Ausgabe 
28.7.1932 Erstes Blatt
 
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Nr. 175 Erstes via«

182. Jahrgang

Donnerstag, 28. Juli 1952

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Verschärfung -es Reichstags-Wahlkampfs.

Wahlreden im Rundfunk.

Wirtfchaftspartci und Deutsche Bolkspartci

Berlin, 27. Juli. (CNB.) Der Führer der Reichspartei des Deutschen Mittelstandes, D r e w i st, sprach heute abend im Rundfunk über die Arle seiner Partei. Seine Partei lehne jeden Sozialismus a b , da er der bürgerlich-mittel- ständischen Weltanschauung widerspreche. Damit seien aber in keiner Weise soziale Gedanken abge- lehnt. Der Kampf der Wirtschaftspariei gegen Warenhäuser und Konsumvereine werde deshalb geführt, weil durch solche Großunter­nehmungen Tausende von kleinen Existenzen ver­nichtet wurden. Das Ergebnis der Konferenz von Lausanne müsse als n i ch t genügend be­trachtet werden. Der größte Fehler der inneren Politik Deutschlands nach dem Kriege sei es ge- mejen, daß den jelbständigen Existenzen zu viele Hindernisse zum Vorwärtskommen in den Ißeg. gelegt seien. Der in Weimar geschaffene Ar- t'kel 164 der Reichsoerfasfung, der einstweilen nur auf dem Papiere stehe, müsse wirkliches Recht werden. Das fei das Hauptverlangen der Wirt­schaftspartei.

Desgleichen sprach im Rundfunk der Führer der Deutschen Volkspartei, Reichstagsabgeordneter D i n ge l d e y. Er betonte, daß die extremen Par­teien nicht regierungsfähig feien. Wenn der frühere Reichskanzler Brüning sich in seinen jetzigen Wahl­reden darüber beklage, daß die kommende Wahl die Gefahr einer Vernichtung des Bürger­tum s in sich berge, dann müsse er an die eigene Brust schlagen und sich fragen, ob er nicht s e l d st durch seine Unentschlossenheit einer der Totengrä­ber des bürgerlichen Gedankens in Deutschland ge­worden sei. Nur wenn es gelinge, in der kommen­den politischen Entwickelung inmitten kämpfender Massen wieder den ruhigen deutschen Bürger zur Geltung zu bringen, könne das Reich vor der fortschreitenden Zerstörung ge­schützt werden, an deren Ende das bolschewistische Chaos drohe. Dingeldey betonte, daß die Volks­partei auch nach der Wahl ihren politischen Weg in voller Selbständigkeit und ohne jeden fremden Einfluß nach eigener Ent­schließung gehen werde. Die Volkspartei bleibe national, liberal und sozial.

Große Hitler-Kundgebung im Berliner Stadion.

Berlin, 27. Juli. (TU.) Der Wahlkampf der Berliner Nationalsozialisten erreichte am Mittwoch­abend mit einer Riesenkundgebung im Stadion und auf der Rennbahn Grünewald mit Hitler als Haupt­redner seinen Höhepunkt. Insgesamt haben nach Schätzungen von nationalsozialistischer Seite außer den SA.-Leuten weit über 100 000 Personen an der Veranstaltung teilgenommen. Nach turnerischen Vor­führungen der SA. und Staffelflügen der Flieger­staffel der Gruppe Berlin-Brandenburg der SA. marschierten etwa 15 000 SA.-Leute mit Standarten und Fahnen in das Stadion ein. Hs sprach zunächst der Berliner Gauführer Dr. Goebbels, der die Ent­wicklung der vergangenen 14 Jahre kritisch beleuch­tete. Nach dem Einzug von 3000 SA.-Turnern mit Fackeln und musikalischen Darbietungen von 621.- Kapellen, erreichte Hitler von Brandenburg, wo er noch gesprochen hatte, mit seiner Begleitung im Automobil das Stadion. Er fuhr zunächst unter unaufhörlichem Jubel der Massen an den Tribünen des Stadions und der Rennbahn vorbei und nahm dann das Wort:

Hitler

erklärte u. a.: Sie alle, so betonte Hitler, haben die Empfindung, am Vorabend einer großen historischen Entscheidung zu stehen. Nicht über sechs Wochen deutscher Geschichte wird am 31. Juli gerichtet werden, sondern über 15 Jahre und sogar' noch über die davor liegende Zeit. Ein System, das im Besitz einer Macht war wie keine vorher, steht heute vor dem Richter st Uhl der Nation. Die Träger dieses Systems erkennen selbst am besten die Sünden, die auf ihnen lasten. Heute rufen sie nach Freiheit und sozialer Wohl­fahrt, nach gleichem Recht für alle und sie haben sich doch dreizehn Jahre lang daran versündigt. Sie alle sind Zeugen gewesen, wie dieses System das WortFreiheit" aufgefaßt hat. Niemals find in Deutschland Menschen mehr geknebelt worden wegen ihrer Gesinnung als wir in den vergangenen Jah-

