O.Jl.-'Svoti
Oer DFB. tagt in Wiesbaden.
Stellungnahme zum Profifußball.
Am Samstag fand im Wiesbadener Kurhaus der diesjährige Bundestag des Deutschen Fuß- ball-Bundes, der von allen Landesverbänden sehr gu-t besucht war, statt. Nachdem man sich über die wichtigsten Fragen schon in den vorangegangenen Vorstands- und Ausschuß-Sitzungen sehr eingehend unterhalten hatte, blieb dem Plenum nur mehr die Erledigung der eigentlichen Tagesordnung Vorbehalten, die denn auch sehr reibungslos vonstatten ging und nur etwas über vier Stunden beanspruchte.
In seiner Begrüßungsansprache gedachte der 1. Vorsitzende des DFV., Linnemann, des verstorbenen 1. süddeutschen Derbandsvorsitzen» den Eduard K a r t i n i und würdigte de'sen Der- dienfte. Hierauf gab er zur Verufsspieler- frage folgende Resolution des Dundes-Vor- standes bekannt:
„Der Bundesvorstand hat sich mit den verschiedenen Formen der Entwicklung des Amateur- und Berufssports befaßt. Dieser Entwicklung Rechnung tragend, hat der Bundesvorstand folgende Erklärung abzugeben: l.Der Bund regelt den Berufs-Fuhballsport.
2. Die Leitung dieses Berufs-Fußballsports must nach den international anerkannten Be'chlü - sen in den Händen von ehrenamtlich tätigen Personen liegen. Aus dieser grundsätzlichen Stellungnahme heraus warnt der Bund vor dem Anschlust an illegale Organisationen.
3. Der Bundesvorstand ist unbeeinflußt von Er- eignissen irgendwelcher Art an die Reuregelung der deutschen Fustballverhältnilse her- ungetr'üen. Er hat den geschästsführenden Ausschuß beauftragt, die erforderlichen Mast- nahmen vorzubereiten und dabei folgende Richtlinien zu berücksichtigen: a) Die Regelung soll eine Bereinigung des bisherigen Zustandes gewährleisten, b) Sie must den Amateurvereinen weitestgehenden Schuh und besondere Förderung angedeihen lassen, c) Die Frage der Lebensfähigkeit des Derufsfustball- .sports ist zu beachten und dabei sind die örtlichen Verhältnisse wie auch die Einstellung der mastgebenden Behörden zu berück- sichpgen.
Der Bundesvorstand erwartet vom geschäftsführenden Ausschust mit aller Beschleunigung die Vorlage von Vorschlägen und Richtlinien und bittet den Bundestag, ihm die Vollmacht zur Durchführung der notwendigen Maßnahmen zu geben."
3n den Debatten zu den einzelnen Punkten der Tagesordnung wurde von Dr. Bauwens unter Assistenz des Bundes-Spielausschust-Vor- sihenden Professor Glaser, Freiburg, besonders scharf gegen das bisherige Spielsystem Stellung genommen, das einer Aufwärtsbewegung der Spielstärke des deutschen Fustball hemmend ent* gegenstehe Die Berichte der verschiedenen Ausschüsse wurden einstimmig genehmigt, ebenso wurden den Bundesorganen Entlastung erteilt.
Bei den Neuwahlen wurde der Bundesvorstand mit geringen Aenderungen wiedergewählt. Als Nachfolger Dr. Ivo S ch r i ck e r s, der infolge feiner Berufung zum Generalsekretär der FIFA, sein Amt als dritter Vorsitzender abgegeben hatte, wurde der bisherige süddeutsche Schatzmeister Dr. R a st b a ch, Wiesbaden, ernannt. Für Professor Dr. Wagner, Danzig, der auf eine Wiederwahl verzichtete, wurde Oberstudiendirektor Dr. Erbach, Krefeld, gewählt. Dr. Wagner wurde mit der Chrenmitgliedschaft des Deutschen Fustball-Bundes ausgezeichnet.
Im weiteren Verlauf der Tagung standen noch einige Anträge zur Debatte. Der wichtigste, die Erhöhung des Anteiles der Vereine an den Einnahmen der Meisterschaftsendrunden, verfiel nach scharfen Wortgefechten der Ablehnung. Nach einstimmiger Annahme der Resolution zur Berufs- spielcrfrage schlost Linnemann mit Worten des Dankes an die Vertreter die ereignisreiche Tagung.
