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21.9.1932 Erstes Blatt
 
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Nr. 222 Zweites Blatt

Giessener Anzeiger (Seneral-Anzeiger für Gberhesjeiy

Mittwoch, 2*. Z<pi«v^er 1952

Aus dem Reiche der Krau

Chinesische Teekannen soll man nach dem Gebrauch nur kalt innen ausspülen, nie mit Soda­wasser behandeln. Dies gilt besonders für unglasierte Tonkannen.

Tomatensuppe. In eigroß frischer Butter oder Margarine läßt man einen Eßlöffel feinge­schnittene Zwiebeln und 40 Gramm Mehl anlaufen, rührt mit VA Liter Wasser glatt gibt zwei Maggi's Fleischbrühwürfel^ sechs bis acht in Scheiben ge­schnittene reife lomaten, etwas Salz, eine Prise weißen Pfeffer hinein und läßt eine halbe Stunde kochen. Dann streicht man die Suppe durch ein Sieb, bringt sie wieder zum Kochen und läßt drei bis vier Eßlöffel Reis darin ausquellen. Vor dem Anrichten schmeckt man nach Salz ab. Wer es liebt, kann auch etwas Muskatnuß oder Zucker hineingeben.

Wie reinigt man Ledermöbel? Vaselin ist ein gutes Mittel für Ledermöbel. Man verreibe dieses recht gut, lasse es einige Stunden darauf und poliere alsdann mit einem weichen Lappen nach.

RafseRegenschirme. Regenschirme, die naß geworden sind, sollte man nie aufspannen, wenn man sie trocknen läßt, sondern nur halb aufgespannt hinstellen. Auf diese Weise schont man das Gewebe merklich.

Um gläserne Stöpsel aus Flaschen zu ziehen, reibt man mittels einer Feder ein bis zwei Tropfen Del herum ein und bringt sie in einiger (Entfernung ans Feuer. Wenn die Flasche warm ist, streicht man mit einem spitzen Hölzchen rings um den Stöpsel herum und versucht ihn bann herauszu­ziehen. Man wiederholt das Verfahren so lange, bis der Stöpsel locker ist.

buch in meinem Haushalt eingefuhrt, und feit die­ser Zeit reicht mein Wirtschaftsgeld monatlich aus, ja ich habe oft sogar einen kleinen Lieberschub, der in die Reservekasse wandert."

Drei verschiedene Ansichten über dasselbe Thema. Vielleicht sind alle drei Frauen Künst­ler der häuslichen Rechenkunst, ob mit oder ohne Haushaltsbuch. Wichtig aber erscheint mir doch in unserer Zeit der Rationalisierungen und Spar- maß nahmen die Antwort der Letzteren, die hier näher auf die Frage. Soll man im Haushalt duchführen? eingehen will.

3d) weih, dah es noch unendlich viele Haus­frauen gibt, die noch nicht das Duchführen ge­lernt haben. Sie entschuldigen ihre Rachlässigkeit mit den abfälligen Worten: Duchführen klein­lich, altmodisch, zeitraubend, unnötig. Ich selbst gehörte einmal in ihre Reihe, als aber vor einem Iahr auch bei uns die Gehaltskürzungen einsetzten unb täglich erneut das drohende Ge­spenst der Arbeitslosigkeit vor der Türe stand, or­ganisierte ich meinen Haushalt so, dah er dank einer klaren Liebersicht über Einnahmen und Aus­gaben von einem Tag zum anderen einzuschrän­ken ist, ohne die einzelnen Familienmitglieder sicht­lich zu schädigen. Mein bester Helfer bei dieser Arbeit war das Wirtschaftsbuch. Ihm gehört täg­lich eine knappe Viertelstunde, in der die Aus­gaben eingezeichnet werden. Ieden Aöend zeigt mir das Wirtschaftsbuch, ob ich die täglich fest­gesetzte Summe überschritten oder noch nicht er­reicht habe.

