Mark! Was meinst du, Eva>
nicht!'
(Fortsetzung folgt.)
Sonntag, den 21., und Montag, den 22. August 1932
Sonntag, den 21.,und Montag, den 22.Augusi
Neuenweg 38
04835
Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen
Zur Pulvermühle Vetter«
5939 D
04810
Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen
Ihre Vermählung geben bekannt
Gießen, 21. August 1932
Wetzlarer Weg 51
Anneröder Weg 26
04831
5929 D
Statt Karten!
Telephon 3998
5959D
Statt KartenI
Oetztal—Tirol
92.50 M.
Tel. 2797
5955 D
Landmannstraße 12
Schützenstraße 48
20. August 1932
04833 J
*• •» ■.
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Gerichtsassessor Fritz Heinrichs und Frau Elsbeth, geb. Schnell
ist ein Gauner, Mama! Fünf Kunstwerk! Behalte es noch, ich
Emma Heß Karl Damm
Katharina Schneider Witwe
An der Johanneskirche 4 III
Anmeldungen und Prospekte durch:
Hapag-ReisebUro, Seltersweg 89,Tel.4197 und
Lloyd-Vertretung Th. Loos, Kirchenplatz 13,
denken und mein Silber verkaufen!"
„Und dann, Mama?"
„Ja, dann ... das weih ich auch antwortete die ältere Dame verzweifelt.
„Lah nur, Mama! Gräm dich nicht. Man muh jeden Tag wagen und jeden Tag ertragen, wie er kommt. Einmal muh es besser werden!" Tröstend streichelte Eva-Marie die blassen kleinen Hände der Mutter. Dann schenkte sie aus einer unendlich feinen Kanne sehr dünnen Kaffee in die schönen, alten Tassen und machte die Brötchen zurecht, die mit erbärmlich wenig Butter und billigem Mus mehr verziert, als gestrichen wurden.
Eva-Marie von Diemen bekam die Stellung! Ein Grohindustrieller, der in einem eleganten Berliner Borort seine prachtvolle Billa hatte, schrieb ihr, dah er um Borstellung der jungen Dame bäte und schickte sein Automobil.
Erwartungsvoll fuhr Eva-Marie dahin, begleitet von den Sorgen und Ratschlägen der Exzellenz.
Ein Diener in schlichter, blauer Livree empfing Gva^-Marie und führte sie erst zu dem Herrn des Hauses. Es war ein wenig schöner Mann mit nicht sehr klugem, aber energischem Gesicht. Etwas Kühles, Abwehrendes ging von ihm aus.
„Meine Frau ist diejenige, welche zu wählen hat, gnädiges Fräulein!" sagte er in ruhigem, geschäftsmähigem Ton. „Ich suche keine Pflegerin für sie. Diese ist vorhanden, und der Arzt ist mit ihren Leistungen zufrieden. Ich suche nur eine angenehme Gesellschafterin für meine sehr leidende Frau, jemanden, der versteht, ihre Stimmungen, die in ihrem Leiden ihren Ursprung haben, abzuschwächen und ihr Gemüt aufzuheitern, wenn es not tut. Sie müssen wissen, ob Ihnen dies liegt! — Natürlich kommt es in
Allen denen, die uns zu unserer silbernen Hochzeit mit Geschenken, Glückwünschen und sonstigen Ehrungen so überaus reichlich bedacht haben,sagen herzlichsten Dank
Karl Wagenbach, Reichsb.-Obersekretär und Frau Marie, geb. Müller
Lollar, den 20. August 1932
Ihre Vermählung geben bekannt
Emst Büiiner Anna Suttner, geb. Wei'der
Ehringshausen Gießen, Riegelpfad 98 20. August 1932
Gießen Worms
Mühlstraße 20 p Weckerlingplatz 3
20. August 1932
Willi Schnee Unterfeldwebel, 4. Komp., 15. 3./R. Frau Else, geb. Spies
Gs laden ein:
Ferd. Kreiling Wwe., „Zum Treppchen Friede. Volkmann II.
W. Rinn, „Zum Schwanen" I. Günderoth, „Zur Ludwigsburg"
_________________________________________________________________5933 D
Wissenschaftliche Werke
Sondergeo-ei oar
Brühl'schen Druckerei
Jazzmusik der Kapelle Weller
Große, spiegelglatte Tanzfläche - Schöne Gartenwirtschaft
Anerkannt gute und billige Bedienung I
Tanzkarten für Herren nur 1.— Mark — Damen tanzen freil
________________________________ 5938D
„Ich kann nicht mehr bekommen!" seufzte die Dame und faßte sich an die Stirn. „Und die Kohlenrechnung, das Gas, das elektrische Licht..."