13 Millionen Deutsche sind vogelfrei gewesen, nicht würdig, die kleinsten Beamtenstellen zu be­kleiden und nur würdig, Steuern zu zahlen, zu opfern und mit zu leiden. 13 Jahre hat uns die Welt nach der Qualität dieser Verderber Deutsch- lands die die Nation in Parteien zerrissen, beur­teilt, sind wir in den Augen der anderen Staaten eine würdelose Nation gewesen, mit der man um­springen konnte, wie man wollte. Ich bekenne vor Ihnen und der ganzen Nation als eines unserer Ziele, daß die 30 Parteien aus Deutsch­land herausgefegt werden. Wir wollen nicht fein ein einig Volk von Brüdern, sondern wir m ü s - fen es fein und haben es deshalb zu lernen. Wir lernen es aber nicht, indem wir die Klaffenintereffen und Konfessionen aufzeigen, sondern indem wir über Stand und Beruf und Glaubensbekenntnis hinweg am Ende die Nation wieder zur Geltung brin­gen. Wir haben unser Werk nicht als krasseste Theo­retiker begonnen. Es lebt und es kann nicht mehr zerstört werden. Es wird zu einem Werk der 30. der 50 Millionen aufsteigen. Der dazu führende noch vor uns liegende Kampf wird leichter fein, als der von Terror und Verfolgung gezeichnete Weg der

hinter uns liegt. Ein Volk ist im Aufbruch und wir find vom Schicksal gesegnet, diesen Aufbruch einleiten zu dürfen. Der 31. Juli muß in Deutsch­land das Regiment der Demokratie, des Marxismus und feiner Helfersknechte beseitigen und wieder auf­richten ein Regiment von Disziplin, nationalem Ge­wissen, Ehre und Kraft.

Ein offener Brief Brauns an den Reichskanzler.

Berlin, 27. Juli. (TU.) Der seines Amtes ent­hobene preußische Ministerpräsident Braun über­gibt der Qeffentlichkeit einen ausführlichen, von hef­tigen Anklagen durchsetzten Brief an den Reichskanzler von Papen, in dem er noch einmal in aller Ausführlichkeit den bekannten auch von dem Staatsgerichtshof zum Ausdruck gekomnie- enen Standpunkt der früheren preußischen Staats­regierung auseinanderfetzt. Braun begründet die Tat­sache seines offenen Briefes damit, daß er auf fein letztes Schreiben an den Kanzler ohne Antwort geblieben fei, woraus er entnehme, daß der Kanzler ihm nicht habe Gelegenheit geben wollen, ihm in Rundfunk zu erwidern. Er, Braun, wünsche nur, daß die unter der Leitung des Kanzlers stehende Regierung ebenso unabhängig von der National­sozialistischen Partei wäre, wie dieverfassungs­mäßige preußische Regierung" von der KPD. Das Verlangen, grundsätzlich und von vornherein die An­hänger der KPD. anders als die der Nationalsozia­listischen Partei zu behandeln, widerspreche der Reichs­oerfassung. Die von rechtsradikaler Seite verübien Mordtaten an Erzberger und Rathenau, die gerne- morde und die ungezählten anderen politischen Blut­taten seien in der Erinnerung des deutschen Volkes noch zu frisch. Die unaufhörlichen Drohungen mit ÄöpferoUen" und anderen Todesarten für politische Gegner hätten mindestens in demselben Maße wie verabscheuungswerte kommunistische Roheitsakte und Bluttaten das politische Leben Gesamtdeutschlands vergiftet. Auch jetzt würden täglich und nächtlich nationalsozialistische Ueberfäüe auf Leben und Eigen-» tum Andersdenkender zum Teil mit bewaffneter Hand verübt. Nur die vorbildliche Disziplin und Be­sonnenheit der republikanischen Parteien habe bei den von schweren Eingriffen in die staatsbürgerliche Freiheit begleiteten verfassungswidrigen Vorgehen in Preußen vor Blutvergießen und Bürgerkrieg be­wahrt.

Brüning antwortet Schacht.

