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Notwendigkeit der ländlichen Siedlung, namentlich im Osten, sowie die Notwendig­keit der Instandsetzung von etwa einer Million Althäuser, die Beschäftigungsmög­lichkeit für mehrere 100 000 Baum beiter geben würde. Für das Tiefbaugewerbe komme neben den Arbeiten der Reichsbahn und der Reichs- post vornehmlich der Straßenbau in Betracht. Die Unterlassung der Regulierung hochwassergcfähr licher Wasserläufe und des Baues wichtiger Tal­sperren bedeuteten die bewußte Inkauf­nahme von Hochwasserschäden, die jähr­lich aus viele Millionen Mark zu veranschlagen seien. Auf dem Gebiete der Meliorationen sei etwa ein Drittel des gesamten Ackerbodens verbesserungs­bedürftig. Eine Fülle von volkswirtschaftlich hoch- bedeutsamen Arbeiten liege also im Baugewerbe vor. Wenn nur ein Teil dieser Arbeiten ausge­führt werde, so würde sich daraus ein st a r k e r Antrieb für unsere Volkswirtschaft ergeben. Durch eine Umgestaltung der Arbeitslosen­hilfe werde nunmehr auch eine wesentliche finanzielle Entlastung der Gemein­den erfolgen. Damit dürften die Gemeinden stär- kerals bisher in derLage fein, die uner­meßlichen Bauarbeiten zu vergeben und wieder als Träger von Notstandsarbeiten hervor­zutreten. Endlich hätten die gesetzgebenden Körper­schaften in den letzten Tagen die Reichsregierung zur Auslegung einer mit Steuerbefreiung ausgestat­teten Prämienanleihe für olle diese Zwecke ermächtigt. So sehr alle diese Maßnahmen zu be­grüßen seien so könne eine wirkliche Hilfe für unseren Arbeitsmarkt mit seinen zur Zeit noch mehr als fünf Millionen Arbeitslosen und für un­seren völlig darniederliegenden Baumarkt nur aus einer natürlichen Gesundung unserer Gesamtwirtschaft kommen.

Bankdircktor E. Wildermuth, Dorstands- mitglied der Deutschen Dau- und Dodenbank, gab nähere Erläuterungen zu den Arbeitsbeschaf­fungsmöglichkeiten. Der Zeitpunkt für die In­angriffnahme eines Arbeitsbeschaffungspro­gramms sei jetzt gegeben, da die politi­schen Entscheidungen im Laufe dieses Sommers fgllen müßten, die zu einer Erleichterung der Lage Deutschlands beitragen könnten. Als letzter Redner forderte Reichstagsabgeord­neter Zimmermeister F r e i d e l u. a. Wieder­einführung der freien Bauwirt­schaft auf allen Gebieten und wandte sich gegen die Regiebetriebe, soweit sie nicht lebenswichtigen Interessen dienten und gegen die Schwarzarbeit im Baugewerbe.

Vorverlegung der hessischen Landtagswahl.

V a r m st a d l, 20. Mai. (D3IB. Drahtmeldung.) AlsTermin der Neuwahl des hessischen Landtags, der vorläufig auf den 3.3uli fest­gelegt war, ist endgültig der 19. Juni be­stimmt worden. Diese Vorverlegung entspricht vielen an die Regierung ergangenen wünschen. Die Offenlegung der Listen hat vom 29.2Hai bis 5. Juni, beide Tage einschließlich, zu erfolgen. Auf Grund der Artikel 18,1 und 20 Landeswahl- gesehes sind beim Landeswahlleiter einzureichen bis zum 2. Juni, 19 Uhr, die Wahlvorschläge und bis zum 28. Mai, 19 Uhr, die etwaigen v er b in- dungserklörungen der Listen.

Deutschland fordert gleiche Sicherheit.

Im Heeresausschuß der Abrüstungskonferenz.

