Aus der Provinzialhauptstadt
KAFFEE
Wenig Hoffnung auf die Weltwirtfchastskonferenz.
Aus aller Welt.
Eine (Siitful)ruiin durch Mafia in Argentinien.
Regierung und ich sind über verschiedene Punkte einer Meinung, besonders darüber, daß die R e - gelung der Kriegsschulden und die schnelle Beseitigung der Maßregeln, die den Welthandel lahmlegen, wesend, che Bedingungen für ein gutes Funktionieren neuen internationalen Finanzabkommens ijtno. Indessen bestehen Meinungsverschie- v« n he i te n zwischen der Regierung und mir über d.e neuen Maßregeln, die erforderlich sind, um dem internationalen Handel seine Bewegungsfreiheit wieder- zu geben. Die Regierung ist der Meinung, daß das gewünschte Ergebnis vielleicht durch individuelle Berhandlungen mit fremden Regierungen in den Grenzen der in O t - t a w a erreichten Bereinbarungen unter st r i k - ter Aufrechterhaltung unserer Rechte als meistbegünstigter Ration erreicht werden kann. Ich fürchte, daß die zweiseitige Verhandlungsmethode auf das Echutzzoll- lystem in der Welt im allgemeinen wenig Einfluß ausübrn würde. Da eine radikale Aenderung in der Wolthandelspolitik nicht in Aussicht steht so glaube ich nicht, daß die Weltwirtschaft^ : konferenz in der Währungsfrage irgendein befriedigendes Ergebnis haben kann.
Der neue Kaffee!
7506 V
Prelsaosfchreibeii! Eiofendeo! Eilt!
Der Kampf um den Religions- unterricht in (Südtirol.
3 n n 8 b r u d, 25. Ott. (TU.) Bor einiger Zeit wurde bekannt, daß durch Erlaß des italienischen Königs die Entsendung von 3 0 italienischen Religionslehrern nach v u d t i r o l vorgesehen sei. Dadurch sollte der deutsche Religionsunterricht, den die einheim> schen Priester bisher den Kindern erteilten, u n - möglich gemacht werden. Run berichtet der ..T.roler Anzeiger", daß sich durch die Bermitt- lung der beiden Bischöfe von Trient und Bri-en der Papst selbst der Sache angenommen habe. Er habe den Bischöfen strenge Anweisung gegeben, die eine Tätigkeit von italienische n Priestern, die von auswärts in die Diozeien Trient und Brixen entsandt würden, vollkommen a u s s ch l ö s s e n.
großes Lös egeld zu erpressen. Dem jungen Hueyo sei es gelungen, zu entkommen. Ayarza c ? Cr! * e s' ch n 0 4 > n Gefangen« sch ° । Die Tat sei allem Anschein nach von der Lierb^echerorganisation Mafia ausgeführt worden, die früher m Süditalien große Macht hatte und in Argentinien noch heute Zweigorganisa« rionen besitzen soll. Die argentinische Regierung habe zahlreiche verdächtige Personen verhaften las- m 1 ?rci rgimenter, Panzerwagen eingesetzt, um die Der- befreietQnbC zu machen und Ayarza zu
Lutherstrahe im 'Bett gefesselt und erwürgt aui«.'hinten. Als ter Obsthändler Könide mit seinem Sohn vom Markt zurüdkehrte, wurde ter Mord an ter alten Frau entdedt. Die Greisin lag auf dem Bett ihres Sohnes in einem kleinen Zimmer, ihre Arme waren kreuzweise mit einem zerrissenen Bettuch an die Dettpfosten gebunden. 3m Munde stedte ein Knebel. lieber der Toten logen zahlreiche Deden und Kissen. Sämtliche Behälter ter Wohnung waren durchwühlt. Der Mörder erbeutete 4500 Mark Bargeld und für 12 000 Mark Kriegsanlei hepapiere und Goldpfandbriefe.
