Ausgabe 
17.12.1932 Erstes Blatt
 
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Privatdiskonten lag zwar Angebot vor, doch über­wog die Nachfrage. Reichswechsel per 15. März waren fast umsatzlos. Reichsschötze per 15. Mai die Tranche per 18. April ist bekanntlich ausverkauft waren stärker gefragt.

Briefkasten der Redaktion.

lRechtsgutachlen sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung )

Gießener-Anzeiger-Leserin, wieseck. Die von dem Mieter anteilmäßig zu tragenden Straßenreini- gungs- und Müllabfuhrgebühren richten sich nach dem Mietwert der Wohnung im Vergleich zur Gesamtmiete des betreffenden Hauses. Für eine bescheidene Wohnung dürften vierteljährlich etwa 2 bis 4 Mark mx bezahlen sein. Don Steuern kommt nur die Dürgersteuer in Betracht, die in Gießen für das Jahr 1933 mit 500 v. Sy erhoben toirb. Ob etwa Befreiung hiervon möglich ist, kann erst nach Prüfung der Verhältnisse gesagt werden.

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Berlin freundlich.

Berlin, 17.Dez. (WTB. Funkspruch.) Auch für einen Samstag war das Geschäft zu Beginn der heutigen Börse außerordentlich gering. Man hatte im Vormillagsverkehr und auch noch an der Vorbärse eher etwas schwächere Kurse genannt, im Zusammenhang mit den Bestrebungen, den Reichstag noch vor Weihnachten einzuberufen, da man nicht weiß, wie sich die Nationalsozialisten hierzu stellen werden. Dem schwächeren Verlauf der gestri­gen Neuyovker maß man bauen en keine Bedeutung bei, da dem die weitere Aufwärtsbewegung der deutschen Bonds gegenüberstand, die zum Teil neue Höchstkurse erreichten.

Zum Börsenbeginn war die Grundstimmung als freundlich zu bezeichnen, obwohl die Kursgestal­tung nicht einheitlich war. Im Vordergrund standen wieder Montanpapiere unter Führung von Gelsen­kirchen, in denen sich lebhaftes Geschäft entwickelte. Die Kurse zogen an diesem Markt bis zu 1,5 v. H. an. Auch für Braunkohlenwerte bestand Interesse, und Rheinische Braunkohle konnten um 5 v. H. an­ziehen. Es berühmte allgemein, daß der Verkaufs- druck in Farben, AEG. und Kunstseidewerten nach, gelassen hat und sich eher sogar Nachfrage zeigte, so daß die betroffenen Werte Erholungen bis zu 1,40 v. H. aufweisen konnten. Am Kalimarkt gingen Salzdetfurth um 2,5 v. H. zurück, obwohl sich die Aussichten der Kaliindustrie gebessert haben. Die Spekulation war gestern in den vorher erwähnten Werten zu Abgaben geschritten und nahm heute Deckungen und vereinzelt auch Rückkäufe vor, wäh­rend sie in verschiedenen Nebenwerten zu Glatt­stellungen schritt, so daß sich Rückgänge von 1 bis 2 0. H. ergaben.

Der Rentenmarkt war ziemlichfreund- l i ch veranlagt, Reichsschuldbuchforderungen und Deutsche Anleihen behaupteten sich. Von Industrie- Obligationen waren Hösch und Vereinigte Stahl ge­fragt und fester.

Im Verlaufe wurde das Geschäft am Montanmarkt und hiervon ausgehend auch an den anderen Märk­ten lebhafte r. Die Kurse konnten durchweg um 0,5 bis teilweise 2 0. H. anziehen. Rheinische Braun­kohle gewannen erneut 3 v. H. AEG. wurden gleich­falls zu größeren Posten zurückgekauft, nachdem die ; Liquidationen anscheinend beendet sind.

Am Geldmarkt machte die Erleichterung wei­tere Fortschritte. Tagesgeld war an der unteren Grenze schon mit 4,25 und 4,13 v. H. erhältlich. In

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Weihnachts- bltte!

Die Herberge zur Heimat richtet auch in diesem Jahre wieder eme herzliche Bitte an d. Bürger- [diaft mitzuhelfen den Weihnachtstisch für fremde Wande­rer zu decken.

Die Not und Zahl ist groß, auch solcher, die durch die Zeit- Verhältnisse dahin gebracht mord. ßnd.

