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Aus der Provinzialbauptstavt

Gießen, den 20. April 1932.

Oie ^ealsteuersperre für 1932.

In den von dem Wirtschaftsprüfer und Steuer­syndikus Hermann Will zu Gießen herausge- gebenenAktuellen Steuerfragen" (Rundschreiben Ar. 8 vom 15. April) wird berichtet:

Unter dem 19. März 1932 hat die Reichsregie­rung im Zusammenhang mit anderen steuerlichen Ro^chriftcn auch eine Realsteuersperr­verordnung für das Rechnungsjahr 1 932 erlassen. In ihr wird den Ländern und Ge­meinden grundsätzlich auch für das ganze Steuer­jahr 1932 die Verpflichtung auferlegt, keine höhe­ren Realsteuersähe (Grund- und Gewerbesteuer) zu erheben, als sie für 1931 rechtswirksam be­schlossen und festgesetzt waren. Ferner kann eine im Rechnungsjahr 1931 nicht bestehende Be- steuerungsgrundlage für 1932 nicht neu einge­führt teerten.

Zugelassen ist aber eine AusdehnunH ter Steuergegenstände in gewissem Umfange und in Anpassung an das Grundsteuer- und Gewerbe- steuerrahmengeseh.

Hinsichtlich ter Gewerbesteuer wird es den Lan­desregierungen überlassen, die sog. Filialsteuer einzuführen oder den Gemeinten die Einführung zu gestatten. (Das hat nur für die Länder Be­deutung, die diese Sondergewerbesteuer bisher noch nicht kennen.)

Für die Grundsteuer ist eine Anpassung der Steuerwerte an die neuen Einheitswerte für zu­lässig erklärt, wenn daraus eine Mehrbelastung für den Steuerpflichtigen sich nicht ergibt.

Allgemein zugelassen ist ferner eine Erhöhung ter Realsteuersähe ter Gemeinden bis zum Satz des Lantesdurchschnitts. gegebenenfalls auch im Wege ter Verkoppelung ter Realsteuern mit der Dürgersteuer.

Sie hessische Staatsregierung hat, wie das Tarmst. Tagbl." hort, durch Vermittelung der Kreisämter sämtlichen Gemeinden Hessens, deren Realsteuersätze unter dem hessischen Landesdurch­schnitt liegen, folgende dringliche Mitteilung zu­gehen lassen: Der im Etatsjahre 1931 den Städten und Landgemeinden des Landes aus Staats­mitteln gewährte Ausgleich für die durch Rotverordnung erfolgte prozentuale Sen­kung der kommunalen Real steuern werde im Iahre 1932 aus finanziellen Gründen nicht mehr gewährt. Die Real st euer- sperre werte also für die Gemeinden mit unter dem Landesdurchschnittssähen liegenden Realsteuersätzen in der Weise gelockert, daß, im Falle der Etat nicht aus eigenen Steuer­mitteln ausgeglichen werden könne und bezüglich der Wohlfohrtslasten Staatshilfe in. Anspruch genommen werten müsse, die betreffenden Ge­meinten eventuell durch staatliche Zwangsmaß­nahmen verpflichtet werden, ihre Realsteuersähe bis zum Landesmittel zu erhöhen. Das Landes­mittel beträgt auf 100 Mark Steuerwert bezüglich ter Gebäudesteuer 37 Pfennig, der land- und forstwirtschaftlichen Grundsteuer 50 Pfennig, des gewerblichen Anlage- und Betriebskapitals 72 Pfennig, des Gewerbeertrags 3,25 Mark. Begründet wird die Maßnahme damit, daß seit Jahren eine erhebliche Zahl von Gemeinten in Hessen ihre Realsteuersätze absichtlich weit unter dem Landesmittel ließen, aber für ihre Wohl­fahrtslasten Staatshilfe in Anspruch nahmen, während in der weitaus größten Mehrzahl der hessischen Gemeinten die Realsteuersätze erheblich über dem Landesmittel liegen und die Wohl­fahrtsausgaben aus Mitteln ihrer wesentlich höher belasteten Steuerzahler beglichen werten müssen. Die steuerliche GerechtiAeit erfordere deshalb die Durchführung der genannten Regie­rungsmaßnahme. Die Gemeinderatsversammlun­gen ter in Betracht kommenden Gemeinden wur­den von ter Regierung aufgefordert, dringlichen Beschluß zu fassen, ob sie die Steuererhöhung freiwillig durchführen wollen, falls es erforder­lich werden sollte.