Umfangreiche Lffekkenschiebungen aufgebedL
Ausstellung. — Gießener Konzert-Derein, 18 Uhn -s"usik. Institut der Universität (Zimmer 47), Gene» ralt>er[ammlun$. — Die Christengemeinschafl, 20.15 Uh,--. Universität, Saal 34, öffentlicher Vortrag: Helden - Heilige - Geistmenschen. — Lichtspielhaus, Bahnhontraße: „Quid"
Frauen-Or tsgruppe des -DD A. wiederholt am kommenden Samstag die schon einmal mit großem Erfolg aufgeführten Biedermeier-Komödien „Großmutters Bratäpfel" und „Der Herr Doktor '. Die Deranstal- tung findet im Katholischen Vereinshaus statt und beginnt um 20 Uhr. Das Schüler-Orchester der Oberreolschule wirkt mit Der Ertrag kommt der Frauenwinterhilfe zugute. Roheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.
„Dolly 3>eralb" meldet aus Buenos Aires, daß der Sohn des argentinischen Finanzministers, Santiago H u e y o, und der Sohn des Millionärs Ayarza von einer Verbrecherbande entführt worden seien, um von ihren Angehörigen e i n
niffe auszuüben, die ihm nach der Entfchei- dung weiterbin zustehen. Die Staatsregierung wird diose Befugnisse im Sinne möglichst T C: * “ n 9 o | e n Zusammenarbeitens mit ben anderen verantwortlichen stellen ausüben, und sich dabei lediglich oon den Jnteressen des Reiches und des Landes leiten lassen.
Kein Kurswechsel in der Agrarpolitik.
Der Neichser. ährun (Minister bleibt.
—rxr I Ln' 25-Oft. (TU.) Reichsernährungs- Minister Freiherr v. Braun war heute beim R e l ch s Präsidenten. Der Besuch dürfte, wie e -^^'^'^^iliche Wochenschau" erfährt, fach! ch m erster Linie den weiteren Au_wirlungen der letzten Genossenschafts- und Osthilfemaßnahmen gegolten haben. Außerdem sei aber nach einem Vortrag über die Landwirtschaft e i n Schlußstrich unter die in den letzten Tagen verbreiteten Gerüchte über einenWechsel im Reichsernährungsministerium gezogen worden. Es dürfte kaum ein Zweifel daran erlaubt sein, daß Freiherr v. Braun weiterhin uneingeschränkt dasVertrauen desReichs- I Prä i identen genieße. Angesichts der klaren Festlegung der aararpolitischen Grundsätze Trauns und der wiederholten Erklärungen des Reichs- kanzlers, daß die Reichsregierung die einmal emg^schlagene Linie unter allen Umstän- den b e i b e h a l t e, sei daher auch damit zu rechnen, daß eine Preisgabe von Teilen des Agrarprogramms nicht in Betracht komme.
Die Wirtschaftspakte» für das Kabinett Papen.
Von ter Landwirtschaftskammer für Hessen in Darmstadt wird mitgeteilt:
Am kommenden Sonntag, 30. Oktober, findet in Offenbach a. M. eine größere Geflügel- ^üchtertagung in Verbindung mit einer großen Versteigerung von erstklassigen Herdbuch-Hahnen statt. Die Geflügelzüchtertagung bringt die Versammlung des Landesverbandes hessischer Ge- Nugelzüchtervereine und zwei Vorträge über die Themen: „Reueste Erfahrungen aus dem Gebiete der Geflügelfütterung" (Referent Dr. Lang, Gießen) und „Welche Maßnahmen sind zur ,HMschen Landesgeflügelzucht zu ergreifen? (Referent Dr. Dender, Darmstadt). Mit besonderem Interesse sieht man jedoch der er st en Hahnenversteigerung des De- flugel-Herdbuch-Hessen der Landwirtschaftskam- rner, Darmstadt, entgegen. Die Versteigerung bringt ein erstklassiges Material von 112 a u s - gewählten Tieren, sämtlich mit Abstam- mungs- und Leistungsnachweisen aus den testen Zuchten Hessens. Die Tiere verteilen sich auf die anerkannten Wirtschaftsrasfen wie folgte: 10 Wyandottes, 16 Rhodeländer, 60 Leghorn, 14 braune Italiener, 12 Rheinländer.
