Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.
Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re« klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20° „ mehr.
Chefredakteure
Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für denAn- zeigenteil i. V. Th.kümmel sämtlich in Biegen.
General-Anzeiger für Oberhessen
Drifd und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Stemöruderei R. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7.
Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Biegener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis:
Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt.
Zernsprechanschliisse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Liehen.
Postscheckkonto:
Zronlfnrt am Main 11686.
Nr. 245 Erstes Man f82.Zahrgang Dienstag, (Dttober (932
GktzeimAnzeiger
Der Kampf um die Viermächiekenferenz.
Ein offener Appell Macdonalds an Deutschland.
London, 17. Oft. ($11.) Ministerpräsident Mac do naiv hielt am Montag auf einem von der nationalen Arbeiterpartei ihm zu Ehren veranstalteten Frühstück im Hotel Trocadero eine bedeutsame Rede, in der er auch die Abrüstungsfrage und die deutsche Gleichberechtigungsforderung zur Sprache brachte. Macdonald führte aus:
Die englische Rationalregierung kann sich Europa und die Welt ohne den Völkerbund nicht vorstellen. Darüber hat niemals irgendein Zweifel bestanden. Wir stehen für den Völkerbund und wir stehen für das Völkerbundsstatut. (Veifall.) Wir wollen, daß die Ab- rüstungskonfcrenz etwas gut und richtig Festgelegtes wird und nicht etwas, das nur zu der formellen moralischen Scheidemünze der Welt gehört. Ich wünsche eine Abrüstung, die ein wirklicher Beitrag zu dem Problem, den Frieden zu bereiten, ist. Es besteht aber eine Frage, die zuerst geregelt werden muß, bevor die Abrüstung wirksam werden kann. Das ist das Problem, dem wir ins Augen sehen müssen. Deutschland weiß sehr gut, daß England — auf dieser rein moralischen Grundlage — sich nicht dem deutschen Wunsch widersetzt, als gleichberechtigt auf der Abrüstungskonferenz betrachtet zu werden. Deutschland weih auch, daß wir sehr besorgt sind, Deutschland und seine Rachbarn in Beziehungen größeren Vertrauens zu bringen. Dieser uninteressierte Wunsch auf unserer Seite ist und war eines der führenden Ziele der Politik der englischen Rationalregierung. Wenn er jetzt in Erfüllung geht, werden die Folgen sicherlich die Abrüstung erleichtern und den Frieden sichern.
Alles zielt auf die Rotwendigkeit hin, eine allgemeine Vereinbarung über die deutsche Forderung zu sichern, nicht nur für einen Punkt. And daher müssen wir die ganze deutsche Forderung kennen. Bei der Vorbereitung des zu erzielenden Abkommens sollte Deutschland wirklich einsehen, daß e s anwesend fein muß und mit uns allen in einen Meinungsaustausch treten kann, um die notwendige Auskunft zu erhalten. Menn Deutschland abwesend ist, so heißt das, daß Deutschlands Stellung nicht verstanden werden könnte. Unser Wunsch ist. daß Deutschland mit uns mitkommen soll, und daß wir alle Zusammengehen wollen, damit am Ende unserer Besprechungen wir wie eine Abordnung vor die Abrüstungskonferenz hingehen und sagen können: „Ihr seid steckengeblieben, wir zusammen machen nun diesen Beitrag zur Beseitigung der Hindernisse".
Frankreich ist mitEnglandüberein- gekommen, den toten Punkt zu überwinden, ba es nicht die Verantwortung übernehmen konnte, als Ergebnis der Besprechungen einen Vertrag durch die Abrüstungskonferenz zu bringen, der lediglich formell und bedeutungslos sein würde. Ich bedauere auf das tiefste, daß Deutschland zwar seine Bereitwilligkeit zu einer solchen Konferenz gezeigt, aber sich geweigert hat, nach Genf zu gehen aus Gründen, deren Substanz für mich schwierig zu entdecken ist. Ich hoffe ernstlich, daß Deutschlands neuestes Wort nicht auch sein letztes Wort sein wird. Hier steht die Tatsache im gegenwärtigen Augenblick; aber die englische Regierung fährt fort, ihr Ziel zu verfolgen und hofft, in nächster Zeit eine weitere Mitteilung über die Angelegen- heit machen zu können.