Genf, 20. Mai. ($U.) 2km Heeresausschuß der Abrüstungskonferenz betonte der deutsche Vertre- ter Gesandter v. Weizsäcker, daß die Sicher­heit unter den gegenwärtigen Verhältnissen be­reits völlig kompromittiert worden sei. Gerade die Aufgabe der Abrüstungskonferenz wäre es, die Sicherheit wiederherzu st eilen. Der Vertreter Frankreichs habe einen älnterschied zwi­schen einem angreifenden und sich verteidigenden Staat gemacht. Zweifellos wäre es richtig, dem Derteider möglichst viele Verte idi- gungsmittel bei der endgültigen Regelung der Abrüstungsfrage zu gewähren und d e m A n - greiser möglichst geringe Angriffs- mittel zu belassen. Man müsse jedoch daran denken, daß die Rollen sich auch um- kehren könnten. Die Hauptfrage sei jetzt für die Konferenz, eine Gleichheit der Sicher­heit für alleStaaten herbeizuführcn. Der französische Vertreter hätte von der R e l a t i v i - t ä t der Rüstungen gesprochen. Gesandter von Weizsäcker schlug vor, in den Bericht des Heeres- ausschusses folgenden Sah einzufügen:Je ge­ringer das Kaliber der für die Landesverteidi­gung bestimmten Geschütze auf der einen Seite ist. um so niedriger muß aus der anderen Seite dos Kaliber der Geschütze festgesetzt werden, die einen wesentlichen Angriffscharatter tragen".

Der deutsche Vertreter im Heeresausschuß hat damit in voller Klarheit von neuem den A n - spruch Deutschlands auf gleiche Si­cherheit und Gleichberechtigung in den Rüstungen angemeldet.

poincare über Stresemann.

Paris, 20. Mai. lTäl.) Die französische WochenzeitschriftIllustration" veröffentlicht die Erinnerungen Stresemanns. Dazu er­greift auch Poincare das Wort und erklärt u. a. :Richts ist interessanter und belehrender als die Lektüre dieser Schriftstücke. Stresemann erscheint darin im wahren Licht. Er war nicht der Staatsmann, der Deutschland mit Frankreich vereinen wollte. Im Geiste Bis- marcks erzogen, hat er dessen Gedanken- gänge niemals außer acht gelassen. Er fühlte jedoch die Unmöglichkeit, alle gesteckten Ziele auf einmal zu erreichen, und deshalb bereitete er die Zukunft methodisch vor. Wenn wir seine Briefe an den Kronprinzen aufmerksam lesen so stellen wir fest, daß er sich selbst rühmt,' kecne europäische, sondern eine deut- sch e Politik zu machen. Er hat mit großer Geschicklichkeit die Aufgaben erfüllt die er als seine patriotische Pflicht ansah. und nie- monö wird ihm hieraus einen Vorwurf machen können. Diejenigen Franzosen aber, die sich ihn als einen Freund vorstellten, haben sich 9 c 1 rJ- s- über Elsaß-Lothringen, noch

über Danzig und den Korridor oder in der Rolle vie Deutschland im Völkerbund spielte hat er Frankreich irgendwelcheZugeständnissc.

Was wirb in Preußen?

Keine Aussicht auf eine Koalition zwischen Zentrum und Nationalsozialisten.

Erste Sitzung

-er Zenirumsfraktion.

Die Bedingung für eine Koalition: engste Zusammenarbeit mit dem Reichskanzler.