Liederabend des Gesangvereins Liederkranz^.

Am Samstag beging ter Gesangverein L i e d e r k r a n z" die 9 5. Wiederkehr seines Gründungstages. Mit Rücksicht auf die gegenwärtigen Zeitverhältnifse nahm der Verein von einer größeren Festlichkeit Abstand und veranstaltete dafür in schlichter Weise einen Liederabend

Der erste Vorsitzende, Rektor Georg Kling, betonte in seinen kurzen Cinleitungsworten, daß es weniger auf eine große Feier, als vielmehr auf die Tatsache ankomme, daß der Verein in den 95 Jahren seines Bestehens von seinem Ziel und Zweck, die ernste Pflege des Männergesanges, nicht abgegangen sei. sondern sich durch alle

Röte der Zeiten im Sinne dieser Tradition be­währt habe.

Die Richtigkeit dieser Worte wurde durch die Tat am Samstag erneut bewiesen. Gewiß ist ter Chor des Vereins, der u. W. wohl der älteste in Gießen ist, nicht sehr stark, dafür sind aber seine Mitglieder von regem Eifer und großer Sanges- freute beseelt, und die Leistungen ließen den be­rechtigten Wunsch zu, den Verein im kommenden Winter auch einmal in größerem Rahmen zu hören.

Die Dortragsfolge enthielt Chöre von Kreutzer, Mozart, Häser, Silcher u. a., und sie erfuhr eine sichere und schöne Durchführung. Unter der be­währten Leitung seines Chormeisters W. Schütt­ler erlang sich der Chor einen erfreulichen, zu neuen Taten anspornenden Erfolg. Als beson­ders schön gelungen sei der ChorWeihe des Gesanges" von Mozart hervorgehoben, der einen geschlossenen und nachhaltigen Eindruck machte. Aber auch HäsersDer Wald" verdient die gleiche Erwähnung.

Die Reihenfolge ter Chöre wurde, um auch etwas Abwechslung zu haben, durch Sologesang und Jnstrumentaldarbietungen unterbrochen. Das Chormitglied Hans Möller (Tenor) fang Men­delssohnsFrühlingslied" und dieUngeduld" von Schubert mit sehr sympathischer Stimme. Mit einem anderen Mitglied, Herrn K. Faber

(Bariton), zusammen wurden noch zwei Duette von Abt und Hiller in angenehmster Weise vor­getragen.

Den instrumentalen Teil des Abends bestritten Herr W. Schüttler (Klavier) und seine bei­ten Töchter, Frl. Waltraud und Frl. Martha Schüttler (Violine), wobei sich Frl. Waltraud Schüttler als eine tüchtige junge Geigerin mit ungekünsteltem natürlichen Spiel zeigte und Frl. Martha Schüttler eine sichere und dezente zweite Stimme durchführte.

Der herzliche Beifall der zahlreich erschienenen geladenen (Säfte dankte dem Chor und allen Mitwirkenten für die wohlgslungenen Darbie­tungen. B-

Rundfunkprogramm.

Donnerstag. 21. April.

7.20: Frühkonzert auf Schallplatten. 12.00: Don München: Unterhaltungsmusik. 13.00: Schallplat­tenkonzert. 15.30 bis 16.30: Stunde der Jugend. 17.00: Aus dem großen Saal des Stüdt. Saalbaus Darmstadt: Akademie-Konzert. 18.25: Zeitfragen. 18.50:Die Staatsverfassung ter Völker: Oester­reich", Vortrag. 19.30: Operetten-Konzert des Rundfunk-Orchesters. 20.00: Scarpins Streiche. Hörspiel nach Moliöre. 21.20:. Studien-Konzert. 22.45 bis 24.00: Nachtmusik.

Wirtschaft.

I -G. Zarbenindusirie.

weiterer Rückgang des Absatzes. 51,5 Millionen Mark Reingewinn. Verminderung der Belegschaft.