Genf als Konferenzori erneut abgelehnt.
Berlin, 17. Oft. (TU.) Der englische Geschäftsträger in Berlin, Rewton, suchte am Montagnachmittag den Reichsauhenminister Frelherrn von Reurath auf und schlug ihm in einer Unterredung erneut Genf als Konferenzort für die vorgesehene Viermächtekonferenz vor. In der Besprechung erklärte der Reichsaußenminister unter eingehender Begründung wiederum, daß Genf für Deutschland nicht annehmbar sei.
Ls ist nunmehr anzunehmen, daß jetzt Verhandlungen über einen anderen Konferenzort beginnen werden. Jedenfalls gelten die Verhandlungen noch nicht als gescheitert. Man rechnet vielmehr in politischen Kreisen nach wie vor mit dem Zustandekommen der Konferenz.
*
„Daily Telegraph schreibt, daß die englische Regierung sich noch einmal über die Haltung Deutschlands erkundigt und hierbei die Bestätigung erhalten habe, daß Berlin keinesfalls Genf als Tagungsort für die Vierrnächte-Kon- ferenz zustimmen könne. Da Frankreich sich den einen Ausweg, nämlich einer vorläufigen Anerkennung der deutscher. Gleichberechtigungsforderung durch die Alliierten und assoziierten Mächte widersetzen werde, so bleibe nur übrig, nsch zu versuchen, die Konferenz in Lausanne znstandezubringen. Es sei möglich, daß
Macdonald sich im Hinblick auf die unsichere Lage noch entschließen könnte, die deutschen Ministernach London einzuladen. Die englisch-französischen Besprechungen in London hätten zwar ihren eigentlichen Zweck nicht erreicht, Wohl aber hätten siedieAtmosphäre zwischen London und Paris erheblich verbessert. Es bestehe Aussicht auf einen weiteren Meinungsaustausch zwischen den beiden Regierungen über die Fragen der Abrüstung und Sicherheit. Der Berliner Korrespondent der „Times" glaubt zu wissen, daß die deutsche Regierung mit der Zulassung der kleineren Mächte Polen, Belgien und der Tschechoslowakei einverstanden sei, falls ein anderer Tagungsort als Genf gefunden werde.
Oeffeniliche Meinung und Politik des Foreign office.
London, 17. Oft. (TU.) Rachdem die Bürgermeister von vier englischen Städten der Grafschaft Borkshire in einem Briefe an die „Times" die Anerkennung der deutschen Gleichberech- ttgungsforderung verlangt haben, veröffentlicht jetzt die liberale „Rews Chronicle" einen ähnlichen Aufruf von 5 Mitgliedern der Universität
Rom, 17. Oft. (TU.) Auf der von schätzungsweise 25 000 Personen dicht gefüllten Piazza Venezia hielt heute Mussolini eine Rede, in der er daran erinnerte, daß genau vor zehn Zähren, am 16. Oktober 1922, in einer von ihm selbst einberufenen Versammlung in Mailand d i e Erhebung beschlossen wurde. 3n dieser Versammlung sei Einstimmigkeit erzielt worden über die sofort zu ergreifenden Maßnahmen, die in der Uebertragung der Machtbefugnisse auf ein Viermännerkollegium und in der Bildung der Abteilungen bestand, die den Marsch auf Rom antreten sollten. Die Erhebung verhält sich zur Revolution wie die Taktik zur Stratigie. Erhebung ist nur ein Aug enblick der Revolution. Die umfassende Revolution mußte später beginnen. Tatsächlich begann sie erst im Januar 1923, als die freiwillige Miliz für die Sicherheit der Ration und der faschistische G r o ß r a t geschaffen wurden.
