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Briefkasten der Redaktion.
lRechtsgutachlen sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung )
Gießener-Anzeiger-Leserin, wieseck. Die von dem Mieter anteilmäßig zu tragenden Straßenreini- gungs- und Müllabfuhrgebühren richten sich nach dem Mietwert der Wohnung im Vergleich zur Gesamtmiete des betreffenden Hauses. Für eine bescheidene Wohnung dürften vierteljährlich etwa 2 bis 4 Mark mx bezahlen sein. Don Steuern kommt nur die Dürgersteuer in Betracht, die in Gießen für das Jahr 1933 mit 500 v. Sy erhoben toirb. Ob etwa Befreiung hiervon möglich ist, kann erst nach Prüfung der Verhältnisse gesagt werden.
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Berlin, 17.Dez. (WTB. Funkspruch.) Auch für einen Samstag war das Geschäft zu Beginn der heutigen Börse außerordentlich gering. Man hatte im Vormillagsverkehr und auch noch an der Vorbärse eher etwas schwächere Kurse genannt, im Zusammenhang mit den Bestrebungen, den Reichstag noch vor Weihnachten einzuberufen, da man nicht weiß, wie sich die Nationalsozialisten hierzu stellen werden. Dem schwächeren Verlauf der gestrigen Neuyovker maß man bauen en keine Bedeutung bei, da dem die weitere Aufwärtsbewegung der deutschen Bonds gegenüberstand, die zum Teil neue Höchstkurse erreichten.
Zum Börsenbeginn war die Grundstimmung als freundlich zu bezeichnen, obwohl die Kursgestaltung nicht einheitlich war. Im Vordergrund standen wieder Montanpapiere unter Führung von Gelsenkirchen, in denen sich lebhaftes Geschäft entwickelte. Die Kurse zogen an diesem Markt bis zu 1,5 v. H. an. Auch für Braunkohlenwerte bestand Interesse, und Rheinische Braunkohle konnten um 5 v. H. anziehen. Es berühmte allgemein, daß der Verkaufs- druck in Farben, AEG. und Kunstseidewerten nach, gelassen hat und sich eher sogar Nachfrage zeigte, so daß die betroffenen Werte Erholungen bis zu 1,40 v. H. aufweisen konnten. Am Kalimarkt gingen Salzdetfurth um 2,5 v. H. zurück, obwohl sich die Aussichten der Kaliindustrie gebessert haben. Die Spekulation war gestern in den vorher erwähnten Werten zu Abgaben geschritten und nahm heute Deckungen und vereinzelt auch Rückkäufe vor, während sie in verschiedenen Nebenwerten zu Glattstellungen schritt, so daß sich Rückgänge von 1 bis 2 0. H. ergaben.
Der Rentenmarkt war ziemlichfreund- l i ch veranlagt, Reichsschuldbuchforderungen und Deutsche Anleihen behaupteten sich. Von Industrie- Obligationen waren Hösch und Vereinigte Stahl gefragt und fester.
Im Verlaufe wurde das Geschäft am Montanmarkt und hiervon ausgehend auch an den anderen Märkten lebhafte r. Die Kurse konnten durchweg um 0,5 bis teilweise 2 0. H. anziehen. Rheinische Braunkohle gewannen erneut 3 v. H. AEG. wurden gleichfalls zu größeren Posten zurückgekauft, nachdem die ; Liquidationen anscheinend beendet sind.
Am Geldmarkt machte die Erleichterung weitere Fortschritte. Tagesgeld war an der unteren Grenze schon mit 4,25 und 4,13 v. H. erhältlich. In
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Die Not und Zahl ist groß, auch solcher, die durch die Zeit- Verhältnisse dahin gebracht mord. ßnd.
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Frankfurter Schahanweifunaen. OS:« WTB.-Handelsdienst vom preußischen Han- beldmimftertum zu der Frage der Frankfurter Schahanwe.sungen hört, hat sich bis zu der ge- str:gen Unterbrechung der Verhandlungen kein endgültiges Resultat erzielen lassen. Demnach konnte imlner noch keine Einigung zustande kommen über d:e Frage der effektiven Rückzahlung des von den drei Banken-Konsortien zu gewährenden Kredits von 1,5 Mill. Mk. Sobald sich die Danken bereit erklären, mit 1,5 Mill. Mk. «inzuspringen, will der Staat seinerseits der Stadt Frankfurt wegen der Hilfsstellung für Breslau dre Hälfte des Abzahlungsmaximums von 10 Prozent, d. h. also weitere 1,5 Mill. Mk. gewähren. W.rd bis zu der Gläubigerversammlung am 19. 12. keine Einigung erzielt, so will man zunächst eine halbjährige Verlängerung der Gesamtschuld von den Gläubigern erreichen.
* 2keue Aufträge für die Junkers- Flugzeugwerke. Die Deutsche Lufthansa hat bei den Junkers-Flugzeugwerken eine größere Anzahl von Flugzeugen vom Typ J 52, sowie 4 Maschinen vom Typ W 34 in Auftrag gegeben. Insgesamt handelt es sich um ein Objekt von mehr als 2 Mill. Mk. Dadurch erhält die IFA. wieder für längere Zeit Beschäftigung.
