Ausgabe 
21.6.1932 Frühausgabe
 
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OJl.-'fpOTt

Westdeutsche Leichtathletik-Meisterschaften.

Ergebnisse des Samstags.

200 Meter: 1. Hendrix-Aachen 22,5; 2. Buthe- Pieper-Duisburg 22,8; 3. Küsters-Krefeld 23,0.

1500 Meter: 1. Schaumburg-Oberhauseü 4:05,7; 2. Neu-Duisburg 4:10,4; 3. Mastankki-Mül- heim 4:12,3.

10000 Meter: 1. Kelm-Hamm 32:41; 2. Clus-Essen 32:54, 3. Mölleken-Dinslaken 33:10.

4X10 0 Meter: 1. Kölner BC. 3:27,2; 2. Duisburg 99 3:27,4; 3. Hammer Spvg. 3:31.

Dreisprung: 1. Ooerfeld-Remscheid 13,05 Meter; 2. de Lamboy-Pol. Hamm 12,80 Meter, 3 Lehmann-Bückeburg 12,78 Meter.

Hochsprung: 1. Stechemesser-Münster 1,77 Meter; 2. Kassel-Altdorf 1,77 Meter; 3. Busch- Bitt. Köln 1,77 Meter (durch Stechen entschieden).

S t e i n st o ß e n : 1. Debus-ASB. Köln 10,59 Meter (westdeutscher Rekord). 2. Lange-Bielefeld 9,22 Meter; 3. Soll-Essen 8,78 Meter.

Hammerwerfen: 1. Grimm - Paderborn 44,89 Meter; 2. Gary- Marburg 35,55 Meter; 3. Heiberg-Essen 33,30 Meter.

... und des Sonntags.

10 0 Meter: 1. Jonath-Tus.-Bochum 10,5 Sek.;

2. Heidhoff-Büdcrich 10,7 Sek.; 3. Hendrix-Aachen 10,8 Sek.

400 Meter: 1. Nöller-Köln 50,2 Sek.; 2.Höke- ASB. Köln 50,4 Sek.; 3. Bergmann-Duisbura 99 50,8 Sek.

8 00 Meter: 1. Danz-Kaffel 1:57,2 Min.; 2. Lefebre-Düsseldorf 1:57,8 Min.; 3. Gausepohl- Münster Brustbreite zurück.

5 0 0 0 M e t e r : 1. Schaumburg-Oberhausen 15,17 Min.; 2. Kilp-Düsseldorf 99 15:43,4 Min.; 3. Berg- Kölner BC. 15:44,2 Min.

4 0 0 Meter Hürden: 1. Nottbrock-ASB. Köln 56,4 Sek.; 2. Kürten-Düsseldorf 99 56,8 Sek.; 3. Klar-Essen 57 Sek.

110 Meter Hürden: 1. Wienecke-Duisburg 99 15,4 Sek.; 2. Pollmann-Neuß 15,5 Sek.; 3. Olk- Duisburg 99 16 Sek.

4X10 0 Meter: 1. Preußen Krefeld 43,3 Sek.;

2. Duisburg 99 43,5 Sek.; 3. TuS. Bochum 44 Sek.

4X1 5 0 0 Meter: 1. Hammer SpBg. 17:15,4 Min.;

2. Düsseldorf 99 17,19 Min.; 3. Köln-Marienburg Brustbreite zurück.

Weitsprung: 1. Mölle-Köln 7,15 Meter;

2. Korte-Münster 6,92 Meter; 3. Lehmann-Bücke­burg 6,79' Meter.

Stabhochspr ung: 1. Born-TuS. Bochum 3,71 Meter; 2. Dwiza-TuS. Bochum 3,61 Meter; 3. Balke-Dortmund 95 3,50 Meter.

Speerwerfen: 1. Bögelin-Münster 56,94 Meter; 2. Wolff-Köln 54,68 Meter; 3. Boers- Aachen 54,38 Meter.

Diskuswerfen: 1. Hoffmeister - Münster 44,04 Meter; 2. Kilo- Wetzlar 43,96 Meter; 3. Debus-Köln 41,85 Meter.