Rut^ da man in das zweite 3ahrzehnt des faschistischen Regimes eintrat, sind neue Marschdirektiven erforderlich. Ich bin euer Führer und bin wie stets bereit, jede Verantwortlichkeit auf mich zu nehmen. Wir müssen
3m Rahmen der Deutschen Kolonialtagung 1932 veranstaltete die Koloniale Reichsarbeitsgemeinschaft in der Hasenheide eine eindrucksvolle V o l k s ku n d g e b u n g, die unter der Devise stand „Land und Recht für deutsches Volk". Der ehemalige Gouverneur von Ostafrika, Dr. Schnee, betonte in seiner Eröffnungsansprache, wir seien zur Zeit ein Volk minderen Rechts, jedoch nicht gewillt, diesen Zustand zu verewigen. Daher gerade in dieser Zeit der Kampf um die Gleichberechtigung auf dem Gebiet der Wehrfähigkeit. Die gleiche Forderung müsse auch gestellt werden für d i e Wiedererlangung der deutschen Kolonien. 3m Anschluß daran sprach Ritter v. Epp. Die Frage nach dem Lebensraum, so führte er aus, stehe heute im Mittelpunkt aller Betrachtungen. Deshalb fei es notwendig, den kolonialen Gedanken stärker als bisher zu pflegen. Die Gedanken, die jeden Deutschen in der Zeit des Kampfes um die Gleichberechtigung bewegen mühten, feien: „Deutsches Volk will Land, Land für das hungernde Volk." Zum Schluß der Kundgebung wurde einstimmig eine Entschließung angenommen, die den festen Willen zum Ausdruck bringt, mit aller Kraft dafür einzutreten, daß die dem deutschen Volk auferlegte koloniale Acht beseitigt, die koloniale Gleichberechtigung anerkannt und die dem deutschen Volk im Versailler Diktat aufgezwungene koloniale Verzichterklärung aufgehoben wird.
Zum Abschluß der Deutschen Kolonialtagung 1932 in Berlin hielt der Deutsche Kolo- nialkriegerbund in der Hasenheide ein Treffen ab, das sehr stark besucht war. Für die Deutsche Kolonialgesellschaft sprach Exzellenz von L i n d e q u i st , der dem hohen Lied der Kameradschaft, die gerade in den Kolonien ausgeprägt gewesen sei, herzliche Worte widmete. General Ritter v. Epp führte aus, der Wert der Kolonien liege darin, daß man sie mit deutschen Menschen besiedele und aus ihnen neues und deutsches Land mache. Kolonien könne man nicht danach avschähen, was aus ihnen herausgeholt wer-
Oxford. Die Versprechungen, so heißt es da, die die Alliierten in Versailles gegeben haben, müßten erfüllt und die berechtigte deutsche Gleichberechtigungsforderung müsse anerkannt werden. Die Versailler Versprechungen seien so klar wie irgend etwas, das jemals von (Staatsmännern zu Papier gebracht worden sei. 3n einem Leitartikel erklärt „Rews Chronicle" hierzu, es sei Zeit, daß die englische Regierung einmal von der öffentlichen Meinung Englands Rotiz nehme. Die höchst bemerkenswerte Einmischung von englischen Bürgermeistern in die Außenpolitik sei bezeichnend für eine öffentliche Meinung, die nicht lärmend, aber feist und tief fei.
3n der Tat ist es beachtlich, aber für Kenner der englischen Verhältnisse nicht verwunderlich, wie wenig Rücksicht die amtliche englische Politik in den letzten Wochen auf die Stimmung im eigenen Lande genommen hat. Diese Tatsache hat vielfach dazu geführt, daß sich die öffentliche Meinung in anderen Ländern Täuschungen hin- gegeben hat. Es sollte nicht übersehen werden, daß die englische Politik seit jeher in White- Hall, dem englischen Regierungsviertel, und nicht in der Fleet st reet, dem Zeitungsviertel, gemacht worden ist. Es ist wichtig, sich diese Tatsache immer vor Augen zu halten.
hart gegen uns selbst sein, treu zu unserer Lehre und unserem Eide. Alle diejenigen, welche die Krise durch Wundermittel beseitigen zu können glauben, befinden sich auf einem 3 rrwege. Entweder ist dies eine periodische Krise im System, und dann wird sie behoben werden, oder es ist eine Krise des Systems, und dann stehen wir vor dem liebergang aus einer Epoche der Zivilisation in eine andere. Dort, wo man vom Privatkapitalismus zum Staatskapitalismus übergegangen ist, ist das allgemeine Elend einfach furchtbar.
