Ausgabe 
29.10.1932 Erstes Blatt
 
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triftigen Dienstzeit für die im Mutterlande stehen­den Landstreitkräfte unter folgenden Bedingungen an nehmen:

). daß alle Formationen, die dieser heeresorgani- sation zuwiderlaufen, wie die Reichswehr, auf- gelöft und die Polizei st reitkräste reglementiert würden;

2. daß die internationale Kontrolle organisiert und das 3noeftigatlons- re ch t obligatorisch einbegriffen wurde,

3. daß, um den Locarnovertrag zu ergänzen, ein regionaler Pakt für gegenseitige Hilfeleistung derart abgeschlossen würde, daß jede europäische Ration daran teilnehmen könne und daß die auf diese Weise vorgesehene Kollektiomacht ausreiche, um den An­griff zu unterdrücken, wobei diese Streitmacht eine erste Staffelung von nationalen speziali­sierten Kontingenten umfassen mühte, die sofort verfügbar wären und über ein mächtiges Ma­terial verfügten;

4. dah d l e vereinigten Staaten Si­ch e r h e i t s g a r a n t i e n, wie sie sie selbst ins Auge gefaht haben, bewilligen würden;

5. dah die Mitgliedsstaaten des Völkerbundes sich verpflichten würden, alle Verpflichtungen aus Artikel 16 des völkcrbundspaktes (Sanktionen) zu erfüllen und

6. dah das Schiedsgerichtsverfahren für alle Teilnehmer am Pakt obligatorlfch fein würde.

Nachdem Herriot den Inhalt des konstruktiven französischen Plans bekanntgegeben hotte, schloh er mit der Bemerkung, wenn dieser Plan ab ge­lehnt werde, könne Frankreich nicht für das Scheitern der Konferenz verantwort- l i ch gemacht werden.

Louis Marin bedauerte besonders das Fehlen von Sanktionen bei sämtlichen internationalen Vereinbarungen. Er forderte eine internationale Justiz, die eine Kvntroll- Möglichkeit besitzen müsse. Locarno fei eine Illu­sion gewesen. Frankreich habe weder von Deutsch­land, noch von seinen Alliierten bisher für seine Opfer Dank geerntet. Der Dawes-Plan sei durch den Poung-Plan erseht worden, und dann habe Dr. Brüning erklärt:Wir zahlen nicht mehrl" Herri ot wirft ein:Wir sind sehr gut bezahlt worden, solange wir in Berlin einen amerikani­schen Kontrolleur hatten. Dann aber kam das Hoover-Moratorium. Es enthielt wohl Impli- zite-Versprcchungen, von denen aber bisher nichts gehalten wurde." Marin wirft Herriot vor, dah Frankreich in Lausanne die Reparationen verloren habe. Ma­rin behauptet, dah Deutschland bereits auf- flerüftet sei. Als Marin von dem militaristi­schen Geist Deutschlands spricht, hält ihm der Abg. Chasseigne entgegen, die nationale Bewe­gung in Deutschland sei das Ergebnis des Elends. Marin läht sich aber dadurch nicht beirren, seine grotesken Behauptungen fortzu- se en. Deutschlands Rüstungen seien aggressiv und seine territorialen Forderungen äußerst ge­fährlich.

Das Vertrauensvotum.

Als Abfchluh der auhenpolitifchen Aussprache wurde der Regierung mit 430 gegen 20 Stimmen das Vertrauen ausgespro­chen. Die restlichen 163 Abgeordneten haben sich zum Teil der Stimme enthalten, zum anderen Teil waren sie beurlaubt. Für die Vertrauenstagesord­nung stimmten die Sozialisten, die Radikalen und die meisten Mitglieder der Abgeordnelen der Milte. Die 20 Gegner gehören der Rechten und der Re­publikanischen Föderation (Louis Marin) an.

Gute Aufnahme in London.

