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19.8.1932 Erstes Blatt
 
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Ur. 194 Zweites Blatt

Tietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen)

Zreitag, 19. August (952

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Oie Bergung des Wracks derNiobe"

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Der Klüverbaum derNiobe" ragt zwischen den HebeschiffenWille" undKraft" aus dem Wasser.

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Letzte Garbe!

Stoppeln fegt der Abendwind und Herbst an. Die letzten Kornfuder

wenige Hocken stehen hier und da auf den Fel­dern. Es sind die letzten Garben, die sich gc- spensterhaft vom Abendhimmel abheben. Es scheint, als würden sie ein uralt Geheimnis hegen und es all denen zuraunen, die mit dem

MtlUtli Eliieti. Drehet

bis 60 000 Siedlern und damit Stärkung des Deutschtums.

Wirksames Mittel gegen Landflucht und uner­wünschten Zugang zu den Städten. Gewinnung von 308000 Morgen Neuland, davon 264 000 Morgen erstklassigen landwirtschaftlich nutzbaren Bodens. Teilweise Unabhängigkeit von der Einfuhr u n e n t b e h r l i ch e r L e b c n s w i t- t e l. Billiger Abtransport der landwirtschaftlichen Erzeugnisse auf dem Wasserwege und damit Nach­weis der Konkurrenzfähigkeit. Merkliche Ankurbc- lung der Wirtschaft im bedrohten Osten. Wird die Nehrung bei Kahlberg durchstochen, so wird der Transportweg vom Reich und See nach Elbing um 46 Kilometer kürzer: es ent­stehen für das Hinterland Elbings, d. h. einen Teil von Ostpreußen und das ehemalige Abstimmungs­gebiet Westpreußens, große wirtschaftliche Erleichte­rungen. die evtl. Ersparnisse im Osthilfeprogramm zulasscn.

I übernimmt.

Einige Angaben über die Zahl der zu beschäftig $ sieuden Arbeitskräfte, über die Größe und die Ko £ jten der Neulandgewinnung mögen einen ungefäfy l reu lieberblick über den Volkswirtschaft

I i d) c n Wert dieses Kulturwerks für un- je re bedrohte Ostprovinz geben.

Gewinn: 264000 Morgen besten Bodens.

Das Frische Haff ist 770 Quadratkilometer groß, s, groß wie das Fürstentum Liechtenstein, die Re- »vblik San Marino und unsere frühere Kolonie Kiautschou zusammengerechnet, oder sieben Achtel des Gesamtgebietes von Groß-Berlin. Nach Abzug

Trockenlegung -es Krischen Haffs.

Neue Möglichkeit zu großem Landgewinn in Ostpreußen. Raum für 40000 bis 60000 Siedler.

Don Negierungsbaumeister a. O. Eberhard Keiler.

Die Nachrichtenabteilung der Marinestation der Ostsee in Kiel teilt mit: Die Hebung der 21 i o b e ist soweit fortgeschritten, daß der Schiffskörper nur noch zwei Meter unter Wasser liegt. Da der weiche Boden beim Ab­sehen des Schiffes aber noch immer nachgibt, ist es notwendig, den Schiffskörper noch weiter an Land zu bringen. Der Zeitpunkt der Auf­richtung des Wracks und der Bergung der Leichen ist daher noch nicht zu bestimmen. Die Heberführung der Toten wird durch das Marinegarnisonlazarett in Kiel ausgeführt wer­den. Es ist übrigens damit zu rechnen, daß einige der an Bord befindlichen Toten während des Transportes vom Fehmarn-Belt nach dem

Kieler Hafen durch den starken Wasserdruck außeiibord getrieben worden sind.

Aach den letzten Meldungen sind die Bergungs­arbeiten jetzt zu einem gewissen Stillstand ge­kommen, da die schwierigen Grundverhaltnisse in der Heikendorser Bucht die A n l a n d - bringung der21 i obe außerordent- lich erschweren. Wie der Leiter der 23er- gungsgesellschaft, Kapitän Fuhrmann, der seinerzeit auch die Bergung des in der Loire- mündung gesunkenen französischen Passagier­dampfersSt. Philibert" geleitet hatte, erklärte, wären bei festem Boden die Hebungsarbeiten längst beendet. Für die Bergung der Leichen haben sich 25 Mann der Stammdivision der Ostsee freiwillig gemeldet.