DfB. Sriebberg gegen Eintracht Frankfurt 11 (0:1.)
Dieses Unentschieden des Neulings gegen den süddeutschen Meister erweckte natürlich bei den 3000 Friedberger Zuschauern grosten Jubel. And man must sagen, daß das Ergebnis nicht ungerecht ist, denn in der zweiten Halbzeit lieferte Friedberg «n säst gleichwertiges Spiel. Vor der Pause waren die Frankfurter allerdings fast ständig überlegen, sie trieben aber die Kombination zu weit, so dast nur ein Tor durch den Junioren Mohns erzielt werden konnte. Friedberg kam in
der 37. Minute der zweiten Halbzeit durch Schmitt zum Ausgleich. Bemerkenswert ist noch, dast die Eintracht nur Ehmer ersetzt hatte, sonst aber mit der etatmäßigen Mannschaft — also auch mit Schütz und Stubb — antrat. Kratzenburger (Sprendlingen) leitete sehr aufmerksam.
Ver-bandsspiele in Hessen.
Die Spiele in der Gruppe Hessen verliefen diesmal alle programmgemäh. Lediglich die Höhe der Resultate überraschte in einigen Fällen. So siegte Wormatia bei Kastel mit 5:2 (3:1) höher, als es dem Spielverlauf nach gerecht- fertigt gewesen wäre. Der SV- Wiesbaden lieferte gegen Mombach ein Stürmerspiel, wie man es von ihm seit langen Monaten nicht gesehen hatte und so kam denn auch ein 4: 0-(l: 0)-Sieg zustande. Mainz 05 siegte in Arberach 2:0, die Wormser Kombinierten fertigten Lorsch 3: 0(0:0) ab und Bürstadt kam zu Hause zu einem 2:1- Sieg über den FC. Langen. Wesentliche Veränderungen in der Tabelle hat es also diesmal nicht gegeben.
Weltmeister Richters großer Erfolg.
Europas Berufsfahrer-Elite 'geschlagen.
Cs war ein interessanter Versuch, den Amateur- Weltmeister Albert Richter, Köln, bei feinem ersten Start als Berufsfahrer gleich den besten europäischen Berufsfahrern gegenüberzustellen. Der Kölner hat seine Probe ganz ausgezeichnet bestanden. Rur Engel konnte ihm eine Niederlage beibringen. Alle übrigen Teilnehmer aber, darunter auch den Weltmeister der Berufsfahrer, den Belgier Scherens, konnte er glatt schlagen. Auch Martinetti, Falck-Hansen, Steffes und Osz- mella mustten sich dem jungen Kölner, der erst por wenigen Tagen feinen 20. Geburtstag feiern konnte, beugen. Im Gesamtergebnis siegte Richter übexle gen vor Engel. Steffes und Scherens. Ritter hat sich also in die Reihe der Profis ganz überzeugend eingeführt. In einem Amateur- Mannschaftsrennen siegten die Kölner Krewer- Merkens vor Stupp-Küster und Siehl-Reiländer.
Fechten im Turngau Hessen (OT ).
Ein TNannfchaftskampf.
In Bad-Nauheim fand am Sonntag die zweite Begegnung der Fecht-Abteilungen des Tv. Wetzlar und des Tv. 1860 Bad-Nauheim statt. 2n jeder Mannschaft standen drei Florettfechter, drei Säbelfechter und drei Florettfechterinnen. Wie beim ersten Treffen in Wetzlar vor einigen Wochen wurde auch diesmal Tv. Wetzlar mit 4:2 Punkten Sieger in dem spannenden Mannschaftskampfe. Die einzelnen Waffen zeigten folgende Ergebnisse: Florett-Fechter: 6:3 Siege für Wetzlar: Florett-Fechterinnen: 5:4 Siege für Wetzlar: Säbel-Fechter: 5:4 Siege für Bad- Nauheim. Beste Einzelfechter waren: Florett: Karl Mulch, Tv. Wetzlar: Säbel: Paul Hoffmann, Tv. 1860 Bad-Nauheim: Fechterinnen: Frau Erna Kutscher, Tv. 1860 Bad-Nauheim.
Kurze Sportnotizen.
