Ausgabe 
18.11.1932 Frühausgabe
 
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wenn man nicht vorzicht, zu warten, bis bet nächste Tag anbricht. Wie durch diese schlechte Fahrgelegenheit die Bevölkerung, die diese Sta­tionen benutzen must, im Winter geplagt ist, mag folgendes Beispiel zeigen:

Hat man nur am Amtsgericht Gießen etwas au tun, so s ieht man dort an vielen Türen die Aufschrift: .Sprechstunden nur vormittags von 10 bis 12 Mhr." Um also ab 10 Uhr dort vor- sprechen zu können, stellt man sich im Winter den Wecker auf etwa 6.30 Uhr. damit man den Zug 7.42 Uhr ab Lang-Göns nicht versäumt. Ist man glücklich um 758 Uhr im Bahichof Gießen an­gekommen, fragt man sich jetzt: .Wohin?" Man ist eventuell gezwungen, den spesenfreien kleinen 'Kaum im Wartesaal 3. Klasse aufzusuchen, der von allerlei Menschen noch belagert und eventuell gerade gereinigt wird. Hat man hieran keinen Gefallen, dann sucht man ein Lokal oder Eafe aus, wenn es schon geöffnet ist. Ohne Zeche, wenn auch noch so klein, gehts hier nicht ab. Und dies alles wegen der schlechten Zugverbindungen, die nun schon jahrelang auf dieser Strecke bestehen. Man wundert sich, daß die Bevölkerung und die Behörden der hier in Betracht kommenden grö­ßeren Gemeinden nicht geschlossen an die Gisen- bahndirektion herangetreten sind mit dem Er­suchen, eine Fahrgelegenheit zwischen 9 bis 10 Uhr vormittags, besonders im Winter, zu schas­sen. Diese Frage wäre gelöst, wenn der beschleu­nigte Personenzvg 9.59 Uhr ab Butzbach, auf den beiden Stationen Lang-Göns und Großen-Lindcn halten würde. Vielleicht geben diese Zeilen An­laß, daß die Reichsbahn hier unbedingt etwa« unternimmt, zumal auf der Strecke Langen Darmstadt in derselben Zeit sieben Personenzüge verkehren. Sollte der Dahn an einer baldigen Aenderung des jetzigen Planes nichts gelegen sein, so ist vielleicht die Post bereit, hier eine Omnibuslinie eventuell schon ab Pohl-Göns. Kirch-Göns, Lang-Göns und Großcn-Linden zur Fahrgelegenheit zwischen 9 bis 10 Uhr vormit­tags nach Gießen einzurichten, die sich ab­gesehen von der Rentabilität zum Wohle der Allgemeinheit einführen würde. H. B.

Wettervoraussage

Ein Hochdruckrücken erstreckte sich heute morgen in nordsüdlicher Richtung über Zentraleuropa mit einem Stern über Skandinavien und einem zweiten über Ostdeutschland. Der Einfluß'des hohen Drucks wird zunächst noch kurzes Aufklaren veranlassen, wobei in der Nacht Frost auftritt. Kräftige Stö- rungslätigkeit im Nordwesten wird aber wieder milde Ozeanluft nach dem Festland vortragen, so daß der hohe Druck allmählich abgebaut wird und verbreitete Nebel- und Dunstbildung aufkommt. Da­bei ist späterhin auch mit Niederschlägen zu rechnen, die aus den Bergen teils als Schnee niedergehen dürften.

Aussichten für Samstag: Nach kurzem Aufklaren und Nachtfrost tagsüber wieder mehr neblig-trübe und langsame Milderung, vorerst noch trocken.

Aussichten für Sonntag: Diesiges Wet­ter, auch nachts milder, Neigung zu Niederschlägen, auf den Bergen teils als Schnee.

Lufttemperaturen am 17. November: mittags 1,1 Grad Celsius abends 0.5 Grad; am 18. November: morgens 0 Grad. Maximum 1,2 Grad, Minimum 0,5 Grad. Gärtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. November: abends 2,1 Grad; am 18. No­vember: morgens 1,4 Grad Celsius.

Kirchliche Nachrichten.

Israelitische Gemeinden.