Am Monatsende sehe 'ch, welche Ausgaben nötig, welche unnötig waren. Auf Grund dieser Feststellungen bin ich jederzeit imstande, den Haushalt weiter einzuschränken, die Kosten des

Reinigung von hellen Teppichen. Tep- piche, die eine helle Farbe haben, bürstet man, um sie zu reinigen, mit einer weichen Bürste ab, die man in Wasser taucht unb bann mit etwas Gallseife be­streicht. Hierauf entfernt man ben Seifenschaum mit Salmiakgeist, trocknet ben Teppich mit einem Leinen» tuch ab unb läßt ihn bann, glatt ausgebreitet, völlig trocknen.

Oie praktische Hausfrau.

Derwenbungoon alten Handschuhen. Alle ®lac6 ober Wildlederhandschuhe kann man in oerschiebener Weise oermenben. Ein bis zwei Paar Helle Lederhandschuhe zerschneidet man in kleine Flicken, ungefähr wie ein Markstück groß, unb reiht biese auf bünnen Binbfaben. Anfang unb Enbe bes Fabens verknotet man; mit bem baraus entftanbenen Ball wäscht man Spiegel unb Bilder ab.

Schuhleder geschmeidig erhalten kann man wenn man derbes Schuhwerk, insbesondere Sportschuhe, von Zeit zu Zeit tüchtig mit einem Der verschiedenen Lederfette einschmiert. Damit das Fett in die Lederporen dringe, trage man das Fett sooft auf, bis es kaum mehr vom Leder aufgesogen wird. Dabei reibe man es kräftig mit dem Handballen ein. Man hüte sich aber aber vor zu häufigem Einfetten,

gelegt werden ufto. Daß hier ein Schleier die Insekten abhalten muß und die Sonne nicht direkt die zarte Haut treffen darf, ist selbstver­ständlich. Daß man bei großen Schreihälsen an die Rachbarschaft denken muh, ist klar. Aber das gesunde Kind, das zur rechten Zeit versorgt wird muh in guter Luft zufrieden sein und viel schlafen.

Wo kein Garten zur Verfügung steht, muß der Wagen oder das Laufgitter im Hose stehen, auf dem Balkon, auf einem flachen Dach. Wan kann Bekannte, Rachbarn bitten, sein Kind im dortigen Garten oder Hof lassen zu dürfen es gibt genug Auswege, wenn man sie nur finden will.

Sind die Zimmer einigermaßen günstig ge­legen, muh das Kind nach Möglichkeit vom Licht und von der Luft profitieren. Das Bett des Kindes gehört ans Fenster, das Fenster hat so lange wie möglich offen zu stehen. Kinder gewöhnen sich schnell daran, im Hellen einzu­schlafen. Die sogenannte Zugluft, die besorgte Eltern immer lo fürchten, ist eher gesund als schädlich, well sie die schlechten Destandtelle der verbrauchten Zimmcrluft besser entfernt. Gefähr­lich wird Zug und Gegenzug erst dann, wenn das Kind erhitzt ist und sich dadurch zu rasch abkühlt.

denn dadurch erreicht man bann eher bas Gegenteil. Zu häufiges Einfetten schabet bem Schuh unb zersetzt mit ber Zeit die Poren des Sehers.

Allerlei von Tomaten

Vielseitige Verwendbarkeit in der Küche.

kommenden Monats ungefähr zu berechnen und mit dem eventuellen Lieberschuß wichtige Reu­anschaffungen wie Kleider, Schuhe ufto. zu machen.

Weiter halte ich das Buchführen für einen wich­tigen, erzieherischen Faktor im gesamten Haus- Haltungswesen. Es erzieht zur wachsamen Kon­trolle der Ausgaben und damit zur schärfsten Be­obachtung der Waren auf ihre Qualität hin. Be­sitzen wir überflüssige Gelder, so werden sie für überflüssige Dinge aabgegeben; besitzen wir sie aber nicht, so wollen wir für unsere paar Groschen das Bestmögliche kaufen. Dieser Standpunkt ist ebenso wichtig für uns, als den Käufer, wie für den Geschäftsinhaber, der unter der ständigen Kontrolle vieler Hausfrauen nur beste Ware lie­fern wird.

