Ausgabe 
28.7.1932 Erstes Blatt
 
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Gleichzeitig wird auf den großen wiesen des Stadions das herrliche Bild der Massenfrei­übungen der Turner und Turnerinnen geboten, das sicher viele Zuschauer anziehen und be­geistern wird.

Der Abend bringt schließlich die große Saarkund- oebunfl, und in nächtlicher Stunde werden die Moselberge rund um Trier im Feuerschein aufleuch' ten, und der Gesang der Turner wird durch das Tal hallen.

Nack dem Abschluß der turnerischen Wettbewerbe am Montag geht am Nachm'ttag die Sieger­ehrung vor sich, die offiziell das Ende des ftreis- turnfestes bedeutet Turner und Turnerinnen ober werden auch noch an diesem Tage in Trier weilen, um auch den letzten Ausklang des Festes mitzuer- lcben, der bei Spiel und Tanz'auf dem Festplatz und in der Stadthalle all? Teilnehmer bis zum guten Ende in volkstümlich-narmonischer Geselligkeit ver­einigen wird. An all diesen Veranstaltungen aber wird auch die Trierer Bürgerschaft freudigen Anteil nehmen, wird sich, willig einspannen lassen in den großen Rahmen eines solch vaterländischen Volks­festes in ihrer Heimatstadt, auf daß es sich abrunde zu einem wirklichen Erlebnis für alle, Gäste und freundliche Gastgeber.

3000 Wettkämpfer, 400 Kampfrichter und viele Schlachtenbummler

wird die Feststadt in den Tagen des Turnfestes beherbergen. Aber noch steht eine Anzahl von Meldungen aus. Es werden noch die Meldungen der Dereinsriegen, der Spielmannschaften im Faustball. Handball und Fußball erwartet. Nach- melbungen die berücksichtigt werden müssen, lau­fen noch ständig ein, weil viele Turner sich noch nicht endgültig bis zum Meldeschluß entscheiden, konnten, ob sie dabei sein können oder nicht. So wird eben Nachsicht geübt. Neben den 2589 Mel­dungen, die rechtzeitig vorlagen und inzwischen be­reits den einzelnen Wettkämpfen zugeteilt sind, liegen noch 200 weitere Meldungen vor, die noch eingegliedert werden müssen. 225 Nolksturner werden an der Sondervorführung des

I Kreises (Kugelghmnastik) teilnehmen. 400 Kampfrichter werden ihres Amtes zu walten haben. 3n den Wettkämpfen werden sich die Be­sten messen und in friedlicher Auseinandersetzung und doch mit zusammengefahter Kraft um den Kranz des Siegers ringen.

Die Meldungen im einzelnen

verteilen sich in folgender Ordnung:

In der I. Altersklasse der Turner treten zum Zwölfkampf der Oberstufe 136, zum Zwölf­kampf der Unterstufe 738 Turner an. Zum Zehn­kampf sind 78 Teilnehmer, zum Fünfkampf 339 gemeldet. In der 1 I. Altersklasse sind 20 für den Zwölfkampf, 29 für den Fünfkampf ge­meldet. In der i 1 1. Altersklasse treffen sich im Neunkampf 78. im Fünfkampf 37 Turner. In der I V. Altersklasse beteiligen sich 107 Wett­kämpfer am Neunkampf. 127 Jugendliche bestreiten einen Zehnkampf.

Tie Frauen find im Siebenkampf der Oberstufe mit 84. in der Unterstufe mit 281 Teil­nehmerinnen vertreten. Für den Bierkampf haben 60, für den Sechskampf 12 Turnerinnen gemeldet.

ilm die Kreismeisterschaften in den volkstümlichen Hebungen bewerben sich 164, im Schwimmen 120, im Fechten 76 und im Tennis 103 Wetttzimpfer. Hierzu kommen noch die bereits erwähnten nachgemeldeten Turner, deren Zahl sich allerdings noch wesentlich erhöhen dürfte. An sonstigen Festteilnehmern, die sich an den Wettkämpfen selbst nicht beteiligten, liegen bereits über 1000 feste Meldungen vor, die für alle vier Festtage Geltung haben.

