Ausgabe 
27.10.1932 Erstes Blatt
 
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Aus der provinzialhaupistadt

G ieß en. den 27. Oktober 1932.

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Weiße Zähne: Chlorodontj;

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Beginn des neuen großen Romanwerkes von Klothilde von Stegmann-Stein unter dem Titel

Die Zahnpaste, die von mehr als 6 Millionen Menschen allein in Deutschland täglich ge­braucht wird. Vorzüglich in der Wirkung, sparsam im Verbrauch, von höchster Qualität. Tube 50 Pf. und 80 Pf. Weisen Sie jeden Ersatz dafür zurück.

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Und es gibt der Schönheiten auch im Herbst und frühen Winter noch viele, und wer klug ist wie Eulenspiegel, der wird jetzt schon das Leuchten des Frühlings nach dem Winterschlaf sehen ... M.O.

Handarbeits-Ausstellung.

seiner zweckmäßigen Inneneinrichtung viel wunderung g-funden hat, fand im SaaleZum Schwanen' ein geselliges Beisammensein statt. In e.ner Ansprache gab der Landesjugendführer Hans Freund, Mainz, seiner Freude über die be sp elgeb:n.e 2lrb it der , Hnsf.a"-2ugcndgruppe Lollar Ausdruck. Don verschiedenen Seiten wur­den außerdem Glückwünsche übermittelt. Am Abend fand man sich zu einem gemütlichen Bei- sammensein ein, während dem, wie am Rach- mittag, das Iugendorchester konzertierte und der Bo s tzende noch eine Anzahl eing gangener Gluck- wünscye verlesen konnte. Dezirksjugendsuhrer Bonhard, Giehen, und Bezirkischießwart Klein, G<ehen, übermittelten ebenfalls Glück-

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Anerkennung-.

Kreis Büdingen.

WSR. Büdingen, 26. Oft Hier fuhr in der abendlichen Dunkelheit ein K l e i n a u t o von hinten auf ein unbeleuchtetes Holz- f u h r w e r k auf, an welches em Pferd angebun- den war Der Autolenker hatte seine Aufmerksam­keit auf einen entgegenkommenden Radfahrer ge­richtet und dabei das unbeleuchtete Fuhrwerk nicht zur rechten Zeit gesehen. Bei dem Zusammenprall wurde das angebundene Pferd getroffen, das ausschlug und dabei die Schutz scheibe des Autos zertrümmerte, selbst aber em Dor- derbem brach und notgeschlachtet werden

Oberbeffen.

Weihe desHassia-Iugendheimes" in Lollar.

M Lollar, 25.Ott. Am Sonntag wurde das von dem Veteranen- und Kriegerver­ein Lollar erbaute Iugendheim für die ihm angefchlofsene Hass a-Iugendgrup'.eSinter- bürg" eingeweiht. Auf dem Hause waren die Kyff- häufer- und die Hassiafahne aufgezogen

Die zahlreichen Teilnehmer marschierten unter Vorantritt der Spielleute der Hassia-Jugend- oruvpe Lollar vom Vereinslokal zum Heim, wo sich eine stattliche Menge Besucher eingefunden hchten Rach einem Marsch der Spielleute wies der DaulLer, Architekt R i n g l e b (Lollar), auf den Zweck des Baues hin, dankte allen am Dau beteiliaten Handwerksmeistern und Gesellen für chre Arbeit und übergab mit Worten des Glück­wunsches den Schlüssel des Hauses an den ersten Vorsitzenden des Veteranen- und Kriegervereins Lollar Hierauf hielt Pfarrassistent K a l b h e n n sLollar) die Weiherede, in der er die Heranwach­sende Iugend als kostbarstes Gut einer Ration und

muhte. An dem Auto wurde der Kühler zer­trümmert, im übrigen kamen die Insassen mit dem Schrecken davon.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