Sieht man die Richtigkeit des Duchführens im Haushalt ein, so wird sich das einmal erkannte System der notwendigen Liebersicht auch auf an­dere Gebiete der Wirtschaftsführung erstrecken. So gibt es bei mir eine Kochkarthotek, in der be­sonders gute Rezepte, die nicht im Kochbuch stehen, alphabetisch geordnet sind, es gibt eine Hamen» karthotek, wo nicht nur die guten Freunde auf- gezeichnet zu finden sind, sondern auch die Lie­feranten der verschiedenen Waren, Handwerker ufto., es gibt eine Duchkarthotek mit den thema­tisch und alphabetisch geordneten Büchern und den Ramen der Entleiher.

Lind wenn sie jetzt die Hände entsetzt über den Kopf zusammenschlagen ob dieser puritanischen Ordnung undEntsagung", so kann ich Ihnen nur sagen, daß erst das Wirtschaftsbuch es mir er­möglicht hat, auch heute noch kleine, lebenserhal­tende Freuden, Genüsse und Luxusdinge anzu­schaffen und auszukosten.

Gebackene Tomaten. Sechs bis acht schöne, reife Tomaten wäscht man, schneidet sie quer durch unb entfernt die Samenkörner. Dann stellt man bie Hälften, mit ber offenen Seite nach oben, in eine flache ausgebutterte Steingutschüssel, füllt bie To­maten mit feingehacktem Schinken, streut etwas Salz unb Pfeffer, ebenso geriebenen Parmesankäse unb Semmelbrös'eln barüber unb bäckt sie, bei guter Oberhitze, eine Diertelstunbe. Dann werben sie ein» zeln aus ber Schüssel gehoben, auf erwärmter Platte angerichtet unb, mit einigen Tropfen Maggi s Würze beträufelt, serviert. Sollten sie viel Saft gezogen haben, läßt man sie in ber Backschüssel unb trägt sie in dieser auf.

Tomatenauflauf. Altbackene, abgeriebene Brötchen schneibet man in Scheiben, zieht biese mehr­mals burch kalte Milch unb belegt bamit eine feuer» feste Form, bie gut gebullert unb mit Semmelbrösel ausgestrichen würbe. Die Brotlage belegt man reich­lich mit Tomatenscheiben, streut feingeschnittene Fleischreste, bit mit etwas Schinken untermischt wer­ben barüber, legt roieber Semmelschnitten, Tomaten- sche'iben unb Fleisch barauf, bis bie Form dreiviertel voll ist. Die letzte Schicht muß Brot fein. Auf biese streut man Semmelbrösel unb verteilt einige Butter- slöckchen darauf. Nun verkleppert man in einem halben Liter Milch fünf ganze Eier, Sah;, eine Prise Pfeffer unb einen Eßlöffel geriebenen Parmesan­käse, gießt dies über ben Auflauf, ber nun im Rohr breiviertel bis eine Stunde zu einer schönen Farbe backen muß.

40 Gramm Mehl auf bem Feuer abgerührt, dann je 100 Gramm geriebener Chester- und Parmesan­käse daruntergemischt, drei Eigelb hinzugegeben und alles auf dem Feuer abgerührt. Mit Paprika und Salz abschmecken und mit dem steifen Schnee von drei Eiweiß klarziehen. Die Tomaten werden nun mit geriebenem Parmesankäse bestreut und in mittlerem Ofen gebacken. Als Käsegericht ober als Beigabe zu Fleisch reichen.

