Keuerwehr-Verbandstag in Gießen
Der Verband Freiwilliger Feuerwehren ini KreiseGiehen hielt am Sonntag seinen 12. Frühjahrsverbandstag in der Gastwirtschaft ©red in Eichen ab. 18 Wehren des Kreises waren durch 38 Abgeordnete vertreten. Das Kreisamt hatte Sekretär Hembd als Vertreter entsandt.
Der Vorsitzende, Brandinspektor Fritz Wenzel, eröffnete die Tagung mit der Begrüßung der Regierungsvertretung, des Branddirektors Braubach und des Kreisfeuerwehrinspektors Dickore, sowie der Vertreter der Wehren. Der im abgelaufenen Geschäftsjahr verstorbenen Kameraden gedachte der Vorsitzende durch Würdigung ihrer Verdienste.
Hierauf erstattete der Vorsitzende d e n 2 a h - resbericht, dem folgendes zu entnehmen war: Die Wirtschaftskrise hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auch für die Feuerwehren stark verschärft, eine sehr große Anzahl Kameraden ist arbeitslos, aber trotzdem hat die Mitgliederzahl bei den Wehren des Verbandrs noch zugenommcn. Leider war es der Leitung des Verbandes infolge der allgemeinen finanziellen Nöte nicht möglich, neue freiwillige Wehren zu gründen. Die Organisation der freiwilligen Wehren ist weiter vervollständigt worden, in der Ausbildung ist vieles geschehen und erreicht. 3m Kreisverband sind 19 freiwillige Wehren mit 1924 Mitgliedern zusammengeschlossen. Zur Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten fanden ein Frühjahrsverbandstag, ein Herbstverbandstag und zwei Sitzungen des geschäftsführenden Ausschusses statt. Am 17. und 24. Januar d. 3. fand in Gießen im Cafe Leib ein Führerkursus für die Pflicht- und Freiwilligen Feuerwehren im Kreise Giehen statt. Aus 72 Gemeinden nahmen 115 Personen an diesem Kurse teil. Die Leitung des Kurses lag in den Händen des Kreisfeuerwehrinspektors Dickore. Auszeichnungen wurden im abgelaufenen 3ahre verliehen: für 46jährige aktive Dienstzeit an je zwei Kame
raden von Heuchelheim und Lollar und für 25jäh- rige Dienstzeit an je einen Kameraden von Annerod, Heuchelheim und Hungen, an zwei Kameraden von Klein-Linden, je drei für die Gießener Freiwillige Feuerwehr und für Viedcr-Bessingen, sieben für Lollar und siebzehn für Grohen-Bused. Außerdem wurden 14 Kameraden vom Kreisverband mit der Auszeichnung für 15jährige aktive Dienstzeit bedacht.
Sekretär H e m b d versicherte als Vertreter des Oberregierungsrats R i tz e l die Versammlung des besonderen 3nteresses der Krcisbehörde.
Der Rechner Heinrich. Lollar, erstattete den Rechenschaftsbericht. Die Rechnungsprüfer haben die Rechnung in allen Teilen richtig befunden: Kamerad Matheis beantragte Entlastung des Rechners, die einstimmig erteilt wurde.
Kamerad Rohrbach (Lollar) beantragte, die Ehrenmitglieder der Wehren, die keine Beiträge zahlen, bei der Zahlung des Beitrages für den Provinzial- und Kreisverband auszu'chließcn. Schließlich wurde beschlossen, diese Angelegenheit bis zur Beschlußfassung durch den Landesver- bandstag zurüdzustellen.
Weiter wurde beschlossen, den Frühjahrsverbandstag 1933 in Grünberg, der Herbstverbandstag 1933 in Daubringen abzuhalten.
Ein Antrag des geschästsführenden Au schusscs, daß die direkten Auslagen des Verbandes für den Herbstverbandstag von der Wehr getragen wer- den, die diesen Verbandstag übernimmt, wurde abgelehnt. ,
Kreisfeuerwehrinspektor Dickore gab sodann die im Geschäftsjahr vorgekommenen Brände bekannt und erklärte die Ursachen einiger besonderer Brände, die meist durch leichtfertige Anlage von Feuerunasanlagen entstanden seien. Auch Branddirektor Br a u b a ch und Kommandant Schäfer (Lang-Göns) gaben ähnliche Fälle bekannt und empfahlen den Anwesenden, ihre Aufmerksamkeit solchen Anlagen zu widmen und bei der Bevölkerung aufklärend zu wirken.
