Ausgabe 
21.7.1932 Erstes Blatt
 
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Berlin gestorben.

an die

Weltkrieg B e d e u - in immer

10, 10

Talen für Donnerstag, 21. Juli.

1858: der Maler Lovis Cörinth in Tapiau

Anforderungen des modernen Krieges wehrverfasfung eines Volkes führte der Vortragende u. a. aus: Der als Kampf von Volk zu Volk zeigte die

3m Rahmen des an der Landesuniversität ver­anstalteten Bortragszhklus über Wehrwissenschaft sprach gestern abend in der Aula der Llniversität General a.D von Schilksuß uno Aeudoiff der bis zum 31. März d. 3. Kommandeur unseres 3ns.-Regts. 15 war, über die militä­rische Lage Deutschlands. Den außer­ordentlich interessanten und aufschlußreichen Dar­legungen des Vortragenden lauschte ein vollbe­setztes Haus mit starker Spannung.

Der Redner gab zunächst einen allgemeinen Lieberblick über die Grundlagen des Vortragsthe­mas. Er erinnerte an das bekannte Wort, daß der ewige Friede ein Traum und nicht einmal ein schöner ist, daß als allerletztes Mit­tel im unlösbaren Widerstreit der Lebensinter­essen von Ration zu Ration immer nur der Krieg war und bleiben wird. Bei der Schilderung der

Oie miliiärischeLageDeulschlands

Ein Vortrag im Vortragszyklus der Universität über Wehrwiffenschast.

_____ . ge­

boren; 1930: der Mediziner Paul Fürbringer in

Landbutter 120, Kochbutter 100, Matte 25 bis 30, Wirsing 8 bis 10, Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 12 biS 15. Spinat 15, Römischlohl 8, Dohnen (grüne) 15 biS 20, (gelbe) 20, Erbsen 15, Tomaten 25 bis 30, Zwiebeln 15, Kartoffeln (neue) 4,5 (pro Zentner 4 Mk), Pilze 25, Aepfel (ausl.) 55, Dörrobst 30 bis 35, Kirschen 35 bis 45, Heidelbeeren 25 bis 28,

Stachelbeeren 20 bis 25, 3ohannisbeeren 15 bis 18, Pfirsiche 40 bis 60, Himbeeren 25 bis 30,

Honig 40 bis 45, Suppenhühner 70 bis 80,

junge Hähne 80 bis 90 Pfennig pro Pfund:

Tauben 50 bis 60, Eier 8, Käse 5 bis 10, -Blumenkohl 30 bis 60, Salat 5 bis 10, Salatgurken 20 bis 30, Einmachgurken 2 bis 5, Oberkohlrabi 8 bis 10, Rettich 10 bis 12 Pfennig pro Stück; Radieschen 8 bis gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis Pfennig pro Dund.

tung desLeurlaubtenstandes stärkerem Maße. Schon vor dem Kriege konnte aber der allgemeine Wehrzwang in keinem Lande restlos durchgeführt werden. Dagegen trat die große Bedeutung des Materials für den künf­tigen Krieg immer mehr zutage. Die Entwickelung der Kriegstechnik hat dann die Mittel geschaffen, die schon zur Störung oder zur Verhinderung der Mobilmachung dienen: die Kampf- und Bomben- sugzeuge, Panzerwagen, weittragende Geschütze, Gaskampfmittel. Um die Durchführung der Mobil- machuna zu schützen, ist eine sofort verfüg­bare Deckungsarmee notwendig, die sowohl offensiv, als auch defensiv verwendet werden kann und die mit der Handhabung aller Waffen vertraut

* Evangelische Pfarrpersonalie. Durch die Kirchenregierung wurde dem Pfarrer Karl M ü l l e r zu Düdelsheim die evangelische Pfarrstelle zu Großen-Buseck, Dekanat Gießen, übertragen.