Türkischer Tomatensalat. Zwei Pfunb Tomaten werden abgezogen, entfernt und in Würfel geschnitten, die man mit Salz, Pfeffer und Zitronen­saft auf Eis beizt. Ferner kocht man 250 Gramm Reis körnig, ben man nach bem Erkalten mit 50 Gramm feingeschnittenen roten Paprikaschoten ver­mischt, würzt unb mit Essig unb Oel beizt. Im letzten Moment binbet man bie Tomaten mit einer pikanten Mayonnaise, richtet sie bergförmig in bie Mitte einer Kristallschüssel an, umgibt mit bem Reis unb reicht recht falt.

Tomaten auf englische Art. Mittelgroße, feste Tomaten werben abgezogen unb halbiert. Die Kerne werben entfernt, unb die Tomaten mit folgen­der Masse gefüllt: 30 Gramm Butter werden mit

Oie Frau als Käuferin.

Wie der Mann hinter dem Ladentisch sie sieht.

Die Frau von heute weih, wenn sie in einen Laden tritt, was sie haben und wieviel sie aus­geben will, und wenn sie das Gesuchte nicht im ersten Geschäft findet, geht sie in ein zweites/ Das war eins der Llrteile über die «zrau als Käuferin das F. C. Scaca in einem Vortrag bei dem Ferienkurs der Handelskammer der Tuch­händler fällte, der viel interessante Einzelheiten ?ucPsychologiedermodernenKundin und manche Klage über - ihre gesteigerten An­sprüche brachte. Dor dem Kriege konnte ein Ge­schäftsmann. der fünf verschiedene Kleidergrößen und sechs Arten von Schuhen auf Lager hatte, allen Wün'ch.n entsprechen. Heute muh er wenig­stens 30 verschiedene Kleidergrohen und 150 Schuhmodelle vorrätig haben, um den Anforde­rungen des schonen Geschlechts zu genügen. Diese Zunahme in den erforderlichen Gröhen hat aber keineswegs ihren Grund in einer größeren Ver­schiedenheit des Körperbaues der modernen Frau, als es bei ihren Grohmüttern der Fall gewesen, sondern in h.er strengeren Forderung ci7.es guten Sitzes. Sie verlangt auch, dah ein Kleid für sie geändert werde, damit es richtig passe, und es kann Vorkommen, dah sie nach ausgeführter Aen- derung in keiner Weise in seiner Wirkung beein­trächtigt worden ist. Vor zwanzig Jahren noch haben Frauen niemals sich ihre Kopfe über solche Details zerbrochen.

Auch die Einstellung der Käuferin zu der Hohe des Betrages, den sie anlegen will, hat sich in diesen zwei Iahrzehnten geändert. Heute kommt sie schon zu Hause am Frühstücks­tisch zu einem festen Entschlüsse, wieviel sie für ein Kleid ausgeben will, und keine Beredsamkeit des Verkäufers, keine lockende Pracht eines Mo­dells kann sie davon abbringen.

Eine der w chtigsten Aufgaben für den auf der Höhe der Zeit stehenden Kaufmann ist es, das richtig zu erraten, was in der Seele einer Frau in ihrem Heim vorgeht, bevor sie sich zu einem Kauf entschließt. Da hatte z.D. vor einiger Zeit ein Kaufmann ein besonders günstiges Angebot in Handtaschen gemacht und durch Inserate in den Montagsze tungen angekündigt; der Preis betrug 1015 Mk. für eine jede. Daraus trafen 400 Be­stellungen ein. Vierzehn Tage später wurden dieselben Taschen noch einmal für 10,00 Mk. angeboten, und gleich die nächste Post brachte 2300 Austräge. Es ist für den mit der Psyche der we bl ch n Käu'erin einigermaßen Cßertrauten nicht schwer, sich auszumalen, wie dieser nicht in dem verhältnismäßig geringen Preisnachlaß begrün­dete Erfolg des zweiten Angebots zustande ge­kommen ist. Der Blick einer Frau, die die Zei- tung liest, bleibt plötzlich auf dem Preis von 10 00 Mk. für eine Tasche haften. Wenn sie selber zufällig feinen 10-Mark-Schein hat, so wird doch sicher ihr Mann oder ein Hausgenosse einen solchen haben, der dann einfach in einen Brief­umschlag gesteckt und mit der Bestellung ab- gesandt wird. Macht der Preis aber 10,15 Mk-, dann müßte die Hausfrau am Montagmorgen, der in den meisten Familien der Waschtag ist, erst zur Post gehen und für 15 Pf- Briefmarken kaufen; in neun von zehn Fällen werden dieser Weg und die Bestellung unterbleiben.