„Mama!" beruhigte das junge Mädchen.
„Ueberlast mir das Rechnen!"
„Ja, mein Kind, gewiß gern! Aber du plagst dich mit deinen feinen Spitzenarbeiten und schleppst mich mit durch! Ich kann das nicht mehr verantworten. Lieber must ich schon meine kleinen An
erster Linie darauf an, ob sie meiner Frau fonti pathisch find. Kranke sind oft eigenartig in bezug auf ihre Wünsche und ihren Geschmack. Mir persönlich würden Sie zusagen!"
Eva-Marie wustte trotz ihrer gesellschaftlichen Gewandtheit nicht, was sie hierauf antworten sollte.
„Ich hoffe, dah das Leiden Ihrer Frau Gemahlin ein vorübergehendes ist!" sagte sie, um etwas zu antworten.
„Das weist ich nicht!" Der Mann trommelte nervös auf der Platte seines riesenhaften, geschnitzten Schreibtisches. „Ich wünsche es selbstverständlich und hoffe es auch! Aber die Aerzte sagen einem selten die Wahrheit! Wenigstens micht, wenn der Fall hoffnungslos ist! Bielleicht ist es auch besser so!"
„Barmherzig gewist!" sagte Eva-Marie. Der Mann tat ihr leid. Sie hatte das Gefühl, dah er litt. Seine kühle, geschäftsmäßige Art hatte einen kaum merklichen traurigen Unterton.
Er klingelte. Der Diener kam und führte sie über einen langen, teppichbelegten Gang in ein angebautes Gartenhaus. Eine Pflegerin öffnete die Tür zu einem Hellen, freundlichen Zimmer, in dem unter vielen Palmen und anderen schönen, gepflegten Pflanzen Helle Peddigrohrmöbel standen. Auf einem Liegestuhl lag die Kranke. Sie hatte ein durchaus angenehmes Gesicht. Das dichte, blonde Haar hing in zwei Zöpfen über die mageren Schultern herab. Sie streckte der Ankommenden freundlich die blasse, feine Hand entgegen. „Rehmen Sie Platz, Fräulein von Diemen!"
Eva-Marie nahm in dem bequemen Rohrsessel Platz, der neben dem Krankenlager stand. Es war ein wenig Krankenstubeatmosphäre. Der Duft der frischen Pflanzen mischte sich mit einem vornehmen Parfüm, das von dem weichen Kleide der Leidenden ausging. Ihre Erscheinung war gepflegt und geschmackvoll, trotz des augenblicklich hilflosen Zustandes. Auf der hellem Samtdecke lag eine Mappe mit feinen Radierungen. „Stimmungsbilder von der Insel Rügen", stand in schön gezeichneter Schrift auf der Außenseite. Eva-Maries Augen hielten interessiert darrir fest. „Kennen Sie Rügen?" fragte die Dame. „Es ist meine Heimat, ich bin dort geboren!** antwortete das Mädchen warm.
Da fingen sie an, von der Insel zu sprechen. Bon den Kreideufern, von den Buchenwäldern, vom verträumten Putbus, von den stillen Seen. Es war nicht, als ob sich Eva-Marie um eine Stelle bemühte, es war, als ob alte Bekannte, die sich gern haben, von gemeinsamen Erinnerungen plauderten.
„Wir reisen im Sommer nach Rügen!" versprach die Kranke mit einem so glücklichen Gesicht, als ob ein Kind sich auf die Ferienreise, freute.
Dame. „ Fünf Marie?"
„Kronemann Mark für das rate dir!"
hochprozentig, anerkannt bette Sorte, liefert billigst
C. Rübsamen, Fernspr. 3659.
Sonntag, den 21. August
Konzert
Anfang 4 Uhr. Eintritt frei 5945 D
Sonntag, den 21., und Montag, den 22. August 1932:
Mirmes
wozu freundlichst einladet
Gastwirt Karl Gommerlad „Zum Holländischen Hof".
WaldeSlutt
am Llughafen
Schattiger Waldaufenlhalt. Tief gel. Schoppen! Heute abend Uebertragung des großen yunkvotvourris von der Berliner Funk-Ausstellung — Morgen Sonntag:
Konzert mit anschließendem Tanz! Blaujacken-Iazz-Llavelle!