Wirtschaft.
Berlin schwächer.
Berlin, 18. März. (WTB. Funkspruch.) Der heutige Börsenverkehr zeigte zu Beginn recht widerstandsfähige Haltung. Das Geschäft war allerdings auf ein Minimum beschränkt, und selbst in den Standardwerten waren die Umfaße äußerst klein. Der Hauptgrund für diefe Lähmungserscheinungen dürfte wohl der sein, daß die Kreugerkrise an den Weltbörsen doch noch nicht ganz verschmerzt ist, wie der Verlauf der gestrigen Stockholmer und auch der Baseler Börse bewies, und daß eine ziemlich starke Unsicherheit hinsichtlich der Weiterentwidelung dieser Dinge besteht. Zweifellos herrscht in der ganzen Welt der gute Wille vor, eine Besserung der Weltwirtschaftslage herbeizuführen, aber noch scheint der Weg hierfür nicht gefunden. Trotz aller Maßnahmen schreitet auch in Amerika die Besserung nicht voran, und es bleibt abzuwarten, ob es in London gelingt, mit der angefangenen Zinsverbilligungspolitik die Wirtschaft zu beleben. So übte heute auch der festere Reuyorker Dörsenschluß keine nachhaltige Wirkung aus, zumal der neue Kreditbedarf der Landesbank Der Rheinprovinz etwas verstimmte.
Nachdem sich gestern abend schon gegen die Höchstkurse kleinere Abschwächungen gezeigt hatten, eröffneten die Hauptmärkte heute etwa auf dieser ermäßigten Basis. Etwas lebhafteres Geschält hatten wieder Montanwerke, doch waren die Kursveränderungen nur minimal. Reichsbankanteile konnten sich unter Berüd- sichtigung des heute erfolgten Dividendenabschlages von 10,8 v. H. eher etwas befestigen. Die übrigen Bankaktien lagen behauptet. Auch Farben- und Elektrowerte wurden etwa auf gestriger Basis gehandelt. Am Kalimarkt lagen Westeregeln anscheinend auf ein Zufallsangebot 2 v. H. niedriger, während sich Bürbach nach den Abschwächungen der Vortage etwas erholen konnten. Don Auslandwerten waren Chade unverändert, Svenska dagegen leicht gebessert. Auch im Verlaufe 6lieb die Geschästsunlust bestehen. Ansätze zu einer kleinen Erholung tarnen meist über den Anfang nicht hinaus. Bemerkenswerte Kurs- Veränderungen hatten nur ganz wenige Spezialmärkte. So neigten Montanwerte eher zur Schwäche. Kunstseideaktien konnten sich auf Meldungen über neue internationale Verhandlungen um etwa 1 d. H. bessern, und in 3G.-Chemie Basel entwickelte sich auf festere Züricher Meldungen eine Sonderbewegung.
Am Pfandbriefmarkt war die Tendenz gleichfalls sehr ruhig. Goldpfandbriefe wiesen vereinzelt Erholungen bis zu 0,25 v. H. auf. Bei den Liquidationspfandbriefen schien aber immer noch kleines Angebot zu überwiegen. Auch Reichsschuldbuchforderungen und Deutsche Anleihen waren kaum verändert, Reichsbahnvorzugsaktien verloren jedoch bis zu etwa 1 v. H. Am Geldmarkt war keine Veränderung der Situation zu beobachten.
Sranffurf still.
