der nationalsozialistischen Partei und ihrer Handlungen erweisen, wie um- gekchrt den wirklichen Hintergedanken dieses polizeilichen Kunstgriffes enthüllen. Das Wahlmanöver des Herrn Severing wird seine Partei nicht vor der kommenden Niederlage retten."
gez. Hitler.
Aebergabe von LegalMS- dokumenten an Minister Groener.
München, 17. März. (TU.) Die Pressestelle der Reichslcitung der NSDAP, gibt eine Mitteilung her- aus, wonach gegenüber dem Versuch, die national
sozialistische Bewegung mit illegalen Absichten zu belasten, um gegenüber den von den Nationalsozialisten schon seit Monaten vorhergesehenen und ihnen bekanntgewordenen Absichten des preußischen Innenministers alle maßgebenden Unterführer der Partei schon aus anderem Anlaß ihrerseits eine Erklärung des Führers über die absolute Gesetzlichkeit und Legalität der Absichten und des Vorgehens der Partei und ihrer gesamten Glieder persönlich unterzeichnet hätten. Alle diese Dokumente seien noch heute (Donnerstag) nach Berlin gesandt und würden am Freitag dem Reichsinnenminister Groener durch Hauptmann Göring überreicht werden.
Berliner Blätter zu der Haussuchung bei der
Berlin, 18. März. (CNB.) Die Berliner Blätter nehmen zu den Maßnahmen der preußischen Regierung gegen die Organisationen der NSDAP. Stellung. Die „Germania" bespricht die Angelegenheit unter der Ueberschrift „Ein Staat im Staate" und betont, daß das beschlagnahmte Material als absolut authentisch angesprochen werden müsse. „Wir haben hier sozusagen die Vorstufe von Boxheim, einen Staat im Staate, der sich gegen die legale Ordnung mit allen Mitteln organisiert." — Die „Vossiscye Zeitung" nimmt in ihrem Leitartikel auf das Stichwort „Großmutter gestorben, Max" Bezug und meint, es gelte, die Gesundheit der Großmutter endgültig zu sichern und die Gefahr des Bürgerkrieges zu bannen. Der jetzt auf- gedeckte Mobilmachungsapparat bringe eine erschütternde Wahrheit: die Vorbereitungen zum Bürgerkrieg seien wenigstens auf dem Papier vollendet. Demgegenüber müsse jeder Volksgenosse das Gefühl haben: dis Regierung ist aus dem Posten und sie hält das Steuer in sicherer Hand, auch wenn die Wellen noch so hoch gehen.
Der „Vorwärts" erklärt, das vom preußischen Innenministerium der Oeffentlichkeit vorgelegte Material sei so überzeugend, daß der Wert stärkster Legalitätsbeteuerungen dadurch auf ein Nichts zu- sammenschrumpfe. Die Errichtung einer sol- chen Privatarmee, die weitgehend bewaffnet
sei, und über deren offcnsiv-verfassungsfeindlichen Charakter kein Zweifel bestehe, habe mit verfassungs- mäßig gewährleisteter Freiheit, mit dem Gesetz, nicht das mindeste zu tun. — Das „Tageblatt" fragt, ob Hitler Maschinengewehre, Karabiner, Schlagringe und sonstige Waffen für Bedarfsgegenstände legaler Wahlarbeit halte.
Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" hält cs für bezeichnend, daß eine ähnliche umfang- reiche, sich über ganz Preußen erstreckende Polizeiaktion gegen die Kommunisten niemals stattfand, obwohl diese Partei nie ein so eindeutiges Bekenntnis zur Legalität abgelegt habe, wie die Hitler-Bewegung. — Der „Lokalanzei - g e r" verweist auf den Zusammenhang mit Veröffentlichungen des „Matin" und auf die Mägljch- keit, daß, da derartige „Dokumente" der Polizei im allgemeinen nur durch Spitzelarbeit in die Hände fallen können, ihr auch geschickt gefälschte Dokumente geliefert worden seien. — Der „T a g" spricht von einer Generaloffensive gegen die NSDAP. Das Recht zum begründeten Zuschlägen werde dem Minister nicht bestritten, er trage dafür die volle Verantwortung. Aber wahre Staatskunst müsse es vermeiden, den Anschein zu erwecken, als dienten die Aktionen nicht so sehr der Gesamtheit als einem b e st i m m t e n , in politischer Verlegenheit verstrickten Teil.