Kugelstoßen: 1. Debus-Köln 13,98 Meter; 2. Werring-Gronau 13,81 Meter; 3. Kilo- Wetz­lar 13,11 Meter.

Zehnkampf: 1. Stechenmesser - Münster

6840,87 Punkte; 2. Werring-Gronau 5544,24 Punkte; 3. Lindemann-Recklinghausen 5459,61 Punkte.

Schleuderball: 1. Heiberg-Essen 58,50 Me­ter; 2. Stickelbach-Duisburg 99 54,00 Meter; 3. Laux-Pol. Düsseldorf 51,73 Meter.

Kurze Gportnotizen.

Eintracht Frankfurt unternahm am Wochenende eine Reise nach Westdeutschland und war zweimal erfolgreich. 2lm Freitag schlugen die Frankfurter vor 6000 Zuschauern Schwarz­weih Essen 7:2 (2:2) und am Samstag gewannen sie gegen die Spvg. Hamm 3:0 (2:0).

Fußball vom Samstag. Der 1. FC. Nürnberg errang in Berlin gegen Tennisborus­sia einen glatten Sieg von 5:0. In Mainz kam der westdeutsche Meister Schalke 04 zu einem Siege von 4:2.

Frl. Fleischer-Frankfurt erzielte beim ersten Tage der süddeutschen Leichtathiletikmeister- schaften in München im Kugelstoßen mit 12,57 Meter eine neue süddeutsche Bestleistung.

Christian Werner, der bekannte ehe­malige Rennfahrer und Konstrukteur der Mer­cedes-Benz-Werke, ist am Freitag nach längerer Krankheit im QTIter von nur 40 Zähren gestorben.

DieBahrischeMeisterschaftim Mann­schaftsringen fiel wieder an SC. Äürnberg-Max- vorstadt.

Frau Schröder-Mundenheim ver­besserte in Heidelberg den DT.-Rekvrd im Ku­gelstoßen der Frauen auf 13,18 Meter.

»fS.-4900 5:1 (1:1).

Etwa 1000 Zuschauer hatten sich zum Lokaltref­fen auf dem Waldsportplatz eingefunden. Sie wur­den Zeuge eines spannenden Kampfes. Das Resul­tat überraschte allgemein und zwar besonders durch den Torunterschied, den man so hoch nicht erwar­tete. Die VfB.er haben aber verdient gewonnen und ihr Verdienst ist nicht zu schmälern. Sie zeigten insbesondere während der zweiten Halbzeit die bes­sere Leistung und waren vor allem produktiver im Sturm, während sich die 1900er vor dem Tore wie­der zu Tode kombinierten. Dazu kam noch, daß Balser im Tor der BfB.er weitaus sicherer war, als jemals Schlarb im Tor des Gegners.

Die Mannschaften traten in anderer Aufstellung an, als sie für die Borschau von den Vereinen ge­meldet wurden. 1900 stellte Schlarb; Zeiler, Jäckel; Henrich, Langsdorf, Glitsch; Wilhelmi, Arnold, Heilmann, Goebel. Schmidt, während die VfBer mit Balser; Bingel, Leutheuser; Feuster, Kreß I, Knaus und im Sturm mit Schmidt, Lehrmund, Seipel, Wilhelm und Fehling antraten.

1900 halte also seinen stärksten Sturm zur Verfügung,

der allerdings nicht im entferntesten das zeigte, was man eigentlich erwartet hatte. Die Läuferreihe der 1900.er war der beste Mannschaftsteil, die Ver­teidigung war diesmal nicht sicher genug, um der Angriffe der Gegner Herr zu werden. Schlarb hielt eigentlich nur die hohen Bälle zuverlässig. Bei den VfBern war der Sturm überraschend gut, ebenso die Verteidigung. In der Läuferreihe gefiel beson­ders Feuster. der während des ganzen Spiels sehr geschickt operierte. Balser war untadelig und Bingel als linker Verteidiger unbedingt der beste Mann im Spielfeld, seine Abwehren waren gleich­zeitig gute Vorlagen für den Sturm. Die VfB.- er arbeiteten insgesamt etwas härter als die Blau- weißen.

