Ausgabe 
18.6.1932 Frühausgabe
 
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öRunb 15000 Zuhörer in des Vokkshalle und auf dem Trieb. Großer Aufmarsch der GA

be» Opfern», wenn man nicht an die Zukunft

Dionen ergriffen hat.

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zur Geltung, bi« ein«n neuen Dv-

Hitler in der Volkshalle

der klang H größter H<r wurden ipm

mtXrltaufenbe von 2Ren-

«i erhalten. Heber hmndert Pensionate gibt Lausanne, unter 70 000 Einwohnern ein paar

Tausend junge Mädchen, kleidsam angezogen, ma­

let kn durch di« ASDA'

3d) glaube frkgen In llge melle geben hat.

her Nation, lieber jeugung, zugrunde.

Glauben heißs

Welt

<4 in

Der Volk bi» zur letzten da» Programm der

f«i, werde werden: bi» zum komm« durch

m)kbcn anderen Parteien diese »Bunbament fehlt, gehen sie

Werk, bi« nur halbe schaue nicht lang« gegen die Wiederzulaffung outen.

r» der Regierung Popen.

Brüning In leichterer wolle, genau so ergehen Brüning, vielleicht zusammentrete.

durch bk da»

nicht, dah e» feit den Befreiung»- veutschland jemals eine so gewal- ber (Erhebung und Bewegung ge­rate sic jetzt durch die deutschen (Baue brauff.

an, begleitet von einer Anzahl Herren und von der riesigen Menschenmenge mit Begeisterung

ohnegleichen empfangen. Ommer und immer toic- Hitler der Jubel der Massen in rzlichkeit entgegen. Au» Kinderhand i Blumensträuße überreicht.

M der Tribulkonserenz in Lausanne.

Oie Stadt her Friedensschlüsse und der Mädchenpensionate. Lausanne französischer als die Franzosen.

Don Or. Hermann Budziflawsti.

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Hitler spricht!» der Gießener Volkehalle

. rbt aber auch nicht gegen di« Stimmung Tolk» Konzessionen für Warenhäuser u4».. dem Volke nur 'chaden. erteilen. 3m Reiche

ich will mit Nationali»mu» nicht» zu tun haben. 2lber auch den Nationalismus kann man nicht ohne weitere» ablehnen E» gibt Zeiten, in denen da» Fundament geformt wird auf dem erst da« andere Leben erstehen kann. E» kann kein toirt- schaslliche» und politische» Leben geben, wenn nicht ein gemeinsame» tragende» Fundament da ist. Leber gewisse Grundfragen müssen einheitliche Auffassungen bestehen.

heute ist die ganze Plattform unsere» Erben» aufgelöst. Zwei Weltanschauungen ringen hier miteinander, und so lange diese Frage nicht entschieden ist. wird keine Ruhe herrschen.

Wenn diese Frage nicht entschieden wird, wird die ganze aktivistische Kraft unsere» Bolle» in diesem geistigen Kampf gebunden und verbraucht. Solange wird Deutschland al» aktiver Faktor in der groben Außenpolitik auSscheiden, und in der Innenpolitik gebunden und zerrissen werden. ES ist nicht belanglos für unsere Zukunft, ob dieses Problem gelöst wird, sondern eS ist überhaupt bi« deutsche Frage entweder e» siegt der Sozia­lismus. oder der Nationalismu», ober beide siegen überhaupt nicht, sondern kämpfen auf Leben und Tod, bi» aus dem Volke der letzte Widerstand kommt und einer der beiden Begriffe wird über­wunden und damit zu einem neuen lebendigen Begriff zusamme gefaßt. Aber 1918 dachte der eine nur als Proletarier, der andere nur al« Bürger, keiner aber als Deutscherl Wir haben versucht, die beiden Begriffe Sozialismus und Nationalismus zusammenzuschweißen, sie neu zu gestalten, um die gegenseitige Abla ps e lung § u verhindern. Wenn da» deutsche Volk sich überhaupt wieder erheben will, dann ist b<uu ein ungeheurer sozialer, geistiger und nationaler Auftrieb notwendig.