Buchführung im Haushalt.

'0N Lola Sichler.

Würde man heute in Hausfrauenkreisen eine Umfrage veranstalten: Führen Sie im Haushalt über Ihre Ausgaben Buch? so würde man wahrscheinlich überrascht sein über die Verschie­denartigkeit der Ausgabenkontrolle in den ein­zelnen Familien.Duchsühren über jeden Psen- nig, um Gottes willen, wie kleinlich.3^0)114)* ren, das habe ich nicht nötig, mir steht monatlich eine bestimmte Summe zur Verfügung, die ich gewissenhast aus die Tage einteile.-£11^1119* tert, ich habe seit einem Iahr das Wirtschasts-

Oie Hausschneiderin kommt.

Was habe ich anzuziehen?"

Der Winter ist nicht mehr fern, und überall beschäftigen sich die Frauen mit der Frage: Was habe ich anzuziehen und wie richte ich alles am besten und vorteilhaftesten ein? Die Hausfrau denkt darüber nach und kommt dann meistens zu dem Ziel, die Schneiderin muß be­stellt werden. Es wird ein Tag vereinbart, die Schneiderin kommt, und die Arbeit kann begin­nen. In Wirklichkeit sieht es aber meistens so aus dah man vor einem wilden Durch­einander von Kleidern. Mänteln und Ideen steht. Run soll die Schneiderin raten. Man vergißt fast immer, daß eine kleine Haus­schneiderin wohl nähen kann, aber täglich mit ver­schiedenen Frauen zusammen ist. die alle tausend Ideen haben, teils gute, teils schlechte, aber doch in den meisten Fällen unreif. Das erschwert ihr das eigene sichere Urteil, und sie kommt dann oft zu der Allerweltsansicht: das oder jenes ist in diesem Winter modern, und das habe ich für Frau Dr. T. auch gemacht, da wird es auch für Frau Z. gut sein. Indessen ist au bedenken, daß Form und Farbe, richtig und salsch gewählt, einen Menschen wundervoll herauskristallisieren ... oder vollkommen verderben können.

Was ist zu machen? Die Frau muß sich zu ihren eigenen Kleidern und Wünschen persönlich e i n st e 11 e n. Wenn der Gedanke an die Schnei­derin da ist. muß sie sich die Zeit nehmen, ihre vorhandenen Sachen einmal ganz genau durchzu­sehen. Muh etwas verändert oder modernisiert werden, so überlege man ganz genau. Wit leb­hafte n Farben und verschiedenen Farben an einem Kleid sei man immer vorsichtig. Eine Aus­nahme macht da nur das schon klassische Schwarz- Weiß. Muß für das Aendern Material besorgt werden, versuche man, es möglichst genau zu bekommen, man soll am besten das ganze Kleid mitnehmen, kleine Reste täuschen sehr oft in der Farbe, und es ist sehr ärgerlich, wenn man dann zu Hause sieht, dah man sich gründlich geirrt hat. Run beginnt das Studium der Moden­blätter.

