Ausgabe 
25.6.1932 Erstes Blatt
 
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Wandem uni» Reisen Bäder und Sommerfrischen

~ v tnrnHfnrm sich eine prächtige Aussick

»run? geliebt, der heute ihre Kemenate füllt, so

Prunk geliebt, der heute ihre Remenar hätten die Menschen sie langst vergessen.

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Wanderfahrten

26. Iuni 1932

Gießen, den

03884

am Sonntag, dem 3. Juli, von nachmittags 3 Uhr ab

und Ballbude

4783V

Tanz im Freien und im Rittersaal

Inh. Fritz Haag. Ecke Haupt- u. Taunnsstr.

Der Vorstand des Gleibergvereins zu Gießen.

I Ziehung garantiert 6. Juli

Gesamt-. Höchst- und Hauptgewinne Mark

Kimstslonlerei Kinit

4684 D

Cuf^afiitQcIdCotttrie

Gießen Ludwigstr. 31

Die Verlobung ihrer Tochter Ilse mitHerrn Fritz Heutzenröder beehren sich anzuzeigen

Bad s Nauheim

Gasthaus zur Waldlust

dessen Plattform sich eine prächtige Aussicht über Ems und das Lahntal bietet und gelangen nach insgesamt 61/2ftünöiger Wanderung zu unserem Endziel, dem reizenden Bad Ems.

Dr. I. Horn und Frau luife, geb. Seibel

Wiesen durch Dusenborn, dann ein Stück die Landstraße, die später verlassen wird, hierauf durch Wald am Gasthaus Luginsland vorbet über den Alteburgskopf mit interessanten Fels- Partien zum Endziel Schotten. Wanderzeit knapp 5 Stunden.

Die; Holzappel Nassau Dausenau 6ms.

Mit Sonntagskarte Limburg (in Diez nach­lösen) fahren wir nach dem schön gelegenen Diez mit seinem, die Stadt überragenden Schloß, wandern von hier blauen Punktes nach durch Altendiez über die aussichtsreiche Hirschberger Höhe, durch die freundlichen Städtchen Holzappel und Charlottenberg und weiter auf dem Gebirgs­kamm nach dem hoch über der Lahn gelegenen Goethepunkt mit herrlicher Fernsicht. Hierauf Abstieg in das Gelbachtal und über die aus­sichtsreiche Hohelei nach Weinähr. Auf dem Fahrweg wandern wir weiter nach dem hübschen Lahnstädtchen Rassau mit dem Schloß des Frei­herrn vom Stein. Dem Lahntal abwärts gehend kommen wir durch das malerische Dausenau mit gut erhaltenen Befestigungsmauern, steigen durch die Weinberge hinauf zum Konkordiaturm, von

Gleibergtag| I Betten

Lotterieglück! Die Ziehung der großen Luftfahrt- Geldlotterie findet garantiert nächsten Mittwoch, 6. Juli unter amtlicher Aufsicht statt. 3252 Geldge- winne'und 2 Prämien mit zusammen 10 000 Mark kommen zur Ausspielung. Die letzten Lose sind noch in den durch Plakate kenntlichen Verkaufsstellen zu haben.4810V

auf der Burg Gleiberg

PROGRAMM: Konzert, Kinderbelustigungen, Kasperle-Theater, Schießstand, Wurf-

Ihre Verlobung geben bekannt:

3(fe Horn

Jnh Heuhenröder

Ernst Datz Frieda Datz, geb. Ester

Vermählte

Gießen, den 25. Juni 1932

Trauung : Villingen, 26. Juni

03842

i Lichtspielhaus Gießen M

Wir verlängern

des ungeheueren Erfolges wegen bis Sonntag einschließlich den großen Lustspielschlager

Hasenklein kann nichts dafür!

mit Lien Deyers, Job.Riemann, J.Tiedtke

Niemand versäume dieses herrliche Lustspiel I

Ab Montag:

13 Volkstage von Mk. 0.40 bis Mk. 1.30

der schönste Film des Jahres in Neuauffahrung

S)er Jfongreß tanzt

Das gibt*s nur einmal, Jetzt kommt es wieder I " 4803 C

Ermäßigter Preis Erhöhte Wirtsdiaftlidikeit.