Marie Braun-Philippsen. die holländische Rekord- und Olympia-Schwimmerin, ist jetzt schwer krank aus Los Angeles zurückgekehrt. Sie glaubt, in Amerika vergiftet worden zu sein. Rach einem scheinbar scherzhaften Nadelstich ins Bein, dem sie wenig Beachtung schenkte, wurde die Holländerin schwer krank und konnte nicht mehr starten. Marie Braun ist der Ansicht, daß auf sie das Attentat verübt wurde, weil sie als schärfste Gegnerin der späteren amerikanischen Olympiasiegerin Eleanor Holm angesehen werden mußte, und für diese ein siebenjähriger Filmkontrakt auf dem Spiele stand, wenn sie geschlagen worden wäre. Wie weit diese Behauptungen zutreffen, wird wohl nie zu ermitteln fein.
Das „Kriterium der Ass e", ein Einzelfahren für Straßenfahrer, gewann am Sonntag im Berliner Sportpalast der Berliner Funda vor feinem Landsmann Wissel und dem Belgier Jean zierte.
*
I m Turiner Marathonlauf siegte der Italiener Fanelli in 2:45:01,4 vor seinem Landsmann Genghini, der mit 54 Sekunden Rückstand einkam.
Olympiasieger Jsmayr und die beiden Ringer Földeak und Sperling nahmen am Sonntag in Tilsit an einer Werbeoeranstaltung teil. Während die beiden Ringer ihre Kämpfe gewannen, konnte Jsmayr fein Können nicht ganz entfalten, da die vorhandenen Gewichte nicht ausreichten.
Die Deutschen Ski-Meisterschaften 1 9 3 3 werden vom 17. bis 20. Februar in Freu- denstadt-Baiersbronn ausgetragen.
♦
Das Tennisturnier in L u g a n o wurde am Montag abgeschlossen. Roderich Menzel gewann das Herreneinzel bidjt 6:1, 6:3, 6:3 über den Schweizer Aeschlimann. Frl. Payot - Frl. Ellmer siegten im Damendoppel über Frau Deutsch - Frl. Kallmeyer 2:6, 6:3, 6:3 und im Gemischen Doppel gewannen Payot - Aeschlimann über Friedleben- Menzel 6:1, 6:2.
S ü dd e u t schl a nd erzielte beim Hockey-Länder- tampf gegen Oesterreich in Frankfurt vor 1000 Zuschauern noch ein Unentschieden von 3:3, nachdem die Gäste 12 Minuten vor Schluß noch 3:0 geführt hatten.
Holland besiegte in Brüssel vor 35000 Zuschauern Belgien im Fußball-Länderkampf mit 3:2 Treffern.
Eine Ueberraschung mar der 8:5-(8:5) Sieg, den SüddeutsHland in Hannover beim traditionellen Rugbykamps gegen Rorddeutschland erzielen konnte.
Billard: Lütgehetmann — Sommer. Am Donnerstag, 20. Oktober, spielt im Cafe Amend der Amateur Lütgehetmann (Frankfurt a. M.) eine Wettpartie auf 400 Bälle gegen den Billardmeister Sommer (Gießen).
Trauerfahnen in Biedenkopf.
WSN. Biedenkopf, 17. Okt. Am 15. Oktober hätte der Kreis Biedenkopf auf eine 100jährige Geschichte zurückblicken können, wenn nicht inzwischen die Auflösung des Kreises erfolgt wäre. Die Bevölkerung hatte deshalb den 15. Oktober zum Trauertag erklärt und zahlreiche Gebäude der Stadt trugen am Samstag schwarze Fahnen und schwarzweißrote Fahnen mit Trauerflor.
Beim Sprengen verunglückt.
|| Marburg, 17.Okt. Als der 20jährige im Freiwilligen Arbeitsdienst tätige Arbeiter Becker bei Dexbach, in der Nähe von Biedenkopf, mit dem Bohren von Sprenglöchern beschäftigt war, kam ein überspringender Funke mit bereite gelegtem Sprengstoff in Verbindung. Die entstehende Explosion riß dem jungen Mann die rechte Hand mit dem Unterarm glatt ab. Man brachte den Verletzten in die Marburger Klinik.
Kunst und Wissenschaft.
Greiner-Ausstellung in DarmflaM.