> Wihmar, 26. Ott. Die Personen­standsaufnahme am 10. Ottober ergab 1934 Einwohner, gegenüber 1905 im Vorjahr. Die Ein­wohnerschaft verteilt sich aus 462 Haushaltungen in 338 Wohnhäusern. Am Sonntag beschloß die Feuerwehr unter Leitung ihres Brand­meisters Wilhelm Todt ihre diesjährige Uebungstätigkeit. Den Hebungen wohnte die Ge­meindevertretung bei, die sich davon überzogen tonnte, dah die Wehr allen Anforderungen im Ernstfall genügen kann. Am 24. Oktober fand die Herbstversammlung des Dvlksbildungs- a u s s ch u s s e s bei Gastwirt Leib statt, die zahl­reich besucht war, besonders auch von den Ein­zelmitgliedern, die seit diesem Iahre dem VDA. angehören. Mit der Versammlung war eine Aus­stellung von Zimmerblumen verbunden, die als Stecklinge den Schülern der beiden letzten Iahr- gänge im Frühjahr geschenkt worden waren. Elf Preise wurden verteilt. Ein Bericht des Vor­sitzenden über die Sommerarbeit eröffnete die Sitzung, die sich dann der Vorbereitung der. Win­terarbeit zuwandte. Acht Vorträge aus den ver­schiedensten Wissensgebieten und ein Bunter Abend sind vorgesehen. Für die Volksbücherei wurden 31 neue Bücher beschafft, so dah jetzt 636 Bände zur Verfügung stehen. (Seit Ostern wur­den allein 997 Bände ausgeliehen.) Die Beiträge blieben in der bisherigen Höhe bestehen: 50 Pf. für Einzelmitglieder, 5 Pf. für die Mitglieder der an- geschlossenen Vereine. Der Arbeitsausschuh wurde durch Zuwahl der Herren H. ck und H. See­ger auf 9 Mitglieder erhöht. Einem allgemei­nen Wunsche entsprechend wird im Laufe des Winters ein Obst- und Gartenbauverein gegrün­det werden.

i Groß-Rechtenbach, 26.Dtt. In der letz­ten Zeit sind durch die hiesige Amtskasse und die Postagentur einige falsche Fünfmarkstücke angehalten worden. Die Herkunft der Falschstucke konnte noch nicht ermittelt werden. Das Falschgeld wurde der Staatsanwaltschaft in Limburg zugeleitet.

J Hochelheim, 26. Dtt. Vom 20. Oktober ab verkehrt die Kraftpost Butzbach Hochei- heim ab Butzbach 8.20 Uhr, nur noch bis Nieder­kleen. Rückfahrt nach Butzbach erfolgt von Nieder­kleen 12.11 Uhr ab. Die übrigen Fahrten werden vorläufig, wie bisher, bis nach Hochelheim durch­geführt.

Büchertisch.

Max Halbe: Scholle und Schick­sal. Geschichte meines Lebens. Verlag Knorr & Hirth, München. Gehestet 5,50 Mark, Leinen 7,30 Mark. (286.) Dieses Buch ist per Lebensweg des Dichters von der Ostmark nach dem deutschen Süden. Wie an der kräftigen, gedrungenen Gestalt und dem hartenBauern* schädel mit den gütigen klugen Augen die langen Iahrzehnte großstädtischen Lebens und Literatur­betriebs nichts ändern konnten, so bli-eb auch seinem Schaffen und gerade seinen besten Werken der Erdgeruch haften. Erdgeruch strömt erst recht jetztScholle und Schicksal" aus. Mitreihend sind diese Kapitel der Jugend in ihrem blutvollen Umfassen einer ganzen Landschaft, das sich hier wie später schon weitet zur grohen Schau der Kultur eines Zeitalters: Iener Iahrzehnte deut­schen Aufstiegs, der letztlich seine besten Kräfte doch aus der Scholle zog. Aus der Scholle, die Halbe verlieh, dem Drange einer anderen Berufung folaend. Wie reizvoll dann der Ein­blick in die Aufenthalte dieses Wegs, in das Berlin der achtziger Iahre mit seinem Literatur­betrieb, seinem Theater und seiner Wissenschaft, dann in das Studentenleben Heidelbergs und schließlich in das München, das für ihn später zur zweiten Heimat werden sollte. Wie packend die Fülle der Gestalten und Begegnungen mit den Grohen und Kleinen dieser Welt, wie fesselnd aber auch die eigenen Irrungen und Wirrungen, Kämpfe und Zweifel, bis zum überraschenden, strahlenden Erfolg derIugend".