Berlin, 20. Mai. (TU.) Die Z en lru ms- fraktion des neuen Preußischen Land­tages trat am Freitagabend zu einer kurzen Sit­zung zusammen. Der stellvertretende Vorsitzende Sieger führte dabei u. a. aus:Die Zentrums­fraktion wird ihre Arbeit in den Dien st einer aufbauenden nationalen Realpolitik stellen. Ihr wirken wird dem Zweck dienen, der hort der verfassungsmäßigen Ord­nung zu sein. Daraus folgt ihre Bereitwil­ligkeit mit allen den Kräften, die ver­fassungsmäßige Ordnung und auf- bouende Politik wollen, sachlich zusam­men ; u a r b e i t e n. Die Fraktion stellt ihre Ar­beit bewußt in den Dien st der Reichspoli- t i k. Die außenpolitische Befreiung, die innerpoli­tische Arbeit auf dem Gebiet der Binnenwirtschaft, der Arbeitsbeschaffung, der Siedlung und des frei­willigen Arbeitsdienstes wird das Arbeitsziel fein. Die Lösung dieser Aufgabe wird unter den augen­blicklichen Verhältnissen im Preußischen Landtag nicht leicht sein."

Der Vorsitzende hob weiter hervor, daß es bei dem starken Zusammenhang zwischen dem Reich und Preußen selbstverständlich sei, daß die preußische Zentrumssraktion ihre Politik in engstem Zu­sammenhang und in eng st er Zusam- nienarbeit mit der Reichstagsfraktion und dem Reichskanzler Dr. Brüning zu führen haben werde. Reubindungen und politische Aenderungen in Preußen könnten nur im Lin- vernehmen mit der R e i ch s p a r t e i l e i - tung und dem Reichskanzler vorgenom­men werden.

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DieGermania" beschäftigt sich mit den Erklärungen Adolf Hitlers in der Sitzung der. nationalsozialistischen Landtagsfraktion und dem Artikel K u b e s im Rationalsozialistischen Presse­dienst. Das Blatt bemerkt, daß das Zentrum nicht zu jenenparteipolitischen Gegnern" Hit­lers zähle, die sich von gutenRotschlägen an dasBraune Haus" irgendeinen positiven Erfolg versprochen hätten. Dafür feien sie zu sehr Realpolitiker. Als solche nähmen sie auch die Erklärung Hitlers zur Kenntnis, die er aus völlig freien Stücken und offenbar nach langwierigen Beratungen und Auseinander­setzungen innerhalb seiner Partei jetzt der Oeffent-

gemacht. Er hatte nicht das aufbrausende Wesen der deutschen Rationalisten und wandte auch nicht die Methoden und die Sprache eines Hitler an, ober erzeigte doch, daß das gemäßigte und vernünftige Deutschland die gleichen Ziele hat wie die anderen und daß wir uns über die Absichten unserer Rachbarn keinerlei Illusionen hingeben dürfen. Die Erinnerungen Stresemanns lehren uns, die Augen offen zu halten." pa-erewski hetzt in Amerika.

Neuyork, 20. Mai. (TU.) Der bekannte Mu­siker und ehemalige polnische Staatspräsident Pa- d e r c ro f ti hielt als Ehrengast der polnisch-ameri­kanischen Handelskammer in Neuyork eine seiner berüchtigten Hetzreden gegen Deutschland. Deutschlands Pläne auf Beseitigung des W e i ch s e l k o r r i d o r s seien das Werk preußi­scher Militaristen, die feine wahren Deutschen seien, sondern einen Kolonistentyp darstellten und die sich von einem historischen Haß gegen Polen leiten lie­ßen. Eine Neuaufteilung Polens würde einen in­ternationalen Verstoß mit katastrophalen Folgen gegen die Zivilisation bedeuten. Die 32 Millionen Polen hätten unendliches zu erdulden wegen einer Provinz mit zwei Millionen Einwohnern, durch deren Wiedereingliederung in das Deutsche Reich die militärischen Streife in Deutschland den Staat Fried­rich des Großen im Osten miederherstellen wollten. Polen, dessen Geschichte die Friedensliebe des pol­nischen Volkes beweise (!), wünsche nicht, er = neut verkrüppelt zu werden. Mit dem Hinweis, daß in Deutschland 4 Millionen Kommu­nisten vorhanden seien gegenüber 620 000 einge­schriebenen Mitgliedern der Kommunistischen Partei in Sowjetrußland, hoffte er, die amerikanischen Wirtschastskreise gegen Deutschland aufhetzen zu können. Der Rede wohnten u. a. bei Owen P o u n g, Parker Gilbert und General Per­shing. Die anwesenden Deutschamerikaner mach­ten aus ihrer Empörung gegen die Ausführungen Paderewskis kein Hehl. Der Präsident des Eouncil Foreign Relations hatte Paderewski mit der Be­merkung eingeführt, daß Paderewski von allen Fremdgeborenen dem amerikanischen Herzen am nächsten stehe.