London, 29. Oft. (WTB. Funkspruch.) Die Pariser Qlk'Ibiiiigen über den von Herriot in der Kammer mitgeteilten Abriistungsplan nehmen in der heutigen Morgenpresse breiten Raum ein. Rews C h r o n i c I e schreibt, wenn die Rede wirklich bedeutet, was sie zu bedeuten scheint, dann ist der Plan durchaus nicht klein­lich. Gr läuft in der Tat auf eine praktische Anerkennung der deutschen Forde- *r u n g hinaus. Die meisten Punkte der Vorschläge Herriots werden von England sicherlich angenommen. Frankreichs Bereitwilligkeit, Deutschlands Rückkehr zur allgemeinen Wehrpflicht mit anznsehen, mag einiae Ueberraschung verur­sachen. Aber Frankreich suhlt wahrscheinlich, daß Die allgemeine Wehrpflicht ihm weniger ge­fährlich Ist als eine Berufsarmee. Jedenfalls ist sicher, dah der Plan einen entschiedenen und so- gar dramatischen Wechsel in der Abrüstungs­politik Frankreichs bedeutet.

Frankreich fühlt sich der türkischen Kriegsmarine unterlegen.

Tic .MiUlcßiiiig bcö KreuzersDunkerque".

Pari«, 28. Olt. (WTB.) Zu der Meldung über die sofortige Kiellegung deS Kreuzers .Dunkerque" berichtet derPetit Parisien", Marineminister Leygues habe im Ministerrat geltend gemacht, daß Frankreich im Vergleich zu gewissen anderen Rationen bezüglich seincrKriegS- marine sich bereits in einer unterlege­nen Stellung befinde. 3n diesem Zusammen- Hang ermähnt das genannte Blatt nicht nur die deutschen Kxeuzerbauten, sondern auch die italienischen Flottenrüstungen und die Tat­sache, dah die Türkei den früheren deutschen Panzerkreuzer(Soeben" modernisiert habe, wo­durch Frankreich gehandicapt sei.

England, das über die Bauabsichten der fron- Mischen Regierung unterrichtet worden fei, habe

den französischen Schritt als berechtigt erachtet. Wenn später einige weitere Schiffe der Dunkerque"-Klasse gebaut sein sollten, werde man die Sicherheit der französischen Küsten und der französischen Verbindungswege nach Ueberfee als gewährleistet ansehen können.

Oie Zehnjahresfeier

-es Marsches auf Rom.

Die Kriegsverletzten paradieren vor Mussolini.

2t o m, 28. Oft. (TU.) Am Dormittag des Frei­tag des 10. Jahrestages des Marsches auf Rom erreichten bi« Feierlichkeiten in Rom mit dem Vorbeimarsch der Legionen der Kriegsverletzten vor Mussolini auf der Neuen Strahe zum Collosseum ihren Höhe­punkt. Mussolini hatte bereits um 10 Uhr die in der Via Razionale ausgestellten Kriegsverleh- ten-Legionen besichtigt uib war dann zu Pferd an ihrer Spitze zur Piazza Venezia gezogen, wo er in die Reue Strahe «inbog und in der Mitte Aufstellung nahm. 3n seinem Gefolge befanden sich der Kriegsminister und der Generalstabschef der Miliz sowie zahlreiche hohe Würdenträger und die Militärattachöes der in Rom vertrete­nen Länder. Den Vorbeimarsch eröffneten die Standarten mit den Abordnungen sämtlicher Legionen der faschistischen Miliz. Es folgte ein aus allen der in Rom stationierten Waffengattun­gen zusammengesetztes Ehrenbataillon, und dann begann der endlose Vorbeimarsch der Kriegsverlehten-Legionen, die in Reihen von 18 Mann defilierten. Es schlossen sich einige Abtei-

lungen der Avantgardisten und .jungen Italiener­innen" an, denen zuletzt die gesamte faschistische Jugend Roms folgte.

Die Wirtschaftslage der Schweiz.

Kein Abgehcn vom Goldstandard.