Das Spiel:

Die Gäste spielten zunächst mit der Sonne. Die BfB.er hatten den Anstoß. 1900 leitete mit einer

energischen Druckperiode ein, spielten aber zu ner­vös, um schon etwas erreichen zu können. Die VfB.- er waren auch noch nicht ganz sicher, retteten aber einigemale mit viel Glück. Die Situation fand aber bald ihren Ausgleich. Die Gastgeber kamen auf. In der 12. Minute wehrte Schlarb einen gutge­meinten Schuß ab, der folgende Nachschuß ging daneben. Vorübergehend, leider nur für einige Minuten ergaben sich spannende Momente in ra­schem Wechsel vor beiden Toren, das Spiel flaute aber bald wieder zur Mittelmäßigkeit ab. Gleich- oerteiltes Spiel. Nur einmal ging Wilhelm schnei- big durch, schoß während dem Lauf aber knapp daneben. Gleich darauf, im Anschluß an einen Strafstoß, verpassen die 1900er eine glänzende Ge­legenheit. In der 27. Minute jagte Heilmann den Ball um Fingerbreite über die Latte. Bis zu diesem Zeitpunkt war Balser immer etwas mehr beschäftigt als sein Gegenüber.

In der 42. Minute trugen die 1900er einen An­griff vor des Gegners Tor, den Goebel mit entschlossenem Schuß in die linke untere Ecke beschloß.

Der Erfolg wurde von der Anhängerschaft mit lau­tem Jubel quittiert. 1900 führte mit 1:0. Die Freude dauerte aber nicht lange. Die VfB.er, er­regt über den plötzlichen Erfolg des Gegners, tru­gen vorübergehend eine harte Note in das Spiel, fanden sich aber, nachdem Wilhelm durch einen Fehler der blauweißen Verteidigung den Ball zum Ausgleich scharf unter die Latte setzte. Mit 1:1 ging man in die Pause. Das bedeutete hier, daß beide Mannschaften mit gleichen Chancen die zweite Halb­zeit vor sich hatten. Tatsächlich konnte man bis zu diesem Zeitpunkt von der Ueberlegenheit der einen oder anderen Mannschaft nicht sprechen.

Unter allgemeiner Spannung fand das Spiel seine Fortsetzung. Beide Mannschaften zeigten nun ein schönes Kombinationsspiel, die VfB.er waren dabei aber immer etwas sicherer und flinker. Be­reits in der vierten Minute fiel für VfB. das

zweite Tor. Schlarb lag von einer Abwehr her noch am Boden, als Wilhelm mit einem Nachschuß das Leder in die linke untere Ecke knallte. Bereits zwei Minuten später schoß Schmidt im Laufen ein drit­tes Tor, das Schlarb aber hätte halten müssen. Die 1900er wurden schon jetzt etwas unsicher. Sie kombinierten zu viel und vermochten sich vor dem Tor nicht durchzusetzen. Besonders scheiterte der Sturm an der eifrigen Verteidigung Bingel-Leut- heuser. Fehling trat gegen Mitte der zweiten Halb­zeit ein schönes Tor, das aber nicht gewertet wer­den konnte, da er abseits stand. Lehrmund holte das nach und verwandelte in der 32. Minute zum 4:1. Die 1900er, die inzwischen Heilmann verloren hat­ten und ihn durch Luft ersetzen mußten, gaben in der Folge nahezu jeden ernsthaften Widerstand auf und

wilhelmi beschloß mit einem 5. Tor wenige Minuten vor Schluß des Kampfes den Tor­reigen.

