Ausgabe 
18.7.1932 Erstes Blatt
 
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SchWWng des Königsberger Stndenienlages

komme. Hierauf

Möglichkeit besprochen, den Streit we- and- Ann ui täten durch unmittel-

Macdonald er- aber die Be-

wurde die gen der L

in den Gemeinde- Altenmittlau und einer Streife stieß

^^.tnöglich war, eine Politik zu treiben gegen dre Einführung des allgemeinen, gleichen Wahl­rechts in Preußen. Die Frage der Siedlung ist eine der wichtigsten in der heutigen Zeit, und dem deutschen Volke muh immer wieder vor Augen geführt werden, daß es sich dabei viel weniger um eine wirtschaftliche, als um eine emi­nent soziale und nationale Angelegenheit handelt.

Folgen einer im Februar vorgenommenen Opera­tion g e st o r b e n. Herbert Charles Plumer trat 1876 in die britische Infanterie ein und hat sich bereits im Sudan und während des Vurenkrieges ausgezeichnet. 3m Weltkriege führte er das 5. Armeekorps und später das englische Hilfs­korps in Italien. Dann wurde er Oberbefehls­haber der 2. britischen Armee und nach Kriegs­ende Oberbefehlshaber der Aheinarmee in Köln. Von April 1919 bis 1924 war Plumer Gou­verneur von Malta, und von Mai 1925 bis zu seinem Abschied im Iuli 1928 Oberkommisfar von Palästina.

Waldungen Aeuses, Albstadt, Somborn zu bekämpfen. Bei

heit. de Dalera beharrte auf seiner Forderung, daß das Schiedsgericht auch einen Auslands-

Englisch-irischer Handelskrieg.

Konferenz zwischen Macdonald und de Balera erfolglos abgebrochen.

London, 16. Juli. (WTB.) Die ergebnislos gebliebene Besprechung zwischen Macdonald und iit. "ach dreistündiger Dauer um 23

r v» Pfunden. Wie verlautet, wurde zu- nachst die Frage der Einsetzung eines Schiedsgerichts zur Beilegung der Streit- fragen erörtert Hierbei ergab sich sofort eine grundsätzliche Meinungsverschieden-

Jn der Nacht zum Freitag waren die englischen Zuschlagszölle auf irische Waren in Kraft g e - t r e t e^n. Da diese Maßnahme zu einem v ö l l i - gen S t o ck e n des englisch-irischen Handels ge­führt hat, hat der Aufsichtsratsoorsitzende der British and Irish Steam-PacketCompany erklärt, daß er seine Schiffe st i l l e g e n und die Be­satzungen entlassen müßte, falls die Geschäftsflaute von längerer Dauer sein werde.

Dem Senat des irischen Freistaates wird heute eine Notverordnung über Zolle unter­breitet werden, die auf Waren aus England gelegt werden sollen. Es handelt sich um eine Ant­wort auf die gleiche Maßnahme der britischen Re­gierung gegenüber der irischen Einfuhr nach Eng-

Vertreter hinzuziehen müsse, während Macdonald auf dem bisherigen Standpunkt der britischen Regierung verblieb, daß nur ein Schiedsgericht aus Vertretern des Britischen Reichs in Frage

Die preußischen und bayerischen Forstbeamten im Kreis Gelnhausen haben sich seit Wochen zu gemeinsamen Streifen zusammengeschlossen, um das Wildererunwesen

Berufung von Professoren erhalten in der Weise, daß sie ein Veto gegen sittlich und national nicht qualifi­zierte Dozenten einlegen könne. Scharfe Worte richtete Krüger besonders gegen die Pro­fessoren Gumpel, Dehn und Vawiaski. Er er- fickte weiter, daß alle diese Reformen ver­suchsweise in Rostock durchgeführt werden sollten.