Genf, 28.Ott. (WTB.) Die Behauptung eng­lischer Blätter, daß führende Schweizer Dankkreise mit der Aufhebung des Goldstandards in der Schweiz rechneten, wird von derNeuen Züricher Zeitung", dem bekannten Finanz- und Handelsblatt, zurückgewiefen. Das Blatt schreibt: Naturgemäß ist auch die Schweiz von der Krise betroffen worden, und die sich immer höher auf- türmenden Handelsschranken haben ihren Außenhandel und Fremdenverkehr in bedeutendem Maße zurückgehen lasten. Aber ein Vergleich mit der Wirtschaftslage der übri­gen Länder dürfte dennoch zu ihren Gunsten aus- fallen. Gerade die Währungspofition der Schweiz ist außerordentlich stark. Eine An­spannung der Devisenbilanz ist während der vielen hinter uns liegen» Krisenmonate nicht eingetreten, weshalb der Schweizer Franken nach wie vor seinen Kurs aus Goldparität zu hal­te n vermag. Die Erklärungen des Bundesrats und der Nationalbankleitung lasten auch keinen Zweifel darüber, daß ein Abgehen vom Goldstandard für die Schwei,; nicht in Frage kommt. Abgesehen davon, daß eine solche Maßnahme unsere Wirtschaft schwer erschüttern müßte, dürften auch die Erfah­rungen, die England mit feinermanipulierten Währung" macht, keineswegs zur Nachahmung er­mutigen.

Oie Parteien im Wahlkampf.

Oingeldey spricht in Berlin.

Berlin, 29. Oft. (IUJ In einer Wcchlkund- gebung der DBP. in der Philharmonie sprach der Parteiführer D i n g e l d e y. Durch das Wirtschafte- Programm der Negierung von Papen werde endlich mitten im Wirrwarr der Zeitverhältnisse, der sachlichen Arbeit eine Gaffe gebaut. Die Mehrheiten, die sich im Parlament unter den Par- teien zusammengesunden hätten, feien von Haß dik­tiert gewesen und nicht vom Willen zum Wieder­aufbau. Hitler machte Din gelbe t) den Dorwurf, daß er sich der großen Verantwortung gegenüber den ihm anhängenden Massen nicht bewußt fei. Hitler schwanke zwischen Faschismus, Weimarer Parlamentarismus und feiner eigenen Methode und könne keinen rechten Weg finden. Am 13. August habe er feine große Stunde nicht er­kannt, als er sich mit feinen Anhängern nicht unter die Autorität Hindenburgs stellte. Er habe damals die ganze Macht ohne Einschränkung für sich verlangt. Heute im Wahlkampf wolle er das nicht mehr ivahrhaben. Die Deutsche Dolkspartei unterstütze alle Bestrebungen, den Dualismus zwi- chen Reich und Preußen zu beseitigen. Das Urteil des Staatsgerlchtshofes laste es dabei, daß die Ge­walt in Preußen in den Händen des vom Reichs­präsidenten eingesetzten Reichskommissars verbleibe. Das Ministerium Braun sei gut beraten, wenn es erkläre, daß es eine ruhige Entwicklung der Ver­hältnisse abwarten wolle. Der nationalsozialistische Führer Gregor Straßer habe vor einigen Tagen das nationalsozialistische Wirtschastsprogramm ent- wickelt. Am Ende tauche dabei aber immer die Frage aus, woher die Milliarden für die Durchführung dieses Programms kom­men sollten. Dahinter stehe stets das Gespenst der Inflation. Das Papen-Programm sei Im Augen- blich das einzig Mögliche. Unzählige seien aus dumpfer Hoffnungslosigkeit aufgeweckt worden und wollten Hand anlegen und helfen, die wirtschaftliche Not zu überwinden. Auf einer ge­sicherten wirtschaftlichen Basis müsse dann um Deutschlands Gleichberechtigung, Freiheit und Sicher- holt gekämpft werden.

Hitler spricht in Altona.