Frankfurt, 18.März. (WTB. Drahkmeld.) Der heutige Frankfurter Freiverkehr begann in sehr stillerHaltung, zumal keine nennenswerten Anregungen Vorlagen. Nachdem an der gestrigen Abendbörse die Kurse meist leichte Rüd- gänge aufwiesen, blieben sie zunächst gut behauptet. Später konnte sich die Tendenz etwas befestigen, da die Spekulation, die auch Hauptträgerin des nur geringen Geschäftes war, wieder kleine Käufe in einigen Montanwerten vornahm und auch die feste gestrige Neuhorker Börse eine gewisse Anregung bot. Die Kursbesserungen gegenüber der Abendbörse hielten sich jedoch in engen Grenzen. Einige Spezialwerte lagen bis zu 1 Prozent höher, während das Gros des Aktienmarktes nur um Bruchteile eines Prozentes in die Höhe ging. Am Montanmarkt machte sich besonders für die Werte des Stahlvereins mehr 3ntereffe bemerkbar. So lagen Rheinstahl, Phönix und Stahlverein etwa 1 Proz. höher, auch Mannesmann zogen um 0,75 Proz. an, während die gestern stark bevorzugten Gelsenkirchen vernachlässigt und nur knapp gehalten waren. Am Ehemiemarkt zogen 3G.°Farben und 3G.'Chemie Basel bei kleinen Umsätzen bis zu 1,5 Proz. an. Scheideanstalt lagen unverändert. Elektro^, Schiff- fahrts-, Kunstseide-Aktien und von Bankaktien Eommerzbank lagen wieder 0,5 bis 1 Proz. freundlicher. Reichsbankanteile blieben unter Berücksich-
tigung des Dividendenabschlages gut behauptet. Von Bauwerten waren Zement Heidelberg bevorzugt und 1 Proz. fester, Holzmann hingegen knapp gehalten. Kali- und Zellstoffpapiere wiesen keine Veränderungen auf.
Am Rentenmarkt gaben Altbesitz 0,5 Proz. nach. Rcichsschuldbuchforderungen zogen im Verlaufe leicht an, während Farbenbonds bei etwas größeren Umsätzen 1 Proz. gewannen. Am Pfandbriefmarkt war das Geschäft zwar ruhig, doch lagen kleine Aufträge vor. Goldpfandbriefe blieben unverändert. Von Liquidationspfandbriefen waren Rhein.- und Frankfurter Hypotheken sowie Nassauische Landesbank Liq. gesucht.
Devisenmarkt Berlin — $rantfurl a. 2R.
Banknoten.
17.März
18.Mär;
Amtliche Sofitrung
Amtliche Notierung
®elt>
Sricf
Geld
Zrief
Heisingsor» . Wien
7,013 49,95
7,027
50,05
7,033 49.95
7,047
50,05
Brag
12,465
12,485
12.465
12.485
Budapest .
56.94
57,06
56.94
57,06
Sofia
3,057
3,063
3,057
3,063
Holland
170,03
170,37
169,93
170,27
Oslo
82,42
82,58
82,27
82,43
Kopenhagen.
83,97
84,13
83,72
83,88
Stockholm
83,57
83,73
15,27
83,62
83,78
London
15,23
15,23
15.27
tBurnol Aires
1,073
1,077
1,073
1,077
Neuyors
4,209
4,217
4.209
4.217
Brüssel
58,74
58,86
58,76
58,83
Italien
21,78
21,82
21,76
21,80
Baris
16,57
16,61
16.57
16,61
Schweiz
81,42
81,58
81,51
81,57
Svaniea
32,12
32,18
32,12
32,18
Danzig
82,07
82,23
82,07
82,23
Iavan
1,349
1,351
1 .349
1,351
Rio de Ja»..
0,249
0,251
0,249
7,413
0,251
Jugoslawien.
7,413
7,427
7,427
Linaboo
13,89
13,91
13,89
13,91
Reichsbankdiskoni 6 Proz. — Lombardfah 7 Proz. Schwememarkt in Grimberg
Berlin, 17.März
Geld
Srüf
Amerckanische Note».......
4,2
4,22
Belgische Noten ........
58,58
58,82
Dänische Noten ......
83,78
84,12
Englische Noten ......
15,19
15.25
Französische Noten .....
16,53
16,59
Holländische Noten .....
169,66
170,34
Italienische Noten
22,11
22,19
Norwegische Noten ......
82.24
82,56
Deutsch.Oesterreich, » 100 Schilling
Rumänische Noten ......
2,49
2.51
Schwedische Noten.......
83,38
R3,72
Schweizer Noten........
81,24
61 56
Spanische Noten .......
32,04
Ungarische Noten . .
— Grünberg, 17. März Der heutige Schweinemarkt hatte einen Auftrieb von 346 Ferkeln. Folgende Preise wurden erzielt: Ferkel bis 6 Wochen alt 17—19 Mk., 6 bis 8 Wochen alt 19—23 Mk., 8 bis 13 Wochen alt 23—26 Mk. Tendenz: gut, es wurde ausverkauft.