Verordnung über den Osterfrieden.
Auch politische Flugblätter find genehmigungspflichtig.
Berlin, 17.März. (WTB. Amtlich.) Auf Anregung der Oberbehörden der evangelischen und der katholischen Kirche Hal der Herr Reichspräsident eine Verordnung erlassen, durch die, ähnlich, wie es für die Weihnachtszeit durch die Verordnung vom 8. Dezember 1931 geschehen ist, auch für die Oslerzeit das innerpolilische Leben befriedet werden soll.
In der Zeil vom Palmsonnlag bis zum weihen Sonntag, mittags 12 Ahr, dürfen keine öffentliche n politischen Versammlungen und Aufzüge unter freiem Himmel slaltfinden. Für die gleiche Zelt ist jede Art der öffentlichen Verbreitung von Plakaten, Flugblättern und Flugschriften politischen Inhalts verboten.
Die Reichsregierung ist nicht gewillt, die in den |
letzten Wochen beobachtete maßlose Verhetzung durch Flugblätter, die in den Häusern verteilt worden sind, noch weiterhin zu dulden. Rach den bisher geltenden Vorschriften der Verordnung zur Bekämpfung politischer Ausschreitungen vom 28. März v. 3. brauchten nur solche Plakate und Flugblätter politischen Inhalts der Polizei zur vorherigen Kenntnisnahme mitgeleilt werden, die an oder auf öffentlichen wegen, Straßen oder Plätzen angeschlagen, ausgestellt, verbreitet oder der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Nunmehr ist diese Vorschrift dahin ergänzt worden, daß die Vorlegungspflicht auf alle pla- täte und Flugblätter politischen Inhalt» ausgedehnt ist, die in irgendeiner Art, also auch durch Verteilung in den Häusern, öffentlich verbreit et werden.
Braun verteidigt die Politik der Weimarer Koalition.
Berlin, 17.März. (DDZ.) 3m Preußischen Landtag erklärte Ministerpräsident Dr. Braun, wer jetzt einen Blick auf unser öffentliches Leben werfe, sehe als hervorstechendsten Zug die i n n e r e Zerrissenheit unseres Volkes. Meinungskämpfe müssen fein, weil sonst das politische Leben stagnieren würde. Eie brauchen aber nicht ausgetragen zu werden mit Revolvern und Schlagringen, wie es in unserem politischen Leben leider üblich geworden ist. Wir dürfen nicht dulden, daß an den Hochschulen der Primat der Faust dem Primat des Kopses übergeordnet wird. Früher war der Schlagring das Attribut gewisser Zuhälter- und Raufboldkreise. Heute ist er auch das Attribut gewisser national sich nennender studierender Kreise geworden. Es ist damit eine neue Spielart schlagender Verbindungen hervorgetreten. Ich weih, daß zahllose Studierende trotz ernsten Strebens vor einer sehr trüben Zukunft stehen, daß Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit sie erfüllt. Aber dadurch, daß sie sich gegenseitig die Köpfe einschlagen, bessern sie ihr Los nicht. (Lebhafte Zustimmung.) Das Volk, das trotz feiner wirtschaftlichen Rot noch immer erhebliche finanzielle Aufwendungen für seine höheren Lehranstalten macht, kann verlangen, daß diejenigen, die das Vorrecht genießen, diese Lehranstalten zu besuchen, sich gesittet und anständig wie jeder Staatsbürger benehmen.