Israelitische Keligionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 19. November. Vorabend 4.30 Uhr; morgens 9 Uhr; abends 4.45 und 5.25 Uhr. ______

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kommunistischen Stadtratmitglieds Fröba sah sir' Oberbure.meister Mueller genötigt, tie Polizei herbeizurufen, die Fröba aus dem ^itzungsjaal entfernte und auch die Tribünen räumen mußte.

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WSR. Marburg, 17. Rov. Die Einfchrei- bungen der Studierenden zum Wintersemester an unserer Universität haben nunmehr ihr Ende er­reicht- Insgesamt werden 3665 Studierende (2590 Männer und 7<5 Frauen) verzeichnet, gegen 3630 (2876 Manner und 751 Frauen) im Wtnterseme- fter 1931732 und 4100 (3190 Männer und 861 Frauen) im letzten Sommersemester. Dazu kom­men noch etwa 50 Gasthörer.

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empfinbtn, für tapfere, edle Schweden. - und starb. Auch heul­en für unseren Elauben ; schweren Angriffe von f> aus reicher fientünis ende Dortrag war um. n Musikstücken, die die gewohnter Meisterschaft brachte den Donk der und zeigte sodann Blankmeister Der* Mirf in dar Leben und lewährte.

terbach.

Hob. Testern vormittag sion eines Spiri- [e der Firma h. Heinz er nicht unbedeutenden je Vorhänge im Zimier ienstemhmen, der Fuß. tücke stark in Mitleiden- r durch das rasche Zu- konnte der Brand ü?r- W und noch größerer [o baß aud) ein Ein- mehr nototnblg war.

(Angesanbt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem

Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Die Personenzugverbindung Lang-GonsGroßen-

Linden und Leihgestern nach Gießen.

Ter Winterfahrplan auf der Main-Weser- Dahn zwischen Lang-Göns und Gießen enthält folgende Deförderungsrnöglichkeiten: Vormittags ab Lang-Göns 7.42 Uhr, der nächste Zug mittags um 12.08 Uhr. Wer also vormittags aus Lang- Göns und Umgegend nach Gießen will oder muß, ist gezwungen, den Zug 7.42 ab Lang-Göns zu benutzen. Wenn man diesen Zug versäumt, so kann man au* Schusters Rappen oder per Auto, das man eventuell anhält, den Weg antreten.

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im Derlaufe bei allerdings stark schrumpfenden Um­sätzen voll behauptet blieben.

Am Geldmarkt war Tagesgeld etwas gefragt und wurde auf 3,75 v. ch. erhöht.

Lchwcincrnarkt in Grünberg.

4- Grünberg, 17. Rov. Infolge des erst vor acht Tagen abgehaltenen GallusmarkteS war der heutige Schweinemarkt nur mit 82 Fer­keln beschickt. Sechs Wochen alte Ferkel kosteten 9 bis 10 Wk., sechs bis acht Wochen alte 10 bis 14 Mk, acht bis dreizehn Wochen alte 16 bis 20 Mk. Cs verblieb geringer lleberstand.

Berlin gut gehalten, später befestigt.

Berlin, 18. Nov. (WTB. Funkspruch.) Im Gegensatz zu der eher etwas schwächeren Borbörse hatte der offizielle Börsenbeginn eine gut b e - hauptete Tendenz. Zwar lagen vom Publi­kum kaum Orders vor, so daß die Kurse meist bei Mindestumsätzen notiert wurden, doch schien bei der Spekulation eher das Bestreben zu herrschen, kleine Deckungskäufe zu tätigen. Die Ungewißheit über die innerpolitische Entwicklung übte keinen stärkeren Eindruck auf die Börse aus, da man der Ansicht ist, daß^sich auch bei einer zukünftigen Regierung, ob sie nun ein Präsidial- ober Parteikabinett sein möge, die Wirtschaftspolitik nicht we­se n 11 i ch von der augenblicklichen unterscheiden wird. Der schwächeren Tendenz der gestrigen Neu- yorker Börse und dem Rückgang des Auslands­geschäftes in der Maschinenindustrie stand als aus­gleichendes Moment eine recht beträchtliche Er­höhung der Roheisen- und Rohstahlproduktion im Monat Oktober gegenüber. Der heute veröffentlichte Reichsbankausweis per Medio November wurde verhältnismäßig günstig betrachtet, obwohl die Gold- und Devisenbestände um 9,4 Mill, abge­nommen haben. Diese Abnahme ist aber. auf die Rückzahlung eines Teiles des Amerika-Kredites der Reichsbank zurückzuführen.