* * Mittwoch. Rückfahrkarten von (3 i fi- feen nach Bad Salzhausen. Auf Antrag des Giefeener Verkehrs, uni) Verfchönerungsvereins werden nunmehr auch Sonntagsrückfahrkarten von Gießen nach Bad Salzhausen ausgegeben, die auch Mittwochs benutzt werden können. Der ermäßigte Fahrpreis zur Hin- und Rückfahrt beträgt 2,10 Mk.

* * Sängersonderzüge passieren Gie­

ßen. Seit Dienstagnachmittag fuhren in Richtung Frankfurt Sonderzüge der Sänger durch den Bahn- Hof unserer Stadt. Die Züge von Königsberg und Stettin hatten kurzen Erfrilchungsaufenthalt. Heute nachmittag werden Züge von Berlin, von Stendal und von Herfurth (Hannover) unseren Bahnhof passieren. Die Züge sind sehr stark besetzt; die San- yer befinden fed) trotz anstrengender, langer Fahrten m der besten Stimmung.

* * Das Meteor, das am Dienstag früh gegen 4 Uhr niederging, ist auch in innerer engeren Heimat viel gesehen worden. Don der Befehlsstelle des Giefeener Bahnhofes aus, in Großen-Linden, auf dem Wege zwischen Rainrod und Eichelsdorf, wie auch in Hungen und sicherlich noch in vielen anderen Orten wurde das Meteor beobachtet und in der gleichen Weise geschildert, wie wir es in unserer gestrigen Notiz wiedergegeben hatten,

" Abendandacht für Studenten. Morgen, Freitagabend, findet in der Kapelle auf dem Alten Friedhof die letzte Andacht dieses Sommersemesters statt, die Prof. D. Born- kämm von der Theologischen Fakultät der Universität übernommen hat. Die Andachten, die von der evangelischen Studentenseelsorge ver­anstaltet werden, sind für jedermann zugänglich.

" Sperrung der Bootshaus st raß« während der Ruder-Regatta. Das Po­lizeiamt teilt mit: Anläßlich der am 30. und 31. 3uli stattfindenden 27. Ruder-Regatta der Gießener Rudergesellschaft 1877 ist die Bools- hausstrvße von dem Bootshaus der Gießener Rudergesellschaft bis an den Durchgang nach der Cderstraße (Bahnüberführung) am 30. und 31. 3uli von 14 bis 19 Uhr für den Durchgangs­verkehr polizeilich gesperrt.

und Kriegsstellen hin, lenkte die Aufmerksamkeit auf die gewaltigen Befestigungsanlagen im Osten und Nordosten Frankreichs mit der Front gegen Deutschland, zeigte kurz die Bedeutung der fran­zösischen Flotte und kam zu dem Ergebnis, daß Frankreichs Rüstung das vollkommenste ist, was man sich denken kann, dafe sein Wehrsystem die rasche Operationsbereitschaft und Schlagkraft des Heeres mit der nachhaltigen Wucht eines Volkes in Waffen verbindet. Sodann besprach der Redner den Rüstungsstand der Staaten des französischen Blocks. Er stellte dabei fest, daß Polen, das auf Gedeih und Verderb mit Frankreich verbündet ist, seine Wehrpflicht nach dem Muster Frankreichs or­ganisiert und sich eine gut und kriegsmäßig aus­gebildete Truppe geschaffen hat. Der Wert des polnischen Heeres liegt nach den Darlegungen des Vortragenden in der guten militärischen Ausrüstung und der streng nationalen Einstellung der Polen, in dem guten Menschenmaterial und in den Fortschrit­ten der polnischen Kriegsindustrie. Polen ist eine der stärksten Militärmächte Europas und ein durch- aus ernst zu nehmender Gegner, der sich auch durch die militärische Vorbereitung der Jugend die Stär­kung seines Heeres angelegen sein läfet und alle Maßnahmen für den Kriegsfall trifft. Die Tsche­choslowakei, deren Heeresausbildung noch rege im Gange ist, während sich seine Rüstungsindustrie auf voller Höhe befindet, ist als Nationalitätenstaat von militärisch geringerem Wert, die Schlagkraft seines Heeres weist noch manche Mängel auf. Bel­gien ist in allen Teilen als Vasall Frankreichs, sein Heer und seine Befestigungen als ein Teil der französischen Militärmacht anzusehen. In allen Staaten dieser Gruppe ist nach den Darlegungen des Vortragenden vor allem die Flugzeugwaffe gewaltig ausgebaut: Taufende von Flugzeugen stehen dort zur Verfügung.