Das Spiel wurde, von einigen kleinen Rempeleien abgesehen, sehr fair geführt. Der Schiedsrichter W i n g e n f e l d - Fulda amtierte sehr korrekt. Das Publikum nahm lebhaften Anteil. Die 1900er tru­gen die Niederlage mit Würde. Die unstreitig bes­sere Mannschaft errang den Sieg. Inzwischen be­gann nun die Spielpause, und für die nächsten Wo­chen herrscht auf den Spielfeldern Ruhe. Das Lokal­treffen bewies, daß die Mannschaften einiger Wo­chen der Ruhe dringend bedürfen.

Ostland-Kundgebung

der Marburger Gtuoentenschast.

][ Marburg, 19. Juni. 3m großen Saale des Kapitols veranstaltete heute mittag die All­gemeine MarburgerStudentenschaft eine O st l a n d k u n d g e b u n g , zu der u. a. die Ortsgruppen Gießen, Hanau, Frankfurt des Deutschen Ostbundes Vertreter und die Kasseler eine FaHnenabordnung entsandt hatten. Aach Begrüßung durch den Vorsitzenden der Mar­burger Studentenschaft, stud. Schneider, sprach zunächst der Direktor des hiesigen Instituts für Grenz- und Auslanddeutschtum, Prof. M a nu­tz a r d t, in Vertretung des Universitätsrektors. Er führte u. a. aus, daß vor dem Kriege zwi­schen dem deutschen Osten und dem übrigen Deutschland nicht das Verhältnis bestanden habe, wie es notwendig gewesen wäre. Infolge der westlichen Industrialisierungspolitik und der Ueberseepolitik sei der deutsche Osten auch see­lisch vernachlässigt worden. Heute zwinge uns die deutsche Not dazu, den Blick wieder nach Osten zu richten, denn die Zukunft des Ostens sei im wesentlich auch die deutsche Zukunft. 3m Mittelpunkt der Kundgebung stand eine Rede des Präsidenten des Deutschen Ostbundes, Ge­heimrat Schmidt-Berlin, über die Bedeu­tung der O st frage für Deutschlands Zukunft. Der Redner hob u. a. hervor, daß der gegenwärtige Zustand im Osten nicht blei­ben könne, weil dadurch ewiger Winfriede herauf­beschworen würde. Angesichts dieses Zustandes gelte es, sich tief einzugraben in die Geschichte, Gegenwart und Zukunft des deutschen Ostens. Besonders müsse sich Deutschland dort Besiede­lung zum Ziel setzen, niemals aber dürfe es sich durch ein O st l o c a r n o die Hände binden. Der Deutsche Ostbund wolle still und zäh die Kräfte sammeln und zusammenstehen im ganzen. An den Reichspräsidenten v. Hindenburg, den Be­schützer der Ostmark, wurde ein Degrühungstele- gramm abgesandt, in dem er gebeten wird, alles zu tun, um endlich eine grundlegende Aenderung der Verhältnisse herbeizuführen.

Schöffengericht Gießen.

* Gießen, 17.3uni. Ein Händler, der mit seiner Frau in Ehescheidung lebt, veranlaßte ein auf einem Bureau beschäftigtes junges Mädchen, ein von ihm verfaßtes Schreiben so auf der Schreibmaschine abzuschreiben,- daß es den An­schein habe, als ob das Schreiben von einem Rechtsanwalt tzerrühre. Auf sein Zureden unter­schrieb das Mädchen das Schreiben mit dem Na­men eines Rechtsanwalts. 3n diesem wurde einer anderen Frau mitgeteilt, daß gegen sie wegen verschiedener strafbarer Handlungen Anzeige er­stattet worden sei. Das Mädchen, das noch nicht 18 3ahre alt war, wurde von der Anklage der Urkundenfälschung freigesprochen, weil sie nach Ansicht des Gerichts noch nicht fähig war, das Ungesetzliche der Tat einzusehen. Gegen den Händler wurde an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von 1 Woche auf eine Geld­strafe von 35 Mark erkannt.