Man vergesse nie, daß ein ausgezeichnetes Mo­dell meistens am Körper ganz airders aussieht als auf dem Papier. Man muß sich sehr genau kennen und muß wissen, wo man zu dünn oder zu dick ist, welche Rocklänge günstig ist, um die Deine vorteilhaft erscheinen zu lassen. Hat man einen Specknacken, trägt man möglichst keinen tie­fen Halsausschnitt (hinten), ist man sehr slach, tun Rüschen und Iabots auf der Drust, plissiert und gefältet. oft Wunder. Hat man kurze Deine, rücke man die Taille recht hoch, um eine harmonische Linie zu erzielen und nicht untersetzt auszusehen. Seitliche Falten machen breit, zu dicke und zu dünne Oberarme kann man bei Abendkleidern mit ganz kleinen winzigen Aermelchen bedecken, falls man jung ist. sonst wähle man lieber ein kleines Iäckchen. Alles was zu eng ist, macht untoeiger- lichdick".

Alle 3u taten tote Stoffe, Rähseiden. Knopfe, Schnittmuster ufto. sind vorher zu besorgen, da­mit, wenn die Schneiderin da ist, toirklich gleich begonnen werden kann. Wenn jede Frau sich die Mühe machen würde, ein bißchen über si ch nachzudenken und an sich zu arbeiten, wäre sehr viel erreicht. Erstens würden wir unseren Männern besser gefallen, sie sprechen häufig nur abfällig von Eleganz, weil sie denken, es ist mit hohen Kosten verbunden. Dabei ist e8 feinen Pfennig teurer, sich geschmackvoll anzu. ziehen.

Daß man feine Schneiderin gut behandelt, sie in einem luftigen, Hellen Zimmer arbeiten läßt, ihr reichlich und gut zu essen gibt und ihr auch einmal eine kleine Erholungspause gönnt, braucht wohl nicht besonders betont zu werden. Für die Schneiderin ist es auch viel leichter, wenn die Frauen selbständiger und sicherer in ihrem Klei­dergeschmack werden und das Herumraten auf» hört. R. G.

Seitdem die Tomate auch bei uns angepflanzt wird und ebenso prächtig wie massenhaft gedeiht, ist sie nicht mehr einzig ein Attribut der feinen fran­zösischen und italienischen Tafel, sondern wir können uns diesesRubins der Küche" auch beim einfachen bürgerlichen Mahle erfreuen, ohne daß uns die ge­ringste Verschlvendung vorzuwerfen wäre. Die Vor­züge der Tomate, als schmackhafte Beigabe zu Sup­pen, Soßen und Salaten, sind längst anerkannt, doch sollte sie viel mehr als selbständiges Gericht auf­treten, wozu sie, wie die Ausführung nachfolgender Rezepte zeigen wird, vollberechtigt ist.

kaputt oder schmutzig zu machen oder von seinem gewohnten Platz zu schieben.

Lieber diese entsetzliche Zeit, die schon für den Erwachsenen schlimm, für das Ktnd eine Hoile war, sind wir glücklich hinausgekommen. Wir leben im Zeitalter des Kindes, einer 3eit, Die wegen ihrer Liebertriebenheiten nach dieser Rich­tung hin viel gescholten wird, aber doch unver­kennbare Vorteile mit sich gebracht hat.

Die Wohnung ist heute für ihren Dewohner. den Menschen da. Er ist die Hauptsache, nach seinen Anforderungen stellt sich alles em und um. M. M. Mandl sagt in ihrem Werk Das Heim von heute":Wir entdeckten die Reize des Südlichts, die Dortelle der Querluftung^die Anordnung der Räume zueinaill)er den Wert der direkten 'Beleuchtung die iede Unsauberkelt erkennen läßt. Wir entdeckten, daß iede Wohnung eigentlich ein Privatsanatorium der Familie sein konnte, ein VorbeuAungsort gegen Krankheiten des Leibes und der Seele.