Scheunen zu. Der Dreschmaschine :tönt in allen Dörfern. Rur noch

Oie lustige Schmiere.

Der beliebte englische Komiker George Graves erzählt in einem unlängst erschienenen Erinnerungs» buch aus seinen früheren Tagen, in denen er mit einer Wandertruppe herumzog:Die Schmiere zog van Stadt zu Stadt, um sich jeweils durch ein Gast­spiel das Nachtquartier zu verdienen, denn die Kaste wies wieder einmal.heimtückische Leere auf. Da kom­men wir also einmal in einer Stadt im Süden Englands an und machen dem Besitzer eines kleinen Theaters unseren Vorschlag.Gut, jedoch die Theatermiete muß im vorhinein entrichtet werden, und zwar auf Heller und Pfennig." Unsere Kasse kann nicht mit einem Viertel des Betrages auf­warten. Wir bestürmen den Gewaltigen. Aber dieser Shylock bleibt/ hart. Da fällt einem unter uns ein lustiger Streich aus der Schulzeit ein. Mit einigen Winken haben wir uns verständigt. Schon haben wir unfern Shylock umringt, in die Garderobe der Primadonna gedrängt, Tür zu, Riegel vor. Was blieb uns sonst übrig? Wir hängen die Theaterzettel aus. besetzen die Kassen, und in wenigen Stunden haben wir die nötige Mietsumme eingenommen so daß wir unseren hohen Gefangenen befreien konn­ten! ... Aber auch die schöne Einnahme dieses Gast­spiels war in unbegreiflich kurzer Zeit zu Wasser geworden, so daß wir bald wieder widersinnigerweise auf dem Trockenen saßen. Es mußte also em Zug­stück her, der TheaterzettelHamlet" wurde ausge- hangt und die Vorbereitungen zu einer ergreifenden Vorstellung waren in vollem Gang. Da kommt plötz­lich einer der ersten Schauspieler zum Direktor ge­rannt und verlangt stürmisch einen Vorschuß von 2 Schilling.Sie hat wohl der Hader gestochen, mein Herr! 2 Schilling heute ausgerechnet wo denken Sie denn, mein Herr, daß ich sie hernehrnen soll und sagen Sie, wofür brauchen Sie dieses Kapital? Unsinn ab!" Aber der hoffnungsvolle Musensohn läßt sich nicht abweisen, und mit ver­zweifelter Entschiedenheit erklärt er:Also ich kann einfach nicht in einer Stunde den Hamlet spielen, ohne mir vorher die Haare schneiden und mich rasieren zu lassen." Worauf der Direktor, erblassend, hinausläuft und ruft:Halloh Halloh Theater­zettel abnehmen. Hamlet ist abgefetzt. Wir geben heute abend Macbeth."

Eine ständig wachsende Bewegung in Ost- Preußen fetzt sich für möglichst baldige In- angriffnahme der Trockenlegung des Frischen* Haffs ein. Wie die Stadtoer- trelung von Elbing, hat jetzt auch die­jenige von Frauenburg die Unterstüt­zung dieses Planes beschlossen, dessen große Bedeutung für den schwer um seine Lebens­grundlagen kämpfenden preußischen Osten ohne weiteres in die Augen springt. D. Red. Einfacher als die Zuidersee-

Trockenlegung.

Der Gedanke der Trockenlegung des Frischen Haffs ist nicht neu. Drei Umstände find es aber, die gerade jetzt geeignet find, die Aufmerksamkeit Deutschlands von neuem diesem Plane zuzuwenden. Das sind die Trockenlegung des Zuidersee in Hol­land, die Arbeitslosigkeit in allen Berufen und das Siedlungsproblem.

