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Die deutsch-schwedische Hochzeitsfeier in fioburg.
Der Fackelzug der huldigenden Koburger auf dem Schießplatz in Koburg.
Straßer über das Wirtschafts- Programm der NGNAP
Berlin, 20. Ott. (ENB.) Auf einer Kundgebung der nationalsozialistischen Betriebszellenorganisationen gab Gregor Strasser große Teile des Wirt- schaftsprogramms der Nationalsozialisten bekannt. Der wirtichaftliche Aufbau der Nationalsozialisten fei fundiert auf folgenden Grundforderungen:
1. Arbeitsbeschaffung.
2. Produktive Kreditschöpfung (Krediterweiterung im Ausmaß von zirka 3 Milliarden).
3> Staatliche Kontrolle des Geld- und Kredit- wesens.
4. Die Entschuldung der Wirtschaft.
5. Zinssenkung.
6 Wiederherstellung des deutschen Staatskredits.
An die Stelle der illiquiden Finanzwechsel, die heute bei der Reichsbank als Gelddeckung liefen, treten Produktionswechsel und Regie- rungssicherheiten. die ein gesünderes Durchbluten der Wirtschaft herbeiführen und den Geldstrom in bestimmten Zeitabständen wieder zur Peichsbanf zurückleiten, nämlich bei Einlösung der Produktionswechsel und der Schaßwechsel. Eine Aenderung des Reichsbankgesetzes sei erforderlich, das die Autonomie der Reichbank beseitigt und die unseligen, längst durchbrochenen Bindungen an den Fremdkörper, das Gold, löst. Der gesamte Geldverkehr müsse unter der Hoheit des Staates stehen und das Bankwesen unter Staatsaufsicht gestellt werden. Das Rückgrat der deutschen Wirtschaft sei ein gesunder Binnenmarkt und das Rückgrat des Binnenmarktes eine gesunde deutsche Landwirtschaft Die Preise werden eine Auflockerung erfahren und das Sparen werde wieder einen Sinn haben Die Spartätigkeit werde durch staatliche Maßnahmen gefördert.
Das Smken
des britischen Pfundes.
Will Gn la d seine Krugsichulden an Amerika zurück ahlen?
London, 20. Oft. (Xil.) Die englische Presse befaßt sich eingehend mit dem am Mittwoch erfolgten Nachgeben des Pfund-Kurses und erklärt, daß außer den Saisoneinflüssen auch andere Gründe für den Fall verantwortlich gemacht werden müßten. Obwohl sehr stark Sterling« angeboten worden seien, so sei, wie ..Financial News" berichtet, einer der Hauptgründe französische Dollarankäufe gegen Sterling gewesen. Man habe aber eine offizielle Intervention verspüren können, die sofort erfolgreich gewesen sei. Man müsse damit rechnen, daß das englische Pfund noch nicht seinen tief st en Stand erreicht habe, obwohl es möglich sein werde, das Pfund noch länger« Zeit auf seinem jetzigen Stande zu halten. Die Theorie, daß englische Devisenankäufe stattgefunden hätten, um die Zahlung der am 15. Dezember fälligen Kriegs schulden an Amerika vorzubereiten, dürfte nicht stimmen. 3m ..Daily Telegraph" wird erklärt, daß keine amtliche Bestätigung über die beabsichtigte Kriegsschulden- zohlung zu erhalten gewesen sei. Die „News Chronicl«^ weist auf di« Gefahr solcher Gerüchte hin, di« im Ausland« Unruhe erwecken müßten, weil ein« etwaig« Zahlung von Kriegsschuld«» seitens Englands das ganze Lausanner Abkommen über den Haufen werfen würde. Es sei daher fraglich, ob di« englisch« N«gi«rung das Necht hab«, aus eigener Machtvollkommenheit di« Zahlungen an Amerika wieder aufzunehmen. Sie müsse hierzu vielmehr die Zustimmung desPar- l aments haben. Man habe keinen Grund, zu bezweifeln, daß Macdonald nach den Prä- sidentschaftswahlen in Amerika die Kriegsschuldenfrage anschneiden werde, und zwar, noch bevor die Zahlungen fällig würden.