Nach einem kurzen Ueberblick über den Rüstungs­stand Dänemarks, Hollands, der Schweiz und Litauens, der das Bild der

mililärifchen Vorherrschaft de» französischen Block» noch deutlicher hervortreten liefe, beschäftigte sich der Vortragende in großen Umrissen mit der Kennt­lichmachung der Rüstungsverhältnisse Englands, Italiens und Rußlands, wobei man aus den Angaben des Redners entnehmen konnte, dafe England ein außerordentlich bedeutsamer, Frank­reich in mancherlei Beziehung sogar überlegener militärischer Faktor ist, Italien in verschiedener Hm- sicht noch hinter Frankreich zurücksteht, Rußland aber mit seinem reichen Menschenmaterial über­ragende Bedeutung besitzt. Gemeinsam ist allen die­sen Staaten die starke Entwicklung der verschiedenen Waffengattungen, insbesondere der Fliegerwaffe, sowie die Unterstützung der Heeresausbildung durch frühzeitige militärische Schulung der Jugend und Pflege des nationalen und militäri­schen Geistes in der Heranwachsenden Generation.

Die Lage Deutschlands inmitten dieser waffenstarrenden und planmäßig auf die militärische Erziehung des ganzen Volkes hinarbeitenden Umwelt legte der Vortragende mit einer Reihe von Lichtbildern in eindrucksvollster Weise dar. Man ersah hieraus den ungeheuren Umfang der Nachteile, die durch das Entwaffnungs- diktat von Versailles unserer Landesverteidigung auferlegt worden sind. Sowohl hinsichtlich des' Mannschaftsbestandes, wie der Ergänzung des Heeres, als auch der Ausrüstung mit Material der verschiedensten Art klafft zwischen Deutschland und den Ländern ringsumher ein so ungeheurer Ab­stand, dafe von unserer Seite leider mit allzuviel Recht von einer völligen militärischen Ohnmacht Deutschlands gesprochen werden muß. Während Deutschland in den verflossenen 13 Jahren alljähr­lich je 10 000 Mann, insgesamt 130 000 Mann in die Reichswehr neu aufnehmen durfte, hat Frank­reich allein in diesen 13 Jahren jährlich 250 000 Mann, insgesamt also 3 250 000 Mann im Heere ausgebildet. Dazu kommt bei den Franzosen die ungeheure Ueberlegenheit an Material, so daß nach dem heutigen Stand der Dinge Frankreich einen Vorsprung von vielen Jahren vor Deutschland hat. Wenn auch die Ausbildung der Mannschaften in verhältnismäßig kurzer Zeit zu ermöglichen ist, so kann doch die Beschaffung des erforderlichen Ma­terials bei dem heutigen Stand der Dinge in Deutschland vollständiges Fehlen von Flugzeu­gen, Kampfwagen, schwerer Artillerie und anderer neuzeitlicher Waffen, sowie bei der durch Versailles vernichteten deutschen Kriegsindustrie nur erst in Jahren möglich sein. Von einschneidendster Be­deutung ist auch die vom Diktat von Versailles an- gestrebte Vernichtung des Wehrwillens im deutschen Volke und die Verhinderung der militärischen Vorbildung der Jugend nach dem Bei­spiel aller anderen Länder. Auch auf das Ab­rüstungstheater in Genf kann Deutschland nicht das geringste geben, vielmehr muß es sich darauf ein- stellen, dafe die anderen das deutsche Volk weiterhin