Berlin, 27. Juli. (TU.) Reichskanzler a. D. Dr. Brüni n g hat den an ihn gerichteten Brief des früheren Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht mit einer Erklärung beantworte, wonach die ihm inFreiburg in den Mund gelegten Aeußerungen gegen Dr. Schacht nicht gefallen, sondern in der Presse falsch wiedergegeben worden seien. Damit entfielen auch die Schlußfolgerungen des Schacht'schen Briefes. Auf das Telegramm Dr. Hugenbergs wird Dr. Brüning gleichfalls ent­weder in einer besonderen Erklärung ober in seiner Berliner Sportpalastrede am Freitag antworten.

Auf einer Zentrumsversammlung in Meppen er­klärte Dr. Brüning u. a.. das Zentrum stehe heute in einem Kampfe, wie ihn Windhorst geführt habe. Das Zentrum sei wieder einmal in die Bresche ge­sprungen und habe alles an Verhetzung und Ver­leumdung auf sich genommen um der Erhaltung des Vaterlandes willen. Die Regierung sei jetzt auf das zurückgekommen, was schon fertig war und vor sechs Wochen hätte durchgeführt werden können. Das deutsche Volk sei erwacht und zwar in der Er­kenntnis, daß der Radikalismuß kein Heil bringe und nur eine Politik der Mäßigung zum Ziele führe.

Die Wirtschastöpartei in Hoffen.

Wie die Reichspartei des deutschen Mittelstandes (Wirtschaftspartei) mitteilt, hat sie in jedem Wahl­kreis eigene Liften, die die Nr. 7 der amtlichen Wahlliste tragen, aufgestellt. An der Spitze des Hessischen Wahloorschlags steht Rechtsanwalt A. Ludwig, Ober-Ingelheim. Der Wahloorschlag ist verbunden mit der Reichslifte des Wahloorschlags Nr. 9 der Bayerischen Volkspartei. Hierdurch ist die Gewähr dafür geboten, daß keine Stimme verloren geht und daß alle abgegebenen Stimmen lediglich der Wirtschafts­partei zugute kommen. Die Wirtschaftspartei wird auch im neuen Reichstag ihre selbständige Politik verfolgen.

Präsident fierrl fordert Aufhebung der preußischen Notverordnung.

Berlin, 28.3uü. (DDZ.) Der preußische Landtagspräsident K e r r l hat an den Reichs­kanzler v. Papen zwei neue Briefe gerichtet, von denen sich einer mit der preußischen Not­verordnung, der andere mit der Stellung der früheren preußischen Minister beschäftigt. In dem ersten Brief weist der Präsident darauf hin, daß die geschäftsführende preußische Regierung, deren Vertreter sich nicht genug tun könnten mit An­griffen gegen die Reichsregierung wegen der von dieser zwar erlassenen, aber bereits vom Kabinett Brüning ausgearbeiteten Rotverord­nung, inPreußenein e R otverordnung erlassen habe, die in _ ihren Kürzungen der Beamtengehälter weit über die Reichs­notverordnung hinausgehe, eine Schlacht st euer einführe und gerade die Aermsten stark schädigenden Bestimmungen über die Hauszinsfteuer enthalte. Der Landtag

habe diese Rotverordnung aufgehoben, die geschäftsführende Regierung sei diesem Beschluß jedoch nicht gefolgt.Nach Beendigung des Reichskommissariats", so heißt es in dem Schrei- ben weiterwird die Verantwortung für die Staatsführung in Preußen nach dem Willen des Volkes der stärksten Partei, nämlich d e r N a t i o» nalsozialistischen Deutschen Arbei­terpartei, zufallen müssen. Ihr muß es überlassen bleiben, neue Wege einzuschlagen, die zu dem Ziele führen müssen, daß endlich mit der Behinderung der wirtschaftlichen Betätigung des Volkes Schluß gemacht und jedem Ar­beitswilligen sein Recht auf Arbeit z u g e s i ch e r t wird. Rach meiner genauen Kenntnis der nationalsozialistischen Ziele und der Pläne zu ihrer Verwirklichung darf ich ver­sichern, daß die NSDAP, nicht nur bereit ist, diese neuen Wege einzuschlagen, sondern auch bereit sein wird, die Verantwortung für eine vielleicht augenblickliche Ver­schlechterung der Kassenlage zu übernehmen, die durch die Aufhebung der