Gaben an Geld, Wäsche,getr.Kleid., Lebensmittel usw. werden dankbar v. Unterzeichnet, ent­gegengenommen.

Aus Tel.-Anr. 2378 werden die Gaben abgeholt. [8606D

Namens des Vorstandes: Loh, Hausvater.

Frankfurter Schahanweifunaen. OS:« WTB.-Handelsdienst vom preußischen Han- beldmimftertum zu der Frage der Frankfurter Schahanwe.sungen hört, hat sich bis zu der ge- str:gen Unterbrechung der Verhandlungen kein endgültiges Resultat erzielen lassen. Demnach konnte imlner noch keine Einigung zustande kom­men über d:e Frage der effektiven Rückzahlung des von den drei Banken-Konsortien zu gewäh­renden Kredits von 1,5 Mill. Mk. Sobald sich die Danken bereit erklären, mit 1,5 Mill. Mk. «inzuspringen, will der Staat seinerseits der Stadt Frankfurt wegen der Hilfsstellung für Breslau dre Hälfte des Abzahlungsmaximums von 10 Prozent, d. h. also weitere 1,5 Mill. Mk. gewähren. W.rd bis zu der Gläubigerversamm­lung am 19. 12. keine Einigung erzielt, so will man zunächst eine halbjährige Verlängerung der Gesamtschuld von den Gläubigern erreichen.

* 2keue Aufträge für die Junkers- Flugzeugwerke. Die Deutsche Lufthansa hat bei den Junkers-Flugzeugwerken eine größere An­zahl von Flugzeugen vom Typ J 52, sowie 4 Ma­schinen vom Typ W 34 in Auftrag gegeben. Ins­gesamt handelt es sich um ein Objekt von mehr als 2 Mill. Mk. Dadurch erhält die IFA. wieder für längere Zeit Beschäftigung.

* Daimler Benz 21®., Berlin- Stuttgart. Die GV. der Daimler Benz AG., , BerlinStuttgart, genehmigte den 2lbschluß für 1931 (8,43 Mill. Mk. vorzutragender Verlust) und beschloß die Herabsetzung des AK. i. e. F. von 50,36 auf 43,62 Mill. Mk. durch Einziehung von nom. 6,74 Mill. Mk. eigenen Stammaktien, sowie die Auflösung des Reservefonds.

* Damag Meguin 21©., Berlin. Die in der gestrigen Aufsichtsratssitzung der Damag- Meguin AG., Derlin, vorgelegte Bilanz und Ge­winn- und Mrlustrechnung für das am CO. Juni abgeschlossene Geschäftsjahr schließt nach Abschrei­bungen auf Anlagen in Höhe von 0,55 Mill. Mk. (i. V. 0,63 Mill.) mit einem Verlust von 0,36 Millionen Mk. ab, der auf neue Rechnung vor­getragen werden soll (i. D. Verlust von 2,06 Mill. Mark). Außer den vorgenannten 2lbschreibungen wurden Sonderabschreibungen auf Schuldner, Vor­räte, Anlagewerte und Beteiligungen vorgenom­men.

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Frankfurt a. M., 17. Dez. (WTB. Drahtmel­dung.) Der Wochenschluß war nach ruhigem und uneinheitlichem Beginn im Verlause kräftig er­holt. Daß in den gestern stark gedrückten Spe­zialwerten, wie IG., Abu und AEG., heute kaum Angebot mehr kam, halle beruhigend gewirkt. Da­neben ging von der seit Tagen festen Haltung für deutsche Werte an den Ausland!)örsen fühlbare Anregung aus. Da auch für den Montanmarkt Kauf- orders man sprach vom Rheinland vorge­legen haben, sah sich die Kulisse zur Rückdeckung veranlaßt, so daß bei für einen Samstag relativ lebhaften Umsätzen durschnitlliche Erhöhungen von 1 Prozent zu verzeichnen waren.

Das Hauptinteresse konzentrierte sich auf den Markt der Bergwerksaktien, wo Gelsenkirchen mit plus 2 Prozent am stärksten beachtet waren, ober a uch Stahl verein, Klöckn er, Rheinstahl, Phönix und Mannesmann verzeichneten Besserungen von Y» bis 1 Prozent. Am Elektromarkt eröffneten AEG. mit 29% Prozent gut behauptet, später zogen sie auf 30% Prozent an. Gesfürel kamen mit 12% Prozent zum Eintausch. IG. und Deutsche Erdöl bröckelten zunächst noch bis zu % Prozent ab. Im Verlaufe traten aber Besserungen bis zu 1 Prozent ein. Am Kunstseide markt eröffnete Aku mit 51 Prozent unverändert. Fest eröffneten u. a. noch Zellstoff mit plus % Prozent. Mall lagen an­derseits Deutsche Linoleum, die 2 Prozent einbüß­ten, später jedoch 1 Prozent ihres Verlustes wieder aufholten.