Die Kursveränderungen betrugen meist nur 0,25 bis 0,50 v. S). nach beiden Seiten, wöbe, aber doch die Besserungen überwogen. Einige Werte konnten 1 bis 2 v. S). anziehen. Im Gegensatz zum Aktienmarkt war die Stimmung am Ren- tenmar f t als schwächer zu bezeichnen. Reichs- schuldbuchforderungen wiesen Rückgänge von 0,50 v. .f). auf, Schutzgebiete waren fehr schwach, auch Industrieobligationen und Pfandbriefe lagen im Angebot.

Im Verlaufe wurde die Stimmung an den va- noblen Märkten allgemein freundlicher. Ausgehend von Farben setzte sich eine Aus- märtsbewegung um 0,50 bis 1 v. ch., bei charpener sogar um 2 v ch. durch Da Material auch im Verlause von der Kundschaft nicht herauskam, nahm die Spekulation an fast allen Märkten Deckungen vor.

Am Geldmarkt machte sich die Erleichterung nach dem Medio erst heute bemerkbar. lagesgelb stellte sich an der unteren Grenze auf 4,39 v.ch., vereinzelt war es auch schon mit 4,25 v S). und 4,13 d. f). erhältlich. Monatsgeld blieb unverändert. Pri-

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unter Leitung deS Direktors des hessischen Staats­archivs, Lai^estirchenrat D. Hermann, ab. Direktor Pfarrer Röhricht- Darmstadt erstat­tete den Kassenbericht, Psarrer Dr. Berger- Darmstadt den Gesamtjahresbericht, der ein Bild von der umfangreichen Arbeit des EPD. bot Es schlossen sich die Berichte der drei Provinzial- vertraueusleute und bed Gemeindeblatt»Aus­schusses an. Am Rachmittag folgten zunächst drei Kurzreferate von Frau Dr. Pickert über ..Bil­derdienst in der Presse", Psarrer R h e i n f u r t - Braucrschwend überEvangelische Bolksbüchcr- arbeit' und von Pfarrer Job- Mainz über »Evangelische Rundfunk- und Filmarbeit". 3n einer Entschließung wurde gegen den entsitt­lichenden Einfluß der überhandnehmenden wilden Leihbüchereien Stellung genommen. Den Haupt­vortrag hielt Pfarrer H i l s i n g e r - Stuttgart, Geschäftsführer des württembergischen Pressever- bandes, überDas Apostolat der Presse". Aus reicher Sachkenntnis zeigte er die Schwierigkeiten einer gewissenhaften, ihrer volksbildenden und erziehenden Aufgabe bewußten Presse, und die Rotwendigkeit, die ethischen und religiösen Kräfte des Christentums zur Mitarbeit zu mobilisieren.

G.A.-Gport.

Gpielvereinigung 1900 Gießen.

1900 AI SB. Wetzlar AI 4:2 (4:1).

Bor dem Spiel des SB. Wetzlar gegen die Sp.Bgg. Fürth trug die Al-Jugend von 1900 gegen die AI.Jugend von Wetzlar ein Freund­schaftsspiel im Stadion aus. Starker Rebel und schlüpfriger Boden behinderten die Spieler. 3n dem fairen Treffen war 1900 durchweg etwas überlegen, namentlich in der ersten Halbheit. Be­sonders zeichneten sich der Linksaußen, die Halb­stürmer und der Mittelläufer, aus. Auch die,an­deren waren eifrig. Rur der linke Verteidiger war reichlich unsicher. Die Atoei Wetzlarer Gegen­treffer gingen indirekt auf sein Konto. Die 1900er konnten vier Chancen ausnühen. Wetzlar mußte oft vielbeinig verteidigen. Rach der Pause blieb 1900 noch überlegen, tonnte aber keinen Erfolg mehr buchen.