sein muß. Unter dem Schutze des Deckungsheeres soll sich das Dolksheer bilden und den Kampf zu Ende führen. Die Bewaffnung bei einem künf­tigen Kriege wird im großen und ganzen ähnlich jein wie beim Schluß des Weltkrieges, jedoch hat die Entwicklung inzwischen eine erheblicheVer- mehrung Der Maschinenwaffen und der Motorisierung gebracht. Neben dem durch Flieger unterstützten Erdkrieg gewinnt die Möglichkeit eines selbständigen Luftkrie- g e s erhöhte Bedeutung, obwohl bis dahin noch einige Zeit vergehen wird. Mit starken Angriffen der feindlichen Luststreitkräste wird aber an allen wichtigen Plätzen zu rechnen sein. Zur wirksamen Abwehr feindlicher Fliegerangriffe im eigenen Lande kommen Jagdfliegergeschwader zum Angriff gegen die schweren Bombenflugzeuge, weiter Erd - Abwehrwaffen, Vorbereitung des passiven Luftschutzes durch Melde- und Warnungsstellen über das ganze Land, Aufklärung der Bevölkerung, Einzelschuß mit Gasmasken, Sammelschutz durch Herstellung gassicherer Raume in Betracht. Die vermehrte Ausstattung der Wehr­macht mit allen Mitteln der modernen Kriegführung hat auch die Bedeutung der nationalen W i r t schäft gewaltig gesteigert. Im Ausland ist viel­fach die Einstellung der Frau als Ersatz für den Mann im Kriegsfälle vorgesehen. Von dem Grade der Vorbereitung und der Leistungsfähigkeit der Wirtschaft für den Kriegsfall hängt die Aus- rüftung des Dolksheeres mit dem erfor­derlichen Material ab. Deutschland hat das Fehlen der wirtschaftlichen Mobilmachung im Weltkrieg schwer büßen müssen. Folgende

Anforderungen an die Ivehrverfassung

sind zu stellen: Neben einem gut ausgebildeten und modernen Heer müssen die gesamten Volkskräfte für das Volksheer zur Verfügung stehen. Die Aus­bildung im Heere muß durch die militärische Vor­bereitung der Jugend unterstützt werden. Ausbau der Rüstungsindustrie und Vorbereitung der Um­stellung vom Friedensbetrieb in kurzer Zeit auf Kriegsindustrie. Schaffung einer starken und jofort angriffsbereiten Luftwaffe.

Der Vortragende gab sodann in großen Zügen einen Ueberblick über die

Rüstungen der Länder ring» um Deutschland.

Zunächst wies er auf Fran kreich hin, das zur Aufrechterhaltung feiner Vormachtstellung mit allen Mitteln die Militarisierung feines ganzen Volkes durchgeführt hat. Er gab einen Ueberblick über, die Gliederung des französischen Heeres und desien ge­waltigen Rüstungsstand, erinnerte an die militä­rische Ausbildung der französischen Jugend durch aktive Ojfiziere und Unteroffiziere, machte mit den Vorkehrungen des französischen Heeres zur Mobili­sierung innerhalb ganz weniger Tage bekannt, legte Dar, wie rasch Frankreich hinter seiner Deckungs­armee sein Dolksheer aufmarschieren lassen kann, gab Einblicke in die französischen Vorkehrungen zur wirtschaftlichen und industriellen Mobilisierung, wies auf die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft

in der stärksten militärischen Unterlegenheit halten wollen. Zusammenfassend ist zu sagen, daß unter diesen ungleichen Verhältnissen Deutschland bisher in der Wellpolitik natürlich nur Objekt war. Trotz­dem wäre es verfehll, den Mut sinken zu lassen und hoffnungslos zu werden.