Der Renten markt lag ruhig. Reichsaltbesitz gaben V* Prozent nach. Re.chsfch-uldbuchforderungen lagen behauptet. Don Induftrieobligationen gaben Stahlvercin % Prozent nach. Gold- und Liquida­tionspfandbriefe lagen nur wenig verändert. Kom- munalobligationen waren meist noch gesucht und % bis 1 Prozent fester.

Im Verlaufe wurde das Geschäft sehr still. In Montanwerken fanden noch einige Umsätze zu % bis % Prozent über am Anfang liegende No­tierungen statt. Im übrigen waren die Kurse gut be­hauptet. Sehr fest tendierten Rheinische Braunkohle mit plus 9 Prozent, sachliche Motive für diese Stei­gerungen waren aber n:d)t zu erfahren. Tagesgeld war leicht, der Satz blieb zu % Proz. unverändert.

Eingesandt.

Mr Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem

Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Ein Hilferuf an die Polizei.

Vor einigen Taaen wurde imGießener Anzeiger" em Eingesandt über das Treiben unsauberer Ele­mente in der Bergstraße gebracht. Jetzt kann man von den sauberen Elementen in der Ludwigstraße sprechen, welche sich nicht schämen, nachts zwischen 3 und 4 Uhr immer in denselben Höfen einen Lärm zu machen, ganze Lattenzäune abzubrechen, große Handkarren aus dem Hof zu fahren, in offene Fenster einzusteigen und den Bewohnern Schrecken einjagen, ja, sie versuchten sogar in der letzten Nacht Christbäume von den Fenstern zu holen, wurden aber glücklicherweise von mir daran gehindert. Kann man denn nichts in die Wege leiten, daß man wenig­stens ruhig schlafen kann? W. R.

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Bell.: Beschaffung freier Lernmittel für Volks- und Fortbildungsschulen.

Der Bedarf an freien Lernmitteln (Ta­feln, Federn, Schulbüchern usw.) soll für 1933 auf dem Wege des öffentlichen Wett­bewerbs vergeben werden. Auskunft über Materialarten und »mengen: Stadthaus, Bergstraße, Zimmer Nr. 13. 8931C

Schlußtermin für Einsendung der An­gebote: 25. Januar 1933.

Gießen, den 17. Dezember 1932.

Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. <5 e i b.

Bekanntmachung.

Dienstag, den 20. Dezember 1932, findet Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt statt: sämt­liches Vieh wird gegen Maul- und Klauen­seuche schutzgeimpft. 8920C

Auflliebszeit am Markttage von 8 bis 9 Uhr vormittags.

Gießen den 17. Dezember 1932. Bürgermeisterei Gießen.

_____I. V.: Dr. Rosenberg.______

Bekanntmachung^

_ Wir beabsichtigen die in Kellern und ähnlichen Räumen vorhandenen Schnaken durch Ausbrennen mittels Spiritusfackeln zu beseitigen. 8972D

An alle Bewohner der Stadt Gießen ergeht die Bitte, im Interesse der allge­meinen Volkswohlfahrt die Schnakenbe­kämpfung dadurch zu unterstützen, daß den mit der Durchführung dieser Aufgabe be- auftragten Personen das Betreten der hierfür in Frage kommenden Räume ge- stattet wird.

Gießen, den 16. Dezember 1932.

Städtisches Tiefbauamt: G r a 0 e r t.

Arbeitsvergebung.

Zur Fertigstellung des Südwestflügels der Pestalozzifchule sollen vergeben werden-

1. die restlichen Maurerarbeiten,

2. Schreinerarbeiten, darunter 900 qm

Buchenlangriemen Parkettböden.

Zeichnunaen und Bedingungen liegen bei uns offen. Angebote auf Vordruck sind bis zum Verdingungstermin am Mittwoch, 28. Dezember 1932, vormittags 10 Uhr, einzureichen. 8976D

Gießen, den 17. Dezember 1932.

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