Mussolini sprach dann über das Problem der 3ugeno und betonte hierzu, im zweiten 3ahr- zehnt des Faschismus müsse den jungen Center. Platz geschaffen werden. Riemand sei älter als derjenige, der auf die 3ugend eifersüchtig fei. Wir wünschen, daß die jungen Leute sich an unserer Treue entflammen und bereit und entschlossen sind, unsere Arbeit fortzusetzem Die Rede Mussolinis, der sämtliche Mitglieder der Regierung, des faschistischen Parteidirektoriums, des Großen Rates, Senatoren und Abgeordnete mit dem Par kamen tspr äs i den t en an der Spitze usw. beiwohnten, wurde mit langanhaltendem begeisterten Beifall begrüßt.
den könne, sondern wie vielen Menschen sie eine Existenz gäben, die der deutsche Boden heute nicht mehr zu ernähren vermöge.
Im Rahmen der 50-Jahr-Feier der Deutschen Kolonialgesellschaft hielt in der Technischen Hochschule in Charlottenburg der Frauenoerein vom Roten Kreuz fjir Deutsche über See seine 42. Hauptversammlung ab. Unter den Ehrengästen befand sich die ehemalige Kronprinzessin, die Prinzessin Heinrich von Preußen, Frau Reichskanzler v. P a p e n, Frau Reichsaußenminifter o. Neurath und Frau Oberbürgermeister Sa hm. Die Hauptversamnzlung wurde geleitet von der Vorsitzenden des Frauenvereins, der H e r z o g i n Adolf-Friedrich zu Mecklenburg. Aus dem Jahresbericht, den die stellvertretende Vorsitzende, Frau v. L e k o w , gab, ging hervor, daß es heute nur noch durch die Opfer» Willigkeit der einzelnen Ortsgruppen im Reich möglich ist, die Heime, Krankenhäuser und Kindergärten, die der Verein in Ueb erste, vor allem in den früheren deutschen Kolonien in Afrika, unterhält, weiterzuführen. Gerade diese Anstalten mit ihren vorbildlichen Einrichtungen sind Träger deutscher Kultur im Auslande und eine Stütze für die schwer um ihre Existenz ringenden deutschen Kolonisten. Wenn auch hier und da Einschränkungen gemacht werden mußten, wird es doch auch im nächsten Jahr möglich fein, die segensreiche Arbeit des Frauenvereins vom Roten Kreuz für Deutsche über See weiter so erfolgreich durchzuführen wie bisher.
Der Frauenbund der Deutschen Kolonial g e f e 11 f d) a fJ hielt in der Aula der Technischen Hochschule seine Hauptversammlung im 25. Jubiläumsjahr ab. Mit großem Beifall wurden die Begrüßungsworte Dr. h. c. Hedwig Heyls, der Gründerin und Ehrenvorsitzenden des Frauenbundes, aufgenommen. Der Jahresbericht zeigte den Bund unentwegt in der Verfolgung der Ziele, die er sich zur Zeit des ersten machtvollen Aufblühens gesteckt hat. Zwar ist es nicht mehr möglich, . monatlich bis zu zehn deutsche Mädchen hinüberzu- I senden, aber die Schulen in Lüderitzbucht, Windhuk, I die Heime in Gideon, Keetmanshoop, Karibik) und
Mussolini am 10. Jahrestag der faschistischen Erhebung.
in Äerlin.
andere bestehen weiter dank der starken Unterstützung des Frauenbundes. Anschließend wurde in drei Referaten die Lage in Südwest- und in Oft» afrika sowie die Stellung der Jugend zum kolo- i nalen Gedanken (Rednerin Frau Reichstagsabgeordnete Dr. Matz) dargelegt. Dr. Brenner-Windhuk gab die Entwicklung der Kolonie Südwest, ihr rasches Aufblühen in die zuschußlose Selbsterhal- tung hinein und den vollkommenen Verfall durch die Mandatswirtschaft wieder. Die Rückkehr Ostafri- kas unter deutsche Bewirtschaftung hat sich, wie , Rolf Brandt ausführte, in den Jahren 1925 bis 1929 in großem Umfange vollzogen. Die weiten Sisalpflanzungen sind von Deutschen auf gebaut, und es ist jetzt Ostafrika in die Weltwirtschaft ein» getreten. Und wenn die Engländer heute noch dem deutschen Verlangen der Wiedervereinigung mit dem Mutterlande ein „Nie" entgegensetzen, so schloß der Redner unter dem begeisterten Beifall der Versammelten, daß die Weltgeschichte ein solches Niemals nicht kennt.
französisches Liebeswerben um Spanien.