Die Neichsbahndirektion Trier hat sich bereit er­klärt, für die vier Tage des Kreisturnfestes für den Umkreis von 35 Kilometern um Trier Rück­fahrkarten auszugeben, die an allen diesen Lagen zur Hin- und Rückfahrt benützt werden können. Tie Sonderzüge von Gießen, Mainz und Frankfurt verkehren bestimmt. Der vierte geplante Sonderzug von der Nahe kommt wahrscheinlich auch zustande. Aus dem Saarge­biet laufen allein drei Sonderzüge nach Trier.

-10,2 Sekunden im4ü0-Meterlauf?

Seit acht Jahren steht der Weltrekord über 100 Meter des Amerikaners Charlie Paddock auf 10,4 Sekunden, und bisher sind zwar eine ganze Menge Leichtathleten besser gelaufen, das heißt schneller, aber die Kommissionen konnten sich bisher niemals entschließen' einen neuen Welt»

Heimuih Körnig, der oftmalige deutsche Sprinter- meister startet über 100 Meter und außerdem als Schlußmann über 4X100 Meter.

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rekord anzuerkennen. Weshalb? Mit der Ge­schwindigkeit von 10,4 Sekunden war man so un­gefähr an der Grenze menschlicher Schnelligkeit angelangt, und es steht wohl fest, daß man ein­fach nicht mehr schneller laufen kann. Wobei das Wort laufen besonders zu betonen ist.

wenn es trotzdem gelingt, noch schneller die 100 Dieter zu durcheilen, so nur deshalb, weil die Leichtathleten immer besser zu starten lernen, und gerade beim Start, ja nur beim Start liegen diese Bruchteile von Sekunden, die man noch rascher sein kann als der andere. Paddock lief in seiner besten Zeit so schnell wie heute die Besten der Welt, ja man darf wohl sagen, daß Richard Rau vor dem Kriege, als er mühelos und ohne bedrängt zu werden, ein Dutzend Mal in der Sai­son 10,4 Sekunden lief, genau so schnell war.

Rur startete man damals noch ungeschickter, die Uhren wurden von zitternden menschlichen Händen gestoppt, statt daß man sich elektrisch arbeitender Apparate bediente. Dadurch der Berlust von einer Zehntelsekunde! Und die ist so ungeheuer wichtig. Als vor vier Jahren der große An­sturm gegen Paddocks Zeit kam, als Körnig- Deutschland, der Reger Tolan, der spätere Olym­piasieger Williams-Kanada der Reihe nach 10,3 Sekunden gebrauchten, entschloß man sich,

Rekorde über die kurzen Strecken nur noch zu registrieren, wenn mindestens 2/io Sekunden Unterschied bestehe.

Seit dieser Zeit wartet die ganze Welt auf

10,2 Sekunden, weil 10,3 nicht als Weltrekord anerkannt wird, weil aber doch eines Tages ir­gendeiner kommen muß, der 10,2 läuft. Und es ist ganz klar, daß ein Sprinter, der sich darauf ver­steift, zuerst als Weitspringer anzufangen, der einen Startsprung von mehreren Metern voll­führt, beim Start so viel gewinnen wird, daß er auch 10 Sekunden oder noch weniger schafft. Denn man muß sich überlegen, daß bei der ganzen 100-Meterstrecke der Start die weitaus meiste Zeit in Anspruch nimmt. Wenn der Läufer in Fahrt ist also vom dreißigsten Meter an etwa, dann durcheilt er 11 bis 12 Meter pro Sekunde, während er den ersten Meter nach dem Start so langsam läuft, daß gerade hier und nur noch hier Verbesserungen möglich sind. Ein Mann, der 20 Zentimeter weiter springt, wenn er startet, als die anderen, hat dadurch bereits einen Borsprung nicht von 20 Zentimetern, son­dern im Ziel vielleicht von einem ganzen Meter, und ein einziger Meter von 100 ist bereits eine Zehntelsekunde.

Bei den Olympischen Spielen wird man wieder einmal auf den Mann warten, der 10,2 Sekun­den läuft, aber voraussichtlich vergebens, denn

Der Neger Ralph Metealf ist einer der aussichts­reichsten Teilnehmer über die 100 Meter in Los Angeles.

bei den Olympischen Spielen werden in allen Kategorien Rekorde ausgestellt, niemals aber über die 100-Meterstrecke, denn hier ist

jeder einzelne Schritt eine Angelegenheit der Nerven,

und dieser Probe sind die Beine nicht ganz ge­wachsen. Der Rekord über die kurze Strecke wird vielleicht bei den Ausscheidungskämpsen erreicht, vielleicht auch nie, denn wissen kann man es ja nicht, ob wir mit 10,3 (die mehrfach einwandfrei gelaufen sind) das Höchstmaß menschlicher Lei­stung erreicht haben oder nicht!