Gchweinemarkt in Ortenburg
og. O r t € n b c r g, 16. März. Gestern fand hier Wernernarki statt. Der Austrieb betrug etwa 150 Stuck. Es wurden erzielt für Ferkel 14 bi« 20 Mark für Läufer 25 bis 28 Mark Der Verkauf war sehr gut.
Rundfunkprogramm.
Samstag, 19. März.
7.20 Uhr: Frühkonzert. 10.20 bis 10.50: Goethe- Seier, ©aenen aus „Egmont", mit der Deethoven- sSen Musik. 12.05: Von Berlin: Konert. 13.05- Aon Köln: Mittagskonzert. 15.15: Stunde der 3u-cnb. 16.40: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.40: „Staatsverfassung der Völker- 1. Deutschland", 19.05: Spanischer Sprachunterricht. 19.35: .Musikalische Grundbegriffe -- ihr Wesen und ihre Bedeutung", Vortraa von Hans Rosbaud. 20.00: Wiesbaden: Bericht aus der Fabrik für künstliche Augen. 20.20: Großer Saal des Saalbaues, Frankfurt a. M.- Bunter Abend. 22.50 bis 24-00: Tanzmusik.
Briefkasten der Redaffion,
6. R. Die Zollsätze für Medikamente bewegen sich )e nach der Art des Medikaments, in sehr verschiede^ ner Höhe. Die Zollsätze werden außerdem nicht nach dem Preis, sondern nach dem Gewicht erhoben. Um %)ßre Frage genau beantworten zu können, bedarf cs einer klaren Kennzeichnung des einzuführenden Me- bitaments.
Oberheffen.
Faselmarki in Buhbach.
pb. Butzbach, 15. März. 3nfolge Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche in den Nachbarorten konnte der diesjährige Faselmarkt nicht in dem Rahmen abgehalten werden, tote dies in den Vorjahren der Fall war. Der Markt war infolge der Seuche nur mit Pferden beschickt. Das zur Prämiierung vorgeführte Pferdematerial war durchweg von hervorragender Qualität, wie dies ausdrücklich von den Preisrichtern hervorgehoben wurde. Als solche waren erschienen Landstall- meister Hertel, Landstallmeister a. D. Schocrke und Landestierzuchtinspektor Dr. Deuker, Darmstadt, Oekonomierat Müller, Neuhof bei Leihgestern, Generalsekretär Dr. Wagner. Gießen, Oekonomierat Breidenbach, Dorheim, sowie verschiedene Herren der Faselmarkt-Gesellschaft. Don den vorgesührten Belgiern wurde die Stute des Landwirts D r e u t, Griedel, zur Beschickung der diesjährigen Landwirtschafts-Ausstellung in Mannheim bestimmt. Eine besondere Note erhielt die Besichtigung noch dadurch, daß die Reitcrvereine von Butzbach und Umgebung, Wettertal und dec neugegründete Reiterverein Rockenberg in geschlossener Formation erschienen, um ihrem Landesvorsihenden, Land- stallmeister i. R., Schoerke, noch nachträglich zu seinem 70. Geburtstag zu beglückwünschen. Landwirt Hch. Fenchel, Griedel, überbrachte die Glückwünsche der Vereine. Der 3ubilar war sichtlich gerührt von der Ehrung und dankte in herzlichen Worten. Ein Zug der prämiierten Pferde, unter Vorantritt der vorgenannten Vereine durch die Stadt beschloß den Markt, der trotz der Zeitverhältnisse gut besucht war.
Landkreis Gießen.
' Klein-Linden, 18. März. Der Landwirt Kaspar W e l l e r lV. und seine Ehefrau Elisabeth, geborene Klein, wohnhaft Lahnstraße 3, feiern am morgigen Samstag bei guter Gesundheit ihre goldene Hochzeit. Der 3ubilar steht im 72., seine Frau im 75. Lebensjahre.
