Wandern und Reisen • Bäder und Sommerfrischen
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Vudweiser, der Weltmeister-Springsrosch.
20 000 Sportfreunde bewunderten dieser Tage zu Angels Camp in Kalifornien die Rekordleistung eines Frosches, der weiter sprang, als je ein Frosch vorher gesprungen ist. Seit Mark Twain seine berühmte Geschichte vonO,Springfrosch von Calaveras" geschrieben hat, ist dort der Wettbewerb der Springfrosche zu einem nationalen Sport geworden, und der gefeierte Liebling aller ist der Spring-Weltmeister der Froschwelt, der berühmte Budweiser, der seit 1928 ununterbrochen diesen Ehrentitel inne hat. Zu Angel- Camp, dem Schauplatz von Mark Twain« klassischer Humoreske, waren große Scharen versammelt, darunter Indianer mit Ochsen- und Maultier-Wagen, und als Budweiser, der Meisterspringer, aus dem Plane erschien, begleitet von einer Ehrenwache und geleitet von einer Musikkapelle, da begrüßte ihn der Bürgermeister in den schmeichelhaftesten Ausdrücken. Ruhig und würdevoll spannte er seine mächtigen Muskeln, setzte bedächtig an und vollendete dann den Wundersprung, der alle seine Mitkämpser weit hinter sich ließ und seine eigene
Plattform au springen aber der Zug fuhr beteil« zu schnell, und der Heizer lprang in seiner Jings! ab woraus die berrcnlo'c Lokomotive mit erheblicher Geschwindigkeit durch die Station brauste und in d:e weite Ebene biiiausetltc Der Bahn- hvs-vorfteher behielt aber 'eine Geistesgegenwart. Er dachte so'ort an den Poltzug, der zu erwarten war. und telegraphierte an die nächste Station:
Den Postzug nicht weiterkabren Iahen.“ Dann bestieg er einen Lastkraftwagen und raste nun, mit einem eingeborenen Chauffeur am Steuer, mit größter Geschwindigkeit dem ausgerisscnen Zug und) Es gab nur eine Möglichkeit, um da« drohende Unglück abzuwenden Aus der meilen- weiten Strecke, die die herrenlo'e Malchine durch- ’ubr, bevor sie aus den Postzug oulfahren muhte, befand l ch nur eine einzige Erhebung Konnten die dkr'olger den Zug in dem Augenblick erreichen. da er beim Anstieg au’ den Hügel feine Bewegung verlangsamte dann war es vielleicht noch möglich, ihii zum Stehen zu bringen. Meile aus Meile ratterte der Lastkraftwagen in Sturmes- eile dahin, und schließlich bekamen sie den Zug zu Ge>icht Immer schneller fuhr der Wagen, und
Stark herabgesetzte Preise, insbesondere für die beliebten Pauschalkuren. Des Kurhaus steht unter neuer Leitung eines erstklassigen Hotel- und ins- jbesondere Küchenfachmannes. Beste Verpflegung. Diätküche. Prospekte durch die Kurverwaltung Bad Selters (Oberhessen). Anmeldungen frühzeitig erbeten
bei Nierenleiden, Harnsäure, Eiweiß, Zucker, 1931 : 19 400 Badegäste
letzte Leistung beträchtlich übertraf. Unter den Triumphklängen der Musik und den Iubelrufen aller Anwesenden wurde verkündet, daß Budweiser 13 Fuß 5 Zoll weit gesprungen war: zwei Fuß weiter al- im Dorjahre.
Auto-Zogd
nach dem durchgegangenen Zug.