Gegen den politischen Terror.
Duisburg, 21. Oft. (WTB.) Sechs Kom - m u n i ft e n standen vor dem Sondergericht, um sich wegen eines Ueberfal'es auf einen Nationalsozialisten. öffentlicher Zusammenrottung, tätlichen Widerstandes gegen Polizei- beamte und politischer Gewalttätigkeiten zu verantworten. Bei vier Angeklagten ließ sich eine Beteiligung an den Ausschreitungen nicht einwandfrei feststellen, dagegen wurde die Beteiligung zweier An- geklagten nachgewiesen. Das Urteil gegen sie lautete
auf je 10 Jahre Zuchthaus. Die übrigen vier Angeklagten wurden freigesprochen.
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Die Schießerei in Ess« n - Ost, der ein Angehöriger der Eisernen Front zum Opfer fiel, ist jetzt aufgeklärt worden. Der 18 Jahre alte Nationalsozialist Ditthardt aus Essen hat gestanden, am Abend des 18. Oktober von einem SA.-Mann aufgefordert worden zu sein, einem angeblich von Angehörigen der Eisernen Front bedrohten Nationalsozialisten zur Hilfe zu kommen. Dieser Aufforderung sei er mit sechs weiteren Parteiangehörigen nachgekommen. Unter Führung von Ditthardt hatten sich die Nationalsozialisten in der Schulzstrahe aufgestellt und eine Gruppe der Eisernen Front be-
Gießen, den 21. Oktober 1932.
Vom richtigen Heizen
Mit dem Beginn der herbstlichen Witterung hat der „Kampf mit der Heizung" begonnen. Ein wirklicher Kampf ist es deswegen, weil die Heizungseinrichtung, welcher Art sie auch sein mag, zunächst bei der ersten Wiederbenutzung meist widerspenstig ist und Mucken und Unarten aller Art zeigt. Gegen die unangenehme Trockenheit der Luft, die oft auftritt, kann man sich leicht durch Aufstellen von geeigneten Gefäßen mit Wasser auf den Heizkörpern helfen. Ueberhaupt ist bei jeder Art Heizung besonderer Wert zu legen auf einen genügenden Feuchtigkeitsgehalt der Luft. Zu trockene Luft erzeugt trotz hohen Wärmegrades sehr leicht ein unangenehmes Frösteln, weil di« Verdunstung der natürlichen Hautfeuchtigkeit durch trockene Wärme stark gefördert wird und dann Verdunstungskälte entsteht. Das Ergebnis zu trockener Zimmerluft sind überheizte Räume, in denen man trotzdem nicht warm werden kann. Wenn die Heizung dort noch verstärkt wird, entsteht erhöhte Anfälligkeit der Bewohner gegenüber Crkältungserkrankungen. Daraus ergibt sich als Hauptregel beim Heizen: man sorge stets für ein vernünftiges und richtiges Verhältnis zwischen Luftwärme und Luftfeuchtigkeit.
Neben die Luftwärme und die Luftfeuchtigkeit tritt die Lustreinheit als wesentliches Erfordernis für unangenehmen und gelungen Aufenthalt in geschloffenen Räumen. Auch hier wird viel ge- fünöigt. Um die teure Heizwärme, namentlich bei Ofenheizung, nicht zu verlieren, hält man vielfach Türen und Fenster hermetisch verschlossen. Freilich klettert dann das Thermometer zu beängstigenden Höhen empor. Der Aufenthalt in solchen Räumen ist aber alles andere als angenehm oder gar gesundheitlich einwandfrei. Darum müssen geheizte Räume rechtzeitig und vernünftig gelüftet werden.