Schulrat Meyer aus der Hast entlassen.

Begeisterte Ovationen der Mcmcllänver.

Mcmel, 20. Mai. (Sil.) Der seit Wochen unschuldig inhaftierte Memellandführer Schul­rat Meyer ist am Freitagabend freigelassen worden. Der Antersuchungsrichter Rovickis hatte im Laufe des Tages noch zahlreiche Zeu­gen vernommen, die Schulrat Meyer durchweg entlasteten. Diese Zeugen waren bei derer st en Voruntersuchung gar nicht berück- sichtigt worden. Jetzt hat sich der Unter- suchungsrichter veranlaßt gesehen, Schulrat Meyer freizulassen, da man ihm keinen Verstoß gegen die Landcsgesetzc nachweisen kann. Die nach Hunderten zählende begeisterte Volksmenge hatte sich rasch vor dem Ge­fängnis eingefunden, unter ihr auch der Ober­bürgermeister B r i n t l i n g e r und andere Führer der memelländischen Parteien. Die Menge brachte auf ihren Vaterlondsverteidiger ein dreifaches Hoch aus und überschüttete Schulrat Meyer, der einen recht mitgenommenen Eindruck machte' mit Dlumenspenden. Unter wiederholten Jubel­rufen der Menge fuhr Schulrat Meyer mit seiner Gattin nach Hause

lichkeit unterbreitet habe, daß die National­sozialist ischeDewegung nicht gewillt sei, in irgendeine Regierungskoali­tion e i n z u t r e t e n. Die RSDAP. habe zwei Möglichkeiten gehabt, ihren Wahlerfolg auszuwerten: entweder die s a ch l i ch e Arbeit, die allerdings bei der politischen Kräftevertei­lung trotz der für Hitler so wichtigen Stärke der Fraktion, nur in einer Koalierung mit anderen politischen Gruppen möglich sei, oder aber die Fortsetzung der bisherigenAgitationspolitikmit dem Ziele, wenn möglich, den absoluten partei­politischen Einfluß zu gewinnen. Wenn sich Hitler jetzt für den letzteren Weg entschieden habe, so sei das seine Sache. Rur möge derVölkische Beobachter" dann end­lich aufhören, die Dinge in völliger Umkehrung der Tatsachen so darzustellen, als ob das Zentrum die RSDAP. daran hindere,das verfassungs­mäßige Recht zur Staatsführung" auszuüben. Wenn die RSDAP. eine Koalition nicht ein» gehen wolle, dann werde sie allein die Ver­antwortung für die Schlußfolgerung, die sie aus der Wahl des 24. April ziehe, zu tragen haben.

Eine Zwischenlösung.

Geschäftsführendes Kabinett ohne Sozialdemokraten.