Ludwig Hattingen.

Arbeitslosengelder unterschlagen.

WSR. Darmstadt, 27. Juli. Der aus Mannheim stammende Dr. phil. Wilhelm Graf, der als Abteilungsleiter beim Arbeitsamt Offenbach beschäftigt war, ist vom Bezirks» schöffengericht Offenbach wegen qualifizierter Amtsunterschlagung in sieben Fällen, einfacher und schwerer Urkundenfälschung und Detrugsver- suchs zu zwei Jahren Zuchthaus, 350Mk. Geldstrafe und drei Jahren Ehrverlust verurteilt worden. Er hatte in amtlicher Eigenschaft Gel­der, die an Arbeitslose ausgezahlt werden soll­ten, unterschlagen. Gegen dieses Urteil legte er Berufung ein. Graf ist bereits früher zweimal wegen Betrugs und Diebstahls mit dem Gesetz in Konflikt gekommen, die Strafverfahren wur­den aber wegen Unzurechnungsfähigkeit einge­stellt. Au chdiesmal hoffte er, daß ihm der § 51 zugebilligt werden würde. Er erreichte aber nur,

daß die Große Strafkammer die Strafe auf e i n Jahr sechs Monate Zuchthaus er­mäßigte, ihm die bürgerlichen Ehrenrechte nicht aberkannte und ihm sechs Monate Untersuchungs­haft anrechnete.

Schwerer Motorradunfall.

£ Sinn, 28. Juli. Gestern gegen 18 Uhr ereig­nete sich am Dorfausgang hinter dem Werk der Firma Haas ein schwerer Motorradun- fa((. Ein Motorradfahrer aus Dillenburg, der aus der Richtung Wetzlar kam, wollte den Lastwagen der Firma Müller (Sinn) überholen. Der Lastwagen bog links in die Straße ein. Der Motorradfahrer hatte anscheinend das Fahrtrichtungszeichen zu spät bemerkt. Er fuhr st a r k g e g e n d e n L a ft w a g e n und erlitt schwere Verletzungen am Kopf, während das Motorrad stark beschädigt wurde. Pas­santen und Sanitäter aus dem Ort bemühten sich um den Verletzten. Er kam ins Krankenhaus.

Schach-Ecke.

Bearbeitet von W. Orb ach.

Partie Nr. 236.

Abgelehntes Damengambit.

In den Wiener Vereinswettkämpfen, April 1932, gespielt.

Weih: I. Lokvenc.

Schwarz: E. Grünseld.

1. c2c4, e7-eb. 2. Sbl -c3, 87 65. 3. 6264, Sg8-f6 4. Lei g5, Sb867. 5. e2e3, c7-cb. 6. c4x65, ebx65 7. Lfl-63, Lf8-e7. 8. D61-c2, 0-0. 9. Sgl-e2, Tf8-e8. 10.0-0-0. (Weih will nun energisch den schwarzen KFlügel angreifen), 10 . . , 867 - f8. 11 h2h i, Sfb-h5 (II ..., Se4 erwies sich in der Partie FlohrDr. Ahtalos Bei­des 1931 als nicht gut, denn es folgte: 12 Lxe7, Dxe7 13. Lxe4, dxe4. 14. g4h f5. 15. gxf, Lxf5 1b Sg3 mit Gewinn des Be4) 12. Lg5 xe7, Te8xe7. 13. g2-g4', Sh5-fb. 14 Se2-g3, Lc8-eb (Schwarz sollte hier bester einen Gegenangriff mit a5 nebst b5 ufto. einleiten). 15. f2 f4, Stb e8. 10.14 f5, Leb67. 17. e3e4, 65xe4. 18. Sc3xe4, 068-35 19. Kcl bl, I38-68 20. g4 g5!, L67-c8. 21. 15-fb, Te7- c7. 22. 16xg7, Kg8x'g7. 23 Se4-fb, Lc8-e6. 24 Sfbxe8+, Td8xe8.25 b2-b3, Le6-d5.2b.Thl- fl, Te8-eb. 27 Ld3-c4, Ld5xc4. 28. b3xc4, Ds5x g5. 29. Tfl-gl, Kg7-h8. 30. Sg3-15, Dg5-fb 31. Fdl-fl, Sf8-gb. (Es drohte 32. Sg7). 32. Dc2- H21, Dtb-dS. 33. Dh2 - b2, 17 - fb. 34. Tgl-g4, 8g6-e5? (Gin Fehler, der eine Figur kostet.) 35 Db2- e2(Natürlich nicht 35 6xe5, wegen D63+ ufto.) 35 . Tc7 67. 36 64xe5, T67 -62. 37. De2-e3! (Arn besten), D68-a5. 38. 32-33, c6-c5. 39. Kbl- cl, leb - b6 (Falls nun 40. Dxd2 so 40. , Tbl+). 40. Tg4g8-H, (Erzwingt ein vierzügiges Matt.) 40. ..., Kh8xg8. 41 De3-g3+- Aufgegeben.