Die Herdbuchzucht in ter Ge.lügelzucht bringt einen überaus großen Aufwand an Arbeit und Kosten mit sich. Es wird laufend schärfste Lei- stungskontrolle verlangt. Auch die weiblichen -iücre müssen nach dem ersten Legejahr zur Ankörung gebracht und ins Zuchtbuch eingetragen toerten. Die Versteigerung in Offenbach bietet Gewahr dafür, daß nur erstklassige Tiere zum Angebot kommen. Die Dorbesichtigung zur Versteigerung in Offenbach im Stadtgarten beginnt um 14.30 älhr, die Versteigerung um 15.15 älhr. Interessenten, welche nicht selber nach Offenbach kommen, können Bestellungen unter Angabe ter Wunsche an die Landwirtfchaftskammer in Darm- rtabt, bzw. die zuständigen Landwirtschaftlichen Kammer-Ausschüsse richten. Der Besuch der Veranstaltung kann allen Geflügelzüchtern empfohlen werten.
Vornotizen.
’ $°9CS f alen ber für Mittwoch: Stadt- theater, 20 bis 22 Uhr, „Freie Bahn dem Tüch- I tigen. — Oberhesi. Kunstoerein, 15 bis 17 Uhr,
Gießen, den 26. Oktober 1932.
fallendes Laub.
»Wie die Blätter fallen
Gelb und welk vom Daum:
Und ein kurzer Sommer sch windet Als ein kurzer Traum . . .“
®äte es sonst keine Zeichen, an denen wir den al ebergang ter Ratur zur Ruhe merken könnten — das fallende Laub allein genügt, uns den Abschied des schaffenden Genius sinnlich zu veranschaulichen.
Rachspiel zum Innsbrucker Eisenbahnunglück.
Der 52jährige Weichenwärter Josef A m l a ch e r, der nach dem Eisenbahnunglück im Innsbruder Wc-stbahnhof gemeinsam mit seiner Frau einen Selb st Mordversuch mit Leuchtgas unternommen hatte, ist nunmehr gestorben. Seine Frau war vor wenigen Tagen der Leuchtgas- Vergiftung erlegen.
verstärkte Schmugglertätigkeit im holländischen Grenzgebiet.
Seit einiger Zeit macht sich im holländischen Grenzgebiet oerftärfte S ch m u g g l e r t ä t i g- feit bemerkbar. Geschmuggelt wird jetzt besonders Margarine und Butter aus Deutschland, nachdem die Preise in Holland im Zusammenhang mit den Maßnahmen zugunsten der Molkereiwirtschaft nicht unbeträchtlich gestiegen sind. In verschiedenen Grenz- gemeinden in Limburg hat der Schmuggel dazu geführt, daß der Absatz der Ladenbesitzer erheblich zurüdgegangen ist. Die holländischen Grenzbc-Hprden führen strenge Ueberwachungsmaßnahmen durch. In der letzten Zeit wurden zahlreiche Schmuggler verhaftet. In der Gegend des deutschen Grenzortes Gronau haben Zollbeamte einen Kraftwagen beschlagnahmt, mit dem 1000 Pfund Butter über die Grenze geschmuggelt werden sollten.
Raubmord im Berliner Westen.
Die 74jährige Händlerin Auguste Könide wurde dieser Tage in ihrer Wohnung in der
Herbstmarki in Friedberg.
Die Stadt Friedberg stand gestern völlig I im Zeichen des Herb st markte s, ter sich diesmal im Rahmen einer „Deutschen Woche", die auf Deranlassung ter Landwirtschaftskammer oer- I onstaltet wurde, abwidelte. Bei dem schönen Herbstwetter nach ter langen Reihe von Regentagen hatte die Stadt einen außerordentlich starken Besuch auf-uweisen: in ter Kaiserstraße als Mittelpunkt ter Stadt herrschte zeitweise ein geradezu beängstigendes Gedränge, und am Rach- mittag bei ten reitsportlichen Darbietungen auf I ter See wiese hatten sich schätzungsweise etwa I 7000 Menschen rund um den großen Dorführungsplatz aufgestellt.