Dem Vorsitzenden des Gaues Hessen des Reichs- Verbandes bildender Künstler, Kunstmaler Dr. Greiner, wurden anläßlich seines 60. Gebarts* tages besondere Ehrungen zuteil. In den Räumen des ehemaligen Geweroemuseums in Darmstadt wurde eine Ausstellung des Gesamtwerkes des Künstlers eröffnet, wobei der zweite Vorsitzende Dr. Rill eine herzliche Ehrung des Jubilars vornahm. Unter den zahlreichen Ehrengästen war auch Oberregierungsrat Henrich als Vertreter des Kultusministeriums erschienen. Staatspräsident Dr. Adelung, Finanzminister Kirnberger und Landtagspräsident Werner hatten dem Jubilar ihre Glückwünsche schriftlich ausgedrückt. Dr. Rill betonte insbesondere die Verdienste, die Dr. Greiner sich um den Reichsverband und die Künstler in der jetzigen schweren Notzeit erworben habe. Greiner selbst legte dann in einer Ansprache ein Bekenntnis seines künstlerischen Schaffens ab. Die Ausstellung ist durch zahlreiche Leihgaben aus Privatbesitz außerordentlich gut beschickt und vermittelt ein interessantes Bild des eigenartigen Künstlers.
Herbstausstellung der Akademie der Künste in Berlin.
Unter großer Beteiligung von Künstlern und Vertretern der Behörden wurde in Berlin dir Herbstausstellung der Akademie der Künste von Generalmusikdirektor Prof. Mar v. S ch i l l i n g s feierlichst eröffnet. In seiner Ansprache gab er dem Bedauern Ausdruck, den Ehrenpräsidenten Max Liebermann, der aus Gesundheitsrücksichten der Eröffnung fembleibcn müsse, nicht begrüßen zu können. Die Tatsache, daß ein Musiker die Herbstausstellung eröffne, dokumentiere die Gemeinsamkeit der Künste.
Zum Tode von Professor Rothenbucher.
Der bekannte Münchener Rechtslehrer Universitätsprofessor Dr. Karl Rothenbücher, der dieser Tage, wie bereits kurz gemeldet, im Alter von 52 Jahren in München verstorben ist. gehörte der Münchener Universität seit 1908 als Privatdozent, seit 1912 als Ordinarius des Kirchenrechts und der Soziologie an. Er war ein Schüler von Seussert und Brentano, List und Schmoller. Sein Werk, „DieTrennungvonStaat undKirche", hat seinerzeit große Aufregung erregt. Die Münchener Universität verliert in ihm einen ausgezeichneten Lehrer und wissenschaftlichen Forscher von hohem Ruf. Auch im politischen Leben spielte Rothenbücher eine bedeutsame Rolle.
Wirtschaft.
Frankfurter Abendbörse geschästslos.
Frankfurt a. SOI., 17. Okt. Die heutige Abendbörse verkehrte auf die schwachen Kursmeldungen aus Neuyork in überwiegend schwächerer Tendenz. Das Geschäft war minimal und beschränkte sich auf die Kulisse, die kleine Abgaben vornahm, zumal keinerlei anregende Momente vorlagen und auch die Kundschaft sich weiter fernhielt. Gegen den Berliner Schluß ergaben sich meist Rückgänge bis zu 0,5 v. H. Auch im Verlause bröckelten die Kurse infolge der großen Geschäftsstille weiter ab.
Am Renten markt war es gleichfalls sehr still, doch nannte man meist unveränderte Kurse. Schutzgebiete bröckelten jedoch bis auf 5,13 v. H. ab, kamen aber später auf etwas Nachfrage mit 5,30 v. H. zur amtlichen Notiz. Neubesitzanleihe 6,65, Altbesitzanleihe 47,13, Dresdner Bank 61,75, Reichsbank 125,75, Gelsenkirchen 40, Stahlverein 24,13, AEG. 33, Bemberg 55, Bekula 114,5, Licht & Kraft 87,5, JG.-Farben 94,5, Hapag 16,90.
* Bahnmeisterei Hanau stellt 200 '21 x- beiter ein. 3m Rahmen des Arbeitsbeschaffungs- Programms der Reichsregierung haben die Bahnmeistereien im Bezirk des Arbeitsamts Hanau rund 200 Zeitarbeiter eingestellt.