Problem Nr. 325.

Don M. Havel, Prag.

Weih 6 Steine: Kg3; Dfl; Tb4; L63; 865: Bc4. Schwarz 6 Steine: Kd4; Lh7; Bc6, e5, g4, g5. Weiß zieht und seht in drei Zügen matt.

Problem Nr. 326.

Don H. Luxen, Hellerup.

Weih 8 Steine: Kc6; Dgl; Lei; Sf8, h6; Bd6, f3, h4.

Schwarz 6 Steine: Ke5; Sdl, g7; Bb6, f4, g3. Weiß zieht und setzt in zwei Zügen matt.

*

Lösung des Problems Nr. 321. Don I. Manskopf, Herborn.

1. Sd3 - e5. (Drohung 2. 817 matt.) S bei. +

2. Se5-c0H-, bei. 3 D matt. 1. ..., Ta7. 2. Db8+, Se8 (g8). 3. DxS matt.

1. Db5 (b7)? scheitert an 1.....Sg4+.

Lösung des Problems Nr. 322. Don H- van Beek.

1. DdldB! usw.

Lösung des Problems Nr. 323. Don E. Skowronek.

1. Sd5-f6l (Mit der Drohung 2. De4 und Deb-f- usw.j 1 ..b5xc4 2. Ta4-35-j-, Ke5-d4. 3. Ta5- a5 matt. 1.....e7xf6. 2. Dc4-c5+, Ke5-e4.

3. d2-d3 matt. Eine hübsche Kleinigkeit.

Lösung des Problems Nr. 324.

Don K. A. K. Larsen.

1. Td8c8! usw-

Aus der Schachwelt.

Im internationalen Turnier zu Bad Sliac siegte Flohr und Bidmar je -s- 9V2 vor Pirc + 8V2 3.. Canal, Maroczy und Spielmann je + 8 4. bis 6., Treybal -s- 7 7.; es folgen: Bogoljubow + 6V2, Pokorny + 5'/2. Opocensky und Walter je + 5, Rohgcek + 4, May -V 3Vz und Engel + 3.

Im Meisterturnier des Bades Swinemünde siegte überlegen Stoltz (Schweden) + 7Vs 1 , vor Rödl 4- 6 2-, Mieses -j- 5Vs 3., K. Richter + 5 4-, Rellstab 4- 4Vz 5.; es folgen: Moritz und Sämisch je 4~ 4, List und Schlage je 4" 3Vs. Brinckmann 4- IVs-

Oie Narrenkappe.

Splitter und Sdarren vom RedaktionSttsch.

Der große TTlommfen.

Mommsen, der berühmte Historiker und Philologe, war sehr zerstreut.

Eines Tages, in der Trambahn, legte er seine Brille, entgegen seiner Gewohnheit, auf seine rechte Seite, holte ein Manuskript aus der Tasche, um es zu lesen und suchte die Drille auf seiner linken Seite vergebens.

Ein Kind, das zu seiner Rechten saß, reichte ihm schließlich schüchtern die Drille.

Oh! Dielen Dank, liebes Kind!" sagte Momm­sen sehr zufrieden,wie heißt du denn?"

Ann a M om msen, P a p a." (Lust.DL)

Der Hund.

Zump sitzt auf der Bank. Neben ihm liegt ein dreckiger Köter.

Es naht ein Mann mit Schere.

Schöner Hund!" sagt der Mann mit der Schere.

Ja! nicht wahr?" erwiderte freundlich Zump.

Er wäre aber noch viel schöner, wenn ihm mal die Haare geschnitten würden."