Arn Dormittag fand in der Kaiserftrahe der Herbst-Pferdemarkt mit Prämiierung statt, bei dem man prachtvolles Tiermaterial ter Wetterauer Pferdezucht zu sehen bekam. Was bei dieser Gelegenheit an Pferden zur Schau gestellt wurde, war ein überzeugender Beweis für oie hohe Leistungsfähigkeit und das ernste Stre- ten ter hessischen Pferdezucht. Das Interesse der Bevölkerung an den Tieren und am Marktverlauf war sehr rege.
Bei einem gemeinsamen Mittagessen im „Deutschen Haus" konnte Bürgermeister Dr. Seh d als Leiter ter Friedberger S a tVerwaltung eine große Anzahl Eh e.igäste w I kommen heißen, darunter u. a. den Finanzministe. Kirnberger, ter in seiner Eigenschaft als hessischer Landwirtschaftsminister ter Veranstaltung beiwohnte, ferner prominente Führer der hessischen Landwirtschaft, der Pferdezucht, des Reitsports usw. Bürgermeister Dr. S e h d würdigte in treffenden Worten die hohe Bedeutung einer leistungsstarken heimischen Landwirtschaft und betonte zugleich die engen Beziehungen der Landwirtschaft zur Stadt Friedberg. deren gedeihliches Fortbestehen er aufrichtig wünschte. Gleichzeitig teilte er mit, daß Friedberg seinen bisherigen Herbst.P erdemarkt von jetzt ab zu einem großen allgemeinen Herb st-Markt ausgestalten werde. Finanzminister Kirnberger sprach als Landwirtschaftsminister anerkennende Worte für die Arbeit ter hessischen Landwirte im allgemeinen und für die ausgezeichnete Friedberger Veranstaltung im besonderen, deren hohe Bedeutung er gebührend würdigte. Landesstallmeister a. D. Schörke (Darmstadt) sprach als Vertreter der Pferdezucht und des Reitsports. Landwirtschaftskammerpräsi- tent Oekonomrerat Hensel (Dortelweil) als berufener Vertreter der amtlichen Institution der hei'.schen Landwirtschaft brachte die volle Anerkennung der Landwlrlschastskammer für die vorbildliche Friedberger Veranstaltung zum Aus- drud. ferner dankte Präsident Hensel in herz- luten Worten ter hessischen Regierung für die Forderung und Wahrung ter Belange ter hessi- ajen Landwirtschaft, insbesondere richtete er Worte des Dankes an Minister Kirnberger. Gleichzeitig verhehlte er ater auch nicht, daß noch mancherlei berechtigte und dringende Wünsche ter
‘n Hessen der Erfüllung Harrern Eindringlich forderte der Redner vor allem auch
Berlin, 24.Oft. (TU.) Der Vorstand der Wirtschastspartei hat in Berlin eine Sitzung abgehalten, in der in Anlehnung an die Beschlüsse des letzten Parteitages politische Grundsätze aufgestellt werden. Die Regierung von Papen, so heißt es in einer Verlautbarung des Parteivorstandes, habe sich auf den Boden dieser Grundsätze g e ft eilt, bie darauf hinausgingen, ben arbeitenden Menschen wieder in die Wirtschaft e i n z u g l i e d e r n. Die Regierung von Papen habe den Weg eingeschlagen, der die Möglich, keit zum Wiederaufstieg des deutschen Volkes biete. Solange die Reichsregierung diesen Weg verfolge, werde die Wirtschaftspartei das Kabinett von Papen unterstützen. Von der Reichsregierung wird erwartet, daß sie endlich in Erfüllung gegebener Zusagen den Artikel 164 der Reichsverfassung (SchutzdesMittelsta n- des) zur vollen Auswirkung bringe.