Paris, 27. Iuli. (CNB.) Reichsinnenminister Freiherr v. Gayl hat dem Sonderbericht­erstatter desParis Soir", Iules Sauerwein mehrere Fragen beantwortet. Auf die Frage: Ist die Reichsregierung geneigt, eine Anzahl von Nationalsozialisten aufzuneh­men und hält sie es in diesem Falle für mög­lich, sich mit einer revolutionären Partei über ein gemeinsames Pro­gramm zu verständigen?, antwortete der Reichs- innenminister: Die Nationalsozialisten betrachte ich nicht als eine revolutionäre Par- t e i. Sie stehen der Verfassung nicht feindlich ge­genüber, ihre Führer haben im Gegenteil erklärt, daß sie sie respektieren. Die einzige verfassungs­feindliche und revolutionäre Partei in Deutsch­land ist die KPD. Der Frage nach einem ge­meinsamen Programm messe ich keine Bedeutung bei, es genügt, ein großes gemeinsames Ziel zu haben, Lieber die Mittel kann man sich immer verständigen. Wesentlich ist, daß ein Ka-

Seemannslos.

Das ganze deutsche Volk nimmt erschüttert An­teil an dem schweren Unglück, bas unsere Marine betroffen bat. Wenn sich an ben Masten die Fah­nen auf Halbmast senken, ist keiner, der nicht den Verlust des Schisses, den 2Jerluft der 69 jungen Menschenleben betrauert, die in der Blüte ihrer Jugend das Seemannslos ereilt hat. Mit jedem jungen Mann, ben die Wellen heruntergeriffen haben, ist eine Hoffnung dahin, und um jeden der 69 Toten bricht ein Mutterherz. Es waren die Besten unserer Jugend, auserwählt, um Führer 'm der Marine zu werden. An ihnen hing Deutsch­lands Hoffnung, daß sie einst berufen fein würden, die durch die Bestimmungen des Dersarl- ler Friedensvertrags zerstörte deutsche Flotte wie­der aufzubauen, daß sie berufen sein würden, der deutschen Seemacht in der Welt neue Geltung Zu verschaffen. Die frischen, prächtigen Jungens an Bord derNiobe" gaben Deutschland das Ver­trauen, daß es niemals gelingen wird, Deutschland dauernd am Becken zu halten, weder zu Lande noch zu Wasser. Da es gelungen war, in den jungen Kadetten derNiobe" die stolze Tradition der deutschen Marine wach zu hallen, wird der Verlust umso tragischer. Gewiß, die Reihen werden sich schließen, neue werden an die Stelle der Gefallenen treten, das Werk wird über alle Schicksalsschläge triumphieren. Seemannslos ist hart, aber Verzweiflung ist nicht Seemanns Art. Der nie endende Kampf mit den Elementen läßt ihm keine Zeit zu langer Trauer. Drei Salven über die See, ein Augenblick des Gedenkens, und der Kampf geht weiter: Seefahrt ist not!--

DieNiobe" wurde von der Reichsmarine im April 1923 übernommen. Die normale Besatzung des Schiffes war 34 Mann einschließlich der Offi­ziere. Dazu kamen die Kadetten. Die Offiziersan­wärter erhielten nach der ersten infanteristischen Ausbildung in Stralsund an Bord derNiobe" die erste seemännische Ausbildung. Der Kursus auf derNiobe" dauerte mehrere Monate. Auf kleinen Kreuzfahrten in der Oft- und Nordsee wurden die jungen Leute an das Seeleben gewöhnt. Erst von derNiobe" aus kamen die Kadetten auf einen der Schulkreuzer, dieEmden",Königsberg", und Karlsruhe". DieNiobe" hatte sich durchaus be­währt. lieber die Nord- und Ostfeegewässer gingen die Fahrten des Segelschulfchiffes selten hinaus. Das Schiff hatte 650 Tonnen Wasserverdrängung, eine Länge von 42 Metern, eine Breite von 9,2 Metern und einen Tiefgang von 5 Metern.

Der 26. Juli wird in der Geschichte unserer wie­der aufftrebenben Flotte einer der schwärzesten Tage bleiben, der aber die Kraft und den Willen, sich für den Ernstfall auf die Verteidigung der Heimat von der Seeseite her oorzubereiten, nicht unterbinden kann. Wir hoffen, daß in nicht allzu meiter Ferne eine zweiteNiobe" durch die deut­

Notverordnung herbeigcführt würde." Mit Rück­sicht darauf, daß jedes Einschlagen neuer Wege nur dann wirksam sein könne, wenn diese Wege mit einem vertrauenden Volke beschritten würden, bittet der Landtagspräsident den Reichskanzler in seiner Eigenschaft als preußischer Minister­präsident. dem Kabinett die Aufhebung der Notverordnung vorzuschlagen und ihre Aushebung durchzuführen, um mit dieser Maß­nahme d i e Bahn für.die neue Staats­führung frei zu machen.