Frischer Apfelkuchen / Täglich geöffnet
Sa
Außen
Die große Pol wie wir s'e^uN leben, m der 14 bereitet. Das ist nen Osten un Fall, als tn 6 maM-hanzoslst allzuviel bedeu^ Der Spruch oe melstreit an historische W hältnissen mchts wahrhaftig nid)1 wichtigsten PM ten sowohl innfl wie materiell Falle Böttcher Litauens ein ge keine Ruhe. Ro weder dem Dor statuts und unt denklichcr Weis weiterzugehen, und auch seine delt haben. Die viel zu fomalis veränität im 2lu dem Memelstatl Ordnung Recht ben, nämlich di onal gewährleist derheit. Aber hält, ist überha, letzter Zeit hat i Einsicht und gu nügt l icht! Un Kow 0 eher di mit dem Meml steigern.
Während die mehr als einen " Stelle tritt, sich das zentrale S -ar Irin Prvgral wer rnrhr Ledei s ch e Sitnativn, dem die dah kommissivi Gens vorlegen In kurzer < scheinend zur September be Nennung des auhervrdentli Japans in t die aufsehene Reuhorker ,, gleichen Tage menhang.
Die Kundgi der Crnennun sie bedeuten | sichtige. Die ( selbständigen <• ja nicht. Auch durchaus Jemi des Avlkerbun! lchtton-Kommis llQ) behauptet derbe die Bese h°n als unbegi ^Womnu für Faha, daß man sich Kurei „de im W'ch spielt ' » die An vufammem uuszuspreche»
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in derlurnhalle zu Heuchelheim
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Vornan von Hertha FriSe
llrheberrechtsschuh: Verlag Oskar Meister, Werdau
Nachdruck verboten.
1.
Auf der geschweiften, blitzblanken Kommode mit den zierlichen Messingbeschlägen im Zimmer der Exzellenz von Diemen spielte die Morgensonne. Exzellenz hatte noch schönes braunes Haar, das glatt und dunkel mit dem alten Mahagoni um die Wette spiegelte. Sie rieb mit dem Staubtuch ein Fleckchen von der alten Meißner Base, die sie liebevoll betrachtete.
„Ich habe gehört, Eva-Marie, daß man heute von Sammlern noch einigermaßen Preise für solche Sachen bekommt! Ich werde mich wohl entschließen müssen, mich davon zu trennen, obwohl diese Base ein Brautgeschenk meiner Mutter ist!"
Das junge Mädchen, an das diese Worte gerichtet waren, deckte gerade den kleinen, zierlichen Rähtisch am Fenster mit zwei Tassen zum Frühstück. Das Eßzimmer hatte man vermieten müssen in dieser schweren Zeit.
„Wer will dir etwas dafür geben, Mama?" fragte sie und legte ein paar winzige Brötchen in den silbernen Frühstückskorb.
„Der Händler Kronemann!" antwortete die
„Was schreibt Onkel Hans, Mamachen?"
Wer die beiden vornehmen Erscheinungen der Damen in ihrer geschmackvollen Umgebung gesehen hätte, hätte wohl nicht ohne weiteres die stille Rot gespürt, die sie durch Plaudern zu verbergen suchten, und die doch jede bitter empfand.
■ „Onkel Hans ladet mich ein nach Großkubih. Aber du kannst nicht fort, Eva-Marie! Und ich mag dich nicht so schutzlos hier allein lassen!"
Eva-Marie lächelte ein wenig amüsiert. „Mamachen, du bist noch sehr aus vorrevolutionärer Zeit! Meinst du, daß junge Mädchen noch heute von Mamas und Tanten beschützt werden müssen? Ich wünschte wohl, daß Onkel Hans dich für längere Zeit dorthin auf das Gut holte! Ich ginge dann schon meinen Weg und hätte die schöne Beruhigung, daß du statt der prima Margarine gute Butter bekommst und keine Rot littest!"
„Wenn du mitkämest, mein Kind!" Ein sehnsüchtiges Wünschen stand in den Augen der Aelteren.
„Du weißt, daß ich das nicht möchte? Meine Kusinen mögen prachtvolle Mädchen sein, aber sie haben mich nun einmal nicht gern!" Eva- Marie zog eine kleine Falbe zwischen die dunklen Augenbrauen.
„Weil du temperamentvoller und klüger bist, als die beiden langen, langweiligen Dinger!"