Altona, 29. Oft. (TU.) Hitler sollte ur­sprünglich in Reumünster und in Altona sprechen. Da jedoch das Riesenzelt, in dem die Veranstal­tung in Neumünster auf dem dortigen Reitturnier- platz errichtet worden war, durch Sturmschäden unbenutzbar geworden war, mußte man sich auf die Altonaer Kundgebung beschränken, die der großen Ausstellungshalle stattsand. In den Mit­telpunkt feiner Rede stellte Hitler wiederum den 13. August. Dabei wiederholte er auch den be­gleich von dem falschen Zug, in den er nicht hab« einsteigen wollen, da dieser niemals bis zur End­station gegangen, sondern vorher entgleist wäre. Hitler fuhr dann u. a. fort: Heute wirft mir der Reichskanzler vor, ich wollte die Führung bean­spruchen. Jawohl, das wollte ich und mit einem ganz anderen Recht als Herr v. Papen sie mir verweigert. Hätte ich damals das Angebot an­genommen, so hätte ich es heute schon nicht mehr verantworten können. Es scheint jetzt so, als ob das Wirtschaftsprogramm versage. Ja, es scheint nicht nur so, sondern es versagt bereits. Hätte ich damals nachgegeben und wäre in die Regie­rung eingetreten, so hätte ich heute für den wirt­schaftlichen Mißerfolg, an dem ich unschuldig wäre, geradestehen müssen.

Die nationalsozialistische Bewegung kann nur dann eingesetzt werden, wenn wirklich Deutschlands ganz große Stunde ge- k o m m e n i st. Ich habe in den 13 Jahren meines Kampfes Millionen wertvoller Menschen erobert. Ich habe das Bewußtsein, daß ich in diesen Men­schen im Deutschen Reich und im deutschen Staat das Kostbarste gesammelt habe, das es gibt, nämlich eine tragende Schicht, und wenn mir heute jemand sagt, ich solle in die Regierung «hüteten, dann muß ich erwidern:Ja, aber

nur, wenn dieses Fundament, das ich geschaffen, zugleich das Fundament des neuen Staates wird." Wenn mich jemand allein haben will, muß ich sagen:Allein taug« ich nichts, mein Wert liegt in dem, was ich mitbring«." Ich habe d:m kommenden Deutschen Reich säst 14 Mil­lionen deutsches Volksgut gesammelt, und wenn ich von einem Dritten Reich rede, dann habe ich nicht nur ein Recht dazu, wenn ich es auf dieser breiten Plattform bauen kann. Wenn aber je­mand verlangt, ich solle ihm das gesammelte Volksgut übergeben, dann antworte ich:Das kann ich nicht, ich habe nicht 13 Jahre lang ge­schafft, damit ihr in 13 Monaten wieder alles vergeudet, was ich zusammengetragen habe." Ich habe ein Recht, die Verwaltung dieses Gutes selbst zu fordern. Ich werde mich niemals von diesem Volk trennen. Ich bin ein Kind dieses Volkes und bleibe ein Kind dieses Volkes.

Leih-Wetzlar über papens Wirtschastsprogramm.

Die Staatspartei für Tolerierung des Reichskabinctts.

Kassel, 28. Oft. (TU.) In einer Versammlung der Deutschen Staatspartei sprach der Spitzenkandi­dat im Wahlkreis 19 (Hesten-Nasfau), Fabrikant Leitz lW e tz l a r). über die Stellung der Partei im Wahlkampf. Das wirtschaftliche Denken und Handeln sei in der Politik der vergangenen Jahre zu kurz gekommen. In der Hinneigung zur Autarkie seien politische Kräfte im Begriff, die Wirkungsmöglichkeit für die deutsche Industrie im­mer weiter einzuengen, obschon erwiesen sei, daß die deutsche Industrie ohne den Welt­markt nicht existieren könne. Als zuverläs­sige Hüterin der freien wirtschaftlichen Betätigung habe die Staatspartei auch immer gegen die Hem­mungen im Innern des Reichs angekämpft. Wenn man auch gegen die Regierungsmethode des jetzigen Kabinetts und einzelne seiner Vorschläge ernste Be­denken haben könne, so sei doch nicht zu ver­kennen, daß in dem W i r t s ch a f t s p r o - gramm der Regierung viel Wertvolles enthalten fei, von dem man bei vernünftiger Anwendung eine Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse erwarten dürfe. Bei aller Gegensätzlich- feit der staatspolitischen und kulturellen Anschau­ungen werde daher die Deutsche Staats­partei das Kabinett Papen tolerie­ren, ohne dabei auf Kritik zu verzichten.