ODie sich im Frühjahr die verschiedenartigen Baume und Sträucher nicht gleichmäßig belauben, sondern immer eins dem andern zuvorkommt in ter Dlattentwidlung, so schließt auch zu verschiedener Zeit das Leben ter Blätter ab, so daß der eine Daum bereits wie ein Bild des Totes dasteht, währerrd ter andere noch in ter ganzen Fülle [eineß Laubwerks prangt. Je nach der Witterung beschleunigt oder verlangsamt sich die Zeit des Laubfalles, doch umspannt sie immerhin einige Wochen. Während gewisse Bäume und Sträucher schon in der ersten Hälfte des Herbstes ihr Laub verlieren, warten andere die Zeit ab, bis .? rauhen Rachtsröste ein längeres Säumen unmöglich machen; andere wieder besitzen leflt fern «m. «U Lach°crstandiger I
nieder. festzuhalten, bis sie im erwachenden Frühling
L o n b o n, 25. Oft. (WTB.) Sir Wa'ter L a h- schwellenden Knospen abgeworfen
ton hat seine Funktionen als Wirtschafts- x o „ r ,
sachverständiger im vorbereitenden Aus- 1 mber ßaubJaU feine Geschichte, wie
schuß für d i e Weltwirtschaftskonfe- untere Vorgang im Naturleben. Da tritt re nz wegen Meinungsverschiedenheiten mit der “as n'4t.ß°n vorbereitet ift; da
Regierung niedergelegt. Layton sagt in K nicht notwendige Folgen
einem Schreiben an den Premierminister: Die ®“u.ni ob*r Strauch hat bereits
ro--:------- v •' • ‘ , I eit Wochen den Fall seines Laubes vorbereitet. Er
selbst hat durch einen Bildungsvorgang den Blätter- fchmuck von feinem eigenen inneren Wesen nach
I und nach abgesperrt, so daß dieser immer mehr ' bann absterben mußte. Solange nämlich die Saft- ftromung im Innern des Baumes recht lebendig vor sich geht, solange hat auch der Baum die Blatter notig, um sich durch diese mit der Atmo. sphare m Verbindung zu setzen. Dies geschieht, indem das Blatt transpiriert, indem es den auf« steigenden flüssigen Nahrungsstoff in Dunftform der Lust roiebergibt. Die Ober- und Unterseite der Laub- blatter sind nämlich mit vielen kleinen Spaltöffnungen versehen, durch welche das überflüssig ge- wordene Wasser in Dampfform austritt. Die Tran- fpiration ist im Frühjahr am stärksten, im Winter aber fast Null. Daher sind bie Blätter für die Win- lerzeit überflüssig geworden und müssen erfahren, daß, wer feine Schuldigkeit getan hat, gehen kann. Es hat aber den Anschein, als wolle der Baum nicht hart und undankbar gegen seine eigenen Kinder erscheinen, darum baut er leisen Schrittes und unmerkbar die Schranken auf, die bas Blatt ihm selbst entfremden sollen. Schon mehrere Wochen vor dem Fall beginnt nämlich an der Stelle, wo die Blattlösung erfolgen soll, die Bildung eines zarten, k^inzelligen Gewebes einzutreten (Irennungs- Ichichte) welches zwar nur langsam sich erweitert und erhärtet, doch in gleichem Maße den Verkehr des Blattes mit dem Baume beschränkt und schließlich ganz unterbricht, so daß es, zuletzt auf sich selbst angewiesen, dem Dahinsterben überlassen ist. Das Blatt, nun aller Kräfte und Säfte beraubt, schrumpft zusammen und kann sich nicht mehr halten: feine eigene Schwere vollzieht die Trennung, oder ein durch das Gezweige rauschender Windstoß zerreißt vollends das geloderte Band und führt das Blatt weg von [einem Stammsitze. Betrachtet man einen entblätterten Zweig, so findet man kleine Flecken, Blattftielnarben genannt, von so regelrechter Form, daß ein kundiges Auge daran die verschiedenen Baumarten zu unterscheiden vermag.
lst also die Folge verminderter und Ichliehuch ganz unterbrochener Saftzufuhr nach den Blattern. Das Welken, Schwarz« und Braunwerden ist fein „Erfrieren", wie man das vielfach annimmt, lonbern cm Vertrodnen. Da aber der Laubfall ganz ^besonders in den auf eine klare Nacht folgenden ^ruhstunden eintritt, ist man irrtümlicherweise ter Ansicht, daß allein der Frost mit diesem Natur- schaufpiel in ursächlichem Zusammenhang stehe.