Wegen Fälschung einer Arbeitsbe­scheinigung hatte sich ein Arbeiter zu verant­worten. Obwohl er Anspruch auf Arbeitslosen­unterstützung an und für sich hatte, füllte er doch selbst die Arbeitsbescheinigung aus und unter­

zeichnete sie ohne Wissen und Willen seines Ar­beitgebers mit dessen Namen. Die so gefälschte Arbeitsbescheinigung legte er zwecks Erlangung von Unterstützung dem Arbeitsamt vor, wo aber die Fälschung gleich gemerkt wurde. Wegen schwerer Urkundenfälschung wurde er zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt.

Ein auswärts wohnender Bücherrevisor, der früher die Tätigkeit eines Steuerberaters ausübte, wurde wegen Beleidigung einer Ge­richtsperson zu zwei Wochen Gefängnis ver­urteilt. Außerdem war er wegen Betrugs an­geklagt. Don einem Fahrradhändler, den er früher wiederholt in Steuersachen beraten hatte, hatte er sich im vergangenen 3ahr unter der Vorspiege­lung der falschen Tatsache seiner Zahlungsfähig­keit und Zahlungswilligkeit ein neues Fahrrad erschwindelt, auf das er bis jetzt noch nichts be­zahlt hat. Wegen Betrugs im Rückfall wurde gegen ihn auf eine Gefängnis st rafe von 6 Monaten erkannt.

Zn LtntersuchungShaff genommen.

WSN. Frankfurt a. M., 20. 3uni. 3m Zu­sammenhang mit der'von der hiesigen Zollfahn­dungsstelle vorgenommenen Verhaftung des Kauf­manns 3acob Dauer, der. im Verdacht der Devisenschiebung und der Schwarz­brennerei steht, erfolgte nunmehr auch die Festnahme des Kaufmanns Siegmund Born­stein, der an den Devisenvergehen beteiligt sein soll und seit einiger Zeit gesucht wurde.

Daien für Dienstag 21. Juni.

1919: Versenkung der in der Bucht von Scapa Flow internierten deutschen Kriegsschiffe durch ihre Besatzungen.

Daten für Mittwoch, 22. Juni.

1767: der Staatsmann Wilhelm von Humboldt in Potsdam geboren ; 1861: Admiral Spee in Kopen­hagen geboren; 1928: der Verlagsbuchhändler Hermann Stilke in Berlin gestorben.

Wirtschaft.

* Bevorstehender Befihwechsel bei Gelsenkirchen. Verhandlungen über den Er­werb eines größeren Paketes von Aktien der Gel­senkirchener Dergwerks-AG. werden nach 3nfor- mationen des WTB.-Handelsdienst von der Flick- Gruppe mit der dem Reich nayestehenden Dresd­ner Dank schon seit einiger Zeit geführt. Diese Verhandlungen sind durch ein stärkeres Vorstoßen der bekannten holländisch-französischen Gruppe hervorgerufen worden. Ihr Zweck ist, zu verhin­dern, daß ein maßgebliches Aktienpaket von Gel­senkirchen ins Ausland geht. Dekanntlich kontrol­liert Gelsenkirchen entscheidend nicht nur die Phö- nix-AG. für Bergbau und Hüttenbetrieb, Düssel­dorf, sondern auch die Vereinigte Stahlwerke-AG., Düsseldorf. Zu definitiven Beschlüssen sind die Verhandlungen noch nicht gelangt.

Frankfurter Abendbörsenbericht geschästslos.

Frankfurt a.M., 20.Juni. Die vollkom­mene Stagnation, die schon den heutigen Mittagsbörsenverkehr charakterisierte, übertrug sich auch auf die Abendbörse. Von Publikumsseite lagen keine Aufträge vor und die Spekulation blieb wei­ter äußerst reserviert. Weder die aus Neuyork ge­meldeten festeren Kurse, noch die schwächere Ver­fassung Amsterdams waren von Einfluß auf dis Kursgestaltung des hiesigen Platzes. Gegenüber den Berliner Schlußkursen traten nur geringfügige Ver­änderungen ein. Die wenigen Kurse, die zur Notie­rung gelangten, lagen ziemlich gehalten. Etwas schwächer tendierte Stahloerein und IG.-Farben, die je ein viertel Prozent nachgaben, dagegen konn­ten Reichsbankanteile ihre bereits am Vormittag bemerkenswerte Aufwärtsbewegung des Kurses fort­setzen und weiter um i v. H. gewinnen. Für Schuckert zeigte sich größeres Interesse. Nachdem zunächst der Mittagsschlußkurs genannt wurde, kam das Papier später mit 57) v. H. (plus 1 o.H.) zur offiziellen Notiz.