Glegerwald in Frankfurt.

Frankfurt a. M., 28. Oft In einer Zen­trumswahlkundgebung im Zoo sprach der ehe­malige Reichsarbeitsminister Dr. Stegerwald. Der Ausgang der letzten Wahl habe überzeugend ge­zeigt, daß die Rationalsozialisten nie die Mehr­heit in Deutschland erringen würden, heute sei die G-esahr einer Herrenkastendiktatur viel größer, als die Gefahr einer Hitlerdiktatur. Der Redner wies den Vorwurf zurück, warum das Kabinett Brüning nicht auch drn Versuch gemacht habe, ein Wirtschaftsprogramm ähnlich oder besser wie das der Papenregierung aufzustellen. Die Lausanner Konferenz mußte erst beendet wer­den, um die Voraussetzung für ein neues Wirt­schaf tsprogramm zu schaffen, weiter sei der Tief­stand der Wirtschaftskrise noch nicht dagewesen, der Maßnahmen wie die jetzigen gerechtfertigt habe, ferner habe Brüning die große Aufgabe gehabt, zunächst einmal die Welt und Deutsch­land von der falschen Ansicht abzubringen, als befände sich Deutschland finanziell und damit auch wirtschaftlich in einer verhältnismäßig guten Lage, außerdem mußte der Etaatsbankrott und der Bankrott der deutschen Wirtschaft überhaupt ferngehalten und damit zusammenhängend die Stabilität der Währung gesichert werden. Das alles habe Brüning getan. Das Zentrum habe im April dieses Jahres Hindenburg gewählt, um eine Hitlerdiktatur zu verhindern, nach dem 13.

August hätte das Zentrum dann mit den Natio­nalsozialisten verhandelt, um eine Reaierung zu bilden, um die Diktatur der Herrenkaste zu ver­hindern.

Oie Belebung der Wirischafi.

B e r l i n, 28. Oft. (OB.) Zu den in der presse in letzter Zeil sich ständig wiederholenden Polemiken gegen das wirtschastsprogramm der Reichsregierung, in denen eine Belebung der Wirtschaft bestritten wird, wird amtlich auf die Jeftftellungcn des 3 n ft i t u t c s für Konjunkturforschung hingewiesen. Rach diesen Feststellungen find in einer ganzen Reihe von Industriezweigen tatsächlich Produktions st eigerungen erfolgt. Jüt den Steinkohlenbergbau ergibt sich die Produktton des 3ahres 1928 = 100, dah die Produktion im August d. 3. 62,9, im September 66,5 betrug. Jur Roheisen stellt sich die Pro­duktion im August auf 27,0, im September auf 28,2, für Dalzwerkprodukte auf 29,2 im August und auf 33,1 im September, für das Baumwoll­gewerbe auf 87,8 im August und auf 1013 im September.

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MENDE 158

OieVerwottungsreformin-en preußischen Ministerien.

Auflösung dcS 'LüohlfahrtSministeriums.

)lt. (WTB.) Amtlich wird mit

Berlin, 28. geteilt, daß die tierung landwirl nächster Zei

Regelung der Einfuhrkontingen- cha,tlicherErzeugnis e in aller­durchgeführt werden wird. Sie wird all J Erzeugnisse umfassen, die der ReichSevaährungsminister in seiner Mün­chener Rede bcLanntgegeben hat. Nach Rückkehr der zur Zeit in'Kopenhagen verhandelnden Kom­mission und nach beschleunigter Klärung einiger rein technischer fragen wird die Verordnung über die .Kontingentierung ver­öffentlicht j»erben.