„Möglich, Mutting, aber das ändert an der Tatsache nichts! Jedenfalls wüßte ich dich dort gut aufgehoben in dieser elenden Zeit! Ich wüßte wohl, was ich täte!" Es waren leise Worte, die das schöne Mädchen aussprach, leise und verhalten, als verriete sie zu viel von starken, heimlichen Wünschen.
„Du wüßtest, was du tätest? Was denn, Eva-Marie?"
„Wir vermieteten auch unsere letzten beiden Zimmer, Mama! Du weißt, für solche antiken Interieurs zahlen die Leute noch anständig. Wohnungen mit Küche sind begehrt! Und erschrick nicht, kleine Mama —"
Wieder kam das amüsierte Lächeln, das dieses Mädchengesicht so reizend kleidete. „Du hättest genug Geld für deine persönlichen Dedi s«risse, und ich suchte mir eine passende Stellung."
„Stellung? Eine von Diemen!" Die Dame verzog schmerzlich den feinen Mund.
„Du mußt nicht so altmodisch sein, Exzellenz Mama! Denke dir, dann kann diese von Diemen wieder echten Kaffee trinken, elegante Schuhe tragen, statt der selbstgummibesohlten, ein neues Kleid, wer weiß, was noch alles! Gönnst du mir das nicht?"
„Ach, mein gutes Kind!" Eine Träne rann über die Wange der Exzellenz, die sich an die neue Zeit nicht gewöhnen konnte und die alte.
gediegene Lebensführung so schwer entbehrte. Eva-Marie aber wurde ganz aufgeräumt. Sie bediente die Mutter, die nicht eigentlich ihre Mutter, sondern eine rührende Stiefmutter war, zärtlich, holte noch eine behütete Tafel Schokolade zur Vervollständigung des mehr als bescheidenen Frühstücks und trug ein hoffnungsfrohes Leuchten in den klugen, grauen Augen. Wenn die gute Mama nur untergebracht war, wenn sie nur nicht einsam sein und Rot leiden brauchte! Eva-Marie von Diemen würde schon den Flug wagen, den Flug in die Ferne, in die Weite, heraus aus allem Engen, Erbärmlichen, was sie beengte. — Sie nahm die Zeitung.
„Eine verständige, junge Dame aus besten Kreisen, musikalisch, heiter, geduldig und reisegewandt, wird zur Gesellschaft und Begleitung einer leidenden Dame gesucht. Pflegerin und genügend Personal vorhanden."
„Sieh, Mama, das könnte ich!" sagte Eva- Marie vergnügt und zeigte auf das Inserat.
„Möchtest du dich daraufhin melden?" fragte zaghaft Frau von Diemen.
„Hab ich schon!" meinte munter das Mädchen.
„Wenn nun die Dame etwas Ansteckendes hat! Wenn nun — ach Gott, Kindl"
„Wenn, wenn ... Mutting, kleines, vorsichtiges Mutting! Wenn ich die Stelle nur überhaupt kriege! Alles andere sehen wir nachher schon!" Eva-Marie lachte und umarmte die besorgte Dame, die so hilflos aussah und es doch so rührend gut mit ihr meinte, seit sie ihres Vaters Frau geworden war. ilnd doch hing diese treue, liebe Dame oft wie ein hemmendes Gewicht an der vorwärtsstrebenden Kraft ihrer Jugend.
Auf zur
MeWMkWes
Slelnstraße 29
20. August 1932
Sonntag, den 28. August, 15 Uhr
Einweihung
des erneuerten 59190
Diinsbergturms
VfIIHIIr | Ul 1 I Her^lichenDank allen lieb.Bekannten, ; Nachbarn und Freunden, die meiner * anläßlich meines 86. Geburtstages so liebevoll gedacht haben 04858
Statt Karten!
Hans Eise Eleonore Eise, geb. Einbrodt
Vermahlte
6 billige Sonderfahrten!
4. bis 11. September 1932 Bayerische Alpen, Tirol—Oetztal Salzkammergut
Beachten Sie bitte, daß in den angegebenen Preisen Eisenbahnfahrt, Unterkunft, volle Verpflegung und die laut Programm vorgesehenen Autoausflüge, sowie Bedienungsgelder und Kurtaxe eingeschlossen sind.
Kochel am See..........69.80 M.
Oberammergau—Ettal......69.50 M.
Prien—Chiemsee.........75.00 M.
Mittenwald.............75.50 M.
Traunstein—Salzkammergut. . 79.00 M.
04822
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