* Daimler Benz 21®., Berlin- Stuttgart. Die GV. der Daimler Benz AG., , Berlin—Stuttgart, genehmigte den 2lbschluß für 1931 (8,43 Mill. Mk. vorzutragender Verlust) und beschloß die Herabsetzung des AK. i. e. F. von 50,36 auf 43,62 Mill. Mk. durch Einziehung von nom. 6,74 Mill. Mk. eigenen Stammaktien, sowie die Auflösung des Reservefonds.
* Damag — Meguin 21©., Berlin. Die in der gestrigen Aufsichtsratssitzung der Damag- Meguin AG., Derlin, vorgelegte Bilanz und Gewinn- und Mrlustrechnung für das am CO. Juni abgeschlossene Geschäftsjahr schließt nach Abschreibungen auf Anlagen in Höhe von 0,55 Mill. Mk. (i. V. 0,63 Mill.) mit einem Verlust von 0,36 Millionen Mk. ab, der auf neue Rechnung vorgetragen werden soll (i. D. Verlust von 2,06 Mill. Mark). Außer den vorgenannten 2lbschreibungen wurden Sonderabschreibungen auf Schuldner, Vorräte, Anlagewerte und Beteiligungen vorgenommen.
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Frankfurt a. M., 17. Dez. (WTB. Drahtmeldung.) Der Wochenschluß war nach ruhigem und uneinheitlichem Beginn im Verlause kräftig erholt. Daß in den gestern stark gedrückten Spezialwerten, wie IG., Abu und AEG., heute kaum Angebot mehr kam, halle beruhigend gewirkt. Daneben ging von der seit Tagen festen Haltung für deutsche Werte an den Ausland!)örsen fühlbare Anregung aus. Da auch für den Montanmarkt Kauf- orders — man sprach vom Rheinland — vorgelegen haben, sah sich die Kulisse zur Rückdeckung veranlaßt, so daß bei für einen Samstag relativ lebhaften Umsätzen durschnitlliche Erhöhungen von 1 Prozent zu verzeichnen waren.
Das Hauptinteresse konzentrierte sich auf den Markt der Bergwerksaktien, wo Gelsenkirchen mit plus 2 Prozent am stärksten beachtet waren, ober a uch Stahl verein, Klöckn er, Rheinstahl, Phönix und Mannesmann verzeichneten Besserungen von Y» bis 1 Prozent. Am Elektromarkt eröffneten AEG. mit 29% Prozent gut behauptet, später zogen sie auf 30% Prozent an. Gesfürel kamen mit 12% Prozent zum Eintausch. IG. und Deutsche Erdöl bröckelten zunächst noch bis zu % Prozent ab. Im Verlaufe traten aber Besserungen bis zu 1 Prozent ein. Am Kunstseide markt eröffnete Aku mit 51 Prozent unverändert. Fest eröffneten u. a. noch Zellstoff mit plus % Prozent. Mall lagen anderseits Deutsche Linoleum, die 2 Prozent einbüßten, später jedoch 1 Prozent ihres Verlustes wieder aufholten.
Der Renten markt lag ruhig. Reichsaltbesitz gaben V* Prozent nach. Re.chsfch-uldbuchforderungen lagen behauptet. Don Induftrieobligationen gaben Stahlvercin % Prozent nach. Gold- und Liquidationspfandbriefe lagen nur wenig verändert. Kom- munalobligationen waren meist noch gesucht und % bis 1 Prozent fester.
Im Verlaufe wurde das Geschäft sehr still. In Montanwerken fanden noch einige Umsätze zu % bis % Prozent über am Anfang liegende Notierungen statt. Im übrigen waren die Kurse gut behauptet. Sehr fest tendierten Rheinische Braunkohle mit plus 9 Prozent, sachliche Motive für diese Steigerungen waren aber n:d)t zu erfahren. Tagesgeld war leicht, der Satz blieb zu % Proz. unverändert.
Eingesandt.
Mr Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem
Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Ein Hilferuf an die Polizei.
Vor einigen Taaen wurde im „Gießener Anzeiger" em Eingesandt über das Treiben unsauberer Elemente in der Bergstraße gebracht. Jetzt kann man von den sauberen Elementen in der Ludwigstraße sprechen, welche sich nicht schämen, nachts zwischen 3 und 4 Uhr immer in denselben Höfen einen Lärm zu machen, ganze Lattenzäune abzubrechen, große Handkarren aus dem Hof zu fahren, in offene Fenster einzusteigen und den Bewohnern Schrecken einjagen, ja, sie versuchten sogar in der letzten Nacht Christbäume von den Fenstern zu holen, wurden aber glücklicherweise von mir daran gehindert. Kann man denn nichts in die Wege leiten, daß man wenigstens ruhig schlafen kann? W. R.
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Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. <5 e i b.
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Gießen den 17. Dezember 1932. Bürgermeisterei Gießen.
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An alle Bewohner der Stadt Gießen ergeht die Bitte, im Interesse der allgemeinen Volkswohlfahrt die Schnakenbekämpfung dadurch zu unterstützen, daß den mit der Durchführung dieser Aufgabe be- auftragten Personen das Betreten der hierfür in Frage kommenden Räume ge- stattet wird.
Gießen, den 16. Dezember 1932.
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Gießen, den 17. Dezember 1932.
Städtisches Hochbauamt: Gravert.