Im Zusammenhang mit den leider notwendig geworbenen Sparmaßnahmen sagt man, Preußen baue die Kultur ab. Es ist gewiß schmerzlich, daß eine ganze Menge Errungenschaften auf kultu- rellem Gebiet, die wir im letzten Jahrzehnt machten, unter dem Druck der finanziellen Not bis zu einem gewissen Grade abgebaut werden müssen. Aber von einem Kulturabbau in Preußen zu reden, dazu liegt nach den Leistungen des Staats nicht die geringste Ver- anlaffung vor. (Lärmender Widerspruch rechts und bei den Kommunisten.) Wir machen heute noch für Kulturaufgaben ganz erheblich höhere Aufwendungen, als sie vor dem Kriege gemacht worden sind. Im Jahre 1913 wurden in Preußen f ür Unioer- sitäien ausgegeben 22,6 Millionen, im Jahre 1931 57,6 Millionen. 1913 wurden für Theater nur 2 Millionen, 1931 9,3 Millionen ausgegeben, für höhere Schulen 1913 24,3, 1931 49,2 Millionen und für Volksschulen 1913 155, jetzt 463 Mil- lionen.
Für den Oft en sind auf Anregung de» Reichspräsidenlen auf kosten der Allgemeinheit kolossale Aufwendungen gemacht worden. Es kommt darauf an, in welchem verhält n i» diese Aufwendungen zuderLeistung«- fähigkeit der gesamten wirtschaft stehen. IHan hätte aber erwarten müssen, daß der Osten sich zu dem heutigen Staat anders
eingestellt hätte. Die Stellung — so fährt der Ministerpräsident erregt fort —, die diese öst- lichen Gebiete am 13.März gegenüber bem Herrn Reichspräsidenten eingenommen haben, übersteigt doch alles! (Lebhafter Widerspruch rechts.) Das ist die Folge Ihrer Agitation (nach rechts), wenn ich nicht wüßte, daß im Osten die Bevölkerung unter dem Eindruck einer verlogenen Agitation sich zu dieser Stimmabgabe hat verleiten lassen, dann müßte ich mich schämen, Ostpreuhe zu fein. (Unruhe bei den Deutschnationalen.) Auf das schärfste muh es verurteilt werden, wenn die Bevölkerung Ostpreußens noch durch übertriebene politische Agitation geradezu in eine Angstpsychose verseht wird. Bei einem polnischen Angriff auf Ostpreußen, da» betone ich hier ausdrücklich, steht das ganze deutsche Volk geschlossen für Ostpreußen ein. (Beifall.) Dem ast- preußischen Volk darf der Gedanke nicht kommen, daß es schutzlos Polen ausgeliefert sei. Eine solche Behauptung ist eine Gewissenlosigkeit.