Der kommende Auftrieb wird nur bann Ein­treten, wenn er in der Gestalt eine, sehnsüchtig erhofften Ideal» sich verwirklicht.

Millionen Menschen haben heute noch das Gefühl, dah sie im Staat und Volk zweitklassig sind, und diese» Gefühl können sie nicht ertragen. Wer den deutschen Befreiungskampf organisieren zu können glaubt nur von der Hochschule oder vorn Bürger­tum au», ohne die Millionenarmee des Prole­tariat», der lebt in einer anderen Welt alS wir. (Stürmischer Beifall.)

Voraussetzung für die Gewinnung der Mil­lionenmassen von Proletariern ist, daß der Staat, der nun ausgebaut wird, von unserer Art Ist, unseren Opfergeist hat, ein Gemeinsamkelt»- ftaat in unserem Sinne wird.

In Zukunft müssen die Differenzen zwischen der Arbeiterschaft und dem Bürgertum, zwischen Bauer und Bürgertum überwunden werden, und au» diesen drei Faktoren muh eine neue Einheit entstehen. Höchster Nationalismus ist nichts an­deres, al» volle Hingabe de« einzelnen an daS Volk: ebenso kann es auch mit dem Soziali»muS nicht anders sein. Diese» Ideal bewegt heute schon Millionen Deutscher und gibt ihrem ganzen Han­deln wieder einen Sinn. Wenn es gelingt, dah diese Kräfte jetzt frei werden zum Einsatz für unser gesamtes Volk, bann wirb au« bet Zeit des Ha­der«. der Ohnmacht und des DerzagtseinS sich ein neues Deutsches Ncich erheben, weil eine neue deutsch« Nation entsteht, weil ein neue« Volk er­füllt wird mit gröberen Idealen, weil die Men­schen bereit sind, dafür au opfern. Man wird nicht einig durch Neben, sondern Einigkeit seht voraus bas gemeinsame Kämpf em Opfern und Ringen. Voraussetzung ist auch, den Proletarier aus sei­nem heutigen Klassenhab zu lösen, schwer wird es auch- sein, einen Verbildeten au« seinem ilnoer- ftanb hcrauSzuziehen. Und doch müssen beide ein­sehen,

dah sie ein gemeinsame» Schicksal haben, dah der Deist und die straft In Ihnen au» derselben Quelle entspringt.

Lausanne im Juni 1932.

Wit dem Dampfer muß man nach Lausanne fahren, über den grünblauen Genfer See. 3m Süden leuch kn die Sch nee berge der Savoyer Al­pen. massig, eine gewaltige Mauer mit Türmen au» Schnee und Ei«. 3m Norden dehnt sich eine wellige Hüaellanbschast. Segelboote gleiten ge­schmeidig über die blitzende Wasserfläche, Unb nun nähert sich daS Schiff dem Hafen Ouchy, besten Gärten und Villen in Terrassen an steigen, bi« sie sich mit den Häusern von Lausanne vereinigen. Früher beherrschte die alte Kathedrale im Mittelpunkt der Altstadt bas Dilb, jetzt ist ein moderner weißer Turmbau von 15 Stockwerken dazu gekommen, ein seltsamer Gegensatz zu den gotischen Türmen früherer Jahrhunderte. Der Hafen ist flein, nicht zu vergleichen mit den aus­gedehnten Anlagen in Genf. ES fehlt der Blick auf den eisigen Montblanc, der auf die Stadt deS Völkerbundes herabsieht aber dafür fühlt man sich dem Hochgebirge näher. Denn bie Umgebung von Genf ist flacher, ist ruhiger und ausgegliche­ner alS die Landschaft, über bie daS Auge von Lausanne au« schweift.