Die Hauptbauten zur Trockenlegung des Zuider­see sind beendet. Ein Teil der trockengelegten Fläche ist bereits unter dem Pflug, und damit ist die tech- lusche Ausführbarkeit bewiesen. Die Verhältnisse beim Frischen Hass liegen noch günftiger. Zu- nächst ist die geringere mittlere Tiefe des Haffes von etwa 3,2 Meter beachtenswert, die Zuidersee ist dagegen durchschnittlich 5 Meter tief. Von we- srötlicher Bedeutung für die Verzinsung des Bau­kapitals ist ferner der Umstand, daß bei dem Süß- raassergehalt des Haffes

die volle Ertragsfähigkeit des gewonnenen Neu­landes bereits im ersten Jahre nach der Trocken­legung garantiert ist,

während die Zuidersee salzhaltig ist und infolge­dessen längere Zeit vergeht, bis der Salzgehalt aus dem Boden ausgelaugt ist. Ueberdics hat die Aus­spülung von Flächen an der Frischen Nehrung mittels Haffschlick (Haffboden), wie sie bereits seit innreren Jahren in größerem Umfange betrieben wird, gezeigt, daß dieser Boden außerordent­lich fruchtbar ist und sich daher sehr gut zur Weidewirtschaft eignet.

Der Antransport der zu den Polderdeichen not- wendigen Baustoffe, wie Dammboden und Maschi­nen, aus den Glbinger Bergen und den Weiden- pflnn,3ungcn im Weichsel- und Nogatdelta, ist gün-

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Dampfboote."Ist Ihre edle Familie zahlreich?" Ich habe bloß fünf elende Mißgeburten."Wie ist das werte Befinden Ihrer liebenswürdigen Ge­mahlin?"Das alte Weib platzt vor Gesund­heit."

OaS höflichste Dost der Welt.

Die Chinesen sind, wie es heißt, das höslichste Bolk der Welt, und wenn auch jetzt infolge des Eindringens der europäischen Zivilisation und den zahlreichen inneren Wirren die alten guten Sitten abnehmen, so gibt es doch noch immer weite Teile des Aiesenreiches. m denen die Sohne des Himmels an den uralten Armen ^chinesischen guten Tones" festhalten. Besonders deutlich zeigt sich diese Höflichkeit in der Begrüßung Man wendet dabei bei bestimmten Gelegenheiten die verschiedensten Zeremonien an, deren passende Durchführung ein ganzes Studium erfordert. So erbebt z D. der Chinese alten Schlages bei feier­lichem Gruß die beiden aneinandergepreßten Fäuste wiederholt bis zur Höhe der Sttrn oder er legt die Hände ineinander, breitet sie bann weit

erkundigt sich nach dem ..erhabenen 2lamen und eine gewöhnliche Besuchskarte ist etwa in folgen­den Wendungen gehalten:Der zärtliche und auf­richtige Freund Eurer Herrlichkeit und der un­ermüdliche Schüler Eurer Lehre stellt sich hier­mit vor, um feinen elenden Besuch abzustatten und seine Derbeugung bis tief auf die Erde zu machen." Ein englischer Reisender im Innern Chinas, der diese Dinge beobachtete, berichtet von einem Gespräch bei einer zeremoniellen Gelegen­heit, das mit den Worten eingeleitet wurde:Wie gebt es meinem berühmten und glorreichen Freunde?" Antwort:Wein verächtlicher 23alg befindet sich nicht schlecht."Wo liegt Ihr kost­barer Palast?" Antwort:Wein elendes Hunde­loch liegt in Hankau beim Landungsplatz der