Ein aufregendes Wettrennen zwischen einer ..durchgegangenen" Lokomotive und einem verfolgenden Lastkraftwagen, die an dramatifcher Spannung die kühnsten Filmerfindungen erreicht, hat sich vor kurzem auf den weiten verlassenen Ebenen in der Rahe von Rairobi in der Kcnja- Kolonie ereignet. Gin Güterzug lief gerade aus einer kleinen Station am Athi-Fluß ein. als eine Kuppelung brach. Der Lokomotivführer kletterte herunter, um nachzusehen, was los sei, und ließ nur den eingeborenen Heizer oben. Aus einem unbekannten Grunde sing dann plötzlich die Maschine mit voller Kraft zu laufen an und zog sechs Wagen hinter sich her. Mit einem Entsetzensschrei versuchte der Führer, aus die
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Bädern und Sommer
frischen finden durch den GießenerAnzeiger beste Verbreitung.
l.Mai.
lunltrflong 20.17
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Der Bahnhofsvorsteher • prang von auf dte Plattform packte die Brenlle den Zug zum Stehen. Es war die Zeit gewesen, denn ein paar
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chle. figkilslonntag.
?e|je; Kommunion hocham! mit fye- Christenlehre unb je mit Predigt - ligt unb CbristtN' Prebigt: 20: dbri- 8.30: Hochamt mit
Taten für Lonntag, 22. Mai.
Sonnenaufgang 4.26 Uhr, Sonnenuntergang 20.18 Uhr. — Mondaufgang 23.57 Uhr, Mondünlcrgang 5.16 Uhr.
1813: Richard Wagner in Leipzig geboren, — 1848: der Maler Fritz von Uhde in Wolkenburg i. 5. geboren: — 1859: der Schriftsteller Sir Conan Doyle in Edinburg geboren, — 1885: der Dichter Victor Hugo in Paris gestorben.
fpäter wäre die Lokomotive mit noch größerer Schnelligkeit den Hügel hinunter gesaust, direkt auf den vollbesetzten Postzug, der auf der nächstes Station hielt ...
Mehr Jagdscheine als Jagd.
Wer nicht weiß, wie leidenschaftlich der Durch- schnittsfronzose der Jagd obliegt, und wieviele Sonntagsjäger es gibt, der wird erstaunt lein. zu erfahren, daß in Frankreich 1 600 000 Personen Jagdscheine besitzen. Für die Dtaatskassc ift diese Leidenschaft recht angenehm, denn sie erhält dadurch eine Zugabe von etwa 50 Millionen Mark im Jahre, und das Derdienst aller der Leute, die in ihren Einnahmen von diesem Sport abhängig sind, wird sogar aus 150 Millionen Mark un Jahre geschätzt Der französische Durchschnitts- jäger ist nun zwar in seinen Ansprüchen an da- edle Waidwerk recht bescheiden und ist schon froh, wenn er mit ein paar Kaninchen oder einem Paar Rebhühner als Beute heimkehrt. Aber in letzter Zeit sind selbst diese bescheidenen Ansprüche häufig nicht befriedigt worden. Man klagt darüber, daß es in Frankreich viel mehr Jagdscheine gibt als Jagd, und so haben bei der letzten Kammerwahl die Jäger ihre Forderungen recht energisch an« gemeldet. In jeder Gemeinde waren Wahlplakate angebracht, die das AuSstcrben des Wildes beklagten und die Wähler ermahnten, von den Kandidaten bindende Zusicherungen zu verlangen, daß sie für die Rechte und Wünsche der zahlreichen Rimrodc eintrcten werden.
Lollar — Waldbau» — vünsberg — Lieber.
Eine hübsche Waldwanderung ist die Begehung der roten tteilmarfierung jenseits der Lahn Wir fahren zu diesem Zweck nach Lollar, durchschreiten den Ort in nordöstlicher Richtung, gehen obigem Zeichen nach an dem altersgrauen Gotteshaus von Kirchberg vorbei über die Lahnbrücke durch Ruttershausen und gelangen nach kurzer Zeit in den großen Nrofdorser Forst. Das Zeichen führt uns am Toten Mann, einer mächtigen Hainbuche, die allerdings ihrer Aeste beraubt ist, unb spater an der sog. Braut- buche vorüber nach dem gastlichen Forsthaus Waldhaus. Rach einer Ruhepause wandern wir weiter, stets durch Wald an zahlreichen Grenzsteinen der ehemalig preußisch-hessischen Grenze entlang bis zur Krumbacher Straße, wo wir am Fuße des Duns- bergs angelangt sind. Der Ausstieg zur Hohe ist wohl von hier der steilste, aber auch der kürzeste. Auf dem Dünsberg, wo das Zeichen zu Ende ist, sind Sonn.» tags stets Erfrischungen zu haben. Nachdem wir uns vom Aussichtsturm an der herrlichen Rundschau gelabt haben, erfolgt der Abstieg schwarzen Punkten
Gießener Wochcnmarktprcrsc.