Am Hafen steht ein Trupp junger Mädchen, der auf das Schiff wartet Natürlich, wir sind ja in der klassischen Stadt der Pensio­nat«, im Erziehungszentrum der Backfische, die früher aus Deutschland, und jetzt wohl öfter au« England, vielleicht auch aus Frankreich hierher geschickt werden, um den .Schliff" für die grobe

glaubt Jeder must glauben auch an die kommende upften) seine» Volke» und wenn die ganze Kraft diesem Volke sich zuwendet und sich in feinem Dienste verausgabt

Heut« sagen viele, Sozialismus undNa­tion al i » mu S find unvereinbar. Der eine sagt. aliSmu» ablehnen.

den breite, auf dem da» Volk al« deutsche Brü­der stehe. Die NSDAP, erstrebe die Einigkeit de» Volke«, die Gemeinsamkeit de« Denken« und Fühlen«: sie sei gegen Dünkel, Kastengeist und Klassenkampf. Da» muffe sich auch der ..Spießer" merken, der wissen müffc, dab die SA. noch nie­mals dazu bestimmt gewesen sei, vor dicken Bäu­chen Schilbwache zu stehen.

Debet deutsche Mensch müsse sich innerlich er­neuern, denn nur dadurch könne bie bentsche

Ration erneuert werden.

Tie künftige deutsche Politik müsse auf einem voll­kommen neuen und sicheren Fundament aufgebaut fein: auf der Idee Adolf Hitler» über bie Zu­sammengehörigkeit aller deutschen Volksgenossen. Mit dem Siege Adolf Hitlers sei der 6ieg deS Herren» und der deutschen Seele garantiert; er sei Der Exponent der deutschen Seele, während die anderen Exponenten bet Rechenkunst seien, di« dabei nicht an den Menschen dächten. Adolf Hitler sei der Typ eine» neuen Menscherr der um seiner Ideale willen ohne Rücksicht auf sich selbst alle» für daS Ganze und Gemeinsame tue. 3n diesem Sinne fasse bie NSDAP, ihre politische Aufgabe auf. Wer an fein Volk denke, habe die Pflicht, seine Stimme der Bewegung zu geben, die bas Volk befreien wolle. Die NSDAP, werbe dafür sorgen, bah bie Sehnsucht und die Hoff­nung be« Volkes nach einem befreiten und besse­ren Deutschland in Erfüllung gehe. (Langanhal­tender stürmischer Beifall.)

Langes Warten auf Hitler.

Heber eine Stunde lang wartete die Versamm­lung auf da» Erscheinen Hitler». Die SA- Kapelle suchte die lange Pause durch da» schmissig« Spiel alter Militärmärsche möglichst kurzweilig zu machen. Nach etwa bretbiertelftünbigem Warten teilte Graf Solms mit, dah Hitler schon lange unterweg» nach Giehen sei, und Gauleiter Lenz fügte kurz darauf hinzu, in Da d-Nau- h« im hätten Kommunisten die Straßen abgeriege lt (gegen HitlerS Durchfahrt), die Polizei habe bet Sache noch nicht Herr werden können und deshalb müsse der Führer auf Umwegen nach Dietzen fahren. Um 22.40 Uhr kam barm

Der Wahllampt in Gieren brachte gestern af den Höhepunkt: die Wahlkundgebung NSDAP, in der Volkshalle mit dem Füh Bewegung Adolf Hitler al« Redner.^ von 15 Uhr ab war die Volk«halle für d fum geöffnet, obwohl Hitler erst geg sprechen sollte. Wir sahen Besucher. Dir eigenen Stühle und Klappstühle mit ten, dazu Abendbrotpakete und __ Massenbesuch war zu verzeichnen. 3a halle mögen schätzung-weise etwa 9000 draußen vor der DolkShalle rio^atzwa. wesen fein, insgesamt kann manflpWlHfc :5 0X) Besucher annehmen. Im ganten: enHGMWpdgcbung von imponierender Kraft und Gröhe, ole auch bei Dem geschlossenen An- und Abmarsch der in ihren Uniformen zum ersten Male nach der Aushebung de» Verbots wieder aufmarschieren den SA. und SS. zum Ausdruck kam.