* Arbeiterein st ellllngen bei der Mainzer Aktien - Bierbrauerei. Die Mainzer Aktien - Bierbrauerei wird entsprechend dem Beschluß des Deutschen Drauerbundes vom 5. Oktober 1932, welcher eine 'Befolgung der Forderung der Reichsregierung zur Minderung der Arbeitslosigkeit empfahl, ihre Belegschaft um 5 v. H. erhöhen. Von der Vergünstigung einer lOprozenti- gen Herabsetzung der Löhne, die minder 5prozenti- gen Neueimiellung laut Notverordnung möglich wäre, wird die Mainzer Aktien-Bierbrauerei keinen Gebrauch machen. Die ganze Belegschaft einschließlich der Neueingestellten wird vielmehr in gleicher Weise wie bisher nach Taris entlohnt.
* Ein interessantes komm un ales Finanz-Experiment. Die Stadt Magdeburg will mit ihren Anleihen aus den Jahren 1926 und 1928 ein interessantes Experiment
machen. Diese Anleihen hatten ursprünglich einen Kurs >on 90 Prozent. Die Finanzkrise drückte den Kurs auf rd. 60 Prozent herunter. In dem Dilemma, einerseits das allgemeine Zutrauen zp ihren Anleihen zu heben und andererseits den Kurs wegen der Lilgungsverpflichtungen nicht zu hoch steigen zu lassen, hat die Stadt jetzt beschlossen, bis zum 31. Dezember 1932 bei den Kassen der Stadt Magdeburg Anleihestücke zum Kurs von 90 Prozent in Zahlung zu pehmen für Straßenanliegerbeiträge, Reichsmarkhypotheken und Restkaufgelder ausschließlich Hauszinssteuerhypotheken, Aufwertungshypotheken. Reparaturhypotheken, Darlehen aus dem städtischen Wohnungsbaufonds. Darlehen und Außenstände anderer Art nach besonderer Vereinbarung. AIS Zahlung für Einnahmen, die sofort zur Deckung laufender Ausgaben Verwendung finden müssen, können also Anleihestücke nicht in Zahlung genommen werden. .
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 17. Oktober. (WTB.) An der Getreidebörse blieb das seit Wochen anhaltende . ruhige Geschäft auch zum Wochenbeginn bestehen. Das Angebot in Weizen war ausreichend, während Roggen weit über die Nachfrage hinaus angeboten war. Am Gerstenmarkt trat infolge des knappen Angebots die Nachfrage etwas besser in Erscheinung, und die Preise laueteten im freien Markt ; etwas höher. Industrie- und Futtergerste wurden | mit 180 Mark per Tonne bezahlt. Der Futter- mittelmarft lag geschäftslos und nachgebend, nur ölhaltige Futterartikel tendierten etwas freund- > ließer, wobei die feste Haltung an den Ausland- börfen anregte. Am Mehlmarkt stagnierte das Ge« schäft nahezu vollkommen, sowie bei Weizen- als auch bei Roggenmehl. Gegen 14 Uhr nannte man etwa folgende Preise: Weizen 212,50 Mark, Roggen 162,50, Sommergerste für Brauzwecke 180 bis 190, Hafer (inländischer) 140 bis 145, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0) 31 bis 32,25, Weizenmehl (niederheinifches) 31 bis 32, Roggenmehl 23,75 bis 24,75, Weizenkleie 7,50 bis 7,65, Roggenkleie 7,75 Mark.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lvmbardzinsfuß v. H
ZrankfuN o. M
Serlln
Schluß» kurS
Schluß!. Abend» börsc
Schluß» ture
Schlußk.
Mittag. bSrse
Datum
15-10.
17-10.
15-10.
17-10-
6% Doutiche iKcidisanlctiic v.192.
-
73,4
73
73,5
6% ehcm. 7%Dt. Reich-anl. V.1S2S
88,3
90
88165
syi% Boung.Anlclhe von 1930 .
71,5
71
71,75
70,9
Deutsche Anl.»Ablös.»Schuld mti Auölos.Rechten......
47,4
47,13
47,4
47
Deegl. ohne AuSIos.-Rechte . .
6.7
6.65
6,7
6,6
6% ehern 8% t>rfi BolkSstaat ISSN
(tüdiahlb. 102%)......
63,5
67,5
68,65
68
Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auelos..Reckten......
68,65
—
—
—
Deutsche Komm. Sammelabl.
Anleihe Serie l......
-
—
—
—
6% ehem. 8% Uran«. Hyp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935
75,5
75,5
—
—
6% ehem. 7% Rranlf. Hyp.-Banl Golvple 16 unkündbar bis 1936
-
75,5
—
—
ehem. 4"/,% ürankf.Hyp.- Bank Stau Pjaudbricse . . .