Auch am R e n t e n m a r f t herrschte G e - s ch ä f t s st i l l e. Die Kursveränderungen hielten sich im Rahmen von 1 v. H. nach beiden Seiten. 5 v. H. Mexikaner innere abgeft. wurden gegenüber dem Frankfurter Mittagskurs um I v. H. höher bewertet. Neubesitz 3,7, Altbesitz 38,13, Reichsbank 126, Schutzgebiete 2,4750, Gelsenkirchen 42,50, Aschersleben 82,50, Westeregeln 91,50, Phönix 17,25, Stahloerein 15,65, Aku 33.50, AEG. 20,75, Bem- berg 32, Scheideanstalt 134,50, Licht und Kraft 67,39, IG.-Farben 91,25, Gesfürel 52,50, Holzmann 31,50, Rütgerswerke 32,75, Schuckert 57,75 Sie­mens 117, Hapag 10,75, Lloyd 12, Lokal und Kraft­werke 58.

Verantwortlich

für das Feuilleton: i. V. Dr. Fr. W. Lange.

Kurszettel der Berliner und Krankfurier Börse.

Dl- hinter d-n P°p>-ren angeführten giffern geben die Höhe 6er zuletzt betroffenen Dlmdende an. - Relch-daukdi-tE s o.H, Lombordzinsfuß 6 t>. S).

jrannur. a. jji.

2)tn..

Schluß- kurs

Schluß!. Abend­börse

Schluß. Iur4

Schlußk. Mittag« börsc

SOatum

18.6

20 6.

18.6

20.6.

6% Deullche iHeichMnicthe v. 192.

51,5

_

7% Deutsche Reichsanleihe v. 1929 b!4% Doung-Anleihe von 1930 . Deutsche AnI.-AbIö!.«Schuld mit

59

59.5

59,5

59

60

59,5

60

Auslos.«Rechten .......

37,75

38,13

37,9

37,9

Desgi. ohne Auslos.-Rechte . . 8% Hess. Bolksstaa, von 1929

3,45

3,7

3,55

3,65

(rückzahlb. 102%)......

Oberhessen Provinz-Anleihe mit

46,5

Ausloj.-Rechten......

Deutsche Komm. Sammelabl.

36,5

36,5

Anleihe Serie 1.......

8% Franks. Hyv.-Bank Goldpse

33,75

34

34

15 unkündbar bis 1935 ....

7% Franks. Hhp.'Bank Goldpse

66,75

66,25

unkündbar bis 1936 Serie 16 .

4«/,% Franks. Hhp^Bank Liqu.-

66,75

66,25

Psandbriese.........

V/$% Rheinische Hhp.-Bank-Liqu.

77,13

77,75

Goldpse...........

8% Pr. LandeSpfandbriesanstalt,

75

75,25

Psandbriese R. 19......

7% Pr. Landespjandbriesansialt,

67,5

63,25

Pfandbriefe R. 10

4% Oesterretchilche Gvldrente . .

9

_

8,75

4,20% Ocstcrreichische Cilberrente

4% Ungarische Goldrentc ....

4,75

4.85

4,75

4% Ungarische StaatSrente v. 1910

5,75

5,75

5,7

4Vi% desgi. von 1913.....

4,55

5% abgeft. Goldmexikaner von 99

5,13

5

5

4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlcihc

2,25

2,3

2,4

2,25

Serie ............

4% desgi. Serie II . . . -

2,3

2,4

2,5

2,4

2,3

2,3

2,45

2,3

5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903

4,3

4k%Rumön.vereinh.Rentcv.l913

7

7,4

7

4% Rumänische vereinh. Rente .

3,13

3,1

3,13

3,1

8 »4% 1 L-04M-» ...