Die Schlußfolgerungen für Deutschland müssen vielmehr dahingehen, mit Anspannung aller Kräfte der Forderung nach Gleichberechti- gung in der 91 ü ft u n g Geltung zu verschaffen. Wir müssen uns das S e l b ft b e ft i m m u n g s recht über unsere Wehrverfassung wieder erringen und dafür sorgen, daß wir ein freier Staat werden. Mit heißem Herzen der Vater­landsliebe, aber mit dem kühlen Kopfe der ver­standesmäßigen Ueberlegung müssen wir für den Wiederaufbau einer unabhängigen deutschen Wehrverfassung arbeiten. Am dringlichsten ist dabei die Erweckung und Stärkung des Wehrwillens in unse­rem Volke, sowie die Bekämpfung des Pazifis­mus, der sich als schädlich für unser Volk und

Vaterland erwiesen hat. Der wehrhafte Mann wird, trotz der großen Bedeutung des Materials in einem künftigen Kriege, immer noch das Kern­stück der Landesverteidigung (ein. Daher ist die Wehrhaftmachung jedes einzel­nen Deutschen unbedingt erforderlich. In die­sem Sinne ist mit aller Straft Arbeit an dem Wiederaufbau der deutschen Zukunft zu leisten. (Langanhaltender stürmischer Beifall.)

Se. Magnifizenz der Rektor Prof. Dr. Van - [e I o ro sprach dem Vortragenden in herzlichen Worten den Dank der Universität und der Stu­dentenschaft für den außerordentlich instruktiven Vortrag aus. Ferner dankte er da mit diesem Vortrag der Zyklus zu Ende gegangen war noch einmal allen Vortragenden. An die Kommilitonen richtete er die Mahnung, die Lehren aus diesen Vor­trägen zu bewahren und allezeit eifrig mitzuarbeiten zur Herbeiführung einer besseren Zeit für Volk und Vaterland.

S.jt-ifpOft

Oer 13. Rhön-Segelflug-Wettbewerb hat begonnen.

Die startfertigen Segelflugapparate auf der Wasserkuppe. Die Elite der deutschen Segelflieger stt fast voll­zählig versammelt. Die Wettbewerbe litten bisher sehr unter der ungünstigen Witterung. Oben links. Die Stempelzeichen der ersten mit dem Segelflugzeug beförderten Post.

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10.(Stoppe: Cannes Aizza.

Die 10. Etappe der französischen Radrun-dsah-rt lief zwar nur über 133 Kilometer, hatte aber Da­für eine Menge Steigungen aufzuweisen. Die den Fahrern viel zu schaffen rnachten. Es gab diesmal auch eine Menge von Ausfällen. Der Stettiner Ol- böter trat nicht mehr zum Start an, Altenbur­ger, die Franzosen Buy und Bouillet, der Schwei­zer Erne und der Italiener Gestri erreichten das Ziel erst nach Kontrollschluß und sind so von der weiteren Teilnahme ausgeschlossen. Die Fahrt war jehr schnell, die Zeit des Siegers war um 11 Minu­ten besser als im Lorjahre. Sieger dieser Etappe wurde der Italiener C a m u s s o , der einen ge­lungenen Ausreisoersuch unternahm und mit einer Minute Vorsprung durchs Ziel ging. Da ihm als Etappen-Sieger noch vier Minuten vergütet wer­den, steht er jetzt im Gesamtklasiement an dritter Stelle hinter Stapel und vor Pesentt. Stöpel, Der Diesmal Vierter wurde, Ist dem führenden Le- dueq insofern näher gerückt, als dieser als Sech­zehnter einkam und drei Minuten an Zeit verlor. Im Länderklassement wurde Frankreich von Italien in der Führung abgelöst.

Kurze Sporinotizen.

Der neue deutsche Stehermeister Erich Möller geht am Sonntag auf der Pariser Buffalobahn erneut an den Start, wo er auf Lacquehay, Marechal, Blanc Garin, ßinart und G. Debaets trifft. 3n den Flieger­rennen hat der neue französische Meister Gerar-

din feinen Borgänger Michard, Faucheur, Sche­rens, Falck-Hansen und Honeman zum Gegner.