Das Vorgehen der litauischen Dikta- turregierung im Memelland wird von allen Deutscken aller Parteien aufs schärfste verurteilt. (Lebhafte Zustimmung.) Die Art, wie die deutsche Regierung in der Memelfrage oor- gegangen ist, leistet den Memelländern bessere Dienste als alle Ratschläge gewaltsamen Vorgehens. Damit würde unseren Deutschen im Memelland der allerschlechteste Dienst erwiesen werden. Wie richtig das Vorgehen der deutschen Regierung war, wird sich schon in den allernächsten Tagen erweisen. Wenn man uns den Vorwurf macht, daß wir den Rundfunk den Regierungsparteien zur Verfügung gestellt hätten, so stimmt das mit den Tat- fachen nicht überein. (Lachen rechts.) Es handelte sich bei der Reichspräsidentenwahl gar nicht um einen Kampf zwischen Regierungsparteien und an- deren Parteien, sondern darum, welcher Mann die Spitze des Reiches einnehmen sollte. Die Hörer konnten verlangen, daß der Reichspräsident ein Wort sagt über seine siebenjäh - rtge Amtstätigkeit, und daß er gegen jene infamen kleinen Lügen Stellung nahm, die ihm ent- gegengeschleudert wurden. Das deutsche Volk hat auch einen Anspruch darauf, zu hören, was fein Kanzler zu der heutigen Situation zu sagen hat. (Beifall bei den Regierungsparteien. — Widerspruch und Lachen rechts.) Wenn man erklärt, der Rundfunk hätte bann auch den anderen Kandidaten zur Verfügung gestellt werden müssen, so verkennt man die Aufgabe des Rundfunks. Augenblicklich ist Hindenburg Reichspräsident und wird es bleiben. (Bravo!) Auch wenn Hitler schon in
Wahlversammlungen zum Präsidenten proklamiert worden ist, hat er damit doch noch keinesfalls den gleichen Anspruch auf den Rundfunk wie der amtierende Reichspräsident. Sie (zu den D e ut sch» nationalen) haben die Wirtschaftspolitik in den letzten Jahren viel stärker beeinflußt als jede andere Partei. _
Wenn jemand aus Ihren Reihen (ich erinnere an die Herren Schiele und S ch l a n g e - Schöningen) zur Vernunft kommt, dann tonnen Sie ihn nicht mehr brauchen. (Lachen rechts.) Die Zölle übersteigen heute um das Drei- bis Vierfache diejenigen der Friedenszeiten. Die^Privatwirtschaft steht auf dem Standpunkt, daß der Staat sich nur betätigen dürfe, um die durch Die Fehlmaßnahmen der Wirtschaft entstandenen Schäden auf die Allgemeinheit abzuwälzen So geht es nicht. Mit der „Katzenellenbogenfreiheit mutz Schluß gemacht werden. Wer bemängelt, daß die Staatsfinanzen nicht gesund sind, vergißt, daß die gesamte deutsche Wirtschaft, ja die Weltwirtschaft krank ist und wir in einer Zeit der allgemeinen Krise leben.
Oie Opposition.
Abg. K u b e (Rats.), der erste Rationalsozialist, der seit dem Auszug dec RSDAP. aus dem Reichstage im Landtage spricht, meint, die Wirtschaft sei heute krank, weil in den letzten 13 Jahren die Sozialdemokratie die gesamte deutsche Politik von sich aus führend beeinflußt habe. Wenn Hitler gesagt habe, die Partei werde auch noch 10 Jahre weiterkämpfen, so müsse man Daran erinnern, daß die Sozialdemokratie 50 Jahre um die Macht gekämpft habe. Der Rotionalsozialis- mus werde beweisen, daß man ein Volk regieren könne, ohne es an den Rand des Abgrunds zu bringen. In dem Augenblick, wo er zur Macht komme, werde er die Regierung übernehme^ und wer mit dem Bürgerkrieg spiele, werde in die Ecke gestellt. Dem Durcheinander der Hindenburg- front stehe die zusammengeballte Kraft der Partei gegenüber, die die Staatsgestaltung der nächsten Epoche bestimmen werde.
Abg. Oelze (Dd.) kritisierte Die Kürzung Der Zuschüsse für höhere Schulen und Die Politik Der Forstverwaltung. Unglaublich fei eS, Daß Mit- glieDer Der preußischen Regierung ihre Reden in einen Wald von roten Fahnen hielten, ihren Beamten aber jede politische Tätigkeit untersagten. Die ganze preußische Verwaltung, so erklärte der Redner zum Schluß, leide unter dem Bonzentum, Futterkrippenwirtschaft und Sterilisation.
Preußen und Reich.
Ein Preuhenblock zur Beseitigung des Dualismus.