Herriotstrebt eine neue franzöfifch-fpanifche Entente an.
London, 17. Oft (ERB.) „Daily Telegraph" glaubt mitteilen zu können, daß der französische Ministerpräsident h e r r i o t beabsichtige, bei seinem Besuch in Madrid Ende dieses Monats eine neue Entente — das Wort Allianz würde vielleicht etwas zu stark sein — zwischen Frankreich und Spanien zustande zu bringen, her- riot hoffe, daß die hieraus sich ergebende diplomatische Zusammenarbeit beider Länder nicht nur in Marokko, sondern auch in Genf und bezüglich der Sicherheit Frankreichs im Mittelmeer Früchte zeitigen werde. Ls werde erwartet, daß Spanien auf der Abrüstungskonferenz bald als einer der wichttgften Befürworter des Abrüstungs- und Sicherheitsplanes herriots auftreten werde. In diesem Zusammenhang sei es nicht bedeutungslos, daß französischerseits gerade Spanien als geeignetes Arsenal des Völkerbundes für schwere Geschütze, Tanks und Bombenflugzeuge vorgeschlagen worden sei.
Ls mag sein, daß Frankreich die Gelegenheit einer Annäherung an Spanien für gekommen hält wegen der unzweifelhaften Schwächung des italienisch-spanischen Einvernehmens, die seit Einsetzung eines radikalsozialistischen Regimes in Spanien eingetreten ist. Dieses Einvernehmen hatte, als es zwischen der faschistischen Regierung und der Regierung des Generals primo de Rivera abgeschlossen wurde, in Frankreich große Sorge verursacht, weil man besürchtete, es könnte zum Abschluß eines See-Paktes führen, der die Verbindungslinien Frankreichs mit seinen nordafrikanischen Kolonien gefährden würde.
Popens Parole.
Eine Unterredung mit dem Reichskanzler.
Paderborn, 17. Oft. (WTB.) Reichskanzler v. Papen gewährte dem Vertreter der „Düsseldorfer Rachrichten" eine Unterredung, in der der Reichskanzler u. a. folgendes ausführte: Es war mir ein besonderes Bedürfnis, sobald als möglich auch dem Westen einen Besuch abzu- ftatten. Die großen wirtschaftlichen und finanziellen Röte des rheinisch-westfälischen 3ndustrie- gebietes sind mir nur zu gut bekannt, und ich erwarte, daß man gerade hier am schnellsten und wirksamsten aus dem bekannten Wirtschafts- Programm der Reichsregierung Ruhen ziehen wird. Was mir in erster Linie notwendig erscheint, ist politische und wirtschaftliche Ruhe. Wir werden nicht zulassen, daß durch Parteikämpfe und Parteigezänk die Krisenfchwierigkeiten in Deutschland unnötig vermehrt werden. Wenn wir eine „autoritäre“ Staatsführung fordern, so hat das nichts mit Autokratie zu tun. Wir sind toeöer gegen eine oernünftige Demokratie, noch gegen das Parlament, aber wir wollen den Begriffen wieder ihren ursprünglichen vernünftigen Sinn geben, d. h. nicht die Schreier und Projektemacher sollen in Deutschland regieren, sondern d i e besonnenen, ihrer Verantwortung gegen die Allgemeinheit s i ch bewußten Staatsbürger. Wer die Rotwendigkeit einer Reform unseres politischen Lebens anerkennt, kann nicht auf den Gedanken kommen, daß die Reichsregierung arbeiterfeindlich und selbstherrlich regieren wolle. 3ch kenne nur die eine Parole: Deutschland!
Studenienkrawatte in Wien.
Die Hoch chulen geschloffen.
Wien, 17. Ott. (TU.) Am Montag kam es in der Universität und in der Technischen Hochschule zu schweren Zusammenstößen. Sozia» listische Studenten waren trotz der blutigen Vorfälle in Simmering mit ihren sozialistischen Kampf, abzeichen erschienen. Als sie von den nationalsozia- listischen Studenten aufgefordert wurden, die Abzeichen abzulegen tarn es zu Handgemengen. Der Rektor Prof. Dr. Abel ermahnte iw- <5hu