Arthur Reglin, der bei den in Danzig aus- getragenen deutschen Strom- und Meeresmeister- schäften Sieger blieb.

Die deutschen Sänger in Frankfurt a. X

WSN. Frankfurt a. M., 20. Juli. Inmitten politischer Hochspannung hat sich Frankfurt für ein Fest vorbereitet, das in wohltuendem Gegensatz zu den leidenschaftlichen Demonstrationen der letzten Tage Volksgenossen aller deutschen Stämme zu einer gewaltigen friedlichen Demon­stration vereinigen wird, zu einer Demonstra­tion für eines Der höchsten deutschen Kulturgüter, für das deutsche Lied. Seit Tagen_ steht Frankfurt im Zeichen des 11. Deutschen Sänger­bundesfestes, das am Donnerstag mit Der

feierlichen (Einholung des Bundesbanners seinen Anfang nehmen wird. Die Straßen Frank­furts prangen in reichem Festschmuck. Der Bahn­hofsplatz bildet ein einziges Flaggenmeer. Die Hauptstraßen sind alle paar Meter mit Fahnen- girlanben überspannt, und auch Die öffentlichen Plätze sind reich mit Fahnen geschmückt. Es gibt wohl kaum ein Haus, das nicht Tannen- und Blumenschmuck aufweist. Unzählige Hände waren tätig, um Dem Schmuck Den letzten Schliff zu geben. Das Gros Der Sänger wird im Laufe des Don­nerstag in Frankfurt eintreffen.

38 Extrazüge aus allen Teilen des Reiches werden im Laufe des Donnerstags und Freitags

die Sänger nach Frankfurt bringen.

Einmal bei Der Kundgebung im Stadion werden 30 000 Sanger im Ehor auf tre- t e n ; bei den drei Hauptaufführungen in der Festhalle sind es jeweilsnur 8000 bi« 10 000. Man hat in Frankfurt, wo sonst durch die zahl­reichen Sorrderkonzerte Der musikalisch-künstlerische Charakter Des Festes in Den Vordergrund geruckt werden soll, keineswegs auf diese Massendarbie­tungen verzichtet. Mit gutem Grunde.

hier gilt es, den Gemeinfchaftsgedanken zum Ausdruck zu bringen.

Wer es selbst erlebt hat, eine Schar von Tausen­den gleichgestimmter und gleichgesinnter Männer am gleichen Werke vereint vor sich zu sehen, wird sich des überwältigenden Eindrucks auf die Zu­schauer und Zuhörer erinnern. Bon noch tieferer Bedeutung und nachhaltigerer Wirkung ist die Teilnahme des einzelnen Sängers an solchen Massenkonzerten. Erlebt er es doch hier gewisser­maßen fühlbar, Glied einer gewaltigen Gemein­schaft zu fein, die gleiches Wollen und Streben in Der Unterordnung unter einen Willen zusam­mengeführt hat. 11 nb jeder soziale Unterschied unter den Sängern ist hier aufgehoben. So tritt Der Gedanke:

Lledgemeinfchaft ist Volksgemeinschaft sinnfällig in die Erscheinung. Darin liegt der tiefste Sinn Der M a s se n k o nze r te begründet. Hat man bei früheren Festen Dem Massenchor stet- leicht zu DetoältigenDe Aufgaben mehr Volks tüm- cher Art gestellt, so finD in Die Bvrtragspläne Der Hauptkonzerte in Frankfurt, Dem Charakter De« ganzen Festes entsprechenD, musikalisch wertvolle Werke zeitgenössischer Komponisten, Die zum Teil durch besondere Ausschreiben gewonnen wurden, eingefügt worden.__________________

Was bekommt stets gut dem Magen Und was schont das Portemonnaie?

Hört man oft die Leute fragen,- Antwort heißt: Kaffee Idee!

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4. 4. Darboven, Hamburg 15