Bevor die Blätter sich vom Zweige loslösen, pflegen die vielen Laubhölzer ihr Aussehen ausfallend zu verändern, während wieder andere frisch zu Boden fallen. So verfärbt sich das Laub der Eschen und Erlen, des spanischen Flieders und der Robinie vor dem Fallen nicht, die größere Anzahl unserer Bäume und Sträucher hat indessen ihren besonderen Herbstschmud, und gelb und rot und braun leuchtet es uns entgegen. Birke und Linde zeigen ein blasses Gelb, das reiner und wärmer wird bei der Rüster, der Hainbuche und dem Ahorn.
Die Buche vertauscht ihr herrliches Grün mit einem warmen Braun, ganz ähnlich so die Eiche, während die Vogelkirsche sie alle mit ihrem purpurroten Schmude überb'.etct. Am schönsten aber ist die Verfärbung beim wilden Wein, der im Sommer unsere Gartenlauben, die Wände vieler Häuser und die Balkone so grün schmückt und so gut beschattet, jetzt aber vor Beginn des Laubfalles ein herrliches Farbenbild zeigt. Fast hat es den Anschein, als fei ein Wett-
Unfcr tlCUCr CRomün Unter Ausschluß ter Öffentlichkeit tourte
OlnAhom t™*. • V C .. ' gegen einen Buroangestellten wegen Sittlichkeits-
Rachdem wir m der heutigen Ausgabe des verbrechens an einem Kinde verhandelt. Das "«!!?ten Abdruck des Romans Urteil lautete auf die gesetzliche Minteststrafe „Das Gluck fand den Weg von Gert Rothberg von sechs Monaten Gefängnis.
zum ^bictjluft gebracht haben, beginnen wir in 3n den späten Abendstunden fand noch eine tex morgigen Rümmer mit der Veröffentlichung Verhandlung vor ter Kleinen Strafkammer statt, eines neuen großen Romanwerkes, das bei I Ein Molkereigehilfe, ter vom Amtsgericht ®rün* unsren Leserinnen und Lesern ungeteilten Bei- berg wegen Körperverletzung mittels gefährlichmr fall finden durfte: handelt es sich doch darum, Werkzeug zu einem Monat Gefängnis o.e Detanntjchaft rn.t einer Autorin zu erneuern, verurteilt worden war, verfolgte Berufung. Rach oie ichon einmal in unseren Spalten mit größtem Schluß ter Beweisaufnahme kam das Gericht zu Erfolg zu Worte gekommen ist: der Uebeneugung, daß die Sache noch nicht ge-
,/Deiner Hände Werk" nügend geklärt fei; die Verhandlung wurde des-
von Klothilde von Elegmann-Etein I 6 ’ur Ca!>un9 *Ddtner 3eu8cn
heißt ter neue Roman, das jüngste Werk einer in weitesten Publikumsschichten beliebten und geschätzten Autorin, deren früher bei uns erschienener Roman „Ich hab dir verziehn!" allgemein außerordentlich gefallen hat und vielen Leserinnen und Lesern sicher noch in angenehmster Erinnerung fein wird.
Auch der neue Roman ter Frau Klothilde von Stegmann-Stein, in dem sich der äußerst dramatisch gesteigerte Kampf um das Letenswerk eineß tüchtigen Menschen unserer Zeit mit der Zarten und ergreifenden Ausmalung zweier Lie- tesschicksale verbindet, zeigt die schriftstellerischen Qualitäten der beliebten Autorin in vorteilhaftstem Lichte. Hier erleben wir eine von Fort- etzung Zu Fortsetzung sich steigernde, abwechslungsreiche, mit mancherlei äleberraschun- gen gewürzte Handlung und eine zu Herzen gehende Darstellung der hantelnden Personen und ihrer Konflikte. Klothilde von Stegmann-Stein versteht so eindringlich und lebenswahr zu erzählen, daß man an den Kämpfen, dem Lieben und Leiten ihrer Gestalten mit atemloser Spannung teilnimmt. So sind wir gewiß, auch mit unserem neuen Roman jedermann eine willkommene Lektüre unö eine genußreiche Unterhaltung zu bieten.