WSR. F r a n k f u r t a. M., 19. Apr I. Aus dem heute ter Presse übergebenen Geschäftsbe­richt der IG.-Farbenindustrie AG. für das Jahr 19 31 ist von allgemeinem Interesse, daß sich auch bei ter IG. die im Vorjahr bereits ausgetretenen Geschüstserschwe- rungen beträchtlich vermehrt haben.» Der Ab­satz ist weiter rückgängig. Der Reinge­winn ist von 95,16 auf 51,46 Mill. Mark zu rück­gegangen. Bekanntlich werten daraus 7 Proz. gegen 12 Proz. im Vorjahr Dividente verteilt. Die Belegschaft ter IG. einschließlich ter Gru­ben und der andern von ihr kontrollierten Werke betrug am 31. Dezember v. I. 98 716 Arbeiter und Angestellte. Auch im vergangenen Jahr mußte eine weitere Verminderung der Belegschaft durch- geführt werten. Dabei wurden wiederum in erster Linie soziale Gesichtspunkte beachtet und eine große Anzahl älterer Angestellter und Arbeiter mit längerer Dienstzeit unter Gewährung einer laufenden Unterstützung in den Ruhestand versetzt. In vielen anderen Fällen wurden bei längerer Dienstzeit entsprecbende Abfindungsbeträge beim Ausscheiden b^ahlt. Um weitere Entlassungen zu vermeiden, ist die Kurzarbeit bei Arbeitern und Angestellten noch mehr durchgeführt worden. Fer­ner ist die Verwaltung in einzelnen Betrieben ver­suchsweise dazu übergegangen, Arbeiter und An­gestellte abwechselnd für einen gewissen Zeitraum, zu beurlauben und nach Ablauf des Urlaubs wie-' der einzustellen.

*

* Die öffentlichen Lebensversiche­rungsan st alten in Deutschland. Im März wurden bei den im Verbände öffentlicher Lebens­versicherungsanstalten in Deutschland zusammenge- schlossenen öffentlichen Lebensoersicherungsanstalten 11819 neue Versicherungen mit 14,73 Millionen Mark Versicherungssumme beantragt. Die durch­schnittliche Versicherungssumme betrug in der Groß- lebensversicherung 3513 Mark, gegen 4010 Mark im März 1931, und in der Sterbegeldversicherung 454 Mark, gegenüber 513 im gleichen Monat des Vor­jahres.

Berlin ziemlich behauptet.

B e r l i n , 20. April. (WTB. Funkspruch.) Nachdem man im heutigen Vormittagsoerkehr, verstimmt durch neue Kursrückgänge in Neuyork, mit einer schwäche­ren Börse gerechnet hatte, zeigten die offiziellen ersten Kurse gegen gestern ziemlich behaup­tete Tendenz. Hinsichtlich des Ausganges der Preußenwahlen herrschte natürlich auch weiterhin starke Unsicherheit, im übrigen fehlte es an irgend­welchen Momenten. Die Kundenaufträge hielten sich aus diesem Grunde in engsten Grenzen, während die Spekulation eher zu Deckungen neigte. Für Farben­aktien bestand einige Kaufneigung. Viel besprochen wurden die jetzt bekanntgegebenen Durchführungs­bestimmungen zur Verordnung über den Effekten- handel mit dem Auslande, über deren Auswirkung in der Praxis man recht geteilter Meinung war. Festzustehen scheint jedoch, daß die Bestimmungen das an und für sich schon kleine Geschäfte weiter einengen werden, wenngleich natürlich auch illegale Verkäufe verhindert werden müssen. Auf diese letzte

Wirkung führte man einen Teil der heutigen Deckun­gen zurück. Was die Kursgestaltung im einzelnen anbetrifft, so sind heute Hoesch-Obligationen, AG. für Verkehrswesen, Reichsbankanteile, Holzmann, Harpener, Siemens und Farben mit Gewinnen von 1 bis 1,5 v. H. zu erwähnen. Anderseits gingen Dessauer Gas, Vogeldraht, Aku, Waldhof, Schultheis, Charlottenburger Wasser, Deutsche Atlanten, Deutsche Erdöl, Rheinische Braunkohlen, Felten, Gesfürel und HEW. im gleichen Ausmaße zurück. Im Verlaufe vermochte sich eine Besserung durchzusetzen, die besonders an den Hauptmärkten zu Gewinnen bis zu 1,5 v. H. führte. Im allgemeinen war eine Ge­schäftsbelebung aber nicht zu verzeichnen. Interesse fanden besonders Farben, Gelsenkirchem Conti­gummi, Licht & Kraft und Siemens. Vereinzelt waren auch kleine Abbröckelungen festzustellen.

Deutsche Anleihen nicht ganz einheitlich: Alt­besitz freundlicher, Neubesitz knapp behauptet. Von Ausländern waren 4,5-v. H.-Rumänen etwas schwä­cher, deutsche festverzinsliche Werte bei kleinem Ge­schäft überwiegend etwas schwächer. Reichsschuldbuch, forderungen und Reichsbahnvorzugsaktien waren nur wenig verändert, Farben-Bonds lagen etwa 1 v. H. fester.