Sportabteilung des Tv. Wieseck.

wieseck I Garbenteich I 3:3 (2:1).

Die 1. Mannschaft des SB. Garbenteich trat am Sonntag in Wieseck zum Derbandsspiel an. Beide Mannschaften kämpften fair. Wieseck hatte zwei neue Spieler, die sich sehr gut anlieben. Auch Carbenteich zeigte ein schönes Spiel. Dis zur Halbzeit führten die Plahbefitzer 2:1. Rach Halbzeit konnte Wieseck auf 3:1 erhöhen. Man nahm an, das Spiel sei für Wieseck gewonnen, aber die Gäste holten auf und erzielten beim Schlußpfiff den Ausgleich.

Die Jugendlichen von Wieseck traten auf dem Platz der Spielvereinigung gegen die B-.Jugend von 1900 an. Der Gegner blieb aus. Wiesecks Jugendliche kehrten unverrichteter Sache zurück.

Handball der Turnergilde im OHV.

Dhv. II Turn- und Sportgemeinde Rodheim II 2:3.

Gießen spielte mit Ersatz, Rodheim trat verstärkt an. Die DchVer verloren, trotzdem sie überlegen spielten und in der ersten Halbzeit bereits mit 2:0 führten. Die DchVer spielten teilweise sehr eigen­mächtig. Darunter litt das Spiel. Der Kamps wurde fair ausgetragen.

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vatdiskonten waren weiter angeboten, doch dürfte dos herauskommende Material glatt Unterkunft finden. Die Umsätze in Reichswcchseln und Reichs­schatzanweisungen blieben auch heute sehr gering.

Frankfurt: Aktien fester, Renten matt.

Frankfurt a. TI., 18. Nov. (WTB. Draht- meldung.)Die Börse nahm den bereits erwarteten Rücktritt b e r Reichsregierung zwar mit betonter Zurückhaltung, aber nicht ungünftig auf. Die Ansichten für eine neue rasche Regierungs­bildung sind allgemein recht optimistisch, wobei man vor allem mit einer Wetterführung der seitherigen politischen Linie rechnet.

Die Stimmung am Aktienmarkt war daher etwas freundlicher. Die Spekulation schritt zu Rückdeckungen und auch zu kleinen Meinungs- täufen, zumal befriedigte, daß das Publikum keine Offerten zum Berkaus stellte. Gegen die Abendbörse traten durchschnittlich Besserungen von 0,5 bis 1 v. ch. ein. Die Abschwächungen an der geflogen Neuyorker Börse und der wenig befriedigende Bericht der Ma- schinenbauindustrie, der von einem Rückgang des Auslandgeschästs als Folge der Kontingentierung^. Släne sprach, blieben ohne hemmenden Einfluß. Die msatztätigkeit bewegte sich allerdings in sehr engen Grenzen. Am Montanmarkt, an dem angeblich Käufe des Rheinlandes Vorgelegen haben sollen, war etwas lebhafteres Geschäft zu verzeichnen. char- pener gewannen 1,5 v. Sk Rheinstahl 1 v. ch. und die übrigen Werte dieses Marktes von 0,25 bis 0,50 d. S)." Otaviminen erlitten durch den weiteren Rück­gang des Kupferpreises einen Verlust von 0,50 Mk. Elektro-, Chemie- und Schiffahrtswerte verzeichn neten Kursbesserungen bis zu 0,5 o. $). und Zell- stosfaktien solche von etwa 1 v. H. Contilinoleum blieben behauptet.

Am Rentenmarkt lag vor allem die Schutz­gebietsanleihe schwach, wobei Exekutionen für eine Berliner Bankfirma einen Verlust von 0,5 o. S). her­beiführten. Reichsschuldbuchforderungen verloren etwa 0,5 v. ch. Deutsche Anleihen blieben ziemlich gehalten. Am festverzinslichen Markt überwog noch kleine Abgabeneigung, so daß überwiegend Rück­gänge von 0,5 bis 1 v. ch. zu verzeichnen waren. Schwächer lagen auch vor allem weiterhin Reichs- und Länderanleihen. Nach den ersten Notierungen ergaben sich auf den Aktienmärkten ©ei­tere Besserungen, um bis zu 0,5 v. ch., die

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