Gauleiter Lenz.Darmstadt begrübt« bie Riesenversammlung im Namen der (Bauleitung Hessen der NSDAP, und gab feiner Freud« über bie Wiederaufhebung be« SA.» unb SS.-Verbots Ausdruck; zum erstenmal könnten nach der Beseitigung be# gesetzwidrigen Verbot» bie Fahnen Hitler», heute noch die Parteifahnen, wieder flattern. Aber e« sei nur eine Frage von Tagen ober Wochen, bi» dies« legalen Fahnen eii neue» Deutschland künden würben. (Starker Beifall.) Die Wahlen am nächsten Sonntag seien richtunggebend für die Wahlen im Reich Ent­gegen allem Terror müsse bi« Bewegung überall im Reiche jetzt zum Siege geführt werben. Die NSDAP in Hessen marschiere kräftig vorwärt»; ein Zeichen dafür fei der nach Zehntausenden zäh­lend« Besuch ihrer Versammlungen. Nichts sei stark aenug, um den Idealismus in der NSDAP, unb ihrer JUgenb auszuhalten.

3n Ihren Reihen lebe der fanatische Glaube an ein bessere» Deutschland und der starke Dille, den neuen deutschen Staat, der getragen sein werde von Stolz, Ehrberauhtseln und Glauben an sich selbst, zum Besten de» deutschen Volke» zu gestalten.

Der Redner wie» bann auf die Verbundenheit aller Volksschichten in der NSDAP, hin unb be­tonte. was beule in bet Bewegung sei. werb« morgen im Staate sein.

Oer provmzleiier Graf SolmS'Ari Sburg äußerte zunächst seine Freube über den Besuch bes Führers bei seiner alten, tolcbererftanbenen SA. in Gießen unb Oberhessen, gebuchte bann währenb bie Menschenmenge sich von den Plätzen erhob - bet Toten ber Bewegung, deren Opfer warmen Worten würdigte, unb gab bann ,11Xen kurzen Rückblick auf den kämpfereichen Werdegang der Bewegung in Oberhessen. Heute gehöre die absolute Mehrheit in Oberhessen ber NSDAP., bereit Gebankengut in ben breiten Massen arbeite unb lebendig sei. Man werbe e« nicht mehr lange wagen können, auch nur ba< geringste gegen diese Bewegung zu unternehmen,

Es ist etwas gewaltiges, da, heute die Menschen in allen deutschen Provinzen und Ländern so be­wegt und da» sich nicht im geringsten vergleichen läßt mit den anderen Parteien. Wenn wir beden­ken. daß seit 13 Jahren in Deutschland sich fast alles nur langsam abwickelte. daß fast alles steril blieb oder zurückging, auf dem Gebiete der Wirt­schaft und be5 politischen Lebens überall Erschlaf­fungen eingetreten sind unb auf vielen Gebieten Verfall festzustellen ist, daß Parteigebilde feit 1918 vollkommen verschwunden sind ober im Begriffe sind, zu verschwinden, datz andere Parteien schwer geschwächt dastehen und wieder andere mindesten, zum Stillstand gekommen sind unb bem bie Tatsache gcgenüberfteUen, baß aus einem kleinen Häuflein Menschen in ber gleichen Zeit die ziffernmäßig größte Bewegung geworden ist, die Deutschland je­mals gesehen hat. eine Bewegung, bie unerhörtes Leben in sich trägt unb bie erfüllt ist von Glaube, Hoffnung unb Zuversicht, so kann nicht bestritten werden, daß hier eine ganz besondere Kraft mit- wirken muß Was unsere Bewegung zu ihrer heu­tigen Größe emporgeführt hat, ist nicht nur die glänzende Organisation, sondern

ein innerer Glaube, eine innere Zuversicht, da» Gefühl einer inneren Jlolroenbigfeit, einer inneren Sehnsucht, die Deutschland schon feil vielen Jahrzehnten In sich trug unb die sich nun in unserer Bewegung vorsindet.

