versicherte der Herr mit den Karpfenaugen, den das Ge,ch.ck vor einer halben Stunoe in Puttjohanns einsames Eisenbahnabteil geschoben hatte,zumal, wenn man sich, wie ich, jede Halbwegs freie Minute daran verwenoet ...!"

Gewiß" sagte Puttjohann friedlich,das kann schon fein."

Im Grunde wiederholt sich da nämlich alles", murmelte der Zugestiegene mit dem ersichtliu-en Be- mühen, das Gespräch fortzusetzen,bei L.cht besehen ist jedes Anagramm, jedes Palindrom und Homo- nnm wie das andere. Von Kreuzworträtseln rede ich schon gar nicht"

Sicher", gab Puttjohann duldsam zu,das glaube ich gern.."

Man müßte wirklich einmal ein Rätsel finden, dem man nicht auf den ersten Blick die Losung an- sähe", seufzte der Karpfenäugige.Da hätte ich mir vorhin wieder eine neue Rätselzeitung gekauft. Wenn Sie etwa denken, ich hätte darin etwas Schwieriges getroffen ...!"

*

Was also Rätsel betrifft", bemerkte Puttjohann sinnend, indem er fein Gegenüber listig anblinzelte, und da wir gerade darauf zu reden kommen ich wüßte da schon eins, daß man sicher nicht so ohne weiteres errät. Obwohl es eigentlich ziemlich einfach ist ..."

Hm", sagte der andere zögernd,das müßte man erst sehen."

Natürlich müssen Sie erst einmal hören, worum es sich handelt", äußerte Puttjohann beipflichtend, nur, wie gesagt, jeder kriegt es nicht heraus, wenn ich sage: Es ist vergoldet, steht auf dem Kirchturm und dreht sich nach dem Winde! Ahnen Sie, was das ist ... he?"

Na, aber!", grinste der Karpfenäugige,das ist doch klar!" '

Ich glaube Sie nehmen es zu leicht", sprach Puttjohann tadelnd, ohne sich durch das mitleidige Lächeln des andern stören zu lassen,und gerade deshalb furchte ich, daß Sie es nicht wissen ...!"

Trotzdem", verharrte der Gewarnte,ist es ein Wetterhahn."

..Ein Wetterhahn?" erkundigte sich Puttjohann teilnehmendwarum in aller Welt ein Wetter­hahn? Sie haben ja noch gar nicht das Ende gehört: das, was Sie raten sollen, spricht nämlich auch noch zu allem anderen französisch! Darau waren Sie wohl nicht gefaßt

graben und erlitt schwere innere Derletzun- gen. Gin Knecht wurde leichter verletzt. Durch die Wucht der Explosion wurden die Steine des Gebäudes weit fortgeschleudert und sämtliche Fensterscheiben in der Umgebung zerstört.

Schweres Schiffsunglück in Reu-Seeland.

Am Eingang des Binnenhafens von Wellington erfolgte ein Zusammenstoß zwischen einem Dampfer und einem Motorboot, auf dem 31 Arbei­ter aus dem Außenhafen zurückkehrten. Das Motor­boot sank. 21 Arbeiter wurden gerettet. Die übri­gen 10 sind wahrscheinlich ertrunken.

Große schwedische Sägemühle niedergebrannt.

Die Sävenäser Sägemühle bei der Stadt Skel- lestea im nördlichsten Schweden, eine der größten Sägemühlen des Landes, ist durch ein Grvh- feuer völlig vernichtet worden. Der Scha­den wird auf etwa eine Million Kronen i ge­schäht.

Der Bukarester Hotelbrand.

Bach einer Meldung «derDonaupost" wurden bei dem Brand im HotelBritannia^ in Bukarest das fünfte und sechste Stockwerk zer­stört. Das Feuer konnte erst nach mehrstündiger angestrengter Arbeit der Feuerwehren gelöscht wer­den. Der Schaden beträgt etwa fünf Millionen Ley.

Grippe-Epidemie in Birmingham.

In Birmingham sind bis jetzt fast 630 Straßen­bahn- und Omnibusangestellte, 100 Polizisten und über 300 Postangestellte an Influenza er- krankt. Zahlreiche Fälle von Lungenent­zündung als Folgeerscheinung der Influenza sind zu verzeichnen, letzte Woche allein 150 und diese Woche bereits 100. Die Zahl,ber Todes­fälle betrug letzte Woche 30.

40 Kinder durch Kohlenoxydgas vergiftet.

Die Kinderabteilung des Allgemeinen Turn­vereins in Zschopau (Sa.) veranstaltete im voll­besetzten Saale eines Gasthofes eine öffentliche Weihnachtsaufführung. Am Schluß des ersten Teils des Programms wurde plötzlich ein großer Teil Mitwirkender beim Reckturnen ohnmäch - t i g. Im Saal entstand eine große Aufregung,

di« Sache wirklich nicht. Achten Sie ja auf alles...!

»Hm", gestand der Herr stirnrunzelnld,das ist sehr schwer."

Um so mehr", versicherte Puttjohann ermun­ternd,um so mehr dürfte Ihnen die Lösung zu­sagen. Soll ich sie gleich verraten? Oder hoffen Sie noch, daß sie Ihnen selber einfällt? Ach was, sie fällt Ihnen nie ein! Knapp und schlicht also: sie -heißt Balokenkal!"

Unsinn", fauchte der andere bissig, ,/das ist keine Lösung."

Selbstverständlich ist das eine Lösung", vertei­digte sich Puttjohann kopfnickend,es ist meiner Ansicht nach sogar die gescheiteste, .zutreffendste und beste unter allen etwaigen Lösungen...!"

Das", höhnte der Karpfenäugige, ,-sollen Sie mir beweisen!"

..Nichts einfacher als das", erwiderte Putt-johann bedachtsam,Sie müssen mir doch zugeben, daß der Kopf -vom Oderbruch der BuchstabeO" ist, daß man das junge Rind auch als Kalb bezeichnen kann und daß man Tücher aus Nesfelstoff bisweilen als Laken verwendet?"

»Und dann", spottete es zurück,kommt .Baloken- kall^heraus?"

Sie müllen die Bestandteile eben gehörig schüt­teln", riet Puttjohann sanft,und auf jeden Fall werden Sie mir beipflichten, -daß das Wort Ba- lokenkal schön und trefflich schallt. Spüren Sie nicht die Musik dieser Laute? Ich finde sie nahezu unvergleichlich.,