Viele Leute scheuen sich davor, „Zug" zu machen, oder überhaupt kalt« Luft in geheizte Räum« zu lass«n. „Zug" hat durchaus nicht die ihm immer wieder nachgcsagte Schädlichkeit, wenn er nicht lang« Zeit und einseitig auf kleinere Körperbezirke einwirkt. Sonst müßte jeder, der bei starkem Wind über die Straße geht, stets todkrank nach Hause zurückkehren. Man kann also ruhig einmal kurz« Zeit — etwa acht bis zehn Minuten — kräftigen „Zug" machen, um die Luft zu erneuern. Man soll und braucht sich aber nicht gerade in dieser Zeit in die 'u lu t zu ftc Im. Natürlich kommt dabei die kalte Luft in das Zimmer. Ist aber die Heizungseinrichtung in Ordnung, dann wird diese kalte Frischluft sehr bald die durch den Anheizungsgrad der Heizungsvorrichtung bedingte und gewünschte Wärme annehmen.
Das Kind
in gesunden und kranken Tagen.
Die Hausfrauenberatung hatte für gestern abend zu einer Sonderveranstaltung in das Cafe Leib eingeladen. Die Vorsitzende des Vereins, Frau W i m b e r , leitete mit kurzen Worten den gut besuchten Abend ein. Frau Helene Roes«, zeigte sodann eine Anzahl schöner Kinderkleider und Schürzen aus handgewebten Stoffen in feinen Farben.
3m Mittelpunkt des Abends stand ein Vortrag des Oberarztes der Kinderklinik Gießen, Dr. Frick, über das Thema „Das Kind und seine Pflege". Es sei praktisch unmöglich, so führte der Redner u. a. aus, das umfangreich« Gebiet der Kinderpflege innerhalb eines einstündigen Vortrages erschöpfend zu behandeln. Er erörterte kurz di« Behandlung des neugeborenen Kindes,
vbachtet. die, als fie Verstärkung erhalten habe, auf sie zugekommen fei. Um einen Zusammenstoß mit dieser Heberzahl zu verhindern, erklärte Ditthardt, hätte, er seinePistole gezogen und in der Richtung der ankommenden Reichsbannerleut« zwei Schüsse abgegeben. Hierauf sei er mit seinen Leuten geflüchtet. Der Täter sowie sechs Angehörige der NSDAP, wurden dem Richter vorgeführt. e
Die Große Strafkammer Stolp verurteilte im Schnellverfahren den nationa sozialistischen Land- tagsabgeordneten Cziniok zu einer Gesamtstrafe von drei Monaten Zuchthaus, die in vier Monate zwei Wochen Gefängnis um- gewandelt wurde. Ez. hatte bei einer deutschna- tionalen Wahlversammlung in Stolp eine Seltersflasche gegen den deutschnationalen Redner geschleudert.
Vor einer Verständigung zwischen Oanzig und Polen.
Tas Crpevnitz
der Genfer Wirtschaft Verhandlungen
Danzig, 20. Okt. (TU.) Wie wir erfahren, ist in Gens zwischen dem Präsidenten des Danziger Senats Dr. Z i e h m und dem Vertreter des polnischen Außenministers eine Abmachung zur friedlichen Beilegung der schwebenden großen D a n z i g - p o l n i - schen Wirtschaftsfragen getroffen worden, die allerdings noch der Heberprüfung und Zustimmung beider Regierungen in Schlußverhandlungen bedarf. Präsident Ziehm erklärte, daß die Verhandlungen, die er in Genf mit dem Außenminister Zaleski und einem anderen Polnischen Regierungsvertreter gehabt habe, nicht zu einem Abschluß geführt hätten 3mmerhin fei ein Entwurf aufgestellt, für die Beseitigung der Schwierigkeiten vor allem über die Aufhebung der polnischen Grenzsperre für Danziger Waren, für eine Regelung der Kontingentsfrage usw. Minister Zaleski habe ihm in Genf erklärt, er wünsche eine schnelle Regelung der Streitfragen im Wege der Abmachung und wisse, daß diese Regelung auch den Wünschen der Polnischen Regierung entspräche. Die Verhandlungen über die Abmachung, die in den nächsten Tagen in Danzig aufgenommen werden sollen, würden von entscheidender Bedeutung für die zukünftigen Beziehungen zwischen Danzig und Polen sein.