'Gießen, 21 Mai. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt. Süßrahmbutter 130 Pfennig bas Pfund. Landbutter 130. Matte 25 bis 30 Wirsing kgelbl 12 bis 15, Weißkraut 10, Rotkraut 12 biS 15. Gelbe Ruben und Rote Rüben je 10 bis 12, Spinat 12 bis 15, Spargel 20 biS 45, Unter-Kohlrabi 5 bis 6, Feldsalat und Tomaten je 80 bis 100, Zwiebeln 15 bis 18, Meerrettich 30 bis 60. Rhabarber 10 bis 12. Kartoffeln 4.5. Aeplel 10 bis 15, Dörrobst 25 dis 30, Honig 40 bis 45, Russe 35 bis 40. junge Hähne 80 biS 90, Suppenhühner 70 bis 80: Käse 5 bis 10 Pfennig das Stück, Tauben 50 bis 70, Eier 6 und 7, Blumenkohl 30 biS 70, Salat 15 bis 20, Salatgurlen 15 bis 20, Salatgurken 40 bis 60, Ober-Kohlrabi 15 bis 20, Lauch 5 bis 10, Rettich 15 biS 20, Sellerie 10 bis 30, Radieschen 10 bis 15 Pfennig das Bündel, Kartoffeln 3,80 bis 4 Marr der Zentner.
die Rocht und der Schlaf unter den ländlich dicken Federbetten find nicht von schlechten Eltern. Und der Morgentrank und Imbiß ift vorzüglich aber die Sonne ruft gebieterisch hinaus ins Freie, und so beginnt unter einem unerhört blauen Himmel bei strahlendem Tageslicht die Besteigung des Knüll. Kein Mensch ringsum Linkerhand glitzert die noch vereiße Slädrt des Schwarzenborner Teichs, von dem die Efze kommt. Rechteihand winkt der Hügel mit wechselndem Waldbestand. Unb mit Wiefen, in denen noch Schnee hegt Da geht es hinauf. Unb es wird warm habet. Weiter vorwärts nach links herüber liegt so ein grasbewachsener Maulwurfshaufen mit Felsbrocken und einer-Stange Der Baumbestand sieht hoher aus: er wird ringsherum begangen und quer durchschnitten Am Waldsaum ein wackeliger Hochsitz. daneben eine tnoddbe Bank.
Aus dem Tal kommt Geläute. Und vergnügt geht es wieder hinab, aufgeweichte, von der Sonne inzwischen aufgetaute Wege machen nichts aus — es ift eine Luft, zu leben! Anderthalb Stunden hat es nur gedauert, und schon ist dieses Werk eines heimatlichen Alpinismus bewältigt. Ts hat gut getan, Körper. Seele und Geist sind erquickt wie lange nicht, und was tutS am Ende, zu erfahren, daß es gar nicht das Knüllköpfchen war, was da bestiegen und erklommen wurde im Hochgefühl erreichten Ziels, sondern nur der Wald- knüll oder, wie hierzulande auch gesagt wird, der Knüllwald! Das eigentliche Knüllköpfchen, das war jener grasbewachsene Maulwurfshügel mit den Felsbrocken und der Stange drauf: und mit 632 Meter. A la bonheur — ein Schwarzenborner Streich!
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erreichte den Zug. gerade als sich dessen Tempo beim Hinauffahren auf den Hügel
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Badeschriften durch die Niederlage in Gießen: Jean Weisel, Sonnenstraße 6, Telephon 3888 und durch die Kurverwaltung Bqd Wildungen.
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nach über drei Ringwalle aus altgermanischer Zeit nach dem Endziel Bieber. Wanderzeit etwa 4S Stunden.