aus und murmelt sanft dabei:Tschin, tschin". was soviel wieDitte, bitte bedeutet. Sehen sich zwei Söhne des Himmlischen Reiches nach lan­ger Trennung wieder, so fallen beide auf die Knie, beugen sich vorn über und berühren mit dem Gesicht mehrmals die Erde. In einigen inne­ren Provinzen des Landes ist der folgende Gruß üblich: Die beiden einander Begegnenden heben möglichst zu gleicher Zeit die Mütze auf, entfernen sie vom Kopf, und zwar je weiter desto besser, kratzen sich am rechten Ohr und strecken die Zunge heraus, wobei ebenfalls ein möglichst weites Her- ausbringen ein besonderes Zeichen der Höflich­keit darstellt. Roch reicher ausgebildet als diese pantomimischen Handlungen sind die Redewendun­gen, die der chinesische Gruß-Kodex vorschreibt. So ist es für jeden, der auf ein feines Benehmen hält, unerläßliche Pflicht, bei der Begrüßung den Angeredeten möglichst zu erhöhen, sich selbst da­gegen nach Kräften herabzusetzen. Spricht man z. D. mit einem älteren Herrn, so nennt man sich selbst dentörichten jüngeren Bruder": hat man einen jüngeren vor sich, so gebraucht man von sich die Wendungtörichter Älter" oder gar:die alte Fäulnis". Seine Gattin nennt man im Ge­sprächdie niedrige Konkubine", fein Haus, mag es auch noch so stattlich sein,die baufällige Scheune". Erwähnt man seinen Sohn, so nennt man ihn etwa verächtlichdas Grasinsekt". 2lie* mals wird der gebildete Chinese, wenn er ein Hrteil fällt, vergessen hinzuzusehen:Aach mei­ner albernen Meinung". Dagegen wird der an­dere mit den überschwenglichsten Schmeicheleien bedacht. Don-seinem 23ater spricht man nur als von demehrenwerten Gestrengen", ddij der Mut­ter als von derHalle der Langlebigkeit", von der Tochter als dentausend Goldstücken". Man

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örtlichen Abständen ungefähr die gleichen Entfer­nungen auf. Die Arbeit der Zukunft wird es fein, auf sämtlichen Stationen Stützpunkte durch die Einrichtung von Z w i schenlandungs- plätzen einzufetzen, die mit Tank- oder Ersatzteil- lager, Funkpeilstationen und Wetterwarten ausge­rüstet werden müssen. Sind die Vorbereitungen ge­schaffen, so kann mit einem Verkehr in beschränk­tem Maße begonnen werden.

Für eine Ozeanüberquerung käme jedoch in der ersten Zeit nur ein Po st verkehr in Betracht. Allerdings plant Dänemark bereits die Einrichtung eines Personenverkehrs. Es bestehen Verträge, wo­durch die Trans-America-Line-Corporation für die Zeit von fünfundsiebzig Jahren das ausschließliche Recht der Errichtung von Flugplätzen und Radio­stationen auf ganz Island eingeräumt worden ist. Aehnlich lautende Verträge sichern der Gesellschaft ebenfalls das Landungsmonopol an der Ost- und Westküste Grönlands und auf den zu Dänemark ge­hörenden Faröer-Inseln. Bei der Einrichtung eines Verkehrs wird der Ausgangspunkt Detroit fein. Von dort nimmt die Linie den Weg quer über Kanada, die Hudfon-Bay, das Baffin-Land, die Davis-Bay nach der Westküste Grönlands, wendet sich von dort nach Island und über die Faröer-Infeln nach den der Nordspitze Englands vorgelagerten Shetland- Inseln. Insgesamt soll der Flug EuropaAmerika in zehn Etappen zurückgelegt werden. _

Einen Verkehr plant man jedoch nur mit Zug­maschinen kleineren Typs, die mit starken Mötoren ausgerüstet sind da diese den großen Luftfahrzeu­gen also auch Zeppelinen, an Leistungsfähigkeit und Bet'riebsersparnissen überlegen sind.

nötigen Aaturverstehen sich an sie wenden. Groß­mutter hat es schon erzählt und sie weiß es von ihren Ahnen, daß in den letzten Garbenhaufen der Korngeist wohnt, der sich von Hocke zu Hocke, von Garbe zu Garde vor den Mähern flsichtet. Ist aber erst die letzte Garbe vom Feld genommen, so ist auch er unschädlich. Der Dolksmund hat sich immer lebhast mit dem Korngeist beschäftigt und ihm Zugeständnisse ge­macht. Man ließ früher ein Düschel Halme auf dem Felde stehen, um so dem Korngeist einen Tribut zu zollen.