Hof erfüllt, in den Knänfen d-rDLch-r und.ini 6m Fennen der Wnfferfperer. wrUkurl^

Licht und Schatten zeichnend IPEAu, einem kleinen Dach lein über einer Pforte Plustern sich schneeweiße Tauben, schlagen die Tauber stolz ihr

4794 D

kauft man beiRöhr

Schotten Gackerstein hoherodskopf Bilstein Schotten.

Der hier beschriebene Aufstieg zum Hoherods- kopf dürfte wohl der bequemste sein, bietet jedoch wenig Schatten. Wir fahren mit Sonntagskarte nach Schotten, durchschreiten die freundliche Kreis­stadt bis zum Schulhaus, von wo wir roten Bingen nach am Friedhof vorbei, später durch ein Wäldchen nach Michelbach gelangen. Hier biegt unser Zeichen nach links ab, wir folgen einem Fußpfad, der durch Wiesen und zwischen zwei kleinen Wäldchen hindurch zum Gackerstem (665 Meter) führt. Der früher den Kamm be­krönende charakteristische Fichtenkranz, der dem Berg im Volksmund den HamenDie Zahn­bürste" gab, ist leider entfernt worden. Heber die Heide mit einigen Quellen kommen wir zum Hoherodskopf (gute Unterkunft im Clubhaus). Zum Abstieg wählen wir blaue Striche, die uns durch Wald und Feld, am Wasserbehälter vorbei, mit unterwegs schönen Blicken auf die Täler und Höhen zum Bilstein, einer mächtigen Basalt­kuppe mit großartiger Fernsicht bringen. Die Markierung führt uns abwärts über blumige

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Von 2 Uhr ab Fahrgelegenheit mit Autobus nach Krofdorf Mittagstisch. Reichh. Abendkarte. Billigste und Gleiberg (Linde). Rückfahrt nach Bedarf Preise. Aufmerksamste Bedienung. 478,D

®cr Rittersaal, die Rüstkammer, dem Haupt- bau gegenüber ist Museum. Richt weniger und nicht mehr. Das wehrhafte Rittertum des Mittel­alters hat ausdrucksvollste Gestalt an sich, Turnier und der Kampf in schimmernder Rüstung, der männlichste und gewaltigste, der großartigste und edelste Kampfsport aller Zeiten feiert in ieder- mann Auferstehung im Geiste, angesichts der Rü­stungen in diesem Saal, der angefullt ist mit An­griffs- und Verteidigungsgerät. Aber das Bild der Kraft und Gewalt versinkt rasch wieder vor der heiteren Pracht des Sonnenglanzes, der den

Uten vie :rf

Anders die Kapelle, m der fie betete Dort ist Schönheit und Ruhe, klösterliche ernste Stitte Ernst, der nie gestört war durch alle ^t. Da ist noch vieles wie es war Da schwingt Andacht und Glaube noch zwischen den Säulen, fallt das Licht des Tages durch Scheiben, die von ihr er­zählen könnten, wenn ihnen zu sprechen möglich wäre. Don der Heiligen! .

Da ist außerdem nach der große Saal, in dem der Sängerkrieg stattfand, nach dE Klii^sor die Barden des Abendlandes gerufen hatte. Riemand ist. der sich dem Zauber des Raumes Wehen könnte, niemand ist aber auch, der Nicht kühl Ab­stand behielte angesichts des großen Banketttaales ein Stockwerk höher, der in seiner bunten Pracht, mit der prunkvollen Galerie und der schweren Balkendecke, Bewunderung erregt, aber keine nor­mende Empfindung aufkommen läßt. So stehen wir im großen Saal bewundernd, leicht bedruckt, seltsam erregt von dem Raum, der doch nicht zu lösen ist aus der Burg, die uns zugehort und uns so freundlich empfing. Seltsames Konglomerat der

Reisewinke.