Rudolf Thiel: Die Generation ohne Männer. 3n Leinen gebunden 6,80 Mk. Verlag Paul Reff, Berlin. - (272) - Der Ver­fasser sagt im Vorwort sehr bezeichnend über die Aufgabe, die er sich gestellt hat:Die Genera­tion ohne Männer das sind die Vierzigjährigen bis Siebzigjährigen, die unsere Politik, Kunst, Wissenschaft, Weltanschcuung machen. Das find die, die nicht viehr an den Willen glauben kön­nen, die nur noch, immer noch ans Wissen glau­ben. Des sind die Schöpser und die Makler der Ideen, in denen alle Mittelmäßigen den Geist des 20. Iahrhunderts vorgebildet sehen, durch die der Geist des 20. Iahrhunderts kleingehalten, irregeführt, vielleicht im Keim vernichtet wird. Gegen diese Generation rufe ich die Jungen auf, die Männer werben wollen. Die Gefahr ist groß dah die neue Männlichkeit mißrät: dah sie kein Ziel bekommt, daß sie den Geist verleugnet, dah sie den höchsten Mannesstolz nicht mehr er­wirbt: Gesetze schaffen statt Gesetze zu erforschen, Macht wollen statt Beglückung und Erhaltung, Krieg führen gegen Schicksal und Ratur, gegen das Ewig-Weibliche." In diesem Sinne werden Männer kritisch beleuchtet, die dem Verfasser als Führer unserer Zeit erscheinen: Shaw, Siegmund Freud, Rathenau, Stefan George, Thomas Mann und Oswald Spengler.

Menschen der S ü d s e e. Ein Novellen- kreis von W. Somerset Maugham. Deutsch von Else Aldendorff. (Verlag E. P. Tal & Eo., Leipzig und Wien.) 128. Eine reizvolle Lektüre, in der der rätselhafte Zauber der Südfee in allen seinen Arten zutage tritt. Der Autor zeigt sich als gewandter Erzähler, der seine Leser stark zu fesseln versteht.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

Don der Firma Haus der Handarbeit wird uns mitgeteilt, dah wie alljährlich eine grohe künstlerische Handarbeits- Ausstellung diesmal im Hotel Hinden- bmrg von Samstagnachmi ttag bis einschließlich Montagabend stattfindet. Die Firm» hat es sich angelegen sein lassen, wie in früheren Jahren alles das zusammenzubringen, was es Modernes in der Handarbeitskunst gibt. Ausgestellt sind u- a. die modernen Wollhäleleien (man kann sich durch seine Gattin mit einem schönen Pullover, oier en.t Weste beglücken lassen, die für wenige Mar! selbst ge.rrickt werden können), ferner die allerneuesten Filethäkeleien, Kelimbehänge, ge­häkelte Sofakissen Jäckchen, Tücher, wundervolle Platt- und Kreuzstich-Stickereien, kurzum der Be­schauer wird sehr viel Sehenswertes und Jnter- Lesfantes vorfinden. Die Firma erhebt diesmal IC Pf. Eintritt zugunsten der Gießener Winter- nothilfe. .

Gleichzeitig führt die Firma rn ihrem Aus­stellung-raum neben dem Kino, Seltersweg, die neue Teppich-Heimkunft vor. Was ist Teppich-Heimkunft? Man komme selbst und schaue ich die bereits von Gießener Damen hergestellten Teppiche an. Man wird dann auch den Wunsch - nach so schönen Arbeiten haben, zumal dadurch gleichzeitig die Bestrebungen unterstützt werden, r ein deutsches Geld unnötig ins Aus­land zu schicken. Hier kann man sich aus deutscher Wolle und mit deutschem Fleiß selbst einen wundervollen deutschen Teppich herstellen.