16

15,5

15,9

15,5

Fronklun 0. M.

Berlin

Schluß« fürs

Gchiußt. Abend- bßrfr

Schluß­kurs

Schlußk. Millag­börse

Datum

18.6

20 6.

18.6.

20 6.

Hamburg-Amerika Pake, . . . t Homburg-Cüdam. Dampfschiff. o Hansa Dampfschiff .....o

Norddeutscher Lloyd.....6

A.G. für Verkehrswesen Akt. . . Berliner Handelsgesellschaft . 8 Commerz» und Privat-Bank. 7 Darmstädter und Nationaibank 8 Deutsche Bank und

Disconto-Gesellschaft... g Dresdner Bant...... &

ReichSbank........12

A.E.G............7

Bergmann ......... z teltftt. LIeserungSgesellschaft. 10 Licht und Kraft......10

Felten & GuUlcaume.... 6% Gesellschaft für Elektrische

Unternehmungen .... 9

Rheinische Elektrizität .... 9 Schuckert & Co.......n

Siemens & Halske ..... 14 Lahmeyer L Co.. ..... 12

Buderus..........4

Deutsche Erdöl ....... 5 Gelsenkirchener........

Harvener...........

Hoesch Eisen.........e

alle Bergbau.........

Klöcknerwerke ........ 6 Köin-Neuessen.......ey,

ManneSmann-Röbrea .... 6 Mansselder Bergbau.....0

Oberschiei. Kokswerke .... 8 Phönix Bergbau......4yt

Rheinische Braunkohlen... 10 Rhetnstahl.........e

11

12,25 26,5 86,5

16

18,5

30,25 18,5

124

20 17,75

58,75

36

52,25

56

117

77

25,5

64

43

47

24

40

13,5

17,5

158

42,5

10,75

12

26

86,5

16

18,5

30

18,5

126

20,75

67,4

36

52,5

64,5

57,75

117

76,25

25,5

64,5

42,5

47,25

22,75

40,4

13

17,25

160

43,75

11

19,75

12,25

26,75

86,5

16

18,5

30,25

18,5

124

20,13

18,4

61,5

68,25

37,25

52,65

56,5

117,25

76,5

26,25

63,9

43,4

47,5

26,75

88

23,75

40,25

12,75

33

18

157

43,13

10,9

19

12

27,25 87

16 18,5

30 18,5 125,75

20,65 18,75 57,25 67,13 35,65

52,65 64,25 57,65

117,75

76

26 64,13 42,65 47,5 25,5 120,75

23,25

40 13,75

33

17

158,5 42,75

ärannun u. jjl

Berlin

Schluß- kurs

Schlußk. Abend« börse

Schluß« kurs

Schlußk. Mittaq- börse

Datum

18.6.

20.6.

18.6

20.6.

Riebeck Montan......7,2

__

_

_

Bereinigte Stahlwerke .... 4

16

15,65

16,4

15,9

Otavi Minen......16/,

Kaliwerke Aschersleben ... 10

10,75

12,13

ii

11,13

84

82,5

82

83

Kaliwerke Westeregeln ... 10

91,5

91,5

91

91.5

Kaliwerke Salzdetfurth ... 15

146,5

147

146

I. G. Farben-Jndustrie ... 12

91,5

91,25

91,5

91,5

Verein, chem. Industrie Frank«

surl a. M...........

Scheideanstalt.......10

134

134,5

Goldschmidt...... . . O

16

16,5

16,75

16.9

Rutgcrüwerke........5

32,75

32,75

33,25

32 9

Mctällgesellschaft.......6

25

25

25

25

Philipp Holzmann......8

32,6

Zementwerk Heidelberg.... 7

38,5

38,25

Cemcntwerk Karlstadt. .... 7

37.5

Wayß & Freytag......0

4

4

4

3,75

Schultheis Patzenhofer . . . 1&

50 6

49,75

33,25

31,5

25,4

Aku (Allgemeine Kunstseide) 0

Bemberg......... 0

34,75

32

26,5

17

33,5

32

25,5

17

34

31,75

25,9

Zellstoss Waidhof.....12

Zellstoss Aschaffenburg ... 6

Dessauer Gas........9

80

Daimler Motoren......0

11

114

Deutsche Linoleum.....5

28,5

28

11,25

Orenstein & Koppel.....0

Leonhard Tietz........