Im Anschluß an seine Ausführungen wurde ern Antrag angenommen, wonach der Vorsitzende der Deutschen Studentenschaft die Vorarbeiten zur Ausarbeitung und Durchführung des Veu- aufbaues leisten solle. Vach lebhafter Aussprache über die Frage des Führergedankens und über die Auffassung, ob ein föderalistisches oder ern diktatorisches System in der Studentenschaft Platz greifen solle, fanden die Wahlen des Vorstandes der Deutschen Studentenschaft statt. Die Wahlen hatten fol­gendes Ergebnis: Vorsitzender Krüger- Berlin, Vorstandsmitglieder: S ch i e ck e r t°Berlin, Wei­da u e r »Braunschweig, Grenzlandamt: Venk- n e r - Berlin, Hochschulreform: F e i ck e r t - Ham- bürg, Fachamt: Dr. Wend-Verlin, Langemarck- spende: Dr. Moka-Derlin, Leibesübungen: Weber-Berlin: Aelteste: Blahut-Wien, K r ö d e l - Leipzig, Schade-Hannover. Ein Ausschußbericht gab Kenntnis von den Beratun­gen über Verwaltungsfragen, nach denen der Kopfbeitrag mit 75 Pf. je Semester b e st e h e n bleibt.

Der Ausschuß für Leibesübungen legte der Hauptversammlung eine Entschließung vor, die sich gegen den Vekordgedanken wendet und erwartet, daß alle Studentenschaften sich auf eine möglichst vielseitige Durchbildung ein­stellen. Im Ausschuß für Wirtschafts­und soziale studentische Arbeit be­kannte man sich einmütig zu dem Gedanken des deutschen Arbeitsdienstes als Dienst der Iugend an Volk und Staat und empfahl bis zur Einführung der Arbeitsdienst­pflicht den Regierungen, nur solche Abiturien­ten zum Studium an den Hochschulen zuzulassen, die vorherein Iahr im Arbeitsdienst gestanden haben.

Berlin, 17. Iuli. (CVD.) Herriots Antwort in der Kammer in der er die Lausanner Regelung lediglich als Provisorium hinstellte, des­sen Endgültigkeit von den Ergebnissen der S ch u l - denregelung mit Amerika abhänge, hat in den Berliner amtlichen Kreisen Aufsehen erregt, ist es doch höchst merkwürdig, daß Herriot un­mittelbar nach der Lausanner Konferenz, auf der man doch allseits bemüht war, die großen entschei­denden Fragen mit dem gleichen Ernst zu bereini­gen und sie einer endgültigen Lösung entgegenzu­führen, nunmehr diesen Standpunkt einnimmt. Herriots Interpretation der Lausanner Regelung läßt sich jedenfalls nur schwer mit jenen Worten in Einklang bringen, die Herriot fand, als es nach langen Bemühungen gelungen war, einen Abschluß der Konferenz zu erzielen. Ebenso steht seine An­sicht, daß, wenn die Lausanner Regelung nicht endgültig würde der Voung ° Plan eben Rechtsgültigkeit behielte, in vollem Widerspruch zu dem Standpunkt der auf der Konferenz von ihm selber eingenommen

wurde. Der Präsident der Lausanner Konferenz, Macdonald, erklärte in der Vollversammlung vom 8. Iuli ausdrücklich auf eine Anfrage des Reichskanzlers, daß vor irgendwelchen Maßnah­men eine neue Konferenz einberufen wer­den müßte. Diesen Standpunkt hat Macdonald er­neut in seiner letzten Änterhausrede zum Ausdruck gebracht. Wenn man bedenkt, tote yvcy seinerzeit Herriot den moralischen Erfolg der Lau­sanner Konferenz schätzte, so erregt es zweifellos Befremden, daß der französische Ministerpräsident letzt eine Stellung einnimmt, die nachgerade ge­eignet sein wird, die von der Konferenz und ihrem Ergebnis erwarteten psychologischen Wirkungen, die letzten Endes der gesamten Wirtschaft zugute kommen, abzuschwächen, wenn nicht gar vollkommen aufzuheben. In Berliner amtlichen Kreisen werden daher Herriots Aeußerungen mit Bedauern ausgenommen, weil sie mit der in Lausanne so heiß umkämpften Linie der i nter- nationalen Politik nicht in Einklang zu bringen sind.

Eine zweite Brüning-Rede in Frankfurt.