Volksfeste im Juli.

Die Stadt Marburg a. d. Lahn feiert am ersten Zulisonntag seinSchloß- und Trachten­fest" mit Trachtenumzug. Schwälmer Tänzen und einem farbenprächtigen Schwälmer HochMszug. Remagen am Rhein begeht vom 20.Juli bis 5. August sein althergebrachtesApollinarisfest". An den beiden letzten Zulisonntagen wird in E r - bach derErbacher Markt", das größte Dolks- fest des Odenwaldes, abgehalten. Originelles Ge­präge trägt der am 13. und 14. 3uli stattfindende Pferdemarkt in Fritzlar mit seiner Pferdeprämiierung und der Pferdemarktlotterie, bei der man für 1 Mk. einen schweren Acker­wagen mitsamt Pferden und Geschirren im Werte von 3000 Mk. gewinnen kann. Als weitere Ge­winne kommen kräftige Landpferde, Fohlen, land­wirtschaftliche Maschinen. Motorräder und Haus­haltungsgegenstände zur Auslosung.

Billige Ferienreiscn in die Schweiz.

Das Hapag-Reisebureau in Frankfurt a.Hl. veranstaltet vom 11. bis 15. Suli 1932 eine Son­derfahrt über Basel BernThun nach Inter­laken, dem Mekka der Schweizer Alpen. Ein Ausflug führt u. a. in die Wunder der Berg­riefenEiger",Mönch" undJungfrau" mit dem Besuch der Trünnnelbachfälle und des Eiger- gletschers. Die Rückreise erfolgt über den Brumg- pah und Luzern am Vierwaldstättersee. Rohere Einzelheiten durch das Hapag-Reisebureau oder deren Vertretungen.

Oftpreutzische Burgenrundfahrt.

Ostpreußen, das Land, das mit seinen großen und kleinen Städten noch heute deutlich das Gesicht des alten Ordenslandes tragt, ist beson­ders reich an Burgen, deren größte und schönste bekanntlich die Marienburg, das Königsberger und das Heilsberger Schloß sind. Hm diese ost- preußischen Schlösser und Burgen einmal im Zu­sammenhang zu zeigen, veranstaltet das Königs­berger Reisebureau Robert Meyhöfer vom 2. bis 9 Juli eine Ostpreußische Durgenfahrt, die ab Swinemünde 115 Mark kostet. Folgende Burgen werden besichtigt: Königsberg, Frauenburg, Ca- binen, Elbing, Marienburg, Marienwerder, Rei- denburg, Tannenberg, Allenstein und Heilsberg. Ferner wird voraussichtlich Ende Juli eine Fahrt nach den ostpreußischen Schlachtfeldern des Welt­krieges unternommen werden.

(Schluß des redakttonellen Teils.)_________

Frankfurt a. M.

Grünberg (Oberh.)

sie deshalb...

Die Wartburg nimmt uns gern in ihre Hofe. Es erklingen Saiten, die schon Nürnberg Rothen­burg, Würzburg, Hildesheim erklingen ließ oder in jedem erklingen lassen würde. 9n den Hosen ist man schnell zu Hause, fühlt sich heimisch an Brunnen, und Toren, in Stuben und Sälen vielerlei Atem umgibt sofort den, der diesig- brücke überschritt und bewußt kam mit Willen und Wunsch, die Wartburg zu erleben.