seine Entwickelung nach Gewicht und Gröhe und den Verlauf der rein körperlichen Entwicklung im ersten Lebensjahr. Wichtig für die Mutter wie für den Arzt sei es, neben der Zunahme nach Maß und Gewicht die Lebensäuberungen des Kindes zu beobachten. 3m Alter von einem halben 3ahre sei der Säugling bereits sehr regsam, wie überhaupt die Entwicklung im ersten Lebensjahre die relativ stärkste sei. Ein wesentliches Kapitel sei das „Zahnen", dem verschiedene krankhaft erscheinende Zustände vorausgingen, die nicht unbedingt beunruhigend fein müßten. 3m Leben des Kindes unterscheide man das Säuglings-, das Spiel-, das Schulalter und die Zeit der Reife. Von Bedeutung sei das Spielzeug für das Kind. Es solle in dieser Hinsicht nicht verwöhnt werden. Oft genug erfüllten einfache Holzklötze schon den Zweck. Kinder sollten häufig mit Altersgenossen in Berührung kommen. Der alleinige Umgang mit Erwachsenen erweise sich meist als nachteilig. Die Sprachentwicklung vollziehe sich verhältnismäßig langsam. Das sei aber kein Grund zu irgendwelcher Beunruhigung. Besondere Aufmerksamkeit erfordere die Pflege. Hier seien ungeheure Fortschritte zu verzeichnen, denen allerdings oft genug die Meinungen von Tanten und Großmüttern feindlich gegenüber ftünben. Die junge Mutter müsse sich in dieser Hinsicht frei machen. Groh« Fortschritte seien auch auf dem Gebiete der Ernährung des Säuglings und des Kindes gemacht worden. Vor 30 Jahren betrug (nicht zuletzt auf Grund falscher Ernährung) die Säuglingssterblichkeit 25 Prozent, heute nur noch 8 Prozent. Bei normaler Gewichtszunahme des Kind^ sei die mengenmäßig geringste Ernährung das Beste. 3edes „Zuviel" bedeute Belastung. iuoerernährte Kinder seien gegen Krankheiten weniger widerstandsfähig. Für den Säugling müsse immer die Muttermilch als das Beste betrachtet werden. Viel Sorge mache den Müttern die „Appetitlosigkeit". Man täusch« sich aber darüber häufig. Ein Kind jenseits des ersten Lebensjahres brauche kaum mehr als einen halben Liter Milch täglich. Wahre Appetitlosigkeit sei sehr selten. Kinder solle man, sofern sie normal zunehmen, nicht zum Essen zwingen. Die Kleidung solle möglichst leicht sein. Das Kind mit Maß der Sonne auszusetzen, sei eine vorbereitende Schutzmaßnahme gegen die englische Krankheit. Man solle Kinder nicht nur körperlich, sondern auch seel'sch abhärten. Die Mutter dürfe dem Kinde gegenüber nicht zu weich und nicht zu hart sein. Den besten Schuh gegen Krankheiten bedeute die ständige Hebung und maßvolle Abhärtung aller Organe. 3m übrigen müsse die Forderung erhoben werden: Mütterberatung, nicht Grotzmütterberatung. Zum Abschluß des sehr beifällig aufgenommenen Vortrages beantwortete der Redner noch ein« Anzahl Fragen. Bei dieser Gelegenheit betonte er, daß gegenwärtig kein Fall von spinaler Kinderlähmung in Gießen zu verzeichnen sei. Das Stadtkind sei an sich weniger gefährdet. Die spinale Kinderlähmung dürfe In Gießen als erloschen betrachtet werden.