Berlin, 28. Olt (TU.) Das preußische Staatsministcrium ist unter Vorsitz des Re.chskommi'sarS für Preußen, des Reichskanz­lers v. P a p e n, am Freitag um 23 Ubr zu einer Rachtsihung zusammengetrctcn, um ab­schließend die Dcrwaltungsresorm in Preußen zu beraten. Die Derwaltungsresorm hat zum Ziele, alle ressortmäßige Dop­pel a r b e i t zu vermeiden und die Auf­gabenbereiche zu vereinfachen. Gs handelt sich dabei um eine Bereinigung der Ressortfragen sämtlicher preußischer Ministerien, in deren Zuge das Wohlfahrtsministerium in der be­kannten beabsichtigten Weise aufgelöst wer­den soll. Die Aufgaben des Wohlfahrtsministe­riums werden von anderen Ministerien über­nommen werden. So plant man, seine Abtei­lung I (Medizinalsachen) dem preußischen Kultus­ministerium zu übertragen. Seine Abteilung II (Wohnungs- und Siedlunaswesen) soll in der Hauptsache, da e» sich hier vorwiegend um Kredit- und Zuschuhfragen handelt, ans preußi­sche Finanzministerium übergehen. Die Abtei­lung III (Wohlfahrtspflege) wird voraussichtlich vom preußischen Ministerium für Han­del und Gewerbe übernommen werden. DaS Ministerium, das stark verkleinert werden soll, wird dann nach den bisherigen Plänen umge- tauft werden zu 'einem Ministerium f ü r Wirtschaft ul b Arbeit. DaS preußische Landwirtschaftsmi^isterium soll seine Veterinär­abteilung an dal" preußische Innenministerium abgeben. Die ursprünglich geplante ilebetpabe bet preußischen Gs stütsverwaltung an bas Reichs- Wehrministerium sann nach bem Leipziger Urteil nicht durchgeführ werben, ba bi« preußischen Hoheitsrechte vergeht würden.

Keine Abäntierung oder Ausschiebung der Kon ingentierungspläne.

Ays aller Welt.

Der neue »Droh-Rundfunksender Leipzig.

Dei der Feij:r aus Anlaß der Inbetrieb­nahme de' neuen Groß-Rundfunk­senders Leipzig wies der Präsident der Oberpostdirekt 'on Leipzig, Bergs, in seiner An­sprache barau1 hin, daß es sich bei dem neuen Sender umdetmodernstenRundsunksen- öer mit (50 Kilowatt Sendestärke handele, dessen Radius auSreiche, den gesamten mitteldeutschcu Sendebezirk einwandfrei zu ver­sorgen. Der rneue Sender sei auch dazu da, e-1 neues Dandsnit den vielen Millionen Ausländs­deutschen zuj knüpfen, die deutsch« Darbietungen hörten. Ims ähnlichen Sinne äußerten sich auch die übrigen/ Redner. Ministerpräsident Schieck wies auf di - Verpflichtung hin, im Dienste am deutschen V )lk deutsche Art und deutsche Sitte wirksam zu^pflegen.

Schnellzug NankingSchanghai verunglückt.

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Der Schn llzug NankingSchanghai ist bei 6ou- chen entA eist. Der Lokomotivführer hotte die Haltesignals die Rottenbauardeiten anzeigten, über- sehen. Die '^ahl der Toten und Verwunde- t e n wird J üf etwa 90 geschätzt

Gerücht über ein schweres Eisenbahnunglück (b bei Moskau.

Durch »Knen in diesen Tagen eröffneten Prozeß gegen für L Angestellte der Kursker Eisenbahnlinie wird erst f'jetzt bekannt, daß sich am 16. Oktober d. 3. beirC Bahnhof Lublino, 11 Kilometer von Moskau <jitfemt, ein E i s« n b a h n u n gl ü ck er­eignet Ix'1 Hauptangeklagter ist der Stations­vorsteher L*on Lublino. Das .Kölner Tageblatt" peröffentfr cht hierzu den Brief des EhefchemikerS einer Moskauer Fabrik, eines gebürtigen Köl-

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