)( Großen-Linden, 18. März. 3n geistiger und körperlicher Frische vollendet der Kriegsteilnehmer von 1870/71, Ludwig Menges, am morgigen Samstag sein 8 4. Lebensjahr.
gck. Großen-Duseck, 16. März. 3m hiesigen Kriegerverein hielt Herr B o n h a r d t aus Gießen im Saale des Gastwirts Wilhelm Wagner einen stark besuchten Lichtbilder- vortrag über Mazedonien. An Hand von etwa Hundert guten Lichtbildern, die der Vortragende während des Krieges selbst ausgenommen hat, wurden die Besucher in den Charakter der Landschaft, in die Sitten und Gebräuche der Bewohner eingeführt und über die Schwierigkeiten unterrichtet, mit denen die Kriegführung in diesem Gelände verbunden war. Mit flottgespielten Märschen und Volksliedern sorgte der hiesige Posaunenchor unter Leitung von H. Rühl für willkommene Abwechslung. 3m Namen des Vereins und der zahlreichen Gäste dankte Chr. Pfeiffer dem Redner, dem Posaunenchor, dem Schulvorstand für die Ueberlaffung des Bildwerfers und Lehrer 3 u n g für die Bedienung des Apparates, und wies darauf hin, daß derartige Veranstaltungen in erster Linie dazu beitragen sollten, die Hauptaufgabe der „Hassia", die Pflege der Kameradschaft, zu fördern. Sein Hoch galt der Kriegerkameradschaft und dem Da- terlande. Das Deutschlandlied beschloß den wohl- gelungenen Abend.
:/: Beuern, 17. März. Der hiesige Dolks- bildungsverein veranstaltete gestern im Gemeindesaal eine Goethefeier. Der zweite Vorsitzende, L. Stein, begrüßte die Besucher. Dann sprach Lehrer Kahle über Sinn und Ziel der Veranstaltung. Hieraus wurden „Die Geschwister" von Goethe aufgeführt. Die Spieler gaben sich alle Mühe, den hohen Anforderungen gerecht zu werden. Danach hielt Lehrer Kahle einen Lichtbildervortrag, durch den er in Wort und Bild einen Blick in Goethes Leben und (Wesen gab.
is. Steinbach, 17. März. Nach einem Vortrag von Obstbauinspektor E n k l e r, Gießen, über „Obstbaumschädlinge und deren Bekämpfung" wurde kürzlich hier ein Obst- und Gartenbauverein gegründet, dem fast alle Anwesenden beitraten. 3n einer zweiten Versammlung sprach Daumwart Schön von Lich, wobei ebenfalls weitere Mitglieder gewonnen wurden. Am Dienstagabend fand im Rathaus eine dritte öffentliche Versammlung un* r dem Vorsitz von Bürgermeister Krämer stack, in der die Wahl des Vorstandes vorgenommen wurde. Gewählt wurde Balthasar 3akob Haas zum 1. Vorsitzenden, Flurschütz Atzbach als 2. Vorsitzender, als Beisitzer Bürgermeister Krämer und Karl Balser HL, zum Rechner Wilh. Neeb. Weitere 3ntereffenten schlossen sich dem Verein an, so daß dieser jetzt etwa 60 Mitglieder zählt. Als erste Arbeit des Vereins soll sofort eine durchgreifende Spritzung der Obstbäume vorgenommen werden.
* Steinheim. 16. März. 3m hiesigen O b ft- bauverein hielt Obstbauinspektor E n k l e r - Gießen einen Vortrag, in dessen ersten Teil sich der Redner mit der Behandlung des Obstes vom Baume bis zum Waggon befaßte, während er im zweiten Teile besonders auf die Bekämpfung der Obstbaumschädlinge einging. 3m Anschluß an den mit großem 3nteresse aufgenommenen Vortrag wurde beschlossen, die Daumspritze des Kreisobstbauvereins in diesem 3ohr wieder nach Stein- Heim kommen zu lassen. Da Dürgermeister Schmidt wegen Arbeitsüberhäufung das Amt des 1. Vorsitzenden niederlegte, fand Neuwahl statt. Durch Zuruf wurde einstimmig Lehrer Sommer zum ersten Vorsitzenden,Dürgermeister Schmidt zuni Stellvertreter, Wilhelm Derk als Rechner, ferner Wilhelm Herrnbrod, Otto Kammer, Gustav Ost he im als Vorstandsmitglieder gewählt.