Berlin, 20. Mai. In parlamentarischen Krei­sen sind die verschiedensten Gerüchte über die künftige Gestaltung der preußischen Staatsregie­rung im Gange. Eine Version ging dahin, daß das Kabinett Braun es ablehnen werde, lediglich alsgeschäftsführende Regierung weiter zu amtieren; eine andere Meinung sagt, daß die Rationalsozia­listen vor der Lausanner Repara­tionskonferenz kein Interesse daran hätten, sich verantwortlich an der Regierung zu beteiligen, und daß man daher bis zu diesem Zeitpunkt mit einer Zwischenlösungzu rech­nen habe. Diese Zwischenlösung liege darin, daß die von der SPD. g e st eilten preußi­schen Mini st er Braun, Severing und Grimme ausscheiden, während die übrigen Staats­minister, einschließlich des Finanzministers Klep­per, unter provisorischerLeitungdes Wohlfahrtsmini st ers Hirtfiefer vorläufig die Geschäfte fuhren wer­den. Hierzu wird in politischen Kreisen erklärt, daß bisher über diese Dinge noch keine verbind­lichen Besprechungen stattgefunden hätten. Es sei damit zu rechnen, daß der neue Preußische Land­tag nach Erledigung der notwendigen Formali­täten in den ersten Sihungstagen sich um etwa eine Woche vertagen werde, in der man ver­suchen wolle, Parteiverhandlungen überdieRegierungsbildungzu führen.

Das neue österreichische Kabinett. Christlich-Loziaie, Landbund und Heimat­block stellen sich Dollfuß zur Verfügung.

Wien, 20. Mai. (Tri.) Trotz der verschiedenen Wendungen und Absagen ist es nun doch zur Bildung eines Kabinetts gekommen, an dem sich die Christlich-Sozialen, der Landbund und der Heimatblock beteiligen. Ob dieses Kabinett im RationalrateineMehrheit hoben wird, hängt von der Haltung des S te y risch en Heirnatschutzes ab, der erklärt hat, an der Kabinettsbildung nicht interessiert zu fein. Infolgedessen steht noch nicht fest, ob sich der Steyerische Rationalratsabgeordnete des Heimat­blocks, dessen Stimme den Ausschlag gibt, weiter­hin der Bundesführung unterstellen wird oder nicht. Die Ministerliste ist folgende: Aeußeres und Landwirtschaft: Dr. Engelbert Dollfuß (Chr.-Soz.), Vizekanzler: Ingenieur Winkler (Landbd ). Finanzen: Dr. Emanuel Weiden- Hofer (Chr.-Soz.), Handel: Dr. Guido I a k o n - c i z (Vertrauensmann des Heimatblockes, kein Parlamentarier), Justiz und Unterricht: noch offen, genannt werden Landeshauptmann Dr. Rin te len und Dr. Schuschnig (beide Chr.- Soz.), Sozialverwaltung: Resch lChr.-Soz.), Heer: V a u g o i n, der zum 15- Male dieses Ressort übernimmt, das er mit einer nur sieben- monatigen Unterbrechung seit dem Jahre 1921 leitet, Inneres: Bachinger (Landbundl, Sicher­heit: Hermann Ach (Beamter, kein Parlamen­tarier).

Oer neue Kurs in Zapan.

Suzuki kommt der Armee entgegen.

Tokio, 20. Mai. iWTB.) Anläßlich seiner Er­nennung zum Vorsitzenden der Konservativen Partei hielt Justizminister Suzuki eine Rede, bie weitgehendes Entgegenkommen gegenüber den Forderungen der Ar­me e bewies. Suzuki betonte die Rotwendigkeit, die nationale Verteidigung zu verstärken und die Methoden der japanischen Diplomatie zu ändern.

Die Polizei bereitet einen großangelegten Feld­zug vor, um die Terroristen festzunehmen. Diese Terroristen. Urheber der letzten Anschläge, sollen zu drei verschiedenen Gruppen gehören, die in engem Zusammenhang arbeiten. Es sind dies die GruppeBrüderlichkeit und Blut", deren Mitglieder, 300 an der Zahl, den Finanzminister I n u j e und den Großindustriellen Takuma» don ermordet haben, die Gruppe der 120 jungen Offiziere, die man für die Ermordung Inukais verantwortlich macht, und dieTodes­bande der Landwirte", die 300 Mitglieder zählt und die die Anschläge gegen die elek- trischenKraftstationen am Sonntag ver­übt haben soll.

Amerika läßt seine Flotte im Stillen Ozean.