Oh so?"

3a. Darf ich dem Hund die Haare schneiden?" Meinetwegen."

Der Mann zückt die Scheere und schert dem Hunde das Fell. Nachdem er fertig ist, räuspert er sich:

Geschoren ist er nun. Gewaschen müßte er auch mal werden."

Meinen Sie?"

Ganz bestimmt. Sehen Sie nur, wie furchtbar dreckig er ist. Darf ich ihn waschen?"

,>Wenn's Ihnen Spaß machte

Der Mann nimmt den Hund unter den Arm und geht an den vorüberfließenden Bach, zieht ein Paket Schmierseife aus der Tasche und wäscht den winseln­den Hund. Dann bringt er ihn zu Zump zurück.

Na, sieht er nun nicht noch mal so hübsch aus?" O doch."

Den können Sie jetzt auf jede Hundeausstellung schicken."

Na, na!" _ ' .

Aber ganz bestimmt. Ein herrliches Tier. Drei Mark macht es."

Was?"

Na, das Scheren und Waschen."

Das Scheren und das Waschen? Was für ein Scheren und was für ein Waschen?"

Das Scheren und Waschen Ihres Hundes!"

Meines Hundes? Aber, lieber Freund, das ist doch gar nicht mein Hund .1"

Wirtschaft.

Reichsschuldbuchforderungen waren besonders in mittleren Fälligkeiten angeboten und bis 0,5 v. H. schwächer. Am Geldmarkt machte sich der bevor­stehende Ultimo jetzt schon stärker bemerkbar. Tages­geld war nur noch zu 5,5 0. H. an der unteren Grenze erhältlich und auch für erste Adressen nicht mehr darunter.

* Keine R e i ch s g a r a n t i e für Ho es ch - Köln-Neuessen. Bon der Derwaltung der Hoesch-Köln-Neuessen AG. für Bergbau- und Hütfenbetrieb wird dem WTD.-Handelsdienst mitgeteilt: 3n verschiedenen Zeitungen ist eine Nachricht erschienen, die sich mit einem unserer Ge­sellschaft angeblich eingeräumten Kredit unter Reichsgarantie beschäftigt. Es werden Summen von 30 oder 37 Millionen Mk. genannt, und es wird angeführt, daß dieser Kredit bis zu 13,5 Millionen Mk. in 2lnspruch genommen sei. Es ist unwahr, daß wir jemals um einen solchen Kredit nachgesucht hätten, noch die Notwendigkeit bei uns Vorgelegen habe; dies zu tun. Don Derlustergeb- niffen, welche die Inanspruchnahme eines derar­tigen Kredits notwendig machen würden, kann nicht die Rede sein. Die ganze Angelegenheit ent­behrt jeglicher Grundlage.

Berlin uneinheitlich.

B e r l i n , 28. Juli. (WTB. Funkspruch.) Im heu­tigen Vormittagsverkehr war die Stimmung unter dem Eihdruck der kräftigen Erholung und Befesti­gung an der gestrigen Neuyorker Börse ziemlich freundlich, und auch an der Voroörfe rechnete man noch mit einem zumindest gut behaupteten offi­ziellen Verkehr. Wesentliche Momente lagen nicht vor. Die Anfangsnotierungen sollten aber bann ent­täuschen, dasie uneinheitlich, überwiegend etwas-schwächer lagen. Die -Pressemeldungen über neue Devisenschiebungen, die Nachrichten über Zwangsverkäufe von Farbenaktien, eine Angelegen­heit, die übrigens schon einige Zeit zurückliegt, die weitere konjunkturelle Verschlechterung im westdeut­schen Revier und die Erwartung eines hohen Ver- lustes bei der Polypon AG. wurden lebhaft be­sprochen. Das Publikum war heute kaum im Markte, vereinzelt wollte man Abgaben geringen Umfanges bemerken, die mit der unmittelbar bevorstehenden Reichstag'swahl Zusammenhängen dürften. Hiexjn ist wohl auch der Grund für die st a r k e Z u r u ck h a l - tung der Spekulation zu suchen, die dazu führte, daß kleine, mehr oder minder zufällige Orders entscheidenden Einfluß auf die Kursgestaltung neh­men konnten. Durch feste Haltung fielen Deutsche Eisenhandel Berger und Braubank auf. Auch Otavi- Shares, Thüringer Gas und Reichsbank eröffneten eher etwas freundlicher. Ucber den täglichen Rahmen .von 1 v. H. hinaus gedrückt waren Buderus, Sa.'z- detfuth, Elektrizitätswerk Schlesien, Feldmühle und Bemberg, die bis zu etwa 2,5 v. H. nachgaben.