Gtcsi.ncr Wochenmarktpreisc.

Gießen, 27. Oft. Es kosteten auf dem heu­tigen Wochenmarlt das Pfund: Kochbutter 100, Süßrahmbutter 130, Landbutter 120, Matte 2o bis 30, Wirsing 6 bis 8, Weißkraut 4 bis 6, Rot­kraut 7 bis 8, gelbe Rüben 8, rote Rübm 8, Spinat 15, Römischkohl 8, Unterkohlrabi 5 bis 6 Rosenkohl 20 bis 25, Feldsalat 103, Tomaten 15 bis 25, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 30 bis 35, Kürbis 5 bis 6, Kar­toffeln 3, Aepfel 15 bis 30, Birnen 10 bis 20, Dörrobst 30 bis 35, Pfirsiche 30 bis 50 Enten 80 bis 90, Honig 40 bis 45, junge Huhne 70 6bo 80, Suppenhühner 60 bis 80, Danse 70 bis 80, Rüsse 35; das Stück: Käse 5 bis 10, Sauoen 50 bis 60 ausländische Eier 11 bis 12, inländische Gier 13, Dlumentohl 30 bis 60, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 b\ä 10, Rettich 8 bis 10, Sellerie 10 bis 3d; das Bund: Radieschen 10 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 250 bis 2,80, Weißkraut 2,20 bis 2,50. Rotkraut 5, Wirsing 4 bis 4,50, Aepfel 12 bis 25 Mark.

itiui'iiüu.fccn.

Tageskalender für Donnerstag: Oberhessischer Kunstverein. Turmhaus am Drand- platz, 15 bis 17 Uhr, Ausstellung. DHV, 20.30 Uhr. im Heim, 1. Grenzlandabend. Spielver- «inigung 1900, 21 Mr, im Postkeller, Mitglieder- Qkrfammlung. Lichtspielhaus, Bahnhofstrasse: .Quick". Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: .Flucht in die Fremdenlegion" undAller An­fang ist schwer".

Die Deutsche Volkspartei, Orts­gruppe Gießen, veranstaltet am kommenden Samstag, 29. Oktober, 20 Uhr, im Cafe Leib eine Wah-versammlung. Redner des Abends sind Ober» stud.end:reitor Dc. Becker, Kaisel, und Gärt- neveibesitzer Schröder, Kassel. (Si-ehe heutige Anzeige.)

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wünsche.

Landkreis Gießen.

Wieseck, 26. Oft. Am Dienstagabend hielt der hiesige Obst - und Gartenbauverein seine diesjährige ordentliche Generalversammlung ab, zu der sich übet 100 Mitglieder und Freunde des Obstbaues eingefunden hatten. Rach der Begrüßung durch den Vorsitzenden, Lehrer Bep Pier, wurden zunächst einige geschäftliche Angelegenheiten erledigt, u. a. der gemeinsame Bezug von Torfmull, Weinstöcken und Pflanzen­schutzmitteln angeregt und besonders auf die rn diesem Jahre stattfindende allgemeine Obstbaum- zählung in Hessen hingewiesen. Rach Beschluß des Vorstandes soll auch in diesem Jahre wieder eine Prämiierung der bestgepflegtesten Baum- anlagen der Gemarkung durch Obstbauinipettor C n k l e r - Gießen vorgenommen werden. Sodann wies der Vereinsobmann noch aus die Wichtig­keit des Anlegens von Leimringen hin und machte kurze Ausführungen über die in diesem Jahre auffallend stark aufgetretene Miniermotte und den Apfelwickler. Den Höhepunkt der Veran­staltung bildete ein Vortrag des Vorsitzenden überVogelschutz und Obstbau", der durch eine größere Anzahl guter Lichtbilder in bester Weise ergänzt wurde. Eine angeregt verlaufene Aus­sprache beschloß den Abend. .