London, 20. Mai. (WTB.) Reuter meldet aus Washington: Die Aufklärungsflotte der amerikanischen Kriegsmarine, zuderauchdieFlottedesAtlantischen Ozeans gehört, wird bis zum l. Oktober d. I. imStillen Ozeanbleiben. AdmiralPratt 'begründet diesen Entschluß mit dem Wunsch zu sparen und groß angelegte Schießübungen vorzunehmen. Es wird jedoch darauf hingewiesen daß dos Staatsdepartement neulich dem Marinedepartement die Anregung gegeben habe

Me Aufklärungsflvtte im Stillen Ozean zu '6e- lassen, wie man annimmt, in Anbetracht berLageim FernenOsten.

Aus aller Welt.

Schwere Schädigung eines deutschen Zirkus in England.

Dem Zirkus Gleich ist in England auf Betreiben englischer Artistenkreise durch daS Ar­beitsministerium das Auftreten verboten worden. Botschafter Freiherr von Reurath ist im Foreign Office vorstellig geworden. Er legte dar, daß das Verhalten der englischen Regierungsstellen mit dem Geiste des deutsch- englischen Handelsvertrages nicht in Ein­klang stehe. Der Handelsvertrag sehe aus­drücklich vor, daß Konkurrenzgründe keine Handhabe für eine amtliche Schädigung deutscher Interessen sein dürfte, ein Fall, der hier zweifelsohne vorliege. Das Foreign Office ist gebeten worden, entspre­chende Vorstellungen beim Arbeitsministerium zu erheben. Die Lage des Zirkus Gleich ist inzwi­schen infolge des Verhaltens der englischen Re­gierung verzweifelt geworden^ Die Schiff- fahrtsgesellschaften haben eine einstweilige Verfügung gegen den Zirkus erwirkt, um ihn zur Zahlung einer Konventional­strafe in Höhe von 400 Gulden pro Tag und Schicht, beginnend am 15. Mai, zu zwingen. 50 Löwen, 150 Pferde, viele andere Tiere, das gesamte Personal des Zirkus liegen untätig in Rotterdam. In deutschen Kreisen Lon­dons herrscht einmütig helle Empörung über das Verhalten des englischen Arbeitsministe­riums, das man als h ö ch st unfair bezeichnet. Schwere Erwerbslosen-Ausschreitungen bei Gotha.

Zwischen der Polizei und Erwerbslosen kam es in Waltershausen, Landkreis Gotha, zu schweren Zusammenstößen. Die Erwerbslosen ver­weigerten die Annahme der um 1 0 v.H. .ge- kürzten Unterstützungssätze, worauf mit dem Bürgermeister Verhandlungen geführt wur­den, über deren Ergebnis die Erwerbslosen iit zwei Versammlungen unterrichtet werden sollten. Die Erwerbslosenführer forderten die Versamm­lungsteilnehmer jedoch zu Demonstratio­nen a u f, um ihren Forderungen Rachdruck zu geben. Es bildeten sich zwei Demonstrationszüge. Als diese sich dem Rathaus näherten, ging e i n starkes Polizeiaufgebot gegen die Er­werbslosen vor. Darauf wurden die Beamten mit Steinen beworfen und beschos­sen. Die Polizei verteidigte sich zunächst mit dem Gummiknüppel. Als sie jedoch in Bedrängnis geriet, sah sie sich gezwungen, von derSchuß- waffe Gebrauch zu machen. Sieben Be­amte wurden durch Schüsse, Messerstiche und Steinwürfe verletzt. Don den Demonstranten wur­den 12 Personen, ausnahmslos der Kommunisti­schen Partei angehörig, schwer verletzt. Ein Fa­brikarbeiter ist seinen Verletzungen erlegen. Bis­her wurden 15 Personen festgenommen. Eine An­zahl Trupps von Erwerbslosen und Kommunisten haben sich in die umliegenden Wälder zurückgezogen und geben von Zeit zu Zeit Licht­signale. Hieraus scheint hervorzugehen, daß die Unruhen von langer Hand vorbereitet wurden.