Frankfurt a.M., 17. Juli. (WSN.) Mit einer Brüning-Kundgebung im Hippodrom eröffnete am Sonntag die Zentrumspartei den Wahlkampf in Frankfurt a. M. Da infolge des in dieser Woche stattfindenden Sängerbundesfestes die Frankfurter Fcsthalle den politischen Parteien nicht zur Ver­fügung steht, mußte man sich mit dem zirka 6000 Personen fassenden Saal im Hippodrom begnügen, der aber schon lange vor Beginn der Versammlung von der Polizei gesperrt werden mußte. Es fand daher noch eine zweite Versammlung im Saalbau statt. Dr. Brüning rechtfertigte seine Politik als Reichskanzler und die schweren Opfer, die dem Volke während dieser Zeit auferlegt werden mußten. Die Regierung, die dem Reichspräsidenten eine Verord­nung auf Grund des § 48 der Reichsverfassung zur Unterschrift vorlege, müsse mindestens den Mut ge- habt haben, sich wenigstens einmal dem Parlament zu stellen und zu versuchen, innen- und außen- politisch zu zeigen, welche Kräfte in Wirk­lichkeit hinter ihr stehen. Das sei bei der Regierung von Papen nicht klar. Die Rechte werde das Abkommen von Lausanne nicht unterzeichnen; wenigstens nicht, solange der Wahlkampf im Gange < fei. Dr. Brüning wies dann energisch die Behaup- | tung zurück, daß er seinerzeit durch den Staatssekre- tär Bergmann den Feindmächten noch ein höheres Angebot als Schlußzahlung der deut- schen Regierung gemacht habe. Im kommenden Reichstag werde sich die Rechte auch darüber klar werden müssen, wie sie mit der Politik der Regie- rung von Papen gegenüber Oesterreich, das man jetzt, wenigstens für die nächsten 20 Jahre, fallen gelassen habe, einig werde. Der Redner machte dann der gegenwärtigen Regierung zum Vorwurf, daß sie in Lausanne Abmachungen ge­troffen, ohne vor allen Dingen die Gleichberech­tigung Deutschlands durchgesetzt zu haben. Die neue Regierung scheine aber zu hoffen, daß wechselseitig für ihre Außenpolitik und für Innen­politik eine Mehrheit zu erzielen fei. Die Zentrums- Partei werde den Weg einer sachlichen und verant­wortungsbewußten Politik weitergehen, ob sie sich in der Regierung befinde, ober, wie gegenwärtig in der Opposition verharre. Die Partei sei an diesen Wea gebunden auf Grund ihrer Weltanschauung. Dieser Weg werde sich in Deutschland eines Tages doch durchsetzen. Wenn aber als Parallele zur Zentrumspartei eines Tages eine von gleicher christ­licher Weltanschauung getragene Partei des d eu t s ch e n Protestantismus entstehen wurde, dann wäre das Zentrum unter den ersten, die diese Partei begrüßen würde, denn dann wäre die deutsche Frage gelöst.

Ein Wahlaufruf des GOA.

Berlin über Herriots Auslegung befremdet

3m Widerspruch mit der Linie von Lausanne.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 18. Iuli 1932.

Bewundert viel und viel gescholten ...

vom Geiste der Medizin^

Im Goethesahr ein Goethewort! ... Doch nicht die schiefe Wahrheit des teuflischen Zynikers, der trotz allem den Geist der Medizin nicht faßt, weil ißm ihre tiefste Wurzel, die helfende Liebe unfaß­bar bleibt. Aber doch ein Goethewort; zwar nicht dem Arzt zugedacht, aber auf ihn passend: »Be­wundert viel und viel gescholten ."