Im Verlaufe wurde es bei stagnierendem Geschäft allgemein f e ft e r. Die Verluste be- turgen bis zu 0,75 v. H. Chadeaktien gingen zeck- roeilig bis zu 3 Mark unter den gestrigen Schlußkurs zurück. Deutsche Erdöl fielen durch feste Haltung auf und zogen mehr als 1 0. H. über den Stand von gestern an. AEG. hatten unregelmäßige Tendenz aus­zuweisen. Bekula lagen ziemlich freundlich. Deutsche Anleihen zogen etwas an. Ausländer lagen nur wenig verändert, Anatolier waren fest. Die Ren­te n m ä r k t e lagen ziemlich ft i I I, eine aus­gesprochene Tendenz ließ sich noch nicht erkennen.

Sranffurt unsicher.

Frankfurt, 28. Juli. (WTB. Drahtmeldung.) Auf Grund des festen Schlusses der Neuyorker Börse herrschte noch an der Vorbörse eine freund­lichere Stimmung, wenngleich die Zurückhaltung unverändert bestehen blieb. Zu Beginn des amt­lichen Verkehrs trat noch ein Umschwung in der Tendenz ein, da in IG. angeblich Zwangsverkäuse des Berliner Platzes ausgeführt wurden, so daß die Haltung weiter unsicher und überwiegend schwächer wurde. In Anbetracht der bevorstehen- ben Wahl herrschte starke Zurückhaltung. Die Spe­kulation war weiterhin geneigt, sich von ihren an den Vortagen eingegangenen Engagements zu ent« (asten. Gegen die Abendbörse überwogen daher Kursrückgänge von 0,5 bis 1 0. H. Die Umsätze hieb ten sich in engsten Grenzen. Schwächer eröffneten IG., die Mehrzahl der Elektroaktien sowie Mon- tan papiere, besonders Buderus mit minus 1,13 v. H.» ferner Reichsbank, Zement Heidelberg und Metall- gesellschaft, bei denen Rückgänge bis zu 1 v. H. ein­traten. Schiffahrtswerte tendierten uneinheitlich. Hapag gewannen 0,25 0. H., wogegen Norddeut­scher Lloyd 0,5 v. H. verloren. Die übrigen Märkte stagnierten vollkommen.

Deutsche Anleihen eröffneten 0,25 v. H. höher, Neubesitz gingen später allerdings leicht zurück. Reichsschuldbuchforderungen lagen bei merklich ge­ringen Umsätzen knapp behauptet. Der Pfandbrief­markt neigte weiter zur Schwäche, wobei die Kurs­rückgänge bis zu 1 0. H. betrugen. Lebhafter lagen im Verlaufe Reichsaltbesitzanleihe, die ca. 0,75 0. H. anzogen. In der zweiten Börsenstunde schrumpfte die Umsatztätigkeit auf ein Minimum zusammen. Die Kurse lagen gegen den Anfang unverändert, nad)bem nach den ersten Kurfen verschiedentlich kleine Erholungen von etwa 0,5 0. H. ein getreten waren. Tagesgeld war zu 4 v. H. unverändert flüssig.

Frankfurter Schlachtvichmarkt.

F r a n k f u r t a. M., 28. Juli. Austrieb: 88 Rinder, 1063 Kälber, 152 Schafe, 992 Schweine. Es notierten: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 37 bis 39 Mark, mittlere Mast- und Saugkälber 31 bis 36; geringe Kälber 25 bis 30; Schafe: Mastlärnrner und jüngere Masthärnrnel (Weidemast) 26 bis 30, mittlere Mastlärnrner, ältere Masthärnrnel und gut genährte Schafe 20 bis 25, fleischiges Schafvieh 13 bis 19; Schweine: vvllfleifchige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 46 bis 48, von etwa 200 bis 240 Pfund 44 bis 48, von etwa 160 bis-200 Pfund 42 bis 47, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 38 bis 45 Mark. Markt- verlauf: Kälber und Schafe mittelmäßig, ausverkauft; Schweine mittelmäßig, ausverkauft.