Reiskirchen — Ounfborn — (Brünberg.
Wir wandern von unserem Ausgangspunkt Reiskirchen auf guter Landstraße teils durch Wold, teils durch freie Gegend über die Dörfer Hattenrod und Harbach an der Soiiimermühle vorbei nach Qucrf- born. Hier haben wir vielleicht Gelegenheit, die groß, artigen Anlagen zur Gewinnung und Beförderung des Wassers, mit dem unsere Vaterstadt versorgt wird, kennenzulernen und zu besichtigen. Der weitere Weg führt uns an der Neumühle vorbei nach unserem Endziel, der alten hochgelegenen Stadt Grimberg, die noch mancherlei Sehenswürdigkeiten wie Diebsturm, Antüniterkloster usw. aus früheren Zeiten aufzuweisen hat. f)abcn wir noch Zeit, dann statten wir auch dem nahegelegenen reizenden Brun- ncntal einen Besuch ab. In Grünberg sind sehr gute Gasthauser. Die ganze Wanderung beansprucht etwa
Stunden.
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einen bestimmten Eharakterzug, aber schließlich ist das mehr oder weniger überall Sitte im Hessen- land, und was die Schvayenborner anlangt, fo haben sie zwar eine wohlhabende Stadt, die bis vor Kurzem keine Abgaben au erheben brauchte, aber einen unergiebigen Boden, sie haben mehr Arbeit damit, als andere Landwirte in Hessen, aber eine notorisch geringere Ernte, es ist ihnen also diele äußere Dürftigkeit nachzusehen, denn im übrigen sind sie charmante und rührige Leute: das ist auch den vielen Katzen anzu'ehen, die unangefochten des Rachts ihre unsichtbaren Wege gehen und des Tags an warmen Plätzen von allen Abenteuern ausruhen dürfen. Wo es Katzen gut haben, da kann es auch den Menschen nicht schlecht gehen, denn da herrscht Humanität.
Ja — von der Humanität in Schwarzenborn hatte ja auch Landgraf Philipp eine gute Meinung. Unb wenn den Schwa rzenbömern gern die gleichen Histörchen attgehängt werden wie den Bürgern von Abdera im alten Griechenland oder denen von Schilda. Schöppenstedt, Wafungen und Weilheim in Deutschland, so gilt doch daS eine Wort des Landesherrn gewiß nicht weniger als alle diese Geschichten zusammengenommen Uebri- gens war eS auch ein Schwarz en börner. der Wirt Richard, der seinerzeit dem Oberst von Dörnberg, dem hessischen FreiheitShelden, daS Leben gerettet hat. Die 6d)tthmcn börner können also doch nvch etwas mehr als Käse säen, auS dem Ochsen aufgehen sollen, ober ihre Beine verwechseln, oder einen Brunnen mit Menschen ausmefsen. Und die Schwarzenborner Streiche machen heute vielleicht andere.
Wie gesagt, es ist ein schöner Abend, und auch
Frählingsfahri zum Knüll.
Don Will Scheller.
Der Beschluß hat ja eigentlich schon lange fest- aestanden — daß der erste wirklich schöne, sonnige Samstag mit anhängendem Sonntag dazu benutzt werden soll, zielbewußt zu wiederholen, was im Vorigen Jahr als unerwartet köstliche Frucht einer sruhherbstlichen Landpartie erlebt und genossen worden war: hinauf in die Einsamkeit des heimischen Berglande« heißt die Losung, dorthin, wo die Füchse sich Gute Rächt sagen und irgendwo die Welt vielleicht mit Brettern zugenaqelt ist und wo es doch, fern vom Lärm des Asphalts unb seinem Staub, fern zumal von getreuen Rach- barn und desgleichen, so gemütlich, so erfrischend, so befreiend ift. daß. wer einmal davon gekostet hat. immer wieder sich daran laben mochte .