Svcnska.........15

54

54

54?25

22

53,5

Cha de...........

174J1

174

6,25

172

175,5

Frankfurter Maschinen ..... 0

Gritzner...........

14,75

14,75!

14,65

14,75

Mainkraftwerke Höchst a. M.. .6

Süddeutscher Zucker ....|

100

1001

100,25

100

Devisenmarkt Berlin Frankfurt o. 2H.

18.3unl

20.Juni

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

ffiflÖ

1 Sriel

Geld

Ariel

Helsingfor« .

7,093

7,107

7,063

7,077

Wien. . . .

51,95

52,05

51,95

52,05

Prag . . .

Budapest . .

12,465

12,485

12,465

12,485

Sofia . . .

3,057

3,063

3,057

3,063

Holland . .

170,13

170,47

170,13

170,47

Oslo. . . .

Kopenhageu.

74,83

74,97

74,97

75,13

83,37

83,53

83,27

83,43

Stockholm .

78,12

78,28

78,02

78,18

London. . .

15,26

15,30

15,25

15,29

Buenos Aires

0,948

0,952

0,948

0,952

Neuyork . .

4,209

4,217

4,209

4,217

Brüssel. . .

58,54

58,66

58,54

58,58

Italien. . .

21,50

21,54

21,50

21,54

Paris . . .

16,54

16,58

16,54

16,58

Schweiz . .

81,97

82,13

81,99

82,15

Spanten . .

34,67

34,73

34,67

34,73

Danzig. . .

82,22

82,38

82,22

82,38

Japan . . .

1,289

1.291

1,289

1,291

Rio de Ian..

0,325

0,327

0,325

0.327

Jugoslawien. Lissabon . .

6,993

13,94

7,007

13,96

6,993

13,89

7,807

13,91

Banknoten.

Aerlin, 20.3uni

Geld

Arie?

Amerikanische Noten.......

Belgische Noten.........

4,20

58,38

83,08

4,22

58,62

83,42

Dänische Noten.........

Englische Noten.........

15,21

Französische Noten........

16,50

16,56

Holländische Noten........

169,76

Italienische Noten........

Norwegische Noten........

21,58

74,80

. 2L66 ' 75,10

Deutsch-Oesterreich, i 100 Schilling

Rumänische Noten........

2,49 77,84 81,81 34,53

2,51

78,16

Schwedische Noten........

Schweizer Noten.........

Spanische Noten. ........

82,13

Ungarische Noten........

34,67

Ut, 14» ®

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Hei, deren ö fließen Mackt» tzE-d-r«"' Mt rfritaw* lnimsgruppe, dem vom Zentrum halb viel persönliche G. Iolkspartcl «M führende bayerisch' der auch dei hinter den Kulisse; Aamen Bayerns auszutreten.

Laß die Bayers die Reichsregierung trauensmänner in allen Mitteln der lismus niederzuhn Hauptsache dadurch heute wie immer 1 diese Belange in gebende Stellung schreckt sie auch h es auch vor dem S wieder getan hat, bringen. Alle Mi' die sich mit der ch oder der Dvlkspai derzeitige bayerisi zufällig fein Lay« aber es liegt ihm der Bayerischen 2 süddeutschen Lände häuslicher Streit w die überwältigende muß schließlich au Partei und ihren f fordern, den ihr E das deutsche Schic Zeitläusten sehr nc

2n B a y r e u t l kriseln. Teil dem als Letzter sozusag, Wagners Lebensw äusetzen, ist (0 etn dochenherrschc ausgebrochen. Sinei Witwe,Frau Win Mr säst ausgeftc oererfeits beanfpr Leiter der Festsi fensche und auch W Wagner. Di Men Konflikte, die

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