Der Redner erinnerte bann an seine Eindrücke unb Gedanken, als er im Jahre 1918 von ber Front zu­rückkehrte, unb betonte, er habe schon damals die Uebcrzeugung gehabt, daß die Revolution Deutsch­land nicht das bringen werde, was das Volk er­hoffte. Er legte bann bie Verantwortung für die Revolution den damaligen Umstürzlern, aber auch ben damals herrschenden Gewalten zu Lasten: die einen seien schuldig, daß sie die frühere Staats- Organisation zertrümmert hätten, bie andern fejen genau so schuldig, baß sie sich hätten stürzen lassen. Er erklärte bann u. a. weiter: Ich war mir 1918 klar darüber, baß bie Revolution an sich nicht das

ich mutz al« Bürger den Sozi Aber «ine Bewegung, bie Milli kann man damit nicht abtun. Der andere sagt.

nierlich zurecht gemacht, von der Sonne gebräunt, und wohl immer lustig!

Ein paar Schritte vorn Landungsplatz entfernt steht daS Ehateau, daS Schlotzhote 1 von Ouchy. Das hat man sich anders vorgestellt! Die Lage ist schön, auf einer Landzunge, nach drei Seiten geht der Blick auf da« Wasser. Aber diele Türmchen, die ein Sch loh markieren sollen! DaS ist ja schlimmer Jugendstil! Also hier werden sich die Staatsmänner der verschiedenen Nationen über die Reparationssragc aussprschen. (Sine nette chotelterrasse hat einen kleinbürgerlichen Anstrich. Am Eingang ein Schild, auf dem zu lesen ist, dah die Preise in diesem Hau« mäßig sind. Familien können besondere Abmachungen treffen, und eS gibt Mahlzeiten zu festen Sähen. Kopfschüttelnd bleibe ich vor dieser Tafel stehen. .Das wird noch alles heruntergenommen, bevor die Diplomaten kommen", klärt mich ein alter Bürger von Lau­sanne auf. Er weiß Bescheid, er hat hier manche Konferenz von außen beobachtet. Damals, al« die Türken kamen, und die Italiener, um den Tri - poliskrieg zu beenden. Am 18. Oktober 1912 wurde in Ouchy der Friede unterzeichnet. Und dann ein Jahrzehnt darauf, als die Türken wie­der einmal Frieden schließen wollten. Sie hatten den Vertrag nicht anerkannt, den die Sultans­regierung im Pariser Vorort S»vre» im Jahre 1920 unterschrieben hatte Kemal Pascha küm­merte sich nutzt um das zerbrechliche Porzellan der Sevres-Manufaktur, die Griechen mußten au» Smyrna heraus, und nun begann im November 1922 eine neue Friedenskonferenz. 7laib zwei Monaten wurde sie abgebrochen, man

schlimmste war, sondern das schlimmste fein würde, baß durch die Revolution die Kräfte, die Deutsch­land früher schon zerrissen haben, sich nun frei mür­ben auswirken können. Schon längst vor btr Revo­lution von 1918 hat in Deutschland eine geistige Revolution stattgesunden mit dem Ergebnis, bah die Bismarcksche Rcichseinigung in eine Reichszerstörung ausgeartct ist. Bismarck suchte eine praktisch immer­hin denkbare Spaltung zwischen ben deutschen Stäm­men zu überwinden, zu derselben Zeit trat aber eine neue Spaltung zwischen Bürger- tum und Proletariat ein. Diese Spaltung verstehen viele Teile de» Bürgertums heute noch nicht.

Auch jetzt wieder ist jeder dieser beiden leit« der Nation bereit, für eine Idee einzutreten, die nicht Deutschland an sich heißt, die nicht die ganze Nation umfaßt.