Kreis Schotten.
o Laubach. 17. März. Der Gesangverein „Eintracht" veranstaltete am Sonntag einen Familienabend. Nach der Dcgrüßungsansp-ache des Vorsitzenden H. Hertel brachte der Chor des Vereins ein Lied zu Gehör. 3m Anschluß daran gelangten ein Lustspiel und ein Singspiel zur Aufführung, die beide sehr beifällig auf genommen SBeitere Chordarbietungen unterhielten ine Gaste und beschlossen in bester Weise den schö- nen Abend.
Kreis Büdingen
, •^nter-0<jm’tten, 17.März. AmSonn- tag wurde hier der 79 3ahre alte Gastwirt Wilh xatfer zu Grabe getragen. Der Verstorbene bet nur einen Tag krank lag, war der Gründet
des hiesigen Kriegervereins und 27 3ahre lang dessen Vorsitzender. Der Verein erwies ihm die letzte Ehre. W. K a i f e r verwaltete auch eine Zeit- lang die verwaiste Düraermeisterstelle. Er war als Besitzer des Gasthauses „Zum Chausseehaus" weithin als „Chausseewirt" bekannt und erfreute sich allgemeiner Achtung.
Hirzenhajn, 17. März. Der hiesige M u s i k v e r e i n veranstaltete unter Leitung des Vorstandsmitgliedes Wilhelm Nell für feine Mitglieder und deren Angehörige einen wohl- gelungenen Unterhaltungsabend. Zum ersten Male stellte sich bei dieser Gelegenheit die Streichmusikabteilung (Dirigent Heinrich Glitsch) mit einigen musikalischen Darbietungen vor, die jugendlichen Musiker machten ihrem Lehrer alle Ehre. Vorträge heiterer Art füllten die Pausen aus, eine Lustspielszene unterhielt die Gäste außerdem auss Beste. Der harmonisch verlaufene Abend fand mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes sein Ende.
Preußen.
Kreis Biedenkopf.
• Biedenkopf, 16. März. Hier fand die diesjährige Mitgliederversammlung der Kreis- viehkasse Biedenkopf unter Leitung des Ai fsichtsrats-Vorsihenden Franz Milchsack - Biedenkopf statt. Nach dem 3ahresbericht für 1931 hat der Geschäftsbetrieb der Kreisviehkasse Biedenkopf weiter zugenommen. Obwohl das Der- sicherungskapital durch den starken Rückgang der Diehpreise auf 4 677 140 Mk. gesunken ist, waren im Berichtsjahre 682 Stück Vieh mehr versichert, als im 3ahre 1930. Der Versicherung sind im vergangenen 3ahre 333 Viehbcsiher neu beigetreten. Die Beiträge betrugen 107 414,30 Mk., hiervon 62 916,30 Mk. im Kreis, 52 982,50 Mk. in den übrigen Kreisen. Versichert waren 1497 Pferde, 8598 Stück Rindvieh, 7905 Schweine, 1037 Ziegen und 30 Schafe. Entschädigt wurden 108 Pferde, 354 Stück Rindvieh, 361 Schweine, 58 Ziegen und 5 Schafe. Die Entschädigungssumme betrug 116 701,14 Mk.. hiervon entfielen 52 551,94 Mk. auf den Kreis Biedenkopf, 64 149,20 Mark auf die übrigen Kreise. An Tierarztkosten werden 3082,35 Mk. ausgezahlt. Bei sämtlichen versicherten Gattungen, mit Ausnahme der Schweine, reichten die Beiträge zur Deckung der Entschädigung nicht aus. Da infolge der schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse von einer Beitragserhöhung abgesehen wurde, mußten 12 582,77 Mk. der Entschädigungsrücklag^ entnommen werden. Dagegen hat sich der Stiftungsfonds um 4755,42 Mark erhöht. Somit verbleibt eine Ueberzahlung von 7807,35 Mk. Das Vermögen betragt am 31. Dezember 1931 150 798,62 Mk. Die Versammlung genehmigte die Rechnung und entlastete den Vorstand und Aufsichtsrat. 3n den Aufsichtsrat wurden Kaufmann und Landwirt Franz Milchsack - Biedenkopf, Bürgermeister und Landwirt Richard Schneider -Berghofen und Landwirt Ludwig Reuter II.-Holzhausen bei Gladenbach wiedergewählt. Die am 31. Dezember 1913 gestiftete Auszeichnung für langjährige treue Dienste erhielten die Ortsbevollmächtigten Louis Loh- Dottenhorn, Georg Wagner- Wolzhausen und Hermann Scherer- Wetter.