79,9
79.9
—
—
6'/.% ehem. 4 >4% Rheinische Hvv.-Bank Liau -Goldpse. .
79,9
80
—
—
6% ehem 8% Pr. Landcsvland- briesanstaii Psandbriele R. 19
73
73
73
73
6% ehem. 7% Pr. Landespfand.
briefansiall. Psandbriese R. 10
73
73
—
-
4% Oesierretchtlcke Gotvrcnie .
4,20% Oesterrcickischc Silberrentr
10,25
10,5
10,8
10,5
—
1
1.05
1.05
4% Ungarische Goldrcntc ....
6.65
6,75
6.85
6.85
4% Ungarische Slaaisrentc v. 1910
6,75
6.75
6.85
6,85
45'-% dcsgl. von 191».....
5% abgcsl. Goldmcrikaner von 99
—
—
6,8
6.8
6,75
6,5
3,5
—
6,25
4% Türkische Zollanleihe von 1911
3,5
3.45
3.4
4% Türkische Bagdadbahn-Anlcihe ee*l. ...
3,6
3,75
3,5
3,5
4% deSgl. Serie II.....
3.5
3.5
3.4
3.25
6% Rumün. vereinh. Rente 9.190:
4,7
4,5
4,75
4,6
4^%Ruman.veretnh.Renrrv.l913
7,6
8
8
7.9
4% Rumanische vereinh. üüwtc L iMtoliu ......
4,2
| 4,2
4,3
। 4.25
ia 06
1 l£-5
18.25
1 l&J
Frankfurt a.M.
Serlln
Schluß« kurs
Schluß«. Abend» bSrse
Schluß« kurü
Schlußk. Mittag» bSrse
Saturn
15-10-
17-10-
15-10-
17-10-
pamburg-Amerua Pare.
I
17,9
16,9
17,65
17,13
Hamburg-Südam. Dampfschiff
. 0
—
—
—
Hansa Dampsschiss . .
. (
—
—
28,25
27,5
Norddeutscher Llorid ....
. 1
18
17,5
18.13
17,5
A.G. für Verkehrswesen Alt.
. 0
42
42
42,5
41,3
90,75
Berliner Handeiögcleilickait .
4
90,5
90,5
91,5
Commerz» und Privat-Bank .
0
53,5
53,5
53,5
53,5
Darmstädter und Nationalbant
Deutsche Bank und
0
—
—
—
—
DiSconlo-Gesellfchast. . .
0
75
75
75
75
Dresdner Bank......
0
61,75
61,75
125,75
61,75
61,75
Reichsbank........
1:
125,25
125,75
125,5
A.E.Ä...........
Bergmann.........
Eiektr. LieserungSgesellschast.
. 0
34,75
33
34,13
33,5
. 0 B
67,5
20,5
67,5
20,75
68,5
20,75
68
Licht und Kraft......
6
87,5
87,5
87.5
87,75
Reiten & »uilleoume....
SescUschast für Clcktrische
0
58
72
73,75
» 57
72
72,5
57,25
72,13
73,75
57,5
Untemebmungen ....
Rheinische ClektrizULt . . .
4 BB
72
72,5
Schuckert & Go.......
0
73,5
73,5
73
73,5
Siemens & HalLle.....
9
117,25
119
117,5
119,5
Lahme her & Go...... .
10
119,5
119
120,5
119,5
Buderus..........
Deutsche Erdöl......
. 4
40,9
40,75
41
40.9
. ö
72,75
74
72,65
73,75
Gelsenkirchener......
. 8
38,5
40
39,75
40
Harpener.........
. 0
74,5
74,75
74,75
74,5
Hoesch Eisen........
. 6
—
38,5
38
Ilse Bergbau.......
10
—
—
123,25
124,75
Ilse Bergbau Genüsse . . .
99,25
99
98,5
——
»lodnctrocrte.......
. 6
34
34
34,25
34.5
ManncSmann-Röhreu . . .
. 6
53,9
52
53
52
ManSsrlder Bergbau ....
. 0
21
21
20,75
20,75
Lbcrschles. Lokswerte . . .
. 8
41
41.75
Phönix Bergbau......
41 7
28,25
27,5
29
27,9
Rhemische Braunkohlen. . .
io
168,23
167
167,5
166.3
68,25
67
68
66,75
Frankfurt o. M.