* Hausen, 27. Oft. Heute können Ludwig Happel 11. und Frau Marie, geb. Weigel, das Fest der silbernen Hochzeit feiern.

ch. Saasen, 26. Oft. Am Sonntag hielt der hiesige ^agdpächter eine Treibjagd ab. Cs wurden 10 Hasen und 3 Füchse erlegt. Von den Füchsen hatte einer nur drei Deine, das fehlende hat er wahrscheinlich in einer üalle lassen müssen. Das kürzlich hier von zwei jun­gen Durschen eingetriebene herrenlose Schwein hat seinen Desitzer, einen Händler aus Schlitz, wiedergefunden.

ck. Hungen, 26. Oft. Ein Eisenbahn­wagen mit Ratural liebesgaben. vor­nehmlich Kartoffeln und Gemüse, für das Clisa» bethenstift in Darmstadt ist gestern hier verladen worden. Folgende Orte haben sich hieran betei­ligt: Langsdorf, Bettenhausen, Rodheim, Hun­gen, Villingen, Inheiden, Rabertshausen, Trais- Horloff, Ronnenroth und Utphe. Der größere Teil der Liebesgaben aus Langd ging an baä Evangelische Schwesternhaus in Gießen, der Rest nach Darmstadt. Durch zahlreiche Geldspenden aus Hungen war es möglich, die Frachtkosten zu bezahlen und noch einen Darbetrag für das Glisabethenstift zu erübrigen. Die Dienste der Schwestern aus diesem Stift an der Bevölkerung unsrer Gegend finden durch diese Gaben eine

in allen einzelnen Fachzweigen statt. ^liißertem sei auf die Gelegenheit, in Sontercurfen tee Selvst- anfertigung eigener Damen- und Kinderkleidung und Wäsche zu erlernen, sowie auf die beliebte Dastelstunde der Kinder hingewiesen.

Schöffengericht Gießen.

* Gießen, 26. Oft. Zwei Wanderburschen, die ihr zusammengebetteltes Geld in der Regel in Al­kohol umsetzten, waren kürzlich abends in einer Wirtschaft in Lauter eingelehrt. Dort sprachen ie wiederum dem Bier und L^pselwein reichlich zu. Einer der beiden versuchte sich mit den in der Wirtschaft anwesenden jungen Burschen des Orts anzubinden, weil diese sich weigerten, die beiden Wanderburschen sreizuhalte.i. In der Ab- icht, die jungen Leute einzuschüchtern, fing er dann an, mit angeblichen Heldentaten zu renom­mieren. Er habe schon andere Wirtschaften ge­räumt, wenn er wolle, könne er ganz Lauter in die Luft sprengen. Als darauf einer der Burschen ihm erwiderte, so schnell ginge das nicht, stieß der Angeklagte diesem sofort ohne weiteres mehrmals vor die Brust, zog sein Rasiermesser aus der Tasche und schlug ihm mit der Schneide m das Gesicht, wodurch dieser eine große Schnittwunde davon trug. Wegen gefährlicher Körperverletzung wurde der Angeklagte zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Das bei der Tat be­nutzte Messer wurde eingezogen. Der andere An­geklagte, dem eine strafbare Beteiligung nicht ausreichend nachzuweisen war, wurde mangels Be­weises frei gesprochen.

Am 18. Juni d. I. fand auf dem Hohrrodskops eine Kundgebung der RSDAP. statt, bei der, wie erinnerlich, Hitler sprach Auf der Rückfahrt ter Versammlungsbesucher ereignete sich in Herb - stein ein folgenschwerer Autounfall. Ein Liefer­wagen, ter die Teilnehmer aus Altenschlirf zu- ruckfuhr, stieß am südlüchen Ausgang von Herb­stein in einer Kurve mit einem aus entgegengesetz­ter Richtung kommenden Lastwageii, auf dem siO) eine große Zahl SA.-Leute befand, zusammen. Während diese sämtlich unverletzt bleben, wurden aus dem Lieferwagen sämtliche Fahrgäste bis auf zwei heraus auf die Straße geschleudert, wobei mehrere Personen erhcbllche Verletzungen erlitten, ein Ehepaar wurde dabei so schwer verletzt, daß beide noch in derselben Rächt verstarben. Obwohl in der heutigen Verhandlung zahlreiche Zeugen und mehrere'Sachverständige vernommen wurden, hielt das Gericht nicht für einwandfrei geklärt, auf welche Weise der Zusammenstoß sich ereignet hatte. Sämtliche Zeugen bekundeten, dah beite Kraftfahrzeuge mit mäßiger Geschwindigkeit auf der richtigen Straßenseite gefahren seien. Das Gericht sprach daher den wegen fahrlässiger Tv- tung und Körperverletzung angeLlagtcn Krast- wagenführer von ter Anklage mangels Be­weises frei.