Und da nun wirklich das Tagesgestim den 1 Winter in Frühling wandelt, wird Srnft mit diesem Spaß gemacht und da« imaginäre Gespann ■ vor den Wagen geschirrt — und brausend geht es hinein in die leuchtende Landschaft, quer durch das Hessenland und lotrecht dem Süden zu, biS Mitten aus der gesegneten Schwalmniederung die wohlbekannten Umrisse von Ziegenhain sil- I Hern ausschimmem. .Fest wie Ziegenhain", lautete einst ein hessische« Sprichwort, weil eine kaiserliche Armee sich hier am Hessentroh die Zähne ausgebissen hatte, während Landgraf Philipp Gc- lengcncr des Kaisers war Heute sieht es friedlicher au« hier, und es lohnt sich. Halt zu machen und dem reizvollen Kleinstadt-Idyll die Huldigung eines geruhigen Frühstück« zu bringen.
Aber dann rasch weiter! Und der Weg schraubt ltch in Windungen hinauf in die waldige, von Diesen und Weiden und dunklen Aeckern bildschön unterbrochene Einsamkeit de« Knüllgebir- ge 6 , das die Schwalmlandschaft südlich begrenzt und mit ihr das ganze von Fulda. Schwalm und Eder gebildete Fünfeck. Hier erhebt sich, vor der beiderseits rotweißcn, nämlich hessisch-hessischen Grenze, der Knüll, einst Knhll genannt, mit seiner welligen Formation, und aus einer seiner Talfalten leuchtet plötzlich, wie durch einen Zauber- Itab märchenhaft hervorgerufen, Schwarzen? [born, da« auf den ersten Blick wie ein Dorf aussieht, in Wirklichkeit aber seit 1329 ©tobt- rächte hat und in der Tat noch Reste von Stadtmauern und Mauertürmen zwischen Häusern und Hausgärten aufweist Auch die vor einiger Zeit I restaurierte Kirche ist ein ehrwürdige« Bauwerk: 1519 bereit« ist sie „um 5 Schuh erlöget" worden. Außerdem gibt es da einen richtigen plätschernden Marktbrunnen, dessen Wasser die Schwarzen- börner Rachtmusik bestreitet, und ein paar Wirtschaften, in denen sich« gut sein läßt.
Don den Schwarzenbörnern. oder vielmehr von I ihren Torfahren werden ja allerhand Geschichten erzählt Aber es gibt auch eine, die zwar weniger bekannt ist, aber gerade darum immer wieder her- oorgeboll zu werden verdient Sie handelt auch rom Landgrafen Philipp. Als der einmal beim । Herzog von Braunschweig zu Gast war und der ihn fragte, ob Braunschweig nicht eine wunder- 1 schone Stadt wäre, da antwortete der Landgraf ron Hessen Ja. aber ich habe eine in meinem Land, die will ich dir nicht für diese geben. Unb I olS der Herzog Heinrich fragte, wie sie hieße, antwortete Philipp: Sie heißt Schwarzenborn, deren mag ich in einem Jahr mehr, denn du [dieser in zehn Jahren genießen: es sind kaum I hundert Bürger darin, aber fromme unb getreue | Leut', die mir zu Tag und Rächt willig und ge* I horsam sind.
So dachte der Landgraf von Hessen. Und nun I geht c« steil hinab ins alte Städtchen, und siehe I da. es ist alles beim Alten geblieben, die Qua- ilität der ländlich soliden Bewirtung, die angc- [ meffenen Preise, die behaglichen Betten unb vor I ollem die Gemütlichkeit, bas wohltuenbe Gefühl de« Geboigenseins, dessen Reiz darin liegt, daß f« nicht tem Alltag angehört unb doch, wenn ! der Mensch nur will, alle Tage gewonnen werden I kann. Unb so steigt, als die Sonne sinkt, ein wun- I bet barer Abend empor mit einem vollkommen i gestirnten Himmel, silberner Mondsichel und | wandernden Paaren aus den Gassen, wie sie sonst | nur das Volkslied unb ein paar unverbesserliche I Dichter zu kennen scheinen.
i Gewiß bie Misthaufen türmen sich hier in I Schwarzenborn besonders hoch unb geben dem Ort
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