Die heutige bürgerliche Parteipolitik irtlärt, daß sie keine Spaltung mit dem anderen Dolksteil wolle. Darüber ist aber gar nicht zu fragen, sondern nur darüber, ob sie diese Spaltung verhindern kann. Ebenso bleibt bie Tatsache bestehen, daß in Deutsch­land Millionen der Internationale bestehen, die er­klären, wir kennen zuerst eine Internationale und kein Vaterland, das Deutschland heißt. Diesen Ge- gensatz haben bie früheren Gewalten nicht zu be­seitigen vermocht. Deshalb muß gesagt werben: wenn ein System nicht mehr die Kraft besitzt, eine Katastrophe zu verhindern, bann muß ein solches System abtreten unb anbere Kräfte In Erscheinung treten lassen Es war schon 1918 meine Ueberzeugung, daß die bisher herrschen- ben Parteien diese Frage nicht würden lösen können.

Diese Jrage ist In erster Linie eine Frage der Bildung unsere» Volkskörpers überhaupt, ist eine Jrage der Inneren Solidarität, nicht eine Frage der Sanierung unserer wirtschaft, son­dern eine Jrage der Sanierung unsere» Volks­körper». (Stürmischer Beifall.) wenn nicht zu- erst da, deutsche Volk saniert und regeneriert wird, dann würden alle versuche, die deutsche wirtschaft zu sanieren, vergeben» sein.

Jede Wirtschaft blüht nur als Folge ber politischen Blüte Auf bie Dauer kann keine Ration bestehen, bie nicht von einer größeren Idee befreit ist als von ber Vorstellung, wir müssen eine blühende Wirtschaft besitzen Unser ganzes Volk muh doch sehen, daß ihm etwas fehlt, was bie Wirtschaft ihm nicht ersetzen kann: Die innere Zuversicht^ die Gläubigkeit, die n gssreudigkeit, der Geist

Graf Solms begrüßte ben Führer mit ber Versicherung, es sei heiliger Ernst, wenn sich die nationalsozialistische Provinz Oberhessen mit Dank für leinen Besuch zu ihm bekenne.

Hitler erklärte in seiner etwa elnflünbigen Rede u. a.: Wenn in diesen Wochen bie anderen Parteien in Deutschland zur Wahl schleichen, tief- bekümmert unb traurig über bie fortgesetzt Auf­lösung deutscher Länderparlamente unb jetzt des Rezch^ßiges, so ist bie NSDAP, darüber sroh be- roeftt Sie hat allen Grund dazu.

scheu jederzeit tn. -f ßvö. für eine Vorstellung einzutreten, fi^befirSritfcn und unterdrücken, aber doch nicht fvlfltn jtJa'fen unb allen zum Trotz nicht zu -Tt3«eB, baß sie stark find im (IMaubtinxn Ideal.

Es gibt kein Ideal, da» Schwäche, auf Ber- gänglichkeit begründetest <» gibt keinen Begriff

Unendlich schwer tv e». Vorurteil« zu brechcra aber ich weih auch, datz e» gelingen mutz, weil c» die Voraussetzung ist, um da» deutsche Voll wieder mit einem anderen Geist zu erfüllen, al« dem Geist vom November 1918. Durch untere gigantische Millionenbewegung wurden viele Menschen wieder glaubenssroh gemacht und blicken dossnungsfreudiger in die Zukunft; ihr ist es auch -uzuschreiben, daß die deutsche Jugend aus allen Ständen sich bei un» zu|ammeng«funden hat. Biele Tausende haben wieder gelernt, sich für ein Ideal einzusetzen.

wir find bereit, die Verantwortung zu über- nehmcn, dir wir gern tragen, aber nicht leiten wollen mit anderen, um da» zu tun, wa» die anderen Immer getan haben.