Schlußkurs
Schlußk. Abend» börke
Schlußkurs
Schlußk. mittag» börse
Datum
15-10.
17-10-
15-10.
17-10.
Riebeck Montan......
Bereinigte Stahlwerke .... 0
Otavi Minen....... 0
24
17,25
24,13
17
23 75
17
24,13
16,75
Kaliwerke Aschersleben ... 6
103
102
105
102
Kaliwerke Westeregeln ... 6
Kaliwerke Salzdetfurth ... 9
109,5
164
108.5
165
109,5
166
165,25
I. ®. Farben-Jndustrie ... 7
95,25
94,5
95,5
95,13
Scheideanstalt.......1°
Goldschmidt.........0
139,25
27,25
139,25
27,75
27,5
28
41,5
34
RütgetSwerke........0
41,5
41
41,5
Metallgesellschast.......°l
35,5
34
PHUipV Hotzmann......0
Zementwerk Heidelberg. ... 4
57,5
50
57.25
48.5
58
58
Zementwerk Karlstadt.....0
52,25
53,5
Wayb & Freytag......0
4,5
4,65
—
Echultheir Pavenhoser ... 0
Aku «Allgemeine Kunstseide» 0
Bemberg......... 0
Zellstoff Waldhof..... 0
58,5
56.5
45,25
57,5
55
44,25
56
58,13
56,75
45,4
56.4
57,13
55,5
43,75
Zellstoff Aschaffenburg ... 0
Dessauer Gas........7
30,5
29
29,25
90,25
29 89,65
Daimler Motoren......0
21,4
20,5
21
20,65
Deutsche Linoleum .....0
45,75
45,75
46,5
46,4
Orenstcin & Koppel.....c
—
—*
34,75
34.5
Leonhard Dietz.......6
47,5
47
47.25
46,75
SvcnSka......... 0
—
—
Ldade..........12
170
169
171
169
Frankmrter Masckmen . . . . 0
—
_
9rinnet . . . .....0
27.5
26
27,25
27.13
Mainkrastwerke Höchst a.TL. . <
55
55-
<—
128
Süddeutsch« Zmker . .... 8
128
128
127,5
Deoi
15-Oktober
17-Oktober
Amtliche Rotterunq
Amtliche Notierung
Geld
Nrlel
Geld
29 ritt
Helfmgfor» .
6,254
6,266
6.264
6.276
Wien. . . .
51,95
52,05
51.95
52,05
Prag . . .
12,465
12,485
12,465
12,485
Budapest. .
—
—
—
Sofia . . .
3,057
3,063
3.057
3,063
Holland . .
169.38
169,72
169.43
169.77
Oslo....
72,83
72,97
72,83
72.97
Kopenhagen.
75,12
75,28
75,12
75,28
Stockholm
74.43
74,57
74.43
74.57
London. . .
Buenos Tlirel
14,485
14,525
14.485
14.525
0,890
0.891
0,890
0,894
Neuyork . .
4.209
4.217
4,209
4,217
Brüssel. . .
Statten . . .
58,45
58,57
58,46
58,58
21,55
21.59
21.55
21,59
Paris . . .
16,51
16,55
16,52
16,56
Schweiz . .
81,22
81.38
81,24
81,40
Soanien . .
34,47
34,53
34.47
34,53
Danzig. . .
81,92
82,08
81,97
82.13
Japan . . .
0,989
0,991
0.989
0,991
Rio de Ian..
0.294
0,296
0,294
0.296
Jugoslawien.
Lmabon . .
5,794
5.806
5.694
5,706
13,19
13,21
13,19
13,21
Banfnolen.
Äerlin, 17- Oktober
«eld
Äries
Amerikanische
Roten . . .
....
4,20
4,22
Belgische Noten.....
58.30
58.54
Dänische Noten.....
74.90
75,20
Sngliscke Noten.....
französisch« Noten....
■ ■ I
14,445
14,505
16.48
16.54
Holländische Roten....
169,06
169.74
Italienische Noten . . . .
21,51
21,59
Norwegische Roten........
Teutsl^Lesterreich, i 100 Schilling
72,65
72.94
Rumänisckc Roten ....
2,44
2.46
Schwedische Noten....
• . . .
74,25
74,55
Sckweizer Noten.....
81,04
81.38
Spanncke Roten.....
34,33
34.47
Ln«arhche Noten ... .
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