Königsberg, 17. März. (Xil.) Aeichsver- kehrsminister Treviranus hat, wie Die „Königsberger Allgemeine Zeitung" berichtet, näheres über den „Preuhenblock" für die Preuße nw ah l mitgeteilt. Er erklärte u. ci.:
„Natürlich denkt niemand Daran, die Hin- Den bürg front etwa auch für die ganz anders gelagerten Preußenwahlen zusammenhalten zu wollen. Hier wird in völligneuer Frontbildung gekämpft werden. Es ist nämlich ein Preußenblock int Entstehen, Der, ganz ohne Rücksicht auf Parteien, mit einem einzigen Programmpunkt hervortritt: Beseitigung des Dua- lis mus-Preußen-Reich und Damit — also mit dem Ende dieser unerträglich gewordenen Anomalie-Lösung der preußischen Fragen. Bemerkenswert ist, daß diesmal nicht vom Reich die Initiative ausgehen soll, daß also nicht etwa das Reich Preußen „annektiert", sondern daß umgekehrt von preußischer Seite die Forderung erhoben wird, mit der unhaltbaren Eigenstaatlichkeit des weitaus größten deutschen Landes zu brechen. Seht sich Der Preuhenblock durch, wie wir hoffen, so wird die hohe Politik eindeutig dort entschieden werden, wo sie hingehort: beim Reichspräsidenten und bei der Reichsregierung."
Oie Biersteuersenkung tritt Sonntag in Krast.
Berlin, 18. März. (CNB.) Die Notverordnung über die Senkung der Biersteuer wird voraussichtlich im Laufe des heutigen Tages bekanntgegeben werben, so baß die B i e r ft e u e r f e n f u n g am 2 0. März in Kraft treten kann. In der endgültigen Fassung der Vorlage ist die Senkung Der Reichsbiersteuer um 3 Mark in sämtlichen einzelnen Staffeln vorgesehen, woraus sich für Die Hein ft en Betriebe eine steuerliche Entlastung um 32 v. H. ergibt, die bei ben größten Betrieben bis auf 25 v. H. sinkt. In erster Linie sind also die kleinen u n b mittleren Betriebe berücksichtigt worben.
Bei b er Gemeinbebiersteuer soll eine Senkung um 40 v.H. eintreten, aber nicht unter 4 Mark. Genehmigt ist, daß außerdem eine Verbilligung des Trinksprits eintreten soll, und zwar in Der Weise, baß bie Monopolabgabe an bas Reich von 400 auf 250 Mark gesenkt wirb, woburch sich der Hektoliterpreis des Trink- sprits von 600 auf 400 Mark ermäßigt.
Handelsklaffen für Hühnereier.
Der Reichsrat genehmigte die Verordnung über Handelsklassen für Hühnereier. Sie soll die deutschen Geflügelhalter zur Erzeugung hochwertiger Eier erziehen, um sie dadurch konkurrenzfähig auf dem Weltmarkt zu machen. Es werden zwei Gütegruppen mit je fünf Gewichtsgruppen gebildet. Wer sich den Handelsklassen einordnen will, muß sich dem Kennzeichnungszwang für Eier unterwerfen. Das Recht, Eier zu kennzeichnen, ist jedoch von einer Genehmigung und einer dauernden Kontrolle bis zum Erzeuger zurück abhängig. Der Großhandel muh lausende schriftliche Lieferverträge mit den Erzeugern nach- weisen. Der Mindestumsah muß zwei Millionen Eier betragen. Auch ein Mindestgeflügelbestand ist vorgesehen. Die Reichsregierung hat jedoch auf Wunsch Bayerns die Zusicherung gegeben, daß im praktischen Vollzüge der Rachweis dieses Geflügelbestandes auf einen Stichtag abgestellt wird Binnen kurzem werden auch die weiteren Pläne für die Rentabilitätssteigerung der Geflügelhaltung in die Tat umgesetzt werden. Es ist eine Erweiterung der bisherigen Ge- flügelmaiS-Aktion beabsichtigt. Die Abgabe des verbilligten Geflügelfutters soll vorläufig an alle Geflügelhalter erfolgen, es ist wahrscheinlich bald mit einer Ergänzung des Schuhes der deutschen Geflügelhaltung zu rechnen.