In dem zweiten Schreiben wendet sich der Landtagspräsident gegen das Vorgehen der bis­herigen preußischen Minister. Die abgesetz­ten preußischen Minister hätten keinerlei Recht, sich anzumaßen, im Namen Preußens zu sprechen und zu klagen. Bestände wirklich ein Verfassungskonflikt zwischen Preußen und dem Reich, so stünde es ihm, dem Landtags­präsidenten, eher zu, die Interessen Preu­ßens zu vertreten als den abgesehten Ministern. Es unterliege aber nicht dem geringsten Zweifel, daß die vom Reichspräsidenten erlassenen Maß­nahmen nicht nur verfassungsmäßig möglich, sondern zur Beseitigung eines N o t st a n d e s für das Land Preußen unbe­dingt notwendig gewesen seien.

binett aus Persönlichkeiten besteht, die durch den gleichen nationalen Willen geeint und von der gleichen Auffassung in den großen Fragen erfüllt sind.

Auf die Frage Sauerweins, wie die Reichsre­gierung zulassen könne, daß mehrere Tau­send junger Leute in Hitlerschen Abteilun­gen Manöverübungen abhalten und in einer Art Alarmzustand lebten, erklärte der Reichsinnenminister: Diese Manöver der Iugend sind rein sportliche Hebungen, die wir dulden und die wir sogar fördern. Wir sind der Ansicht, daß sie die Ausdauer und den Geist der Disziplin entwickeln und nichts mit mili- tärischen Hebungen zu tun haben. Mit derartig trainierten jungen Leuten kann man wahrlich keine Armee improvisieren. Irgendeine revolutionäre Bewegung, von welcher Seite sie auch kommen möge, werden wir nicht dulden. Notwendigenfalls fühlen wir uns stark genug, sie zu unterdrücken.

scheu Küstengewässer segeln und wiederum deuffche Kadetten in seemännische Erfahrungen einweihen und zu tüchtigen Soldaten machen wird.

Die Taucherarbeit an berAiobe"

Ter Eingang noch versperrt. Noch keine

Opfer geborgen.

6 i e 1, 27. Juli. (WTB.) Die an der Unglücks­stelle derNiobe" tätigen Taucher des THarine- arsenals Kiel, haben die genaue Lage der Niobe" f e st g e st e l l t. Das Schiff liegt auf der Seite wie es gesunken ist. Die Taucher konnten jedoch nochnicht in bas Innere des Schis- f e s gelangen, da die Takelage den Zugang behindert. Ls muß zunächst ein Weg gebahnt werden, doch kann erst mit den Arbeiten morgen früh begonnen werden, da der heute herrschende Seegang die Bergungsarbeiten außerordentlich erschwert. Leichen wurden bis jetzt nicht gefunden. Morgen soll ein weiterer Torpedo- Taucher eingesetzt werden.

Bei der auf Veranlassung des deutschen Konsuls in Nakskov vorgenommenen Abfuche der $ ü b- kÜste von Laaland waren gefunden: Wrack- st ü ck e verschiedener Art, die offenbar von dem ver­lorenen deutschen Schulschiff herruhren, namentlich Unterrichtsgegenstände der Schüler, darunter eine Menge Bleistifte mit Namenszeichen, ein Schreibzeug aus Holz, weiter zwei Paar Schuhe, eine Oelfanne, Konservendosen, Stuhlbeine und ver­schiedenes anderes. Das meiste ist mit dem Zeichen der deutschen Reichsmarine versehen. Die Absuchung der Küste wird fortgesetzt.

Reichstrauer um die Toten der Aiobe.

Berlin, 28. Juli. (WTB. gunffprud).) Anläß­lich des Untergangs des SegelfchulfchiffsNiobe" der Reichsmarine fetzen am Donnerstag und Freitag b i e Reichsbehörden in» ganzen Reichsgebiet d i e Flaggen auf Halbmast. Die Landesregierungen sind ersucht, sich dem Vorgehen der Reichsregierung anzui'chließen.

Graf Otto von Erbach-Fürstenau bei einem Flugzeugabsturz in England tödlich verunglückt.

Bei einem Flugzeugabsturz in der Nähe von Farnham (Gurret)) verunglückte der 23jäh- rtge Graf Otto Adolf von Erbach.Für­stenau tödlich. Das Flugzeug befand sich unterwegs vom Flugplatz Heston nach Southamp- ton. Gerade als es sich über den Parkanlage, von Farnham in der Grafschaft Surret) befand, erfolgte eine Ejplo.sio.n» die das glugyufl

Das Kabinett papen und der Nationalsozialismus.

Unterredung des Reichsinnenministers mit Sauerwein.

Oie Tragödie im Kehmarn-Beli.