Wir haben dem deutschen Volke durch unser« Bewegung einen lebendigen Glaubensguell ge­geben. Wir haben in diese Nation ein große« Ideal hineingebracht Die Zukunft wird von un» nur unter diesem Gesichtspunkt entschieden werden. Ob wir im Reich oder in den Ländern bei den Wahlen einen Sieg erringen, ist nicht so belang­voll, al« di« Ersüllung ber Ausgabe, da« deutsche Volk au» feinem Partei- unb Klass« nhah h e r a u » z u z ie h e n , ihm da» Ideal des Opferns beizubringen und die Menschen zusammen^uschmieden. «StarkerBeifall.)

Der Redner kam Dann kurz auf das Verbot der SA zu sprechen und betonte u. a.: Wir haben da­mals erklärt, es kommt der Ta^, wo wir wieder marschieren werden, da könnt ibr tun wa» ihr wollt. Wir streichen unsere Kokarde nicht Wir ziehen unsere Fahnen nicht herab, nur weil der Gegner das wünscht. Man kann un# da« Braun­hemd zehnmal ausziehen, zum elften Male wer­den wir e» immer wieder behalten. Der Deist in un», der ganz Deutschland sein sollte, greift im­mer weiter um sich, und immer mehr Menschen werden neue Stützpunkte sür unsere Bewegung. Der Kamps wird weitergehen. die Welle unserer Bewegung wird immer wiederkehren solange, bi« Deutschland un« verfallen ist. Dabei ist wichtig, daß jeder einzelne weiß, daß er nicht ohne ben anderen existieren kann. Wenn diese Erkenntnis sich überall durchgeseht hat, wird an Rettung zu denken sein, denn dann ist praktisch die Volks­einheit zurückgekehrt an die Stelle der heutigen Klassenspaltung. Mn« belebt immer wieder die Hoffnung aus die große deutsche Nation, auf da« einige deutsche Volk. Au» dieser Hoffnung wer­den die Deutschen de» Gemeinsamkettsbesihes auch di« Kraft erhalten, um wieder

da» große Deutsche Reich der Freiheit unb ber Gerechtigkeit

zu schassen. Dafür kämpften wir seither, dafür werden wir immer wieder kämpfen, unermüdlich, bi« da« Werk gelungen ist und übet Partei- und Klassenunverstand hinweg sich wieder erhebt die einige und große Deutsche Nationi (Stürmischer, immer wieder mit starker Kraft er­neuerter Jubel und Beifall.)

Unmittelbar nach seiner Ansprache verabschie­dete sich Adols Hitler und verließ die VolkS- halle.

Llebertragung durch Lautsprecher auf dem Trieb.

Die Reden wurden durch einen Lautsprecher, der aus bem Trieb am Wasserbecken ausgestellt war, der vor der DolkshaUe harrenden Mcnlchenmenge zu Gehör gebracht Wie man uns mitteilt, waren die Ausführungen der Redner gut zu verstehen, ja, der Lautsprecher tönte sogar bi» in die angrenzenden Straßen hinein.

Der Rückmarsch der SA.

in Stärke von annähernd 800 Mann vollzog sich in geschlossenen Marschkolonnen und straffer Dih» ziplln Die riesige Menschenmenge bildete zu b* den Seiten der Kaiserallee und bi« in die Steckt hinein Spalier und begrüßte die Marschierenden mit lebhaften Zurufen der Sympathie.

Oer Vorfall in Bad-Nauheim.

Wegen des Vorfalles in Bad-Nauheim haben wir heute früh beim hiesigen Pollzciamt Erkundi­gungen eingezoaen. Es wurde uns erklärt, nach A n . gaben von Hitlers Ehauffeur habe unter­wegs in vielen Orten, darunter auch in Bad-Nau­heim, bie Einwohnerschaft In großer Menge auf ber Straße gestanden um $) i t ler z u sehen. Dadurch sei dann die Verzögerung I entstanden. Mit kommuni st ischen Machen­schaften habe bie verspätete Ankunft nichts zu tun.