Alte Burgen haben es manchmal an sich, lmcht zu enttäuschen. Das ist aber meist der Menschen Schuld und zwar derer Schuld, die sich berufen fühlten, guten Willen bezeugten (das sei anerkannt), aber nicht aus erwählt waren. Die Wartburg enttäuscht nicht. 3n ihrer Gesamtt beit nicht in Einzelheiten ja und leider Mich durch der Menschen übereifriges Zutun! Der Wartburg Erhabenheit konnte aber kein Abbruch getan werden. So bleibt sie uns groß und herrlich, so bleibt sie Wallfahrtsort und Ehrenmal einer Vergangenheit, der wir uns öfter entsinnen ^Äm^ Anfang aber steht die Heilige Elisabeth, llnbeschuhet möchte man ihrer Kemenate nahen, die sie barg, als sie Kind, als sie LandgrafiN war und ^eilige wurde. Gerne entbehrte man des Prunks, der heute die Kemenate übermäßig erfüllt und langatmige Erklärungen des (unver­meidlichen) Führers auslöst. Anders gleitet öer Blick über die bald tausendjährige Truhe, die auch ihre Hände berührten, als über das gold- und silberschimmernde Glas-Mosaik, das Dor toemx gen Jahren entstand und nun bedrückt Elisabeth war abhold jedem Prunk. Hätte sie jemals den

Wartburg.

Wan muh schon ein rechter Deutscher sein, wenn man die Wartburg ganz erleben will. Man soll wissen, was die Wartburg ist, was sie uns bedeutet was sie war und was sie uns noch fern kann, bevor man sie betritt. Die Wartburg sollte nicht allein das Reiseziel vergangenheitshungriger, historie-lüsterner Ausländer fein, sondern der Wallfahrtsort der Deutschen. Hafer Wallfahrts­ort

Dabei ist es aber nicht gut, am lauten Mittag tn dem Städtchen Eisenach einzutreffen und damit mitten tn die Betriebsamkeit zu geraten, die feine Straßen füllt. Besser ist es. eine halbe Rächt zu opfern, am Morgen, kurz vor Tag da zu sein, durch die sauberen und nun noch so stillen Gallen zu marschieren, die von einem sonntäglich erschei­nenden Frieden überhaucht sind, der nicht leben Augenblick durch Geräusche gestört wird, denen man doch eigentlich entfliehen wollte. Denn auch in Eisenach ist der Tag erfüllt von Kampf und Ar» beit, von Sorge und Rot die Wartburg aber thront über der Stadt in jeder Hinsicht und hat weniges nur mit ihr gemein. Es sei denn Rame, landschaftliche Rähe und die dadurch gegebene Ver­bindung der Derkehrstechnik. Wohl liebäugelt die Stadt zur Burg, prahlt vielleicht sogar nut ihr anders aber die Burg, die sich selbst genug ist. Ein Eigenes. Großes. Herrliches. Selbstherrliches, eine stolze Burg. Richt weniger liebenswert ist

SONDERZUG

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NAtber weilte auf der Wartburg, gab dort dem Volke die Bibel und seine Sprache. Genug, um tiefster Ehrfurcht voll, die Schalle der Stube zu überschreiten, in der er. ein ^angener f$uf. Alles ist noch, wie es zu seiner Zeit war. Wie es einem ehemaligen Mönche geziemt: die Stube ist die Schlichtheit selbst. ___

Frisch und ohne Zaudern wird man den kleinen Turm der Burg besteigen, der im Westen den Abschluß der Gebäude bildet. Oben angetommen^ sieht man tief hinab in den Burghof, tiefer huiab aber stü^t der Blick in die Täler aus denen Berg und Feste heraufwachsen: über die aleitet der Blick, über die betoalbeten Hohen und jedermann begreift den Ausruf des Erbauers der Bura der da angesichts der Landschaft gerufen haben soll:Warte Berg, du sollst mit CBurgen werden!" Der RameWartburg stamme, so sagt man, von diesem Ausruf.

Richt soll man wünschen, die Wartburg möge Heimstatt werden. Sie würde dem Alltag ver­fallen dem wir sie als etwas Festliches ferne halten müssen. Sie mag uns für Stunden bergen und beschenken. Sie mag uns Wallfahrtsort fein und bleiben. Sie mag bewußt werden lassen im­mer wieder, daß wir ihr verbunden sind durch Geistes Gut und Blut, durch unsere Vergangen­heit im Volke, durch unsere Bejahung unseres Volkes in Gegenwart und Zukunft.

Wir gehören ihr an, wie sie uns.

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