Aber auch die letzte Garbe, in der er am längsten wohnt und aus der man ihn ausge­trieben hat. wird gefeiert in der Dollspoesie. Sie ist oft größer ober kleiner als die übrigen und wird doppelt gebunden. Man schmückt sie noch heute in den verschiedensten Gegenden Aord- deutschlands mit grünen Zweigen und Dlumen. Kornmutter. Roggenmutter. Kornmuhme, die Alte, heißt sie in den verschiedenen Gegenden. Man umtanzte sie auch vielfach, machte eine Figur aus ihr. die den feierlichen Erntezug durchs $orf anführte, die dreimal um die Scheune gewälzt wurde, der man z. D. in Westfalen beim Crnte- schmaus Speise und Trank vorsetzle. In alten Zeiten wurde dieser Kult mit der letzten Garbe derart übertrieben, baß Geistlichkeit und 23c- hörben dagegen einschritten. So erzählt eine Hr- funbe von 1249, daß Dewohner einiger preußi­scher Landschaften dem päpstlichen Legaten Jakob von Lüttich geloben mußten, dem GötzenbildDie Alte" nicht mehr zu opfern.

Regelmäßiger Transattaniik- Flugverkehr.

Wettlauf um die Eroberung des Ozeans. Von Wolfgang Breitner.

Ist es möglich, mit den augenblicklich zur Ver­fügung stehenden technischen Mitteln einen Luft» rcrkehrzwischen denbeibenKontrnen- len Europa und Nordamerika einzu- riditen und aufrechtzuerhalten? Es ist jedenfalls nicht unmöglich! Die Technik hat bereits den Stand erreicht um den Ansprüchen für einen regelmäßigen Transatlantikverkehr zu genügen. Alles übrige ist nur noch eine Frage der Zeit, der Organisation und der Finanzierung.

Die oftmalige UeberfliegungdesOzeans von Westen nach Osten und umgekehrt hat genügen- den Beweis einer Möglichkeit zur Ueberquerung des IZordatlantik gegeben. Es ist nun Zeit, die Grund- läge für einen regelmäßigen Verkehr zu legen und die entsprechenden Organisationen zu schassen. Wei- tere Flüge werden allerdings noch vonnöten sein, ' um aufs gründlichste die Wetterverhällnisse auf dem Diean zu den verschiedenen Jahreszeiten zu er­forschen.

Die beiden amerikanischen Weltflieger Mattern funb ® rif fin haben kürzlich gezeigt, daß nichts im ®eqe steht, Großstädte zweier Kontinente in kürze­ster Zeit zu verbinden. Gronau unternimmt einen neuen Ozeanflug. Italiens Luftfahrtminister ist da- bti, ein Geschwader ozeantüchtiger Flugzeuge aus- Michten, mit dem er im Frühjahr 1933 den Nord- allantif zu überqueren gedenkt. Das amerikanische Repräsentantenhaus und der Senat haben kürzlich eine Gesetzesvorlage angenommen, derzufolge das amerikanische Postministerium ermächtigt wird, mit d«r bekannten Goodyear-Zeppelin-Gesellschaft lang, triftige Beförderungsverträge für den 3cppclin= verkehr nach Europa abzuschließen. Man fenn also auch bald mit der Inangriffnahme des At- lontikverkehrs durch Zeppeline rechnen. Den ersten cd)ritt zur Verwirklichung beginnt man mit der Er­st Öffnung einer Luftpostlinie zwischen Neuyork und der p Bermuda-Insel zu Anfang des nächsten Jahres.

Für einen Transatlantikoerkehr kommen zwei L Flugzeuge in Frage, die einzuschlagen sind. Ein n üblicher führt über Neufundland, die Südfpige . Grönlands, Irland nach Europa: der andere, süd- p li.hy, geht über die Bermuda-Insel, die Azoren nach Spanien. Beide Flugwege weisen auch in ihren

von 15 Prozent für die Dämme, Wasserstraßen, das Wege- und Entwässerungsnetz ergibt sich eine landwirtschaftlich nutzbare Fläche von 264 000 Morgen, von denen neun Zehntel zu Ost Preußen, ein Zehntel zu Danzig gehören.

Die kosten würden sich einschließlich der Aus­gaben für das einmalige Auspumpen des Haffs mit 2 bis 3 v. h. der Baufumme und für die Entschädigung der Fischereibetriebe mit eben­falls nur einem sehr kleinen Prozentsatz auf schätzungsweise 60 Millionen stellen.