Vom Godesberger verband der Sportschoften.

An Pfingsten hielt derGodcsberger Verband der Sportschaften an Deutschen Hochschulen" (G. V.) in Goslar seine diesjährige Derbandstagung ab. Auf den Derbandskonoenten der Aktivenausschüsse und Alt-Herrenbünde wurde u. a. auch die von Darm­stadt nach Gießen übergefiedelte freie Verbindung Suevia" als renonzierende Sportschaft ausge­nommen. Die Tagung begann mit einer Gefallenen­ehrung und endete mit einem Kommers, auf dem die Spitzen der städtischen und staatlichen Behörden so­wie der Standortkommandant begrüßt wurden. Die Verbandstagung schloß mit dem Bekenntnis zur Wchrhaftmachung und sittlichen Ertüchtigung der akademischen Jugend, was der G. V. durch Pflege des Sports und der Bestimmungsmensur erreichen will.

DieGeorges Philippar" völlig ausgebrannt und gesunken.

Der ausgebrannte Rumpf des DampfersGeorges Philippar" ist 145 Meilen nordöstlich von Kap Guardafui gesunken, nachdem er seit der Feuers, brunft etwa 1 6 0 Mcilen abgetrieben war. Das Schiff ist vollständig ausgebrannt. Nach demTemps" sollen sich an Bord des Dampfers drei Millionen Gold und Silber in Barren befunden haben.

Das Unglück im Iransanben-Iunnel.

Die Rettungsmannschaften haben jetzt den Teil der eingestürzten Strecke des transandischen Tun­nels erreicht, wo man die 40 von der Außenwelt abgeschlossen en Arbeiter vermutete. Es stellte sich heraus, daß dieser Teil des Tunnels infolge Wassereinbruches vollständig über­schwemmt ist, so daß alle Eingeschlossenen unter denen sich auch ein dänischer Ingenieur befand, nicht mehr am Leben Jein dürften. Ein neuer, letzter Versuch zur Rettung der ein- geschlosssenen Arbeiter wird unternommen. Das Wasser in dem Tunnel ist bereits aus acht Fuß Höhe ae stiegen. Mit Spezialpumpen ausgerüstete Feuerwehrleute trafen mit Flug­zeugen am Ort des Unglücks ein.

Wettervoraussage.

Die Erwärmung hat weitere Fortschritte gemacht und erneuten Barometerfall veranlaßt. Da die Luft­druckgegensätze aber ziemlich gering sind, greift die Störungstätigkeit mir langsam auf das Festland vor. Heute morgen Jag ein flacher Tiefdruckwirbel über dem Kanal und wird, da im Westen Luftdruckanstieg einfetzt, seinen Weg weiter östlich fortsetzen. An feiner Rückseite gelangt daher kühlere Ozeanluft nach Deutschland vor, die Gewitterstörungen mit Regen und leichte Abkühlung zur Folge haben wird. Eine stärkere Umgestaltung der Wetterlage findet dadurch jedoch nicht statt, vielmehr wird sich nach der vor- übergehenden Gewittertätigkeit das schöne Wetter wieder herstellei»

Aussichten fürSonntag: Gewitterstörun­gen mit Gewitterregen und leichte Abkühlung.

Aussichten für Montag: Teils noch ge- witterdrohende Bewölkung, teils aufheiternd, im ganzen aber Fortdauer des warmen Wetters.

Lufttemperaturen am 20. Mai: mittags 26,6 Grad Celsius, abends 14,7 Grad; am 21. Mai: morgens 17,3 Grad. Maximum 26,6 Grad, Minimum 12 Grad. Erdtemperaluren in 10 cm Tiefe am 20. Mai: abends 24,1 Grad: am 21. Mai: morgens 17,1 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 14>4 Stunden.