Aus aller Well.
Der Rundfunk.
Rundfunkkommissar Staatssekretär a. D. Dr. Bredow hielt einen Rundfunkvortrag, in dem er sich mit Den Kritiken an der Bewirtschaftung Der RunDfuntmittel beschäftigte und wies darauf hin, daß im englischen Rundfunk 11,5 Millionen Mark für Programmkosten aufgewandt werden, in Deutschland dagegen 17 Millionen Mark. Er stellte dem die große Anzahl von Kultur- Mittelpunkten in Deutschland gegenüber, Die für Den deutschen Rundfunk ein ganz anderes Ar bei ten bedingen als für den ausländischen, wo eine zentrale Rundfunkorganisation allen Ansprüchen des Landes genügt. In Deutschland gibt es 9 Rundfunkbezirke, Deren Bearbeitung neun selbständigen Rundfunk- gesellschaften zugeteilt ist. Daneben gibt es die Deutsche Welle. Deren Bereich über ganz Deutschland reicht. Das Ergebnis ist eine lebendige und vielseitige Programmgestaltung, Die das ganze deutsche Geistesleben umfaßt. Die Frage, ob es möglich wäre, die Zahl Der Sender einzuschränken. verneinte Dr. Bredow im Interesse der zukünftigen Entwicklung des deutschen. Kulturwesens. Die Sparpolitik Der ReichsrunAunkgesellschaft werde nicht zugunsten der Deutscherr^Reichspost. sondern unter Dem Gesichtspunkt betrieben, m i t geringsten Mitteln Das möglichst Beste zu leisten. Ersparungen würden zur Erweiterung und Vertiefung der Programme und zur Aufnahme neuer Programmaufgaben verwandt.
Ein fiommunalefaf ohne Sleuererhöhung ausgeglichen.
Nach fünfstündiger Beratung wurde der Haushaltsplan der Stadt Krefeld mit großer Mehrheit angenommen. Er schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 26 746 000 RM. ab, so daß Der Haushaltsplan ausgeglichen ist, und zwar ohne Steuererhöhung. Der Vorschlag der Verwaltung, die Bürgersteuer auf 300 v. H. zu erhöhen, wurde von sämtlichen Fraktionen a b g e l e h n t. Der Etat des Stadttheaters wurde ohne jede Aussprache genehmigt. Der städtische Zuschuß beträgt 277 000 RM. Das städtische Orchester ist aufgelöst und es ist ein Genossenschaftsorchester gegründet worden, dem eine Gesamtvergütung von 115 000 RM. gegeben wird, davon trägt das städtische Theater 69 000 RM. Der Etat des Wohlfahrtsamtes ist um 400000 R M. gesenkt ^oorden. Krefeld ist somit wohl die einzige Stadt, die ihren Etat ohne Steuererhöhung ausbalanziert hat und nur die einfache Bürgerfteuer erhebt.
Drei Sinder Im Wohnwagen verbrannt.
Ein I a h r m a r k t s w a g e n, der sich bei der französischen Ortschaft Montargis befand, ist in Brand geraten. Die Frau des Wagenbesitzers war gerade weggegangen, um Einkäufe zu machen und hatte ihre fünf Kinder, von denen bas älteste acht Jahre alt ist, zurückgclafsen. Anscheinenb haben die Kinder mit Streichhölzern gespielt. Denn kurze Zeit Darauf stand Der Wagen in Flamin c n. Während zwei Kinder sich retten konnten, sind die Drei anDeren im Alter von 1, 4 unD 7 Jahren verbrannt.
Grohfeuec in der Stettiner Dapolin-Tlieberlage.