3m weiteren Verlaufe des Abends sprach Frau Kalbfleisch über zweckmäßige Kinderernährung und ließ entsprechende Kostproben zur Verteilung bringen.
3n Verbindung mit der Veranstaltung hatte die Hausfrauenberatung eine Ausstellung organisiert. Die Firma Egner (Kliniksbedarf) hatte Höhensonne Soluxlampen u. a. m. ausgestellt, die Firma Röhr & (So. zeigte zeitgemäß« wnoerbett ft eilen und dementsprechende Bett- wasche, Frau Helene R o e s e und der Verein k u r F r a u e n k u l t u r hatten Kinderkleider auS- geftellt, die allgemein gefielen. Die Ferber»
Aus der Provinzialhauptstadt.
fche Buchhandlung war mit Bilderbüchern und 3ugenbliteratur vertreten, das Dürer- Haus bot eine Ausstellung schöner zweckmäßiger Spielwaren. Die Veranstaltung in ihrer Gesamtheit verdiente alle Beachtung.
Spende für die Gießener Winternothilfe
Wie das Städtische Wohlfahrtsamt unS mit* teilt, hat die Brot- und Keksfabrik Frankfurt am Main-Osthaien 50 Laibe Brot für die Gießener Wintemothilfe gestiftet.
Streik bei Notstandsarbeiten.
Im Rahmen des Arbeitsbeschaffungsprogramms der Reichsregierung läßt die Provinz Ober- h e H e n zur Zeit auf den oberhessischen Landstraßen Straßenbauarbeiten ausführen, die einen Kapitalaufwand von rund einer halben Million Mark erfordern. Die Arbeiten sind bereits seit einiger Zeit im Gange In den letzten Tagen sind jedoch auf den Daustrecken Helden- bergen — Ka > chen und Selters — Ortenberg die Pflasterer und Maurer in den Streik getreten, weil sie angeblich bei der Akkordarbeit den tarifmäßigen Stundenlohn nicht erreichen könnten. Es handelt sich auf beiden strecken um etwa 50 Streikende. Im Gegensatz zu der Behauptung der Streikenden steht — wie wir von gut unterrichteter Seite hören — die Tatsache, daß von anderen Arbeiterkolonnen auf den gleichen und auch auf anderen Baustrecken der tarifmäßig« Lohnsatz bei der Akkordarbeit nicht nur erreicht, sondern teilweise noch überschritten wird Die Streikbewegung finbet allem Anschein nach die Unterstützung der Fachgewerkschast
Ztornotifren.
- Tageskalender für Freitag: Ltadtthectter, 20 bis 22 Hhr, .Freie Bahn dem Tüchtigen" — Deutscher Bund für christl -evang. Erziehung in Haus und Schule. 20 Hhr, Johan» nessaal, Vortrag über „Erziehung der Kinder zum Gebet". — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: .Ich will nicht wissen wer Du bist" sowie Beiprogramm auf der Bühne - Astoria-Lichtspiele, Seliersweg: .Autobanditen".
— Der Evang. Arbeiterverein veranstaltet am Samstag und Sonntag Im Der eins- lokal einen .Sozialen Kursus", bestehend au8 mehreren zeitgemäßen Vorträgen mit anschließender Aussprache. Am Samstagabend spricht Der* bandssekretär Lauser, Darmstadt, über die Geschichte der Deutschen Arbeiterbewegung, am Sonntagvormittag Lic. Waas, Gießen, über da- moderne Freidenkertum, und am Sonntagnachmittag Kreisgeschästsführer Schröder vom DHV. über Stand und Zukunft der Deutschen Sozialpolitik. (Siehe Anzeige.)