Frankfurt still.

F r a n k f u r t a. M., 20. April. (WTB. Draht­meldung.) Rachtem noch im vorbörslichen Ver­kehr, auf Grund der neuerlichen Schwäche der gestrigen Reuhorker Börse niedrigere Kurse taxiert worden waren, eröffnete die amtliche Börse zwar in sehrruhiger, aber eher e t w a s f r e u n d- -licherer Stimmung. Das Geschäft hielt sich dabei in sehr engen Grenzen, zumal das Räher- rücken des Wahltages die Zurückhaltung aller am Börsengeschäft beteiligten Kreise verstärkt hat. Auch die neue Rotverordnung gegen ©ffetten- schmuggel mit ihren verschärften Bestimmun­gen auch für den legalen Handel wirkte auf die Geschäftstätigkeit hemmend. Die Spekulation schritt heute zu kleinen Deckungen, die ein leichtes Anziehen der Kurse für Speztalwerte zur Folge hatten. Vom Publikum lagen keine Aufträge vor, und auch sonst fehlte es an Anregungen. Etwas fester eröffneten IG., Reichsbank, Schuckert und Siemens, die Besserungen von 1 bis 2 Prozent aufwiesen. Montanwerke lagen uneinheitlich, doch gingen die Veränderungen nach beiden Seiten nicht über 0,50 Prozent hinaus. Von sonstigen Elektroaktien gewannen AEG., und Licht & Kraft je 0,50 Prozent. Einige Rebenwerte, wie Metall­gesellschaft und Karstadt, zeigten Erhöhungen von 0,50 Prozent. Scheideanstalt und Rütgerswerke gingen dagegen im gleichen Ausmaß zurück. Die übrigen Marktgebiete lagen geschäftslos. Deutsche Anleihen neigten zur Schwäche, Reichsschuldbuch­forderungen zogen 0,25 Prozent an, von auslän­dischen Renten waren Anatolier gefragt und fester. Im Verlaufe hielt die Deckungsneigung der Spe­kulation an, und die Kurse verzeichneten weitere Besserungen. Besonders waren einige Montan­aktien etwas stärker erhöht. Die Umsahtätigkeit hielt sich aber weiterhin in den aller engsten Gren­zen.

Am festverzinslichen Markt lagen Gvldpfandbriefe eher etwas schwächer. Liqui- dationspsandbriefe blieben gut gehalten. Für Städteanleihen hat das Interesse hierbei merklich nachgelassen. Don Jndustrieobligationen waren

Mainkraft gesucht, Stahlverein-Donds gehalten, dagegen Farben-Bonds 1,50 Prozent höher.

Tagesgeld war im Zusammenhang mit den heu­tigen Gehaltszahlungen etwas steifer und stellte sich auf 4,75 Prozent.

Frankfurter Getreidebörse.

F r a n t f u r t a. M., 20. April. Es wurden notiert: Weizen 267,50 bis 270 Mark, Roggen 225, Sommer­gerste für Brauzwecke 195 bis 200, Hafer (inländi­scher) 165 bis 172,50, Weizenmehl (süddeutsches, Spe­zial 0, mit Austauschweizen) 39,25 bis 40,25; Son- Vermahlung 38,25 bis 39,50, Weizenmehl (nieder- rheinisches, mit Austauschweizen) 39,25 bis 40, Son- dermahlung 38,25 bis 39,25, Roggenmehl (770 v. H.) 29 bis 30, Weizenkleie 10,85 bis 11, Roggenkleie 11 Mark. Tendenz: ruhig.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

F r a n k f u r t a. M 20. April. Auftrieb: 104 Rin- der, 1004 Kälber, 105 Schafe, 493 Schweine. Es wur­den notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 40 bis 44 Mark, mittlere Mast- und Saugkälber 35 bis 39, geringe Kälber 30 bis 34; Schafe: Mast­lämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 30 bis 32, mittlere Mastlämmcr, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe' 23 bis 29; Schweine: oollfleischige von etwa 200 bis 240 Pfund Lebend­gewicht 36 bis 39, von etwa 160 bis 200 Pfund 35 bis 39, fleischige von etwa 120 bis 160 Pfund 32 bis 35 Mark. Marktverlauf: Schuf- und Kälber mittel­mäßig, ausverkauft; Schweine schleppend, ausver­kauft.