Wer aus eigenem Antriebe den' Arzt aufsucht handelt im ursprünglichsten, nicht tadelnden Sinne des Wortes eigen-nützig, zum Wohl der eigenen Person. Sein Eigenwohl ist ihm dabei ausschlag­gebend. Vur in den seltenen Zeiten seelischer Hoch­spannung können Massen unter Zurückdrängung von Einzelwünschen als Volk gemeinsamen^ren Zielen nahegebracht werden. Im Alltagstrott ist fast jeder so fest in eigene Sorgen eingesponnen, daß er sie als das wichtigste auf der Welt behan­delt wissen will. Vicht ganz zu Unrecht ist dem Menschen solcher Wunsch eingeboren. Mit Sorgen und Freuden, mit Krankheit und Gesundheit, mit Schaffenskraft und Arbeitsunfähigkeit ist schließ­lich die Gesamtheit ter Menschen der Baustoff, aus dem sich das Volk bildet. So dient letzthin jeder dem Ganzen, wenn er auf seine eigene Erhaltung bedacht ist. Darüber aber herrscht wohl Einstim­migkeit, daß ter Mehrzahl der Menschen die Er­haltung der Gesundheit am höchsten steht. Und da es den meisten nicht gelingt, aus eigener Kraft gesund zu bleiben oder oder gesund zu werden, so spielt in der Aufrechnung ihres Lebens ter Arzt eine wichtige Rolle. Gesund werten, geheilt wer­ten will jeder ... ein begreiflicher Wunsch, und doch gar zu häufig nicht erfüllbar. Wen trifft die Schuld daran, wenn die Krankheit sich mäch­tiger erweist als das Heilungsbestreben? weit ist ter Arzt dafür verantwortlich?

Cs wird viel zu oft übersehen, oder bei vorhan­dener Einsicht nicht genügend berücksichtigt, daß die Lebensvorgänge in ihrer Ganzheit nicht auf ein­fache physikalische und chemische Formeln zu brin­gen sind. Man kann nicht alles mit dem Schlag­wort »Harnsäure" oder »Dlutreinigung" oder Sauerstoffmangel" erklären und heilen wollen.

Immer zarter verwickelter enthüllen sich die Ote- ziehungen, die das Wirken des einen Organs an das der anderen und an das Gesamtwesen knüpfen. Innere Absonderungen von Organen, von Organ­teilen, fast kann man sagen von kleinsten Zellver­bänden üben entscheidende Einflüsse auf wichtigste Lebenstätigkeiten, auf die Schlagfolge des Her­zens, auf die Spannung ter Blutgefäße, auf die verstärkende oder abwehrende Absonderung ande­rer ebenso wichtiger Säfte aus. Von ihnen hängt es ab, ob Vervenzellen und -stränge auf empfan­gene Reize ansprechen und sie weiterleiten; aber ebenso kann umgekehrt die seelische Verfassung da­hin wirken, daß jene körperlichen Vorgänge ganz anders zur Geltung kommen, als sie ter Arzt in feinen Heilplan eingesetzt hat. So ist das ärztliche Hanteln vielfach von Bedingungen abhängig, de­ren endgültige Gestaltung nicht immer in feiner Hand liegt oder in ihrem Ergebnis voraus­zusehen ist.

einer ter Beamten mit einem Wilderer zusammen. Der Wilderer hatte.fein Gewehr in der rechten Hand schußbereit. Der Forstbeamte forderte den Wilderer dreimal auf, die Waffe wegzuwerfen. Dieser leistete ter Aufforderung des Beamten keine Folge und sprang mit schußbereitem Gewehr in den nächsten Dusch. Der Beamte, ter ohne Deckung war, mußte von seiner Waffe Gebrauch machen und verletzte den Wilderer am rechten Oberschenkel. Auf dem Transport ins Kranken­haus isterseinenVerlehungenerlegen.

Schwere Dynamilexplosion in Transvaal. Acht Take.

Bei einer schweren Dhnamitexplosivn tourten in ter Vähe von Maquassi (Transvaal) 8 Personen getötet. 312 Tonnen Dynamit, die mit ter Eisenbahn nach demGoldrand" be­fördert wurden, entzündeten sich aus bisher noch unbekannter Arsache. Die furchtbare Detonation tourte in meUentoeitem Umkreis gespürt. Die 34 Wagen des Güterzuges tourten aus den Geleisen/ geworfen. Wie durch ein Wunder blieb die Ma­schine unbeschädigt. Mit furchtbarer Gewalt riß die Explosion einen 15 Fuß tiefen und 300 Meter langen Graben in die Erde. Zu der Explosion werten noch folgende Einzelheiten berichtet: Die 8 Toten sind drei Kinder, eine Frau, ein Dorf­schullehrer, zwei Eingeborene und der Zugführer. Die Explosion erfolgte gerate in dem Augenblick, als der Zug die Ortschaft Leeuwdooms, 250 Kilo­meter von Kimberley, passierte. Die Getöteten waren mit Ausnahme des Zugbegleiters Einwoh­ner von Leeuwdooms, die die Durchfahrt der größten Dynamitsendung der Welt" hatten ansehen wollen. Ein 150 Meter von ter Explosionsstelle entfernt stehendes Haus wurde völlig zerstört, wobei die Bewohnerin den Tod fand. Die Zerstörung aller Tele- graphen - und Telefonleitungen in ter Umgebung der Katastrophe hat den Vachrichten­verkehr sehr behindert.