Da der Lohnanteil an den Gesamtkosten etwa 75 Prozent betragen dürste, so entfallen also auf Arbeitslöhne 45 Millionen. Es läßt sich aus diesen, selbstverständlich nur angenäherten An- gaben leicht ermitteln, wie groß die Zahl der zu leistenden Tagewerke ist und wieviele Erwerbs­lose dadurch der Arbeitslosenfürsorge entzogen wer­den können, je nachdem, wie man die Bauzeit mit Rücksicht auf die Finanzierung und den Arbeits­markt einrichten will. Vier Jahre dürsten dabei unter normalen Verhältnissen die u n t e r ft c B a u- zeit-Grenze fein. Mindestens weitere vier Jahre kämen hinzu, das gewonnene Land mit einem Kostenaufwand von etwa 100 Millionen zu er­schließen und zu besiedeln, von denen wiederum etwa 50 Prozent auf Arbeitslöhne ent­fallen würden.

Die außerordentliche Fruchtbarkeit des Haff- bodens und feine besondere Eignung zur Vieh- und Weidewirtschaft ist bereits kurz angebeutet. Um seinen Wert in Verbindung zu bringen mit einigen Einfuhrzahlen Deutschlands für unentbehrliche Lebensrnittel mögen auch hier einige Angaben folgen: Die gesamte Nutzungsfläche von 66 000 Hek­tar ist ausreichend zur Viehhaltung von 6 6000 Kühen, deren jährlicher Milchertrag etwa 240 Millionen Liter Milch bzw. 160 000 Zentner Butter betragen würde.

3n Reichsmark umgerechnet ergäbe das einen Betrag von 19,9 Millionen Reichsmark, das ist das Zweiundzwanzigfache der jährlichen Milch­einfuhr Deutschlands nach dem Stande von 1931.

Oder nimmt man an, daß die Fläche mit Weizen oder Roggen bestellt würde, dann ergäbe das einen Ertrag von 3,25 Millionen Zentner Roggen, gleich 29 Millionen Reichsmark. Das wiederum würde das Dreifache der Oefamtroggen» einfuhr Deutschlands im Jahre 1931 sein. Die Kosten der Trockenlegung auf den Morgen erstklassigen Bo­dens umgerechnet würden etwa 2 3 0 RM. je Morgen betragen.

Das sind Zahlen, die sehr vorsichtig angenommen sind, aber trotzdem ein ungefähres Urteil darüber zulassen, ob die Trockenlegung des Haffs wirtschaft­lich genug ist. Da es sich bei der Trockenlegung des Frischen Haffs um gemeinnützige zusätz­liche Arbeiten handelt, so wären die Vorbe­dingungen zur Ausführung der Arbeiten auKbem Wege bes Freiwilligen Arbeitsdienstes gegeben, wodurch sich eine erhebliche Kostenoerringe- rung erzielen ließe.

Arbeit auf Jahre für Tausende.

Selbstoerstänblich wirb ein so gewaltiges Unter­nehmen noch eine ganze Reihe weiterer Vorteile bringen. Diese sollen mit ben bereits Gesagten kurz zusammengestellt werben: Wirtschaftlichkeit bes Un­ternehmens. Beschaffung von Arbeitsgelegenheiten auf vier bis zehn Jahre. Beschäftigung unb Kauf- kräftigwerben von etwa 7300 Arbeitskräften über diesen Zeitraum.

Ansiedlung und Erwerbsmöglichkeit von 40 000

slig und durch die Möglichkeit des unmittelbaren Transportes auf dem Wasserwege außerordentlich billig. Während die Bauarbeiten an der Zuidersee unter den ungünstigen Wasserverhältnissen, wie sie durch Ebbe und Flut gegeben sind, leiden, ist . beim Frischen Haff darauf überhaupt keine Rück- I sicht zu nehmen, da bekanntlich die Ostsee und da- I mit bas Hass von Wasserspiegelschwankungen burch I (v.bbc und Flut fast völlig frei sind. Eine unmittel- I bare Gefahkdüng der Bauausführung durch Sturm- I (Inten, wie z. B. bei der Zuidersee, besteht ebenfalls I nid)t, da der natürliche Schutzwall gegen die See, tie Frische Nehrung, die Abwehr dieser Angriffe

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