Gesiügelzüchier-Tagung und Herdbuch-Hahnen Versteigerung.
Die Berliner Zollfahndungsstelle ist einer neuen, allem Anschein nach ziemlich umfangreichen S ch i e b u n g s af f äre auf die Spur gekommen. . Unter dem Verdacht, Effekten aus ausländischem ** »Erik a" - Schreibmaschinen-Der- Besitz in einem Gesamtwerte von mehreren 100 000 losung. Die bekannte „Erika" ter Aktiengesell- , urk v e rschoben zu haben, wurde der Bank- schast Seidel & Raumann. Dresden, erscheint nun- komm.ssionär Hans K. fest genommen und dem mc&r in einem neuen verbesserten Modell und Bernehmungsrichter vorgeführt, ter Haftbefehl ge- dtoar mit vollwertigem Setztabulator und Stech- gen ihn erlassen hat. Mit weiteren Verhaftungen walze. Zur Einführung ter Maschine werden 50 in dieser Sache muß gerechnet werden. Es soll ®rda gratis auf dem Wege ter Verlosung ab- UH in ter Hauptsache um Effekten handeln, die gegeben. Auf die heutige Anzeige ter Firma aus der Schweiz nach Deutschland gebracht und Sranz Vogt & Co., Gießen, sei hingewiesem hier dann in ter beiaunten Weise verschoben tour- •***€»/> _____rCL • r.
ten, worauf ter Erlös wieder über die Grenze vDlFOflümtnCF
toanterk. * Gießen, 25. OfL Eine ungewöhnlich rohe
Tat sand heute vor dem Strafgericht ihre Sühne. Ein Einwohner aus Rodheim ging eines Abends mit einigen Freunden seines Wegs: vor ihm ging ter Angeklagte, ter sich plötzlich umdrehte, auf ihn zukam und ihm mit der geballten Faust terart auf das Auge schlug, daß es auslief und ftrok -sm! ___ | wrausgenommen werden mußte. Der Angeklagte
rn»nU1. Jn bcr den Dau- behauptete, von dem Zeugen beleidigt worden zu
$CClß der Schönheit sein; nach ten übereinstimmenden Aussagen aller tm herbstlichen Gewände bevor noch der starre, -Zeugen war daran kein wahres Wort D^ Grund bunten färben abholde Winter seinen zur Tat war darin zu suchen, daß der Angeklagte r".22*0”*01 ^breitet über Fluren und Auen schon früher den Verletzten beleidigt hatte und und seine eis gen Geb.Ide an das schwankende deshalb gerichtlich bestraft Worten war Die ^„toc g bangt, unter dessen Blätterschmud die Strafe lautete auf ein Jahr und drei Mo- Vogel wohnten und fangen, äleberbliden wir I nate Gefängnis.
ten herbstlichen Wald in den mannigfachen Wegen fahrlässiger Tötung wurde ein Rad- Sarven, ,o wird uns seine Zusammenstellung aus sahrer zu drei MonatenGefängnis ver- d^i verichiedensten Baumarten erst recht verständ- urteilt. Er hatte beim wiederholen eines beladenen immtt charakteristisch ge- Erntewagens auf ter Landstraße zwischen zwei färbten Herbstkleide lajen sich diese viel leichter radfahrenten Knaben, die sich auf gleicher Höbe unterscheiden, als wenn sie alle in schwellendem befanden, durchzufahren versucht und dabei den ^)run nur eine gleichartige dichte Laubmasse zu einen Knaben derart angefahren, daß dieser stürzte oilden «cheinen. Gr. I und überfahren wurde.