Schießunglück auf einem italienischen Kreuzer. Drei Tote, 13 verletzte.

Während einer Schießübung mit Flugabwehr- geschähen auf dem KreuzerTriefte" explodierte eine Granate vorzeitig kurz nach dem Verlassen des Geschützes. Drei Artilleristen wurden ge­tötet und 13 Mann ter Besatzung verletzt, darunter drei schwer.

Zwei Tote auf einer Autorennbahn.

Auf der belgischen Automobil-Rennbahn in Spa hat sich beim Training für ein großes Rennen ein schweres Unglück zugetragen. Der bekannte Aachener Motorrad-Rennfahrer Iecker stieß in einer Trainingsrunde mit einem italienischen Fah­rer zusammen. Der Italiener war auf der Stelle t o t. Iecker fta r b nach kurzer Zeit an schweren inneren Verletzungen.

Der britische Feldmarschall Lord Plumer f.

Der britische Feldmarschall Lord Plumer ist in London im Alter von 73 Iahren an den

Gewiß kann ter Arzt aus seiner und feiner De- rufsgenossen Erfahrung heraus das Eintreten die­ser oder jener Erscheinungen mit einiger Wahr­scheinlichkeit erwarten. Aber je großer feine Er­fahrung ist, um fo vorsichtiger wird er in feinen Voraussagen sein. Versprechungen ohne Vorbe­halt sind noch immer das sicherste Erkennungs­zeichen des Quacksalbers! So wird man nur in ten seltensten Fällen dem Arzte mit Recht einen Kunstfehler vorwerfen dürfen, wenn seine Be­handlung nicht den gewünschten Erfolg hat. Selbst- verftqndlich kann und muß dabei vorausgesetzt toerten, daß der Arzt in. ter Erkennung und Be­handlung ter Erkrankung mit aller ihm zu Gebote stehenden Sorgfalt und mit Aufbietung seines gan­zen Könnens gearbeitet hat.

Verhältnismäßig übersichtlich ist der Anteil ter ärztlichen Arbeit am endgültigen Ausgang bei chirurgischen Eingriffen. Aber auch auf diesem Felde sind dem ärztlichen Erfolge oft enge Gren­zen gesetzt. Selbst wenn man von den Fällen ab- sicht, in denen die Art des Leitens, etwa eine nicht mehr völlig zu beseitigende Krebsgeschwulst oder eitrige Entzündungen an lebenswichtigen Körperteilen die Heilung vereiteln, können nicht zu vermeidende Zwischenfälle nach gelungener Operation (Dlutgefäßverstopfungen, Lungenent­zündung) die berechtigte Hoffnung auf Genesung vernichten. In sehr viel höherem Grate greifen diese dunklen, unheilvollen Gewalten bei Krank­heiten ein, die nicht durch äußere Eingriffe be­seitigt werten können. Da wird ein älterer oder schwächlicher Mensch von einer anscheinend leich­ten Grippe gepackt. Vorsichtshalber verabreicht der Arzt herzanregende Arzneien, die in ähnlichen früheren Fällen gute Dienste geleistet haben. Aber in diesem einen Falle versagt das Herz! Schuld des Arztes? Vein. Abgenützte Körperteile kön­nen wohl zeitweise wieder etwas aufgefrischt, aber nicht dauernd wieder jugendkräftig gemacht wer­den. Das Naturgesetz, das allem Gewordenen un­erbittlich auch ein Ente bereitet, läßt sich nicht beiseite schieben. Ieder Mensch gibt diese banalste Wahrheit ohne weiteres zu. Vur für sich selbst glaubt er ihr entschlüpfen zu können, wenn er das Nahen des Alters spürt. And wenn dann die ärztliche Kunst nur Linderung ter Beschwerden, aber keine neue Iugendkrast, keine wiederkehrente Arbeitsfähigkeit schaffen kann, dann wird unter ärgerlichem Kopfschütteln das Können des Arz-