Amtsgericht Gießen.
Hausfrauen und Hausangestellte lassen sich leicht verführen, Teppiche, Kolter, Bettvorlagen u. dgl. Dom nächstgelegenen offenen Fenster auszullopsen oder auszuschwenken, insbesondere, wenn die Gefahr, bemerkt zu werden, gering und ein Beweis schwierig ist. Unterliegen sie der Versuchung, so haben sie eine kriminelle Strafe verwirkt. Gewöhnlich verteidigen sie sich damit, sie hätten die Gegenstände lediglich am offenen Fenster ausgelegt, um sie der frischen Luft zugänglich zu mack-en, übersehen aber dabei, daß auch dies strafbar ist. -3m Fragefall war die Angeklagte von einer unmittelbar unter ihr wohnenden und an einer Einstellung einer derartigen Reinigungsmethode sehr interessierten Mitbewohnerin des Hauses genau beobachtet worden, so daß, da diese ihre Beobachtungen beeidigte, an der Schuld der Angeklagten nicht zu zweifeln war. Sie erhielt eine geringe, aber immerhin empfindliche Geldstrafe.
Die dritte Notverordnung enthielt auch Bestimmungen über den Umfang des entgeltlichen Güterfernverkehrs durch Kraftfahrzeuge. Der Angeklagte hat hiergegen verstoßen, indem er einen Viehtransport gegen Entgelt über 50 Kilometer durch Kraftfahrzeug ausführte. Die Bestimmung hatte damals erst wenige Tage Gesetzeskraft. Der Angeklagte war wohl über deren Beginn im Zweifel und wurde deshalb, obwohl es feine Pflicht gewesen war, sich genau zu vergewissern, nur zu einer Geldstrafe von 10 Mark verurteilt.
Ein Besuch bei feinem auswärts wohnenden Mädchen wurde einem jungen Menschen aus einem Nachbarort zum Verhängnis. Die drei Angeklagten, die auf letzteren neidisch waren, zumal er nicht zu den Orlseinwohnern gehörte, hänselten das von einander Abschied nehmende Paar, indem sie es mit Taschenlaternen beleuchteten u. dgl. m. Als der junge Mann mit dem Rad heimfuhr, stieß ihn ein Angeklagter vom Rade, und alle drei schlugen dann mit Zaunlatten auf ihn ein, so daß er unerhebliche Verletzungen davontrug. Strafe: je nach der Beteiligung 60 bzw. 40 Mark Geldstrafe wegen Körperverletzung.
Wer seiner gesetzlich festgelegten Alimentationspflicht seinen nächsten Angehörigen gegenüber nicht nachkommt, ist unter bestimmten Voraussetzungen kriminell strafbar. Der Angeklagte hatte seine Frau nebst zwei Kinder böswillig verlassen und sorgte für sie ttotz Ermahnungen der zuständigen Behörde in keiner Weise, obwohl er dazu wenigstens einigermaßen im Stande war. Frau und Kinder fielen einem Armenwohlfahrtsamt anheim, das schon 540 Mar? für sie verausgabt hat. Der Mann wurde zu einer Haft- ftrafe von zwei Wochen, verurteilt, erhielt aber Bewährungsfrist, da es dem Gericht weniger auf die Verbüßung der Strafe, als auf das Wi.der- einsetzen der Fürsorge des Angeklagten für seine Familie ankomme. Es wurde ihm u. a. auch die Bedingung gesetzt, daß er zu feiner Frau innerhalb vier Wochen zurückkehrt und eine ihm von feinem Schwager angebotene entgeltliche Beschäftigung annimmt.
(Schluß des redaktionellen Teils.)
Was soll ich beute kochen? Ein oft gehörter Stoß« seufzer vieler Hausfrauen, der aber jetzt der Vergangenheit angehört, denn heute beginnt die Haus» frau sorgenlos ihren Tag. Sanne und Ella, die klugen Hausfrauen, werden ihr zeitig genug raten, was und wie sie kochen soll. Ihr bester Rat aber ift: nimm Sanelln zu allem! Als Brotaufstrich, Zum Kochen, zum traten und zum Backen. Sie ift nahrhaft, wohlschmeckend und bekömmlich. 2096V