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** E i n neuer Manteltarifvertrag für d i e kaufmännischen Angestellten imGießenerEinzelhandel wurde gestern vor dem Schlichtungsausschuh nach langen Ver­handlungen zwischen den Angestellten-Verttetern und dem Verein der Einzelhändler m freier Ver­einbarung abgeschlossen Der neue Verttag ter die Arbetisbedingungen der kaufmännischen An- aeftellten und Lehrlinge im Giehener Einzelhan- del regelt, tritt ab 1. Ottober 1932 in Kraft und kann erstmals mit dreimonatiger Frist zum 31. März 1934 gekündigt werden.

Die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde veröffentlicht in unserem freu- ticien Qlnxeiaenteil das Vortragsprogramm für teTÄWr 1932/33. Professor V ogel (CE-erlin) spricht überDie Funktion ter teut-

das Recht und die Pflicht des mitten int Geben stehenden Alters zur Führung der Jugend kenn­zeichnete und betonte, dah alles Wollen tragen fein darf von dem Gedanken an das Wohl des Volkes und des Staates. Diese Arbeit wird nur dann gedeihen, wenn sie mit Gott geführt wird. Der erste Vorsitzende des Veteranen- und Kriegervereins Lollar, Kamerad Marttn Tau­be r t, sprach dem Bauleiter und allen Beteiligten Dank aus und übergab unter Schlüsselüberrei­chung das Heim an die Jugendgruppe, für die deren Führer, Kamerad Karl Drück, Freude und Daitk für die Schaffung und älebetgabe des schönen Heimes zum Ausdruck brachte und für die Stiftungen anläßlich der Heimweihe dankte. (Das Präsidium ter Kriegerkameradschast Hassia hat u. a. ein großes Hintenburgbild, der erste Präsident der Hassia, Exz.vonOidtman, sein Dild, und Altveteran Christian Viehl ein großes Dild von Dismarck gestiftet.) Der Jugend­abteilungsführer erklärte, daß nunmehr die Mög­lichkeit zum weiteren Ausbau der Jugendorgani­sation gegeben sei, gab Kenntnis von ter Grün­dung einer besonderenHassia-Jungmädchen- gruppe" und einerHassia-Schülergruppe und gelobte, dah die Hassia-Jugendarbeit auch ferner­hin fleißig gefördert werte, getreu dem Wahl­spruchGott Ehre Vaterland". Für den Hassia-Dezirk Gießen beglückwünschte Pros. Dr. Craemer (Gießen) den Verein Lollar. General­leutnant a. 3. vonOidtman (Darmstadt) über­brachte die Glückwünsche des Präsidiums der Hassia. Er gedachte des Reichspräsidenten von Hindenburg und brachte auf diesen und das Vaterland ein dreifachesHoch" aus, an das an­schließend die Menge das Deutschlandlied fana

Aach der Dcsicht gung des Heimes, das sowohl hinsichtlich seiner äußeren Gestaltung, als auch

$., Bingenheim. Die Anmeldung zum Dienst in der Reichswehr muß von den jungen Leuten bei dem Truppenteil erfolgen, bei dem sie emtreten möchten. Wenn also Ihr Sohn z.B. beim I.Batl. Jnf.-Regts. 15 in Gießen eintreten will, so muß er sich in Gießen melden. ____________________

fa;en Leetza, en im Lichte ter Geschichte", Pro­fessor Jessen (Köln) überReisen in Angola", Dr. Stöhner (Dresven) erzählt Erlebnisse unter dem Titel200 Kilometer auf dem Jangtse- Kiang", Dr. Helbig (Hamburg) spricht über Wanderungen in Jnsulinde", und Prof. Schultze-Jena (Marburg) übetLeben und Land ter Indianer von Mittelamerika". Die Vor- ttagsreihe beginnt am 3. Rovember mit dem Vortrag von Professor Vogel. Sämtliche Dor- träge finden in ter Reuen Aula ter Universität statt. Man beachte die Anzeige.