Oberheffen.

Birdinger Kreistag.

WSN. Büdingen, 19. April. Der Kreistag des Kreises Büdingen hat in seiner dies­jährigen ordentlichen Tagung den mit 519 156,51 Mk. (gegen 604 554 Mk. im Vorjahre) abschließenden Haushaltsplan des Kreises Büdingen für 1932 ge­nehmigt. Ferner wurden der Rechnungsbericht der Kreiskasse von 1930, der mit einem Ueberschuß von 82 098,51 Mk. abschließt, und die Sondervoranschläge des Kreiswohlfahrtsamts und des Kreiskinderheims Bingenheim gutgeheißen. Als besonders bemerkens- wert ist noch zu berichten, daß auf Antrag der SPD.- Kreistagsfraktion einstimmig beschlossen wurde, die Gewährung der Reichshilfe für notleidende Gemein­den auch für die kleineren Gemeinden zu fordern und die Schullasten für die Gewerbeschulen auf sog. Be- zirksschulgemeinschaften zur Entlastung der Schul- sitzgemeinden zu verteilen. Mit der Ermäßigung der Kreissteuern von 210 000 Mk. im Vorjahre auf 185 500 Mk. im neuen Haushaltsjahr erklärte sich der Kreistag einverstanden.

Oer Totschlag im Kreise Büdingen.

Bleichenbach (Kreis Büdingen), 19. April. Die Ermittelungen in der Totschlagssache Gtreum wurden heute fortgesetzt. Durch die Staats­anwaltschaft und die Kriminalpolizei wurden auf der Bürgermeisterei Zeugen vernommen. Im Hause des erschlagenen Schneiders (nicht Landwirtschaftsknechts wie gestern irrtümlich gemeldet worden war) Streum fand die gerichtliche Leichenöffnung statt. Die im Ortenberger Gerichtsgefängnis untergebrach­ten ^Täter wurden einzeln im Auto geholt und der Leiche gegenübergestellt. Die ungeheure Erbitterung, die in Bleichenbach über die rohe tat herrscht, führte dabei zu heftigen Szenen. In der Nähe des Eltern- Hauses des Toten hatte sich eine Menschenmenge an­gesammelt, die sich in heftiger Erregung befand; als die Autos ankamen, ging die Menge mit Ver­wünschungsrufen gegen sie vor, sie wollte die Täter herausreißen und lynchen. Nur dem energischen Da­zwischentreten der Sicherheitsbeamten gelang es, die Menge abzudrängen und Unheil zu verhüten. Wie wir hören, sollen die Täter unter dem Eindruck der Gegenüberstellung die Geständnisse wieder- holtundergänzt haben. Sie werden demnächst nach Gießen verbracht und vor das Schwurgericht gestellt werden.

Der Landwirtschaftsknecht Kuhn von Aulendie- bach der gestern in die Chirurgische Klinik nach Gießen eingeliefert wurde, hat einen Unter- schenkelbruch, und eine Kopfverletzung' erlitten. Sein Befinden ist den Umständen ent­sprechend gut,

Landkreis Gießen.

< Lollar, 19. April. Am Sonntagvormittag sand die im Wintersemester beschlossene geo­logische Wanderung der hiesigen Volkshoch­schule unter Führung von Herrn Dr. F15 r k e (Gießen) statt. Heber 30 Personen, hatten sich dazu eingefunten. Der Weg führte durch Rutters­hausen nach den Basaltschloten des Lützel- und des Altetergs. Rach Besichtigung der Dtein- brüche wanderte man zur Tiefenbach, hier zeigte am Straßendurchbruch eine grüngraue Ader erdig verwitterten Basalt und an anderer Stelle trat der Zechstein zutage. Run wurde der Sandstein- und dann der Dasaltsteinbruch bei Staufenberg aufgesucht. Dort sah man schönen, meist sechs-

Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 5,5 v.H., Lombardzinsfuß 6,5 v.H.

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Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. 7N.

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19.April

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Datum

19-4.

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Datum

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Datum

19.4.

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20-4

Amtliche Notierung

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Amtliche Geld

Notierung

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Kopenhagen. Stockholm . London . . Buenos Aires Neunori Brüssel.

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12,465 64.94 3,057

170,68 77,92 87,16 77,52 15,95 1,048 4,209 58,98 21,63

16,605 81,77 33,27 82,67 1,399 0,279 7,423 14,54

in, 19. April Noten . . .