Auf Den großen GruuDstücksanlagen DerDeutfH- amerikanischen Petroleumgesellschaft entstand ein Großfeuer, zu Dessen RieDerkämpfung Die gesamte Stettiner Feuerwehr alarmiert wurde. Beim An- rücken Der Wehren stand ein Oellager Der großen Tankanlage, Die u. a. auch Groß-Berlin mitOel, Petroleum usw. laufend versorgt, in Hellen Flammen. Durch günstige Windrichtung besteht zur Zeit keine Gefahr für Die eigentlichen Oel- und Petroleumranks. Der Straß enbahnver- kehr mußte infolge starker Rauchentwicklung Durch Umfteigen aufrechterhalten werden. Die Straßen in Der Rähe Der Brandstätte wurden in einer Länge von 300 Meter abgeriegelt. Es find bereits mehrere kleine Explosionen erfolgt, ohne jedoch größeren Schaden anzurichtcn. Das Feuer ist vermutlich bei Ausführung von Schweißarbeiten ausgebrochen. Die Belegschaft ist zusammen mit der Feuerwehr beschäftigt, Petroleum- und Oelfässer aus der Rähe des Brandherdes zu entfernen.
Zwei Todesopfer eine» schrankenlosen Bahnübergang».
Auf einem nicht mit Sch ranken versehenen älebergang der Bahnstrecke Szittkehmen—G o ldap (Ostpreußen) wurde ein einspänniger Schlitten von einem Schneepflug der Reichsbahn überfahren. Dabei wurde der 50jährige Besitzer Trakat auS Skaisgirren getötet und sein Sohn so schwer verletzt, daß er bald darauf im Krankenhaus starb. Die beiden Verunglückten hatten während der Fahrt ihre Pelzkragen hochgeschlagen und so offenbar dieWa rnungssignalederLo- kornotive überhört.
Ueberführung der Leiche de» Kaiser» Karl nach Tirol.
Wie Der Wiener Berichterstatter Des „Daily Telegraph" aus Tiroler Kreisen erfährt, wird sich am 19. März eine Abordnung zur Kaiserin Zita nach Belgien begeben, um die Erlaubnis zur lieber- führung der Leiche des Kaisers Karl von Ma« deira nach Tirol zu erwirken. Di« Kaiserin habe bereits zu verstehen gegeben, daß sie einer Beisetzung des Kaisers am Jfelderge grundsätzlich zustimme. Sie habe die Bedingung Daran geknüpft, daß sie an der Beisetzung teilneh- men und von Zeit zu Zeit das Grab besuchen dürfe.
Wett^voraussage.
Die südliche Störung ist bereits nach dem Mittelländischen Meer und den Balkanländern weiter- gezogen, so daß eine Beeinflussung durch sie bei uns nicht mehr zu befürchten ist. lieber den britischen Inseln hat sich vielmehr das Hochdruckgebiet wieder verstärkt, so daß auch Deutschland nach und Nach in feinen Bereich kommt. Die an der Vorderseite des Hochs herrschenden nördlichen Winde bringen zunächst noch Kaltluft südwärts, und somit Dürften die Temperaturen besonders in der Nacht noch niedrig gehalten werden. Jedoch wird sich die Sonnenstrahlung wieder durchsetzen und tagsüber Erwärmung bringen.
Aussichten für Samstag: Wolkig und wieder mehr aufheiternd, nachts Temperaturen noch unter Null, tagsüber etwas wärmer, trocken.
ßufttemperaturen am 17. März: mittags 4,3 Grad Celsius, abends 2,2 Grad; am 18. März: morgen» 2 Grad Celsius. Maximum 4,8 Grad, Minimum 0,6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 17. März: abends 2,8 Grad; am 18. März: morgen» 1 Grad Celsius. — Sonnenscheinbauer 9% Stunden.
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Sie gäbe fall M Ar vertrieben u lächerlich er lofigkeit zeic Und jeder, d freut sich jef
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