* Sonntagsfahrkarten zum Aller- heiliaenmarkt in Hungen. Am Diens­tag, 1. Rovember, findet in Hungen ter bekannte Allerheiligenmarkt" (Schweine-, Schaf- und Krä­mermarkt) statt. Zu dieser Veranstaltung werten bei ter Reichsbahn von allen Dahnhöfen im Umkreis von 35 Kilometer Sonntagsrückfahr­karten nach Hungen ausgegeben. Die Karten gel­ten nur am 1. Rovember, und zwar von 0 bis 24 Uhr (spätester Antrittszeitpunkt ter Rückreise).

** Schneiderinnenkurse. Die private Fachschule für Dameiischneiderei von Frau M. Wick-Wunderlich macht im heutigen An­zeigenteil auf den Beginn ihres Wintersemesters aufmerksam. Reben den Semesterkursen so schreibt man uns für Damenschneiterinnen, Weißnäherinnen und Weiß- und Kunststickerin- nen, die praktischen und fachtheoretischen Unter­richt und die heute für die drei Berufszweige un­entbehrlichen zeichnerischen und kunstgewerblichen Grundlagen vermitteln, finden auch Sonterkurse

3m späten Herbst .. -

Ära5*. .nÄJi lernen ihn fragt, warum er den Weg bergab- QDgeh'e3a^ värts betrübt gehe und berganwarts voll Schnur K und Schwänke sei. Und dieser Lebensweis- 00nnei,soe. Sait müßten wir uns erinnern, wenn wir nun ah ° ecbö7; T blühenden Tal den Rücken kehren, der un- n iuor J viirtlichen Höhe des Jahres zustreben.

. nten tzahs wird es nun um uns her: die Baume rcken ihre entblätterten Aeste wie Speere und ßanden in d.e Luft, bereit zum Kampf Mit Eis Md Frost. Herbstliche W.nde fahren durch die <if>leu Rrneia" und fingen von Dingen, die Der- ,£.* St Nnd. W-nn sich aber Bet W-nd luf die Erde senkt, dann Hullen die Rebel alles u dicke graue Schleier, als sollten Mensch, Eier und Baum ein Trauergewand tragen, weil n der Ratur das große Sterben beginnt.

Das sind wahrlich alles Zeichen, tee Wohl ge- »icnet srnd, zu betrüben, und so mancher möchte )icse letzte Wegstrecke nicht gehen; aber da tut )lt Eulensp egelnatur Wunder. Richt allein, daß ie das Tal ahnend, schon wieder froh wird, nein, ie' findet auch auf diesem beschwerlichen Wege noch viel des Schönen, das Unwirtlichkeit ver­weisen macht. Die langen Abende bringen die Heimlichkeiten der Handarbeiten für das kom­mende Weihnachtsfest, sie sind der Höhepunkt siir Spiel und Tanz, sie stecken geradezu voll Heimlichkeiten, denn nie verloben sich zwei, die stch gern haben, lieber, als am Heiligen Abend.

Frau Holle schickt bald chre ersten Grüße . .w lv und läßt Kinderherzen äüfjubeln. Bald wird fcend fl'v*' man sagen können: mit flimmerndem Tleif- »milie im geschmeide hat über Rächt einkleiner Frost"

H aus £ Baum und Zaun geziert, ja selbst die Tele- P'tloettn graphendrähte sind wie lange Schnüre aus feinstem Zucker, so daß es einem fast leid tut, - " wenn Frau Sonne in gütiger Gebelaune recht warm auf die Erde lacht, so daß die ganze