»Bewundert viel und... mehr ge» choltenl

Darin liegt die Tragik des ärztlichen Berufes, daß der Arzt kraft seiner beruflichen Erfahrung weiß, tote enge nie wesentlich zu beseitigende Schranken ihm das Wunder des Lebens zieht und oav er trotz des Wissens darum immer wieder im Helfer dr ang gegen sie anzurennen versuchen muß. Das ist in Wahrheit der Geist der Medizin, daß in helfender Liebe nach Menschen­möglichkeit Leid zu lindern sucht, aber dabei sich bewußt bleibt, daß Leid und Tod so notwendig zum Leben gehören wie Schatten zum Licht.

Berlin, 16. Juli. (CNB.) Der Gewerkschafts- bund der Angestellten fordert in einem Ausruf alle deutlchen Angestellten auf, nur den «Parteien ihre Stimme zu geben, die sich nicht in Gegensatz stellen Su den sozialen und wirtschaftlichen Kampfzielen, wie sie die freiheitlich-nationale Gewerkschaftsbewe­gung auf ihre Fahnen geschrieben hat. Grundlage dieses Kampfes muffe stets die politische und kul­turelle Freiheit sein, die nur im sozialen, freiheit- liehen Dolksstaat gesichert ist. Folgende Grund- forderungen werden herausgestellt: Soziale, gerechte Lastenoerteilung; dazu ist notwendig die Auf- Hebung der Notverordnung vom 14. Juni und die Heranziehung aller.in der Wirtschaft ver­dienenden zu ausreichender Unterstützung der schuld- los Erwerbslosen; Erhaltung der vollen Selbstän- digkeit der Angestelltenversicherung; Schluß mit dem wirtschastszerstörenden Gehalts- und Lohnabbau, der die Massenkaufkraft zerschla- gen habe; Ausbau des Tarifoettragsrechtes und der Schlichtungsordnung. Sicherung gegen neue Preis­diktate der Kartelle und Truste durch Kontrolle aller preis- und marktbeeinflussenden monopol­artigen Gebilde; radikaler Bruch mit der freigebi­gen Suboentionspolitik. Weiter wird unverzügliche Inangriffnahme eines großzügigen öffentlichen Ar- beitsbefchaffungsprogrammes noch vor dem Winter verlangt; Führung der Handelspolitik nach ten Erfordernissen der deutlchen Gesamtwirt- schaft; beschleunigte Besiedlung des men- schenleeren O st raumes; freie Bahn für den Mitgestaltungswillen ter Arbeitnehmer in der i Wirtschaft.

OieHastentlaffung des Abg.Hammann.

D a r m st a d t, 16. Iuli. (Amtlich.) Einige Blät­ter hatten behauptet, daß für die Haftentlassung des kommunistischen Landtagsabgeordneten Ham- mann allein Staatspräsident Adelung verantwortlich fei, da er, obwohl die vor­herigen Instanzen, darunter auch der Referent im Iustizministeriuni, Ministerialdirektor Veu- roth, die Freilassung ablehnten, völlig selbständig dafür eingetreten sei und H. damit das Erscheinen im Landtag ermöglicht habe. Diese Be­hauptung wird an amtlicher Stelle als völlig un- wahr bezeichnet. Richtig sei vielmehr, daß es die einmütige dem Herrn Staatspräsidenten durch Ministerialdirektor V e u r o t h zum Vortrag ge- brachte Meinung des Iustizministeri- u m s war, daß dem wegen eines politischen Ver­gehens in Haft befindlichen Abgeordneten Ham- mann zur Ausübung einer öffentlichen Funktion Strafunterbrechung e b e n s o zu gewähren fei, wie fiejedemandernStrafgefangenenaus einem wichtigen Anlaß auch stets genehmigt wird. Die Behauptungen in ter Meldung über die Rolle des Staatspräsidenten und die Auffassung des Mi­nisterialdirektors Veuroth in dieser Frage entbeh­ren also jeder Grundlage.