— Ochmudaub Heilung Sy Küchel. Der Gießener Kunstgewerbler H Küchel, der in den letzten Jahren w ederholt m t Ausstellungen seiner Erzeugnisse an die Oesfentlichkeit trat und damit viel Interesse fand, wird jetzt wieder im Saale des Hotels Prinz Carl seine neuesten Arbeiten zur Schau stellen. Neben Schmuckneuheiten für Kleider, mit denen der Künstler auf der Ausstellung „Kunst und Handwerk" in Berlin einen großen Erfolg erringen konnte, werden auch Echmucksachen nach astrologischen Motiven gezeigt. Sicherlich wird auch diese Ausstellung wieder viele Interessenten finden. Näheres ist aus der gestrigen Anzeige ersichtlich.
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** Jubiläums » Geflügel - Schau auf der Liebigshöhe Dom Geflügel- und Vogelzuchtverein Gießen und Hmgegend 1897 wird uns geschrieben: Nachdem die Prämiierung der Tiere stattgefunden hat, ist die Ausstellung am Samstag und Sonntag der Allgemeinheit zugänglich. (Siehe heutige Anzeige.) Außer Den vielen Hühner- und Zwerghühnerrafsen ist auch das Wassergeflügel und besonders Ziergeslügel aut vertreten. Die Ausstellung bietet ein recht farbenprächtiges Bild. Alien Liebhabern und Freunden der Rassegeflügelzucht ist der Besuch der Ausstellung bestens zu empseh en.
** Braugerstentag in Friedberg. Die Hessische Landesgerstenstelle bei der Landwirtschaftskammer für Hessen macht nochmals auf den am Mittwoch, 26. Oktober, 14 Uhr in der Turnhalle der Musterschule in Friedberg stattfindenden Brau- aerftentag aufmerksam. Die Landwirte aus Ober- Hessen, die verarbeitende Industrie und der Handel dürften an dieser Tagung großes Interesie haben.
Wiesecker Gewerbeverein
und Straßenbahn.
ch W i«s e d, 20. Oft. Am Mittwochabend hielt der Gewerbeverein Wieseck eine Versammlung bei Gastwirt Richard Weller ab. Man beschäftigte sich zunächst mit dem Plane einer örtlichen Gewerbeausstellung, in der dem Publikum gezeigt werden soll, daß das hiesige Handwerk und Gewerbe voll und ganz in der Lage ist, den Ansprüchen der Käufer gerecht zu werden und auswärtige Käufe nicht nötig sind. Nach eingehender Aussprache wurde der Vorstand beauftragt, die nötigen Vorarbeiten für diese Ausstellung im kommenden Frühjahr vorzunehmen Auf eine Anfrage besprach man dann die von der Gemeinde erhobene Vergnügungssteuer Hier wurde ein Antrag angenommen, der dem Gemeinderat unterbreitet werden soll und bezweckt, daß die Gemeinde ihre Vergnügungssteuersätze den wirtschaftlichen Drr- hältnissen anpaht und wie die staatlichen Sähe um die Hälfte senkt. Weiter kam auch der Dau der elektrischen Straßenbahn durch die Stadt Gießen bis an die DemarkungS» grenz« Wieseck zur Sprache. Nach einer eingehenden Aussprache, in der bedauert wurde, daß die Stadt Gießen mit dem geplanten Dau nur halbe Arbeit leistet, aber auch vieles Für und Wider gegen den Bau bis zur OrtSmitte aut Sprache kam, gelangte man zu der Ansicht, daß, nachdem die Stadt Gießen in gewissem Sinne die Hand zu Verhandlungen über die Wetterführung der Straßenbahn bis in den Ort geboten hätte, die Gemeinde moralisch verpflichtet sei, von der Stadt ein Positives Angebot zu fordern und zu prüfen, ob es für die Gemeinde tragbar fei, in weitere Verhandlungen über den Bau der Straßenbahn bis in den Ort einzutreten. Ein diesbezüglicher Antrag wurde einstimmig angenommen und soll dem Gemeinderat zugeleitet werden. Nachdem noch über verschiedene allgemeine Fragen, insbesondere private Arbeit-- vergebung gesprochen worden war, fand die Versammlung ihr Ende.
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