Dem Kinde kommt diese Entdeckung und ihre Verwertung in der Praxis m besonderem Maße luautc Es kann sich in der einfachen Umgebung freier bewegen. Staub ist nur noch m viel ge­ringerem Umfang in der modernen Wohnung vorhanden und Sonne Licht und Lust haben besseren Zutritt zu den Raumen. Auch die Farben der Möbel und Wände sind freundlicher ge- worden und beeinflussen die Entwicklung des ^Wenden wir uns nun den besonderen hygie­nischen Bedingungen zu. Große Räume sind sehr schon für das Kind, aber unter den jetzigen Ärhältnissen nur feiten zu beschaffen. Wozu sollten wir auch die Luft, unser ßebendelericr. in einen großen Raum einf^rren? 3n einem {leinen ist sie ebensogut aufgehoben. Wir haben ja Oeffnungen in unserer vier Zimmerwanden und wenn wir sie dazu benutzen, reichlich frische Luft von draußen herein und die verbrach te hinauszulassen, fo ist der Heine gutgeluftete Raum besser als der große, ungeluftete.

Ist ein Garten am Haus, gehört das Kind natürlich dorthin. Von früh bis abends kann der Wagen des Säuglings im Frühjahr. Sommer und Herbst zwischen den Beeten stehen, das Kind kann hier all seine Mahlzeiten einnehmen, trocken-

Die räumliche üinwett desKindes.

Von Etty Glaser.

Ich will hier nicht von dem allgemeinen Milieu sprechen, in dem das Kind auswachst, sondern allein von den r ä u m l i ch e n Bedingungen un­ter denen es gedeihen kann Die lebendige Lim- Welt des Kindes ist schließlich nicht zu beseitigen oder leicht umzuwandeln. Die räumliche dagegen in den meisten Fällen, und es ist durchaus falsch, der lebendigen mehr Bedeutung für dteEnttorck- lung unserer Iugend zuzuschreiben, als der toten räumlichen. Der Raum ist es ia. der die Luft umschließt, die das Kind einatmet, und der Atem ist das Lebensnotwendigste.

Gerade weil die sozialen Verhältnisse in un­serer Zeit eine Berücksichtigung geTund- heitlicher Forderungen oft so schwer machen, ist es notwendig, sich über die Hauptbe­dingungen zur Schassung einer gesundheitfor­dernden Umgebung für unsere Kinder klar zu werden, denn Gesundheit ist die Vorbedingung für alle weiteren Entwicklungsmöglichkeiten des Menschen. Lind besonders der Raum, der auf Sch- Hör- und Atmungsorgane einwirkt, ist ungemein wichtig für die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes.

In der zweiten Hälfte des vorigen Iahrhun- d:rts galt die Wohnung oft nur als Schauraum für den 'Besucher. Sie mußte deshalb vollgestopft fein mit echten oder wenigstens nachgemachten Kostbarkeiten", mit Rippes aller Qlrt, TJafen, Figuren. Glas, Porzellan, Zinn, Bronze, Messmg Muscheln, Perlmutt, Perlstickereien, Decken und Käufern, Kissen und Portieren. Lim bie Plüsch^ möbel zu schonen, mußten die besten Zimmer nach Rorden gelegen sein, der Sonne abgewandt. Staub letzte sich auf all den Krimskrams, den die Hausfrau oder die Hausgehilfin täglich nur aufwirbeln, nicht beseitigen konnte. Der Staub­sauger war noch nicht erfunden, es kostete daher schon ein paar Stunden Arbett, denSalon" zu reinigen. Diese Zeit ging der Hausfrau verloren und damit ihren Kindern. Dor allem aber dursten die Kinder sich in solchen Prunkräumen auch nur wie Salonpuppen bewegen, um ja nichts

Schutz gegen Wurmfraß. Um Holzgegen- stände wirksam gegen Wurmfraß zu schützen, bedient man sich einer Beize, die aus je einem Teil Kochsalz, Pfeffer, Senfkörner, Knoblauch besteht und in zwei oder drei Liter Essigsprit abgekocht wird. Mit dieser Beize bestreicht man bann die gegen Wurmfraß zu schützenden Gegenstände zweimal.