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1,047 4,217

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21,67

16,645 8h, 98

33.23

82,83

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7,437

14,51

grief __ 4,22

59,06

87,32

15,97

16,62

170,99 21,84

784)6

2,51

77,66 81,91

33,37

6% Deutiche Retchsanleihe o. 192;

7% Deutsche Reichsanleihe v. 1929 5%% Doung-Anleihe von 1930 .

Deutsche Anl..MlöI.-Schuld mit

Auslos.-Rechten.......

Desai, ohne Auslos^Rechte .

8% Hesl. BolMaat von 1929

(rückzahlb. 102%)......

Oberhessen Provinz-Anleihe mit AuSlof.-Rechten.....

Deutsche Komm. Sammelabl.

Anleihe Serie 1 ....

8% Franks. Hyp.-Bank Galdpfe 15 unkündbar bis 1935 ....

7% Franks. Hyp.-Bank Goldpfe. unkündbar bis 1936 Serie 16 .

<%% Franks. Hyp.-Bank ßiqü^ Pfandbriefe........

4y.% Rhe nische Hyp.-Bank.Liqu Goldpse..........

8% Pr. LandeSpfandbriefanstalt, Psandbriese R. 19......

7% Pr. Landespfandbriefanstalt, Pfandbriefe R io

4% Oeiterrelchyche Goldrenie . . 4,20% OeNcrreichlsche Silberrente 4% Ungarische Goldrente ...

4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4'/,% desgl. von 1913

6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe

Serie I

4% desgl. Serie II

5% Rnmän. veredib. Rente v. 1903 4!4%Rumän.verein.h.Rentev.i91S 4% Rumänische vereinh. Rente .

8 }4% l. Anatolier......

57,5 63,5

50

38

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73

72,75

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2,1

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9,05 4,15

13,5

Hamburg-Amerika Pake, . . . e

Hamburg-Südam. Dampychiss. 0

Hansa Dampfschiff . . 0

Norddeutscher Lloyd . . . 6

21.®. für Verkehrswesen Aki.

Berliner HandelSgesellschast . 8

Commerz- und Privat-Bank. 7

Darmstädter und Rationalbanl 8

Deutsche Bank und

Disconto-Gesellschast... 6

Dresdner Bank...... 6

ReichSbonI .... 12

A.E.G. . .... 7

Bergmann . 9

Elektr. Liefern ngSgesellschast. 10

Licht und Straft 10

Felten & Guilleaume . 8'/,

Gesellschaft für Cleknifche

Unternehmungen ... v

Rheinische Clektrizität .... 9

Schuckert & Go. ...... 11

Lahmeyer S Co....... 12

Buderus .........4

Deutsche Erdöl.......5

Gelsenkirchener.......8

Harpener. 0

Hoesm Eilen.........6

Ilse Bergbau .... 10

Klöcknerwerke . . 6

Küln-Neuefsen......

ManneSmann.Röhren ... 6

Mansselder Bergbau.....0

>7berfchlef. Kokswerke .... 8

i Ahonix Bergbau.....4%

Rheinische Braunkohlen. . . 10

Rheiuslahl ....... ..6

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15

83

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43 23,65 102,25

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32,5

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Riebeck Montan . . . Bereinigte Stahlwerke Olavi Minen .... Kaliwerke Aschersleben Kaliwerke Westeregeln Kaliwerke ©aUbetfurtb

I. ®. garben-Industtie Verein, chem. Industrie surf a. M......

Scheideanstalt....

Goldschmidt.....

RütgerSwerke .... MetallgeleNIchaft.

Philipp Houmann .

Zementwerk Heidelberg Zementwerk Karlstadt.

Wayh & Frevtag

Schultheis Patzenhofei Aku (Allgemeine Kuns Bemberg.

Zellstoff Waldbof . . Zellstoff Aschaffenburg Dessauer Gas ...

Daimler Motckren Deutsche Linoleum . Lrenstein & Koppel . Leonhard Tietz . .

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Frankfurter Malchtnen Grihner......

Mainkrastwerke Höchst Süddeutscher Zucker .

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1,46 0,28

7,43

14,5

3anfno

Schilling

en

50 95 12,465

62,94 3,057

170,68 76,82 86,81

77,52 15,87

1,043 4,209 58,98 21,63

16,605 81,82 33,17 82,67 1,399 0,279 7,423

14,49

Geld

4,20

58,82 86,98

15,91

16,56 170,31

21,76 77J4

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33,23