Aus aller Welt.

Omnibus rast gegen ein Haus. 14 verletzte.

2(uf der abschüssigen Straße Singhofen Berg. Nassau ereignete sich ein schweres Omnibus« unglü ck. auf einem Frankfurter Ausflugswagen, der mit 40 Personen besetzt war, versagten die B r c mje n. Dem Wagenführer gelang es noch, eine scharfe Kurve zu nehmen und in eine langsam an­steigende Seitenstraße zu lenken. Dabei rannte der Wagen gegen die Stützen eines Hauses und knickte diese um. Dann fuhr er mehrere Meter weiter und gegen gegen die Eckwand eines zweiten Hauses. Durch den Anprall wurde das Auto schwer b e = schädiat. 14 Insassen mußten mit mehr oder minder schweren Verletzungen dem Kranken­baus zugeführt werden. Die beiden Häuser wurden so stark beschädigt, daß die Feuerwehr sie ab- stützen mußte, um die bestehende Einsturzgefahr zu beseitigen.

Lin Jorffbeamter erschießt in der Notwehr einen Wilddieb.

bare Verhandlungen beizulegen.

klärte sein Einverständnis, stellte ____ ...__

dingung, daß die Teilzahlung, die am 30. Juni fällig war, g e l e i st e t werden müsse, da sich eine etwa zu erzielende Vereinbarung nur auf künftige Zahlungen beziehen könne. Davon wollte de Da­lera nichts wissen, worauf die Verhandlungen a b - gebrochen wurden.

Königsberg, 16. Iuli. (TA.) Am Sams­tag fand die letzte Vollsitzung des 15. Deutschen Studententages statt. Der Vorsitzende der Deut­schen Studentenschaft, Krüger, Berlin, sprach über die Hochschulpolitik im Rahmen der Ge­samtpolitik. Aufgabe ter Hochschulpolitik sei es, nicht nur geistig, sondern auch praktisch Vor­läuferin und Wegbereiterin neuer Ideen in der | großen Politik zu sein. Der Redner streifte dann die Fragen der Auslandarbeit und der Außenpolitik. Anschließend kam er auf die neuen Aufgaben der Studenten zu sprechen. Die Uni- versität Rostock werde mit Genehmigung des neuen mecklenburgischen Staatsministeriums zum ersten Male den Versuch machen, die von der Studentenschaft angestrebten Reformen durchzuführen. Bei Besprechung der Richtlinien für den Umbau der Deutschen Studentenschaft betonte Krüger, daß der grohdeutsche Ge­danke im Vordergrund stehen müsse. Vor allem müsse das Führerprinzip vertreten wer­den, wonach ein verantwortlicher Mann die Studentenschaft führen solle. Als Kontroll­organ würden die d r e i Aeltesten bestehen bleiben. Die Kreisleiter würden von dem Führer der Studentenschaft ernannt und ab­berufen. Die Leiter der Einzelstudentenschaften würden bei ihrem Rücktritt ihre Vachfolger er­nennen, die durch den Kreisleiter bestätigt wer­den müßten. Die von den Führern der Einzel- stutentenschaften ernannten Amtsleiter bil­deten Kammern, die als beratendes Organ fungierten. Eine Vollversammlung in der Ein­zelstudentenschaft würde im Semester einmal be­rufen, einmal im Iahre trete der deutsche Studententag zusammen. An die Stelle der Hochschulautonomie solle die Selbstver­waltung der Hochschule treten. Es würde eine rein studentische Kammer an jeder Hoch­schule gebildet werden, an deren Sitzungen zwei Vertreter des Senats be ratend teil­nehmen sollen. Diese Kammer habe das Recht der schwersten Strafen, u. a. auch der Verweisung von der Hochschule. Die Be­rufungsinstanz sei eine paritätisch aus Studenten und Dozenten zusammengesetzte Kammer. Die Studentenschaft müsse auch Einfluß auf die